Israel schließt öffentliches Fernsehen

Zwar hat Israel derzeit wahrlich ganz andere Sorgen, dennoch verabschiedete die Knesset heute mit deutlicher Mehrheit ein neues Rundfunkgesetz, das die Schließung des öffentlich-rechtlichen Senders IBA zum 31. März 2015 vorsieht, wie esctoday berichtet. Ein noch namenloser Nachfolger soll den Sendebetrieb ab diesem Tag mit gleich drei Kanälen, aber lediglich einem Viertel des bisherigen Personals fortführen. Die IBA steht seit langem in der Kritik, weil ihr Programm nur wenig Zuspruch findet, sie aber mit hohen Kosten wirtschaftet. Mit der Schließung des Senders entfalle auch die TV-Gebühr in Höhe von umgerechnet 75 € jährlich. Entsprechende Pläne bestehen seit März 2014, aller öffentlicher Protest der Beschäftigten fruchtete nichts. Damit folgt das Land dem hellenischen Beispiel, wo der öffentliche Sender ERT ebenfalls unter dem Vorwand von Einsparungen geschlossen und durch eine deutlich verkleinerte Nachfolgeorganisation ersetzt wurde. Die IBA war seit 1957 Mitglied der EBU, seit 1973 ist Israel beim Eurovision Song Contest vertreten. Welche Auswirkungen der heutige Beschluss auf die weitere Teilnahme des Landes hat, ist derzeit noch nicht abzusehen, zumal der Wettbewerb dort zuletzt – auch aufgrund der konstanten Nichtqualifikation im Semi – kaum noch auf Interesse stieß.


Da gibt es nichts zu kommentieren: Noa + Mira Awad (IL 2009)

Würdest Du Israel beim Song Contest vermissen?

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ESC 2015: Vienna first, James last

Nur in der Wiener Luft: bereits Ende Juni sprach sich die aktuelle Eurovisionskaiserin Conchita Wurst für die österreichische Metropole als Austragungsort des 60. Eurovision Song Contests aus. Nun erhielt sie weitere prominente Unterstützung von ihrem Kollegen Udo Jürgens, der in den Sechzigern drei Mal hintereinander für die Alpenrepublik antrat und bei seiner letzten Teilnahme mit ‘Merci, Chéri’ 1966 die erste von bis dato zwei Grand-Prix-Kronen für das Land holte. “Es ist üblich, dass die Hauptstadt so etwas ausrichtet. Graz ist eine wunderbare Stadt. Innsbruck könnte das sicher auch gut machen. Aber die Welt erwartet Wien,” sagte der weitsichtige Jürgens heute dem Groschenblatt Kronenzeitung. Sollte der ORF auf seine beiden Besten hören und der Wiener Stadthalle den Zuschlag geben, zögen allerdings etliche deutsche Künstler den Kürzeren: das fleißige britische Wiwibloggs recherchierte bereits, welche für den Probenzeitraum in nämlicher Location gebuchten Veranstaltungen dann abgesagt bzw. verlegt werden müssten. Unter den sechs betroffenen Events finden sich neben einer Pferdedressurshow und den Esoteriktagen (fraglos unter Mitwirkung des österreichischen Grand-Prix-Vertreters von 1982, Michael Scheikl [Mess], der heutzutage “Jede Zelle meines Körpers” glücklich werden lässt) gleich vier deutsche Künstler, nämlich Max Raabe, die Zauber-Zwillinge Chris und Andreas Ehrlich, Dieter Nuhr sowie die Easy-Listening-Legende James Last. Eine Verschwörung?


Mit diesem Namen für ein Null-Punkte-Ergebnis prädestiniert: James Last

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ESC 2015: Hello, Vienna calling

Offiziell befinden sich noch immer drei österreichische Städte im Rennen um die Austragung des Eurovision Song Contest 2015, dessen Termin der ORF vor zwei Tagen gegenüber der provisorischen Planung um eine Woche auf Pfingstsamstag verschob (Finale am 23. Mai 2015, die beiden Semis am 19. und 21.): Graz, Innsbruck und die Hauptstadt Wien. Die Newsseite Vienna Online kolportiert nun unbestätigte Gerüchte, wonach die EBU die Stadthalle Wien (ein zweiter möglicher Metropolen-Standort schied zwischenzeitlich aus) präferiere, weil man in dieser Location aufgrund ihrer Größe den Green Room in den Zuschauerraum integrieren und die meisten Eintrittskarten zur Refinanzierung der Veranstaltungskosten verkaufen könne. Als weitere Vorzüge zählt der Artikel die Hotelbettenkapazität, die Verkehrsinfrastruktur, den international bekannten Namen Wiens und die Tatsache auf, dass der ORF ebenfalls in der Hauptstadt residiert, wodurch sich Kosten sparen ließen. Eine endgültige Entscheidung soll jedoch erst Anfang August fallen.


Der Opening Act für den ESC 2015 ist gefunden!

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Schweiz eröffnet erneut die Trashbox

Einmal wie immer: auch für das kommende Jahr hält das Schweizer Fernsehen an seinem so herrlich komplizierten wie für Freunde des Trashs so herrlich ergiebigen Vorentscheidungsverfahren fest. Ab dem 29. September laden die Eidgenossen erneut Songschreiber und Künstler aus ganz Europa ein, ihren Bewerbungsbeitrag auf der Internetplattform srf.ch/Eurovision hochzuladen. Ab dem 27. Oktober besteht dann für das Publikum sowie eine Senderjury die Gelegenheit, aus dem Füllhorn des Abseitigen und Schrägen die neun langweiligsten und lahmsten Songs herauszusuchen, die sich gemeinsam mit sechs weiteren Kandidaten aus dem französischsprachigen Teil des Landes und drei Italoschweizern anschließend live vor der Senderjury beweisen müssen. Nur jeder Dritte von ihnen wird es in die live ausgestrahlte Große Entscheidungsshow am 31. Januar in die Bodensee-Arena in Kreuzlingen schaffen, wo der helvetische Beitrag 2015 im Jury-Televoting-Mix bestimmt wird. Dort gewinnt dann, auch das erfordert die Tradition, mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder der Kandidat aus dem Tessin.


Deine Welt sind die Berge: so klingt die Schweiz!

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Hurra: Mazedonien macht 2015 mit!

Sehr erfreuliche Nachrichten aus Skopje: wie esctoday berichtet, gab der mazedonische Sender MRT heute bekannt, in Österreich dabei sein zu wollen. Die Teilnahme des exjugoslawischen Landes schien zunächst unsicher: bei einer Online-Umfrage des chronisch klammen Senders sprach sich die Mehrheit der Mazedonier für einen Rückzug vom Eurovision Song Contest aus, was angesichts der mageren Erfolgsbilanz (seit der Einführung des zweiten Semis 2008 gelang es dem Land mit dem offiziellen Stolperstein-Namen nur ein einziges Mal, ins Finale einzuziehen) nicht weiter verwundert. Nun dachte man sich beim Sender wohl, dass, wenn schon das einstmals so seriöse deutsche ZDF seine Umfragen fälscht, man das in Skopje erst recht kann: wie MRT heute mitteilte, wolle man im Hinblick auf die “soziale Verantwortung” des öffentlichen Senders ungeachtet des Abstimmungsergebnisses beim traditionsreichen Skopje Fest am 13. November den Vertreter für Österreich bestimmen. “Mazedonien soll sich auf der großen Bühne beweisen, vor den Augen der europäischen Familie und der Welt,” so die Kulturverantwortliche von MRT, Maria Popova, auf der Senderseite (jedenfalls sinngemäß laut Google-Übersetzung).


Mazedoniens Bester: Rok Agresori beim Skopje Fest 2011

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Sommerloch-News: Katze beißt Lys

“Hund beißt Mensch” ist keine Meldung, so eine alte Journalistenregel. Die augenscheinlich für Schweizer Boulevardblätter wie den Blick nicht gilt, insbesondere dann, wenn es sich bei dem bissigen Tier um eine Katze handelte und bei der gebissenen Person um die große Lys Assia. Die mittlerweile Neunzigjährige Grand-Prix-Gerontin nutzt seit Jahren das Sommerloch für dramatische Spitalbesuche (“Die Ärzte wollten mich nicht mehr nach Hause lassen. So schlecht war mein Zustand.”), ob sie nun von von der Waschmaschine angefallen wurde oder, wie heuer, von einer streunenden Katze. Wie Blick, das schweizerische Fachblatt für Lys-Assia-Fragen, minutiös berichtet, musste sich die Eurovisionssiegerin von 1956 gegen Wundstarrkrampf impfen lassen und die Hände “stundenlang” in ein Desinfektionsbad legen. Inzwischen trage ich zwei Verbände und kann kaum etwas anfassen,” so die Grand-Prix-Legende. Da muss in der Zwischenzeit wohl Dackeldame Cindy ran…


Gute Besserung, Lys! Wir brauchen Dich noch!

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Malta 2015: Der frühe Vogel singt den Wurm

Der Preis für die vorzeitige Saisoneröffnungsmeldung 2015 geht an das unermüdliche Eurovisionseiland Malta. Während wir immer noch nicht wissen, ob der Eurovision Song Contest 2015 nun in Wien stattfindet oder nicht, gab der maltesische Sender PBS bereits die Termine für den Maltasong for Europe 2015 bekannt. Und die liegen noch in 2014: am 21. und 22. November diesen Jahres soll der maltesische Song für Österreich gewählt werden. Oder auch nicht: das ungewöhnlich frühe Datum für das Semi und Finale der Vorentscheidung – bislang fand der Maltasong traditionell im Februar statt – soll dem Sender vor allem Gelegenheit geben, Weißrussland als Geschmacksdiktatur rechts zu überholen. Wie PBS ebenfalls verkündete, beschränkt man sich diesmal nicht mehr darauf, den Einfluss des Publikums durch die groteske Bevorzugung der Jurystimmen (die 7/8 zählen) zu marginalisieren, sondern behält sich außerdem das Recht vor, den ausgewählten Beitrag nach Belieben zu verändern oder gar komplett auszutauschen.


“Fly above like a Siegel on the Way”: Malta hat Erfahrung mit frühen Vögeln (MT 2010)

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Sinitta: mit dem GTO zum ESC?

Die nachrichtenarme Post-Eurovisions-Depressions-Periode ist bekanntlich die am besten geeignete Zeit für popmusikalische Hasbeens, mit offensichtlich aussichtslosen Bewerbungen um eine Eurovisionsteilnahme mal wieder dem Ghetto des Vergessens zu enteilen, und sei es auch nur kurz. Und üblicherweise ignoriere ich solches – außer, es handelt sich um einen meiner Lieblings-Trashpop-Stars aus den goldenen Achtzigern. Wie beispielsweise die fabelhafte Sinitta, die etlichen Stock / Aitken / Waterman-Produktionen wie ‘G.T.O.’ oder ‘Cross my broken Heart’ ihr Gesicht und ihr dünnes Stimmchen lieh. Weit wichtiger aber sind ihre 1986 vor der SAW-Zeit entstandenen, essentiellen Gay-Disco-Hymnen ‘Cruisin’ und ‘So macho!’, mit denen die Tochter der US-Disco-Königin Miquel Brown der Spur ihrer Mutter folgte und das von selbiger mit ‘So many Men, so little Time’ begonnene Pop-Triumvirat der Promiskuität vollendete.


Begrenztes Videobudget (leider), aber textlich unterschreibe ich jede Zeile: Sinittas Anforderungskatalog an den Mann

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Das Ende der Wurst für Alf Poier

Als “künstlich hochgezüchtetes Monster”, mit dessen “verschwulter Zumpferl-Romantik” er nichts anfangen könne und die “eher zum Psychotherapeuten” gehöre als auf die Eurovisionsbühne, wenn sie nicht wisse, ob sie “ein Manderl oder ein Weiberl” sei, hatte der österreichische Comedian und Grand-Prix-Vertreter von 2003, Alf Poier, noch vor dem Song Contest in einem Interview mit dem Blättchen Die neue Woche seine diesjährige Kollegin Conchita Wurst tituliert. Dies kostet ihn nun sein Management: wie Vienna Online heute kolportiert, will René Berto, der sowohl Poier als auch die Wurst unter Vertrag habe, sich von dem Steyrer trennen und sich “in erster Linie um die Weltkarriere” Conchitas kümmern.


Genial: Poiers Auftritt 2003 in Riga

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Plattenfirmen drohen EBU mit Eurovisionsausstieg

Wie ESC Insight unter Bezugnahme auf die norwegische Boulevardzeitung VG berichtet, tobe derzeit ein Streit um die Veröffentlichungsrechte an den Songs des Eurovision Song Contest. Hintergrund sei eine kleine, aber wirkungsvolle Änderung in den seit 2004 zwischen der EBU und dem international agierenden Musikkonzern Universal bestehenden Verträgen. Universal vertreibt den jährlichen offiziellen Eurovisionssampler, also das Doppelalbum mit allen rund 40 Teilnehmertiteln. Da der Sampler im Vergleich zu anderen Musikkompilationen verhältnismäßig wenig Umsatz macht, erhielt Universal in diesem Jahr erstmals das Recht zugestanden, die Songs in allen Vertriebsländern auch zum digitalen Einzeldownload anzubieten, so dass sich Fans gezielt ihre Wunschtitel herauspicken können, ohne das ganze Album kaufen zu müssen. Dies bringt zwar Vorteile insbesondere für Künstler aus kleineren Ländern, die keine große Plattenfirma im Rücken haben, weil ihr sonst nur über das Komplettalbum erhältlicher Song nun auch europaweit zum Einzeldownload zur Verfügung steht, empört aber andere Majors wie Sony Music, bei denen beispielsweise Carl Espen unter Vertrag steht, an dessen Eurovisionsbeitrag und kleinerem Eurohit ‘Silent Storm’ (#47 DE) sein Label nun nichts mehr verdient, weil die Profite aus den Einzelverkäufen via Sampler an Universal gehen. 1


Stiller Sturm im Wasserglas: Carls Plattenfirma will den ESC bestreiken

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Notes:

  1. Allerdings kann ich für Sony hier kein Mitleid empfinden: der Löwenanteil der Verkäufe dürfte während und nach dem Melodi Grand Prix in Norwegen erfolgt sein, also als Kauf oder Download der von Sony vertriebenen Single. Sony hätte auch die Möglichkeit, diese Single parallel zum Eurovisionssampler selbst europaweit anzubieten, davon aber wohl Abstand genommen, weil man an einen Erfolg über das Heimatland hinaus nicht glaubte.

“Schön, dass Du krank warst”: Wurst-Wallfahrt nach Wien

Manchmal bekommt man von Schicksal etwas geschenkt, einfach so. Seit ewigen Zeiten, diese etwas private Einführung sei mir verziehen, fahre ich mit guten Freunden über Pfingsten weg. Diesmal, so hatten wir das bereits im Januar auf meinen Vorschlag hin entschieden, nach Wien. Da war Conchita Wurst zwar bereits vom ORF nominiert, ihr Song stand aber noch nicht fest und an einen Eurovisionssieg der bärtigen Frau glaubte ich ohnehin nicht. Nein, ausschlaggebend waren vielmehr die hübschen Jugendstil-U-Bahn-Stationshäuschen, die mir, bei einer Urlaubsfahrt nach Ungarn vom merkwürdigen österreichischen Autobahnsystem unfreiwillig durch die Hauptstadt gelotst, aufgefallen waren und die ich näher betrachten wollte. Durch den Sieg Conchitas verschob sich der Schwerpunkt des Kurzurlaubs natürlich in Richtung Grand-Prix-Wallfahrt, inklusive des ehrfurchtsvollen Berührens der Wände der Wiener Hofburg, Austragungsort des Eurovision Song Contests von 1967. Kurz vor unserer Abfahrt entdeckte dann einer meiner Freunde, dass die aktuelle Eurovisionskaiserin am Pfingstsamstag im Ostklub auftreten sollte. Eine Gelegenheit, die wir uns natürlich nicht entgehen ließen und bei der, wie sich herausstellte, es sich um einen Nachholtermin für einen bereits vor einem Jahr geplanten, maladessebedingt verschobenen Auftritt Conchitas handelte, was den Moderator Marco Schreuder zu der in der Überschrift zitierten, lustigen Aussage verleitete, der ich mich hier nur anschließen kann.


Livemitschnitt von eurovision-austria geklaut

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Conchita Wurst: Flutbringerin oder Heilige?

Während ein offensichtlich geistesgestörter montenegrinischer Priester unlängst die aktuelle Eurovisionssiegerin Conchita Wurst als Verursacherin der sintflutartigen Regenfälle auf dem Balkan ausmachte, die mehr als fünfzig Todesopfer forderten und in Serbien, Kroatien und Bosnien eine Spur der Verwüstung hinterließen, erfreut sich ein Museum im niederösterreichischen Städtchen Horn derzeit an einer wahren Flut von Besuchern. Der Grund: die dort ausgestellte Holzstatue einer christlichen Heiligenfigur, der Kümmernis oder Wilgefortis – einer Frau mit Bart. Einer Sage aus dem vierzehnten Jahrhundert zufolge habe es sich bei ihr um die Tochter eines heidnischen portugiesischen Adeligen gehandelt, welcher diese mit dem sizilianischen König verheiraten wollte. Was der Tochter nicht behagte – kirchlicher Geschichtsschreibung zufolge natürlich, weil sie heimlich zum Christentum konvertiert sei und ihre Jungfräulichkeit bewahren wollte. Was frau halt eben so behauptet, wenn frau keinen Bock hat, an einen wildfremden Mann in einem wildfremden Land zwangsverehelicht zu werden. Jedenfalls betete sie ob ihrer misslichen Lage. Und siehe da, es wuchs ihr ein Bart: Hochzeit abgesagt.


Ist bereits verheiratet, das kann also nicht der Grund sein: Conchita

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Common Linnets: Birds falling down the Rooftop

Drei Wochen nach dem Eurovision Song Contest von Kopenhagen hält sich das niederländische Country-Duo The Common Linnets noch am erfolgreichsten in den deutschen Single-Charts: in der Vorwoche als höchster Neuzugang auf Platz 3 eingestiegen, segelten die Hänflinge auf Rang 21 hinunter, okkupierten damit aber immer noch die Spitzenposition unter den Grand-Prix-Liedern. Und was macht man, wenn man einen solchen Erfolg hat? Richtig: man löst sich auf! Wie der Prinz-Blog berichtet, tauchte Willem Bijkerk alias Waylon kurz nach dem Song Contest ab, was zu besorgten Suchanfragen in der niederländischen Öffentlichkeit und zu Spekulationen führte, der früher mit Drogenabhängigkeit kämpfende Musiker sei möglicherweise rückfällig geworden. Am Donnerstag meldete er sich dann via Facebook und gab seinen Ausstieg aus dem Duo bekannt, da er sich in dem von Ilse de Lange gesteuerten Projekt künstlerisch nicht ausreichend repräsentiert fühle und sich lieber wieder seiner Solokarriere widmen wolle. Ilse will jetzt mit einem Ersatzmann weitermachen, aber das ist halt nicht mehr dasselbe. Schade!


Die Dornenvögel reloaded: Ilse und ihr Amish-Mann trennen sich (NL)

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Russen rasieren sich die Bärte als Protest

Und damit es nicht immer nur um die Jurys geht, hier noch eine bunte Meldung aus dem lustigen Reich der Heterosexualiät: wie der britische Blog Gay Star News berichtet, rasieren sich einige verwirrte russische Männer nun in einer bizarren Form des Protestes gegen den Sieg Conchita Wursts den Bart ab: so habe der Rapper Alexander Stepanov alias ST seine Fans aufgefordert, durch ein solches Tun zu beweisen, dass sie nicht Conchita seien. Der Artikel zitiert einen Twitter-User, der dem Aufruf folgte, mit den Worten: “Samstag war der letzte Tag, an dem ein Bart Dich männlicher machen konnte.” Zu den Protestlern gehört dem Bericht zufolge auch Andrej Malakow, der 2009 die Semifinals des Eurovision Song Contests in Moskau moderierte. Nun wissen wir aus den Einspielfilmen des diesjährigen Wettbewerbs, in dem der mit Vollbart unwiderstehlich sexy aussehende Moderator und Borgen-Star Pilou Asbæk bargesichtig auftrat, wie unvorteilhaft eine Rasur wirken kann. Sich also nun als Protest gegen die Vielfalt selbst optisch zu verstümmeln – auf so eine bescheuerte Idee können einfach nur Heten kommen!


Ein Gesicht wie ein Brie: Borgen-Cutie Pilou, bartlos 

Die Jury-Diskussion: Respekt für Hater?

Ein Shitstorm tobt seit Samstagnacht über Deutschland, und er entzündet sich am Voting der deutschen Jury. Jennifer Weist (Jennifer Rostock), Musikmanager Konrad Sommermeyer, Andreas Bourani, USFD-Teilnehmerin Madeline Juno und Paul Würdig alias Sido stimmten als vom NDR beauftragte Musikexperten deutlich anders ab als die Majorität der Televoter und sorgten so am Samstag bei der Vergabe der Länderpunkte – dem Herzstück der Show – für verwundertes Augenreiben und partielle Beschämung bei den Zuschauern zuhause. Hatten doch die meisten von Ihnen, wie das restliche Europa, sich von Conchita Wurst bezaubern lassen und für sie gestimmt. Und nun verlas Schlagerkönigin Helene Fischer im strömenden Regen der Hamburger Open-Air-Grand-Prix-Party keine Douze Points für die neue Kaiserin? Da konnte doch etwas nicht stimmen! Das von der EBU in beispielhafter Transparenz umgehend nach Ende der Sendung veröffentliche Splitvoting belegte es dann: den oben genannten Fünfen, die Conchita irgendwo zwischen dem neunten und dreizehnten Platz einordneten, verdanken wir die blamablen sieben Punkte. Insbesondere Sido, der schon im Vorfeld keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen “Herrn Wurst” machte, sowie Frau Juno, die ungeschickterweise im Aftershowparty-Interview mit Barbara Schöneberger noch log, sie habe “er/sie/es” auf dem fünften Platz gehabt, stehen seither in der öffentlichen Kritik, die bisweilen im Rausch des Volkszorns auch schon mal die Grenzen überschreitet. Sido, als ehemaliger Aggro-Berlin-Rapper harte Worte gewohnt, scheint entspannt damit umzugehen, während Madeline Juno laut Stefan Niggemeier bereits twitterte: “Nie wieder mach ich so was mit, ehrlich!”


Macht eine unglückliche Figur: Frau Juno, hier beim Vorentscheid

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