Vid­bir 2020 mit Krim-Klau­sel

Wie esc­to­day heu­te unter Bezug­nah­me auf den ukrai­ni­schen Staats­sen­der UA:PBC mit­teilt, imple­men­tiert die­ser in die Teil­nah­me­be­din­gun­gen für sei­nen natio­na­len Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid Vid­bir eine Aus­schluss­re­gel für Künstler*innen, die mit dem ver­fein­de­ten Russ­land kol­la­bo­rie­ren. An der Vid­bir teil­neh­men darf nur noch, wer seit 2014 nicht im Gebiet der Föde­ra­ti­on auf­ge­tre­ten ist oder dort auf­zu­tre­ten beab­sich­tigt. Auch eine Rei­se auf die Halb­in­sel Krim seit ihrer Anne­xi­on durch Russ­land stellt ein Aus­schluss­kri­te­ri­um dar. UA:PBC reagiert damit auf das Deba­kel um den dies­jäh­ri­gen Vor­ent­scheid, das zu einem Rück­zug des Lan­des vom Wett­be­werb in Tel Aviv führ­te, nach­dem die Sie­ge­rin Maruv sich wei­ger­te, im Nach­gang zu ihrer Akkla­ma­ti­on einen Ver­trag zu unter­schrei­ben, der ihr künf­ti­ge Auf­trit­te in Russ­land unter­sag­te. Vor­aus­ge­gan­gen waren hef­ti­ge Angrif­fe der Juro­rin und ESC-Sie­ge­rin von 2016, Jama­la, die Maruv in der Live-Sen­dung auf­grund ver­gan­ge­ner und geplan­ter Kon­zer­te auf dem Gebiet der Föde­ra­ti­on, für vie­le ukrai­ni­sche Künstler*innen eine essen­ti­el­le Ein­nah­me­quel­le, man­geln­de Vater­land­streue vor­warf. Der Sen­der­ver­ant­wort­li­che Zurab Ala­sa­nia begrün­de­te die nun ver­ab­schie­de­te Regel damit, dass der oder die “Repräsentant:in der Ukrai­ne nicht nur ein:e talentierte:r, tolle:r Künstler:in” sein müs­se, son­dern sich auch sei­ner bzw. ihrer “Ver­ant­wor­tung bewusst sein” und die “Wer­te der Ukrai­ne” ver­tre­ten müs­se. Es bleibt abzu­war­ten, wie sehr sich die Ein­schrän­kung auf das Teil­neh­mer­feld des Vor­ent­scheids und auf das dort übli­che Dra­ma-Level aus­wirkt. Die drei­tei­li­ge Vid­bir fin­det erneut in Zusam­men­ar­beit mit dem Pri­vat­sen­der STB statt, das Fina­le ist für den 22. Febru­ar 2020 ange­setzt.

Geld oder Vater­lands­lie­be? Maruv ent­scheid sich für Ers­te­res, ein her­ber Ver­lust für den ESC.

How looks the Trum­pet: RTVE nomi­niert Blas Can­tó für Rot­ter­dam

Sein Vor­na­me bringt in mir unwei­ger­lich den prä­pu­ber­tä­ren Zehn­jäh­ri­gen zum Kichern: ges­tern gab das spa­ni­sche Fern­se­hen bekannt, dass der 27jährige Blas (hihihi) Can­tó More­no beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2020 die ibe­ri­sche Halb­in­sel ver­tre­ten wird. Der schmu­cke jun­ge Mann ver­sucht bereits seit 15 Jah­ren ver­ge­bens, sein Land zu reprä­sen­tie­ren: 2004 bewarb er sich zum ers­ten Mal, damals noch für den Juni­or-ESC, schei­ter­te aber im Vor­ent­scheid. Das­sel­be Schick­sal ereil­te ihn 2011, wo er es als Teil der popu­lä­ren Boy­band Auryn zwar ins Super­fi­na­le der Desti­no Euro­vi­sión schaff­te, dort aber den Kür­ze­ren gegen Lucía Pérez zog. Dies­mal ver­zich­te­te der Sen­der RTVE vor­sichts­hal­ber gleich ganz auf ein öffent­li­ches Vor­auswahl­ver­fah­ren und nomi­nier­te Blas (hihihi) direkt. Der aus einem Tau­send-See­len-Dorf in der süd­spa­ni­schen Pro­vinz stam­men­de Künst­ler ver­öf­fent­lich­te nach der Auf­lö­sung von Auryn im Jah­re 2018 sein ers­tes Solo­al­bum ‘Com­pli­ca­do’ mit som­mer­lich-luf­ti­gem Radio­pop, das in der Hei­mat die Album­charts topp­te und aus dem bereits meh­re­re Hit­sin­gles her­vor­gin­gen. Beglei­tet übri­gens von Video­clips, in denen der nur 1 Meter 70 gro­ße Sän­ger einen auf­fäl­li­gen Hang zum Tra­gen über­aus fut­ti­ger Jacken zeig­te. Auf sein Lied für Rot­ter­dam wer­den wir wohl noch eini­ge Zeit war­ten müs­sen; der­zeit sich­ten Blas (hihihi) und RTVE geeig­ne­tes Song-Mate­ri­al, mit dem das beim euro­päi­schen Musik­wett­be­werb chro­nisch unter­be­wer­te­te Land hofft, end­lich das Tal der Trä­nen hin­ter sich las­sen zu kön­nen.

Wer wür­de ihn da schon raus­wer­fen wol­len: Blas (hihihi) mit sei­ner Solo-Debüt-Sin­gle ‘In your Bed’ (Reper­toire­bei­spiel). Doch auch, wenn er Eng­lisch für einen Spa­ni­er erstaun­lich gut beherrscht: in sei­ner Mut­ter­spra­che klingt er sexier.

Gott ist tot

Der tsche­chi­sche Schla­ger­sän­ger Karel Gott, zu sei­nen Glanz­zei­ten in der ZDF-Hit­pa­ra­de von Die­ter Tho­mas Heck stets als “die gol­de­ne Stim­me aus Prag” ange­sagt, starb ges­tern Nacht im Alter von 80 Jah­ren an Leuk­ämie. Der Plat­ten­mil­lio­när, der in sei­ner Hei­mat 42 Mal hin­ter­ein­an­der zum “Sän­ger des Jah­res” gekürt wur­de, lan­de­te 1967 sei­nen ers­ten Top-Ten-Hit in Deutsch­land mit ‘Weißt du wohin?’, einer Ein­deut­schung der Titel­me­lo­die des Kino­epos ‘Dok­tor Schi­wa­go’. Bereits im Jahr dar­auf ver­trat der inter­na­tio­nal täti­ge Künst­ler beim Euro­vi­si­on Song Con­test zu Lon­don Öster­reich mit dem von Udo Jür­gens geschrie­be­nen Ein­sam-in-der-Groß­stadt-Schmacht­fet­zen ‘Tau­send Fens­ter’, mit der er aller­dings weder die Jurys über­zeu­gen noch einen kom­mer­zi­el­len Erfolg zu gene­rie­ren ver­moch­te. Den hat­te er dann anschlie­ßend: bis weit in die Acht­zi­ger­jah­re hin­ein war er Stamm­gast in der ZDF-Hit­pa­ra­de, zu sei­nen bekann­tes­ten Hits zäh­len Ever­greens wie ‘Ein­mal um die gan­ze Welt’, ‘Fang das Licht’, der gran­dio­se Trä­nen­zie­her ‘Babič­ka’ mit der legen­dä­ren Text­zei­le “Pfer­de schä­len, Äpfel steh­len und erzäh­len, das war Baaa­bitsch­kaaa” und natür­lich die von ihm ein­ge­sun­ge­ne Titel­me­lo­die der Zei­chen­trick­se­rie ‘Die Bie­ne Maja’. Sein Kult­sta­tus im deutsch­spra­chi­gen Raum basier­te dabei neben sei­ner wirk­lich her­vor­ra­gen­den Tenor­stim­me auch immer auf dem von ihm kul­ti­vier­ten, leich­ten Akzent.

1968 gab es halt noch kei­ne Inter­net-Sin­gle­bör­sen: der Gott streift durch die nächt­li­chen Stra­ßen Wiens und schaut durch die Fens­ter.

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Schon wie­der Ers­ter: Één nomi­niert Hoo­ver­pho­nic für Rot­ter­dam

Die Bel­gi­er sind mal wie­der die Ers­ten: vor weni­gen Minu­ten prä­sen­tier­te der flä­mi­sche Sen­der Één die (intern aus­ge­wähl­ten) Repräsentant/innen des kul­tu­rell und sprach­lich geteil­ten Frit­ten­lan­des. Das Trio Hoo­ver­pho­nic wird für Bel­gi­en im Mai 2020 die nicht all zu lan­ge Rei­se in die benach­bar­ten Nie­der­lan­de antre­ten. Die Trip-Hop-For­ma­ti­on exis­tiert in wech­seln­den Beset­zun­gen bereits seit 1996 und fei­ert seit­her bestän­di­ge Erfol­ge. Und auch, wenn sich ihre bis dato ver­öf­fent­lich­ten zehn Stu­dio­al­ben außer­halb der eige­nen Lan­des­gren­zen unge­rech­ter­wei­se kaum ver­kauf­ten, dürf­ten etli­che ihrer oft­mals sym­pho­nisch daher­kom­men­den Melo­di­en vie­len Kinobesucher*innen bekannt sein, fan­den ihre Stü­cke doch bereits als Sound­track in etli­chen Block­bus­tern Ver­wen­dung. Ihr letz­tes Album ‘Loo­king for Stars’, das in Bel­gi­en Gold­sta­tus erreich­te, erschien 2018. Da stieß auch die aktu­el­le, erst 18jährige Front­frau Luka Cruys­berghs, ihres Zei­chens (natür­lich!) The-Voice-Sie­ge­rin, zur Hoo­ver­pho­nic. Sie ist bereits die drit­te Voka­lis­tin in der fast schon ein Vier­tel­jahr­hun­dert wäh­ren­den Band­ge­schich­te. Der deut­lich älte­re Mas­ter­mind des Tri­os, der Pro­du­zent und Kom­po­nist Alex Cal­li­er, ist erklär­ter Euro­vi­si­ons­fan und schrieb an Sen­neks ‘A Mat­ter of Time’ mit. Am bel­gi­schen Bei­trag für Rot­ter­dam arbei­tet er gera­de, ein Ver­öf­fent­li­chungs­da­tum steht noch nicht fest. Ledig­lich, dass er – wie alle bis­he­ri­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen der Band – auf Eng­lisch gesun­gen wird, wis­sen wir. Der Sen­der jeden­falls freut sich wie Bol­le, einen solch dicken Fisch an Land gezo­gen zu haben: “Wir träu­men seit Jah­ren davon, dass Hoo­ver­pho­nic die bel­gi­schen Far­ben ver­tei­di­gen. Toll, dass es jetzt geklappt hat! Für Één ist es eine unbe­schreib­li­che Ehre, die Bes­ten der Bes­ten zum Euro­vi­si­on Song Con­test schi­cken zu kön­nen,” zitiert Wiwi­bloggs den Pres­se­spre­cher. Gro­ße Wor­te – jetzt fehlt nur noch ein gro­ßer Song!

Mein per­sön­li­ches Lieb­lings­stück der Bel­gi­er: das abso­lut bril­lan­te ‘Some­ti­mes’ aus dem Album ‘Hoo­ver­pho­nic pres­ents Jackie Cane’ von 2002 (Reper­toire­bei­spiel), da noch mit ande­rer Front­frau. Wenn ihr ESC-Bei­trag auch nur halb so gut aus­fällt, kön­nen wir uns auf Rot­ter­dam freu­en.

ESC-Sai­son­start 2020: It’s Rot­ter­dam (not any­whe­re)

Die euro­vi­sio­nä­re Som­mer­pau­se hat ein Ende: pünkt­lich zum Geburts­tag des Blog­be­trei­bers gab das nie­der­län­di­sche Fern­se­hen NPO (Neder­land­se Publie­ke Omro­ep, das hol­län­di­sche Äqui­va­lent zur ARD) heu­te Mit­tag bekannt, dass der nächs­te Euro­vi­si­on Song Con­test am 12., 14. und 16. Mai 2020 in Rot­ter­dam statt­fin­det. Die mul­ti­kul­tu­rel­le Hafen­stadt setz­te sich damit erwar­tungs­ge­mäß im Ren­nen gegen den ein­zi­gen noch ver­blie­be­nen Kon­kur­ren­ten Maas­tricht durch, ver­mut­lich auch auf­grund der bes­se­ren Hal­len­si­tua­ti­on: als Aus­tra­gungs­ort dient der Ver­an­stal­tungs­kom­plex Ahoy, der neben der bis zu 16.000 Zuschauer*innen umfas­sen­den Ahoy Are­na noch fünf wei­te­re Hal­len umfasst, die Platz bei­spiels­wei­se für das Pres­se­zen­trum bie­ten. Mit der am direkt anschlie­ßen­den Ein­kaufs­zen­trum Hart van Zuid lie­gen­den Metro­sta­ti­on Zuid­plan ist das Ahoy sehr ein­fach erreich­bar. Von dort aus ist es nur eine Hal­te­stel­le (Maas­ha­ven) bis zum Euro­club, für den die Par­ty­lo­ca­ti­on Maas­Si­lo gebucht wur­de. In dem dürf­te die Musik­rich­tung, wel­che Rot­ter­dam in den Neun­zi­gern pop­kul­tu­rell welt­weit bekannt mach­te, wohl nicht lau­fen: die fröh­lich-mini­ma­lis­ti­sche Tech­no-Spiel­art Gab­ber fand merk­wür­di­ger­wei­se nie­mals Ein­zug in den Musik­kos­mos des Euro­vi­si­on Song Con­test.

Eine nicht all zu schmei­chel­haf­te Reve­renz erwies die bri­ti­sche Band The Beau­ti­ful South 1996 der nie­der­län­di­schen Groß­stadt.

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Shut up: der schö­ne Chin­giz kommt nach Han­no­ver

Der unbe­streit­bar schöns­te Teil­neh­mer (nicht nur) des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­on Song Con­tests in Tel Aviv schmückt in knapp zwei Wochen bei der Unescon, der ESC-Con­ven­ti­on in Deutsch­lands heim­li­cher Grand-Prix-Haupt­stadt Han­no­ver, mit sei­ner Prä­senz die Büh­ne. Mit die­ser bei dem ein oder ande­ren Fan jeg­li­chen Geschlechts sicher­lich für hor­mo­nel­le Auf­wal­lung sor­gen­den Ankün­di­gung kom­plet­tier­te der Unescon-Aus­rich­ter Irving Wol­ther heu­te das Line-up des Live-Kon­zer­tes am Sams­tag, dem 29. Juni 2019, bei dem als beson­de­rer Clou ein bun­ter Strauß ehe­ma­li­ger und aktu­el­ler ESC-Stars zur musi­ka­li­schen Beglei­tung durch ein ech­tes Orches­ter (!) auf­tritt. Hut ab: um den moder­nen und in Tel Aviv acht­plat­zier­ten Pop-Song ‘Truth’ ohne Robo­t­er­be­glei­tung und Halb­play­back zu sin­gen und sich auf hand­ge­spiel­te Instru­men­te ein­zu­las­sen, gehö­ren Cojo­nes. Und Chin­giz hat sie! Kar­ten für das Event im Kul­tur­zen­trum Pavil­li­on unweit des Han­no­ve­ra­ner Haupt­bahn­hofs sind ab 65 € plus VVK erhält­lich. Wer dem schö­nen Aser­bai­dscha­ner noch etwas näher kom­men möch­te, für den sei das (etwas teu­re­re) VIP-Paket mit Meet & Greet emp­foh­len. Aber viel­leicht sehen wir Chin­giz ja auch noch mal bei der anschlie­ßen­den ESC-Dis­co mit DJ Ohr­meis­ter, eben­falls im Pavil­li­on, bei der auch die fabel­haf­te Kaia Tamm vom est­ni­schen Vor­scheid (‘Wo sind die Kat­zen’) einen Gast­gig hat. Wei­te­re Infos zum Line-up und dem umfang­rei­chen Rah­men­pro­gramm gibt es hier. Und nach die­ser Mel­dung gibt es nur noch eins: Mädels, rafft die Röcke!

Schafft es der Ase­ri auch ohne Halb­play­back? Chin­giz kann!

Das quee­re Anti-PED-Paket: Bil­al Hassa­ni und Hata­ri legen nach

Obschon sich ange­sichts der Bericht­erstat­tung um das weiß­rus­si­sche Jury-Gate und die Unfä­hig­keit der EBU, ein­fachs­te Kon­troll­me­cha­nis­men gegen die mensch­li­che Feh­ler­an­fäl­lig­keit in ihren Punk­teer­mitt­lungs­pro­zess ein­zu­bau­en, bis­lang noch gar kei­ne rich­ti­ge Post Euro­vi­si­on Depres­si­on ein­stel­len woll­te, ver­öf­fent­lich­ten ges­tern gleich zwei der in Tel Aviv teil­neh­men­den dies­jäh­ri­gen Acts neue Songs, wohl auch um musi­ka­lisch erst gar kei­ne Ent­zugs­er­schei­nun­gen auf­tre­ten zu las­sen. Inter­es­san­ter­wei­se ver­bin­det bei­de Lie­der eine Art wohl­tu­en­der trot­zi­ger quee­rer Stolz. Der offen schwu­le fran­zö­si­sche Ver­tre­ter Bil­al Hassa­ni zeigt in ‘Jaloux’ (‘Eifer­süch­tig’) sei­nen Hatern den meta­pho­ri­schen Mit­tel­fin­ger: er zitiert in den Stro­phen aus den zahl­rei­chen hass­erfüll­ten Kom­men­ta­ren, die sei­ne bis­he­ri­ge Kar­rie­re inklu­si­ve der Grand-Prix-Teil­nah­me beglei­te­ten und in denen ihm unter ande­rem der Tod gewünscht wird, und setzt ihnen im Refrain ent­ge­gen, dass ihre auf purem Neid hin­sicht­lich sei­nes Erfolgs basie­ren­den, ver­let­zen­den Wor­te ihm nichts anha­ben kön­nen. “Ich wer­de mei­nen Kopf nie­mals beu­gen,” singt der jun­ge, para­dies­vo­gel­haf­te You­tube-Star. Das ist genau die rich­ti­ge Ein­stel­lung! Und es kann nie­mals zu vie­le sol­cher Ermu­ti­gungs­lie­der geben.

Die Leu­te mögen dich nicht, weil du gut bist, son­dern weil du eine Perü­cke trägst und schwul bist”. Dass alle drei Adjek­ti­ve auf Bil­al zutref­fen, stell­te er in Tel Aviv unter Beweis.

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Das Bela­rus-Gate: zu dumm zum Mani­pu­lie­ren

Pein­lich: der EBU unter­lief beim Zusam­men­rech­nen der Jury-Ergeb­nis­se im Fina­le des dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­on Song Con­test ein der­ar­tig frap­pie­ren­der Feh­ler, dass die Wer­tung heu­te kor­ri­giert wer­den muss­te. In einem State­ment bestä­tig­te die EBU, was ein nerdi­ger Grand-Prix-Fan bereits am Sonn­tag ent­deckt hat­te: bei der Ermitt­lung des “aggre­gier­ten” weiß­rus­si­schen Jury-Ersatz­er­geb­nis­ses erhiel­ten ver­se­hent­lich nicht die bes­ten Zehn Punk­te, son­dern die Schlech­tes­ten. Dies ändert zwar nichts am Gesamt­sieg des nied­li­chen Nie­der­län­ders Dun­can Lau­rence, bedeu­tet aber unter ande­rem, dass nicht, wie in der Live-Show ver­kün­det, der schnuck­li­ge Schwe­de John Lundvik Jury­sie­ger wur­de, son­dern die taf­fe Tama­ra Todevs­ka aus Nord­ma­ze­do­ni­en mit ihrer fan­tas­ti­schen Fema­le-Empower­ment-Hym­ne ‘Proud’. Die drö­gen deut­schen Sis­ters hin­ge­gen, denen die ihnen fälsch­li­cher­wei­se zuge­schanz­ten acht bela­rus­si­schen Jury­punk­te ver­lo­ren gehen, rut­schen im Gesamt­ergeb­nis vom dritt- auf den vor­letz­ten Platz. Als noch unan­ge­neh­mer erweist sich die Kor­rek­tur für das Gast­ge­ber­land Isra­el, das im Jury­vo­ting statt mit Dou­ze Points nun mit völ­lig lee­ren Hän­den dasteht.

Kann stolz sein: die maze­do­ni­sche Frau­en­recht­le­rin Tama­ra ist die Jury­sie­ge­rin beim ESC 2019.

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Das Semi-Split­vo­ting 2019: die Dop­pel­null im Sah­ne­man­tel

Ein wei­te­rer Euro­vi­si­ons­jahr­gang liegt hin­ter uns. Einer, bei dem, so der klu­ge Kom­men­tar der ORF-Beob­ach­ter Sophia Fel­ber­mair und Chris­ti­an Kör­ber, die “nach­denk­li­chen Män­ner, die doch Gefüh­le zei­gen” die Medail­len­plät­ze beleg­ten und so den gesell­schaft­li­chen Gegen­ent­wurf bil­de­ten zum Modell der toxi­schen Männ­lich­keit, wie es sich der­zeit lei­der vor allem in der Poli­tik mani­fes­tiert. Zeit, die Gescheh­nis­se abzu­schlie­ßen mit der tra­di­tio­nel­len Betrach­tung des Split-Voting-Ergeb­nis­ses in den bei­den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den. Und die führt uns zunächst ein­mal zurück nach Wien anno 2015, fand doch heu­er eine unfrei­wil­li­ge Neu­auf­la­ge der deutsch-öster­rei­chi­schen Dop­pel­null im Jah­re 1 n.C. (nach Con­chi­ta) statt. Denn nicht nur die ger­ma­ni­schen Cas­ting-Sis­ters kas­sier­ten im Publi­kums­vo­ting die gefürch­te­ten (und ange­sichts der gebo­te­nen drei Minu­ten töd­li­cher Lan­ge­wei­le völ­lig berech­tig­ten) Nul Points, son­dern auch der lila Pæn­da-Bär aus der Stei­er­mark im zwei­ten Semi­fi­na­le. “Der Mut, mit einer völ­lig unkom­pa­ti­blen Num­mer nach Tel Aviv zu fah­ren, wur­de nicht belohnt. ‘Limits’ erwies sich als zu sper­ri­ger Song, der erst nach mehr­ma­li­gen Hören sei­ne Wir­kung ent­fal­ten kann. So viel Zeit hat man beim Song Con­test nicht,” schluss­fol­ger­ten die bei­den Mit­ar­bei­ter des Wie­ner Sen­ders.

Gib mir noch Zeit / ein klei­nes biss­chen nur / etwas mehr Zeit”: die Zuschauer/innen woll­ten Blüm­chens Rat nicht fol­gen.

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Fina­le 2019: ESC is a losing Game

Da hat­te die EBU in die­sem Jahr eigens erneut das Aus­zäh­lungs­ver­fah­ren geän­dert, um die Sache span­nen­der zu gestal­ten. Und doch trat die lang­wei­ligs­te aller mög­li­cher Optio­nen ein: wie bereits seit Mona­ten von allen Wett­bü­ros eisern vor­her­ge­sagt, gewann heu­te Nacht der Nie­der­län­der Dun­can Lau­rence den Euro­vi­si­on Song Con­test 2019. Der 24jährige Musi­ker ver­ein­te die in die­sem Jahr augen­schein­lich wich­tigs­ten Eigen­schaf­ten für eine erfolg­rei­che Grand-Prix-Teil­nah­me: er ist männ­lich, voll­bär­tig, gut­aus­se­hend und er jaul­te wei­te Tei­le sei­ner gefühl­vol­len Kla­vier­bal­la­de ‘Arca­de’ in Fal­sett­stim­me. Sein Lied han­delt dem rei­nen Text nach von einer unglück­li­chen Bezie­hung, die der Prot­ago­nist nicht been­den kann, weil er süch­tig nach ihr ist; nach der Aus­sa­ge des Inter­pre­ten jedoch betraue­re er den Ver­lust einer gelieb­ten Per­son. Eben­so zwie­späl­tig wie die Lyrics gestal­te­te sich auch Dun­cans Sieg, der mich genau­so rat­los und unbe­frie­digt zurück­lässt wie zuletzt der von Ell & Nik­ki in Düs­sel­dorf und der streng­ge­nom­men auch gar kei­ner war: sowohl beim Publi­kum als auch bei den Jurys lag in der Abstim­mung jeweils ein ande­rer Act vor­ne, der apar­te Hol­län­der gewann ein­zig auf­grund der mas­si­ven Unei­nig­keit der “pro­fes­sio­nel­len” Voter mit den Zuschauer/innen und konn­te sich als jeweils Dritt- bzw. Zweit­plat­zier­ter kumu­liert einen aus­ge­spro­chen schä­bi­gen Gesamt­sieg erschlei­chen.

Dun­can bei der Sie­ger­re­pri­se, die gleich viel bes­ser wirk­te als sei­ne Wett­be­werbsper­for­mance, wo er ver­krampft wie ein ver­bo­ge­ner Klei­der­ha­ken hin­ter dem Pia­no saß.

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