Style over Substance: 2. Proben BY, PT, UA, BG

Ich bin ja normalerweise kein Freund der von Bloggern in der Halle mitgedrehten Probenvideos, alleine schon aufgrund der Qualität. Die offiziellen Mitschnitte der letzten vier heutigen Starter waren aber im youtube-Kanal von eurovision.tv zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Meldung aus technischen Gründen nicht verfügbar (ein weiterer Hackerangriff?). Und manchmal haben die statischen Fan-Aufnahmen auch ihr Gutes. Gerade bei stark durchchoreografierten Darbietungen wie der von Gaytana für die Ukraine. Im Fernsehen werden wir von den (nur noch) vier Tänzern und ihrem faszinierenden Spiel mit ihren LED-Doubles nämlich wieder die zentralen Elemente verpassen, der blöden, schnittgeilen Kameraregie wegen. Also, schaut und genießt das Spektakel einmal genau so, wie es gedacht war.


Und sogar ein Flashmob! (UA)

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Was Holland nicht lernt, lernt Malta nimmermehr: 2. Proben RS, MK, NL, MT

Es kann sich schmerzlich anfühlen, Sänger, für die man Sympathien hegt, auf dem langen Weg zu ihrer selbstverschuldeten Bruchlandung begleiten zu müssen. Damit spreche ich natürlich nicht von den beiden ersten Startern des zweiten Semis, die heute ebenfalls ihre zweite Probe absolvierten. Serben-Siegel Željko Joksimović ist mit seinem perfekt inszenierten Balkandrama ‘Nije Ljubav Stvar’ ohnehin sicher im Finale. Und Kaliopi Bukle, die sensationelle 45jährige mazedonische Rockerbraut, die ich jedesmal, wenn ich sie sehe, noch ein Stückchen fabelhafter finde und deren Song ‘Crno i belo’ jedesmal noch geiler, hoffentlich auch. Ich weiß: bislang lautete meine Vorhersage anders, aber soeben habe ich mich umentschieden. Kaliopi ist offiziell toll und muss ins Finale und Ihr seid hiermit alle aufgefordert, für sie anzurufen. Verstanden? Gut.


Oh Gott, wenn die Griechen das mit dem fehlenden FYRO auf der Garderobentür sehen, dann gehen die nächsten Eurovisionsseiten vom Netz… (MK)

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Lass uns Katzen ersäufen im Brunnen: 2. Probe RU, HU, AT, MD, IE

Der heutige Morgen begann mit den zweiten Probendurchläufen der letzten Fünf aus dem ersten Semi. Einen herzerwärmenden Start legten die udmurtischen Großmütterchen hin, die trotz – für den typischen Eurovisionsschwurnalisten viel zu – früher Stunde glänzend aufgelegt schienen: vermutlich haben sie um diese Zeit zuhause schon 20 Ziegen gemolken. Compact Disco aus Ungarn teilen sich wohl den Kostümschneider mit Michalis Rakintzis: die reptilienartige Verkleidung des Leadsängers Csaba Walkó erinnerte jedenfalls in fataler Weise an die Echsenkostüme der Griechen von 2002. Keine gute Idee! Die Trackshittaz präsentierten heuer, wie schon vermutet, anstelle des Schwarzlichteffektes aus der Vorentscheidung bunt flackernde LED-Aufnäher auf ihren Klamotten. Was in einer komplett nachtschwarzen Umgebung auch wahnsinnig originell aussähe, auf der mit gigantischen LED-Leinwänden ausgestatteten Bühne aber ziemlich kläglich untergeht. Leider. Denn damit ist das Schicksal der sympathischen Bauernburschen besiegelt.


Eldrine meets Kati Wolf: die ‘Shittaz (AT)

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Sinclar gets to Eurovision

Kleines Quiz für Fachkundige zwischendurch: bei welchem Grand-Prix-Beitrag (oder, genauer gesagt: bei welchen zwei Grand-Prix-Beiträgen) bedient sich Fließbandhouseproduzent Bob Sinclar auf seiner neuesten Single? Antworten bitte in die Kommentare, zu gewinnen gibt es – nichts! :-)

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He wants you as a new Recruit: 2. Proben IL, SM, CY, DK

Und mit einer kleinen Horrorschau endet der nachmittägliche Überblick über den heutigen Probentag. Das bezieht sich im Falle Israels weniger auf den Song oder die Performance von ‘Time’, sondern auf deren Leadsänger Ran Shem-Tov. Für sein Äußeres kann der Mann ja nix, aber für seine sich im Interview mit dem eurovision.tv-Team zeigende Arroganz gegenüber den restlichen Festivalteilnehmern schon. Jesus, ist der Mann unsympathisch! Fast schon wieder lustig hingegen der zu Tode gelangweilte Gesichtsausdruck der Keyboarderin von Izabo, Shiri Hadar, bei der zweiten Kameraprobe. Dennoch ist die Nummer gut und gehört ins Finale.


Hat seine Hausaufgaben nicht gemacht: Ran (IL)

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Déjà vu: 2. Proben AL, RO, CH, BE, FI

Wenig Neues erbrachten die zweiten Probendurchläufe für die nächsten fünf Starter. Rona Nishliu hängt sich nach wie vor stimmlich bei ‘Suus’ mit voller Hingabe rein – ich hoffe und bete, dass sie am Dienstagabend noch bei Stimme ist, so wie sie sich verausgabt! Dankenswerterweise legte sie das Haarnetz mit den bunten Billardkugeln heute nicht mehr an, und auch ihr aus Rastalocken geflochtener Dutt sah nicht mehr so aus, als wohnten Tiere in ihm. Selbst ihr heutiges Kleidchen stand ihr viel besser. Im Semi, das sagte sie bereits, wird sie aber etwas anderes tragen. Augenscheinlich suchte sie vor der heutigen Probe einen Stukkateur auf: von ihren Hautkratern war nichts mehr zu sein. Ihre sperrige Ballade teilt die Zuhörerschaft weiterhin strikt in ihr zu Füßen liegende Fans (wie mich) und Hasser, die vermutlich fassungslos reagieren werden, wenn sie es, wie ich fest glaube, verdientermaßen ins Finale schafft.


Großartiger Ohrring, Rona! (AL)

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Heilung durch Handauflegen? Zweite Proben ME, IS, GR, LV

Überschattet von den schwulenfeindlichen Angriffen auf Eurovisionsseiten starteten heute Morgen in Baku die zweiten Kameraproben für die Semis. Einige Kostüme gab es zu sehen, unsittliche neue Chorografiedetails, verbesserte Hintergrundbilder und gelegentlich markerschütternde stimmliche Leistungen. Im Wesentlichen verfestigten sich aber die Einschätzungen aus den ersten Proben vom Sonntag. Hier die Zusammenfassung der ersten vier Starter.


Eine Demonstration weiblicher Selbstheilungssolidarität bei 2:24 Min. (GR)

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Homophobe Webattacke: esctoday.com ist vom Netz

Ausgerechnet am heutigen Internationalen Tag gegen Homophobie kaperten unbekannte Hacker die in den Niederlanden beheimatete, führende englischsprachige Eurovisionsnachrichtenseite esctoday.com und stellten dort einen schwulenfeindlichen Text ein: “Es gibt keinen Platz für unmoralische Schwule in Aserbaidschan. Verlasst unser Land.” Die vom derzeitigen Eurovisionskoordinator der EBU, Sietse Bakker, gegründete und von Eurovisionsfans aus aller Welt ehrenamtlich betriebene Website, für die auch ich früher mal Beiträge geschrieben habe, ist derzeit komplett vom Netz. Wie der Prinz-ESC-Blog unter Bezugnahme auf die Facebookseite von esctoday.com berichtet, seien sämtliche Inhalte aus 12 Jahren Arbeit zerstört. Auch die aserbaidschanische Seite eurovision.az ist derzeit nicht zu erreichen, andere bekannte Eurovisionsseiten wie ESCkaz und eurovision.tv waren in der Vergangenheit bereits Ziele von DDoS-Attacken.

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Ein blinder Esel findet auch einen Korn: 1. Probe Bosnien, Litauen

Knapp vor Mitternacht nun das letzte Doppelpack des heutigen Probentages. Maya Sar leidet unter dem selben Handicap wie ihr Balkankollege Rambo Amadeus: sie darf den niedlichen Esel aus ihrem Vorschauvideo nicht mit auf die Bühne bringen. Ohne das herzerwärmend niedliche Tierchen aber ist ihre sterbenslangweilige Schnarchballade hoffnungslos verloren. Zumal auch Mayas Bühnenshow (sie alleine am Klavier, später aufstehend und zur Bühnenmitte wandernd sich das Herz aus dem Leib singend) vor depressionsfördernd düsterem Bühnenhintergrund nicht gerade Abwechslung oder gar Frohsinn in die Angelegenheit bringt. Zwar gehe ich davon aus, dass sie beim Semi wenigstens in etwas Festlicheres schlüpft als in die heutigen Klamotten vom Sekretärinnenflohmarkt. Und eventuell auch mal die Haare wäscht. Aber eigentlich ist es egal: den Freitagsflug nach Sarajewo kann sie fest buchen.


Iih-iih-aah, so schreit der Muli (sorry, falscher Song) (BA)

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You can call me Manboy: 1. Probe Slowakei, Norwegen

Sind wir froh, dass der Eurovision Song Contest im autokratisch regierten Baku stattfindet und nicht im demokratischen Frankfurt am Main: dort wäre Max Jason Mais Begleitband angesichts ihrer Schwarzer-Block-artigen Outfits mit schwarzen Hoodies und tief ins Gesicht gezogenen Mützen angesichts der aktuellen Occupy-Demo-Hysterie erst gar nicht durch die Polizeikontrollen gekommen. Max Jason, der seine Farrah-Fawcett-Frisur ebenfalls unter einer Mütze versteckte, schonte bei der Probe seine Stimme für den echten Auftritt. Jedenfalls hoffe ich das! Wobei: eigentlich auch wieder nicht, denn sollte er auch vor laufenden Kameras so falsch singen und krächzen wie heute, flöge er wenigstens raus, was mir ja nur recht wäre. Zu seiner Show gibt’s nicht viel zu sagen: authentischer Poserrock. Bleurgh.


Im Semi dann bitte wieder ohne T-Shirt, Max! (SK)

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