Johnny Logan: keine Eurovision mehr

Ein schöneres Weihnachtsgeschenk hätte er uns gar nicht machen können: wie die irische Zeitung Herald heute den zweimaligen Eurovisionssieger Johnny Logan (IE 1980, 1987) zitiert, schließe der Sänger und Komponist eine weitere Grand-Prix-Teilnahme kategorisch aus. Zwar habe ihm der Gastauftritt im Rahmenprogramm des Kopenhagener Contests “viel Spaß” gemacht, dies sei aber ein “bezahlter Job” gewesen. Bereits 2009 sei er nach eigener Aussage vom irischen Sender RTÉ angefragt worden, doch “die konnten mich leider nicht bezahlen,” so Logan gegenüber der Zeitung. Sind wir also künftig sicher vor dem Iren? Schließlich gab es ähnliche Versprechungen auch schon aus dem Munde von Ralph Siegel, und wir wissen mittlerweile alle, was die wert waren… Johnny, der 2014 sein sechzigstes Lebensjahr vollendete, verriet dem Blatt abschließend noch seinen Neujahrsvorsatz: “Ich habe beschlossen, nicht mehr älter zu werden. Ab Januar werde ich meine Geburtstage nicht mehr zählen”.


Eines Tages wirst Du merken, dass dieser Abschied nur ein Irrtum war, Johnny

Niederlande 2015: Ei ei ei Verpoorten

Die Niederlande bleiben den gefiederten Freunden treu: von der fabelhaften Joan Franka (NL 2012) zunächst nur in Form des Federkopfschmucks subtil eingeführt, von Anouk Teuuwe (NL 2013) im Folgejahr in ihrer düsteren Ode an die vom Himmel fallenden ‘Birds’ besungen und von den Common Linnets (NL 2014) gar im Gruppennamen aufgegriffen, legt die aktuelle Vertreterin des Landes, Trijntje Oosterhuis, nun im Refrain ihres in dieser Woche veröffentlichten Wettbewerbsbeitrags für Wien nach. Der heißt ‘Walk along’, treffender wäre aber die Bezeichnung Legehennen-Lied, besteht sein Refrain doch fast ausschließlich aus dem Wort “Why – ei – ei – ei – ei, ei – ei – ei – ei”. Dank ihres leichten Silberblicks – augenscheinlich eine holländische Eigenart, denn auch Indiana Joan schielte ähnlich possierlich in die Kamera – und ihrer vornübergebeugten Haltung wirkt Trijntje zudem, als wollte sie jeden Augenblick ein Ei legen. Doch stumpf ist bekanntlich Trumpf: auch wenn sich die von Anouk mitkomponierte, midtemporäre Nummer etwas zieht und gerne eine Minute kürzer ausfallen dürfte, so singt man spätestens beim zweiten Refrain unwillkürlich mit. Die nach Wien anreisenden Schwurnalisten, die auch die Proben mitverfolgen, dürfen sich jetzt bereits auf einen irreparablen Ohrwurm einstellen. Mit der Bühnenpräsentation soll übrigens derselbe Choreograf beauftragt werden, der auch schon aus dem ruhigen ‘Calm after the Storm’ eine in ihrer Intimität visuell äußerst einprägsame Darbietung machte. Und damit dürfte höchstens noch der spontane Ausbruch der Vogelgrippe dem Finaleinzug der Gefiederlande einen Strich durch die Rechnung machen.


Nein, Ilse de Lange singt nicht in Zügleins Chor. Sie ist Jurorin bei The Voice, wo Trijnte den Präsentationsauftritt hatte

Deine Einschätzung: kommt der Legehennen-Song ins Finale?

View Results

Loading ... Loading ...

USFÖ-Perlen: Von Sex und Gewalt

Sträflich vernachlässigt habe ich es in letzter Zeit, das Videoportal von Unser Song für Österreich, dem Nachwuchsförderungsformat des NDR für die Wildcard zum deutschen Vorentscheid 2015. Und tatsächlich versammelten sich in den letzten vier Wochen dort einige verstörende Songschätze, die es zu heben gilt. An vorderster Front steht hierbei kein Geringerer als unser altbekannter Grand-Prix-Kumpane und Technoflummimeister Mave O’Rick, der uns in ‘Durch die Wand’ tiefe Einblicke in seine Vorlieben gewährt. Und augenscheinlich mag er es schmutzig, hart und obsessiv – also genau so, wie guter Sex nun einmal sein sollte. Auch musikalisch vermag die Harthousehymne zu überzeugen. Nur schade, dass man jetzt schon absehen kann, dass sie sicher nicht die ARD-Zensur passiert. Deutlich heiterer, harmloser und gefälliger kommt die Kirmestechnonummer ‘Dancing Shoulders’ von Cärolein daher, die immerhin das Zeug hat, einen neuen Modetanztrend zu kreieren.

Durch diese Wand will er Dich ficken: der Mave

Weiterlesen

Perlen der Vorentscheidungen: Wild Whiterussian Dances

Und ein weiteres Mal fällt unser Blick auf Weißrussland: dort sang am gestrigen Freitag die zweite Hälfte der insgesamt 91 Bewerber/innen um einen den 15 Plätze im Finale des Eurofest vor. Zwischenzeitlich steht denn auch fest, wer am zweiten Weihnachtsfeiertag in Minsk dabei ist, wenn es um das (in Europas lustigster Diktatur stets nur vorläufige) Ticket nach Wien geht. Nicht geschafft haben es zu meinem großen Bedauern die singenden Zombies von Sweet Brains – wie ich finde, ein großer Fehler, da wurde ein potentieller Kult-Beitrag verschenkt! Weiter ist hingegen die von Alexander Rybak (NO 2009) gecastete und mit einem Song versorgte Girlgroup Milki sowie die ukrainische Türkvizyons-Repräsentantin von 2013, Günesh Abasova, mit einer sterbenslangweiligen Ballade. Als einziger wirklich interessanter Titel im Feld der Finalisten ist die Disco-Swing-Nummer ‘Just dance (tolko tantsuy)’ von Jana Butzkewitsch & Muzzart zu nennen, der uptemporäre musikalische Unterhaltung mit einer hübschen, unangestrengten Minimalchoreographie verbindet. Hoffen wir mal, dass die Kapelle am 26. Dezember nicht wieder, wie beim Vorsingen am Freitag, mit den Tücken der Technik zu kämpfen hat und drei Minuten auf den Einsatz ihres Backing Tracks warten muss.


They no speak Americano: Muzzart

Weiterlesen

Perlen der Vorentscheidungen: Unrätsel mich, Estland!

Ob Alexander Rybak (NO 2009) damit die Eurovisionsrückkehr schafft? Heute ging in Minsk die erste Hälfte des öffentlichen Vorsingens für die weißrussische Vorentscheidung über die Bühne. Dabei auch die vom norwegischen Grand-Prix-Sieger mit belarussischen Wurzeln gecastete Girlgroup Milki (das Way musste wohl aus Gründen des Markenschutzrechts entfallen) mit dem von unserem in Malta bereits ausgeschiedenen Geigentroll geschriebenen Titel ‘Accent’, einer etwas notdürftig zusammengezimmert klingenden, zweisprachigen Turbofolknummer, von fünf leicht überfordert wirkenden Mädels in farblosen Trachten tapsig vorgetanzt. Ein bisschen so eine Kreuzung aus Neiokõsõ (EE 2004) und den Buranovskiye Babushki (RU 2012): da braucht es noch hartes Feilen an Song und Act, um das eurovisionstauglich zu machen, Alex!


Milki: gut, es war noch früh am Morgen, aber ein bisschen mehr Pep braucht das schon!

Weiterlesen

Belarus 2015: Weiß, weiß, Baby

Ich weiß, es ist politisch unkorrekt, aber: was täten wir beim Song Contest nur ohne Weißrussland? Die unterhaltsamste Diktatur Europas verspricht auch dieses Jahr wieder Trash bis zum Abwinken: am Donnerstag und Freitag geht jeweils ab 10 Uhr das Vorsingen für das im Sinne der Bekämpfung der Festtagsobstipation freundlicherweise auf den zweiten Weihnachtsfeiertag terminierte Eurofest über die Bühne. 100 Aspiranten haben sich angekündigt, darunter die von Alexander Rybak (NO 2009) gecastete Mädchenfolkband Milki und die Türkvizyon-2013-Teilnehmerin Gunesh. Nur 15 von ihnen überleben das Hauen und Stechen. Andy von esckaz stellt in einer Youtube-Playlist freundlicherweise die bereits bekannten Titel vor, und vier davon sind so trashtastique, dass sie unbedingt ins Finale gehören: nämlich die eher zentralasiatisch angehauchten Songs ‘Everest’ von Joanna und Andrej Karnenko sowie ‘Zakakhanaja’ von Aura sowie der geistesgestörte Dance-Kracher ‘Run away’ der Sweet Brains – genau so muss es sich anfühlen, wenn man auf LSD im SEGA-Land in Gefangenschaft gerät. Den Vogel schießen jedoch die bereits beim letzten Mal angetretenen Switter Boys mit ihrem Discostampfer ‘Nice Ice’ ab, für den mir echt die Worte fehlen. Das will ich in Wien hören und sehen! Wer nicht arbeiten muss und über genügend Leidensbereitschaft verfügt: das weißrussische Fernsehen streamt die Auditions live.


Drogenverherrlichung oder Skifahrlied? Die Switter Boys

Österreich: der Schweiß tropft bis zur Lippe

Heute früh stellte der ORF die 16 Kandidat/innen um die Nachfolge Conchita Wursts (AT 2014) vor. Außer den Makemakes, die mit dem rundweg furchtbaren ‘Million Euro Smile’ einen unverdienten Nummer-Zwei-Hit landen konnten, handelt es sich dabei ausschließlich um junge Bands und Solokünstler/innen, deren richtiger kommerzieller Durchbruch noch bevorsteht. Was Sinn macht, soll das Format Wer singt für Österreich? doch der Nachwuchsförderung dienen. Und im Gegensatz zum NDR, der beim deutschen Vor-Vorentscheid 2014 zehn Schattierungen desselben Beige aussuchte, beeindruckt die enorme musikalische Bandbreite der Austria-Acts, die sich nun am 20. Februar einer Jury stellen müssen. Sechs von ihnen kommen dann in die nächste Runde am 27. Februar, wo sich die “Coaches” Anna F., Nazar und die bereits in der deutschen Castingshow The Voice in ähnlichem Auftrag tätigen BossHoss ihrer annehmen und sie vor “verschiedene Challenges” stellen. Am darauffolgenden Freitag bekommen sie die Möglichkeit, jeweils zwei Songs vorzustellen, und am 13. März 2015 entscheidet das Publikum und eine Jury schließlich, wer von ihnen im Mai das Austragungsland vertritt.

Fit für den Contest: die Mizgebonez

Weiterlesen

Schweizer Käse: Hol’s der Teufel

Am Dienstag gab das Schweizer Fernsehen den ersten Zwischenstand seiner Songsuche für Wien bekannt. Wie es sich für die sprachlich und kulturell dreigeteilte Eidgenossenschaft gehört, verfügt das Land über das komplizierteste Vorauswahlverfahren Europas. Derzeit stehen 18 Lieder (9 aus der deutschsprachigen Schweiz, 6 aus dem frankophonen Teil und 3 aus dem italienischen Terrain) auf der Warteliste für den am 7. Dezember terminierten “Expertencheck”, bei denen sich die dazugehörigen Interpreten live vor einer Jury präsentieren müssen. Nur jeder dritte dieser Beiträge wird dann in die öffentliche Entscheidungsshow am 31. Januar 2015 durchgelassen. Während die Romandie und das Tessin intern vorbestimmten, qualifizierten sich die deutschschweizerischen Kandidat/innen im berüchtigten Internet-Vor-Vorentscheid, der uns Jahr für Jahr die schönsten und schrägsten Perlen aus ganz Europa beschert, die dann – im 50/50-Verfahren durch Voting und Senderjury – allesamt ausgesiebt werden.

Ein Cocktail der Fantasie: The Vad Vuv

Weiterlesen

San Marino 2015: Hör den Kindern einfach zu

Nun landet die televisionäre Pest des Kinder-Grand-Prixs doch noch beim richtigen Song Contest – und das mit einem doppelten Paukenschlag: wie das sanmarinesische Fernsehen heute bekannt gab, vertreten Anita Simoncini und Michele Perniola, die Repräsentanten San Marinos beim Junior-ESC 2013 und 2014, gemeinsam den Zwergstaat in Wien. Michele, der für die wohl schwulste Miniplayback-Nachahmung seines Vorbilds Michael Jackson in unguter Erinnerung bleibt, wird beim Auftritt in Wien noch 16 Jahre alt sein; Anita, die erst vor wenigen Tagen in Malta als Teil der Mädchenband The Peppermints auf der Kinderbühne stand, begeht nur wenige Tage vor dem ESC-Semifinale ihren Sechzehnten und überspringt damit gerade so eben die 1990 eingeführte Altersgrenze. Sie sind somit das jüngste Eurovisionsduo in der Geschichte. Wie der Prinz-Blog weiß, ist Michele, der in Kopenhagen die Punkte San Marinos verlas, gebürtiger Italiener, Anita hingegen echte San-Marinesin. Über ihren Titel (und ob Onkel Siegel wieder seine Finger darin hat) ist noch nichts bekannt.


Eine 9 auf der Haldor-Lægreid-Skala: Michele “Jackson” Perniola

Malta 2015: Krieg liegt in der Luft

Mit übereinstimmenden Höchstwertungen aus dem Televoting (das absurderweise mal wieder nur zu einem Sechstel zählte) und aller fünf Juroren gewann gestern Abend die Sängerin Amber Bondin, 2012 noch als Chorsängerin für Kurt Calleja (‘This is the Night’) im Eurovisionseinsatz, die maltesische Vorentscheidung. Und die erklärt uns den Krieg: “ich bin eine Kriegerin, ich muss erobern,” teilt sie uns in ihrem Beitrag ‘Warriors’ mit, der auch musikalisch als Angriff auf die Geschmacksnerven gelten muss: sie schreit mit schmerzhaft disharmonischer, metallener Stimme falsch zu einem Stakkato aus Tönen, aus dem es mir jedenfalls nicht gelingt, so etwas wie eine Melodie herauszuhören. Von einem annehmbaren Refrain gar nicht erst zu reden. Dazu steht die optisch ein wenig an eine füllige Juliane Werding erinnernde Amber böse blickend im Sturm der Windmaschine und schneidet bedeutungsvolle Grimassen: sie scheint es irgendwie ernst zu meinen. Mir wird um Europa bange.

Bringt die großen Waffen mit: Amber Bondin (MT)

Weiterlesen

Kasachstan gewinnt die Türkvizyon 2014

Mit einem Überraschungssieg für das zwischen dem Kaspischen Meer und China gelegene Kasachstan, das neuntgrößte Land der Erde, ging heute Abend das Finale der zweiten Türkvizyon, des osmanischen Gegenentwurfs zum Eurovision Song Contest, zu Ende. Überraschend vor allem deswegen, weil Zhanar Dugalova im Semifinale am Mittwoch, in dem exakt die selben 25 Juroren abstimmten wie heute, noch auf dem dritten Rang landete. Doch anscheinend war den ausrichtenden Tataren ein Heimsieg des vorgestern noch haushoch oben liegenden Aydar Suleyman, der heute auch noch vom letzten Startplatz aus ins Rennen durfte, zu offensichtlich, und so einigte man sich auf die während der Trophäenübergabe ob des unerwarteten Glücks auf sehr niedliche Weise fassungslose Zhanar. Und zu Recht!

Machte viel Wind: Türkvizyonssiegerin Zhanar aus Kachastan

Weiterlesen

Is it right? Ergebniskorrektur bei der Türkvizyon

Nach dem es im gestrigen Semifinale der Türkvizyon 2014 zu Unregelmäßigkeiten bei der Jurywertung kam, korrigierte der verantwortliche Sender nach Mitteilung von Eurovoix heute das offizielle Ergebnis, mit dem Nebeneffekt, dass nun 15 anstelle der ursprünglich geplanten zwölf Länder ins morgige Finale (ab 17 Uhr auf Maidan TV, Livestream hier) einziehen. Turkmenistan, dass sich vorschriftswidrig selbst fünf Punkte gab, sowie Bosnien, dem bei der Addition der einzelnen Juryvotes versehentlich drei Punkte zu viel gutgeschrieben wurde, und die nach der Richtigstellung des Ergebnisses beide nicht mehr zu den Top 12 zählen, dürfen dennoch im Finale starten. Als Nachrücker profitieren die punktgleich mit Bosnien liegenden Länder Bulgarien und Sacha (Jakutien) sowie Aserbaidschan, das zwar nur auf Rang 14 kam, aber nach dem neuen Punktestand zwei Zähler mehr vorweisen kann als die ungeschickten Turkmenen.

Super: die Schamanin aus Sacha ist nun auch im Türkvizyons-Finale

Weiterlesen

Türkvizyon 2014: Tatarische Pferde rennen ins Finale

Vor gut zwei Stunden ging in der tatarischen Hauptstadt Kasan das Semifinale der Türkvizyon 2014 zu Ende. Mit einem eindeutigen1)Der veranstaltende Sender Meidan TV gab sämtliche Punktewertungen bekannt. Sieger: dem Heimbeitrag! Und das zu Recht: Gaydar, Verzeihung: Aydar Suleymanov überzeugte mit einem mitreißenden Ethnostampfer über ‘Reitende Pferde’, was nicht nur vom Titel her an ‘Dschinghis Khan’ (DE 1979) erinnert. Von der Kinderliedhaftigkeit des Siegel-Songs weit entfernt, wusste der druckvolle Beitrag Tatarstans auch durch eine beeindruckende Show mit vielen Tänzern und einem riesigen Fesselballon zu überzeugen, auf den man Aydar per Flaschenzug hob. Ob er nach dieser Einlage allerdings noch sieben Kinder zeugen kann in einer Nacht, wage ich zu bezweifeln: sein Kostüm-Harness schien mir doch schmerzhaft eng zu sitzen. Wir hingegen versauten unsere Türkvizyons-Premiere: Fahrettin Güneş musste von Startplatz 2 aus ins Rennen, bekanntlich der Todesslot. Und so hatte er mit einigen Tonproblemen zu kämpfen, allerdings wirkte die – vom deutschen Sender Türkshow groß angekündigte – Tanzchoreografie ziemlich kläglich. Deutschland scheidet somit aus.

Noch fit im Schritt? Aydar (Tatarstan)

Weiterlesen

Fußnote(n)   [ + ]

1. Der veranstaltende Sender Meidan TV gab sämtliche Punktewertungen bekannt.

Tschechei in Wien dabei!

Damit war nun wirklich nicht zu rechnen: wie die EBU vor wenigen Minuten verkündete, kehrt Tschechien 2015 zum Eurovision Song Contest zurück. Das erfolgloseste Land der Grand-Prix-Geschichte nahm bislang drei Mal (2007, 2008 und 2009) am europäischen Gesangskräftemessen teil und belegte davon zwei Mal den letzten Platz im Semifinale, beim bislang letzten Auftritt mit Gypsy.cz sogar mit Nil Points. Am besten schnitt noch Tereza Kerndlová (2008) ab: mit ganzen neun Punkten landete sie auf dem vorletzten Platz im Semi. Damit übertrifft sie Tschechiens inoffiziellen ersten Vertreter Karel Gott, Schlagerfreunden bekannt durch Evergreens wie ‘Biene Maja’, ‘Fang das Licht’ oder der Zusammenarbeit mit Bushido bei ‘Für immer jung’, der 1968 für das aktuelle Ausrichterland Österreich antrat – und mit ‘Tausend Fenster’ ebenfalls auf dem zweitletzten Platz landete,  aber nur zwei Zähler errang. Was das tschechische Fernsehen ritt, es noch mal zu versuchen, bleibt ihr Geheimnis. Jedenfalls wolle man den Beitrag intern auswählen und hoffe, “Europa einen qualitativ spitzenmäßigen Song” anbieten zu können. Wir sind gespannt! Mit der Rückkehr des Č in ČSSR wächst die vorläufige Teilnehmerzahl in Wien wieder auf 39.

Das Land der Superhelden: Tschechien kehrt zurück

Türkvizyon 2014: Tuwa wieder dabei

Noch knapp drei Stunden, dann beginnt in der tatarischen Metropole Kasan, der türkischen Kulturhauptstadt 2014, das Semifinale der diesjährigen Türkvizyon. Nach Zählung von heute früh mit 25 Teilnehmerländern: die Delegation der südsibirischen, zu Russland gehörenden Republik Tuwa, die bei der Startplatzauslosung am Montag nicht präsent war, ist gestern spät in der Nacht doch noch in Kasan eingetroffen. Sie erhielt nun den letzten Startplatz. Nicht geschafft hat es nach allem Anschein hingegen Ïpek Amber, die Vertreterin Nordzyperns: da Russland den türkisch besetzten Teil der Mittelmeerinsel nicht als Staat anerkennt (wie alle Länder außer der Türkei), durfte sie nicht nach Tatarstan einreisen. Der deutsche Repräsentant Fahrettin Güneş  geht von Startplatz 2 aus ins Rennen um einen der zwölf Finalplätze für Freitag. Anders als ursprünglich verkündet, gibt es nun doch kein Televoting – angeblich aus technischen Gründen, da viele der Teilrepubliken und Regionen über kein eigenständiges Telefonnetz verfügen. Um 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit geht’s los, zu sehen ist die Live-Übertragung des Senders TMB (Livestream) eventuell auch über den deutschen Satellitensender Türkshow und auf TRT Avaz (ohne Garantie). Eine Liste der potentiellen Livestreams gibt es bei eurovoix.


Dumm gelaufen: Ïpek (Nordzypern) scheiterte an der Passkontrolle