Eurovision 2017: Auf dem Wege nach Odessa

Noch immer ist sie im vollen Gange, die Schlacht um die Ehre der Gastgeberschaft für den 62. Eurovision Song Contest, der 2017 in der Ukraine stattfinden wird. Sechs Städte bewarben sich ursprünglich um die Austragung, drei befinden sich – nach einer im nationalen ukrainischen Fernsehen übertragenen Vorselektion – aktuell noch im Rennen: die Hauptstadt Kiew, wo der Wettbewerb bereits 2005 über die Bühne ging; die Finanzmetropole Dnipropetrosk, die sich im Zuge der derzeitigen kriegerischen Auseinandersetzung mit Russland in Dnipro umbenennen musste; sowie die Hafenstadt Odessa. Die legte nun im Bieterwettstreit auf originelle Weise nach, wie eurovoix berichtete: mit einer zur Melodie von Queens unsterblichem Klassiker ‚Bohemian Rhapsody‘ von einer Vielzahl örtlicher Künstler/innen angestimmten musikalischen Bewerbung, in welcher sich die Sänger/innen in Landessprache zu ihrer Heimatstadt bekennen und die Vorzüge der bereits dereinst von Alexandra gepriesenen Schwarzmeerperle besingen. Ob es etwas nützt, bleibt fraglich – Odessa schlägt als Location ein unbedachtes Fußballstadion vor. Die ursprünglich skizzierte Lösung, im Inneren des Stadions ein großes Zelt aufzubauen, fand bei der EBU keine Gegenliebe, so dass derzeit ein Schweizer Bauunternehmen mit der Prüfung von stabileren Alternativen beauftragt ist. Wann die von vielen Fans bereits mit scharrenden Hufen erwartete Entscheidung für eine der drei Städte endgültig fällt, ist derzeit offen.

Wo Musik ist, lass Dich nieder… und wo derart göttliche Songs gecovert werden, da will ich sein. Auf nach Odessa!

Wo sollte der ESC 2017 stattfinden?

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ECG-Fantreffen 2016 mit Mary Roos

Der absolute Höhepunkt des Eurovisionsjahres steht wieder an: das Clubtreffen 2016 des Eurovision Club Germany (ECG) am 19. November im Kölner Gloria! Diesmal haben sich die Jungs und Mädels vom Fanclub wirklich selbst übertroffen und ein Line-up zusammengestellt, das jeden Eurovisionista, insbesondere aber den hiesigen Seitenbetreiber, vor Verzückung schier in Ohnmacht fallen lässt. Stargast der Veranstaltung ist nämlich keine Geringere als die unfassbar fantastische, hervorragende, unvergleichliche, anbetungswürdige, unübertreffliche, liebenswerte, großartige Mary Roos! Jene Mary Roos, deren 1984er Beitrag ‚Aufrecht gehn‘ als Namenspate für diese bescheidene Seite diente und für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen hat. Jene Mary Roos zudem, die 1972 mit dem herausragenden ‚Nur die Liebe lässt uns leben‘ den unvergesslichsten, in seiner puren Bühnenpräsenz atemberaubendsten deutschen Grand-Prix-Auftritt aller Zeiten hinlegte. Ich vermag meine Begeisterung kaum in Worte zu fassen!

Trostspendend und mutmachend: Marys fabelhafte Emanzipationshymne

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Seyran: „Der ESC ist mein Ziel – und ich werde auf dieser Bühne stehen!“

Während beim Eurovision Song Contest derzeit Sommerpause herrscht, allenfalls unterbrochen durch die Meldung, dass sich mittlerweile sechs ukrainische Städte um die Austragung im nächsten Jahr beworben haben, praktisch alle allerdings mit nicht überdachten Fußballstadien (also an den Regenschirm denken!), laufen die Vorbereitungen für den Songwettbewerb der Turkvölker, die Türkvizyon, die im Dezember erneut in Istanbul stattfindet. Und das erste Land, das (bereits im Mai 2016) seinen Teilnehmer meldete, waren wir! aufrechtgehn.de sprach mit unserem Vertreter, dem äußerst sympathischen Kölner Seyran Ismayilkhanov, der sehr gerne auch bei der Eurovision für uns an den Start ginge. Und dafür gar sogar ziemlich gute Voraussetzungen mitbringt!

aufrechtgehn.de: Lieber Seyran, Du vertrittst uns in diesem Jahr beim Türkvizyon Song Contest. Dazu erst mal herzlichen Glückwunsch! Wie kam es zu Deiner Nominierung?

Seyran: Vielen lieben Dank! Es gab ein Casting beim Kölner Sender Türkshow TV, für das man sich per Video bewerben konnte. Dort wurde ich von einer internen Jury unter vielen Bewerbern ausgewählt. Das macht mich natürlich sehr glücklich und stolz.

Du wurdest in Baku geboren und hast in Moskau Musik studiert. Warum dort und wie waren Deine Erfahrungen?

Ich bin zu Hause mit aserbaidschanischer, türkischer und russischer Musik aufgewachsen, wir hatten Freunde aus allen drei Kulturen. Irgendwann wurde Baku zu klein für mich…

Deutscher Schlagerpop mit internationalem Touch: keine schlechte Idee für den nächsten deutschen ESC-Beitrag

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Türkvizyon 2016 wieder in Istanbul

Wie eurovoix heute berichtet, findet die vierte Ausgabe der Türkvizyon erneut in Instanbul statt. Zwischenzeitlich aufgetauchte Gerüchte, wonach der osmanische Gegenentwurf zum Eurovision Song Contest 2016 in der Touristenhochburg Antalya (oder, wie es auch schon mal hieß, in Baku) durchgeführt werden solle, haben sich damit nicht bewahrheitet. Austragungsort wird vermutlich erneut das Yahya-Kemal-Beyatli-Kulturzentrum im asiatischen Teil der Millionenmetropole sein. Der genaue Termin steht noch nicht fest, angepeilt ist aber Dezember 2016. Bislang haben 18 Länder, Teilrepubliken oder Regionen mit türkischen Bevölkerungsanteilen ihr Interesse bekundet (siehe Liste), darunter erneut Deutschland, das von dem in Köln lebenden Seyran Ismayilkhanov vertreten wird. Aufgrund der Rückkehr der russischen Teilrepubliken wird ein neuer Teilnehmerrekord erwartet.

Istanbul ist weit, findet auch Deutschlands erster ESC-Vertreter Freddy Quinn

Teilnehmer der Türkvizyon 2016

Song Contest des türkischen Kulturraumes. Dezember 2016, im Yahya-Kemal-Beyatli-Kulturzentrum in Istanbul, Türkei.
Land / RepublikTeil vonInterpret/inSong
AltaiRUEmil Tolkochekov
AserbaidschanAZ
BalkarienRUIslam AppajevUnutma meni
BaschkortostanRUZilija Bachtijeva
ChakassienRUSajana SaburovaAlğa
DagestanRUGülmira, Fatma & Kamilja
DeutschlandDESeyran Ismayilkhanov
KasachstanKZ
KrimUASafije DenichajevaAqın dostlar
MoskauRUZölhizä İlbäkovaBäläkäy qıź
Sacha (Jakutien)RUDalaana
SandžakRS
Stawropol (Nogaier)RUİslam SatırovTuvgan erym
TatarstanRUYamle GroupMiras
TuwaRUArjaana KuularTıvam
TürkeiTR
UkraineUA
WeißrusslandBY

Türkvizyon 2016: russische Republiken kehren zurück

Während Europa gerade auseinanderdriftet und der einzige schwache Trost im Hinblick auf den unglückseligen Brexit darin liegt, dass wir nach der nun immer wahrscheinlicher werdenden Abspaltung Schottlands vom Uneinigen Königreich demnächst vielleicht ein neues Land beim Eurovision Song Contest begrüßen können, gibt es im eurasischen Raum zumindest einen kleinen Lichtblick in der dortigen desolaten Lage. Nachdem sich der türkische Sultan Staatschef Erdoğan am vergangenen Montag notgedrungen und entgegen seiner früheren Absichten für den Abschuss eines russischen Kampfjets an der Grenze zu Syrien im November 2015 entschuldigte, hob der russische Zar Präsident Putin am Mittwoch, kurz nach dem schrecklichen Bombenangriff auf den Flughafen in Istanbul, die verhängten Wirtschaftssanktionen gegen den Staat am Bosporus wieder auf, wie unter anderem die Zeit berichtete. Heute erklärten folgerichtig die russischen Teilrepubliken und Regionen Altai, Baschkortostan, Dagestan, Balkarien, Chakassien, Stawropol (Nogaier), Tatarstan, Tuwa, Jakutien sowie die annektierte Krim, die im Dezember letzten Jahres auf Geheiß von Moskau dem osmanischen Gesangswettbewerb fernbleiben mussten, an der nächsten Türkvizyon wieder teilzunehmen. Die bereits für 2015 ausgewählten Künstler/innen sollen nun in diesem Jahr zum Zuge kommen.

Hier der fabelhafteste Türkvizyons-Beitrag 2015 aus Syrien

Die Schweiz schließt die Pforten des Internet-Hades

Nicht nur der NDR will nach den schlechten Ergebnissen der letzten Jahre seinen Vorentscheid neu aufstellen: auch das Schweizer Fernsehen nimmt gravierende Neuerungen an der nationalen Vorauswahl vor, wie der deutschsprachige Sender SRF heute Morgen bekannt gab. Dabei entfällt zu meinem großen Bedauern der bisherige Internet-Vor-Vorentscheid, der stets als schier unerschöpfliche Fundgrube des herrlichsten Song-Trashs diente. Fürderhin sichtet eine rund zwanzigköpfige Fachjury ganz alleine die eingereichten Beiträge und siebt aus allen Einsendungen zirka 20 Songs aus. Anschließt bestellt sie deren Interpreten zum Vorsingen ein, wo sie die Auswahl dann auf etwa acht Titel dezimiert, mit denen der Vorentscheid am Sonntag, dem 5. Februar 2017, bestückt wird. Die bisherige Quotenregelung, nach welcher die drei helvetischen Landessender jeweils eine fixe Zahl an Songs benennen, entfällt. Um die Flut der Einsendungen der Hoffnungslosen und Beladenen aus ganz Europa etwas einzudämmen, müssen die Beiträge künftig „zwingend einen Schweizer Bezug haben,“ d.h. entweder der Interpret, der Komponist oder der Texter muss Eidgenosse sein oder im Land wohnen. Beim Vorentscheid selbst entscheidet dann das Publikum alleine. Also, kurz zusammengefasst: weniger Demokratie bei der Vorauswahl, dafür mehr im nationalen Finale. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob es der Jury und den Zuschauern gelingt, ausnahmsweise mal nicht das Langweiligste aus dem Angebot herauszupicken, sondern endlich mal einen mutigen Beitrag zu schicken. Lassen wir uns überraschen!

Der beste schweizerische Beitrag ever: die Swiss Lady (1977)

Jamala unterstützt den CSD in Kiew

In einem offenen Brief an den Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, den auch hierzulande nicht ganz unbekannten Vitali Klitschko, macht sich die aktuelle Königin des Eurovision Song Contest, für die Unterstützung der Stadt bei der Durchführung des für heute geplanten „Marsches für Gleichberechtigung“ stark, wie queer.de berichtet. Jamala gehört zu mehr als 500 Verfasser/innen offener Briefe, mit der die Stadtregierung zur Sicherstellung des Schutzes der Demo-Teilnehmer/innen aufgefordert wird. Rechtsradikale hatten angekündigt, den Kiewer CSD zu verhindern und ein „Blutbad“ anzurichten. Bis zu sechstausend Polizisten sollen den Marsch nun schützen, zu dem auch Unterstützer/innen aus ganz Europa anreisten. So berichtet die Künstlerin und LGBT-Aktivistin Naomi Lawrence von der Münchener Gruppe MuniQiev von einer „Zeitenwende“ insbesondere bei offiziellen Stellen. 2014 mussten die Kiewer noch auf einen CSD verzichten, auch weil sie von Klitschko keine Hilfe bekamen. 2015 fand er statt, allerdings kam es trotz starker Polizeipräsenz zu gewalttätigen Übergriffen. Erst im März diesen Jahres sprengten zusammengerottete Rechtsradikale ein Festival für Gleichheit in Lwiw. Nun scheint gerade der Krieg mit Russland zu einem vorsichtigen Umdenken der besonders homofeindlich eingestellten Bevölkerung zu führen: „seit Russlands Propaganda behauptet, dass die Ukrainer russische Kinder töten und deren Blut trinken, merken die Ukrainer, wie es ist, Ziel einer Hetzkampagne zu sein,“ so Lawrence. Bleibt zu hoffen, dass das Eintreten Jamalas ein klein wenig dazu tut.

Pflanzt einen Baum der Hoffnung für LGBTs in der Ukraine: Jamala