BE 1962: Vier mal eins macht null

Immer das glei­che Spiel in den gera­den Jah­ren beim bel­gi­schen Euro­vi­si­ons-Vor­ent­scheid: sobald die Wal­lo­nen dran sind mit dem Bei­trag des sprach­lich und kul­tu­rell gespal­te­nen Lan­des, las­sen sich – außer der schlich­ten Tat­sa­che, dass es eine Aus­wahl mit ins­ge­samt fünf Künstler/innen gab, dar­un­ter eine Dame namens Any Godet mit einer Hom­mage an die deut­sche Hafen­stadt ‘Ham­bourg’ – nur sehr spär­li­che Infor­ma­tio­nen recher­chie­ren. Und wie immer, wenn die Wal­lo­nen dran waren in den Anfangs­jah­ren, gewann Fud Leclerc (→ BE 1956, 1958, 1960) die­se Aus­wahl, nun schon zum vier­ten Male. Das macht ihn zum ein­zi­gen Grand-Prix-Ver­tre­ter, der sein Land so oft in der sel­ben Spra­che reprä­sen­tier­te, näm­lich auf Fran­zö­sisch. Es soll­te im benach­bar­ten Luxem­burg aller­dings sei­ne letz­te Teil­nah­me wer­den: mit dem leid­lich mid­tem­po­rä­ren Slow Fox ‘Ton Nom’ lie­fer­te er zwar das bes­te sei­ner vier Lie­der ab (oder, prä­zi­ser gesagt, das am wenigs­ten ein­schlä­fern­de), was ihm die ver­ab­scheu­ungs­wür­di­gen Juro­ren jedoch mit → null Punk­ten heim­zahl­ten. Auch wenn in Fol­ge eines beson­ders unge­eig­ne­ten neu­en Wer­tungs­sys­tems noch drei wei­te­re Kolleg/innen an die­sem Abend das Schick­sal der völ­li­gen Punk­te­frei­heit mit Fud tei­len soll­ten, so bleibt er auf­grund der Auf­tritts­rei­hen­fol­ge doch der­je­ni­ge, der als aller­ers­ter Euro­vi­si­ons­künst­ler die gefürch­te­ten Nil Points erhielt.

Dein Name ist Cäptn Zero: Fud Leclerc.

Vor­ent­scheid BE 1962

Fina­le bel­ge du Grand Prix Euro­vi­si­on. Mon­tag, 19. Februr­ar 1962. Fünf Teilnehmer/innen.
#Inter­pretTitelPlatz
01Fud LeclercTon Nom1
02Robert Charles Lan­sonToi, mon Copain
03Any GodetHam­bourg
04Fer­ry DevosN’oubliez jamais
05Eric Chan­neToi, la Femme

Oder was denkst Du?