ESC 1990: Für uns, Lie­be ohne Gren­zen

Logo des Eurovision Song Contest 1990
Das Jahr der Euro­pa­eu­pho­rie

Deutsch­land schrieb in die­sem Jahr Geschich­te: mit der von muti­gen DDR-Bür­gern fried­lich her­bei­de­mons­trier­ten Revo­lu­ti­on und der sich anschlie­ßen­den, von den meis­ten West­lern wie mir gedank­lich längst abge­schrie­be­nen Wie­der­ver­ei­ni­gung. Aller­dings auch mit den bei­den ers­ten deut­schen Euro­vi­si­ons­teil­neh­mern, die beim Ver­such des Sin­gens kaum einen Ton sau­ber zu tref­fen ver­moch­ten. Hät­te man einen Schock Hun­de­wel­pen ‘Frei zu leben’ jau­len las­sen, das Ergeb­nis wäre gewiss musi­ka­lisch über­zeu­gen­der aus­ge­fal­len. Doch nicht genug, dass sich einem beim Anhö­ren die Fuß­nä­gel kräu­sel­ten, auch der Anblick des pein­li­chen Duos sorg­te für Fremd­schäm­at­tack­en: Dani­el Kovac erschien im C&A-Anzug, Chris Kem­pers mit tuf­fi­ger Dau­er­wel­le und noch tuf­fi­ge­rer Kos­tüm­ja­cke, die deut­lich aus­sag­te: “Hal­lo, ich kom­me aus der Pro­vinz und las­se mir jeden Mist andre­hen”. Es war erbärm­lich. So bil­lig die Gar­de­ro­be, so bil­lig der Song: es schien, als sei der Grand Prix für alle Betei­lig­ten, ein­schließ­lich der ARD, nur noch eine quä­len­de Pflicht­ver­an­stal­tung, die man mit so wenig Auf­wand und Bud­get wie mög­lich zu absol­vie­ren such­te.

Da kommt Josip, der Stra­ßen­mu­si­kant: 1990 mach­te der ESC erst­mals auf dem Bal­kan Sta­ti­on

Ganz im Gegen­satz übri­gens zu unse­ren euro­päi­schen Nach­barn! Der Wett­be­werb, der iro­ni­scher­wei­se erst­mals in einem sich selbst als “sozia­lis­tisch” defi­nie­ren­den Staat statt­fand, näm­lich in Jugo­sla­wi­en, stand deut­lich im Zei­chen des sich flä­chen­brand­ar­tig aus­brei­ten­den Zusam­men­bruchs des kom­mu­nis­tisch gepräg­ten Ost­blocks und der viel­leicht etwas nai­ven Hoff­nung, dass sich der gesam­te Kon­ti­nent bald in Frie­den, Frei­heit, Einig­keit und Wohl­stand unter der blau-gel­ben Ster­nen­flag­ge zusam­men­fin­de möge. Nicht nur der ita­lie­ni­sche Sie­ger­ti­tel ‘Insie­me: 1992’ von Toto Cotug­no – im Hin­ter­grund beglei­tet von den jugo­sla­wi­schen slo­we­ni­schen Pepel in Kri (YU 1975) – schwelg­te in hym­ni­scher Euro­pa­eu­pho­rie (“Für uns, Lie­be ohne Gren­zen / Für uns, die­sel­ben Idea­le ver­fol­gend / Zusam­men, ver­eint, ver­eint, Euro­pa”) und freu­te sich auf die bal­di­ge fried­li­che Ver­ei­ni­gung des ehe­dem so krie­ge­ri­schen Viel­völ­ker-Kon­ti­nents. Auch die (am Ende des Abends letzt­plat­zier­ten) Bei­trä­ge aus Nor­we­gen und Finn­land (Beat, ‘Fri?’) beschäf­tig­ten sich mit dem poli­ti­schen Tages­ge­sche­hen und erwie­sen sich somit wenigs­tens text­lich am Puls der Zeit, wenn schon nicht musi­ka­lisch.

Das wei­ße Jackett muss­te Cotug­no (IT) vor sei­ner Sie­ger­re­pri­se übri­gens wech­seln: nach einer Cham­pa­gner­du­sche tropf­te ein wenig schwar­ze Far­be aus sei­nem Vokuhi­la…

Sehr skur­ril, vor allem für deut­sche Ohren, klang dabei Ketil Stokkans (NO 1986) Ode an das ‘Bran­den­bur­ger Tor’, in des­sen unver­ständ­li­chem nor­we­gi­schem Text (“Wir sahen Men­schen vor Freu­de wei­nen”) unver­mit­telt die titel­ge­ben­den deut­schen Wor­te auf­tauch­ten. Am kras­ses­ten kam das in der ers­ten Stro­phe: “Fick se, fick se, Bran­den­bur­ger Tor”. Und nein, das ziel­te nicht auf die Volks­po­li­zis­ten, die einst­mals “drü­ben” die Mau­er bewach­ten! Sogar Öster­reich fei­er­te zu mei­ner freu­di­gen Über­ra­schung die deut­sche Wie­der­ver­ei­ni­gung. Auch wenn Simo­ne Stel­zers ‘Kei­ne Mau­ern mehr’ nur des­we­gen in Zagreb an den Start gehen konn­te, weil der ORF den ursprüng­li­chen Bei­trag, ‘Das Bes­te’ des Duos Duett, dis­qua­li­fi­zie­ren muss­te. Der Song, wäh­rend des­sen Per­for­mance beim Vor­ent­scheid die von einer Crash-Diät geschwäch­te Sän­ge­rin mit­ten­mang zusam­men­klapp­te, schaff­te näm­lich bereits 1988 nicht die Radio­vor­run­de von Ein Lied für Dub­lin. In Wien, wo man kei­ne deut­schen Schla­ger­wel­len hört, wuss­te man davon nichts – bis ein pflicht­be­wuss­ter Ano­rak die Ösis auf­klär­te! Simo­ne rück­te nach.

Das Bes­te kommt bei 1:44 Min (Vor­ent­scheid AT)

Ohne Fra­ge war ihr viel­spra­chi­ger, fei­er­li­cher Text (“Uns­re Zukunft wird erst jetzt gebo­ren / vie­le Spra­chen, vie­le Ohren”) mit Ein­spreng­seln in eng­lisch, fran­zö­sisch und jugo­sla­wisch um Län­gen, ach was sag ich: um Gala­xi­en bes­ser als der ver­klemm­te deut­sche Frei­heits­schwur­bel. Den­noch fiel es auf­grund der etwas zu dick auf­tra­gen­den Per­for­mance Simo­nes schwer, nicht der Ver­su­chung nach­zu­ge­ben, selbst impro­vi­sier­te Text­zei­len wie “Kei­ne Mau­ern mehr / Mehr Geschlechts­ver­kehr” dar­über zu sin­gen, um nicht im Pathos zu ertrin­ken. Auf den fah­ren­den Zug sprang auch Irland auf. Liam Reil­lys klas­sisch gestrick­te Con­test-Bal­la­de ‘Some­whe­re in Euro­pe’ setz­te sich indes inhalt­lich kein biss­chen mit der Ost-West-The­ma­tik aus­ein­an­der, son­dern bestand schlicht aus einer kein Kli­schee aus­las­sen­den Auf­zäh­lung tou­ris­tisch wohl­be­kann­ter euro­päi­scher Plät­ze und Städ­te. Die faden­schei­ni­ge Punk­te­ab­greifstra­te­gie ging ärger­li­cher­wei­se voll auf: Platz 3. Damit wider­leg­ten die Jurys erneut das von ihren Befür­wor­tern so ger­ne ins Feld geführ­te Argu­ment, sie leg­ten – im Gegen­satz zu den Zuschau­ern – den Fokus auf musi­ka­li­sche und / oder inhalt­li­che Qua­li­tät.

Sie­gel: SO hät­te der deut­sche Bei­trag sich anhö­ren müs­sen! (AT)

Wenig über­zeu­gend prä­sen­tier­te sich auch die bri­ti­sche Ver­tre­te­rin Emma Booth, litt ihr pseu­do­öko­lo­gi­scher Ret­tet-die-Erde-Schla­ger ‘Give a litt­le Love back to the World’ (#33 in den UK-Charts) doch deut­lich unter Emmas Auf­ma­chung im rotem Abend­kleid und der von min­des­tens einem Liter Haar­lack zusam­men­ge­hal­te­nen Bru­talst­dau­er­wel­le sowie sei­ner musi­ka­li­schen Plas­tik-Tal­mi­haf­tig­keit und der schreck­li­chen Her­reys-auf-Gras-Cho­reo­gra­fie. Es wirk­te, als habe man ‘Ein biss­chen Frie­den’ (DE 1982), ‘Die­se Welt’ (DE 1971) und ‘La det Swin­ge’ (NO 1985) zusam­men­ge­mischt und strahl­te in etwa die glei­che Glaub­wür­dig­keit aus wie die aus kom­mer­zi­el­len Grün­den kon­stru­ier­te “Roman­ze” zwi­schen den bei­den Top­sel­lern des brit­schen Pro­du­zen­ten­tri­os Stock / Aitken / Water­man, den ehe­ma­li­gen aus­tra­li­schen Sei­fen­opern-Stars Kylie Mino­gue und Jason Dono­van (‘Espe­ci­al­ly for you’). A pro­pos: in Emmas Back­ground­chor sang Miri­am Stock­ley, deren Stim­me auch fast alle S/A/W-Pro­duk­tio­nen abrun­de­te.

Wenn es das ist, was die Bri­ten dem Kon­ti­nent zurück­ge­ben, dann kön­nen sie ihre Lie­be für sich behal­ten! (UK)

Dem Gast­ge­ber­land gelang es, die­sen Kitsch noch zu über­trump­fen: die Jugo­sla­wen Kroa­ten erhei­ter­ten die Trash­freun­de (also mich) mit einer Mary­lin-Mon­roe-Kopie namens Tajči (bür­ger­lich Tat­ja­na Mate­jaš), die ein fan­tas­tisch obsku­res Dis­co-Pop-Lied­chen namens ‘Haj­de da ludu­je­mo’ sang und dazu eine noch obsku­re­re Cho­reo­gra­fie voll­führ­te. Beson­ders schön: die wel­len­ar­ti­ge Hand­be­we­gung beim ein­zi­gen inter­na­tio­nal ver­ständ­li­chen Wort des Songs, ‘čoko­la­da’. Es ist nicht ohne Iro­nie: den sieg­rei­chen jugo­sla­wi­schen kroa­ti­schen Bei­trag des Vor­jah­res has­se ich genau so inbrüns­tig, wie ich die­se, lei­der nur siebt­plat­zier­te, Num­mer lie­be. Die Nie­der­lan­de schick­ten mit der Dis­co-Girl­group May­wood (‘Late at Night’) einen ech­ten Chart-Act. ‘Ik wil alles mit je delen’ hieß ihre hym­ni­sche Mid­tem­po­bal­la­de. Was die Juro­ren jedoch nicht über­zeu­gen konn­te, es den bei­den de-Vries-Schwes­tern gleich­zu­tun und ihre Punk­te mit ihnen zu tei­len. Hat­ten sie ihr Ver­spre­chen, “Samen met je jan­ken”, nicht wahr gemacht? Oder bedeu­tet das doch etwas ande­res, als ich glau­be, das es bedeu­tet?

Fan­tas­ti­sche Han­do­gra­phy, auch wenn Tai Chi anders geht! (YU)

Autsch, die­ses Kleid! Dafür bist Du doch 40 Jah­re zu jung, Mädel! (NL)

Für die Schweiz trat ein älte­rer, voll­bär­ti­ger Mann mit dem gla­mou­rö­sen Namen Egon Ege­mann vor das Mikro. Er brach­te eine elek­tro­nisch ver­stärk­te Vio­li­ne (!) mit und sang ‘Musik klingt in die Welt hin­aus’, was in die­sem Fall nur als Dro­hung ver­stan­den wer­den konn­te. 1998 kehr­te er als Kom­po­nist und Begleit­gei­ger des Null-Punk­te-Bei­trags ‘Lass ihn’ zurück. Für Frank­reich ging mit Joël­le Ursull eine wun­der­schö­ne schwar­ze Sän­ge­rin mit pracht­vol­ler Löwen­mäh­ne an den Start. Sie prä­sen­tier­te den ruhi­gen, den­noch span­nen­den Eth­no-Titel ‘White and Black Blues’, der völ­lig aus dem gewohn­ten musi­ka­li­schen Rah­men der Ver­an­stal­tung fiel. Ser­ge Gains­bourg hat­te den Text geschrie­ben: bei dem alten Por­no­gra­fen hieß es noch ‘Black Loli­ta Blues’. Joël­le erwies sich als weni­ger naiv als sei­ner­zeit Fran­ce Gall und ließ den Titel ändern. Mit hei­se­rer Stim­me krächz­te sie die zeit­lo­se Pop-Per­le auf einen hoch ver­dien­ten zwei­ten Rang.

13 aufs Dut­zend: das kann man über die­sen Con­test-Klas­si­ker nicht sagen (FR)

Noch am nächs­ten am rea­len Pop­ge­sche­hen (sprich: ledig­lich drei Jah­re hin­ter­her) beweg­te sich Zypern. Das fisch­te sei­nen Bei­trag ohren­schein­lich aus dem Stu­dio­müll­ei­mer des bereits erwähn­ten bri­ti­schen Pro­du­zen­ten­tri­os Stock/Aitken/Waterman. Jeden­falls klang ‘Milas Poli’ wie die B-Sei­te einer Jason-Dono­van-Sin­gle, auch wenn es Haris Ana­sta­siou optisch nicht mit sel­bi­gem auf­neh­men konn­te. Tra­gisch: noch nicht mal Grie­chen­land woll­te mehr als sechs Punk­te für den kränk­li­chen Auf­guss raus tun. Der Bel­gi­er Phil­li­pe Lafon­tai­ne hat­te sei­ner maze­do­ni­schen Ehe­frau ein berüh­ren­des, ele­gan­tes Lie­bes­lied (‘Macé­do­mi­en­ne’) geschrie­ben und bekann­te sich hier, in Zagreb, damit vor einem Mil­lio­nen­pu­bli­kum zu ihr. Seufz: geht es roman­ti­scher? Wie ernst es ihm mit sei­nem musi­ka­li­schen Lie­bes­be­weis war, beleg­te er, indem er kei­ne kom­mer­zi­el­le Ver­öf­fent­li­chung des Titels zuließ – auch nicht auf dem Euro­vi­si­ons­sam­pler.

Geleb­te euro­päi­sche Ein­heit: die inti­me bel­gi­sche Lie­bes­er­klä­rung an die maze­do­ni­sche Frau

Unwill­kür­lich erin­nert an Sigour­ney Wea­vers groß­ar­ti­gen Auf­tritt als Tor­wäch­te­rin Zuul im US-ame­ri­ka­ni­schen Kino-Kas­sen­schla­ger Ghost­bus­ters fühl­te man sich durch die Israe­lin Rita Klein­stein. Ihr Lied ‘Sha­ra bar­cho­vot’ fei­er­te inhalt­lich eigent­lich das Frei­heits­ge­fühl nach dem Ver­las­sen ihres Lovers (“Ich sin­ge auf der Stra­ße”), zeich­ne­te sich musi­ka­lisch aber durch eine schier unglaub­li­che, gar nicht zum Text pas­sen­de Dra­ma­tik aus. Wel­che die hin­rei­ßend schö­ne, wenn auch stimm­lich sich nicht ganz auf der Höhe befind­li­che Inter­pre­tin mit einer unglaub­lich dra­ma­ti­schen Show adäquat umsetz­te. Allei­ne für ihre fan­tas­ti­schen Hand­ges­ten und das ster­ben­de-Schwä­nin-glei­che Her­ab­sin­ken am Mikro­fon­stän­der beim Schluss­re­frain hät­te ihr eine Top-Fünf-Plat­zie­rung zuge­stan­den. Die Gast­ge­ber blie­ben nicht nur durch eine räu­di­ge, rülp­sen­de Zei­chen­trick-Kat­ze namens Euro­cat in Erin­ne­rung, die durch die Post­kar­ten pol­ter­te, oder durch die bis zur unfrei­wil­li­gen Komik pathe­ti­sche Anspra­che der Mode­ra­to­rin Hel­ga Vla­ho­vić, die an die eini­gen­de Kraft der Musik appel­lier­te und den “Tau­send Mil­lio­nen” von Zuschauer/innen ein “herz­li­ches Hal­lo” ent­bot, son­dern auch durch eine legen­dä­re Pan­ne gleich zum Auf­takt.

Kommt gleich ein Ali­en aus dem Bauch? Rita (IL)

Den anbe­tungs­wür­di­gen anda­lu­si­schen Zigeu­ne­rin­nen Azú­car More­no kam die Auf­ga­be zu, die Show zu eröff­nen. Offen­bar hat­te zu die­sem Zeit­punkt der jugo­sla­wi­sche kroa­ti­sche Ton­tech­ni­ker sei­nen Beru­hi­gungs­sli­wo­witz noch nicht gekippt und schaff­te es daher nicht, das Ton­band mit den ein­drucks­vol­len House-Beats des sen­sa­tio­nel­len Dis­co-Fla­men­co-Mixes ‘Ban­di­do’ zum Lau­fen zu brin­gen. So stan­den die bei­den Diven in ihren Domi­naout­fits fast eine Minu­te lang ohne Musik auf der Büh­ne (der bri­ti­sche Kom­men­ta­tor Ter­ry Wogan spot­te­te: “Soll ich Ihnen schon mal die ers­ten Tak­te vor­sum­men?”). Nach einer gefühl­ten Ewig­keit setz­te es end­lich ein, aber mit­ten im Song und zudem viel zu lei­se, so dass weder das Orches­ter noch die Schwes­tern ihren Ein­satz fin­den konn­ten. Stock­sauer rausch­ten die Zwei ab, um hin­ter der Büh­ne den Unfä­hi­gen zusam­men­zu­fal­ten. Mit Erfolg: nach einer wei­te­ren knap­pen Minu­te ban­gen War­tens klapp­te es end­lich mit der Tech­nik, und Euro­pa kam in den Genuss der fabel­haf­ten Num­mer.

Wer­den das Kind schon schau­keln: Azú­car & More­no (ES)

Natür­lich merk­te man den Sala­zar-Schwes­tern den Adre­na­lin­schub an: tau­sen­de ima­gi­nä­rer Gift­pfei­le schos­sen aus ihren zor­ni­gen Augen. Die fremd­ver­schul­de­te, für den Zuschau­er hoch unter­halt­sa­me Pan­ne kos­te­te Spa­ni­en den zuste­hen­den Sieg (um den man die Ibe­rer bereits im Vor­jahr betro­gen hat­te). Ach so, nicht dass ich glau­be, dass es irgend­wen tat­säch­lich inter­es­siert, aber um der Chro­nis­ten­pflicht den­noch Genü­ge zu tun: Dani­el Kovac und Chris Kem­pers lan­de­ten auf dem neun­ten Platz. Ein paar Hun­de­freun­de unter den Juro­ren hat­ten sich wohl ihrer erbarmt. Deutsch­lands Plat­ten­käu­fer zeig­ten da weni­ger Mit­leid: #51 in den Charts, wäh­rend Toto Cutug­nos EU-Hym­ne einen guten 13. Rang bele­gen konn­te (sowie Top-Ten-Plat­zie­run­gen im rest­li­chen Kon­ti­nen­tal­eu­ro­pa). Ja, damals freu­ten sich tat­säch­lich noch alle über das Zusam­men­wach­sen des Kon­ti­nents! Es könn­te, wenn mir die­ser sen­ti­men­ta­le Schluss­satz gestat­tet sei, nicht scha­den, wenn wir uns heu­te gele­gent­lich an das Gefühl erin­ner­ten.

Euro­vi­si­on Song Con­test 1990

Euro­vi­si­on Song Con­test 1990. Sams­tag, 5. Mai 1990, aus der Vat­ros­lav-Lisin­ski-Hal­le in Zagreb, Jugo­sla­wi­en (heu­te Kroa­ti­en). 22 Teil­neh­mer­län­der, Mode­ra­ti­on: Hel­ga Vla­ho­vić und Oli­ver Mla­kar.
#LandInter­pretTitelPunk­tePlatz
01ESAzú­car More­noBan­di­do09605
02GRChris­tos Col­lowHoris Sko­po01119
03BEPhil­li­pe Lafo­tai­neMacé­do­mi­en­ne04612
04TRKaha­yan AçarGöz­ler­i­nin haps­in­dey­im02117
05NLMay­woodIk wil alles met je delen02515
06LUCéli­ne Car­zoQuand je te rêve03813
07UKEmma BoothGive a litt­le Love back to the World08706
08ISStjór­ninEitt lag Enn12404
09NOKetil StokkanBran­den­bur­ger Tor00822
10ILRita Klein­steinSha­ra bar­cho­vot01618
11DKLon­nie Devan­tierHal­lo-hal­lo06408
12CHEgon Ege­mannMusik klingt in die Welt hin­aus05111
13DEChris Kem­pers + Dani­el KovacFrei zu leben06009
14FRJoël­le UrsullWhite and black Blues13202
15YUTajčiHaj­de da ludu­je­mo08107
16PTNachaHá semp­re alguém00920
17IELiam Reil­lySome­whe­re in Euro­pe13203
18SEEdin-ÅdahlSom en Vind02416
19ITToto Cutug­noInsie­me: 199214901
20ATSimo­ne Stel­zerKei­ne Mau­ern mehr05810
21CYHaris Ana­sta­siouMilas poli03614
22FIBeatFri?00821

2 Gedanken zu “ESC 1990: Für uns, Lie­be ohne Gren­zen

  1. Ich sach es ja: 89 Ita­li­en gewin­nen las­sen, 90 Jugo­sla­wi­en, und es hät­te genau gepasst! Wobei ich Totos Bei­trag durch­aus pri­ma fin­de, wie auch eini­ges ande­re die­ses Jahr­gangs. Bel­gi­en zum Bei­spiel, groß­ar­tig. Am bizarrs­ten sicher­lich Ketil der Schreck­li­che. Kopu­la­ti­on mit Gebäu­den? Hei­jei­jei! Nun ja, ande­re Län­der, ande­re Sit­ten.

  2. Prust…eine Klei­nig­keit am Ran­de, die mir beim Betrach­ten des Scoreboards auf­fiel: Ita­li­en, das als letz­ter der Top 3 des Jahr­gangs abstim­men durf­te, gab weder Irland noch Frank­reich auch nur einen Punkt. Bei jedem ande­ren Land wür­de ich ja miss­trau­isch wer­den, ob man da nicht die Kon­kur­renz aus­hun­gern woll­te (sie­he auch: arme­ni­sche Jury 2014), aber bei Ita­li­en glau­be ich nicht ernst­haft dar­an, dass die so scharf drauf waren, den Con­test aus­rich­ten zu wol­len – ansons­ten hät­ten sie sich 1991 wohl ein biss­chen mehr Mühe gege­ben…

Oder was denkst Du?