ESC 1971: Glück ist Hering in Dillsosse

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Das Jahr des Aufbruchs

Heftige Auseinandersetzungen tobten Anfang der Siebzigerjahre hinter den Kulissen des Song Contests, unter anderem um das schon mehrfach geänderte Wertungssystem und über die Besetzung der → Jurys. Auch Deutschland drohte mit dem Ausstieg aus der Gemeinschaftsveranstaltung, sollte sie sich nicht endlich mehr dem Zeitgeist annähern. Doch der Grand Prix ist bekanntlich unkaputtbar, und so einigte man sich, ganz europäisch, auf einen Kompromiss. Dessen augenfälligstes Ergebnis war, dass die Juroren jetzt vor der Kamera und damit für alle sichtbar ihre Punkte verteilten statt wie bislang im Hinterzimmer. Zumindest in diesem Jahr sorgte das tatsächlich für annehmbare Abstimmungsergebnisse, vermutlich aus Angst der Juroren vor einem wütenden Lynchmob. Und es sorgte für eine Rückkehr zu alter Besetzungsstärke: nach nur zwölf Ländern in Amsterdam gingen in Dublin nun 18 Staaten ins Rennen um die europäische Chansonkrone.

Orchester, TV-Kameras, Moderatorin, Punktetafel – neben all den technischen Erforderlichkeiten passten noch etwa 20 Zuschauer/innen ins Point Theater zu Dublin

Zu den Rückkehrern zählte neben den Skandinaviern und Portugal auch Österreich, das sich eigentlich viel zu spät angemeldet hatte und nur deswegen zugelassen wurde, weil es geschickt darauf hinwies, dass sich 18 Länder auf der dreispaltigen Anzeigentafel optisch deutlich besser machen als 17. Zur Strafe musste es von Startplatz 1 aus ins Rennen. Der galt bis 1975, als eine weitere Österreicherin, nämlich die für Holland singende Getty Kaspers, von dieser Position aus siegte, als verflucht. Der ORF schickte die großartige Marianne Mendt, die kurz zuvor auch bei uns mit ihrer Debüt-Single, dem grandiosen Gospelschlager ‚Wie a Glockn (die 24 Stunden läut)‘, für Aufsehen gesorgt hatte. Ihren kommerzkritischen, mundartlich gesungenen Grand-Prix-Beitrag ‚Musik‘, der als eine Art Geburtsstunde des Austropop gilt (die minder flotten Deutschen brauchten mit ihrem Äquivalent, der NDW, mal wieder ein bisschen länger), trug sie mit beeindruckender Stimmkraft und Verve vor, scheiterte jedoch an der Sprachgrenze.

„Der überambitionierte österreichische Jazz- und Chanson-Versuch“ (Thomas Hermanns): Marianne Mendt (AT) gibt alles, erinnert aber optisch ein wenig an Betty Boop. In der → Postkarte kurz im Bild: die Wiener Stadthalle, wo 2015 der Contest stattfinden sollte.

So wie auch die Premiere feiernde Mittelmeerinsel Malta, heutzutage ein verlässlicher Lieferant für Eurovisionscamp. 1971 versuchten es die Insulaner zunächst mit landessprachlicher Folklore. Und das Mutter-Idiom der Malteser (zweite Amtssprache ist, der zeitweiligen Besetzung durch die Briten sei Dank, Englisch) besteht aus einer sehr eigenartigen Kreuzung aus melodisch-weichem Italienisch und dem für europäische Ohren eher aggressiv klingenden Arabisch. Folgerichtig erhielt Joe Grechs Tavernenschlager ‚Marija L’Maltija‘, der zudem mit einer fiesen Klatschfalle überraschte, als Begrüßungsgeschenk die Rote Laterne überreicht. Zu den überfälligen Ergebnissen des dauernden Ringens um Modernisierung beim Grand Prix zählte die amtliche Zulassung von Gruppen (mit maximal sechs Personen) ab diesem Jahr. Die Schweizer, sonst eigentlich nie vorneweg, nutzten als Erste diese neue → Regel und schickten ganz offiziell ein Gesangstrio, das sich nicht mehr, wie einstmals noch die Spanier (Los TNT, 1964), Jugoslawen (4M, 1969) oder die Niederländer (Heart of Soul, 1970), also Solosänger/in plus Chor tarnen musste. Peter, Sue & Marc (→ CH 1976, 1979, 1981) traten in der Folge noch mehrfach für die Eidgenossen an. Mit dem Belgier Fud Leclerc (→ BE 1956, 1958, 1960, 1962) teilen sie den Rekord für die meisten Eurovisionsteilnahmen, nur dass sie jedesmal in einer anderen Sprache sangen und über einen längeren Zeitraum dabei waren. Bei ihrer Premiere mit dem nachdenklichen Liedermacherstück ‚Les Illusions de nos vingt Ans‘ reichte es für eine Position im Mittelfeld.

Dieses Lied, dieses Lied, hat die Katja uns geschenkt (DE)

Wie gut sich ein Medaillenplatz, wenn auch nur ein bronzener, anfühlt, hatten die Deutschen im letzten Jahr erstmalig erfahren dürfen. Die bis dato ungewohnte Droge des Erfolges berauschte sie so stark, dass sie sofort den nächsten Schuss wollten und die hierfür verantwortliche Vorjahresvertreterin Katja Ebstein (→ DE 19701980, Vorentscheid 1975, Moderation 1981) gleich noch mal nominierten. Kommt einem irgendwie bekannt vor, gelle? Eine ausgezeichnete Wahl: Katja brachte den sensationellen Ökoschlager ‘Diese Welt’, mit dem die den Sozialdemokraten nahestehende Künstlerin all die seinerzeit beispielsweise im Ruhrgebiet oder der Gegend um Bitterfeld täglich erlebbaren Missstände (“Rauch aus tausend Schloten senkt sich über Stadt und Land”) thematisierte, die eine Dekade später zur Gründung der Grünen führten. Mit dieser Contest-Perle, in ihrem spannungsreich-düsteren Unterton auch musikalisch von erlesener Qualität, zeigte sich die Ebstein seherisch und ihrer Zeit weit voraus. Vielleicht zu weit: obschon es sich bei ‘Diese Welt’ um den eindeutig besten Beitrag beim Hauptwettbewerb in Dublin handelte, kam wieder nur der dritte Platz heraus. Immerhin mit einem im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringerem Abstand zur Erst- und Zweitplatzierten.

Dann mach ich mir ein Loch ins Kleid und find es wunderbar: Karina (ES)

Eine davon war die direkt nach Katja startende Spanierin Karina, antretend in einem Maxikleid mit einem kreisrunden Loch auf Höhe der zarten Fesseln – ob hier die Idee für Goldie Hawns „Ich kann Dich durchschauen!“-Kleid in ‚Der Tod steht ihr gut‘ herstammt? ‘En un Mundo nuevo‘ muss man als ein in der Endphase des Franco-Regimes beinahe schon mutiges Lied bezeichnen, das – wenn auch schlagertypisch unbestimmt – die in der Luft liegende Hoffnung auf ein besseres Morgen in einer neuen Welt besang. Trotz Klatschfalle und Humptata-Finale erreichte sie einen gerechten zweiten Platz. Interessantes Detail: Karina (bürgerlich: María Isabel Bárbara Llaudes) nahm ihren Titel auch in einer fast wörtlich übersetzten deutschen Version auf (‚Wir glauben an morgen‘, akzentfrei nachgesungen dann von Mary Roos [→ DE 1972, 1984, Vorentscheid 1970, 1975, 1982]), während die Ebstein von ihrem die Dinge beim Namen nennenden, auf Veränderung setzenden Ökoschlager auch eine sehr eindringliche spanische Fassung (Este Mundo siempre asì) einspielte. Beide Songs trafen perfekt die überall zu spürende Aufbruchstimmung der beginnenden siebziger Jahre, in der die Menschen tatsächlich noch an ein neues, besseres Morgen glaubten.

Ohne Loch im Kleid: Mary mit der deutschen Fassung des spanischen Beitrags

Für Deine Liebe tut sie alles: Clodagh „Hotpants“ Rodgers (UK)

Nach diesen Höhenflügen wieder zurück in die Niederungen des Contestgeschäftes. Bei den nächsten beiden, musikalisch uninteressanten Nummern aus Frankreich und Luxemburg bieten allenfalls die Songtitel eine Vorlage für müde Flachwitze: während Serge Lama noch ziellos im ‚Jardin sur la Terre‘ herumspazierte, sammelte seine Nachfolgerin Monique Melsen hinter ihm die Früchte auf: ‚Pomme, Pomme, Pomme‘. Großbritannien entsandte einen etwas verhärmt wirkenden Abklatsch der Vorjahresvertreterin Mary Hopkin (→ UK 1970): Clodagh Rodgers verfügte über eine schwächere Stimme, zeigte dafür aber deutlich mehr Bein. In ihrem flotten, mehr geklopften als gesungenen Beitrag ‚Jack in the Box‘ (UK-Charts #4, DE #36, BE #3) degradierte sich die Sängerin textlich zum allzeit auf Knopfdruck bereiten Spielzeug: ihre Autoren hatten, wie sie in einem Interview sagten, am Beispiel von ‚Puppet on a String‘ (→ UK 1967) „bewusst studiert“, wie ein Grand-Prix-Lied beschaffen sein müsste, und ließen sich so zur (sexistischen) Spielzeugthematik inspirieren. Musikalisch glich der Titel ziemlich eindeutig dem Vorjahresbeitrag ‚Knock knock, who’s there?‘ – und folgte damit konsequent der von Cliff Richard (→ UK 1968, 1973) bereits drei Jahre zuvor gelegten Tonspur. „Poch, Poch, wer da?“ – wenn es in dieser Ära irgendwo klopfte, konnte man sicher sein: die Briten stehen vor der Tür.

Zu früh gefreut: im Gegensatz zu ihrem Promoclip schafften es Nicole & Hugo (BE) im wahren Leben dann doch nicht über den Ärmelkanal. So kamen wir 1973 erst in den Genuss ihrer Tanzdarbietungen.

Die zeigten sich übrigens wegen des eskalierenden Konfliktes mit der IRA sehr besorgt über die Frage, wen sie nach Dublin schicken sollten, und hatten die Nordirin Clodagh, die den Londoner Vorentscheid alleine bestreiten durfte, gewissermaßen als Wogenglätterin ausgewählt. Auch die 1996 verstorbene Kommentatorenlegende Terry Wogan kam so zu seinem Job: der Ire war erst wenige Wochen vor dem Contest von RTÉ zur BBC gewechselt. Er sollte für die nächsten Jahrzehnte die Wahrnehmung des Wettbewerbs auf der Insel mit seinen sarkastischen Spitzen entscheidend prägen. Den flockigen flämischen Easy-Listening-Beitrag ‚Goeiemorgen, morgen‘, ein Song wie ein lauwarmer Milchkaffee, hatte beim belgischen Vorentscheid noch das Kultduo Nicole & Hugo (→ BE 1973) gesungen. Aufgrund einer Gelbsucht Nicoles mussten beim Contest jedoch sehr kurzfristig Jacques Raymond (→ BE 1963) und Lily Castel einspringen, die sich die exaltierte → Choreografie der ursprünglichen Vertreter nicht mehr draufschaffen konnten, ihre Sache aber dennoch sehr ordentlich machten.

Der Link zwischen The Mamas & the Papas und Abba (SE)

Für Italien trat ein hübsches Kerlchen namens Massimo Ranieri (→ IT 1973) an, der seine gefühlssturmkitschige, mandolinengeschwängerte Ode an den Beischlaf, ‚L’Amore é un Attimo‘, mit derartig expressionistischer Hingabe und Dramatik intonierte, dass man stellenweise befürchtete, es könne ihn jeden Moment vor laufenden Kameras förmlich zerreißen. Gott sei Dank blieb er heil – so konnte er zwei Jahre später nochmal zum Contest zurückkehren. Der Neapolitaner nahm seine Nummer in mehreren Sprachen auf, darunter in einer sehr possierlichen deutschen Fassung als ‚Die Liebe ist ein Traum‘. Sein belgischer Eurovisionskollege Luis Neefs (→ BE 1967, 1969) coverte den Schlager als ‚Omdat ik van je hou‘. Für Ranieri schloss sich eine Karriere als Filmschauspieler in seiner Heimat an. Neben den Schweizern nutzten auch die Schweden die neue Gruppenfreiheit mit der Family Four (→ SE 1972): zwei bärtige Herren, zwei Damen, die eine blond, die andere brünett, eine davon mit Namen Agneta, und im Gepäck eine optimistisch swingende Happysoundnummer (‚Vita vidder‘) – wieso kommt einem das Konzept nur so bekannt vor?

Gibt wirklich alles: Massimo (IT)

Das Gastgeberland schickte eine singende Schwarzwälder Kirschtorte namens Angela Farell, die ziemlich schlecht abschnitt. Was aber angesichts der Aufregung, als verhältnismäßig kleine und arme Nation erstmals einen Event dieser Größenordnung stemmen zu müssen, gar nicht ins Gewicht fiel – nach Recherchen von Gordon Roxburgh gab RTÉ 44.000 € alleine für die notwendige technische Umstellung von schwarzweiß auf Farbe aus und musste im Vorfeld mit erbitterter senderinterner Opposition wegen der hohen Kosten umgehen. Am Ende aber konnte man heilfroh bilanzieren, dass „die Reputation“ der TV-Station noch „intakt“ sei, wie der spätere Unterhaltungschef David Blade Know in seinem Buch ‚Ireland and the Eurovision‘ so schön formuliert. Die Niederlande steuerten das Vorbild für Inga & Wolf (→ DVE 1972) bei, nämlich ihr Liedermacherpärchen Saskia & Serge. Sie hatten keine all zu gute ‚Tijd‘ auf der Bühne: die ihren mediäval anmutenden Beitrag musikalisch prägenden Blockflöten klangen live, als ob in einem schallgedämpften Nebenraum zwei Grundschüler an dem Instrument übten. Saskias Mikrofon produzierte entweder Tonausfälle oder fiese Rückkoppelungen, und dass der fusselbärtige Serge seine Gitarre direkt unter dem Kinn tragend zupfte, weil man scheinbar vergessen hatte, ihm ein zweites Mikro zu installieren, irritierte ein wenig. So, als wollten sie die Klischees über ihre Hauptstadt Amsterdam unbedingt bestätigen, sahen die Beiden auch noch so ausgemergelt aus, wie es für langjährige Drogengebraucher/innen typisch ist.

Ein frühes Hipsterpärchen: Saskia & Serge (NL)

Ungewohnten Optimismus verbreiteten hingegen die Portugiesen: obwohl das irische Orchester ihren fröhlichen Folkschlager ‚Menina‘ nur mit ungefähr der Hälfte des Tempos der fast schon speedmetalartig schnellen Studiofassung zelebrierte, gehört der Titel zu den wenigen lusitanischen Grand-Prix-Beiträgen, die nicht in die sofortige Depression führen. Ein kurzer Kameraschwenk ins Publikum direkt nach Tonichas Performance (in einem wirklich farbenfrohen Maxikleid) sorgte für den Kultmoment des Abends, zeigte er doch eine für wenige Sekunden enthusiastisch applaudierende Zuschauerin, die plötzlich mitten in der Bewegung einfror, so als habe ihr jemand den Stecker gezogen. Oder wurden wir hier Zeugen eines Fehlers in der Matrix? Der jugoslawische kroatische Vertreter Krunoslav Slabniac hatte sich in ein Sakko geworfen, das aussah wie aus einem Wandteppich genäht, nur dass der Kragen großräumig fehlte. Dafür glänzte er mit den ersten Schulterpolstern der Modegeschichte. Seine hochgradig melodramatische Trennungsschmerzballade ‚Tvoj Dječak je tužan‘, vom Kollegen Ivica Krajač (→ YU 1969) komponiert und späteren Balkan-Schmachtfetzen wie ‚Lane Moje‘ (→ RS 2004) in punkto große Gefühle durchaus ebenbürtig, stieß allerdings auf taube westeuropäische Jurorenohren.

Eine Farbexplosion: Antónia de Jesus Montes Tonicha Viegas (PT)

Für Norwegen schließlich spazierte eine gut beschirmte Hanne Krogh (1985 eine Hälfte der siegreichen Bobbysocks, 1991 ein Viertel von Just4Fun: für den folgerichtig nächsten fälligen Auftritt als ein Achtel von irgendwas müsste die EBU zunächst die Regeln ändern) über die Bühne und listete auf, was ihrer Meinung nach Glück sei: ‚Lykken er…‘ „eine Steuerrückzahlung“, „eine Stunde in der Badewanne“ oder „Hering in Dillsoße“. Ah ja – für den Hering sicher nicht, außer man lässt ihn am Leben und füllt die Dillsoße in die Badewanne! Aber auch Hanne brachte die Nummer wenig Fortune: Platz 17. Es gewann eine kleine, verhältnismäßig korpulente Sängerin mit Sturzhelmfrisur aus Paris, die allerdings für das finanziell gut situierte Monaco an den Start ging. Séverine zählt unbestreitbar zu denen, die den Contest durch schiere Willenskraft bezwangen. Was sich vor allem im letzten Refrain ihrer kraftvollen Mein-Park-soll-schöner-werden-Hymne ‘Un Banc, un Arbre, une Rue’ manifestierte, als sie nach der → Rückung die kurzen Ärmchen völlig entfesselt in die Luft warf und derartig enthusiastisch und voller glühender Verve sang, dass die Juroren gar nicht anders konnten, als sie zur Belohnung mit Punkten zu überhäufen. Auch ihr männlicher Begleitchor ließ sich von Séverines Begeisterung anstecken und gab alles, nachdem er sich zuvor schon mit dem mantraartigen Durchsummen des Refrains während der wenigen Strophen in Stimmung gebracht hatte.

Glaub an Dich selbst und es wird gelingen: Séverine (MC)

Und auch wenn sich das Fürstentum, das die Austragung des Contests im Folgejahr vor unüberwindbare logistische Hindernisse stellte, über Séverines Sieg nicht amüsiert zeigte, bleibt ihr das Wissen um einen unsterblichen Auftritt und einen vielfach, unter anderem von den Song-Contest-Kolleginnen Kirsti Sparboe (→ NO 1965, 19671969), Siw Malmkvist (→ SE 1960, DE 1969, Vorentscheid DE 1962, Vorentscheid SE 2004), Marianne Rosenberg (→ Vorentscheid 1975, 1980, 1982) und Tereza Kesovija (→ MC 1966, YU 1972) gecoverten, europaweiten Millionenseller (#13 NL, #9 UK, #5 CH, #3 BE, #2 NO). Als beschämend muss man aber bezeichnen, was die Deutschen ihr antaten: nicht nur musste Josiane Grizeau (so ihr bürgerlicher Name) eine unsägliche, phonetisch eingesungene deutsche Fassung ihres Grand-Prix-Titels aufnehmen: ‚Mach die Augen zu (und wünsch Dir einen Traum)‘ verkaufte sich hierzulande sogar einen Tick besser (#20, während das Original auf #23 verendete). Was zur Folge hatte, dass sie anschließend mit grausligen Bierzeltschlagern durch deutsche TV-Shows tingelte. Und sich 1975 und 1982 gar beim deutschen Vorentscheid bewarb, natürlich umsonst.

Teilte sich mit Severine eine Frisur: Krunoslav (YU)

Eurovision Song Contest 1971

Eurovision Song Contest. Samstag, 3. April 1971, aus dem Gaiety Theatre in Dublin, Irland. 18 Teilnehmerländer, Moderation: Bernadette Ní Challchoir.
#LandInterpretTitelPunktePlatz
01ATMarianne MendtMusik06616
02MTJoe GrechMarija L-Maltija05218
03MCSévérineUn Banc, un Arbre, une Rue12801
04CHPeter, Sue & MarcLes Illusions de nos vingt Ans07812
05DEKatja EbsteinDiese Welt10003
06ESKarinaEn un Mundo nuevo11602
07FRSerge LamaUn Jardin sur la Terre08210
08LUMonique MelsenPomme, Pomme, Pomme07013
09UKClodagh RodgersJack in the Box09804
10BEJacques Raymond + Lily CastelGoeie Morgen, Morgen06814
11ITMassimo RanieriL'Amore è un Attimo09105
12SEFamily FourVita vidder08507
13IEAngela FarellOne Day Love07911
14NLSerge + SaskiaTjid08506
15PTTonichaMenina08309
16YUKrunoslav SlabinacTvoj dječak je tužan06815
17FIMarkku Aro + Koivisito SistersTie uuteen Päivään08408
18NOHanne KroghLykken er06517

3 thoughts on “ESC 1971: Glück ist Hering in Dillsosse

  1. Sorry, bei Monique’s Apfel hat sich ein Wurm eingeschlichen – sie belegte zum Glück nicht den 3.Platz 🙂

     

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