Deep deep down: Brian Harvey beim britischen Vorentscheid

Nun ist es amtlich: Ex-East-17-Frontmann Brian Harvey tritt am 17. März bei der britischen Vorentscheidung an. Dort trifft er unter anderem auf Ex-The-Darkness-Frontmann Justin Hawkins. Nun machte die BBC ein wesentlich längeres und größeres Gewese um das Line-up für ihre Eurovisionsvorentscheidung Making your Mind up (MYMU) als die ARD. Doch in diesem Fall war das auch gerechtfertigt. Man könnte weinen vor Neid, wenn man sich die Teilnehmerliste durchliest, die sich als eine Art Vertriebenentreffen der britischen Popszene entpuppt. Prominentestes Mitglied ist erwähnter Brian Harvey, der „Pechvogel des Pop“. Er war der Bad Boy in der sexiesten Boyband aller Zeiten, East 17. Dort flog er zwischenzeitlich raus, nach dem er sich öffentlich zu seinem Drogenkonsum bekannte, wurde aber später wieder aufgenommen.


Böser Junge, sexy Junge: Brian Harvey

Nach dem Ende von East 17 machte er vor allem durch Schlägereien, skurrile Unfälle (er überfuhr sich selbst, nach dem er sich in voller Fahrt zum Kotzen aus dem Auto beugte) und einen Selbstmordversuch von sich Reden. Sein Comebackversuch trägt den Titel ‚I can‘ und ist eine Gänsehaut erzeugende, packend intonierte Ballade, die mich tief berührt. Ich will Brian mit diesem Song in Helsinki gewinnen sehen! Zweiter Ex-Frontmann ist Justin Hawkins. Der für seine Augenkrebs erregenden Bühnenkostüme und seine hohe Falsettstimme bekannte Sänger hatte mit der Glamrockband The Darkness einige Hits. Auch er hat sich angeblich wegen seines Drogenmissbrauchs von der Band getrennt und ist momentan ohne Plattenvertrag. Für seinen motownesken Vorentscheidungsbeitrag ‚They don’t make ‚em like they used to‘ tat er sich mit Beverlei Brown zusammen. Die Liste der Expromis wird vervollständigt von Liz McClarnon, ehemals Teil der wohl untalentiertesten Girlgroup der Welt, Asthmatic – äh, Verzeihung – Atomic Kitten!


Die Billy-Idol-Impersonation bei 1:09 Min.! Zum Niederknien!

Das eurovisionsaffinste Musikangebot kommt dagegen von Scooch, einer klassisch aufgestellten (zwei Jungs, zwei Mädels) und für MYMU wiederbelebten Neunzigerjahre-Eurodance-Kappelle, die possierlich vorgetanzten Uptempo-Trash der höchsten Harmlosigkeitsstufe im Sortiment haben. Ergänzt wird das Feld der Has-Beens von der RnB-Band Big Brovas und der mir gänzlich unbekannten Cyndi Almouzni, die in der BBC-Pressemitteilung Whitney Houstons Performance von ‚I will always love you‘ als ihr Vorbild angibt, was man ihrem Beitrag leider auch anhört. Dem ursprünglich angedrohten Ex-Smiths-Frontmann Morrissey ist Gott sei Dank kein Song eingefallen, mit dem er Resteuropa hätte in die kollektive Depression singen können. Dieser Kelch ist also noch mal an uns vorbeigegangen, uff!


DAS ist Eurovision! Scooch

Großbritannien wird das letzte Land sein, das sich entscheidet. Das heute bekannt gegebene Datum der MYMU, der 17. März, liegt eigentlich fünf Tage nach der Deadline der EBU für das Einreichen der Beiträge. Aber für ein Big-Four-Land wird ja immer gerne eine Ausnahme gemacht.

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