Ers­ter Super­sams­tag 2007 (EE, MT, PL, SI)

War das ein Super­sams­tag? Gleich vier Ent­schei­dun­gen fie­len an die­sem Wochen­en­de, und aufrechtgehn.de hat natür­lich pro­be­ge­hört und -gese­hen.


Eine Frau sieht pink… (EE)

Schau her, Gra­cia (DE 2005): so prä­sen­tiert man Pop­rock! Okay, der Ver­gleich ist ein biss­chen unfair: im Gegen­satz zu unse­rer Mün­che­ner Ich-kauf-mei­ne-Plat­ten-selbst-Schnal­le hat Tanel Padars Schwes­ter Ger­li näm­lich Power in der Stim­me! Und in der Per­for­mance! Die­ses Mädel rockt! Frei­lich, das Gan­ze lässt den Ver­dacht auf­kom­men, dass die Esten beim “Gen­ma­ni­pu­la­ti­onklo­nen” (Dra­gan & Alder) inzwi­schen sehr weit fort­ge­schrit­ten sind und die gute Ger­li im Labor aus einer Auto­gramm­kar­te von Pink rekon­stru­iert haben. Und natür­lich ist ‘Part­ners in Crime’ übler Radio­rock, der mir Magen­schmer­zen macht. Den­noch Hut ab: wenn schon geklaut, dann wenigs­tens pro­fes­sio­nell!


Run­ning up the Hills (MT)

Jetzt hat’s Oli­via Lewis im sie­ben­hun­der­s­ten Anlauf ja doch noch geschafft. Und es lässt mich erschau­dern, dass die übri­gen acht Mil­lio­nen Titel der mal­te­si­schen Vor­ent­schei­dung (die ich mir natür­lich nicht ange­tan habe) noch schlech­ter gewe­sen sein müs­sen. Das bal­ka­nes­ke Bal­la­den­dra­ma ‘Ver­ti­go’ klingt auf Plat­te ja noch halb­wegs erträg­lich. Live aller­dings schreit Frau Lewis ins Mikro, als müs­se sie auf einem Jahr­markt Aale unters Volk brin­gen. Und das in dem häss­lichs­ten Kleid, das die Mensch­heit je gese­hen hat. Und mit einer Fri­sur, für die Schmer­zens­geld gezahlt wer­den müss­te. An die Zuschau­er.


Ein Musik­bas­tard (PL)

Hat Sie­gel das zusam­men­ge­den­gelt? Fängt als fun­ki­ger RnB-Ver­schnitt an, der deut­lich an Pro­duk­te von Beyon­cé oder den Black Eyed Peas erin­nert. Und kippt dann im Refrain in etwas um, das nur als unver­dau­li­cher Mix aus Rag­time, Pol­ka, Swing und Caba­ret bezeich­net wer­den kann. Grus­lig. Wie eine Kreu­zung aus Mar­tin Sten­marck (SE 2005) und den Ori­gi­nal Ober­krai­nern. ‘Time to par­ty’ ist als Song­ti­tel natür­lich auch nicht all zu weit weg von Lou (DE 2003). Und der Grup­pen­na­me The Jet Set könn­te durch­aus aus der Ide­en­werk­statt des Mün­che­ner Alt­meis­ters stam­men. Steigt in mei­ner per­sön­li­chen Euro­vi­si­ons­lie­der­hass­lis­te sofort auf der Zwei ein, direkt hin­ter ‘Every­bo­dy’ (EE 2001). Wird also ver­mut­lich gewin­nen.


Alen­ka Gotar und das Gur­ken­ge­heim­nis (SI)

Dan­ke, RTVS­LO! End­lich durf­ten bei der EMA die Zuschau­er allei­ne ent­schei­den. Und auch, wenn sie Pin-up-Boy Sebas­ti­an die kal­te Schul­ter zeig­ten (ich bin sicher, einer der bei­den deut­schen Fan­clubs wird ihn zur nächs­ten Con­ven­ti­on ein­la­den), ent­täusch­te die Wahl der Slo­we­nen nicht. Welch eine Per­le hat uns die­ses Land mit Alen­ka Gotar und ihrer ‘Blu­me des Südens’ geschenkt! Eine Opern­di­va auf Speed, die lupen­rei­nen Bal­kan-Kitsch­pop dar­bie­tet, die Wind­ma­schi­ne nicht ver­gisst und beim Schluß­ton der­ar­tig kreischt, als habe man ihr eine “Gur­ke in den Aller­wer­tes­ten gescho­ben”, um die ver­ehr­ten Kol­le­gen vom Schla­ger­blog zu zitie­ren. Slo­we­nen, ich lie­be Euch!

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