Öster­reich und Frank­reich 2007: Stran­ge­love

Neun Jah­re nach Deutsch­land hat sich nun auch Frank­reich ent­schie­den, den Wett­be­werb von der locke­ren Sei­te zu neh­men. Öster­reich dage­gen geht auf Num­mer Sicher.


Schön selbst­iro­nisch! (FR)

Les Fatals Picards, die just die fran­zö­si­sche Vor­ent­schei­dung Et si on gag­né (Und wenn man gewän­ne) für sich ent­schei­den konn­ten, sind so eine Art gal­li­scher Guil­do Horn. Nach­dem mit klas­si­schen fran­ko­phi­len Euro­vi­si­ons­bal­la­den beim Wett­be­werb nix mehr zu holen ist und statt­des­sen kos­tü­mier­te fin­ni­sche Mons­ter­ro­cker gewin­nen, ver­sucht es auch die gro­ße alte Kul­tur­na­ti­on nun mit einem Bei­trag, der sich selbst nicht so ernst nimmt. ‘L’Amour à la Fran­cai­se’ ist eine wit­zi­ge Fun­po­p­num­mer, die von wild auf der Büh­ne her­um­ham­peln­den Män­nern vor­ge­tra­gen wird. Und zwar auf – Atem anhal­ten – Frang­lais, also in einer wil­den Mischung aus Eng­lisch und Fran­zö­sisch! In der Vor­ent­schei­dung waren noch etli­che ande­re – und deut­lich bes­se­re – Spaß­num­mern. Ob der Gran­de Nati­on mit die­sem Kon­zept mehr Erfolg beschie­den sein wird, bleibt abzu­war­ten. Cha­peau für den Mut, den aus­ge­tre­te­nen Chan­son­pfad zu ver­las­sen.


Eric Sol­ala­ya für Öster­reich

Nach einem Jahr im Schmoll­win­kel hat sich die Alpen­re­pu­blik beson­nen und schickt den Cas­ting­show-Vier­ten Eric Papila­ya an den Start. Man fragt sich nur, war­um? Sein Poprock­lied­chen ‘Get a Life, get ali­ve’ ist von so unter­ir­di­scher Durch­schnitt­lich­keit – hier ein biss­chen halb­ga­re Rock­gi­tar­ren, da ein wenig Stimm­vo­co­der – dass einem beim Anhö­ren die Füße ein­schla­fen. Der Text des für die größ­te euro­päi­sche Aids-Gala, den Life Ball, geschrie­be­nen Songs besteht, wie kaum anders zu erwar­ten, aus einer nicht enden wol­len­den Anein­an­der­rei­hung der plat­tes­ten Kli­schees, die man fin­den konn­te. Bernd Mei­nun­ger trifft David Bran­des, so die­se Preis­klas­se. Nun ist es nach dem Punk­te­de­sas­ter für die bril­lan­ten, hoch­gra­dig ori­gi­nel­len Global.Kryner ja irgend­wie ver­ständ­lich, dass man in Wien glaubt, auf Num­mer Sicher gehen zu müs­sen. Aller­dings hat doch gera­de der Sieg von Lor­di bewie­sen, dass beim Grand Prix Ori­gi­na­li­tät zählt. Und lie­ber gran­di­os geschei­tert als mit öder Mit­tel­mä­ßig­keit punk­ten. Fin­de ich. Die­ser Bei­trag ist jeden­falls in höchs­tem Maße ver­zicht­bar.

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