DJ Bobo: Stich in die Braut!

Nachdem ein paar religiös fehlgeleitete Schweizer DJ Bobos Eurovisionsbeitrag ‘Vampires are alive’ wegen satanischer Botschaften verbieten lassen wollen, macht das Boulevardblatt 20 Minuten die Probe aufs Exempel und stellt den Song zum rückwarts Anhören ins Netz. Das schockierende Ergebnis: Bobo huldigt dem Terrorismus! Aber auch in der Ukraine hat Verka Serduchka gegen Geistesschwache zu kämpfen.


Fürchtet Euch: der Schweizer Fürst der Finsternis

Fast fünfzigtausend Unterschriften konnte die Eidgenössische Demokratische Union (EDU), eine fundamentalistische Splittergruppe, die bei einer Wahl schon mal auf sagenhafte 1,8% kam, für ihre Petition sammeln. Mit dieser forderte sie den Schweizer Bundesrat auf, für eine Absetzung des Titels zu sorgen, da er religiöse Gefühle verletze, die Jugend gefährde und Textzeilen wie “From Heaven to Hell, enjoy the Ride” den Teufel verniedlichen würden. Dieses ebenso alberne wie selbstverständlich erfolglose Unterfangen der religiös Verblendeten inspirierte nun das schweizerische Boulevardblatt 20 Minuten, eine umgedrehte Version von ‘Vampires are alive’ zum Anhören ins Netz zu stellen.

Denn bekanntlich gehört es ja zu den Lieblingsthesen kognitiv herausgeforderter Verschwörungstheoretiker, dass in vielen Popsongs, so man sie rückwärts abspielt, satanische Botschaften versteckt seien. So natürlich auch hier: lauscht man angestrengt genug, so kann man im Verlaufe der drei Minuten folgende Satzfetzen heraushören: “Hello People”  - “we are” – “worshipping” – “Devil” (das Wort singt er allerdings auch vorwärts) und – Atem angehalten – “Ahmed”. Oha! Da hat die EDU wohl doch Recht: hier wird eindeutig dem Teufel gehuldigt! “Worshipping Devil Ahmed”, damit kann wohl nur die Unterstützung islamistischer Terroristen gemeint sein! Pfui, Bobo!


Russland raus oder geschlagene Butter? Noch nicht mal seiner Mutter verrät er es

Aber auch der ukrainische Vertreter Andrej Danilko alias Verka Serduchka hat Ärger im eigenen Land. Ähnlich wie bei Bobo gab es zunächst, wollen wir mal sagen, Missverständnisse hinsichtlich seines Songtextes. “I want you to sing: Russia goodbye” wollen da einige herausgehört haben (und ehrlich gesagt, ich gehöre dazu). Was zu gewissen Irritationen im ohnehin belasteten ukrainisch-russischen Verhältnis führte. Stimme natürlich nicht, entgegnet Verka. Er singe “I want you to see: Lascha Tumbai”. Das sei mongolisch und bedeute “geschlagene Butter”. Macht zwar wenig Sinn, aber der geht dem Beitrag ohnehin ab. Wenig Sinn haben auch einige Ukrainer – für Humor nämlich. Konservative Kräfte sehen in dem auch über sein Heimatland hinaus überaus erfolgreichen und vielfach verehrten Transvestiten sowie dem Umstand, dass er das Land der schadhaften Atomkraftwerke beim Eurovision Song Contest vertritt, eine nationale Schande. Wie die Süddeutsche berichtet, seien sogar schon Verdutschka-Puppen verbrannt worden. Und wir lernen: Idioten gibt es nicht nur in der Schweiz.

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