ESC Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Logo des Eurovision Song Contest 2007 (Semifinale)
Das Jahr der Damen­dar­stel­ler

Ein kol­lek­ti­ves, erleich­ter­tes Seuf­zen ging durch Euro­pa: nach fünf Jah­ren Vor­herr­schaft der Show über die Musik sieg­te end­lich wie­der ein Lied! Ein sanf­tes, melo­diö­ses, in der Lan­des­spra­che gesun­ge­nes noch dazu. Eines ganz ohne Cho­reo­gra­fie! Aller­dings: so ganz stimm­te das nicht. Molit­va’ gewann natür­lich auch auf­grund sei­ner Show – nur, dass die­se halt sehr viel unauf­dring­li­cher daher­kam als bei­spiels­wei­se bei den fin­ni­schen Mons­ter­ro­ckern. Genau die­se char­man­te Prä­sen­ta­ti­on zärt­li­cher Soli­da­ri­tät zwi­schen fünf gut aus­se­hen­den und einer stimm­ge­wal­ti­gen Frau (nicht zu ver­ges­sen der sub­til les­bi­sche Unter­ton) hob den ser­bi­schen Bei­trag aus der Flut auf­wän­di­ger Tanz­cho­reo­gra­fi­en her­aus und führ­te ihn zum hoch ver­dien­ten Sieg.


Nie­mand lei­det so schön wie die Bos­ni­er, auch im Roll­ra­sen­kleid

Wenn uns die Bibel eines lehrt, dann, dass es nur eine Maria geben kann. Heu­te Abend war es die aus Ser­bi­en. Da konn­ten die in ihren blas­sen Kleid­chen wie Was­ser­lei­chen aus­se­hen­den Chor­sän­ge­rin­nen der bos­ni­schen Mari­ja, pas­send zum The­ma vom ‘Fluss ohne Namen’, noch so hübsch mit den Armen rudern. Die­se Mari­ja, die Šestic, flüch­te­te am Schluss ihres anmu­tig flie­ßen­den Vor­trags in die star­ken Arme ihres Man­do­li­ne­spie­lers: hete­ro­se­xu­el­le Zärt­lich­kei­ten woll­ten die Zuschau­er in die­sem Jahr aber nicht sehen, zumal so unglaub­wür­di­ge! Das Big-Four-Land Spa­ni­en und sein in Schwe­den ein­ge­kauf­ter Bei­trag waren vom Pech ver­folgt: Start­platz 2, der Todes­s­lot – und dann schlach­te­ten die umher­ir­ren­den fin­ni­schen Kame­ras die per­fekt syn­chro­ne Cho­reo­gra­fie der schnuck­li­gen Boy­band D’Nash. Nun mag die Zeit für Caught-in-the-Act-Imi­ta­tio­nen womög­lich abge­lau­fen sein, aber ich sehe sowas immer ger­ne. Zumal, wenn da Spa­ni­er ver­su­chen, auf eng­lisch zu sin­gen und dabei so schö­ne Text­zei­len raus­kom­men wie “Cum gim­me your Load”!


Auf Weiß sieht man’s ja auch nicht so: D-Nash (ES)

Ein biss­chen unsau­ber auch die eng­li­sche Aus­spra­che des Weiß­rus­sen Dmitry Kol­dun: “Work your magic Eye / Work your magic Shoe”? (Wenn Peter Urban sei­ne Scher­ze aus dem Semi wie­der­holt, darf ich das wohl auch)! Eine Ode an Micha­el Flat­ley? Dass er, übri­gens als Ein­zi­ger der Spit­zen­rei­ter, bei den Tel­e­vo­tern im Wes­ten auf ein­hel­li­ge Ableh­nung stieß, lag wohl dar­an, dass er gleich zu Beginn eine sei­ne Tän­ze­rin­nen als Fuß­sche­mel benutz­te. So ein Macho-Ver­hal­ten ist hier­zu­lan­de aber nur Frau­en gestat­tet. Nach der bri­ti­schen Bank­rott­er­klä­rung von 2003 mit Jemi­ni folg­te hier die iri­sche: wie einst schon Gem­ma Abbey such­te nun Cathy Jor­dan, Lead­sän­ge­rin Regi­ments­che­fin bei Der­vish, drei quä­len­de Minu­ten lang den rich­ti­gen Ton und fand ihn ums Ver­re­cken nicht. Im Gegen­satz zu der hier­mit teil­re­ha­bi­li­tier­ten Gem­ma konn­te Cathy dar­über hin­aus noch nicht ein­mal die Melo­die hal­ten. Der gna­den­lo­se, ja bru­tal zu nen­nen­de Unter­gang der ehe­ma­li­gen Euro­vi­si­ons­t­i­ta­nen: das war Live-Kata­stro­phen-TV!


They can­not stop the Spring? She can­not cope to sing! (IE)

Apro­pos Kata­stro­phen: soll­te sich irgend­je­mand fra­gen, wel­chen Weg unse­re Gra­cia Baur (DE 2005) nach der Schan­de von Kiew ein­schlug, hier gab es die Ant­wort: sie flüch­te­te nach Finn­land, fut­ter­te sich 30 Kilo drauf und trat unter dem Tarn­na­men Han­na Paka­ri­nen für ihre neue Hei­mat an. Und da die Deut­schen kein nach­tra­gen­des Volk sind, gab es sogar einen Sym­pa­thie­punkt aus der alten Hei­mat für das popro­cki­ge ‘Lea­ve me alo­ne’. Schön! Am Diens­tag nach dem Con­test mach­te ich übri­gens die Pro­be aufs Exem­pel, stell­te mich wie die Unga­rin Magdi Rús­za bar­füs­sig an die Bus­hal­te­stel­le und grein­te sui­zi­dal rum. Was soll ich sagen: es gab kei­nen begeis­ter­ten Zuspruch aus ganz Euro­pa, son­dern die Ein­wei­sung in die Klap­se. Und da sit­ze ich nun und grüb­le immer noch, was in aller Welt die Zuschau­er an die­sem Schrott toll fan­den. Ich ver­ste­he es ein­fach nicht!


Mein liebs­ter Schlech­te-Lau­ne-Schla­ger! (FI)

Ger­ne sähe ich, wie der Grie­che Sar­bel ‘Yas­sou Maria’ Šerifo­vic sei­ne Num­mer vor­singt – in der stil­len Hoff­nung, dass ihm die sym­pa­thi­sche ser­bi­sche Power­les­be für sei­nen ran­zi­gen Machis­mo (“Pro­bab­ly should men­ti­on: she is mine”) direkt eins auf die Ömme gibt! Scham­los melk­te der hüftstei­fe Schlaks die seit sie­ben Jah­re gül­ti­ge “Shake it”-Erfolgs­for­mel und bedien­te sich auch noch dreist bei Sert­ab Ere­ners (TR 2003) Domi­na-Tanz­num­mer mit den Bän­dern. Wie Mari­an­ne Rosen­berg (DVE 1975) auf LSD wirk­te der bise­xu­el­le schwe­di­sche The Ark-Front­mann Ola Salo. Hübsch die Dar­bie­tung mit der psy­che­de­li­schen Dreh­schei­be, die das fin­ni­sche Fern­se­hen lei­der halb ver­sem­mel­te. Aber: der schlim­me Song! Rock­mu­sik und Gla­mour schlie­ßen sich ein­fach gegen­sei­tig aus: Glam­rock kann also schon vom Kon­zept her nicht funk­tio­nie­ren. Da hel­fen weder liter­wei­se Eye­li­ner noch Glit­zer­pail­let­ten im spär­li­chen Brust­haar. ‘The worry­ing Kind’, in der Tat!


Sen­sa­tio­nel­ler Schul­ter-Shuf­f­le: Sar­bel (GR)

Dass bei den Fran­zo­sen kein mili­tan­ter Tier­schüt­zer die Büh­ne stürm­te, wo doch der glatz­köp­fi­ge Sän­ger der Fatals Picards eine tote Kat­ze auf der Schul­ter spa­zie­ren trug, war dann auch das ein­zig Inter­es­san­te an die­sem zwei­spra­chi­gen, net­ten Fun-Punk-Ver­such. Oh, und der Nach­lauf mit dem Kame­ra­mann. Dezenz ist den Rus­sen wahr­lich nicht zuei­gen: nach einem Pseu­do­les­ben­duo 2003 for­der­ten sie dies­mal zum rück­wär­ti­gen Lie­bes­spiel auf: “Lis­ten up, you know I got / The place you’ve never been // Nas­ty Guy, take it, don’t be shy / Put your Cher­ry on my Cake and tas­te my Cher­ry Pie”. Noch nicht ein­deu­tig genug? Okay, es geht auch noch direk­ter: “My bad Ass spin­nin’ for you”. Dass die drei aggres­si­ven Loli­tas im Böse-Non­nen-Out­fit mit die­ser per­fekt und kalt pro­du­zier­ten, kon­tem­po­rä­ren Bol­ler­po­p­num­mer, dem Kra­wall­sound der sozia­len Ver­wahr­lo­sung, die Kir­schen nicht ern­te­ten, lag wohl auch am Namen der Girl­group: Serebro meint “Sil­ber”. Wenn ich den ‘Song #1’ will, muss ich die Band aber “Gold” nen­nen. Sonst kommt, wie hier, Bron­ze dabei raus.


Ach­ten Sie bei 2:07 Min mal auf den Drum­mer! (DE)

Wenn er sich in der unge­müt­li­chen Gegen­wart nicht mehr zurecht fin­det, unter­nimmt der Mensch ja ger­ne Aus­flü­ge in die ver­meint­lich gol­de­ne Ver­gan­gen­heit. Und so nahm Deutsch­land (in Gestalt Roger Cice­ros) Euro­pa mit auf eine Zeit­rei­se, zurück in einen ame­ri­ka­ni­schen Jazz­club aus der guten alten Besat­zungs­zeit. Den die Tel­e­vo­ter ganz schnell wie­der ver­lie­ßen, denn die haben noch ein Leben im Hier und Jetzt zu orga­ni­sie­ren. Bei “sie geben alles, wenn sie irgend­was woll’n” fie­len dem (recht nied­li­chen) Drum­mer vor lau­ter Lan­ge­wei­le die Schle­gel aus der Hand: der ein­zig unter­halt­sa­me Moment unse­rer drei Minu­ten. Und dann wie­der die­se Schwach­sinn­s­idee, die letz­te Stro­phe in eng­lisch zu sin­gen! Schreibt es Euch bit­te ein für alle mal hin­ter die Ohren: die Zuschau­er ent­schei­den in den ers­ten 15 Sekun­den, ob sie einen Song mögen oder nicht. Wenn Anbie­de­rung, dann da! Wel­chen Reiz frem­de Spra­chen haben kön­nen, bewies übri­gens der wun­der­schö­ne, hoch­dra­ma­ti­sche ser­bi­sche Sie­ger­ti­tel mit dem Fake End: “Nebo zna, kao ja” (“Der Him­mel weiß, so wie ich”) sang Mari­ja Šerifo­vic ein ums ande­re Mal. Ich ver­stand “Ne Bos­na Kavi­ar”: ein Pro­test­song gegen den Import von Fisch­ro­gen aus Neum? Ver­rückt!


Sap­p­hos Töch­ter: Mari­ja & die Moli­vet­tes (RS)

Über­aus lus­tig ging es wei­ter: eine etwas fül­li­ge, kom­plett durch­ge­knall­te ukrai­ni­sche Drag­queen hüpf­te durch einen schein­bar sinn­frei-fröh­li­chen Tech­no­schla­ger und brüll­te zur Akkor­de­on­be­glei­tung deut­sche (“Sie­ben, sie­ben, ein, zwei”), eng­li­sche und ukrai­ni­sche Sprach­fet­zen. Ver­ka Ser­dutsch­ka erschien als Kreu­zung aus Hüpf­burg, Zarah Lean­der, leben­der Dis­co­ku­gel und Weih­nachts­baum, wie ihre zwei Begleit­tän­zer aus der Jung­pio­nier­grup­pe kom­plett in Alu­fo­lie gewi­ckelt. Bei allem Amü­se­ment (und “ich lie­ben”!): im Refrain folg­te auf zwei Mal “Lasha Tum­bai” – eine Non­sens-Wort­schöp­fung in der Tra­di­ti­on von ‘Dig­gy loo dig­gy ley’1)In einem Inter­view im Vor­feld behaup­te­te Ver­ka, dies sei mon­go­lisch und hei­ße “geschla­ge­ne But­ter”, was aber, wie eif­ri­ge Euro­vi­si­ons­ano­raks sofort nach­re­cher­chier­ten, schlicht­weg nicht stimmt. – stets ein nicht miss­zu­ver­ste­hen­des “Rus­sia good­bye”. Und die deut­schen Abzähl­rei­me hat­ten Gerüch­ten zufol­ge die Funk­ti­on, die in der einst zum Sowjet­reich gehö­ren­den Ukrai­ne nicht mehr sehr wohl­ge­lit­te­nen Rus­sen in die Nähe von (Nazi-)Deutschen zu rücken. Nicht mehr ganz so lus­tig, oder? Den­noch: als Per­for­mance (Ver­ka spiel­te eben­falls Nach­lauf mit dem Kame­ra­mann und stell­te auch sonst etli­che amü­san­te Din­ge an) unschlag­bar. Und für die zwei direkt dar­auf fol­gen­den Come­dy­acts der siche­re Punk­te­tod.


Schaut her, lie­be Geor­gi­er: so geht eine sub­ti­le Russ­land­ver­ar­sche (UA)

Der wit­zigs­te Moment beim dies­jäh­ri­gen Grand Prix ereig­ne­te sich jedoch am Sonn­tag­mor­gen, als ich auf mei­nem Hotel­zim­mer die Wie­der­ho­lung der TV-Aus­strah­lung vom Sams­tag­abend auf YLE sah. Und hör­te, wie der fin­ni­sche Kom­men­ta­tor das eigens für den Con­test wie­der­ver­ein­te bri­ti­sche Euro­dance-Pro­jekt Scooch mit dem Song “Fly­ing the Fag” ansag­te. Wie pas­send: camp war die Trash­num­mer der sin­gen­den Ste­war­des­sen bei­der­lei Geschlechts bis zum Abwin­ken. Auch wenn all die groß­ar­ti­gen Gags mit den “sal­ted Nuts” und ähn­li­chen köst­li­chen Dop­pel­deu­tig­kei­ten lei­der kom­plett unter­gin­gen. Die über­ra­schen­den zwölf Punk­te aus Mal­ta ver­dankt das König­reich übri­gens allei­ne den Schla­ger­boys aus Bir­ming­ham, die am Frei­tag nach dem Semi im mal­te­si­schen Fern­se­hen zu Gast waren und dort die Wahr­heit ver­kün­de­ten, dass näm­lich Mal­ta um einen Platz im Fina­le betro­gen wor­den sei!


Fly­in’ high in Ams­ter­dam: Scooch (UK)

Todo­mondo, das sin­gen­de Polit­bü­ro aus Rumä­ni­en, fiel mit sei­ner sechs­spra­chi­gen Ode an die ‘Liubi’ unter den Völ­kern, wel­che die Grund­idee der Euro­vi­si­on wun­der­schön auf den Punkt brach­te, nach die­sen zwei spek­ta­ku­lä­ren Höhe­punk­ten des schlech­ten Geschmacks lei­der deut­lich ab und ver­sack­te ent­spre­chend im Mit­tel­feld, wäh­rend Hay­ko, ein jün­ge­rer arme­ni­scher Tom Jones, dank des Dia­spor­a­vo­tings einen ach­ten Platz erreich­te. Und das trotz skur­ri­ler Per­for­mance: er stand vor einem kah­len Baum, in dem Klo­pa­pier­strei­fen im Wind flat­ter­ten, und knö­del­te vol­ler Inbrunst die arme­ni­sche TV-Rekla­me für Char­min: “Immer, wenn Du musst”, steht ein Baum mit Toi­let­ten­pa­pier für Dich bereit! Gut zu wis­sen! Wenig Geschick bewies erneut die Musik­in­dus­trie: Mari­ja Šerifo­vićs Power­bal­la­de erschien im deutsch­spra­chi­gen Raum erst mit wochen­lan­ger Ver­zö­ge­rung auf einem klei­nen Inde­pen­dant-Label und konn­te so nur in der Schweiz char­ten (# 19), wo man Lang­sam­keit bekannt­lich lebt. In Deutsch­land schaff­te es ledig­lich die ukrai­ni­sche Dis­co­tran­se Ver­ka Ser­dutsch­ka auf Rang 74 – die wie­der­um im Gast­ge­ber­land Finn­land den zwei­ten Platz in den Charts beleg­te.


“Rus­sia good­bye” sprach wohl auch den Fin­nen aus dem Her­zen!

Apro­pos Gast­ge­ber: hat­te Hape Ker­ke­ling mit ‘Hel­sin­ki is Hell’ Recht? Kei­nes­wegs! Das Haupt­städt­chen, wo es wegen der geo­gra­fi­schen Lage bereits mor­gens um halb Vier hell wur­de (was man des­we­gen mit­be­kam, weil da sämt­li­che Clubs schlos­sen), war put­zig und pit­to­resk. Zwar könn­te man den Heim­bei­trag ‘Lea­ve me alo­ne’ der grim­mig drein­schau­en­den Han­na als Bot­schaft an die zahl­reich ein­ge­fal­le­nen Euro­vi­si­ons­fans deu­ten, sich bit­te bald wie­der zu ver­krü­meln, damit man end­lich wie­der Platz habe. Von dem brau­chen die Fin­nen näm­lich viel, wie ich auf einer Hafen­rund­fahrt im eisi­gen Wind erfuhr: weil ihnen das Leben in der über­lau­fe­nen 570.000-Mann-Metropole zu hek­tisch und drang­voll ist, ver­fügt fast jeder zwei­te Ein­woh­ner über ein Häus­chen auf einem der vor­ge­la­ger­ten Insel­chen, wo er am Wochen­en­de end­lich den Tru­bel hin­ter sich las­sen und für sich allein sein darf.


Look, they’re hap­py, just like Child­ren: die tol­le Kris­se

Doch gast­freund­li­cher und wohl­or­ga­ni­sier­ter als die Fin­nen könn­te nie­mand sein. Das sah man schon am Mode­ra­ti­ons­pär­chen Jaa­na Pel­ko­nen und Mikko Lep­pi­lam­pi: die Ers­ten seit vie­len, vie­len Jah­ren, die nicht nur ein gut ver­ständ­li­ches Eng­lisch spra­chen, son­dern einem auch das Gefühl ver­mit­tel­ten, sie hät­ten rich­tig viel Spaß bei dem, was sie da tun. Und an der sen­sa­tio­nell lus­ti­gen Kris­se, Finn­lands Sil­via Night, die in unnach­ahm­li­cher Art und Wei­se durchs Pau­sen­pro­gramm führ­te sowie die ein­zi­gen sinn­vol­len Green-Room-Inter­views in der gesam­ten Con­test­ge­schich­te führ­te (“You are beau­ti­ful. You think that helps?”). Bril­lant auch die Post­kar­ten zwi­schen den Songs: per­fekt gemach­te, unglaub­lich char­man­te und sehr unter­halt­sa­me Film­chen, in denen die Fin­nen ihre eige­ne so lie­bens­wer­te Skur­ri­li­tät ent­spannt aufs Korn nah­men. Die dür­fen ger­ne bald mal wie­der gewin­nen!

Euro­vi­si­on Song Con­test 2007

Euro­vi­si­on Song Con­test Fina­le. Sams­tag, 12. Mai 2007, aus der Hart­wall Aree­na in Hel­sin­ki, Finn­land. 24 Teil­neh­mer­län­der, Mode­ra­ti­on: Jaa­na Pel­ko­nen & Mikko Lep­pi­lam­pi.
#LandInter­pretTitelPunk­tePlatz
01BAMari­ja Šes­tićRije­ka bez ime­na10611
02ESD’NashI love you, mi Vida04320
03BYDima Kol­dunWork your Magic14506
04IEDer­vishThey can’t stop the spring00524
05FIHan­na Paka­ri­nenLea­ve me alo­ne05317
06MKKaro­li­na Goče­vaMojot Svet07314
07SIAlen­ka GotarCvet z juga06615
08HUMagdi Rús­zaUnsub­stan­ti­al Blues12809
09LT4FunLove or lea­ve02821
10GRSar­bel Micha­elYas­sou Maria13907
11GESopho Khal­va­shiVisio­na­ry Dream09712
12SEArkThe worry­ing Kind05118
13FRLes Fatals PicardsL’amour à la françai­se01923
14LVbonaparti.lvQues­ta Not­te05416
15RUSerebroSong #120703
16DERoger Cice­roFrau­en regi­ern die Welt04919
17RSMari­ja Šerifo­vićMolit­va26801
18UAVer­ka Ser­duch­kaDan­cing Lasha tum­bai23502
19UKScoochFly­ing the Flag (for you)01922
20ROTodo­mondoLiubi, liubi, I love you08413
21BGElit­sa Todo­ro­va + Stoyan Yan­k­oul­ovWater15705
22TRKen­an Doğu­luShake it up She­ke­rim16304
23AMHay­ko Hako­by­anAny­ti­me you need13808
24MDNata­lia Bar­buFight10910

ESC Semi 2007: Wo ist Andor­ra?

DVE 2008: It won’t get bet­ter →

Fußnote(n)   [ + ]

1. In einem Inter­view im Vor­feld behaup­te­te Ver­ka, dies sei mon­go­lisch und hei­ße “geschla­ge­ne But­ter”, was aber, wie eif­ri­ge Euro­vi­si­ons­ano­raks sofort nach­re­cher­chier­ten, schlicht­weg nicht stimmt.

17 Gedanken zu “ESC Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

  1. Lus­tig wars. Trotz der unver­dient im Halb­fi­na­le hän­gen­ge­blie­be­nen Andor­ra­ner und Tsche­chen: wit­zi­ger Abend. Ich gebe zu, dass ich ‘Molit­va’ am Anfang nicht moch­te, was aber wohl haupt­säch­lich dar­an lag, dass die Gay-Pri­de-Para­de auf der Büh­ne etwas ablenk­te. Ich bin mit dem Lied inzwi­schen jeden­falls (Ach­tung, schlech­tes Wort­spiel vor­aus!) warm­ge­wor­den. Ver­dien­ter Sie­ger. ‘Sie­ben, sie­ben, ai lju lju’! Eben­falls voll­kom­men ver­dient Zwei­te®. Und Jemi­ni dür­fen sich tat­säch­lich reha­bi­li­tiert vor­kom­men. Ich habe ver­sucht, mir die Stu­dio­ver­si­on von ‘They can’t stop the spring’ anzu­hö­ren. Die Frau hat sich auf der Büh­ne nicht ver­sun­gen – das SOLL­TE so klin­gen! Ent-Setz-Lich. Alba­ni­en, to the res­cue (dan­ke an die Jury, zumin­dest soviel ich weiß, sonst hät­te Irland sich in die illus­tre Schar der Nul­poin­ter ein­rei­hen dür­fen)! Herr Cice­ro macht Alt­her­renswing. Und da erwar­ten wir ernst­haft ein bes­se­res Ergeb­nis? Ich habe mal irgend­wo gele­sen, dass er bei Benut­zung der Jury­wer­tun­gen Sechs­ter oder Sieb­ter gewor­den wäre. Wenn das kein Argu­ment GEGEN Jurys ist, weiß ich auch nicht. Nett, aber in die Kate­go­rie ‘gehört und ver­ges­sen’. Und wenn ich, die beken­nen­de Grand-Prix-Hete, etwas als tuck­ig und camp emp­fin­de, dann ist es das wohl. Mei­ne Damen und Her­ren: Scooch! Die zwölf Pro­test­punk­te aus Mal­ta waren aller­dings ein Höhe­punkt des Abends. Es hät­te ein schö­ner Abend sein kön­nen, aber die Abstim­mungs­er­geb­nis­se waren schlicht zu vor­her­seh­bar. Kommt mir das nur so vor, oder wird das immer schlim­mer? Auch wäh­rend der Abstim­mung sink(g)t für Sie: Das Niveau! Und dabei lag der ech­te Här­te­test noch vor uns.

  2. Shake it- Gesha­ker Zur Sie­ge­rin ist nur zu sagen: End­lich mal wie­der ein Lied! Was mir aller­dings mal wie­der so rich­tig gegen den Strich ging, die zwei Shake it-Machos aus Grie­chen­land und Tür­kei auf Platz 5 und 7 wäh­rend so wun­der­ba­re Björ­k/­Ma­don­na-Ver­schnit­te wie von Sopho aus Geor­gi­en aus Platz 12 ver­küm­mern müs­sen. Kein Wun­der das wir 2008 dafür mit einer Corin­na May-Nach­fol­ge­rin und ihrem gepiss­ten Lied (eng­lisch ist halt doch nicht soo ein­fach) bestraft wur­den.

  3. Deja­vu Wie schon 2003 mit Jeme­ni hat­te ich mich Wochen vor­her auf UK als per­sön­li­chen Favo­ri­ten geei­nigt und genau­so wur­de es eine Kata­stro­phe. Mal abge­se­hen vom mise­ra­blen Gesang, war­um konn­ten sie den Auf­tritt nicht genau­so wie im Vor­ent­scheid durch­zie­hen? Wie­so die zwei Extra-Tus­sen im Baby­doll? Das rui­nier­te die gan­ze Per­for­mance und mach­te aus dem lus­ti­gen Lied eine pure Lächer­lich­keit. Mei­ne Ent­täu­schung war gren­zen­los. Bei Vera Ser­duch­ka war es genau anders­rum, ein bescheu­er­ter Song mit einer tol­len Per­for­mance. Die doo­fen Rus­sin­nen von Serebro, die wohl eine Sze­ne aus Train­spot­ting nach­spiel­ten, haben den drit­ten Platz belegt? Einen bes­se­ren Beweis für Natio­na­li­tä­ten-Voting kann es kaum geben. Erst der 5.Platz, der Song ‘Water’ hat mir wirk­lich gefal­len.

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