Vicky Leandros: Ein Mädchen von Piräus

Vicky Leandros‚ Versuch, griechische Kultusministerin zu werden, ist gescheitert. Ihre Liste, die sozialistische Oppositionspartei Pasok, erhielt bei der Wahl am Sonntag zu wenige Stimmen. Immerhin bleibt der zweimaligen Eurovisionsteilnehmerin und Siegerin von 1972 noch ihr bisheriger Posten als Beauftragte für internationale Beziehungen und Kultur im Athener Hafenvorort Piräus.


Eurovisionskollegin Lisa del Bo (BE 1996) singt Vicky ein Ständchen

Wer behauptet, der Eurovision Song Contest sei unpolitisch, irrt. Etliche bekannte Epigonen hatten oder haben Kontakt zur Politik, sei es beispielsweise die irische Siegerin von 1970, Dana, die norwegische Kultusministerin Åse Kleveland (NO 1966), die ukrainische Siegerin von 2004, Ruslana, die zu einer Gallionsfigur der Orangenen Revolution wurde, oder Verka Serdutschka (UA 2007). Auch Vicky Leandros hege schon seit langem politische Ambitionen, wie das Hamburger Abendblatt berichtete. Immerhin scheint ihr Herz an der richtigen Stelle zu schlagen: Angebote der Berliner und Hamburger CDU habe sie in der Vergangenheit bereits abgelehnt. Dafür ließ sie sich 2006 als unabhängige Kandidatin zur Kulturstadträtin in Piräus wählen. Sie sei damals „von Haus zu Haus gezogen“, um Werbung für sich zu machen, so Vicky gegenüber der Zeitung.


„Was kann mir schon geschehn?“ Vicky lässt sich nicht unterkriegen.

Bei den Parlamentswahlen am Sonntag kandidierte sie, so das Hamburger Abendblatt, auf Wunsch des Vorsitzenden von Pasok, Girogos Papandreou, auf der Liste der oppositionellen sozialisten Partei. Im Falle eines Wahlsiegs wäre sie zur griechischen Kultusministerin aufgestiegen. Da machten ihr nun, wie das deutsche Fachblatt für Vicky-Leandros-Fragen, die Bild, gestern berichtete, die Wähler einen Strich durch die Rechnung. Trotz des allgemein kritisierten schlechten Bildes, das die regierenden Konservativen bei der Bewältigung der aktuellen Brandkatastrophe abgaben, gelang es den Sozialisten nicht, einen Stimmenvorsprung zu erzielen. Nun muß die große Diva des deutschen Schlagers (‚Grüße an Sarah‘) weiter mit dem Posten in Piräus Vorlieb nehmen. In Deutschland will sie aber weiterhin Konzerte geben.

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