Malta 2008: Everywhere is Bitch Talk

Bravo Malta! Wer hätte das gedacht? Aus einem nicht gerade schmalen Angebot lustiger Trash-Perlen (und tödlich langweiliger Balladen) tatsächlich die beste herauszupicken, das hätte ich den Insulanern gar nicht zugetraut. Mit dem Drogenverherrlichungslied Spionageschlager ‚Vodka‘, von der quirligen Morena voller Energie vorgetragen, entschieden sich die Malteser für herausragenden Spitzencamp und haben mir für das Erste den Glauben an die Menschheit wiedergegeben. Danke, Malta!


Bond, Morena Bond.

Scharfe Konkurrenz erwuchs der tollen Morena vor allem in Form von Claudia Faniello. Fabrizios kleine Schwester war ebenso wie die Siegerin mit gleich zwei Songs im Finale vertreten: dem ebenfalls camptastischen ‚Caravaggio‘ und dem etwas drögeren ‚Sunrise‘. Die nahmen sich gegenseitig die Punkte weg und landeten auf dem zweiten und dritten Rang. Damit war der Weg frei für den wohl schleichwerbefreundlichsten Eurovisionssong der letzten Jahre (welcher Schnapshersteller ihn sich wohl als Werbehymne schnappen wird?), obschon Morena noch etwas an ihrer Aussprache arbeiten könnte: „Everywhere is Bitch Talk“? Singen wir da über ein Eurovisionsfanclubtreffen? Jedenfalls habe ich endlich meinen ersten Favoriten für die laufende Saison! Hurra!


Wegen dieser Nummer hab ich mal eine Caravaggio-Ausstellung besucht. Kein Witz!

4 Gedanken zu “Malta 2008: Everywhere is Bitch Talk

  1. What ? Was ist an dem Titel bitte toll ? Selbst wenn er beim ESC erfolgreich sein sollte, würde dies nicht gerade für die Zuschauer sprechen. Wenn selbst Fans den Song schon als ‚ Trash ‚ bezeichnen – aber wer unterstützt ‚ Trash ‚ und vor allem warum ? Um dem ESC zu schaden und um ihn lächerlich zu machen ? Ja, das haben Vella/Borg mit diesem Song auch prima hinbekommen, indem sie das Niveau von ‚ Vertigo ‚ deutlich unterschritten. Jetzt fehlen noch der Troll aus Norwegen, die Prirates -verzeihung- ‚ wolves ‚ aus Lettland und ‚Dr. Frankenstein‘ aus Rumänien um den ESC vollends in eine Freakshow zu verwandeln. Dann muss man sich aber nicht wundern oder gar beklagen, dass ernsthafte Sänger und Komponisten den ESC meiden werden. Dieser Trend zum Kindergeburtstag und Bierzelt ist gefährlich.

  2. Also mir gefällt’s Ich find den Song echt gut! Eine flotte Nummer, die in Ohr und Bein geht, ein bisschen Ruslana, ein bisschen Sirtaki, ein bisschen Kasatschok, ein bisschen Frieden.

  3. Drogenverherrlichung? Na wohl eher das Gegenteil. Immerhin muss sie um ihr Leben fürchten weil sie weiß was Vodka ist. Laut Text nämlich ein Spionagecode. Aber ungerecht war der Vorentscheid in Malta schon. Da waren so viele schöne Lieder bei und ich hätte es sowohl Morena als auch Claudia gegönnt die Insel zu vertreten. Kann sich Malta nicht noch schnell teilen? :grin Könnte mir vorstellen, dass das ein Tanzhit auf den ESC-Parties in Belgrad wird. Was natürlich nichts heißen muss. Mir scheint, dass Phillip Vella musikalisch doch abwechslungsreicher zu komponieren scheint als ein Siegel oder ein G:son. Trotzdem wird es langsam etwas viel immer überall die gleichen Namen zu sehen.

  4. Warum denn nicht? Warum denn kein Trash? Das kann doch lustig werden. Immerhin haben wir doch auch schon Casanova aus Andorra. Der ist doch einsam sonst. Wäre doch lustig, wenn der zusammen mit dem König der Trolle (Norwegen), Dr. Frankenstein (Rumänien), den Seewölfen (Lettland) und ihrem Captaine (Georgien), den Nomaden der Nacht (Litauen) und Luciano (Dänemark) in voller Decadence (Belgien) einen Vodka (Malta) heben geht, den Wiggle Wiggle Song (Island) tanzt und sich anschließend von der Femme fatale (Zypern) verführen lässt und dabei sein Herz verspielt (Albanien). Schade nur, dass Caravaggio (Malta runner up) das nicht auf Leinwand wird festhalten können. Have some fun (Tschechien), we are one (Moldawien)! Hirn ausschalten und sich vom DJ fort tragen lassen (Bulgarien). 365 Tage (Estland) Party ist angesagt. Wenn wir Glück haben spielt auch der Wettermann (Lettland) mit. Es müsste schon mit dem Teufel (Polen) zugehen, dass es am Ende nach einem grandiosen Abend dann nicht heißt Hasta la vista (Weißrussland) und Era stupendo (Schweiz). Viva la musica (vielleicht auch Polen)! Und das natürlich alles Forever or never (Deutschland)! 8) Und sei doch froh. Je schlechter die anderen desto mehr Chancen haben wir wenn wir richtig wählen. 😉

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