Est­land 2008: Du bist mein Son­nen­licht

Mit sehr deut­li­chem Vor­sprung gewann soeben das est­ni­sche Komi­ker­duo Krei­si­raa­dio die Euro­laul. ‘Leto svet’, ein melo­disch auf dem ‘Bi-Ba-But­ze­mann’ basie­ren­der Song über (wie ich auf­grund man­geln­der Sprach­kennt­nis­se nur ver­mu­ten kann:) den unheil­vol­len Ein­fluß star­ker Son­nen­be­strah­lung auf die Lieb­lings­spei­sen der bei­den mops­ge­sich­ti­gen älte­ren Her­ren(?), besticht unter ande­rem mit der Ein­streu­ung des Wor­tes “Som­mer­licht”. Auf deutsch. Wit­zig.


Ob danach (1:38 Min.) auch die schwar­zen Kla­vier­tas­ten weiß waren?

Mit 52.000 Anru­fern deklas­sier­ten die mit Tony-Mar­schall-Gedächt­nis­fri­su­ren, Roland-Kai­ser-Gedächt­nis­stie­fe­let­ten und in ver­mut­lich absicht­lich zu wei­ten Anzü­gen antre­ten­den bei­den rhyth­mus­be­hin­der­ten Her­ren mit dem inter­es­san­ten Namen Krei­si­raa­dio (aus irgend­ei­ner Syn­ap­sen­fehl­leis­tung her­aus ver­mu­te­te ich zunächst “Run­des Radio” als Über­set­zung – erst Jah­re spä­ter ging mir blitz­ar­tig auf, dass es “Cra­zy Radio” bedeu­tet) die ange­tre­te­ne Kon­kur­renz – die Zweit­plat­zier­ten erhiel­ten gera­de mal 30.000 Zäh­ler. ‘Leto svet’ ent­hält Lyrics auf fin­nisch, deutsch und ser­bo­kroa­tisch, jedoch kein Est­nisch. Nach mehr­fa­chem Anse­hen erschließt sich mir der Song als mehr oder min­der sub­ti­le, aber gelun­ge­ne Par­odie auf das Abstim­mungs­ver­hal­ten der Bal­kan­län­der, die auf Punk­te­geil­heit basie­ren­de neue Viel­spra­chig­keit beim Wett­be­werb (vgl. rumä­ni­sche, pol­ni­sche und ukrai­ni­sche Bei­trä­ge der letz­ten Jah­re), die Kin­der­lied­haf­tig­keit vie­ler Sie­ger­songs und die Cho­reo­gra­fi­en von Caro­la (SE 1991), Ver­ka Ser­duch­ka (UA 2007) und vie­len ande­ren. Hübsch!

3 Gedanken zu “Est­land 2008: Du bist mein Son­nen­licht

  1. Ich ver­wei­ge­re die Aus­sa­ge Noch so ein Lied, das mich geschockt und zutiefst ver­wirrt hat. Aber schön zu sehen, dass Ver­ka immer­hin die deut­sche Spra­che wie­der ‘salon­fä­hig’ gemacht hat. *lol* Der ESC hat schon bes­se­re Spaß­lie­der gese­hen.

  2. Kein Spass erkenn­bar Also was an die­sem Mist so wit­zig sein soll, hat sich mir bis­her nicht erschlossen.Das gan­ze ist eine akus­ti­sche und opti­sche Zumu­tung.

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