Litau­en 2008: Hin­term Oze­an

Litau­en schickt die männ­li­che Ent­spre­chung zu Caro­lin For­ten­ba­cher zum Euro­vi­si­on Song Con­test: Jeroni­mas Mili­us, im rich­ti­gen Leben Sän­ger einer Metal-Rock-Band, gewann mit dem ran­zi­gen, kla­vier­ge­sät­tig­ten Musi­cal­song ‘Nomads in the Light’ soeben die litaui­sche Euro­vi­zi­ja. Er schlug unter ande­rem Ais­té Pil­vely­tė (1999). Damit bleibt Litau­en sei­ner lieb gewon­ne­nen Tra­di­ti­on treu, aus­schließ­lich grau­sa­mes Zeugs zum Grand Prix zu sen­den.


Selbst für litaui­sche Stan­dards unter­ir­disch: Jeroni­mas

Alles an Jeroni­mas Auf­tritt ist ent­setz­lich: der Song, der süß­li­ches Pia­no­ge­klim­per mit halb­ga­ren Rock­gi­tar­ren und bil­li­gen Syn­thie­tö­nen zu einer kleb­ri­gen Melas­se ver­kocht; sein unsau­be­res, knö­deln­des Gejau­le, das einen klas­si­schen Tenor vor­täu­schen soll, statt­des­sen aber klingt, als sin­ge ein Mops, dem man einen Trich­ter in den Hals gerammt hat; sei­ne lan­gen Haa­re, die nur an ech­ten Rockern gut aus­se­hen, und die schlim­me Rüschen­blu­se. Kaum zu glau­ben, dass Jeroni­mas als Lead­sän­ger der litaui­schen Gothic-Rock-Kapel­le Soul Bro­thers fun­giert, deren Musik zwar auf eine ande­re Wei­se grau­sam ist, aber wenigs­tens rich­ti­ger Rock. Mit der bei der Euro­vi­zi­ja prä­sen­tier­ten Musi­cal­num­mer hin­ge­gen qua­li­fi­ziert er sich als einer der pein­lichs­ten Sän­ger auf Got­tes Erd­bo­den.

5 Gedanken zu “Litau­en 2008: Hin­term Oze­an

  1. Muss ich mich jetzt schä­men, weil ich den Song und den Auf­tritt von Anfang an moch­te? Das ist doch min­des­tens eine 9,5 auf der Hal­dor-Lae­greid-Ska­la! Zu put­zig! Aber seit­dem ich erfah­ren habe, dass auch der Schwe­den­schla­ger­gott Tho­mas G:son in einer Hard-Rock-Band spielt sind mir alle Hard-Rocker und Metal­ler eh suspekt. Ist das nicht eigent­lich pein­lich für die sich wie eine Musi­cal­di­va auf­zu­füh­ren, bzw. so einen Schmonz zu kom­po­nie­ren? Mir wäre das in den Krei­sen pein­lich. :roll

  2. Super Song Ich muss dem Ver­fas­ser die­ses Bei­tra­ges ent­schie­den wider­spre­chen. Die­ser Song ist aus­ge­sproch super und auch die Stim­me des Sän­gers fin­de ich toll. Es ist das 1. mal, dass Litau­en ein gutes Lied bringt. Sicher wird das nicht der letz­te Platz, ganz im Gegen­teil. Aber über Geschmack lässt sich halt strei­ten und hät­te ich die­sen Bei­trag ver­fasst, wäre er genau das Gegen­teil des jet­zi­gen Ver­fas­sers! Wenn man die­sen Song mit eini­gen ande­ren des dies­jäh­ri­gen ESC ver­gleicht, wie z. B. das schreck­li­che Lied von Mal­ta, dann hät­te die­ser Song den 1. Platz ver­dient. Also lie­ber Ver­fas­ser, viel­leicht noch­mal genau hin­hö­ren!

  3. Muss ich mich jetzt schä­men? Um die Fra­ge direkt zu beant­wor­ten: ja. 😉 Und zum The­ma Hard­rock: hört man sich die Songs auf der MyS­pace-Sei­te der Soul­bro­thers an, dann fis­telt und knö­delt Jeroni­mas da ja noch viel pein­li­cher her­um. Augen­schein­lich ver­wi­schen die Gen­re­gren­zen in der Popu­lär­mu­sik zuse­hends, was ja prin­zi­pi­ell gut zu hei­ßen ist, aber manch­mal auch nach­tei­li­ge Fol­gen hat, wie hier.

  4. Super Song Okay, lie­ber Wil­li, hab ich gemacht. Lei­der bleibt’s für mich ein schreck­li­ches Gen­öle, uner­träg­li­cher als Ron­do Vene­zia­no oder bonaparti.lv. Der­weil ‘Vod­ka’ für mich der der­zeit bes­te Song des Jahr­gangs bleibt, weil es absicht­li­cher, gut gemach­ter Trash ist. Aber wie Du sagst: alles Geschmacks­sa­che. Es steht Dir natür­lich frei, die Schön­heit von Jeroni­mas Song in einem eige­nen Arti­kel zu lob­prei­sen – viel­leicht über­zeugst Du ja noch den ein oder ande­ren!

  5. Da wär mir Metal lie­ber gewe­sen, als die­ser erbärm­li­che Ver­such, eine Sui­zi­dal-Num­mer á la Nick Cave zu kopie­ren. Klingt wie aus einem dritt­klas­si­gen Hor­ror­film – kein Wun­der, dass es mir bei der Num­mer eis­kalt über den Rücken läuft.

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