Aserbaidschan 2008: Opera, Opera

Mit einer unterhaltsamen Mischung aus Kölner CSD-Kostümierung, ausgefeilter Show und absonderlichem interessantem trommelfellzerfetzendem Gekreische will Aserbaidschan bei seiner ersten Grand-Prix-Teilnahme die Trauben ernten. Engelchen Elnur Huseynov (andere Schreibweisen: Husseinow, Guseynov) erhielt am Ende einer spektakulären Vorentscheidung, in der allerdings die Stargäste die Hauptrolle spielten, das Plazet des Zentralkomitees der KPdSU der vielköpfigen Jury für seinen Beitrag ‚Day by Day‘. Ob er diesen Song auch in Belgrad vorträgt, ist allerdings noch offen: wie in Weißrussland behält man sich auch in einem der korruptesten Länder der Erde vor, den Siegertitel noch auszutauschen.


Das nächste Mal besser 8*4 (0:30 Min)!

Weder Kosten noch Mühen scheute der Kaukasusstaat für die Vorentscheidung zur erstmaligen Teilnahme am Eurovision Song Contest. Produktionsteams aus der Ukraine und aus Schweden wurden eingekauft, die Bühne wirkte wie direkt aus Helsinki importiert und mit Sertab, Ruslana und Marija Šerifovic schmückten gleich drei große Namen das Rahmenprogramm. Den Preis dafür zahlten allerdings die Zuschauer. Das Fernsehen des „Lands des Feuers“ hatte unter einer Vielzahl von Bewerbern drei Acts für das Finale ausgewählt, die jeder zunächst einen Titel vortragen durften. Danach sang Frau Erener eine gefühlte Stunde lang, gefolgt von der ukrainischen Kriegsprinzessin Ruslana, die sich, ganz diva-like, erst mal 15 Minuten lang Zeit ließ, bis sie sich tatsächlich auf der Bühne materialisierte und ihr komplettes musikalisches Lebenswerk zu Gehör brachte, einschließlich des neuen Albums ‚Wild Energy‘. Von der aber nicht all zu viel festzustellen war.

Erst nach diesem gefühlt zweitägigen Rahmenprogramm durften die drei offiziellen Vorentscheidungsteilnehmer ihren zweiten Song vorstellen. Eine Jury, in der offenbar jeder saß, der Geld und Einfluß irgendein semioffizielles Amt im aserbaidschanischen Unterhaltungsgewerbe inne hat, entscheid sich am Schluß für den putzigen Elnur Huseynov und seine grandiose Mischung aus Show und Stimmakrobatik. Der schon bei seinem ersten Beitrag in einem aus einer knallgelben Hose und Kampfstiefeln bestehenden Outfit aufgefallene Sänger schwebte bei seinem Siegertitel ‚Day by Day‘ bewaffnet mit farbigen Kontaktlinsen (die ihm das Aussehen eines gallekranken Trinkers verliehen), watteweiß gefärbten Haaren und riesigen Engelsflügeln, wie sie jede zeigegeile Schwester auf einem westeuropäischen CSD gerne trägt, ein und schockte die Zuhörer mit dermaßen dissonanten Kastratengesängen, dass man unwillkürlich zum Telefonhörer greifen und die 112 wählen möchte. Den teuflischen Gegenpart gab sein langhaariger Kumpel Samir Javadzadeh im sexy schwarzen SM-Outfit, der abwechselnd diabolisch röhrte und irre lachte. Fantastisch das Finale mit Elnur als gefallenem Engel – mit dieser Show dürften die Aserbaidschaner noch mehr Aufsehen erregen als die Georgier letztes Jahr! Großartig!

9 Gedanken zu “Aserbaidschan 2008: Opera, Opera

  1. Immer noch verwirrt, sowohl von dem Song als auch dem Auftritt. Ich hoffe es liegt an der miesen Videoqualität, dass das so scheußlich klingt und nicht an den Stimmen selbst. Es mag sein, dass ich langsam alt werde, aber ich hoffe doch, dass der Song noch ausgetauscht wird gegen einen weniger schockierenden.

  2. Oh!….mein!….Gott! Das gehört zum Schlechtesten, was ich in den letzten fünf Jahren gehört habe – da rollt es ja einem die Zehennägel auf! Und ich gerate langsam in Verzweiflung, da ich unter dem bisherigen Angebot der bereits feststehenden Beiträge, zum größten Teil Bierzeltschlager oder absolute Witznummern (siehe Estland), noch keinen einzigen (!) guten Song wahrgenommen habe – feht nur noch, dass Irland den singenden Truthahn hinschickt, und dann ist der ESC entgültig zu einem Gruselkabinett verkommen. :sigh

  3. Juchhu, ich werde doch noch nicht alt. *stein vom herzen fall* Ich habe jetzt Day after day noch ein paar Mal gehört, auch die Studioversion, also alles in besserer Qualität als das youtube-video, und muss nun doch revidieren. Ich mag zwar immer noch keine Countertenöre (da hab ich seit David D’Or 2004 eine Allergie gegen), aber musikalisch finde ich den Song toll und er ist bei weitem origineller als alles andere was bisher im Rennen ist. Auch von der Show her. Das könnte wirklich was werden!

  4. Super Song! Ey Leute Ihr seid so peinlich also echt!! Ihr müsst ja grade über die andere Länder mekkern,schaut doch ma die Billigen No Angels an!Deutschland hat noch nicht mal die vernünftigen Sänger zum Eurovision Contest zu schicken,darüber labert ihr noch über Aserbaidschan!!!Für das 1 te Mal ist es SUPER Vorberetung,Kostüme,Lied vor allem das aussehen von beiden find ich Super und das Thema des Liedes,Also bitte!!!es ist einfach eine Show, und das zählt bei Eurovision,und Neidisch zu sein ist überhaupt nicht gut,versucht doch einfach besser zu sein!Und den der diesen Kommentar über die Beiden geschrieben hat den finde ich Abscheuerlich und Asozial!!!

  5. elnur & samir ey was der/die letzte geschrieben hat ist tatol korrekt!!! macht es doch besser. ich gib dir völlig recht!!! elnur ist voll sweet un samir ist auch süß!! aba ich find die stimme von elnur ein bisschen besser als die von samir aba seine ist auch gut!

  6. super! also ich finde die beiden total klasse,klar haben wir net gewonnen,aba das ist ja schon standart:( naja trotzdem tolles lied von elnur und samir! die geilen typen sehen ja auch net grad schelcht aus;) und das lied ist klasse :grin

  7. Die Wahren Champions Azerbaycan! Und dir Oliver würde ich raten sich weniger über die andere Lände lustig zu machen.Man sagt ja:’Schau immer in dein Teller!‘ 😉

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