Tsche­chy für – Ungarn 2008

Alles, was Recht ist – ein Händ­chen haben sie schon, die Ungarn: für die lied­ge­wor­de­ne Lan­ge­wei­le. Nach einem depri­mie­ren­den Blues (eine Musik­gat­tung, die mich bin­nen einer Vier­tel­stun­de in den Sui­zid treibt) letz­tes Jahr wähl­ten die TV-Zuschau­er nun eine schnarch­lang­wei­li­ge Bal­la­de. Csé­zy, eine Frau mit der Opern­ball­ver­si­on des Cyn­di-Lau­per-Haar­schnitts, darf damit in Hel­sin­ki das Land der Magya­ren garan­tiert nicht in die End­run­de sin­gen.


Auch hier lei­der: Fas­zi­na­ti­ons­fak­tor null

Szív­ver­és’ ist eine ver­staub­te, getra­ge­ne Grand-Prix-Bal­la­de, die klingt wie schon tau­send mal gehört. Sie gehört zu der Sor­te von Songs, bei der man denkt “das Lied kenn ich doch, das gab’s doch schon mal”, ohne dass man direkt einen Titel benen­nen könn­te, den er pla­gi­iert. Lan­ge­wei­le pur. Csé­zy gewann anhand der Anru­fer, eine eben­falls abstim­men­de Jury setz­te sie nur auf den zwei­ten Rang. Das reich­te aber zum Gesamt­sieg, was aus demo­kra­ti­scher Sicht zu begrü­ßen, im Sin­ne anspre­chen­der Unter­hal­tung jedoch zu bedau­ern ist. Diver­sen Spe­ku­la­tio­nen zufol­ge wird ‘Szív­ver­és’ in Bel­grad vor­aus­sicht­lich auf Eng­lisch vor­ge­tra­gen, um die durch­schnitt­li­che Lang­wei­lig­keit des Bei­trags noch wei­ter zu stei­gern. Von der Num­mer gibt es auch einen Dance-Remix, der auf Csé­zys aktu­el­lem Album zu fin­den ist. Er unter­legt die musi­ka­li­sche Ödnis mit einem ste­reo­ty­pen Com­pu­ter­beat, was die Cho­se auch nicht ret­tet. Immer­hin besticht wenigs­tens das you­tube-Ver­le­gen­heits­vi­deo (garan­tiert nicht der offi­zi­el­le Pro­mo­clip) durch beson­de­re Ori­gi­na­li­tät.


Im Dance-Remix erträg­li­cher. Und das Visu­el­le ist auch anspre­chen­der!

1 Gedanke zu “Tsche­chy für – Ungarn 2008”

  1. Tja, das scheint ja im Moment tat­säch­lich mei­ne Befürch­tung zu bestä­ti­gen und ein eher typi­scher, klas­si­scher ESC-Jahr­gang zu wer­den. Was ist denn die­ses Jahr los? Wo haben sich die gan­zen tol­len Knal­ler ver­steckt? Biß­her sind die Songs doch bes­ten­falls nett.

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