Ser­bi­en 2008: Ohne Stie­le und Sten­gel gekel­tert

Span­nend geht es zu in Bel­grad: nach dem die Beo­vi­zi­ja wegen der Aus­schrei­tun­gen im Zusam­men­hang mit der Los­lö­sung des Koso­vo ver­scho­ben wer­den muss­te, sieg­te in der nun doch noch statt­ge­fun­de­nen Vor­ent­schei­dung die Favo­ri­tin Jele­na Tomaše­vić. Mit einer wun­der­schö­nen Bal­kan­bal­la­de aus der Feder von Žel­j­ko Jok­si­mo­vić. Der schrieb und sang sein Hei­mat­land mit dem ähn­lich ange­leg­ten ‘Lane moje’ bereits 2004 fast zum Sieg und steht auch die­ses Jahr beim Grand Prix wie­der auf der Büh­ne – als Mode­ra­tor. Soll­te sein von Frau Tomaše­vić gesun­ge­ner Bei­trag ‘Oro’ erneut sie­gen, so könn­te er sich als des­sen Kom­po­nist selbst die Hand schüt­teln. Auf Rang 3 lan­de­ten die Beau­ty Queens, Mari­jas Begleit­ka­pel­le vom letz­ten Jahr.


Sub­til natio­na­lis­tisch: das Lied vom Amsel­feld

Für Jok­si­mo­vić und Tomaše­vić ist es nicht die ers­te Kol­la­bo­ra­ti­on: der begna­de­te Kom­po­nist, der auch für das eben­falls zum Ster­ben schö­ne ‘Lej­la’ (BA 2006) ver­ant­wort­lich zeich­net, schrieb ihr schon 2005 das nicht min­der ergrei­fen­de ‘Jutro’ auf den zar­ten Leib, mit dem sie bei der dama­li­gen Vor­ent­schei­dung Zwei­te wur­de, weil näm­lich sämt­li­che mon­te­ne­gri­ni­schen Juro­ren ihr vorn lie­gen­des Lied geschlos­sen igno­rier­ten und statt­des­sen die Spalt­pil­ze No Name zum Sieg mogel­ten. Nun haben die Mon­te­ne­gri­ner ihren eige­nen Staat, Jele­na gewon­nen und der Grand Prix eine neue wun­der­schö­ne Bal­kan­bal­la­de. Bös­ar­ti­ge Zun­gen läs­tern zwar, Jok­si­mo­vić tue seit sei­nem Erfolg mit ‘Lane moje’ nichts ande­res, als das Lied jedes Jahr unter einem ande­ren Titel erneut ein­zu­rei­chen – aber das darf er von mir aus noch vie­le Jah­re tun, denn wegen genau die­ses wun­der­ba­ren, bit­ter­sü­ßen Herz­schmer­zes, die­ses die See­le mit einer Ras­pel strei­cheln­den Lei­des lie­be ich ihn. Immer wie­der. Und Die­ter Boh­len macht ja seit 1986 auch nichts ande­res, als sein eines Lied immer wie­der zu kopie­ren.


Opfer der mon­te­ne­gri­ni­schen Sepa­ra­tis­ten: Jele­na 2005

3 Gedanken zu “Ser­bi­en 2008: Ohne Stie­le und Sten­gel gekel­tert

  1. Also so lang­sam geht mir der gute Zel­j­ko so ziem­lich auf den Keks. Nuna nuna nuna nay, auch wenn er für den Text nichts kann, da man­gelt es doch wohl gewal­tig an Ori­gi­na­li­tät, auch musi­ka­lisch. Hun­dert Mal gehört, es wird Zeit für was Neu­es. Da hilft es auch nicht, dass er sich jedes Jahr in einen enge­ren Anzug presst.

Oder was denkst Du?