Finnland 2008: Oops, they did it again

Mutig, diese Finnen: nach dem sie 2006 mit einem als Hardrock getarnten klassischen Eurovisionsschlager einen für ihre Verhältnisse zufriedenstellenden Platz bei diesem europäischen Liederwettbewerb erreichten, probieren sie es diesmal mit echtem Hardrock. Oder was sich dafür hält. Teräsbetoni (Stahlbeton), eine 2002 gegründete Metallcombo, die in Fachkreisen gerne mit den schlimmen Manowar verglichen wird, repräsentieren das Land mit ‚Missä miehet ratsastaa‘.


Wo die wilden Männer reiten

Auch wenn ihr Song mit den unsterblichen Worten „Huh! Hah!“ beginnt – mit Dschinghis Khan (DE 1979) hat das ganze leider wenig zu tun. Im Gegensatz zu Lordi, die unter anderem Abba (SE 1974) als ihre Vorbilder benennen und einen melodischen Popsong in einen Hardrock-Tarnanzug steckten (sowie sich in Halloweenmasken), verstehen sich Teräsbetoni als echte Metaller, auch wenn sie ihn ähnlich hohen Tonlagen kreischen wie Lordi im Refrain. Einen solchen (erkennbaren) gibt es bei ‚Missä miehet ratsastaa‘ jedoch nicht, nur strukturloses Rumgebrülle und Gitarrengebratze. Was für heterosexuelle Pubertierende.

2 thoughts on “Finnland 2008: Oops, they did it again

  1. Etwas gelernt? Augenscheinlich nicht. Rocksongs müssen melodisch (und selbst dann ist kein Erfolg garantiert, Kabat waren musikalisch spitze, sie hätten sich vielleicht nur nicht durch das Lied grunzen sollen statt singen) und catchy sein um beim ESC erfolgreich zu reüssieren. Also bitte noch fleißig am Remix arbeiten und den Refrain wirklich als solchen erkennbar machen bitte! Potential ist da vorhanden. So viele tolle Acts diese Jahr (Cristal Snow!!!!, Mikael Kontinnen, Movetron, Kari Tapio) und die Finnen bleiben lieber im alten Fahrwasser. Das tun die Griechen zwar auch, aber deren Lieder sind immerhin catchy.

  2. Abbitte Zwar zwei Jahre später, aber da ich gerade die DVD von 2008 wieder im Spieler habe, so möchte ich hier doch Abbitte für meinen alten Kommentar leisten – wie es der Webmaster bei Bosnien damals getan hat. Teräsbetoni ist voll abgegangen auf der Bühne und ich habe dann auch für sie angerufen. Also: Entschuldigung und grandios war’s!

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