Lett­land 2008: Par­lay!

Das Unglaub­li­che ist gesche­hen: zum ers­ten Mal in der Geschich­te des Euro­vi­si­on Song Con­test schickt ein bal­ti­scher Staat einen rich­tig gei­len Bei­trag zum Grand Prix! ‘Wol­ves of the Sea’ ist Euro­vi­si­ons­trash delu­xe – Dschinghis Khan (DE 1979) rea­loa­ded gewis­ser­ma­ßen, gekreuzt mit dem seit ‘Fluch der Kari­bik’ wie­der aktu­el­len The­ma “Pira­ten”. Das ist sexy und camp!


Nach sie­ben Fla­schen Rum kommt das rich­tig geil!

Nach ‘Leto Svet’ ist dies der zwei­te bal­ti­sche Bei­trag die­ses Jah­res, der statt auf ster­bens­lang­wei­li­ge Alters­bal­la­den oder öden Pop­rock auf bril­lant cho­reo­gra­fier­te Come­dy setzt – die Bal­ten schei­nen doch lang­sam zu begrei­fen, wel­che Art von Unter­hal­tung beim Grand Prix gewünscht ist! Das ein­zig Bedau­er­li­che ist, dass John­ny Depp nicht mit­tanzt – auch das kann den Unter­hal­tungs­wert die­ses The-Vil­la­ge-Peop­le-meet-DJ-Bobo-Spek­ta­kels jedoch nicht min­dern. Mehr, mehr, mehr davon!

3 Gedanken zu “Lett­land 2008: Par­lay!

  1. Gut ist was ande­res. Also : 1) Der Ver­gleich mit Bobo stimmt 2) Dann darf man hof­fen, dass den ’ Pira­tes ’ ein ähn­li­ches Schick­sal beim ESC bevor­ste­hen wird ? Zumal sie stimm­lich etwa so ’ gut ’ sind, wie ihre Vor­bil­der Mer­ce­des Club aus Island ? 3) Also dann lie­ber Bal­la­de – wenn das plus Krei­si­raa­dio plus Dus­tin die Alter­na­ti­ve sein soll. Ein Over­kill die­ser wirk­lich bil­li­gen, sub­stanz­lo­sen Bei­trä­ge zer­stört das – in eini­gen Tei­len Euro­pas eh ange­schla­ge­ne Image – des ESC. Man stel­le sich vor, sol­che Bei­trä­ge wären wirk­lich erfolg­rei­ches als ’ ech­te ’ Songs bzw. rich­ti­ge Musik, die auch ohne Ver­klei­dung funk­tio­niert – wer soll dann noch ernst­haft Inter­es­se am ESC haben ? Ähli­che Gruup­pen oder die C&D Rie­ge der Unter­hal­tung: die­se Gefahr soll­te man nicht für einen kurz­le­bi­gen Joke über­se­hen.

  2. Kla­mauk. Möch­te kei­nes­wegs die Spaß­brem­se spie­len – aber die­ser Bei­trag passt mir nach den zwei Tony Mar­shalls aus Est­land , dem sin­gen­den Trut­hahn und gefal­le­nen Engeln über­haupt nicht in den Kram! Abge­schmack­ter musi­ka­li­scher Son­der­müll ist das, nur noch zum Voll­suff-Mitgröh­len im Bier­zelt geeig­net. Ich habe nichts gegen ein biss­chen Spass beim ESC – aber wenn man nur noch sub­stanz- und hirn­lo­sem Spass­ter­ro­ris­mus aus­ge­setzt wird, hört Sel­bi­ger bei mir dann doch auf.

  3. Von ges­tern Eigent­lich soll­te man Trends nicht hin­ter­her­ja­gen und sich an uner­reich­ba­ren Vor­bil­dern ori­en­tie­ren, son­dern selbst Trends schaf­fen und Vor­bild sein. Wenn man damit vor ein paar Jah­ren kurz nach dem ers­ten Teil von Fluch der Kari­bik ange­kom­men wäre, aber die­ses Fahr­was­ser ist ja kaum noch wel­ches. Und selbst DJ Bobo hat das Pira­ten­the­ma schon längst durch. Und das will was hei­ßen! Kin­di­sches Kos­tüm­fest (selbst da ist der Bobo pro­fes­sio­nel­ler). Aber das ist ja nichts Neu­es, dass sich die Let­ten ger­ne ver­klei­den. Marie N. als Mann, Bonaparti.lv als Knödeltenöre/Schornsteinfeger/Sargträger. Doch eines muss man dem Song las­sen: Er ist schon ver­flucht catchy.

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