Dima Bilan zeigt sei­ne Sand­prin­zes­sin

Wie es um die Homo­pho­bie in Russ­land bestellt ist, zeigt trau­ri­ger­wei­se nicht nur das jähr­lich wie­der­keh­ren­de Ver­bot des CSDs in Mos­kau und die dar­auf­fol­gen­den gewalt­tä­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, son­dern auch das Ver­steck­spiel, zu wel­chem sich der rus­si­sche Euro­vi­si­ons­sie­ger Dima Bilan genö­tigt sieht. Um den Gerüch­ten über sei­ne Homo­se­xua­li­tät ent­ge­gen­zu­tre­ten, die von den jetzt wie­der aus­ge­gra­be­nen über zwei Jah­re alten Nackt­fo­tos von ihm befeu­ert wer­den, prä­sen­tier­te er in Deutsch­lands auf­la­gen­stärks­tem Lügen­blatt sei­ne “Freun­din”, das tsche­chi­sche Model Ele­na Kulets­ka­ya. Die lebe in “Paris, wo ich sie oft besu­che”, so Dima laut Bild. Wie prak­tisch, wenn die Sand­prin­zes­sin so weit weg wohnt!


Inbrüns­tig und thea­tra­lisch, aber natür­lich *hüs­tel* hete­ro: der Dima

Nun ist ja eigent­lich einem Jeden, der Dimas hoch dra­ma­ti­schen Auf­tritt beim Euro­vi­si­on Song Con­test zu sehen das Ver­gnü­gen hat­te, son­nen­klar, wel­cher sexu­el­len Ori­en­tie­rung der rus­si­sche Plat­ten­mil­lio­när, der es ja auch in Bel­grad nicht las­sen konn­te, einem Mil­lio­nen­pu­bli­kum sei­nen mitt­ler­wei­le etwas weni­ger kna­cki­gen Kör­per zu prä­sen­tie­ren, zuneigt. Den­noch wür­de ein öffent­li­ches Bekennt­nis im schwu­len­feind­li­chen Russ­land wohl das Ende der Kar­rie­re für Dima bedeu­ten. Also zau­bert man halt schnell eine angeb­li­che Freun­din aus dem Hut; prak­ti­scher­wei­se eine Fern­be­zie­hung über 2.500 Kilo­me­ter Ent­fer­nung, die Dima da seit zwei­ein­halb Jah­ren füh­ren will. Und die Bei­na­he-Nackt-Fotos, die er für das rus­si­sche Äqui­va­lent des Play­girl schoss? Waren natür­lich “eigent­lich für weib­li­che Augen bestimmt. Mit Män­nern habe ich defi­ni­tiv nichts am Hut.” Nee, Dima, is klar!

8 Gedanken zu “Dima Bilan zeigt sei­ne Sand­prin­zes­sin

  1. Hmm … .…also ich weiß nicht, ob man gene­rell vom ’ schwu­len­feind­li­chen Russ­land ’ spre­chen kann. Eini­ge habe ja auch Hor­ror­sze­na­ri­en von Bel­grad an die Wand gemalt, ohne dass dort etwas pas­siert wäre. Die meis­ten hat­ten doch einen posi­ti­ven Ein­druck und fühl­ten sich will­kom­men – unab­hän­gig von ihrem Pri­vat­le­ben. Das wird in Russland/Moskau ähn­lich sein. CSDs haben es auch in eini­gen EU- Staa­ten und dem ame­ri­ka­ni­schen ’ Bibel Belt ’ schwer : das ist jetzt nichts ’ typisch rus­si­sches ’ ! Man geht mit Min­der­hei­ten inzwi­schen auch schon etwas ande­res um, als noch vor eini­gen Jah­ren und natür­lich gibt es auch in Russ­land eine Sze­ne : der Unter­schied zum libe­ra­le­ren Teil des Wes­ten ist halt nur, dass man größ­ten­teils unter sich bleibt und in der Öffent­lich­keit kaum in Erschei­nung tritt. Also in etwa wie in Ser­bi­en – aber auch hier gibt es einen Wan­del, der aber natür­lich Zeit braucht . In Mos­kau liegt auch vie­les am äußerst kon­ser­va­ti­ven Bür­ger­meis­ter : St. Peters­burg ist etwas offe­ner bzw. ’ euro­päi­scher ‘, aber auch hier soll­te man nicht ver­all­ge­mei­nern. Es gibt über­all gute und schlech­te Bei­spie­le. Was Dima angeht – mir ist sein Pri­vat­le­ben eigent­lich egal. Die Geschich­te mit sei­ner ’ Freun­din ’ klingt etwas komisch, ich dach­te er wäre offi­zi­ell mit sei­ner Pro­du­zen­tin zusam­men ( die ’ blon­de ’ Dame aus dem Video ? ) aber es ist auch egal. Dass es für den Ver­kauf der CD bes­ser ist, als Hete­ro zu erschei­nen, gera­de wenn die Ziel­grup­pe eher weib­lich ist, kennt man übri­gens auch von unzäh­li­gen west­li­chen Boy­groups : ich den­ke mal, hier geht es ums Geschäft und nicht um Schwu­len­feind­lich­keit oder ’ Angst ’ vor einem Outing – am Ende ist er Bi, und alle poten­ti­el­len Käu­fer sind glück­lich …hap­py end ;).

  2. Wahr spre­chen oder schwei­gen! Selbst­ver­ständ­lich geht es ums Geschäft. Das macht die Sache aber nicht bes­ser. Dimas sexu­el­le Aus­rich­tung hat mich selbst auch kei­nen Jota inter­es­siert – bis zu dem Zeit­punkt, als er selbst glaub­te, sie the­ma­ti­sie­ren zu müs­sen. Hät­te er zu den Gerüch­ten ein­fach geschwie­gen (oder wie einst Rob­bie Wil­liams damit koket­tiert, ohne Stel­lung zu bezie­hen), wäre es gut gewe­sen. So aber sagt er ja unter­schwel­lig: ich will nicht von den Per­ver­sen ange­kuckt wer­den (‘die Bil­der waren nicht für Män­ner bestimmt’), ich distan­zie­re mich von die­sem ver­ach­tens­wer­ten Gesocks (‘ich habe mit Män­nern nichts am Hut’), die sol­len sich nur schön wei­ter ver­ste­cken, wenn sie nicht ver­dro­schen wer­den wol­len. Auch die win­del­wei­che Vari­an­te ‘ich bin bi’ hät­te ich ja noch durch­ge­hen las­sen. Aber mit sei­ner offen­si­ven Selbst­ver­leug­nung ver­leug­net er auch die Schwu­len, die gera­de im Osten jede pro­mi­nen­te Unter­stüt­zung brau­chen. Da hat er m.E. als Super­star auch Ver­ant­wor­tung. Wenn er der aus Geld­gier oder Feig­heit nicht gerecht wer­den will, soll er wenigs­tens das Maul hal­ten. Aber uns nicht auch noch in den Rücken fal­len.

  3. Armer, rei­cher Dima.… Dima hät­te wohl geschwie­gen, wenn die Klatsch­blät­ter nicht die Pho­tos aus­ge­gra­ben hät­ten und ihn, laut eige­ner Aus­sa­ge, in „ jedem Land „ , dass er seit sei­nem Sieg besucht hat, dar­auf anspre­chen wür­den. Und da kann man sich leicht aus­mah­len, was ihm sei­ne Pro­du­zen­ten und wohl auch die Plat­ten­fir­ma ein­ge­trich­tert haben. Klar, man kann ihm Schwä­che vor­wer­fen ( falls er wirk­lich schwul sein soll­te, einen ech­ten Beweis gibt es ja noch nicht – die Pics waren ja wirk­lich für das rus­si­sche Play­girl und zei­gen ihn solo ), aber wie gesagt, es fällt auch vie­len west­li­chen Stars schwer, sich zu outen ! Ein schwu­les Boy­band­mit­glied muss mit dem sofor­ti­gen Ende der Kar­rie­re rech­nen, weil die Ziel­grup­pe eben zu 90 % weib­lich ist und bei den Sport­lern haben wir noch eine Situa­ti­on wie in den 50er/60er Jah­ren : gera­de bei den Fuß­bal­lern. Ja, was der Osten bräuch­te sind in der Tat geou­te­te „ Stars „ – und es wird sie auch geben, nur braucht es Zeit, der Wan­del lässt sich nicht erzwin­gen. Erst gab es Dik­ta­tu­ren, dann Cha­os und jetzt einen z.T. erstark­te Kirche/Religion und einen Tur­bo-Kapi­ta­lis­mus, die­se Gesell­schaf­ten sind kaum zum durch­at­men gekom­men. Da haben Min­der­hei­ten­rech­te und Libe­ra­li­sie­run­gen kaum eine Rol­le gespielt – zuerst ging es ums nack­te Über­le­ben, dann um das schnel­le Geld ver­die­nen. Aber zumin­dest gibt es schon mal Stars, wie Ani Lorak, die sich im Kampf gegen HIV enga­gie­ren – ohne dass es der Kar­rie­re scha­den wür­de, auch das wäre vor eini­gen Jah­ren noch undenk­bar gewe­sen – das The­ma war tabu ! Man sieht also, dass sich dort durch­aus etwas tut – und Dima ist ja noch jung, viel­leicht kommt das Outing ja noch irgend­wann, viel­leicht wird er der zwei­te Cliff, oder „Vater“ wie Sakis ( 😉 ) time will tell. Dass er durch die ver­mu­te­te Ver­leug­nung sei­ner Sexua­li­tät ande­ren in den Rücken fal­len will, oder ande­re gar „ ver­ach­tet „ glau­be ich nicht – Dima ist viel­leicht etwas exzen­trisch, aber kein schlech­ter, bös­ar­ti­ger Mensch son­dern eher sen­si­bel, wie man in der rus­si­schen VE wie­der sehen konn­te. Ich habe eher das Gefühl, dass er fremd­ge­steu­ert wird – er ist halt eine Fir­ma, an der vie­le ver­die­nen wol­len. Ich möch­te nicht mit ihm tau­schen, trotz des Gel­des und der Berühmt­heit.

  4. be or not be War­um spre­chen wir über­haupt dar­über? War­um inter­es­siert es über­haupt jeman­den ob Künstler/in Homo- oder Hete­ro­se­xu­ell ist? Was spielt das für einen Rol­le? Also, mich inter­es­siert es nicht! Wenn er schwul ist und das ver­heim­licht dann ist das sein Ding. Dann tut er mir zwar leid, weil er nicht sein kann wie er ist, aber das ist sein Pro­blem.

  5. fotos?! komisch wie dann die fotos von dem kuss mit rus­lan aus weiß­russ­land zu stan­de gekom­men sind … sehr komisch

  6. blaaaaa­ab­laaaaaaaa zu dem kuss.…für mich sieht das eher so aus als ob er rus­lan was ins ohr flüs­tern will… 😉 …

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