Fan-Spekulationen über den Jury-Einfluß

Seit die EBU ihre unglückselige Entscheidung verkündet hat, das Rad der Geschichte zurückzudrehen und das undemokratische Bevormundungsinstrument Jury wieder an der Abstimmung zu beteiligen, wühlen echte Fanoraks in den Tiefen ihrer Statistiken und errechnen die abstrusesten interessantesten Szenarien über den Einfluss des Korruptionsgremiums. So taucht nun auf ESCnation eine Statistik auf, nach der Roschée Zitzenfroh 2007 nicht auf dem gerechten neunzehnten, sondern auf einem absurden sechsten Rang gelandet wäre, hätten damals die Back-up-Jurys schon mitstimmen dürfen. Und ein anderer Fan weist im gleichen Forum den erstaunlichen Einfluss unterschiedlicher Berechnungsmethoden auf das Endergebnis nach.


Wer steuert das Punkteboot der Eurovision?

Im Fanforum von ESCnation rechnet Andreas S. vor, dass Deutschland von dem neuen Jury-Televoting-Mix profitiert hätte, wäre es 2007 bereits zur Anwendung gekommen. Unter Zugrundelegung der Ergebnisse der Back-up-Jurys von 2007, die für den technischen Notfall (Ausfall des Televotings) bereit standen, errechnete er das alternative Ergebnis für diesen Jahrgang. Legt man einen 50/50-Split zwischen Telefonabstimmung und Jurys zugrunde, hätte die dicke serbische Lesbe zwar immer noch gewonnen. Ein deutlich besseres Ergebnis hätten hingegen die grausamen Superlangweiler aus Ungarn (das greinende Mädel von der Bushaltestelle, Platz 3 statt 9), Lettland (die sechs jungen Knödeltenöre, Platz 8 statt 16) und Deutschland (Frauenversteher Roger Cicero, Platz 6 statt 19) erzielt. Erneut ein herausragendes Argument gegen eine Jurybeteilung – augenscheinlich sammeln sich in diesen Gremien, wie schon zu den Zeiten, als sie noch das Sagen hatten, hauptsächlich geschmacksgestörte Hausfrauen und Eurovisionshuschen jenseits des Klimakteriums.


1996 ziehen verkalkte Juroren dieses asthmatische Geröchel dem Welthit ‚Ooh aah – just a little Bit‘ vor und machen den Contest lächerlich

Der finnische Eurovisionsfan Timoteus beschäftigt sich mit unterschiedlichen Zählmethoden zur Ergebnisermittlung bei einem Jury-Televote-Mix. Seine umfangreiche mathematische Untersuchung (es gibt wirklich Menschen mit zu viel Zeit) schlägt als Alternative zum traditionellen Verfahren, bei dem die jeweilige Top Ten der Televoter und der Juroren zusammengezählt werden, eine „Borda-Wahl“ geheißene Methode vor, bei der sämtliche 25 Ränge Berücksichtigung finden. Dabei zählen nicht die Punkte der Televoter oder Jurys, sondern die Platzierung im jeweiligen Ranking. Anhand eines erfundenen Beispiels errechnet er ein massiv unterschiedliches Endergebnis, obwohl beide Methoden von denselben Zahlen ausgehen. Vorteil hierbei: der Einfluss des Diasporavotings, das vor allem auswanderungsstarke Länder wie die Türkei, Griechenland und Armenien begünstigt, sänke beim Borda-Verfahren. Der EBU sei die Beschäftigung hiermit anempfohlen!


Landet dank Diaspora auch mit Müll in den Top Ten: Armenien

Und bevor es hier zu bierernst wird, darf ich abschließend noch meinen Lieblingsblogger Stefan Niggemeier zitieren: „Das Schlechte an der Demokratie ist, dass die Leute, wenn sie wählen können, was sie wollen, einfach wählen, was sie wollen. Dieses Jahr beim Eurovision Song Contest zum Beispiel haben ganz viele Leute aus dem Osten Europas einfach für den russischen Teilnehmer gestimmt, womöglich weil der in ihrer Heimat ein Star ist und ihnen sein Stil gefällt, obwohl sie doch wussten, dass die Länder im Westen das nicht gut finden. Und die Länder im Westen zahlen schließlich für die Veranstaltung, waren zuerst da und wissen ja wohl besser, wie man Demokratie macht.“ Fast noch schöner als Stefans weise Worte ist der Kommentar von The_Vanguard (#59), der mit den Worten beginnt: „Deutschland, 1944: Im ganzen Land machen sich Unmut und Enttäuschung breit“. Unbedingt lesen, ganz große Kunst!

15 Gedanken zu “Fan-Spekulationen über den Jury-Einfluß

  1. Hollahe! Manche Leute haben wohl echt zu viel Zeit – naja, Finnen, was will man da erwarten? 😉 Aber ernsthaft, sehr interessante Sache, die man der EBU mal vor die Nase knallen sollte. Würde helfen. Was die Niggemeier-Sache angeht: Ja, ich weiß, Satire, Ironie und so weiter. Aber den Begriff ‚demokratisch‘ hierauf anzuwenden, finde ich etwas seltsam. Wir reden hier nicht von einer Parlamentswahl, verdammt. Ist die Bundeskanzlerwahl undemokratisch, weil nicht das Volk, sondern der Bundestag den Kanzler wählt? Man verstehe mich hier nicht falsch: ich bin entschieden gegen Jurys. Aber da wir nunmal damit geschlagen sind (und es glaube bitte niemand, Proteste auf Websites, egal wie gut gemacht, würden kurzfristig irgendwas daran ändern), kann man auch versuchen, die Lösung so sinnvoll wie möglich zu gestalten. Und wenn man sich dazu mit (irk) mathemathischen Modellen beschäftigen muss, ist das eben so. Das Popularitätsargument zieht beim ESC schon seit ziemlich langer Zeit nicht mehr (was macht Marija Serifovic noch gleich? Wie gut hat sich die Nachfolgesingle von Lordi in den deutschen Charts plaziert?). Und von ‚Abschaffung der Demokratie‘ zu schwadronieren, weil Jurys wieder eingeführt werden, über deren Gewichtung wir noch NICHTS wissen, und das auch noch nur im Finale, grenzt an Demagogie. So nicht, Herr Niggemeier.

  2. Demokratie und so Da muss ich Dir jetzt doch mal ganz sanft widersprechen und dem Niggemeier beispringen. Natürlich ist die Wahl des Bundeskanzlers demokratisch, denn das Wahlgremium (der Bundestag) wurde ja in freien und geheimen Wahlen vom Volk bestimmt. Hingegen wäre es mir neu, dass die Zusammensetzung der Eurovisionsjurys jemals in irgendeiner Form von der Öffentlichkeit bestimmt worden wäre. Natürlich ist auch das Telefonvoting in seiner jetzigen Form nicht lupenrein basisdemokratisch, weil jeder beliebig viele Stimmen (=Anrufe) hat. Dennoch ist es ein deutlich demokratischeres Verfahren als die Jury. Und wenn ein kleines Häuflein im Hinterzimmer ausgeküngelter ‚Experten‘ in einer Abstimmung genau so viel Gewicht bekommt (wovon ich bis zur Verkündung des Gegenteils ausgehe), macht das das Verfahren undemokratisch, finde ich. Natürlich ist das alles nicht dramatisch. Der Grand Prix ist schließlich nur eine TV-Show. Der Sieger wird ja nicht zum König von Europa. Er verkauft allenfalls ein paar Platten, wenn er Glück und eine tüchtige Plattenfirma hat, und bürdet seinem Land eine millionenteure Verpflichtung auf. Allerdings ist der Grand Prix für sehr viele Menschen ein Stück gefühltes Europa. Die ganzen aktuellen ‚Ostmafia‘-Diskussionen sagen ja mehr über die Gefühlslage der sich vom wirtschaftlich aufholenden Osten bedroht fühlenden Alteuropäer aus als über die tatsächlichen Abstimmungsergebnisse. Um so wichtiger fände ich persönlich das Hochhalten demokratischer Prinzipien statt die Rückkehr zur organisierten Korruption, wie es die EBU jetzt macht…

  3. Zugegeben… …ich bin ja auch nicht begeistert davon, wie das geregelt wird. Aber ich finde, dass hier mit etwas zu großem Kaliber geschossen wurde. Ich lese Niggemeier und Bildblog selbst sehr gern, aber der Herr neigt zum Polemisieren (das, was er der Bild gern, oft und berechtigt vorwirft), und diesmal ist er meines Erachtens übers Ziel hinausgeschossen. Genau wie der von dir zitierte Kommentar aus Niggemeiers Blog: liest sich ganz lustig, aber mir kam da der Gedanke, ob es nicht noch eine Nummer größer gegangen wäre? Zweiter-Weltkriegs-Vergleiche, auch satirische, sollten eigentlich nur in angemessenen Zusammenhängen benutzt werden (man kann natürlich lange darüber streiten, was hier ‚angemessen‘ bedeutet, aber ich halte den ESC für in diesem Sinne nicht bedeutend genug). Naja. Wir werden sehen, wie die ganze Sache sich entwickelt. Und ich bin mir ziemlich sicher: für jeden, der das so sieht wie du und ich, gibt es einen ESC-Fan, der die Rückkehr der Korruption bejubelt (sieht man andeutungsweise schon in den Kommentaren zu ‚Wann wird man je verstehn?‘). Nebenbei: Leben wir nicht eigentlich in einem Europa des freien Journalismus? (Mal abgesehen von Russland und ein paar anderen Pseudodemokratien in Osteuropa…) Korruptionsgeschichten bei den Jurys sollten doch eigentlich nicht geheimzuhalten sein, oder? Es wäre mir neu, dass die EBU ein Geheimdienst ist, und im heutigen Medienzeitalter bleibt nur wenig wirklich verborgen (oder wo sonst haben die Leute die ganzen Jurydaten der letzten Jahre her, die die EBU vermutlich nur zu gern unter Verschluss gehalten hätte?). 2008/2009 ist eine ganz andere Zeit als 1996/1997, was solche Dinge angeht. Ich spiele da mal den Optimisten (natürlich immer bereit, widerlegt zu werden, macht ja keinen Spaß sonst 😉 ).

  4. Schlechter Stil Ich fnde es einen absoluten miesen Stil von dir, das du Leute die dem neuen Votingsystem was gutes abgewinnen können als Hirnis bezeichnet. Für mich als deutscher Fan ist es erst einmal wichtig wie Deutschland abschneidet, und wenn durch das neue System die Chance größer wird das wir wieder aktzeptable Ergebnisse erreichen dann nur her damit. Ich könnte auf das Televoting sogar ganz verzichten. Und Roger Cicero hätte sehr wohl einen Top 10 Platz verdient gehabt, aber das wurde ihm ja durch die Ostblockmafia verwehrt. HOffentlich ist dadurch die Dominanz der Ostblockländer endlich gebrochen. Man konnte sich den ESC durch diese Ostblockverseuchung ja kaum noch angucken.

  5. Großes Kaliber Ditte stümpt: der Niggemeier polemisiert gerne. Deswegen les ich ihn auch gerne. Ich find Polemiken höchst unterhaltsam, deswegen sind sie im Umfeld einer Unterhaltungssendung auch absolut angebracht. Und den Weltkriegsvergleich in den Kommentaren fand ich vor allem deswegen amüsant, weil er sich in wunderbar erfrischender Weise über das deutsche Gejammere von der Ostrovision lustig macht – eigentlich gerade deswegen, weil sein Kontext ja damit spielt, dass es beim Song Contest eben um nichts ‚Kriegsentscheidendes‘ geht, man das also bitte alles nicht so ernst nehmen soll. Daher finde ich diesen Vergleich absolut angemessen – eben, weil er so unangemessen ist. Der JMB hatte ja selbst in der Feddersen-Bibel schon mal von einem maltesischen Bestechungsversuch anno 1997 berichtet. Dennoch standen die Jurys in der Vergangenheit weder unter irgendeiner öffentlichen Kontrolle noch hat sich die Presse sonderlich für ihre Zusammensetzung oder mögliche Bestechlichkeit interessiert. Ich glaub auch nicht, dass sich das ändert, da bin ich eher Realist als Optimist. Aber schauen wir mal, was die Zukunft bringt. Meine Befürchtung ist nur, dass 2009 wieder ein Ostland gewinnt (weil die Jury natürlich nix groß ändert und die Ostsongs ja in der Regel auch besser sind als unseren müden Versuche) und der Westen darauf komplett aussteigt… Ich hoffe sehr, ich behalte Unrecht.

  6. Schlechter Stil Stimmt, das ist schlechter Stil, sorry. Mir ist nur keine andere Bezeichnung als dieses billige Wortspiel für diese grenzenlose Naivität derer eingefallen, die einfach vor der Ergebnissen des Juryvotings der letzten 40 Jahre vor der Umstellung auf Televoting mutwillig die Augen verschließen. Aber ich finde es gut, dass Du Deine Motivation fürs Juryvoting so klar offen legst: es geht ja gar nicht um Gerechtigkeit, Hauptsache, Deutschland schneidet wieder gut ab, egal was für einen Mist wir schicken! Okay, das ist ein veritables Argument. Ich finde aber, wenn wir ranzigen 50jahre-Macho-Quark wie ‚…und dann kaufst Du ’n Ring und ’n Nerz‘ schicken, sollten wir auch die gerechte Beurteilung erfahren – ich hätte Roger auf den letzten Platz gesetzt! Aber egal, wie man das beurteilt (da geht’s ja immer nur um persönlichen Geschmack) – die Jurys werden eben gerade nicht die ‚Ostblockverseuchung‘ brechen! Für welches Land wird eine vom weißrussischen Diktator Lukaschenko persönlich ausgesuchte Jury wohl stimmen, na? Für Deutschland? Träum weiter, Hase! 🙂

  7. Borda-Wahl… …klingt gut. Da wäre ich dafür. Falls es überhaupt eine 50-50-Gewichtung gibt und nicht so etwas ähnliches wie beim Dance Contest mit Bonuspunkten für die Top-Ten der Jury. Allerdings das Rechenbeispiel mit dem 6. Platz für Deutschland wirft für mich die interessante Frage auf: Hätten wir bei reinem Juryvoting vielleicht sogar gewonnen? Oder wären immerhin Top 3 geworden? Von 19 auf 6 ist immerhin wirklich schon ein großer Schritt.

  8. Gerechtigkeit Also das mit der Gerechtigkeit ist so eine Sache. Wenn es wirklich gerecht zugegangen wäre, dann wäre so ein Mist wie Ukraine 2007 nie und nimmer auf Platz 2 gelandet. Jedenfalls nicht mit Juryvoting. Noch ein beispiel wenn du mir jetzt noch erklären wo der gesangliche Unterschied zu No Angels und der Griechischen GogoTänzerin war oder dem Playboy aus Russland, dann wäre ich mal froh. Die Televotinggerechtigkeit sieht doch im Moment so aus, wären die No Angels für Russland gestartet, hätten sie bestimmt weitausbesser abgeschnitten und der Bilan umgekehrt für Deutschland, hätte nicht gewonnen. Beim Televoting der letzten Jahre kam es gar nicht mehr auf die Songs an, sondern nur darauf woher man kommt. Und das ist mit Juryvoting etwas abgeschwächt. Wenn man jetzt noch eingeführt hätte, das nur die Länder im Finale voten können, die sich dafür auch qualifiziert haben, wäre ich rundum zufrieden. Na wenigstens behalten wir den Finalplatz.

  9. Igitt, igitt …..also besonders der Erfolg der Letten mit den gruseligen Fake – Tenors spricht gegen die Jurys. Wenn die Jury noch wenigstens Alenka unterstützt hätte, die wirkte auf der Bühne zwar eher wie man sich Carola so privat vorstellt, hatte aber einen Song mit Substanz. Dass Cicero bei den Televotern nicht gut ankommen würde, war klar, das ist einfach Nischenmusik und nichts für die breite Masse….mit der Rückkehr der Jury könnte sich der NDR leider dazu verleiten lassen, 2009 erneut etwas ähnliches zu probieren. Die Ungarn fand ich hingegen 2007 nicht wirklich schlimm, diese Magdi wirkte authentisch, was wohl ihren Erfolg erklärt….der Song allein war es bestimmt nicht.

  10. Anrufzahl begrenzen! Deine Argumentation beruht hauptsächlich darauf, dass (zumindest nach der Berechnung dieses Typen auf escnation) Lieder weiter vorn gelandet wären, die du nicht magst (‚Unsubstantial blues‘; ‚Frauen regier’n die Welt‘; ‚Questa notte‘). Das kann aber kein Argument gegen die Wiedereinführung der Juries sein…. nur weil dann Lieder vorn gelandet wären, die man selber nicht mag?? Was ist das für eine Diskussionsebene?!? Klar ist: Auf Dauer ist die Sendung langweilig, wenn schon um 21 Uhr weiß, dass Deutschland der Türkei oder Griechenland 12 Punkte geben wird. Oder dass die Schweiz ihre 12 Punkte auf dem Balkan lässt (wie jedes Jahr… Serbien oder Bosnien). Oder dass Armenien aus Belgien 12 Punkte kriegt. Und das kann irgendwo nicht sein. Besonders extrem bei so Beispielen wie 1999 – ‚Dön artik‘ bekam so gut wie keine Punkte, aber 12 aus Deutschland. Da stimmt doch irgendwas nicht. Grundsätzlich wäre mir eine andere Regelung auch lieber gewesen – nämlich die Begrenzung der Anrufe: Nur noch 1 Anruf je Anschluss. Das wäre fair. So hat jeder Zuschauer eine Stimme, die er vergeben kann. Stattdessen kann jeder, wenn er will, 50 Mal für die singende Minnie Maus aus Griechenland anrufen oder eben 50 Mal für ‚Dön artik‘. Und dass Immigranten mit einer gewissen Heimat-Verbundenheit natürlich häufiger zum Telefon greifen, um für ‚ihr‘ Land anzurufen, als ’normale‘ Deutsche, die einfach ihr Lieblingslied bewerten (sei es Schweden, Malta, Ukraine oder Mazedonien), ist irgendwie auch nachvollziehbar. Das verzerrt aber das Televoting. Deshalb wäre es am logischsten, diese Massenanrufe zu unterbinden. Aber da steht die EBU vermutlich unter dem Pantoffel der Telekom-Konzerne…

  11. Gerechtigkeit und so Beim ersten Punkt geb ich Dir Recht – wäre es gerecht zugegangen, hätte die dicke Transe aus der Ukraine gewinnen müssen! ‚Lasha Tumbai‘ war einfach nur geil! (Die dicke Lesbe aus Serbien war aber auch toll, von daher gehen diese beiden Plätze voll in Ordnung.) Okay, ich fand die Heliumstimme von Kaloderma auch nicht toll und bin über ihr gutes Abschneiden erzürnt – aber gegen die disharmonischen Katzengesänge von den No Angels war sie millionen Mal besser! Immerhin war ihr Auftritt professionell, so wie auch der von Dima! Ja, der hat auch gejodelt, dass sich einem die Fußnägel aufrollten, und die Show war der Überkitsch – aber wenigstens hatte er eine, im Gegensatz zu unseren drögen Tanten. Gegen deren Auftritt war ja Gracia noch gut! Dima ist auch nicht mein Sieger, aber ich kann nachvollziehen, warum er gewann. Und die Russen hätten die No Angels erst gar nicht nach Belgrad gelassen. Kuck Dir mal den Auftritt von Serebro vom letzten Jahr an – so sehen bei denen Girlgroups aus! Kein Wunder, dass die gut abschneiden!

  12. Die Frau von der Haltestelle Stimmt, was Du sagst – authentisch war sie, die Magdi. Authentisch langweilig. 😉 Nein, im Ernst: das Argument stimmt und erklärt auch ihren Erfolg. Auch wenn mir dabei trotzdem die Füße einschlafen. Und die Alenka war natürlich göttlich! 🙂

  13. Die Diskussionsebene Welche andere Diskussionsebene kann es beim Grand Prix denn geben? Natürlich geht es einzig und alleine darum, dass die Lieder vorne landen sollen, die mir gefallen – denn das sind ja die eindeutig die guten! 😉 Es kann bei Musik nun mal keinen objektiven Maßstab geben – die Bewertung von Songs wie beim Grand Prix, ob durch Televoting oder Jury, ist ohnehin komplett albern, weil es dabei stets und ausschließlich immer nur um Fragen des persönlichen Geschmacks geht. Diese Absurdität des gesamten Wertungsverfahrens macht ja gerade den großen Reiz beim Contest aus. Deshalb geht es bei allen Diskussionen um die Wertungsregeln, egal wer die führt, letztlich immer nur um die Frage: wie kann man’s hindrehen, dass die Songs gewinnen, die einem selbst gefallen? Zu den Absätzen 2 und 3 volle Zustimmung!

  14. So schlecht war der Auftritt nicht. Alwo mal ganz ehrlich, so schlecht fand ich den Auftritt der No Angels wirklich nicht. Apropos Katzengesang, der Piratenmist aus Lettland war ziemlich schlecht oder viel schlechter gesungen, trotzdem landeten sie noch auf Platz 12, sogar vor der wirklich tollen Sängerin aus Portugal. Und das alles nur weil die halt aus Lettland sind. Ich glaube wenn es Juryvoting gegeben hätte, wären die Letten letzter geworden und eben nicht UK. Auch das war höchst ungerecht.

  15. We’re robbin‘ you blind… Bei den Piraten liegt die Sache wieder anders: klar haben die grausam schlecht gesungen. Aber da das ein Ballermannschlager war, ein Spaßbeitrag zum Mitgröhlen, kam es hier auf den Gesang nicht an. Bei dem Auftritt war wichtig, dass er bunt und lustig war und Spaß transportierte, und das tat er. Dass sie besser abschnitten als die Siegerin der Herzen aus Portugal war aber in der Tat ein echter Skandal, da stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Und ich sage ja auch nicht, dass es kein Blockvoting gibt – ich halte nur die Jurys für das ungeeignete Symstem, das zu durchbrechen. Aber wir werden es im Mai sehen.

Oder was denkst Du?