Alba­ni­en 2009: This is her Life

So, nach all den Hor­ror­nach­rich­ten der letz­ten Tage nun end­lich der ers­te Licht­blick! Alba­ni­en ist mal wie­der das ers­te Teil­neh­mer­land, das sei­nen Bei­trag für Mos­kau prä­sen­tie­ren kann: Sie­ge­rin des zwei­tä­gi­gen Fes­ti­va­li i Ken­ges am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de wur­de die sech­zehn­jäh­ri­ge Kej­si Tola, dies­jäh­ri­ge Gewin­ne­rin der Cas­ting­show Alba­ni­en sucht den Super­star. Ihren Sie­ger­song mit den vie­len lus­ti­gen “ë“s im Titel schrieb das sel­be Team, das schon für den 2004er Bei­trag ‘The Image of you’ von Anje­za Shahi­ni ver­ant­wort­lich zeich­ne­te. Merkt man dem Refrain auch stel­len­wei­se an, macht aber nichts – im Gegen­teil. Jeden­falls ist ‘Më merr në ëndërr’ bis dato mein offi­zi­el­ler Lieb­lings­bei­trag 2009.


Die Show ist viel­leicht etwas spar­sam, aber der Song ist geil!

Bit­te träu­me von mir’ (so die sinn­ge­mä­ße deut­sche Über­set­zung) hat alles, was ich mir von einem Euro­vi­si­ons­bei­trag wün­sche: einen ein­gän­gi­gen Refrain; ange­neh­mes, aber prä­sen­tes Eth­no-Gedu­del (die Instru­men­tal­parts bers­ten gera­de­zu vor Dudel­sä­cken und Gei­gen); eine Sän­ge­rin mit einer kraft­vol­len, aber nicht schril­len Stim­me; Dra­ma­tik; der vor­schrifts­mä­ßi­ge Halb­ton höher am Schluss (wenn auch erst in buch­stäb­lich letz­ter Sekun­de) und einen trei­ben­den, schwung­vol­len Neun­zi­ger­jah­re-Schwup­pen­tech­no­beat. So ein biss­chen wie ‘Neka mi ne sva­ne’ auf Speed (auch wenn ‘Më merr në ëndërr’ natür­lich an die Grö­ße des bes­ten kroa­ti­schen Bei­trags aller Zei­ten nicht her­an­reicht). An der visu­el­len Prä­sen­ta­ti­on könn­te man noch ein wenig arbei­ten – die put­zi­ge, aber schüch­tern wir­ken­de Kej­si steht etwas ver­lo­ren ganz allei­ne auf der Büh­ne her­um und ihre zag­haf­ten Ver­su­che, sich läs­sig zum Beat zu bewe­gen, sind von genau so viel Erfolg gekrönt wie Rudolf Schar­pings Ver­su­che, Rad­renn­fah­rer zu wer­den.


Gibt es wie­der krea­ti­ve Show-Ide­en?

Aber da bin ich nicht ban­ge – die Alba­ner kön­nen lus­ti­ge Shows zau­bern (man den­ke nur an Luiz Ell­jis Kon­dom­hüt­chen­män­ner von 2006). Als Stol­per­stein könn­te sich noch die not­wen­di­ge Kür­zung um ein gutes Drit­tel her­aus­stel­len. Zur­zeit ist das Lied noch 4 Minu­ten 15 lang und es steht zu befürch­ten, das man an den prä­gen­den Instru­men­tal­parts her­um­schnip­pelt. Auch bleibt abzu­war­ten, ob die Alba­ner das Lied durch eine Über­set­zung ins Eng­li­sche mas­sa­krie­ren. Hof­fent­lich nicht! Wie die Kol­le­gen von ESC­na­ti­on läs­tern, kann Kej­si beim Con­test auf Stim­men aus Skan­di­na­vi­en hof­fen: zum Einen wegen des an Islands ‘This is my Life’ erin­nern­den Euro­dance-Sounds, zum Ande­ren, weil ‘Më merr në ëndërr’ auf Nor­we­gisch so viel wie ‘Wir Schlam­pen enden unten’ bedeu­te. Ein Song so recht für ESC-Fans also!

3 Gedanken zu “Alba­ni­en 2009: This is her Life”

  1. Von bis­her einem (1) fest­ste­hen­den Bei­trag… … auch mein bis­he­ri­ger Lieb­ling. 😉 Mir gefällt Kes­ji auf jeden Fall: ein süßes, fesches Mädel mit einem run­den Gesicht und frau­li­cher Gestalt – und nicht eine von die­sen künst­li­chen, über­züch­te­ten Hun­ger­ha­ken, die ja lei­der in letz­ter Zeit auf der Euro­vi­si­ons-Büh­ne immer häu­fi­ger en vogue waren. Auch über den Song lässt sich Posi­ti­ves sagen, flott, kraft­voll gesun­gen, noch mit Ecken und Kan­ten – lei­der befürch­te ich, dass genau die­se, wie auch damals schon bei Anje­za Shahi­mi, bis zum Fina­le im Mai gna­den­los her­aus­ge­schlif­fen wer­den…

  2. Tja… …mit dem alba­ni­schen Ori­gi­nal wird es jeden­falls nichts. Das Teil soll beim ESC auf Eng­lisch gesun­gen wer­den. Bedauerlich…aber ande­rer­seits wol­len wir die Sprach­re­ge­lung doch wohl auch nicht zurück­ha­ben, oder?

  3. Was denkt der den?? Was denkt die­ser Autor eigent­lich? der soll mal auf pas­sen, was er sagt allein­schon kon­dom­hü­te !! das sind tadi­tio­nel­le kla­mot­ten und die soll­ten nicht belei­digt wer­den und schon gar­nicht von einem, der kei­ne Ahnung hat!!! es belei­digt auch kein Alba­ner (abge­sehn von mir) die­se Bau­ern­kla­mot­ten: Dir­del und Leder­ho­sen !!

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