Ungarn 2009: Aller guten Din­ge sind drei

Köst­lich: die­se Woche prä­sen­tier­te das unga­ri­sche Fern­se­hen bereits zum drit­ten Mal sei­nen Ver­tre­ter für Mos­kau, nach dem die bei­den ers­ten wegen Regel­ver­let­zun­gen bzw. “zu vol­lem Ter­min­ka­len­der” aus­schie­den. Soll­te es bei Ádok­zo­li (so die unga­ri­sche Schreib­wei­se) blei­ben, dann hat sich die lan­ge, qual­vol­le Suche gelohnt: ‘Dance with me’ ist eine der­ar­tig camp prä­sen­tier­te, fut­ti­ge Oh-mein-Gott-ist-das-schwul-Dis­co­num­mer, dass selbst Deens Dar­bie­tung von ‘In the Dis­co’ beim Grand Prix 2004 dage­gen als glaub­wür­dig hete­ro­se­xu­ell durch­geht. Kein Wun­der, arbei­tet Zol­tán Ádok (so der vol­le Name des Sän­gers) doch mit dem sel­ben schwe­di­schen Pro­du­zen­ten zusam­men, der schon für Alca­zars ‘Cry­ing at the Dis­co­t­hèque’ ver­ant­wort­lich zeich­ne­te. Himm­lisch!


Als wür­de Tho­mas Her­manns ‘YMCA’ vortan­zen. Schwu­ler geht’s nicht mehr!

Der Musi­cal­sän­ger (was sonst!?!) folgt auf die ursprüng­lich nomi­nier­te, von einer inter­nen Fach­ju­ry (kicher) aus­ge­such­te und von vie­len “Scha­la­la­la“s domi­nier­te Soft­drink-Wer­be­jing­le-Num­mer ‘How we par­ty’ des in Deutsch­land gebo­re­nen 19jährigen Cas­ting­show­buben Márk Zen­tai. Sei­ne Anmel­dung muss­te stor­niert wer­den, nach dem sich her­aus­stell­te, dass sein schwe­di­scher Kom­po­nist den Titel bereits 2006 ver­öf­fent­licht hat­te – sei­ner­zeit gesun­gen von den Insas­sen des dor­ti­gen Big-Bro­ther-TV-Knas­tes. Anstel­le von Mark soll­te dann die 25jährige Schau­spie­le­rin und Sän­ge­rin Kát­ya Tom­pos das Land der May­ga­ren in Mos­kau mit der Power­bal­la­de ‘Magá­n­yos Cszónak’ (‘Ein­sa­mes Boot’) ver­tre­ten. Doch die Gute zog ihren Bei­trag kur­ze Zeit spä­ter selbst zurück – angeb­lich sei ihr Ter­min­ka­len­der der­ma­ßen über­füllt, dass sie kei­ne Zeit für den Euro­vi­si­ons­auf­tritt fin­de. Wie man sieht, geht es also immer noch eine Spur unpro­fes­sio­nel­ler als beim NDR!


Lief in die Corin­na-May-Fal­le: der Zen­tai Mark

Hof­fen wir also, dass es bei Ádok­zo­li und sei­ner schrei­end cam­pen Dis­co­num­mer bleibt, die ESC­na­ti­on bereits tref­fend als “schwu­ler als eine Caro­la-CD, die auf Libe­r­aces Pia­no her­um­liegt”, gei­ßel­te.

14 Gedanken zu “Ungarn 2009: Aller guten Din­ge sind drei”

  1. Tris­tesse? Viel­leicht. Aber trotz­dem ein sehr schö­ner, fast ver­träum­ter Song. Mal gucken ob sie mit Büh­nen­prä­senz etwas errei­chen kann oder ob es wie­der so endet wie mit der doch sehr alt­ba­cken vor­ge­tra­ge­nen Bal­la­de vom letz­ten Jahr. Ich den­ke mal, das Boot wird im Semi unter­ge­hen. Aber wir wer­den sehen.

  2. Ein super schö­nes Lied, eine tol­le Bal­la­de. Damit muß sich kein Ungar ver­ste­cken in Sachen Qua­li­tät. Zumin­dest nicht so belang­lo­ses Pop­ge­du­del wel­ches Deutsch­land ja meist schickt – dafür muß man sich wirk­lich schä­men. Aber Zypern dürf­te die­ses Jahr wohl Deutsch­land in Sachen Geschmack­lo­sig­keit über­trump­fen…

  3. Hmpf Damit wird das wahr­schein­lich nichts. Kein schlech­tes Lied, bewah­re, aber für mei­nen Geschmack ein biss­chen trä­ge – für den ESC zu trä­ge. Ande­rer­seits haben wir die­ses Jahr eine wah­re Flut sol­cher Lie­der – bleibt abzu­war­ten, was das wohl wird.

  4. Nach einem Darf Nicht jetzt ein Will/Kann Nicht. Ich bin gespannt was als nächs­tes aus Ungarn kommt und war­um der dann einen Tag spä­ter wie­der zurück­zieht. 😆

  5. Stopp! Den neh­men wir! Ich hof­fe und bete, dass die Ungarn es sich nicht doch noch anders über­le­gen, denn die­ser Bei­trag ist – ich ent­schul­di­ge mich für das nun fol­gen­de Die­ter-Boh­len-Voka­bu­lar: O-ber-ham-mer! Ein hüb­scher Kerl und dazu noch mit so einem der­ma­ßen schlüpf­rig-camp daher­pum­pen­den und inter­na­tio­nal klin­gen­den Stu­di­o54-Dis­co-Brett im Gepäck… ach, wie ist das schön! 😀 Gott sei Dank scheint die Sai­son doch noch in Fahrt zu kom­men, jetzt wo Ungarn, Geor­gi­en und Nor­we­gen sich für drei Knal­ler ent­schei­den haben…

  6. night fever goes west’ na, das ist doch mal was für unse­re augen und ohren – der lachen­de drit­te 🙂 ob der olle hele­ne da blass wird? 🙄

  7. Huuuch, eine Dra­ma­queen aus Ungarn 😀 Der Song muß noch gekürzt wer­den, aber es gefällt mir. Wenn der Auf­tritt nur halb so ori­gi­nell ist wie das Video, dann kann Ungarn ins Fina­le kom­men.

  8. Na da kann man doch durch­aus von einer ste­ti­gen Ver­bes­se­rung der Ungarn reden. Hof­fent­lich bleibt das jetzt wenigs­tens fest. Aber ich glau­be bis auf schwe­re Krankheit/Tod haben die Ungarn jetzt alle Aus­schluss­grün­de durch, oder? Und das wol­len wir ja nicht hof­fen. Wegen des Tex­tes kannd er Song jeden­falls nicht dis­qua­li­fi­ziert wer­den.

  9. da sieht man doch eins: WIE VIEL­FÄL­TIG die Euro­vi­si­on ist und in die­sem spe­zi­el­len Fall, wie mul­ti­bel die unga­ri­sche Musik­sze­ne – sor­ry: ALLE bishri­gen Songs hat­ten was!!! und X-mail bes­ser als unser eige­nes ödes Stück­chen, shame on so many peop­le.

  10. Muahahahaha…wer ach­tet da noch auf den Song? Das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um warnt: Der Camp-Wert liegt um 450 Pro­zent über der gesetz­li­chen Tole­ranz­gren­ze! Jeden­falls abso­lut lus­tig, und den hie­si­gen Reak­tio­nen nach zu urtei­len auch ziel­grup­pen­ge­recht. Ich habe mich köst­lich amü­siert.

  11. Wäre es ein rei­ner Radio-Wett­be­werb, wür­de man das Lied schnell wie­der ver­ges­sen. Zum Glück für den Sän­ger und uns ist so ein ESC-Auf­tritt ein Gesamt­kunst­werk und da erhof­fe ich mir viel Spaß. In der Prä­sen­ta­ti­on dürf­ten auch stil­ge­recht die klas­si­schen Ele­men­te Vase, Tee­kan­ne und Col­lier­griff nicht feh­len, sonst wäre ich arg ent­täuscht.

  12. Klei­ne Rich­tig­stel­lung: In Ungarn wird zuerst der Fami­li­en­na­me, dann der Tauf­na­me genannt, also ist Zoli der Vor­na­me, der Dimi­nu­tiv eben von Zol­tán (in Ungarn wer­den immer alle Namen ver­nied­licht ;)) Wir haben es also mit einem Herrn Ádok zu tun 😉

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