Slo­wa­kei 2009: Look at me, I need some Atten­ti­on

Die­se Ost­eu­ro­pä­er! Wenn man schon gar nicht mehr damit rech­net, taucht in letz­ter Sekun­de aus dem Nichts noch mal eine Jury auf! Doch dies­mal bestä­tig­te sie über­ra­schend das ein­deu­ti­ge Ergeb­nis des Tel­e­vo­tings. Somit setz­te sich in der erst­mals seit elf Jah­ren wie­der am Grand Prix teil­neh­men­den Slo­wa­kei heu­te Abend ein Bei­trag der gro­ßen alten Bal­la­den­schu­le durch: das Breit­wand-Tech­ni­co­lor-Kitsch-Mär­chen ‘Let tmou’ knüpft naht­los an vor­an­ge­gan­ge­ne Exem­pla­re die­ser Gat­tung wie dem rumä­ni­schen ‘Tell me why’ (2002) oder dem mal­te­si­schen ‘On again, off again’ (2004) an. Mit letz­te­rem teilt es auch die – tech­nisch ein­wand­frei sau­ber gesun­ge­nen, den­noch gele­gent­lich erschre­cken­den (weil als Hörer nichts Böses ahnend) opern­haf­ten Gesangs­ein­la­gen.


Super Idee, die aktu­el­len Zwi­schen­stän­de live ein­zu­blen­den (*face­palm*)

Schon ab der ers­ten Sekun­de der Show durf­te das slo­wa­ki­sche Publi­kum per SMS abstim­men. Zwi­schen­stän­de wur­den per­ma­nent ein­ge­blen­det, Kamil Miku­lčík & Nela Pocis­ko­vá führ­ten von der ers­ten Sekun­de an. Und zu Recht! Unter den dar­ge­bo­te­nen 15 Songs befand sich durch­aus der eine oder ande­re net­te Bei­trag; gegen das herr­lich alt­mo­di­sche Kitsch­du­ett, das nun das Ren­nen mach­te, gin­gen sie aber alle fehl. Mit mehr als zehn Pro­zent Vor­sprung führ­ten sie am Ende gegen das Büb­chen Tomáš Bez­de­da und eine miss­mu­tig drein­bli­cken­de Sän­ge­rin namens Muka­ta­do. Die bri­ti­sche T’Pau-Frontfrau Carol Decker, unter Tarn­na­men eben­falls im Line-up, war zu die­sem Zeit­punkt bereits aus­ge­schie­den. Dann traf – wir erin­nern uns, die weiß­rus­si­sche Vari­an­te – unter eben jenen Drei­en eine omi­nö­se Jury noch­mals ihre Wahl. Die aber ent­scheid sich, wohl aus Furcht, das auf­ge­heiz­te, ein­deu­tig auf der Sei­te des Sie­ger­du­os ste­hen­de Stu­dio­pu­bli­kum könn­te sich sonst zu blu­ti­gen Aus­schrei­tun­gen ver­an­lasst sehen, nicht mehr am Ergeb­nis zu rüt­teln. Gut!

1 Gedanke zu “Slo­wa­kei 2009: Look at me, I need some Atten­ti­on

  1. Ich bin auch höchst zufrie­den mit dem Ergeb­nis. Ich hab ja für so dra­ma­ti­sche Duet­te auch etwas übrig. So sind Rumä­ni­en 2002 (Tell me why) und Zypern 2000 (Nomi­za) eben­falls immer noch hoch im Kurs. Ande­rer­seits zeigt uns das aber auch aber­mals, dass die­ser Jahr­gang schein­bar nur alte Rezep­te wie­der auf­kocht. Wo ist denn in die­sem Jahr die Inno­va­ti­on oder der Puls der Zeit?

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