Estland 2009: Sie hat ein knallrotes Gummiboot

Ein erneutes Jurydebakel überschattete die gestrige estnische Vorentscheidung Eesti Laul: die klare Publikumsfavoritin Laura Poldvere, angetreten in einer lustigen Verkleidung als artifizielle Disco-Blumenvase, und ihr (allerdings schwaches) Liedchen ‚Destiny‘ erhielten von der Jury lediglich magere drei Pünktchen und verpassten so um Haaresbreite den Einzug ins Superfinale der zwei bestbewerteten Titel. Dies gewann schlussendlich – mit satter Mehrheit – die pseudoklassische Band Urban Symphony mit der Sängerin Sandra Nurmsalu, einem magersüchtigen Püppchen mit den am augenfälligsten aufgespritzten Lippen seit Goldie Hawn in Club der Teufelinnen.


Riskiert eine dicke Lippe!

‚Rändajad‘ ist, wie zu befürchten, eine sterbensöde Klassikgeigen-meets-Discobeats-Nummer, die in schlechtest möglicher Weise an die gruseligen Zeiten von ‚Nocturne‘ und ähnlich grausamer Songkatastrophen aus der finstersten Eurovisionsära – den frühen und mittleren Neunzigern – erinnert. Tja, genau das bekommt man, wenn man die Jurys zurückholt! Einziger Pluspunkt: der Song dürfte den Todeskuss für den ähnlich schrecklichen slowenischen Beitrag in der Qualifikationsrunde bedeuten – wenn alles gut geht, kommt keiner der beiden Rondo-Veneziano-Epigonen ins Finale!


OMG, ich muss dieses Kleid haben!

6 Gedanken zu “Estland 2009: Sie hat ein knallrotes Gummiboot

  1. Tja, so verschieden können Geschmäcker sein. Ich liebe diesen Beitrag schon seit Wochen seit dem ersten Hören. Nicht so camp wie Norwegens Gefiedel, viel stilvoller als Sloweniens Gefiedel (und besser gesungen), magisch-mystisch, einfach perfekt würde ich sagen. 😉 Lustig nur, dass alle drei Streicherbeiträge in demselben Semi sind. Ich bin ja schon auf die Startreihenfolge gespannt. Ich wünsche Estland jedenfalls viel Glück (und bedanke mich nochmal bei der estnischen Jury)!

  2. ……nicht ins Finale….? Irrtum ! Heisse Anwärterterin nach ganz oben ! Das einzige, der Song bleibt nicht hängen. Vielleicht zu avangartistisch…..?

  3. …allemal persönlicher als Slowenien, und weniger aufgeputscht als Norwääsch…ich find’s ganz hübsch. Und estnisch ist eh toll.

  4. Der einzige gute Song vom ESC 2009. Schöne zu sehen wie dermaßen daneben die Vorhersage von hier ausgefallen ist. 😉

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