Geldstrafen für Spanien und Aserbaidschan

Die Regelverstöße Spaniens und Aserbaidschans beim Eurovision Song Contest haben nun doch noch ein Nachspiel, wenn auch ein mildes: wie der NDR heute berichtet, verhängte die Reference Group der EBU bei ihrem Treffen am Wochenende in Oslo Geldstrafen gegen die Sender RTVE in Madrid und Icitimai TV in Baku. Spanien hatte das zweite Halbfinale, in dem es als Big-Four-Land stimmberechtigt war, wegen einer Sportübertragung nicht live gezeigt. Der Sender Aserbaidschans wandte alle Regeln der Kunst an, um Anrufe seiner Bewohner für den Nachbarn Armenien, mit dem sich das Land in einem bewaffneten Konflikt um die Region Bergkarabach befindet, zu unterbinden: das ging von unterbliebenen Hinweisen über ein „gestörtes“ Bild bis hin zur nachträglichen polizeilichen Befragung aller 43 aserbaidschanischen Televoter, die es dennoch wagten, für den Erzfeind zu stimmen. Im Wiederholungsfalle drohe zudem der Ausschluss aus dem Wettbewerb.


Wer für sie anrief, musste sich vor der Bakuer Behörde verantworten

„Die EBU betonte, dass die Organisation Regelverstöße nicht tolerieren wird – insbesondere die politische Einflussnahme auf den Eurovision Song Contest“, so der NDR in seiner Meldung. Ganz soweit her sein dürfte es damit in der Realität jedoch nicht: wie eurovision.de gleichzeitig berichtet, fuße die Abmahnung von Icitimai TV offiziell nur auf dem Umstand, dass der Sender es versäumt habe, seinen Zuschauern eine Anleitung zum Abstimmen zu geben. Die politisch brisanteren Vorwürfe, insbesondere die beispiellose Bespitzelung und Befragung der abtrünnigen Televoter, wurden von den Eurofeiglingen mal wieder ausgeklammert.

Update: Mittlerweile kam auch heraus, wie hoch die Strafen ausfielen – natürlich nicht durch die wie immer diskrete EBU, sondern durch den aserbaidschanischen Head of Delegation, Adil Karimli: 2.700 €. Zumindest in seinem Fall. Karimli nannte das Bußgeld „fair“ und betonte, dass sein Sender an den Untersuchungen zur Aufklärung der beklagten Verstöße maßgeblich beteiligt war. Man nehme 2010 wieder am Wettbewerb teil. Kein Wunder – diese „Strafe“ könnte ich ja zur Not noch bezahlen. Für das reiche Erdölförderland stellt sie kaum mehr als ein Knöllchen wegen Falschparken dar.

6 Gedanken zu “Geldstrafen für Spanien und Aserbaidschan

  1. Und so zeigt sich einmal mehr: Aus dem Song Contest ist ein Good/Bad-Neighbor Contest geworden, bei dem (bei Lichte betrachtet überflüßigerweise) vor der Wertung noch stundenlang gesungen wird. Traurig… 🙁

  2. aserbaidschan fort mit euch Naja Armeniens song war auch viel Orientalischer als das aus Aserbaidschan selbst! Übrigens fande ich das auch nicht ganz toll, das ein Iraner aus Schweden für ASerbaidschan singt… schließlich sollte man schon aus seinem eignen Land Stars nehmen und nicht aus anderen Ländern! Und ja ich hätte bestimmt auch angerufen, wenn in Deutschland mal was ausgebledet wäre aus neugier halt:D^^ Aber ich finde das schon unverschämt! Für mich gehört Aserbaidschan aus dem esc genauso wie Russland die Georgien verjagt haben! lg pasi

  3. Naja…Russland ist da auf eine ziemlich offensichtliche Provokation von Seiten Georgiens auf eine Weise angesprungen, die man nur lächerlich nennen kann. Da haben beide Seiten ganz schönen Blödsinn fabriziert. Aserbaidschan hingegen hat hier ziemlich einwandfrei gegen Regularien verstoßen – da sollte von Seiten der EBU noch was kommen. (Wird sich wahrscheinlich wieder mal in Wohlgefallen auflösen…) Und der iranische Schwede für Aserbaidschan ist ja nun keine große Ausnahme mehr. Amerikaner für Deutschland, Belgierinnen für die Türkei, Däninnen (glaube ich) vor ein paar Jahren für Andorra, Weißrussen für Norwegen…die Regel sagt, dass der Songschreiber aus dem entsprechenden Land kommen muss, nicht der Performer. Und wenn man das ändern würde, hätten wir halt vor jedem ESC ein paar überraschende Einbürgerungen mehr…

  4. Die Regeln sehen in jedem Land anders aus. Zumindest gibt es keine einheitliche Regel über die Nationalität der Sänger und Songschreiber. Luxemburg kaufte ja auch immer von auswärts ein, die Schweiz ebenfalls manchmal. Usw. Ich habe jedenfalls nichts dagen, wenn ein Sänger das Land, in dem er schon viele Jahre lebt vertritt (die Dänin für Andorra, Alexander Rybak) oder halt für das Land seiner Eltern antritt (Hadise). Es sieht halt nur etwas dumm aus, wenn überhaupt gar keine Verbindung besteht.

  5. … Naja ich finde es ok, wenn der Interpret in dem land wohnt! Oder davon abstammt;) Hadise ist Türkin, also hat Sie auch das Recht, die Türkei dort zu vertretten! Alexander Rybak wohnt in Norwegen, somit finde ich hat er auch das recht, sein land beim esc zu vertretten! Aber Arash wohnt nicht in Aserbaidschan und hat eigendlich auch keine Wurzeln dahin! Deswegen ist das für mich nicht fair! Oscar wohnt in Deutschland, deswgene war es auch ok…. aber trodzem war es blöd… man hörte von ihm noch nie was, und die Jury wählte ihn aus! Das war das warum die Deutschen sos auer waren! Und nicht in erster Linie das er aus Amerika kommt. Denn es wurde gesagt: der Künstler soll Erfolge in den Chartsvorweißen! Alex swings oscar sings haben dies aber nicht! Zumindestnicht als dieses pürodukt was sich beworben hat! Alex C hat auch nur als produzent Erfolge gehabt! Was aber trodzem nicht auf den Spruch passt, weil er sich nicht als Alex c beworben hat, sondern als Alex swins Oscar sings! lg pasi

  6. Es ist ein Song Contest. Es geht also um den Song – also um Komposition und Lyrics – und nicht um den Sänger/die Sängerin. Wo der vortragende Künstler herkommt, wäre demnach wurscht. Aber Komponist/Texter sollten aus dem Land der jeweiligen Fernsehanstalt kommen. Aber darum geht es in dem obigen Artikel ja auch gar nicht. Es geht darum, dass eine Regierung nicht möchte, dass seinem Volk das falsche Lied gefällt…

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