Lett­land 2010: Oh. Mein. Gott!

Mit exis­ten­zi­el­len The­men setzt sich der let­ti­sche Euro­vi­si­ons­bei­trag 2010 aus­ein­an­der; mit der Fra­ge nach dem Leben, dem Uni­ver­sum und über­haupt allem. Dabei ist die Ant­wort doch so ein­fach: 42! Aisha hin­ge­gen begibt sich bei der Suche nach Ant­wor­ten auf die von ihr in etwas holp­ri­gem Eng­lisch auf­ge­wor­fe­nen gro­ßen Fra­gen (“What for are we dying?”) auf aus­ge­tre­te­ne reli­giö­se Pfa­de und resü­miert: “Only Mis­ter God knows why”. Dabei ist der doch bekannt­lich tot! Und für die Ver­or­tung als “Mis­ter” Gott bekä­me Aisha hier­zu­lan­de von mili­tan­te­ren Tei­len der Frau­en­be­we­gung direkt eins auf die Fres­se.


Aisha & der Chor der geknech­te­ten Wasch­wei­ber

Wie im übri­gen auch für ihre Show: schließ­lich gebär­det sie sich als schlecht gelaun­te (und -sin­gen­de) Herr­sche­rin über vier geknech­te­te Wasch­wei­ber, die auf den Kni­en alte Lap­pen in Email­le­schüs­seln aus­wrin­gen müs­sen. Und dann tram­pelt gar noch der Akkor­de­on­spie­ler (die Quetsch­kom­mo­de ist das offi­zi­el­le Must-Have-Instru­ment die­ses Jahr­gangs, die Nach­fol­ge­rin der Rybak-Fie­del) rück­sichts­los über die zum Trock­nen aus­ge­leg­ten, frisch gewa­sche­nen Tücher! Da sind Kla­ge­ge­sän­ge natür­lich ange­bracht!


Die Vero­na Feld­busch Lett­lands: Trä­nen auf Knopf­druck

Nach­trag: In ihrem Video­clip gibt uns Aisha die Sineád O’Connor und ver­sucht, uns mit trä­nen­schim­mern­den Äug­lein per Mit­leids­bo­nus zur Punk­te­ab­ga­be zu bewe­gen, wo sie es schon nicht per Stim­me, Kom­po­si­ti­on oder Text schafft. Mmmh, ich glau­be nicht!

9 Gedanken zu “Lett­land 2010: Oh. Mein. Gott!

  1. Wasch­wei­ber! lol.…ein sehr gelun­ge­ner Kom­men­tar, habe end­lich mal wie­der rich­tig laut dar­über lachen kön­nen: herr­lich bis­sig, aller­dings ( lei­der ) völ­lig zutref­fend. Der Bei­trag wirkt doch wie aus der Biz­za­ro Welt : allein schon der Titel ’ Only Mr. God knows why ‘: Mr God? Was hat Gott mit ’ Wasch­wei­bern ’ und einer sta­ti­schen Aisha zu tun, die welt­be­we­gen­de Fra­gen in unver­ständ­li­chem Eng­lisch und mit wacke­li­ger Stim­me prä­sen­tiert? Was wol­len sie uns sagen? Frau­en wer­den unter­drückt und Män­ner lau­fen gelang­weilt mit einem Akkor­de­on durchs Bild. Bin gespannt, wie das in Oslo ankom­men wird: ich emp­fin­de den Bei­trag ( noch nicht ) als Berei­che­rung, es gibt aber auch schlim­me­res, etwa die Lan­ge­wei­ler­bal­la­de aus Nor­we­gen oder der G.son Trash aus Schwe­denII( Däne­mark)!

  2. By the Rivers of Baby­lon… Aber die­ser Bei­trag setzt doch nur kon­se­quent die Rei­he der selt­sam ver­schro­be­nen let­ti­schen Bei­tra­ge fort! Erst der lär­men­de Groß­stadt-Alp­traum von ‘Prob­ka’, jetzt als Ant­wort das exis­ten­tia­lis­ti­sche ‘What For’ mit sei­nem schräg-redu­zier­ten Ryth­mus inklu­si­ve Kla­ge­ge­sän­ge. Irgend­wie stran­ge, aber genau des­halb mag ich’s irgend­wie. Ein biss­chen.

  3. Vor­her mein Lieb­lings­bei­trag, aber die­se Cho­reo­gra­phie ist nun wirk­lich nicht das, was ich mir bei dem Song vor­ge­stellt habe. Sind die Wasch­frau­en von Laka übrig geblie­ben? Und unter was für Gesichts­krämp­fen lei­det Aisha? Oder kurz: Wer hat mein Lied so zer­stört? Und das Akkor­de­on scheint wohl echt das Instru­ment des Jah­res 2010 zu wer­den. Schon der vier­te Bei­trag (nach Finn­land, Nie­der­lan­de, Spa­ni­en) mit, oder? Aber das freut mich. Alles, was nicht schon wie­der eine Gei­ge ist, ist gut. Nichts gegen Gei­gen, aber Abwechs­lung muss mal sein. Und Trom­meln hat­ten wir ja schon 2005. War­um dann also nicht jetzt das Akkor­de­on?

  4. Akkor­de-, Akkor­de-, Akkor­de­on… …glaub an das Glück, denn sonst flieht es davon! Wuß­te schon Alex­an­dra. Slo­we­ni­en nicht zu ver­ges­sen! Die haben auch eins. 😀

  5. Ich emp­fin­de es als recht geschickt von Lett­land die Kos­ten des Pro­jekts ESC 2010 in jeder frei­en Minu­te mit Lohn­wä­sche­rei rein­zu­ho­len, weil das durch die Ver­kaufs­zah­len des müden Lied­chens nie­mals klap­pen wird. Aller­dings wür­de ich den Damen lie­ber nix Fei­nes zu waschen geben, denn die gehen rela­tiv der­be zu Wer­ke. Eigent­lich komisch, denn die Ein­peit­sche­rin Aisha agiert ver­hält­nis­mä­ßig kraft­los. Der Akor­de­on­spie­ler trägt auch nicht viel zur Erhei­te­rung bei. Damit dürf­te die Fra­ge geklärt sein, wofür wir auf der Welt sind: Das Leben ist schei­ße und am Schluss stirbst du! Dan­ke, Aisha, für die­se auf­mun­tern­de Erkennt­nis!

  6. Stimmt natür­lich. Die slo­we­ni­sche Absur­di­tät hat­te ich aber bis jetzt erfolg­reich ver­drängt. 😆

  7. Etwas Ähn­li­ches habe ich eben­falls gedacht. Wer so ankla­gend und depres­siv über den Sinn des Lebens singt, der soll­te sich doch lie­ber von der nächs­ten Brü­cke stür­zen. Ich hät­te das echt ganz anders cho­reo­gra­phiert. Mit mehr Augen­merk auf den guten Rhyth­mus. Also mehr Bewe­gung auf der Büh­ne, weni­ger tris­te Kla­mot­ten und einen gehö­ri­gen Schuss mehr Opti­mis­mus im Vor­trag. Mehr so moder­ne Sinn­fra­ge statt Kla­ge­lied. Aber was nützt es? Ich wer­de ja nicht gefragt und Cho­reo­gra­phie-Sün­den haben ja auch eine schö­ne Tra­di­ti­on beim ESC.

  8. Ant­wort Wasch­wei­ber!!! Also,ich muss mal sagen dass ich über so ein Kom­mertar nur laut lachen kann!!! Scheiß Auf­tritt hat ja wohl die Lena aus Deutsch­land, das wird doch wohl so GAR NICHTS!!! Das Lied ist ja in genau so einem unver­stämd­li­chem English mit genau so einer wacke­li­gen Stim­me! Das Lied nervt und ist ein­fach nur Kake! Wenn man kei­ne Ahnung hat, denn soll­te man lie­ber das Mau­el hal­ten!!!! deutsch­land schafft es LEI­DER nie höher als 2 oder 3 Platz aber von der ande­ren Sei­te, von hin­ten! HAH­A­HA

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