DVE 2010: Ich freu mich so, so hart

Lena Mayer-Landrut, DE 2010
Die Mittelschichtshoffnung

Ein allerletzter und ein vorvorletzter Platz beim Eurovision Song Contest, ansonsten nur Ergebnisse im tiefen zweistelligen Bereich: so konnte es nicht weitergehen, das war selbst der ARD klar. Also tat man, was man bei den Öffentlich-Rechtlichen immer tut, um die eigene Ideenlosigkeit zu bemänteln: man kaufte bei der privaten Konkurrenz ein. „Der Papa wird’s schon richten“ dachte man sich wohl in Anlehnung an einen alten Titel von Peter Alexander – und der Grand-Prix-Papa, das konnte natürlich niemand anders1)Nein, Herr Siegel. Sie nicht. Ihre Zeit als Deutschlands Dauerkomponist ist vorbei. Ich weiß, Sie wollen das nicht hören, es ist aber so. sein als SSDSGPS– und BuViSoCo-Erfinder Stefan Raab. Der Mann, der Deutschland als Sänger und / oder Komponist stets eine Top-Ten-Platzierung beim ESC beschert hatte. Also gab man in Hamburg (nach nur anderthalb Jahren Vorplanung und einem peinlichen Beinaherückzieher in letzter Sekunde) die Vorentscheidung nach Köln ab, zu Raab TV.

Um den kreativen Konkurs zu verschleiern, inszenierte man eine staatstragend auf Phoenix und N24 zeitgleich live übertragene Pressekonferenz mit den TV-Gewaltigen von ARD und ProSieben und sprach salbungsvoll von einer „historischen Zusammenarbeit“ und einer „Aufgabe von nationaler Tragweite“, was schon mal das Medieninteresse weckte und signalisierte: horch, die scheinen es irgendwie ernst zu meinen. Raab reanimierte sein SSDSGPS-Konzept, mit dem er 2004 Max Mutzke entdeckte und einen Nummer-Eins-Hit kreieren konnte, diesmal unter dem Namen „Unser Star für Oslo“ (wohl in lockerer Anlehnung an die früheren „Ein Lied für…“-Vorentscheidungsformate der ARD). 4.500 hoffnungsvolle junge Talente kamen zu den Castings, zwanzig davon wählte Raabs Produktionsfirma schließlich für die insgesamt acht USFO-Folgen aus, die im Schlag-den-Raab-Studio produziert, mit der TV-Total-Titelmelodie eröffnet, von den Heavytones orchestral begleitet und größtenteils auf ProSieben ausgestrahlt wurden. Mit Ausnahme des Viertelfinales und des Finales, die im Ersten kamen, was sich lediglich an den fehlenden Werbepausen bemerkbar machte.


„Fast ein erotisches Verhältnis“: Raab penetriert den NDR

Als Feigenblatt für die ARD durfte die Eins-Live-Radiotante Sabine Heinrich mitmoderieren, was angesichts ihres, wie soll ich es vorsichtig ausdrücken: individuellen Klamottengeschmacks und ihrer ausgeprägten Fähigkeit, auch die wenigen ihr mitleidshalber von ProSieben-Showprofi Mathias Opdenhövel zugespielten Bälle gnadenlos in den Sand zu setzen, für Heiterkeit sorgte. Raab ignorierte sie konsequent: die wenigen, hart an der Grenze zur Debilität verlaufenden Fragen, die Heinrich ihm in der Sendung stellte, beantwortete er ausschließlich an Opdenhövel gerichtet. Die Show erzielte keine guten Quoten, fand aber unter Fans und in den Medien großen Anklang. Insbesondere, da sie sich in ihrer Konzentration auf die Förderung echter Bühnentalente in wohltuender Weise von dem hauptsächlich auf die Ausleuchtung möglichst greller privater Schicksale und Verächtlichmachung seiner Kandidaten abzielenden Konkurrenzformat DSDS um Poptitan Dieter Bohlen abhob. Der Spiegel fabulierte aus dem Vergleich der beiden Sendungen gar einen „Kampf der Kulturen“ herbei: nämlich des bei Bohlen mit allen Methoden seine Haut zu Markte tragenden Prekariats gegen die bei Raab scheinbar unbekümmert „Wir haben uns alle lieb“ spielende Mittelschicht, repräsentiert vor allem durch die Hannoveraner Abiturientin Lena Meyer-Landrut. Die denn auch stets betonte, sie mache das alles „nur aus Spaß“, zu gewinnen sei ihr nicht wichtig und sie genieße die freundschaftliche Atmosphäre unter den Mitstreitenden.


Großer Tränenfluss: Leon Taylor kennt Den Weg

Munkel-Waldschrat gehörte mit ihrer einzigartigen Mischung aus zauberhaft-esoterischem Prinzessinnentum und selbstbewusster Schlagfertigkeit sofort zu den Siegesanwärterinnen. Der ebenfalls doppelnamige Gastjuror Marius Müller-Westernhagen brachte es gleich in der ersten Show auf den Punkt: „Du hast Star-Appeal. Menschen werden dich lieben,“ prophezeite er Lena München-Landshut seherisch. Allerdings bewies LML, die sich, wie alle Mitbewerber/innen, ihre Songs stets selbst aussuchen durfte, durchgängig einen neben dem Mainstream liegenden Musikgeschmack, bei dem ‚Love Cats‘ von The Cure noch der eingängigste Song war. Ihre Popularität sorgte indes dafür, dass die Originale der von ihr gesungenen, im Formatradio nicht gespielten Titel sich nach ihren Auftritten teils erstmalig in den deutschen Singlecharts platzierten oder wieder einstiegen. Zu den anfänglichen Favoriten zählte ich auch den niedlichen Frankfurter Schmusebarden Leon Taylor, der mit ergreifend melancholischen Interpretationen deutscher Popsongs bei mir stets für tränenfeuchte Augen sorgte, sowie den supersympathischen Punkschlumpf Christian „Dursti“ Durstewitz, der mit einer rotzfrechen Bearbeitung von George Michaels elegantem ‚Faith‘ für Furore sorgte und den Männerfreund Mathias Opdenhövel in jeder Sendung befummelte. Die Beiden2)Gemeint sind Taylor und Dursti, nicht Durstewitz und Opdenhövel. konnten das anfänglich hohe Niveau aber über die Dauer der achtteiligen Show nicht halten bzw. steigern und schieden aus.


Erst durch USFO in Deutschland ein Hit: Anouks Signatursong ‚Nobody’s Wife‘

Ins Finale kam, ein wenig überraschend, die Rheingauer Rockröhre Jennifer Braun, wie Mega-Landgut süße 18 Jahre alt und dunkelhaarig, allerdings figürlich etwas fülliger. Die bereits als Leadsängerin einer auf Weinfesten engagierten Coverband Aktive fiel Anfangs gar nicht so auf, steigerte sich aber von Show zu Show und konnte mit druckvollen Interpretationen von Popsmashern wie ‚Heavy Cross‘ oder Christina Ugly-Areas ‚Hurt‘ überzeugen. Auch Braun brachte einen Song zurück in die Charts: ‚Nobody’s Wife‘, den bei seiner Erstveröffentlichung 1997 in Deutschland nicht beachteten größten Hit der Niederländerin Anouk Teuuwe (NL 2013). Im USFO-Finale sangen Lena und Jenny nacheinander weg jeweils die aus einem Pool von fremdkomponierten Liedvorschlägen ausgewählten Titel ‚Bee‘ und ‚Satellite‘, gefolgt von je einem speziell für sie geschriebenen Song. Im Falle Jennifer Brauns: ‚I care for you‘, von Max Mutzke mit verfasst und im Refrain stark an Earth, Wind & Fires ‚September‘ erinnernd. Raab himself hatte für Lena das schräg-verspielte ‚Love me‘ komponiert, für das LML eigenhändig den Text schrieb – inklusive eines herzhaft rebellischen „Shit“! – und dass sie dementsprechend selbst auch bevorzugte.


I would – mmm – go! LML mit ihrem Lieblingssong

Doch die Zuschauer entschieden anders: mit einem knappen Vorsprung von (anhand der Grafik geschätzten) 45 zu 40% wählten sie der sichtlich düpiert wirkenden Lena das eingängigere ‚Satellite‘ aus, das sie im Superfinale dann auch vollständig vergeigte. Im Gegensatz zu Frau Braun, die sich mit ihrem ‚I care for you‘ sichtlich wohl fühlte.  Auch der als Komponist ausgebootete Stefan Raab war erkennbar angepisst und faselte etwas Wirres von „Mehrheitsentscheidungen“, die er ganz offensichtlich nicht teilte. Doch das Publikum, es war ein Kluges: trotz der Minderleistung von Frau Marlies-Waldschaf machte es selbige zu Unserem Star für Oslo. Wohl vorausahnend, dass die Interpretin in das von ihr weniger geliebte Lied schon noch hineinwachsen werde und die Balance aus außergewöhnlicher Persönlichkeit und gewöhnlichem Popsong europaweit gut ankommen könnte. „Mal wieder ein Platz unter den ersten Zehn wäre doch ganz schön,“ legte Raab in der Sendung die Messlatte an – wie wir heute wissen, keinesfalls zu hoch!


Wer ist nur dieser Olaf? Lena Müller-Wohlfahrt mit dem Siegersong

Dank des geschickten Marketings platzierten sich alle sechs umgehend nach dem Finale auf sämtlichen Downloadportalen einzeln verfügbaren Beiträge hoch in den deutschen Verkaufscharts. Lena belegte gar gleichzeitig die Ränge 1, 3 und 4. Um so ärgerlicher und unverschämter, das Brainpool den Mitschnitt von Lenas Vorentscheidungsauftritt zunächst auf sämtlichen Videoportalen sperren ließ. Die Inhalte einer von der ARD ausgestrahlten Show, von unser aller Gebührengeldern finanziert, gehören nun mal logischerweise auch der Öffentlichkeit. Sie für die Profitinteressen eines einzelnen Musikproduzenten zu privatisieren, ist aus meiner Sicht nicht hinnehmbar!

Deutsche Vorentscheidung 2010

Unser Star für Oslo. Freitag, 12. März 2010, aus dem Brainpool-TV-Sendestudio in Köln-Mühlheim. Zwei Teilnehmer, Moderation: Matthias Opdenhövel und Sabine Heinrich.
#InterpretTitel%PlatzFinaleCharts
01Jennifer BraunBee1002-21
02Lena Meyer-LandrutBee1503-03
03Jennifer BraunSatellite0503-32
04Lena Meyer-LandrutSatellite45010101
05Jennifer BraunI care for you85010210
06Lena Meyer-LandrutLove me4002-04

<– ESC Finale 2009: It Comes as no Surprise

ESC 1. Semi 2010: Der Würger von Wolfenbüttel –>

Fußnote(n)   [ + ]

1. Nein, Herr Siegel. Sie nicht. Ihre Zeit als Deutschlands Dauerkomponist ist vorbei. Ich weiß, Sie wollen das nicht hören, es ist aber so.
2. Gemeint sind Taylor und Dursti, nicht Durstewitz und Opdenhövel.

39 Gedanken zu “DVE 2010: Ich freu mich so, so hart

  1. Nun, Krass ? Ja, da hast du recht. Ich hätte mich besser mit den song ‚love me‘ anfreunden können. Und noch mehr hätte ich mich für die verdiente ‚Jennifer‘ gefreut ! Aber Deutschland hat ja mal wieder bewiesen, und das sogar zwei mal, dass man keinen sonderlichen Wert auf Gesang legt sondern nur auf ihre Lenanana….. 1. Falschen Song gewählt. 2. Falsche Interpretin. Viel Spaß beim gelangweilten Abstieg !!!

  2. wenigstens müssen wir uns ab jetzt keine gedanken mehr machen, wer in oslo die rote laterne in die hand gedrückt bekommt. fragt sich nur noch, ob man erhobenen hauptes oder röchelnden halses untergeht 😛

  3. Alter Finne! …jetzt hab uch in der Casting-Scheiße-Euphorie 😈 einen ellenlangen Kommenatr geschrieben und den ans Hlabfinale gehöngt, weil Oliver nicht ganz so schnel lwar wie ich…..daruf ne Mezzo!

  4. Ich muss schon sagen, die ganze Sendung an sich hat mir ausnehmend gut gefallen. Da wurden uns wirklich so einige talentierte und fähige Sänger und Persönlichkeiten vorgestellt, von denen man in Zukunft höffentlich auch noch etwas hört. Aber die Finalshow hat meinen guten Eindruck wieder ziemlich zunichte gemacht. Da lagen also angeblich 300-400 Songs zur Auswahl vor und DAS DA wurde uns im Finale präsentiert? ‚Bee‘ ein belangloses seichtes Geträller, hörte sich von Lena immerhin besser an als von Jennifer. Ebenso ‚Sattelite‘, das in der Lena-Instrumentierung um Klassen besser war als von Jennifer. Und ich dachte schon so bei mir, dass man gezielt sämtliche Songs auf Lena zuschreiben würde. Immerhin hat dann Jennifer mit ihrem individuellen Titel ‚I care for you‘ noch so einiges rausgerissen. Lenas individuelles ‚Love me‘ gin in meinen Augen bzw. Ohren ja wohl gar nicht. Fing schon nach 10 Sekunden an, zu nerven. Aber hat jemand bemerkt, wie sichtlich angefressen doch Raab war, als schließlich ‚Sattelite‘ und nicht das vom Raab selbst komponierte ‚Love me‘ vom Voting bestimmt wurde? Wenn ich das hier richtig interpretiere (http://www2.musicstar.de/detail.shtml?album_id=2612660) hat wol auch Lena selbst an ‚Love me‘ mit komponiert, und schien bei ihrer zweiten ‚Sattelite‘-Performance auch entsprechend mies gelaunt, dass sie nicht ihr Wunschlied singen durfte. Jennifers Lied hätte ich jetzt mehr Massenkompatibilitäts-Potential bescheinigt, würde vielleicht europaweit besser ankommen. Aber ‚Sattelite‘ ist auf jeden Fall noch ausbaufähig, und mit Lenas ganz spezieller Art der Performance wird sie sicherlich noch so einiges reißen. Aber gewinnen wird sie damit in Oslo auf gar keinen Fall. Obwohl ich sie ja zu als Siegerliedinterpretin hören würde… (Verdammte Scheiße!!! Alter Finne!!!) 😆

  5. Über Geschmack läßt sich streiten… Rote Laterne?? NEVER!!!! Ich erlaube mir mal (nachdem ich mir in den lezten Wochen alle GP/ESC seit 1965 auf DVD nochmal reingezogen habe), daß in gerade in den letzten Jahren gesangliche QUalitäten mit Sicherheit keine Garantie für Top-Plätze waren, eher auffällige Auftritte (sonst hätte P. Kasse oder wunderbare Ungarn-Blues zuvor deutlich gewinnen müssen). OK, für mich war ‚I care for you‘ auch der ’schönere‘ Titel, aber auch ‚Satellite‘ bleibt für mich im Ohr. Wenn man jetzt noch eine Mischung auf Choreographie zwischen Finalauftritt und Zugabe (ich fand das herrlich!) einbaut, sollte es ein Top10-Platz werden können (vor den Niederlanden…obwohl die bekommen wohl Punkte aus der Belarus, Estland und Portugal). Im Vergleich zu X. Naidoo (sich über mangelnde deutschsprachige Lieder echauffieren, aber von Appearance etc. phrasieren….würg)lieferten Lena und Jenny Spitzenleistungen ab…. Leute, nicht mosern…das ist schon ok!

  6. blödes volk! die deutschen sind so ein blödes volk!!! lena und jenny sangen zwar super gut aber die songauswahl war unter aller kanone. außerdem finde ich immer noch man sollte einen deutschsprachigen song auswählen. für mich war das die britische oder irische vorauswahl – aber keine deutsch! english (s)hit bekommen wir doch von jedem fuzi-pseudo-ländchen aus dem hintersten ural geboten. dieser song landet weit hinten…

  7. Auswahl Ich war im Vorfeld schon nicht begeistert, daß nur wenige Songs zur Auswahl stehen. Aber dann klangen auch noch alle gleich, im selben Stil. Das war ja wie früher, als die ARD 10 Lieder präsentierte, die alle Dreck waren. Da bleibt eben nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Manche Beiträge anderer Länder haben mir von der ersten Strophe an gefallen, andere gefielen mir nicht und habe sie trotzdem noch im Kopf. Satellite habe ich jetzt ca. 10 mal gehört und kann immer noch nicht den Refrain mitsummen. Schlechtes Zeichen. Und dann haben es die Macher noch nicht mal geschafft, die Autoren des Siegertitels vorzustellen oder wenigstens namentlich zu nennen. Schwache Leistung.

  8. Werbung für den Titel Jetzt sind seit dem Finale ca. 90 min vergangen und die ersten Videos von Lenas Siegertitel wurden von Pro7 schon wieder im Netz gelöscht, so wie hier auch. Super Idee, soll wohl in Oslo ein Überraschungsangriff werden. Oder hat sich das so ein BWL-Praktikant ausgedacht, nach dem Motto: knappes Angebot führt zu erhöhter Nachfrage.

  9. DOWNLOAD-Tipp bei http://www.musicstar.de gibts alle 6 Finalsongs zum download Wenn man unter Gutscheincode ‚loadblog‘ (ohne Gänsefüsse) eingibt, gibts auf ohne Verpflichtung 10 Euro geschenkt….d.h. alle downloads vom USFO.FInale sind somit kostenlos..

  10. Wozu das vor allem führt, ist, dass für mich Lena und der deutsche Beitrag für Oslo schon wieder gestorben sind. ‚Urheberrechtsanspruch von Brainpool‘, ich könnt kotzen! Ich habe diesen Auftritt mit meinen GEZ-Gebühren bezahlt! Der gehört nicht mehr Brainpool, der gehört mir! Dass die die Musik nicht verschenken wollen, ist ja legitim. Das haben sie aber doch sehr gut gelöst, weil die Titel sofort nach dem Finale als kostenpflichtiger MP3-Download überall zur Verfügung standen. So muss das sein – und ich hätte mir den Song auch kostenpflichtig runtergeladen. Aber jetzt nicht mehr. Aus allen europäischen Ländern können wir die Vorentscheidungsclips auf youtube sehen, nur aus Deutschland nicht. Das kann es nicht sein. Liebe ARD – bitte nie, nie, niemals wieder mit dem Raab! Ich hoffe und bete wirklich und werde alles tun, was ich kann, damit die deutsche Plattenindustrie so schnell wie möglich den Löffel abgibt. Denn sie lernen es nicht mehr. Spackos. Ich bin wirklich supersauer. Mein ESC 2010 ist vermiest. Noch mal, ihr Vollpfosten, zum Mitschreiben: wir haben bereits bezahlt! Die Clips aus der Show gehören uns! Schickt endlich den Praktikanten heim und gebt uns unsere Show wieder!

  11. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und habe in der ersten Runde auch für beide Versionen von Satellite angerufen. Hat mir sowohl von Lena als auch von Jennifer am Besten gefallen. In der zweiten Runde habe ich dann zwangsläufig für Lena angerufen, obwohl Jennifer auch wie gewohnt gut und kraftvoll war. Aber so Poprock-Songs haben es beim ESC meist schwer. Deshalb Lena mit Satellite. International dann eher das große Fragezeichen. Aber immerhin haben wir einen der zeitgenössischten Lieder des Jahrgangs, selbst wenn auch Satellite etwas harmlos ist. Dass bei Love Me Raab seine Finger im Spiel hatte, habe ich geahnt. Allerdings hat man es bei ihm – glücklicherweise – nicht so herausgehört wie man es beispielsweise bei Ralph Siegel tut.

  12. Was sich Brainpool da erlaubt mit You Tube ist unglaublich. Es ist doch schon seit Jahren üblich, das die feststehenden Beiträge über You Tube angehört werden können. Eine unglaubliche Frechheit ist das. Und jetzt sperren die die Videos. So macht man natürlich europaweit Werbung für den deutschen Song. Schon mal daran gedacht das das ganze mit Gebühren bezahlt wurde? Das ist eine unglaubliche Sauerei.

  13. Wozu das vor allem führt, ist, dass für mich Lena und der deutsche Beitrag für Oslo schon wieder gestorben sind.

    Finde ich immer wieder interessant, wie durchaus berechtigter Ärger dann aber auf die falschen Personen projeziert wird… Auf die Leute von Brainpool sauer zu sein, ist in Ordnung, aber was kann denn bitte Lena dafür? * * * Anyway, natürlich ist es ausgesprochen dumm von Brainpool, den Leuten da draußen, die Ende Mai zum Telefonhörer greifen, die Chance zu nehmen, sich in den Song reinzuhören…

  14. Haste natürlich Recht. Lena kann nix dafür. Das nehme ich insoweit zurück und erkläre hiermit feierlich, dass ich sie auch weiterhin toll finde. Und mich so, so hart freue, dass sie uns in Oslo vertritt. Was leider nichts daran ändert, dass mir der deutsche Beitrag 2010 immer noch verleidet ist. Dieses arrogante und maßlos dumme Verhalten von Brainpool ärgert mich einfach dermaßen, dass mir jedes mal, wenn ich den Song höre, die Galle hoch steigt. Ich hoffe sehr, dass sich das bis Oslo noch legt, aber ich fürchte, eine Grundverstimmung wird bei mir bleiben. Mich kotzt einfach an, dass sie es nicht kapieren. Wir sind die Fans, und ohne uns gäbe es weder den Grand Prix noch die TV-Shows vom Raab noch könnten die Plattenfirmen ihr Geschäft betreiben. Ich bin jederzeit bereit, für den Musikdownload einen angemessenen Preis zu zahlen, wenn er mir unmittelbar nach der Vorentscheidung als MP3 angeboten wird (da haben sie ja schon gelernt). Aber die Bildmitschnitte von den Auftritten gehören uns! Ohne jede Einschränkung! Denn die haben wir bereits mit unseren TV-Gebühren bezahlt. Die uns vorzuenthalten, wie Brainpool es hier versucht, ist in meinen Augen Diebstahl. Und wieso sollte ich als Kunde eine Industrie unterstützen, die mich bestiehlt? Ich kann mich nur wiederholen: sterbt endlich aus, ihr Dinosaurier.

  15. Ich freu mich hart. Endlich hat USFO auch die Quote gekriegt, die sie auch verdient hat. Zwar immer noch nicht im DSDS-Bereich, aber durchschnittlich 4,50 Millionen Zuchauer haben die Sendung gesehen. Das ist gigantisch. Ach ja, den Song kann man auf der Website von USFO sich anhören. Aber der Player dort braucht ne Ewigkeit bis er das Ding hochlädt.

  16. Warum haben die Deutsche so viele Probleme mit deutschen Texten auf deursche? Lieder zu schreiben ? In 2010 kommt Deutschland mit Allo Allo Englisch auf der Bühne.

  17. vor allem aber ihre divaeske ‚Ich brauch‘ erst mal ein Wasser‘-Einlage vor der Siegerreprise

    Ich fand das gar nicht divaesk. Für mich kam das sehr natürlich und menschlich herüber. Ob gespielt oder echt, ich hab ihr ihre Überwältigung am Ende voll und ganz abgenommen und hatte fast schon Angst, dass sie tatsächlich noch umkippt als sie plötzlich ihren Sieg und alles, was davon abhängt realisiert hat. Toller Abschluss! Ähnlich emotional war bisher nur die Siegerreprise bei den Kroaten. Und je öfter ich unseren Song höre, desto mehr liebe ich ihn. Zum zweiten Mal in Folge ist auch die Single des deutschen Vertreters für Oslo bestellt. Das kann gerne so weitergehen in den nächsten Jahren. Toi toi toi, Lena.

  18. Also, was englische oder deutsche Teste betrifft, so bin ich da zwiegespalten. Ich denke zu Lena passt Englisch besser, aber dass Roger Cicero 2007 für das letzte Drittel auf Englisch gewechselt hat, das fand ich persönlich dann auch sehr schwach.

  19. Du hast völlig recht, mir geht es genauso. Natürlich ist Lena nicht schuld, aber ich habe keine Möglichkeit, mich mit dem Song anzufreunden. Und ein mp3-Download ist mir auch zu wenig. Ich will das Video vom Finale und vor allem das professionelle, das letzte Nacht gedreht werden sollte. Das wird dann wohl irgendwann man bei Raab laufen, aber nirgendwo anders. Alle anderen Teilnehmer kann ich auch im Netz sehen, nur den eigenen Beitrag nicht. So sieht also die ’nationale Aufgabe‘ bei Raab aus. Muß er wohl mit dem Verb aufgeben verwechselt haben.

  20. Ich wollte noch etwas zu den Songs vom gestrigen Finale sagen – wirklich toll gefallen hat mir keiner, um ehrlich zu sein… Wo war der Haken? Ich bin wahrlich kein Experte auf dem Gebiet, kann mir aber vorstellen, dass es grundsätzlich schwierig ist, Songs zu schreiben, ohne den späteren Interpreten zu kennen. Gut, man kann die Versionen variieren lassen (wie bei Satellite), und mit verschiedenen Arrangements vielleicht auch etwas erreichen, aber trotzdem ist es vermutlich suboptimal. Songs wie ‚I Care For You‘ werden immer von irgendwoher einen passenden Interpreten finden, glaube ich. (Und ich will Jenny damit auf keinen Fall irgendetwas wegnehmen, zumal ich sie auch gerne mag.) Aber wer schreibt einen Song, der etwas ungewöhnlicher ist und der von Haus aus auf jemanden wie Lena zielt? Viel zu unsicher, ob sich letztlich jemand Passendes dafür herauskristallisiert… Ich meine, die Shows hätten früher stattfinden müssen. Man hätte erst den Interpreten herausfinden sollen. Dann hätten die Songschreiber gewusst, um wen es geht, was er/sie macht und kann und hätte dementsprechend etwas komponieret. Ich denke, das wäre eine deutlich bessere Ausgangsposition gewesen. Lena und Stefan haben ja offenbar innerhalb kurzer Zeit versucht, etwas aus dem Boden zu stampfen, was auch einen gewissen Ansatz hatte, fand ich, aber letztlich doch nicht überzeugen konnte. Nach ein paar Mal hören gefällt mir Lena’s Version von Satellite inzwischen ganz gut, jedoch werden nur die wenigstens ESC-Zuschauer, die für Lena voten dürfen, den Song vor dem Contest schon ein paar Mal gehört haben… Mir schwant nichts wirklich Gutes für Oslo…

  21. Ist ja alles Geschmackssache. Man kann das ausgesuchte Lied zu speziell finden und/oder Lena nicht mögen – alles o.k., aber daraus eine Prognose abzuleiten, den Geschmack anderer beurteilen zu können, finde ich äußerst gewagt. Gerade beim Grand Prix sind mehrere Faktoren entscheidend. Sollte ‚Satellite‘ zwischen z.B. dem ziemlich auffälligen Spanier und der isländischen Dance-Nummer in der Reihenfolge stehen, wäre es eher ungünstig. Eingebettet zwischen drei, vier Balladen oder altbackener Songs hingegen wirkt es noch frischer als es eh schon ist. Ist auch immer eine Frage des Moments, warum uns jetzt dies oder jenes augenblicklich besonders gefällt. Hätte man 2006 vorab einen Clip von Lordi auf youtube sehen können, hätte man sich womöglich gefragt, ob die Finnen denn nun ein Rad ab hätten mit dem, was sie Europa präsentieren wollen. Das Ergebnis ist bekannt. Das Ergebnis des ESC 2010 steht noch in den Sternen….und selbst diese wissen es anscheinend weniger als so manches Erdenwesen… Bleibt also nur unser persönlicher Geschmack und ich für meinen Teil bin sehr, sehr zufrieden. Im Grunde ist es so gekommen, wie ich es mir gewünscht habe: Ein zeitgenössisches Lied, welches gut grooved, dazu aus der Masse heraussticht, von keiner langweiligen Person vorgetragen. Was wir auch noch bedenken sollten, dass die Mädels die drei Lieder innerhalb kurzer Zeit einstudieren mussten. Lena wird ‚Satellite‘ bis Ende Mai noch etliche Male singen, es wird für sie selbstverständlicher sein als noch am Freitag. Auch wenn sie anfangs nicht verhehlen konnte, dass es nicht der Song ihrer Wahl war, so finde ich, hat das TV-Publikum genau richtig entschieden. ‚Love me‘ wäre nicht schlecht gewesen, aber ‚Satellite‘ klingt frischer, moderner, flotter. Das Publikum im Saal hatte dafür ein recht gutes Gespür: In der ersten Runde bekam Lenas ‚Satellite‘ sehr deutlich hörbar den größten Applaus von allen sechs Darbietungen. Die Maßstäbe legt sowieso jeder selbst an. Ob man den Beitrag schlecht findet, weil man selbst die CD niemals kaufen würde? Ob einem die Art von Lena nicht gefällt? Ob man die allerallerhöchsten Ansprüche an einen deutschen Beitrag stellt (und natürlich selbst bestimmt, wie die sein sollen)? Keine Ahnung, ist aber das Problem jedes einzelnen, das muss mich nicht kümmern. Ich bin, wie erwähnt, sehr zufrieden mit Lied und Interpretin und diese Meinung ändere ich auch nicht, egal ob Platz 1 oder Platz 25 dabei rausspringen wird.

  22. Eine Prognose war das ja gar nicht, mehr ein Bauchgefühl. Natürlich hege auch ich die Hoffnung, dass Lena in den nächsten Wochen den Song immer mehr verinnerlicht, so dass sie den Song richtig lebt auf der Bühne. Und wie Du richtig sagst, eine günstige Auslosung könnte auch hilfreich sein… Trotzdem denke ich, es wäre besser gewesen, erst den Interpreten zu identifizieren und ihm/ihr dann ein paar Songs auf den Leib zu schneidern, aus denen das Publikum dann hätte wählen können…

  23. Star? Was macht Lena zu Star? Das habe ich nicht verstanden. Sie hat die Medien im Rücken, damit wird jeder ein Star…aber nur für eine kurze Zeit, so wird es auch Lena und den übrigen USFO Teilnehmern ergehen, Keiner von ihnen wird eine längere musikalische Karriere haben In einem Jahr werden wir sehen, wer dann noch im Geschäft ist. Was ist ein Star? Jemand der aus eigener Kraft, ohne Medien und Hype hart für den Erfolg arbeitet und viel Erfahrung gesammelt hat: beides trifft auf Lena nicht zu! Über den Song selbst schweige ich lieber. Love me wäre aber noch schlimmer gewesen…pseudo provokant.

  24. Au fein – ich bin ein STAR!!!!! da ich ohne jeglichen Medien und Hype hart für meinen beruflichen Erfolg gearbeitet habe und darin viel Erfahrung gesammelt habe….bin ich also ein STAR! Jedenfalls ein beruflicher… Also mein Lieber: so einfach gehts dann nun doch nicht. Ohne Medien bringt es (LEIDER) heutzutage keiner zum Star. Ich sehe allerdings einen anderren wichtigen Aspekt: KONTINUITÄT!!! Es wird sich zeigen, wer dann wirklich in einigen Jahren das Prädikat STAR verdient….gell?

  25. Satellite – Video @Aufrechtgehn: Dein Protest wurde wohl teilweise ‚erhört‘. Das Video von Satellite wurde von Brainpool selber jetzt mit sinnvollen Tags hochgeladen.

  26. Und wie Du richtig sagst, eine günstige Auslosung könnte auch hilfreich sein…

    Und Lena hat (vermutlich) Losglück gehabt… Man hat eine Wild Card gezogen, so dass die ARD-Delegation sich den Startplatz aussuchen konnte. An 22. Stelle wird Lena starten 🙂

  27. Das Folgende hat zwar mit dem USFO-Finale nichts zu tun, aber indirekt halt schon mit USFO. Und da dies wohl der jüngste USFO-Thread ist, hau‘ ich das mal hier rein in der Hoffnung, dass es vielleicht doch noch gefunden wird von jemandem, dem’s interessiert. Und ich könnte mir vorstellen, dass es Oliver interessiert: 😉 Leon Taylor nimmt im Herbst am Bundesvision Song Contest teil. Im Duett mit Oceana wird er den Titel ‚Far Away‘ singen. http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesvision_Song_Contest_2010

  28. Ha. Ha! Das muss ich jetzt wohl nicht mehr kommentieren (tue es aber dennoch. Go figure). Um nochmals die angemessene Reaktion von Oliver auf das Abschneiden von Niamh Kavanagh zu zitieren: Ha. Ha!

  29. Tja, und nun nach drei Jahren ist Lena immer noch im Geschäft. Und wie!! Sie hat harrrrt für ihr drittes Album gearbeitet und eines der besten POP-Alben der letzten Jahre abgeliefert. Mit Stardust hat sie auch ohne ESC und Medienhype einen großen Erfolg errungen. Das Album hat ebenso wie die Single in kurzer Zeit Goldstatus erreicht.

  30. Na du bist wohl einer von der ganz harten Sorte, wenn man schon nicht recht hatte packt man weitere Totschlagargument aus die einem gelegen kommen, genauso wie unser Politiker und Bürokraten, bloß um nicht zugeben zu müssen das man unrecht hatte.
    Und Medien irgendwelcher Art waren schon immer nötig um überhaupt zum Star zu werden, zum starsein gehört aber als wichtigste Voraussetzung das es Leute gibt die sich Fans nennen und davon hat Lena inzwischen mehr als reichlich und das nicht nur in Deutschland.

  31. Woran bitte erkennst du, dass dieser User überhaupt noch auf dieser Seite liest? Ich halte es für sehr naiv, von jemandem nach drei Jahren (!!) eine Reaktion zu verlangen/erwarten. Thread necromancy, much?

  32. Wäre andererseits sicher interessant solche leute mal mit ihrem verzapften blödsinn zu konfrontieren.

    Auch mal schön zum nachlesen hab ich mittlerweile auch Sharyhan Osmans CD im regal. Christian Durstewitz durfte sich auch auf CD verewigen und Leon tauchte mit Oceana mal zum Bundesvision auf.
    Ich denke die ausbeute der show war schon insgesamt nicht schlecht.

Oder was denkst Du?