Bos­ni­en 2010: Ein biss­chen Son­ne, ein biss­chen Regen

Span­nend hat­te das bos­ni­sche Fern­se­hen es gemacht. Seit Janu­ar stand fest, dass der schnu­cke­li­ge Vukašin Bra­jić, Zwei­ter sowohl in der auf dem gesam­ten Bal­kan aus­ge­strahl­ten Cas­ting­show Ope­ra­ci­ji Tri­jumf als auch in der ser­bi­schen Vor­ent­schei­dung Beo­vi­zi­ja von 2009, mit dem Song ‘Mun­ja i Grom’ (‘Blitz und Don­ner’) in Oslo antritt. Die Vor­stel­lung des näm­li­chen Titels hob man sich indes geheim­nis­krä­me­risch bis heu­te auf. Auch in der knapp zwei­stün­di­gen Prä­sen­ta­ti­ons­show kam die Num­mer natür­lich ganz am Schluss, nach­dem zuvor der kom­plet­te Bal­kan und aus irgend­ei­nem Grund auch Irland dort sei­ne Bei­trä­ge vor­stel­len sowie Vukašin ein paar Cover­ver­sio­nen bekann­ter Hits sin­gen durf­te. Und irgend­wie wünsch­te man sich, die EBU könn­te hier aus­nahms­wei­se mal ein Auge zudrü­cken und ihn mit Rob­bie Wil­liams’ ‘Kids’ nach Oslo fah­ren las­sen.


Und dar­auf muss­ten wir jetzt zwei Mona­te lang war­ten? Ich will mein Geld zurück!

Vukašin mag es eher rockig, und ‘Mun­ja i Grom’, von dem es abschlie­ßend noch die eng­li­sche Fas­sung ‘Thun­der and Light­ning’ zu hören gab (die ent­ge­gen frü­he­rer Beteue­run­gen nun doch in Oslo zur Auf­füh­rung gelangt) ist genau das: ein Rock­song. Also exakt das, was ich has­se und wegen des­sen frü­he­rer (da, als die Welt noch in Ord­nung war) Abwe­sen­heit beim Grand Prix ich die­se Show so lieb­te. Zu allem Über­fluss ver­fügt ‘Mun­ja i Grom’ über kei­ner­lei erkenn­ba­ren Refrain, dafür aber über an völ­lig uner­war­te­ten Stel­len daher kom­men­de Instru­men­tal­parts, so dass man den Ein­druck hat, Vukašin habe den Text ver­ges­sen.


Vuka­sin mit der OT Bend (Beo­vi­zi­ja 2009): war­um konn­te es nicht so was sein?

Dass der Rock­song den­noch um Län­gen bes­ser ist als alle bis­he­ri­gen Ein­rei­chun­gen ähn­li­cher Mach­art aus Län­dern wie Mon­te­ne­gro, Kroa­ti­en oder Maze­do­ni­en, liegt am Sän­ger, des­sen Stim­me wenigs­tens nicht noch zusätz­lich nervt und der optisch ein wenig von der Musik ablenkt. Den­noch wür­de ich jede Peti­ti­on unter­zeich­nen, die es den Län­dern des Bal­kan künf­tig unter­sagt, ande­re Lie­der als die von Žel­j­ko Jok­si­mo­vić oder art­ver­wand­ten Kom­po­nis­ten geschrie­be­nen zum Euro­vi­si­on Song Con­test ein­zu­rei­chen!


Defi­ni­tiv ein GILB!

Nach­trag (05.05.): Im offen­sicht­li­chen Ver­such, zu ret­ten, was zu ret­ten ist, leg­te der schnu­cke­li­ge Bos­ni­er mitt­ler­wei­le einen Remix nach, der mit brett­har­ten Gitar­ren­riffs, cam­pen Gei­gen und dra­ma­ti­sche­rem Gesang aus dem stein­öden Haus­frau­en-Pop­rock-Song noch so etwas wie einen kre­di­blen Rock­ti­tel machen (oder zumin­dest etwas mehr Lei­den­schaft sug­ge­rie­ren) soll. Net­ter Ver­such, aber auch die bes­te Kos­me­tik kann die­se musi­ka­li­sche Lei­che nicht mehr leben­dig machen.

14 Gedanken zu “Bos­ni­en 2010: Ein biss­chen Son­ne, ein biss­chen Regen

  1. Kei­ne Sor­ge … … auch mit geschlos­se­nen Augen ist das nicht schlecht. Mit offe­nen Augen natür­lich noch bes­ser, aber egal. 😀 Ist das mit den vie­len Män­nern die­ses Jahr eigent­lich sta­tis­ti­scher Zufall oder steckt da Berech­nung dahin­ter? Ich kann mir gar nicht vor­stel­len, dass die meis­ten Län­der immer so ‘dumm’ sein sol­len, den oder die Gewin­ner des oder der Vor­jah­re zu kopie­ren.

  2. Das ist eine Abwand­lung der Abkür­zung MILF (wenn Du die nicht kennst, schau mal bei der Wiki­pe­dia. Und nein, es ist nicht die isla­mi­sche Befrei­ungs­front gemeint). Für was GILB genau steht, über­las­se ich dann mal Dei­ner Fin­dig­keit :)))

  3. Wol­le mer’n roi­las­se? – aber viel­leicht lässt ja ER rein 😛 Nee, die Bos­ni­er haben im letz­ten Jahr schon die rich­ti­ge Wahl mit ihrem Bei­trag getrof­fen, wenn­gleich ich das Lied ein paar Mal hören muss­te, um es rich­tig wür­di­gen zu kön­nen. Mal sehen, was uns Vuka­sin für musi­ka­li­sches Mate­ri­al prä­sen­tiert. Ich kann mir schon vor­stel­len, dass bei man­chen Län­dern Berech­nung dahin­ter steht, die­ses Jahr einen jun­gen Mann ins Ren­nen zu schi­cken. Denn der Wett­be­werb ist eigent­lich deut­lich weib­li­cher als männ­lich. In einem Fern­seh­bei­trag wur­de mal so schön wie rich­tig gesagt, es gin­ge Jahr für Jahr im Grun­de nur dar­um eine neue Köni­gin zu krö­nen 😉

  4. Der Sän­ger ist ein Ein­woh­ner Ser­bi­ens. War­um? Weil er als klei­ner Jun­ge von bos­ni­schen Mos­lems aus sei­ner Hei­mat­stadt ver­trie­ben wur­de. Die­se Stadt namens Sanski Most ist heu­te mos­le­misch kon­trol­liert, prak­tisch ser­ben­frei und eine Rück­kehr ist für Ser­ben unvor­stell­bar. Wie kar­rie­re­geil muss man sein, um für die­ses mos­le­misch domi­nier­te Bos­ni­en zu sin­gen? Das ist ja schlim­mer als Elton Johns Auf­tritt mit Emi­nem. Ein­fach nur wider­lich!

  5. yo Typisch Ultra-Ser­ben oder bes­ser gesagt Cet­niks, von euch hört man in sol­chen fried­li­chen Foren nichts ande­res als Poli­tik und Lügen. Hier gehts um Musik und kein ande­res The­ma. Ich per­söhn­lich ken­ne den Vuka­sin Bra­jic nicht, aber ich gön­ne ihm den Sieg oder einen Platz unter den Top 5, auch wenn er ein Ser­be ist ist er noch lan­ge kein Cet­nik da gibts einen gro­ßen unter­schied, nicht jeder ist so wie du da oben. Gott sei Dank! Und jetzt raus mit dir hier gehts lang ➡ 😆

  6. Ja, schlimm. Nach Schwe­den eine wei­te­re Ent­täu­schung. Zum Glück hat Ser­bi­en die­ses Wochen­en­de noch geret­tet. Die eng­li­scher Ver­si­on fin­de ich aller­dings etwas hör­ba­rer. Aber wenn es schon Rock beim ESC sein muss, dann bit­te etwas schmis­si­ges (Lor­di, Wig Wam, Ter­äs­be­to­ni, etc.) und kei­ne Bal­la­de. Beson­ders nicht in die­sem Jahr. Aber man merkt halt ganz deut­lich, wer letz­tes Jahr auf den ers­ten bei­den Plät­zen lag. So kom­men die­ses Mal vie­le Län­der ent­we­der folk­lo­ris­tisch oder bal­la­desk daher. Bedenkt man aller­dings die Viel­falt der Sie­ger aus den letz­ten Jah­ren, so ste­hen unse­re eige­nen Chan­cen mei­nes Erach­tens gar nicht mal so schlecht die­ses Jahr. Meist kommt man beim ESC mit letzt­jäh­ri­gen Trends näm­lich nicht all­zu weit.

  7. Gui­tar solos? In MY Euro­vi­si­on? Tja. Irgendwie…seltsam. Aber im Teil­neh­mer­feld die­ses Jahr sticht es dank der Gitar­ren­so­li (Soli. In Drei-Minu­ten-Lie­dern. You’re doing it wrong.) so weit her­aus, dass da ein Final­platz drin sein dürf­te.

  8. Also ich für mei­nen Teil mag Rock­mu­sik. Die ange­spro­che­nen Ter­äs­be­to­ni, Lor­di und Wig Wam fand ich geil bis sehr geil. Aber das hier.….ist nix. Gar nix. Ich bezweif­le sogar, dass das Rock ist. Höchs­tens ‘ange­rockt’. Das läuft heut­zu­ta­ge als Hin­ter­grund­mu­sik, wenn Oma gemüt­lich Socken stopft. Das kann auch in einem bos­ni­schen Haus­frau­en­ra­dio­sen­der lau­fen. Lang­wei­lig.

  9. GILB… iiiieh, das ist doch das gräß­li­che Zeug auf den Ado-Gar­di­nen, oder? Das paßt! Ich find den Enkel von Ricky King auch noch gelun­gen – aber es ist schon recht schwach, das viel­be­schwo­re­ne Gesamt­pa­ket! Das ist hier schon fast mein Lieb­lings-ESC-Blog – herr­lich bis­sig! 🙂

  10. Kannst Du mal bit­te auf­hö­ren zu pau­scha­li­sie­ren?! Ich fin­de die Äuße­rung auch depla­ziert, aber des­halb kannst Du nicht alle Ser­ben über einen Kamm sche­ren. Sonst bist Du auf dem glei­chen Niveau. Lügen? Ges­tern hat eine Bos­nia­kin mit glei­chem The­ma ange­fan­gen, indem sie Blöd­sinn über Emi­na Jaho­vic ver­brei­tet hat, der über­haupt kei­nen Bezug zur Rea­li­tät hat und vor­al­lem mit dem ESC nichts zutun hat. Ihr soll­tet euch so lang­sam echt ‘ne neue Lai­er zule­gen, denn die ‘böse Ser­ben – gute Bosniaken’-Nummer zieht mitt­ler­wei­le nicht mehr so gut, wie vor 15 Jah­ren. Und wer bist Du denn, dass Du Leu­te der Site ver­weist?! Das man auch kei­nen ein­zi­gen Bei­trag aus ex-YU in Ruhe lesen kann, ohne sich über die däm­li­chen Äuße­run­gen zu ärgern. Wann erfin­det end­lich jemamnd mal ‘ne Imp­fung gegen Leu­te wie euch?

  11. Weich­spül­rock für die Fahr­stuhl­be­schal­lung, hören und ver­ges­sen. Dann doch lie­ber der kroa­ti­sche Bei­trag von Femmi­nem.

  12. Das war ja wohl ein Griff ins Klo… Ich muss Dir lei­der voll und ganz zustim­men. Die­se Num­mer kann irgend­wie gar­nichts. Scha­de.

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