Fina­le 2010: die Über­sicht

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Finale)
© EBU / NRK

Seit Ein­füh­rung der Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den exis­tiert das Phä­no­men, dass die so genann­ten Big Four, die vier auf­grund ihrer Finanz- und poten­ti­el­len Zuschau­er­stär­ke stets fest fürs Fina­le gesetz­ten Län­der Frank­reich, Groß­bri­tan­ni­en, Spa­ni­en und Deutsch­land in der Punk­teaus­zäh­lung fast immer geschlos­sen die letz­ten Plät­ze bele­gen. Nach ers­ten Aus­brü­chen Frank­reichs und Eng­lands aus dem Grand-Prix-Kel­ler letz­tes Jahr (unter Zuhil­fe­nah­me gro­ßer Namen) könn­te sich das Blatt die­ses Jahr wen­den. Denn Tei­le der Gro­ßen Vier bie­ten – so ziem­lich als Ein­zi­ge – zeit­ge­nös­si­schen Pop in einem Umfeld lah­mer, auf die Jury­vo­te zie­len­der Schnarch­bal­la­den und obsku­rem, eher auf natio­na­le Geschmä­cker set­zen­dem Folk. Selbst einen deut­schen Sieg hal­te ich, wenn­gleich äußerst unwahr­schein­lich, dies­mal nicht für von Vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen.

Und das sind die fixen Fina­lis­ten in Start­rei­hen­fol­ge:

2. Spa­ni­en: Dani­el DigesAlgo Peque­ñi­to

Zuge­ge­ben: Wal­zer­klän­ge fin­det man in den aktu­el­len Ver­kaufs­charts eher sel­ten. Gegen­über den trotz guter Qua­li­tät meist letzt­plat­zier­ten spa­ni­schen Dan­cen­um­mern der ver­gan­ge­nen Jah­re strahlt das wie eine Neu­auf­la­ge von ‘Pri­ma­bal­le­ri­na’ (DE 1969) wir­ken­de ‘Algo Peque­ñi­to’aber Wär­me und Lei­den­schaft aus. Dani­el Diges dürf­te Men­schen jen­seits der Vier­zig euro­pa­weit anspre­chen. Ich find’s jeden­falls wun­der­schön! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 12 Punk­te ◊ Tipp für die End­plat­zie­rung: obe­res Drit­tel. Mit dem neu­en Voting­ver­fah­ren muss Start­platz 2 ja kein Todes­kuss mehr sein.

3. Nor­we­gen: Didrik Sol­li-Tan­genMy Heart is yours

You rai­se me up’ – der 2008 auf dem ECG-Club­tref­fen in Köln von den Star­gäs­ten Vanîa Fer­nan­des und Geir Rön­nig so trä­nen­trei­bend gemein­sam per­form­te Karao­ke­klas­si­ker bil­de­te wohl die Vor­la­ge für die Erneu­ten-Sieg-bit­te-ver­hin­dern-Num­mer der Gast­ge­ber. Kei­ne Sor­ge, erst recht bei die­sem mehr als höl­zer­nen Vor­trag! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punk­te ◊ Tipp für die End­plat­zie­rung: Mit­tel­feld

12. Groß­bri­tan­ni­en: Josh Dubo­vieThat sounds good to me

Groß­bri­tan­ni­en setzt wie schon im Vor­jahr, wo es zu einem fünf­ten Platz reich­te, auf einen bekann­ten Kom­po­nis­ten. Zeit­ge­nös­sisch ist die­se Sto­ck/Aitken/Wa­ter­man-Num­mer jedoch nicht. Klingt sogar für die Acht­zi­ger­jah­re schon etwas ange­staubt. Der nach lan­gen Wochen des Hof­fens und War­tens nun end­lich prä­sen­tier­te fina­le Remix saugt dem Titel dann auch noch den letz­ten Rest von Leben aus und hin­ter­lässt einen faden Sound­brei. Damit ist nun wirk­lich kein Blu­men­topf mehr zu gewin­nen. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 2 Punk­te ◊ Tipp für die End­plat­zie­rung: Hin­te­res Drit­tel

18. Frank­reich: Jes­sy Mata­dorAllez ola olé

Ja, natür­lich ist es ein Skan­dal, aus­ge­rech­net zum Grand Prix mit der fran­zö­si­schen Titel­me­lo­die zur Fuß­ball-WM anzu­tre­ten! Aber gera­de durch den Umstand, dass die Gran­de Nati­on kei­nen Pfif­fer­ling auf den Wett­be­werb mehr gibt und ein­fach nur einen Som­mer­hit pro­mo­ten möch­te, hat sie den ein­gän­gigs­ten Bei­trag ein­ge­reicht. ◊ aufrechtgehn.de-Wertung: 10 Punk­te ◊ Tipp für die End­plat­zie­rung: Vor­de­res Drit­tel, mein Tipp für den Sie­ger­ti­tel.

22. Deutsch­land: Lena Mey­er-Land­rutSatel­li­te

Lenas Song ist nicht mehr als guter Durch­schnitt. Ganz sicher gehört er nicht zu den bes­ten deut­schen Grand-Prix-Titeln aller Zei­ten. Den­noch: im dies­jäh­ri­gen Umfeld sticht er her­aus. Nein, falsch: sie sticht her­aus. Lena, die Quir­li­ge, die ein biss­chen Durch­ge­knall­te, die Eigen­sin­ni­ge und sich nicht wohl­ge­fäl­lig Ver­hal­ten­de. Und die den­noch super Sym­pa­thi­sche. Jeden­falls bleibt sie im Gedächt­nis. Und dar­auf kommt es bei der Abstim­mung an. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 8 Punk­te ◊ Tipp für die End­plat­zie­rung: Obe­res Drit­tel. Sieg nicht aus­ge­schlos­sen.

Und das waren die fünf fixen Fina­lis­ten.

33 Gedanken zu “Fina­le 2010: die Über­sicht

  1. lei­der bös nach­ge­las­sen Ich hat­te seit letz­tem Jahr ja etwas Hoff­nung geschöpft, dass die ‘Big 4’ den ESC mal wie­der etwas erns­ter neh­men (mit der Aus­nah­me von Deutsch­land, wo ich sowohl das Aus­wahl­ver­fah­ren als auch den Titel unter aller Kano­ne fand). Min­des­tens mal GB und F hat­ten sich rich­tig ins Zeug gelegt, E war durch­aus ok. Die­ses Jahr dage­gen ist ein ech­ter Rück­schlag zu ver­zeich­nen (wie­der­um mit der Aus­nah­me Deutsch­land. Der Song ist zwar Mit­tel­maß, hat aber durch die unkon­ven­tio­nel­le Inter­pre­tin tat­säch­lich Chan­cen). In mei­ner per­sön­li­chen Wer­tung lie­gen die Bei­trä­ge auf den hin­ters­ten Plät­zen (Spa­ni­en 22, GB 23, F 24, Nor­we­gen 25), wür­den also bei regu­lä­rem Pro­ze­de­re (ohne big 4 Bonus) nicht mal das Fina­le errei­chen. Was soll denn dar­an ‘zeit­ge­mäß’ sein??? Könn­te man bes­ten­falls noch auf Frank­reich mün­zen, aber das ist zwar ein ein­gän­gi­ger Titel, aber für den ESC völ­lig dane­ben. Lei­der wird das rea­le Ergeb­nis natür­lich wie­der völ­lig anders aus­se­hen als ich mir das wünsch­te. Denn wenn man mal die Mei­nun­gen in diver­sen Foren anschaut, hat der nor­we­gi­sche Tenordar­stel­ler offen­bar eine gro­ße Wäh­ler­schaft.

  2. Kor­rek­tur muss in obi­gem Kom­men­tar rich­tig hei­ßen: Spa­ni­en 27, Groß­bri­tan­ni­en 29, Frank­reich 31, Nor­we­gen 34. Die Rän­ge oben erge­ben sich, wenn man berück­sich­tigt, dass sie im Fina­le gesetzt sind. … und übri­gens: Bul­ga­ri­en 36 (danach kämen noch Est­land, Grie­chen­land, Ser­bi­en. Frü­her stand dahin­ter noch die Ukrai­ne, aber die haben sich ja tat­säch­lich enorm ver­bes­sert, was aller­dings wohl nicht von Dau­er zu sein scheint. Aber wenn wenigs­tens die Inter­pre­tin bleibt, kann es eigent­lich nicht mehr schlim­mer wer­den als Vasyl L.)

  3. .… OMG du siehst nicht wirk­lich Frank­reich und Spa­ni­en bes­ser als unse­ren Song? *kotz Und Frank­reich wird bestimmt nicht gewin­nen… genau­so wie Spa­ni­en… Ne da kann ich dir dies­mal abso­lut nicht Zustim­men… genau­so Nor­we­gen nicht… das ist doch viel bes­ser wie Frank­reich und Spa­ni­en zusam­men. Und ich sehe das jetzt nicht als Deut­scher… son­dern als Neu­tra­ler… aber Deutsch­land hat hier noch wirk­lich den Bes­ten Song!

  4. Mein Ran­king der Final­län­der: Spa­ni­en (mein unan­ge­foch­te­ner Lieb­lings­bei­trag die­ses Jahr!) Deutsch­land (Top 10) Frank­reich (Top 15) Ver­ei­nig­tes König­reich (unte­res Mit­tel­feld) Nor­we­gen (Flop 5) Ich lie­be Dra­ma­tik und has­se Schmalz wie man sieht.

  5. Laut eurovision.de hat die deut­sche Dele­ga­ti­on eine Wild Card gezo­gen und konn­te sich den Start­platz aus­su­chen. Lena star­tet an 22. Stel­le – danach kom­men nicht mehr vie­le, die Lena aus dem Gedächt­nis ver­drän­gen könn­ten 🙂

  6. Spa­ni­en Ne das Lied mag ich echt nicht:p und mit Start­platz 2 ist da fast schon alles gegessen:p Ich glau­be ganz guten Start­platz haben wir bekom­men durch die Wild­card… aber man sah… das man sich vor­her nicht bespro­chen hat­te… Naja jetzt müs­sen wir erst­mal sehen wel­che Bei­trä­ge sich um uns ver­sam­meln.. ich den­ke das neue Voting das man schon ab den ers­ten Bei­trag anru­fen kann… wird nicht son­der­lich viel ändern… Esc Fans wer­den vllt für ihren Fave anru­fen.…. oder ´auch erst nach allen Songs weil Telen ja prak­tisch stört:p Und nor­ma­le Zuschau­er wer­den eh wohl bis zum Schluss war­ten… zumin­dest wür­de ich das so machen:p Wie gesagt… beson­ders hart trifft es Spa­ni­en und Norwegen:P die haben aber noch Glück das sie die Show nicht eröff­nen müs­sen^^ Hat es eig schon mal gege­ben das Gast­ge­ber das Fina­le eröff­nen muss? xD

  7. Und jetzt lese ich die­ses hier: ‘In die­sem Jahr gibt es eine Ände­rung beim Tel­e­vo­ting. Bereits nach dem ers­ten Act kön­nen die Zuschau­er abstim­men und nicht, wie bis­her, nach dem Ende aller Vor­trä­ge. Wie schon im Vor­jahr, set­zen sich die Stim­men zu 50 Pro­zent aus Tel­e­vo­ting und zu 50 Pro­zent aus dem Jury­vo­ting zusam­men.’ Was in aller Welt soll der Unfug denn? 😡

  8. Unfug = Geld­ma­che­rei Tel­e­vo­ting von Anfang an ist rei­ne Geld­ma­che­rei. Je län­ger die Anruf­zeit, des­to mehr Anru­fe ins­ge­samt, und daher des­to höher der Gewinn. Vor­ge­scho­ben wird das Argu­ment der Fair­ness, weil ansons­ten die vor­ders­ten Plät­ze (wegen der Spä­tein­schal­ter) benach­tei­ligt sei­en. Ins­ge­samt ist das tota­ler Quatsch und bringt nur was für die 10000x-Anru­fer. Ich wer­de sicher­lich NICHT anru­fen, bevor ich nicht alle Bei­trä­ge gese­hen habe. Übri­gens: ich habe gele­sen, dass im Regle­ment steht, dass maxi­mal 20 Anru­fe erlaubt sei­en. Stimmt das? Und wird das über­prüft? Das wäre ja immer­hin ein klei­ner Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Wenn man (wie vom Web­mas­ter ja bereits vor­ge­schla­gen) die Anzahl der Anru­fe auf 1 pro Anschluss limi­tie­ren wür­de, könn­te ich mich mit dem rei­nen Tel­e­vo­ting viel­leicht anfreun­den. Ansons­ten schät­ze ich die Juries tat­säch­lich als limi­tie­ren­des Ele­ment, das zwar lei­der auch schrä­ge Außen­sei­ter aus­bremst, aber glück­li­cher­wei­se auch schlimms­te Ent­glei­sun­gen des Mehr­fach-Vote-Klün­gels. Und der hier auch bereits mehr­fach beschrie­be­ne Effekt, dass im gemisch­ten Voting Mit­tel­maß gewinnt, das eigent­lich nie­mand auf Platz 1 hat, tritt bereits im rei­nen Tel­e­vo­ting ein, wenn mehr als 1 Wäh­ler mit­macht.

  9. puh Glück­li­cher­wei­se hat der Dele­gier­te ja dann noch eine ver­nünf­ti­ge Zahl genannt. Ich fand es ober­pein­lich, dass alle ande­ren Dele­gier­ten gut vor­be­rei­tet auf ihre Wild­cards reagier­ten, der deut­sche Hein­zel dann aber offen­bar­te, dass er kei­ne Ahnung hat, was er nun tun sol­le. Das ist mal wie­der ein Super­bei­spiel für Ugno­ranz (im wah­ren Sin­ne des Wor­tes).

  10. 🙂 sich selbst ver­ar­schen ist immer am lus­tigs­ten. Muss natüt­lich ‘Igno­ranz’ hei­ßen.

  11. Natür­lich steckt der rei­ne Geld­ge­dan­ke dahin­ter, ganz klar… Da auch noch von Fair­ness zu schwa­dro­nie­ren, ist ja wirk­lich das Tolls­te – spä­tes­tens jetzt muss klar sein, dass es zum gro­ßen Teil nicht mehr dar­um geht, Songs zu bewer­ten. Nach­teil für die ers­ten Songs, ja klar. Was ist mit dem Nach­teil für die spä­ten Songs, weil eini­ge vor­zei­tig abschal­ten, weil sie bis­her womög­lich nur Schrott gehört haben? Arbei­ten bei der EBU denn nur noch Voll­pfos­ten mit Dol­lar-Zei­chen statt Pupil­len?

  12. … Den Nach­teil kann ich nicht tei­len! Weil wenn einer abschal­tet, dann ruft er auch nicht an;) Ich den­ke auch das es nur Geld­ma­che­rei ist… Und aus­er­dem… wer ruft schon wäh­rend ande­ren Songs für einen Song an, bevor er nicht mal alle Songs kennt:P Und die Wer­be­pau­sen neh­men die meis­ten als Pipi oder ande­res zeug als Pau­se.

  13. [quote]Mit dem neu­en Voting­ver­fah­ren muss Start­platz 2 ja kein Todes­kuss mehr sein.[/quote] Dein Wort in Got­tes Ohr! Aus­ge­rech­net mein Lieb­ling auf der 2. 🙁

  14. Ich ver­mein­te doch, irgend­wo gehört zu haben, dass das Voting über die gesam­te Lauf­zeit der Sen­dung frei sein soll­te. Hat die EBU sich ein Bei­spiel an der Ukrai­ne genom­men und macht das so, wie sie will?!

  15. re: … [quote=pasi]Den Nach­teil kann ich nicht tei­len! Weil wenn einer abschal­tet, dann ruft er auch nicht an;)[/quote] Okay, damit hast Du natür­lich auch wie­der recht… Trotz­dem fin­de ich es aus­ge­spro­chen unfüg­lich, die Tele­fon­lei­tun­gen zu öff­nen, bevor alle Songs durch sind… Und das Fair­ness-Geplap­per neh­me ich denen eh nicht ab… Mich wür­de nun noch inter­es­sie­ren, ob man man vor­ab alle Tele­fon­num­mern für alle Bei­trä­ge bekom­men kann oder ob man die­se kle­cker­wei­se mit jedem gesen­de­ten Bei­trag bekommt…

  16. Tele­fon­num­mern Ich den­ke mal, dass Du Dir die noch kom­men­den Num­mern aus­rech­nen kannst. Nut­zen wird das aller­dings nichts, denn, wenn ich das rich­tig ver­stan­den habe, sind die Lei­tun­gen für jeden ein­zel­nen Song erst offen, sobald *eben die­ser* Song voll­stän­dig durch­ge­lau­fen ist. D.h. für Bei­trag 25 darf man wie gehabt erst ganz zum Schluss anru­fen. Das klingt zwar ein klei­nes biss­chen logisch, aber fair ist trotz­dem was ande­res …

  17. [quote]Hat die EBU sich ein Bei­spiel an der Ukrai­ne genom­men und macht das so, wie sie will?![/quote] Natür­lich macht die EBU das, wie sie will. Aber so weit ich weiß – berich­tigt mich, wenn ich falsch lie­ge – wur­de das Sys­tem auch schon beim Juni­or ESC ange­wen­det.

  18. Isch vesch­t­äh des net Wie soll das mit dem Voting gehen? Bekommt da jeder Song einen fes­ten Time-Slot, oder kann für den ers­ten Song 2 Stun­den lang ange­ru­fen wer­den und für den letz­ten 10 Minu­ten? Oder wie? Das gibt doch wie­der Ärger… :con­fu­sed:

  19. Letz­te­res, wenn ich es rich­tig ver­stan­den habe. Wie oben gesagt, fair ist was ande­res …

  20. re: [quote=def] Wie oben gesagt, fair ist was ande­res …[/quote] Hoch­gra­did unfair, wür­de ich das sogar nen­nen…

  21. [quote]Televoting von Anfang an ist rei­ne Geld­ma­che­rei. Je län­ger die Anruf­zeit, des­to mehr Anru­fe ins­ge­samt, und daher des­to höher der Gewinn.[/quote] Ich den­ke, der Gedan­ke der Geld­ma­che­rei lässt sich mit einem Blick in die Regeln auf der offi­zi­el­len Sei­te (eurovision.tv, Menü­punkt Oslo 2010 – The Voting) teil­wei­se ent­kräf­ten, denn dort heißt es: [i]You are allo­wed to vote up to 20 times, but you can­not vote for your own country[/i] Man hat also für die­ses Jahr tat­säch­lich eine Voting­be­gren­zung ein­ge­führt (wenn auch noch eine recht groß­zü­gi­ge). Das hät­te ich nie gedacht.

  22. 99,9% Zustim­mung mit Litt­le Imp Das hät­te auch ein Pos­ting von mir sei­en kön­nen, wobei ich mir noch nicht ganz klar bin, wel­ches mein Lieb­lings­bei­trag ist: Algo Peque­ni­to oder ‘Lieb­lings­ga­bi’ Hera Björk.…

  23. Aller­dings nicht ganz so schlimm, wenn die Begren­zung auf 20 Anru­fe tat­säch­lich greift.

  24. Ich fas­se es (mal wie­der) nicht!!! Hin oder her, ob durch die Begren­zung der Anruf auf 20 die Unfair­ness in Gren­zen gehal­ten wird (sehe ich anders, man kann auch Han­dys von der Oma, vom Nach­barn lei­hen etc.), oder sich dadurch deut­li­che Nach­tei­le für hin­te­re Start­plät­ze erge­ben (sehe ich auch so, denn auch wer abschla­tet kann durch­aus vor­her ange­ru­fen haben).… …zur die­ser neu­en Rege­lung (die ich bis­lang nicht kann­te) fällt mir nix mehr ein. Doch!! Ich fra­ge mich, war­um unse­re Dele­ga­ti­on (das Gan­ze ist ja schließ­lich eine ‘Auf­ga­be natio­na­len Aus­mas­ses’!) als Ver­te­ter der Big 4 = Big Spon­sor nicht sofort dage­gen oppo­niert haben. Flie­ßen die Ein­nah­men aus dem Voting in irgend einer Art zurück, oder haben wir es mal wie­der (wie in den letz­ten Jah­ren so oft) von offi­zi­el­ler deut­scher Sei­te das 3-Affen-Prin­zip ver­in­ner­licht (Nichts hören-Nichts sehen-Nichts sagen)????

  25. Nach­trag Zitat: Befürch­tun­gen, dass der Song, der zuerst gehört wird, einen Wett­be­werbs­vor­teil ist, zer­streut die EBU. Stu­di­en hät­ten gezeigt, dass die ers­ten Songs nicht von die­ser geän­der­ten Rege­lung pro­fi­tie­ren. (eurovision/ndr.tv) Die Stu­di­en wür­de ich wirk­lich ger­ne sehen, frei nach der Devi­se: Glau­be nie einer Stu­die, die Du nicht selbst gefälscht hast!

  26. re: Nach­trag [quote=hhtom]Zitat: Befürch­tun­gen, dass der Song, der zuerst gehört wird, einen Wett­be­werbs­vor­teil ist, zer­streut die EBU. Stu­di­en hät­ten gezeigt, dass die ers­ten Songs nicht von die­ser geän­der­ten Rege­lung pro­fi­tie­ren. (eurovision/ndr.tv) Die Stu­di­en wür­de ich wirk­lich ger­ne sehen, frei nach der Devi­se: Glau­be nie einer Stu­die, die Du nicht selbst gefälscht hast![/quote] Vor allen Din­gen hät­te ich ger­ne gewusst, wor­auf in aller Welt die­se Stu­die denn basie­ren soll… Das müss­te dann ja wohl irgend­wer irgend­wo irgend­wann mal aus­pro­biert haben…

  27. Wenn ich es rich­tig ver­stan­den habe, wur­de das ja schon bei die­ser komi­schen Kin­der-Euro­vi­si­on so prak­ti­ziert, und da dort wohl nicht aus­nahms­los die Erst­star­ter gewan­nen, hält man das Sys­tem für fair. Ich den­ke tat­säch­lich, dass die Unge­rech­tig­kei­ten sich hier nivel­lie­ren. Klar könn­te man jetzt theo­re­tisch für Spa­ni­en sehr viel län­ger und öfter anru­fen als für Deutsch­land, aber in der Pra­xis wer­den die Mies­ten ein­fach nach jedem Song, der ihnen gefällt, eins-zwei mal anfru­fen und gut ist. Und die Dia­spor­a­Vo­ter wer­den mit der Begren­zung auf 20 Anru­fe aus­ge­bremst. Ich glau­be tat­säch­lich, dass das neue Sys­tem mehr Vor­tei­le als Nach­tei­le hat.

  28. Buch­ma­cher-Tipps Erstaun­lich… schuat man sich die Wett­quo­ten der gro­ßen eurp. Buch­ma­cher für den ESC an, gibt es ein kla­res Bild: Platz 1: Azer­bai­dschan Platz 2: Deutsch­land Platz 3: Isra­el Lena ist inner­halb der letz­ten zwei Wochen kon­ti­nu­ier­lich in der Buch­a­cher-Gunst nach oben geklet­tert.…

  29. Wie groß ist denn so die Tref­fer­quo­te der Buch­ma­cher in den letz­ten Jah­ren gewe­sen?

  30. re: [quote=Tells It Like It Is]Wie groß ist denn so die Tref­fer­quo­te der Buch­ma­cher in den letz­ten Jah­ren gewesen?[/quote] Extrem unter­schied­lich. Letz­tes jahr Bei­spiels­wei­se wur­de Alex­an­der Rybak schon lan­ge als kla­rer Sie­ger gehan­delt. Aber ich erin­ne­re mich auch an Zei­ten (war es 2007?), wo man bei­spiels­wei­se DJ Bobo ganz weit oben sah, und die­ser dann bereits im Semi hän­gen­blieb.

  31. Wett­quo­ten Die Wett­quo­ten und auch die Reak­tio­nen in dem einen oder ande­ren inter­na­tio­na­len Forum sind schon erfreu­lich – Lena scheint Euro­pa zu bezau­bern. Aber es bleibt bei mir die Befürch­tung, dass uns die bal­la­den­gei­len Juries da eine lan­ge Nase dre­hen…

  32. So, nach lan­ger Pau­se habe ich ALLEZ, OLA, OLE heu­te das zwei­te Mal gehört. Ich muss sagen, dass der Song ein­fach irre funk­tio­niert, sogar mei­ne ganz klei­nen Aber sind bei die­sem Hören ver­schwun­den. Immer vor­aus­ge­setzt, dass Jes­sy Mata­dor das auch gut auf die Büh­ne brin­gen muss – aber wenn das funk­tio­niert, ist für mich Frank­reich schon zwin­gend in den Top 3. Sieg wäre für mich kei­ne Über­ra­schung. Ob ich von den fünf fürs Fina­le fest­ste­hen­den Lie­dern nun das von Groß­bri­tan­ni­en oder Nor­we­gen als das für mich per­sön­lich absto­ßen­de­re fin­de, kann ich immer noch nicht sagen, die Ten­denz geht aber zu Nor­we­gen. Wobei ich glau­be, das schleimt sich so per­fi­de in den Aller­wer­tes­ten typi­scher Haus­frau­en­sen­der-Wunsch­box-Hörer, dass es weit vor­ne lie­gen wird.

  33. Ich muss noch mal auf Frank­reich zurück­kom­men: Mei­ner Mei­nung nach total rich­tig, bei der Aus­wahl nicht danach zu schie­len, was beim ESC ankom­men könn­te. Wenn man das macht, ist die Gefahr groß, etwas zu neh­men, was ent­we­der zu vie­le Kom­pro­mis­se ent­hält und des­halb zu gewollt klingt. Oder man trifft es ganz gut, aber über den Wett­be­werb hin­aus interessiert’s kaum ein Schwein, was auch nicht Sinn der Sache ist, denn man darf ja nicht nur den Con­test iso­liert sehen (ich sehe in ganz und gar nicht als Leis­tungs­schau für die Musik­in­dus­trie der Län­der, denn dafür wird er je nach­dem nicht ernst genug genom­men). Bei Sie­gel ging es nach dem Mot­to ab: Wel­ches The­ma kommt die­ses Jahr an? Wie bear­bei­tet man es? – und dann ging es mit dem Schrei­ben los. Hat eine Zeit­lang ordent­lich funk­tio­niert mit der Balan­ce aus ESC-Erfolg und kom­mer­zi­el­lem Erfolg, aber nur, solan­ge er eini­ger­ma­ßen die Leu­te erreicht hat, was heut­zu­ta­ge bekannt­lich nicht mehr so ist. So was will heu­te auch kei­ner mehr. Daher lie­ber einen Künst­ler, der enga­giert hin­ter SEI­NER Sache steht, dem man sein Ding abkauft – dann kann man zwar abka­cken, aber hat auch die Chan­ce gera­de des­we­gen ande­re zu begeis­tern. Ich fin­de auch, Lenas Lied wur­de nicht mit Blick­rich­tung ESC kom­po­niert, was man ihm posi­tiv anmerkt.

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