Finale 2010: die Übersicht

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Finale)
(c) EBU / NRK

Seit Einführung der Qualifikationsrunden existiert das Phänomen, dass die so genannten Big Four, die vier aufgrund ihrer Finanz- und potentiellen Zuschauerstärke stets fest fürs Finale gesetzten Länder Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland in der Punkteauszählung fast immer geschlossen die letzten Plätze belegen. Nach ersten Ausbrüchen Frankreichs und Englands aus dem Grand-Prix-Keller letztes Jahr (unter Zuhilfenahme großer Namen) könnte sich das Blatt dieses Jahr wenden. Denn Teile der Großen Vier bieten – so ziemlich als Einzige – zeitgenössischen Pop in einem Umfeld lahmer, auf die Juryvote zielender Schnarchballaden und obskurem, eher auf nationale Geschmäcker setzendem Folk. Selbst einen deutschen Sieg halte ich, wenngleich äußerst unwahrscheinlich, diesmal nicht für von Vornherein ausgeschlossen.

Und das sind die fixen Finalisten in Startreihenfolge:

2. Spanien: Daniel DigesAlgo Pequeñito

Zugegeben: Walzerklänge findet man in den aktuellen Verkaufscharts eher selten. Gegenüber den trotz guter Qualität meist letztplatzierten spanischen Dancenummern der vergangenen Jahre strahlt das wie eine Neuauflage von ‚Primaballerina‘ (DE 1969) wirkende ‚Algo Pequeñito‘aber Wärme und Leidenschaft aus. Daniel Diges dürfte Menschen jenseits der Vierzig europaweit ansprechen. Ich find’s jedenfalls wunderschön! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 12 Punkte ◊ Tipp für die Endplatzierung: oberes Drittel. Mit dem neuen Votingverfahren muss Startplatz 2 ja kein Todeskuss mehr sein.

3. Norwegen: Didrik Solli-TangenMy Heart is yours

‚You raise me up‘ – der 2008 auf dem ECG-Clubtreffen in Köln von den Stargästen Vanîa Fernandes und Geir Rönnig so tränentreibend gemeinsam performte Karaokeklassiker bildete wohl die Vorlage für die Erneuten-Sieg-bitte-verhindern-Nummer der Gastgeber. Keine Sorge, erst recht bei diesem mehr als hölzernen Vortrag! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 Punkte ◊ Tipp für die Endplatzierung: Mittelfeld

12. Großbritannien: Josh DubovieThat sounds good to me

Großbritannien setzt wie schon im Vorjahr, wo es zu einem fünften Platz reichte, auf einen bekannten Komponisten. Zeitgenössisch ist diese Stock/Aitken/Waterman-Nummer jedoch nicht. Klingt sogar für die Achtzigerjahre schon etwas angestaubt. Der nach langen Wochen des Hoffens und Wartens nun endlich präsentierte finale Remix saugt dem Titel dann auch noch den letzten Rest von Leben aus und hinterlässt einen faden Soundbrei. Damit ist nun wirklich kein Blumentopf mehr zu gewinnen. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 2 Punkte ◊ Tipp für die Endplatzierung: Hinteres Drittel

18. Frankreich: Jessy MatadorAllez ola olé

Ja, natürlich ist es ein Skandal, ausgerechnet zum Grand Prix mit der französischen Titelmelodie zur Fußball-WM anzutreten! Aber gerade durch den Umstand, dass die Grande Nation keinen Pfifferling auf den Wettbewerb mehr gibt und einfach nur einen Sommerhit promoten möchte, hat sie den eingängigsten Beitrag eingereicht. ◊ aufrechtgehn.de-Wertung: 10 Punkte ◊ Tipp für die Endplatzierung: Vorderes Drittel, mein Tipp für den Siegertitel.

22. Deutschland: Lena Meyer-LandrutSatellite

Lenas Song ist nicht mehr als guter Durchschnitt. Ganz sicher gehört er nicht zu den besten deutschen Grand-Prix-Titeln aller Zeiten. Dennoch: im diesjährigen Umfeld sticht er heraus. Nein, falsch: sie sticht heraus. Lena, die Quirlige, die ein bisschen Durchgeknallte, die Eigensinnige und sich nicht wohlgefällig Verhaltende. Und die dennoch super Sympathische. Jedenfalls bleibt sie im Gedächtnis. Und darauf kommt es bei der Abstimmung an. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 8 Punkte ◊ Tipp für die Endplatzierung: Oberes Drittel. Sieg nicht ausgeschlossen.

Und das waren die fünf fixen Finalisten.

33 Gedanken zu “Finale 2010: die Übersicht

  1. leider bös nachgelassen Ich hatte seit letztem Jahr ja etwas Hoffnung geschöpft, dass die ‚Big 4‘ den ESC mal wieder etwas ernster nehmen (mit der Ausnahme von Deutschland, wo ich sowohl das Auswahlverfahren als auch den Titel unter aller Kanone fand). Mindestens mal GB und F hatten sich richtig ins Zeug gelegt, E war durchaus ok. Dieses Jahr dagegen ist ein echter Rückschlag zu verzeichnen (wiederum mit der Ausnahme Deutschland. Der Song ist zwar Mittelmaß, hat aber durch die unkonventionelle Interpretin tatsächlich Chancen). In meiner persönlichen Wertung liegen die Beiträge auf den hintersten Plätzen (Spanien 22, GB 23, F 24, Norwegen 25), würden also bei regulärem Prozedere (ohne big 4 Bonus) nicht mal das Finale erreichen. Was soll denn daran ‚zeitgemäß‘ sein??? Könnte man bestenfalls noch auf Frankreich münzen, aber das ist zwar ein eingängiger Titel, aber für den ESC völlig daneben. Leider wird das reale Ergebnis natürlich wieder völlig anders aussehen als ich mir das wünschte. Denn wenn man mal die Meinungen in diversen Foren anschaut, hat der norwegische Tenordarsteller offenbar eine große Wählerschaft.

  2. Korrektur muss in obigem Kommentar richtig heißen: Spanien 27, Großbritannien 29, Frankreich 31, Norwegen 34. Die Ränge oben ergeben sich, wenn man berücksichtigt, dass sie im Finale gesetzt sind. … und übrigens: Bulgarien 36 (danach kämen noch Estland, Griechenland, Serbien. Früher stand dahinter noch die Ukraine, aber die haben sich ja tatsächlich enorm verbessert, was allerdings wohl nicht von Dauer zu sein scheint. Aber wenn wenigstens die Interpretin bleibt, kann es eigentlich nicht mehr schlimmer werden als Vasyl L.)

  3. …. OMG du siehst nicht wirklich Frankreich und Spanien besser als unseren Song? *kotz Und Frankreich wird bestimmt nicht gewinnen… genauso wie Spanien… Ne da kann ich dir diesmal absolut nicht Zustimmen… genauso Norwegen nicht… das ist doch viel besser wie Frankreich und Spanien zusammen. Und ich sehe das jetzt nicht als Deutscher… sondern als Neutraler… aber Deutschland hat hier noch wirklich den Besten Song!

  4. Mein Ranking der Finalländer: Spanien (mein unangefochtener Lieblingsbeitrag dieses Jahr!) Deutschland (Top 10) Frankreich (Top 15) Vereinigtes Königreich (unteres Mittelfeld) Norwegen (Flop 5) Ich liebe Dramatik und hasse Schmalz wie man sieht.

  5. Laut eurovision.de hat die deutsche Delegation eine Wild Card gezogen und konnte sich den Startplatz aussuchen. Lena startet an 22. Stelle – danach kommen nicht mehr viele, die Lena aus dem Gedächtnis verdrängen könnten 🙂

  6. Spanien Ne das Lied mag ich echt nicht:p und mit Startplatz 2 ist da fast schon alles gegessen:p Ich glaube ganz guten Startplatz haben wir bekommen durch die Wildcard… aber man sah… das man sich vorher nicht besprochen hatte… Naja jetzt müssen wir erstmal sehen welche Beiträge sich um uns versammeln.. ich denke das neue Voting das man schon ab den ersten Beitrag anrufen kann… wird nicht sonderlich viel ändern… Esc Fans werden vllt für ihren Fave anrufen….. oder ´auch erst nach allen Songs weil Telen ja praktisch stört:p Und normale Zuschauer werden eh wohl bis zum Schluss warten… zumindest würde ich das so machen:p Wie gesagt… besonders hart trifft es Spanien und Norwegen:P die haben aber noch Glück das sie die Show nicht eröffnen müssen^^ Hat es eig schon mal gegeben das Gastgeber das Finale eröffnen muss? xD

  7. Und jetzt lese ich dieses hier: ‚In diesem Jahr gibt es eine Änderung beim Televoting. Bereits nach dem ersten Act können die Zuschauer abstimmen und nicht, wie bisher, nach dem Ende aller Vorträge. Wie schon im Vorjahr, setzen sich die Stimmen zu 50 Prozent aus Televoting und zu 50 Prozent aus dem Juryvoting zusammen.‘ Was in aller Welt soll der Unfug denn? 😡

  8. Unfug = Geldmacherei Televoting von Anfang an ist reine Geldmacherei. Je länger die Anrufzeit, desto mehr Anrufe insgesamt, und daher desto höher der Gewinn. Vorgeschoben wird das Argument der Fairness, weil ansonsten die vordersten Plätze (wegen der Späteinschalter) benachteiligt seien. Insgesamt ist das totaler Quatsch und bringt nur was für die 10000x-Anrufer. Ich werde sicherlich NICHT anrufen, bevor ich nicht alle Beiträge gesehen habe. Übrigens: ich habe gelesen, dass im Reglement steht, dass maximal 20 Anrufe erlaubt seien. Stimmt das? Und wird das überprüft? Das wäre ja immerhin ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Wenn man (wie vom Webmaster ja bereits vorgeschlagen) die Anzahl der Anrufe auf 1 pro Anschluss limitieren würde, könnte ich mich mit dem reinen Televoting vielleicht anfreunden. Ansonsten schätze ich die Juries tatsächlich als limitierendes Element, das zwar leider auch schräge Außenseiter ausbremst, aber glücklicherweise auch schlimmste Entgleisungen des Mehrfach-Vote-Klüngels. Und der hier auch bereits mehrfach beschriebene Effekt, dass im gemischten Voting Mittelmaß gewinnt, das eigentlich niemand auf Platz 1 hat, tritt bereits im reinen Televoting ein, wenn mehr als 1 Wähler mitmacht.

  9. puh Glücklicherweise hat der Delegierte ja dann noch eine vernünftige Zahl genannt. Ich fand es oberpeinlich, dass alle anderen Delegierten gut vorbereitet auf ihre Wildcards reagierten, der deutsche Heinzel dann aber offenbarte, dass er keine Ahnung hat, was er nun tun solle. Das ist mal wieder ein Superbeispiel für Ugnoranz (im wahren Sinne des Wortes).

  10. Natürlich steckt der reine Geldgedanke dahinter, ganz klar… Da auch noch von Fairness zu schwadronieren, ist ja wirklich das Tollste – spätestens jetzt muss klar sein, dass es zum großen Teil nicht mehr darum geht, Songs zu bewerten. Nachteil für die ersten Songs, ja klar. Was ist mit dem Nachteil für die späten Songs, weil einige vorzeitig abschalten, weil sie bisher womöglich nur Schrott gehört haben? Arbeiten bei der EBU denn nur noch Vollpfosten mit Dollar-Zeichen statt Pupillen?

  11. … Den Nachteil kann ich nicht teilen! Weil wenn einer abschaltet, dann ruft er auch nicht an;) Ich denke auch das es nur Geldmacherei ist… Und auserdem… wer ruft schon während anderen Songs für einen Song an, bevor er nicht mal alle Songs kennt:P Und die Werbepausen nehmen die meisten als Pipi oder anderes zeug als Pause.

  12. [quote]Mit dem neuen Votingverfahren muss Startplatz 2 ja kein Todeskuss mehr sein.[/quote] Dein Wort in Gottes Ohr! Ausgerechnet mein Liebling auf der 2. 🙁

  13. Ich vermeinte doch, irgendwo gehört zu haben, dass das Voting über die gesamte Laufzeit der Sendung frei sein sollte. Hat die EBU sich ein Beispiel an der Ukraine genommen und macht das so, wie sie will?!

  14. re: … [quote=pasi]Den Nachteil kann ich nicht teilen! Weil wenn einer abschaltet, dann ruft er auch nicht an;)[/quote] Okay, damit hast Du natürlich auch wieder recht… Trotzdem finde ich es ausgesprochen unfüglich, die Telefonleitungen zu öffnen, bevor alle Songs durch sind… Und das Fairness-Geplapper nehme ich denen eh nicht ab… Mich würde nun noch interessieren, ob man man vorab alle Telefonnummern für alle Beiträge bekommen kann oder ob man diese kleckerweise mit jedem gesendeten Beitrag bekommt…

  15. Telefonnummern Ich denke mal, dass Du Dir die noch kommenden Nummern ausrechnen kannst. Nutzen wird das allerdings nichts, denn, wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Leitungen für jeden einzelnen Song erst offen, sobald *eben dieser* Song vollständig durchgelaufen ist. D.h. für Beitrag 25 darf man wie gehabt erst ganz zum Schluss anrufen. Das klingt zwar ein kleines bisschen logisch, aber fair ist trotzdem was anderes …

  16. [quote]Hat die EBU sich ein Beispiel an der Ukraine genommen und macht das so, wie sie will?![/quote] Natürlich macht die EBU das, wie sie will. Aber so weit ich weiß – berichtigt mich, wenn ich falsch liege – wurde das System auch schon beim Junior ESC angewendet.

  17. Isch veschtäh des net Wie soll das mit dem Voting gehen? Bekommt da jeder Song einen festen Time-Slot, oder kann für den ersten Song 2 Stunden lang angerufen werden und für den letzten 10 Minuten? Oder wie? Das gibt doch wieder Ärger… :confused:

  18. re: [quote=def] Wie oben gesagt, fair ist was anderes …[/quote] Hochgradid unfair, würde ich das sogar nennen…

  19. [quote]Televoting von Anfang an ist reine Geldmacherei. Je länger die Anrufzeit, desto mehr Anrufe insgesamt, und daher desto höher der Gewinn.[/quote] Ich denke, der Gedanke der Geldmacherei lässt sich mit einem Blick in die Regeln auf der offiziellen Seite (eurovision.tv, Menüpunkt Oslo 2010 – The Voting) teilweise entkräften, denn dort heißt es: [i]You are allowed to vote up to 20 times, but you cannot vote for your own country[/i] Man hat also für dieses Jahr tatsächlich eine Votingbegrenzung eingeführt (wenn auch noch eine recht großzügige). Das hätte ich nie gedacht.

  20. 99,9% Zustimmung mit Little Imp Das hätte auch ein Posting von mir seien können, wobei ich mir noch nicht ganz klar bin, welches mein Lieblingsbeitrag ist: Algo Pequenito oder ‚Lieblingsgabi‘ Hera Björk….

  21. Ich fasse es (mal wieder) nicht!!! Hin oder her, ob durch die Begrenzung der Anruf auf 20 die Unfairness in Grenzen gehalten wird (sehe ich anders, man kann auch Handys von der Oma, vom Nachbarn leihen etc.), oder sich dadurch deutliche Nachteile für hintere Startplätze ergeben (sehe ich auch so, denn auch wer abschlatet kann durchaus vorher angerufen haben)…. …zur dieser neuen Regelung (die ich bislang nicht kannte) fällt mir nix mehr ein. Doch!! Ich frage mich, warum unsere Delegation (das Ganze ist ja schließlich eine ‚Aufgabe nationalen Ausmasses‘!) als Verteter der Big 4 = Big Sponsor nicht sofort dagegen opponiert haben. Fließen die Einnahmen aus dem Voting in irgend einer Art zurück, oder haben wir es mal wieder (wie in den letzten Jahren so oft) von offizieller deutscher Seite das 3-Affen-Prinzip verinnerlicht (Nichts hören-Nichts sehen-Nichts sagen)????

  22. Nachtrag Zitat: Befürchtungen, dass der Song, der zuerst gehört wird, einen Wettbewerbsvorteil ist, zerstreut die EBU. Studien hätten gezeigt, dass die ersten Songs nicht von dieser geänderten Regelung profitieren. (eurovision/ndr.tv) Die Studien würde ich wirklich gerne sehen, frei nach der Devise: Glaube nie einer Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast!

  23. re: Nachtrag [quote=hhtom]Zitat: Befürchtungen, dass der Song, der zuerst gehört wird, einen Wettbewerbsvorteil ist, zerstreut die EBU. Studien hätten gezeigt, dass die ersten Songs nicht von dieser geänderten Regelung profitieren. (eurovision/ndr.tv) Die Studien würde ich wirklich gerne sehen, frei nach der Devise: Glaube nie einer Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast![/quote] Vor allen Dingen hätte ich gerne gewusst, worauf in aller Welt diese Studie denn basieren soll… Das müsste dann ja wohl irgendwer irgendwo irgendwann mal ausprobiert haben…

  24. Wenn ich es richtig verstanden habe, wurde das ja schon bei dieser komischen Kinder-Eurovision so praktiziert, und da dort wohl nicht ausnahmslos die Erststarter gewannen, hält man das System für fair. Ich denke tatsächlich, dass die Ungerechtigkeiten sich hier nivellieren. Klar könnte man jetzt theoretisch für Spanien sehr viel länger und öfter anrufen als für Deutschland, aber in der Praxis werden die Miesten einfach nach jedem Song, der ihnen gefällt, eins-zwei mal anfrufen und gut ist. Und die DiasporaVoter werden mit der Begrenzung auf 20 Anrufe ausgebremst. Ich glaube tatsächlich, dass das neue System mehr Vorteile als Nachteile hat.

  25. Buchmacher-Tipps Erstaunlich… schuat man sich die Wettquoten der großen eurp. Buchmacher für den ESC an, gibt es ein klares Bild: Platz 1: Azerbaidschan Platz 2: Deutschland Platz 3: Israel Lena ist innerhalb der letzten zwei Wochen kontinuierlich in der Buchacher-Gunst nach oben geklettert….

  26. Wie groß ist denn so die Trefferquote der Buchmacher in den letzten Jahren gewesen?

  27. re: [quote=Tells It Like It Is]Wie groß ist denn so die Trefferquote der Buchmacher in den letzten Jahren gewesen?[/quote] Extrem unterschiedlich. Letztes jahr Beispielsweise wurde Alexander Rybak schon lange als klarer Sieger gehandelt. Aber ich erinnere mich auch an Zeiten (war es 2007?), wo man beispielsweise DJ Bobo ganz weit oben sah, und dieser dann bereits im Semi hängenblieb.

  28. Wettquoten Die Wettquoten und auch die Reaktionen in dem einen oder anderen internationalen Forum sind schon erfreulich – Lena scheint Europa zu bezaubern. Aber es bleibt bei mir die Befürchtung, dass uns die balladengeilen Juries da eine lange Nase drehen…

  29. So, nach langer Pause habe ich ALLEZ, OLA, OLE heute das zweite Mal gehört. Ich muss sagen, dass der Song einfach irre funktioniert, sogar meine ganz kleinen Aber sind bei diesem Hören verschwunden. Immer vorausgesetzt, dass Jessy Matador das auch gut auf die Bühne bringen muss – aber wenn das funktioniert, ist für mich Frankreich schon zwingend in den Top 3. Sieg wäre für mich keine Überraschung. Ob ich von den fünf fürs Finale feststehenden Liedern nun das von Großbritannien oder Norwegen als das für mich persönlich abstoßendere finde, kann ich immer noch nicht sagen, die Tendenz geht aber zu Norwegen. Wobei ich glaube, das schleimt sich so perfide in den Allerwertesten typischer Hausfrauensender-Wunschbox-Hörer, dass es weit vorne liegen wird.

  30. Ich muss noch mal auf Frankreich zurückkommen: Meiner Meinung nach total richtig, bei der Auswahl nicht danach zu schielen, was beim ESC ankommen könnte. Wenn man das macht, ist die Gefahr groß, etwas zu nehmen, was entweder zu viele Kompromisse enthält und deshalb zu gewollt klingt. Oder man trifft es ganz gut, aber über den Wettbewerb hinaus interessiert’s kaum ein Schwein, was auch nicht Sinn der Sache ist, denn man darf ja nicht nur den Contest isoliert sehen (ich sehe in ganz und gar nicht als Leistungsschau für die Musikindustrie der Länder, denn dafür wird er je nachdem nicht ernst genug genommen). Bei Siegel ging es nach dem Motto ab: Welches Thema kommt dieses Jahr an? Wie bearbeitet man es? – und dann ging es mit dem Schreiben los. Hat eine Zeitlang ordentlich funktioniert mit der Balance aus ESC-Erfolg und kommerziellem Erfolg, aber nur, solange er einigermaßen die Leute erreicht hat, was heutzutage bekanntlich nicht mehr so ist. So was will heute auch keiner mehr. Daher lieber einen Künstler, der engagiert hinter SEINER Sache steht, dem man sein Ding abkauft – dann kann man zwar abkacken, aber hat auch die Chance gerade deswegen andere zu begeistern. Ich finde auch, Lenas Lied wurde nicht mit Blickrichtung ESC komponiert, was man ihm positiv anmerkt.

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