Grie­chen­land 2010: Hos­sa!

Offen­sicht­lich hält sich Grie­chen­land an die von Mer­kel ein­ge­for­der­ten eiser­nen Spar­plä­ne: zum Grand Prix ent­sen­den die Hel­le­nen eine deut­lich abge­speck­te Vari­an­te ihrer Sakis-Rou­vas-Patent­num­mer.


Sugard­ad­dy Geor­gi­os und sei­ne jugend­li­chen Tanz­schnit­ten

Es wirkt alles eine Num­mer klei­ner als beim zwei­fa­chen (2004, 2009) Euro­vi­si­ons­gott Sakis: anstel­le von LED-gespick­ten Mul­ti­funk­ti­ons­ge­rä­ten (Lauf­band, Hebe­büh­ne, Ski und über­di­men­sio­na­ler Tacker) fun­gie­ren dies­mal ledig­lich ein paar beleuch­te­te Trom­meln als Büh­nen­gim­mick. Es gibt kei­ne Trick­klei­der und auch von grenz­de­bi­len eng­li­schen Tex­ten blei­ben wir ver­schont. Anstel­le eines voll­be­weg­li­chen, mit frei­em Ober­kör­per sport­li­che Höchst­leis­tun­gen erbrin­gen­den Ado­nis müs­sen wir mit einem sta­tisch daste­hen­den, etwas mür­risch wir­ken­den Sän­ger namens Gior­gos Alkai­os vor­lieb neh­men. Selbst der Sound erin­nert eher an eine auf­ge­klapp­te Glück­wunsch­kar­te oder einen Klin­gel­ton aus den Neun­zi­gern als an die bis­lang übli­chen auf­wän­di­gen Stu­dio­pro­duk­tio­nen. Doch ansons­ten ist alles com­me il faut: ein mit­rei­ßen­der, simp­ler und ein­gän­gi­ger medi­ter­ra­ner Dis­co­schla­ger, vier durch­trai­nier­te männ­li­che Tän­zer, eine wun­der­bar durch­cho­reo­gra­fier­te Büh­nen­show und jede Men­ge “huh!” “hey!” “ueppa!” und ähn­li­che, an die bes­ten Zei­ten von Rex Gil­do und sein legen­dä­res “Hos­sa!” erin­nern­de Schlacht­ru­fe. Eine hoch will­kom­me­ne Ret­tungs­in­sel im dies­jäh­ri­gen Meer der euro­vi­sio­nä­ren Lan­ge­wei­le und Depres­si­on und somit sicher­lich ein ver­dien­ter Aspi­rant für einen Medail­len­platz. Dar­auf einen Ouzo und: dan­ke, Grie­chen­land! Wenigs­tens auf Euch ist noch Ver­lass!


Auch hübsch: Strand­aus­flug mit den Jungs

Nach­trag: Und auch hier gibt’s mitt­ler­wei­le einen pro­fes­sio­nel­len Video­clip mit dem Oslo-Remix des Bei­trags. Bringt der Ori­gi­nal­auf­tritt bei der grie­chi­schen Vor­ent­schei­dung mit sei­nen stamp­fen­den und “huh!” grö­len­den Mus­kel­schnit­ten schon das Kunst­stück fer­tig, butch und camp zugleich zu wir­ken, treibt der Clip das noch auf die Spit­ze. Zunächst prä­sen­tie­ren sich die betei­lig­ten Her­ren andert­halb Minu­ten lang mit grim­mi­gem Blick in detail­ver­lieb­ten Nah­auf­nah­men, bevor der Song end­lich los­geht. Dann folgt fast die glei­che Cho­reo­gra­phie, dies­mal jedoch augen­schein­lich in einem Atom­schutz­bun­ker gedreht. Natür­lich alles in Schwarz. Die­se Dop­pel­do­sis Düs­ter­keit durch­bricht man mit Außen­auf­nah­men der (nun) weiß geklei­de­te­ten Fab Five am Strand. Da wirkt Herr Al Kai­da fast ein wenig farb­los!

0 Gedanken zu “Grie­chen­land 2010: Hos­sa!

  1. hi Und du hat­test recht xddddd Mist ich war für denn ers­ten song da Right time now oder wie der jetzt heißt denn drit­ten song mag ich gar net!!! mfg pasi

  2. Ach­so Right on time wwä­re bestim­nmt sehr schön für Chia­ra gewe­sen bes­ser als What if we;) Aber auch einer ihrer alten songs wie sail away wäre serh schön gewe­sen aber ich bin mit Whjat if we zufire­den:) mfg pasi

  3. .…vor ein paar Stun­den nen­ne ich noch Grie­chen­land als Bei­spiel für vor­her­seh­ba­re Bei­trä­ge Jahr für Jahr und dann über­rascht plötz­lich mal ein Lied, wel­ches genau­so gut aus Aus­tra­li­en kom­men könn­te 😳 Ok, zwi­schen einem Dut­zend Sir­ta­ki-Pop-Bei­trä­gen kann schon mal eine Aus­nah­me zu fin­den sein. Es braucht beim ESC kei­nen super anspruchs­vol­len Song, das wäre eher sogar hin­der­lich. Der hier geht rich­tig steil nach vorn, man muss kein Pro­phet sein, dem eine vor­de­re Plat­zie­rung vor­her­zu­sa­gen. Zumal das bestimmt wie­der gut prä­sen­tiert wird und ver­hei­ra­tet hin oder her Sakis Rou­vas so man­chem vor der Glot­ze – Männ­lein wie Weib­lein – Lust­tröpf­chen in den Slip treibt.

  4. Glück gehabt So ich denn nicht noch ein drit­tes Mal die auf­dring­li­che Punk­te­buh­le­rei von Herrn Rou­vas ertra­gen muss, bei der ich nie wuss­te, ob ich mich vor­erst für ihn selbst oder für die eksta­tisch krei­schen­den Herrn im Publi­kum schä­men soll­te, bin und blei­be ich den Grie­chen unge­mein dank­bar!

  5. Viel­leicht kön­nen die Grie­chen ja jam­ba als Spon­sor gewin­nen. BIs auf die­sen stö­ren­den Klin­gel­ton fin­de ich Grie­chen­land eine sehr fet­zi­ge Num­mer. Den­noch glau­be ich, dass der Auf­tritt mit einem agi­le­ren Sän­ger wie zum Bei­spiel Sakis Rou­vas, Kos­tas Mar­ta­kis oder Con­stan­ti­nos Chris­to­fo­rou noch bes­ser wäre. Aber mal schau­en wie es in Oslo schließ­lich aus­se­hen wird. Ansons­ten bleibt mir nur noch eines zu sagen: Opa! 😀

  6. Opa hats echt drauf für sein Alter, tol­ler Song. Hof­fent­lich wird der Oslo-Auf­tritt nicht wie­der gigan­tisch auf­ge­motzt.

  7. Sakis Rou­vas und agil? 2004 viel­leicht, letz­tes Jahr war ich für mei­nen Teil ziem­lich ent­setzt, wie sehr man in fünf Jah­ren altern kann. Und die Num­mer, die er letz­tes Jahr vor­zu­tra­gen hat­te, war auch nicht das Wah­re. Zu Opa (tol­ler Titel aus Sicht eines Deut­schen): Wol­len die Grie­chen das tat­säch­lich in der Ori­gi­nal­sprach­ver­si­on nach Oslo schi­cken? Das wäre dann das ers­te Mal seit 1998, und das war ein ziem­li­ches Disaster…12 Punk­te, alle aus einem Land (will mal jemand raten, wel­ches? 😉 ). Aber das Lied ist defi­ni­tiv einer der Höhe­punk­te die­ses Jahr­gangs.

  8. Naja, bei ‘(I would) Die for you’ hat­ten sie ja auch nur den Refrain angli­fi­ziert, und das kam ja auch gut an. Und bei ‘Opa’ gibt’s im Refrain nicht viel zu über­set­zen… Das kann ruhig in Grie­chisch blei­ben, das über­zeugt denoch (oder gera­de des­we­gen).

  9. Die­se Art von Musik mach ich über­haupt nicht. Viel zu bal­kan­las­tig oder auch grie­chich- tra­dio­to­nell. Und das gan­ze laut auf­ge­motzt. Opa.…..

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