Lena Meyer-Landrut für Deutschland 2010: Krass fett!

„Die Kifferin“, wie ein Nicht-Eurovisions-Freund von mir sie nennt, fährt nach Oslo – mit dem drolligen ‚Satellite‘ im Gepäck. Und ich freu mich so, so hart!


Björk auf Droge

In den Medien galt sie von der ersten Ausgabe von USFO bereits als Favoritin, und auch ich hielt sie immer für die heißeste Anwärterin auf den Thron, auch wenn es kurz vor Schluss noch mal eng wurde: die achtzehnjährige Schülerin und optische Nora-Tschirner-Doppelgängerin Lena Meyer-Landrut. Als sie sich in Köln bewarb, wolle sie noch nicht mal gewusst haben, dass es um die Teilnahme am Eurovision Song Contest geht und so richtig bewusst scheint ihr das auch erst geworden zu sein, nach dem sie vor wenigen Minuten die Fahrkarte nach Oslo löste. Denn dass im internationalen Finale, wo Nationen gegeneinander kämpfen, ein anderer Wind weht als in Stefans Ihr-seid-Alle-super-Kuschelgruppe, das dürfte ihr auch klar sein. Und ob sie mit der harmlos-verspielten Nummer ‚Satellite‘ die Erwartungen des Landes auf einen Platz im vorderen Tabellendrittel – ein Sieg ist damit ohnehin nicht drin – wird erfüllen können, steht ebenfalls auf einem anderen Blatt. Von ihren drei Titeln schien mir gerade dieser derjenige zu sein, der ihr persönlich am wenigsten lag. Das rotzige ‚Love me‘, vor allem aber ihre Waldelfe-auf-LSD-Interpretation des sehr possierlichen ‚Bee‘ gefielen mir deutlich besser. Zum neuen Eurovisionsevergreen hätte aber keiner dieser Songs das Zeug – insofern erwies sich der Titel Unser Star für Oslo als prophetisch, denn genau den haben wir gewählt: einen Star!


Das offizielle Video, das gegen den Liveauftritt abkackt

Dass Lena nicht schauspielert, bestätigt mir gerade einer meiner Leser, der jemanden kennt, der Lena persönlich kennt: „Sie ist wirklich so, aber mit einem unglaublichen Charisma. Extrem gut erzogen, nicht kiffend [!], keinen Alkohol trinkend, aber mit surrealen Ansichten. Alle Shows waren authentisch“. Und die Frau versteht es, sich in Szene zu setzen und weiß, was sich sich herausnehmen kann. Ob bei ihrer nur zu einem Drittel ironischen, hauptsächlich offen genervten Reaktion auf die mal wieder unterirdisch dummen Fragen der in ihrem spektakulären Scheitern schon wieder grandiosen Moderationsfehlbesetzung Sabine Heinrich („Natürlich kann ich mir das nicht vorstellen, wie das [in der Telenor Arena in Oslo] ist, weil ich noch nie in so einer großen Halle aufgetreten bin!“), vor allem aber ihre divaeske „Ich brauch‘ erst mal ein Wasser“-Einlage vor der Siegerreprise: Lena weiß, wie sie im Gedächtnis bleibt. Und da kommt es ja drauf an, in Oslo, im Gedächtnis zu bleiben bei der Punktevergabe. Über das nötige Selbstbewusstsein verfügt sie zweifelsohne, und somit geht das Schlusswort an Su Kramer (deutsche Vorentscheidung 1972): „Glaub an Dich selbst und es wird gelingen“!

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