Türkei 2010: Micheal learns to rock

So, nun isser nach viel Gewese endlich da: ‚We could be the Same‘, der türkische Song für Oslo. Und wenn auch musikalisch immer noch nicht meine Baustelle, so ist es bislang der einzige (!) im Rennen, der so etwas wie eine Brücke zum aktuellen Musikgeschehen in der Realwelt schlägt. Kein Wunder, entsenden die Türken da ja ein paar ganz Große: die New-Metal-Band (Eigendefinition) maNga waren Sieger in der Kategorie Best European Act bei den MTV Europe Music Awards 2009 in Berlin. Schon damals ließ die Band auf einer Pressekonferenz durchscheinen, dass sie bereit sei, die „große Verantwortung“ auf sich zu nehmen, sollten sie gefragt werden, ihr Land beim Song Contest zu vertreten.


Können als Teil der Little Four schon mal was risikieren: die Türken

Damit setzt die Türkei ihre mutige Strategie fort, große, etablierte Künstler aus bei der Eurovision weniger etablierten Stilrichtungen zu schicken (maNga liegen irgendwo zwischen Tokyo Hotel und Rammstein, nur besser). Einziger Wermutstropfen: auch maNga begehen den klassischen Eurovisionsfehler und singen in Oslo auf Englisch. Was schade ist, denn auf Türkisch klingen sie zwar düsterer, aber auch authentischer.


Der professionelle Videoclip, passend vor düster-industriellem Setting

13 Gedanken zu “Türkei 2010: Micheal learns to rock

  1. Naja… …..mal sehen, ob sie tatsächlich bestätigt werden. Ich weiß nicht, warum man sich über die Wahl freuen sollte, wenn sie – so sicher wie das Amen in der Kirche – den ESC nicht gewinnen werden. Mehr als ein MVÖ-Platz kann bei dem neuen Wertungssystem nicht herauskommen. Die Jurys werrden so eine Band nicht unterstützen. Was auch für den norwegischen Beitrag ‚ Dragontower ‚ gilt ! Warum bleibt man nicht beim erfolgreichen Konzept des Vorjahres und knüpft am weniger erfolgreichen Konzept von 2008 an? Macht wenig Sinn, außer man möchte dieses Jahr nicht gewinnen und den ESC 2011 nicht ausrichten müssen. Dann passt die Wahl natürlich.

  2. Warum sollte ne Jury den Song nicht gut finden? Ich darf erinnern, das Teräsbetoni 2008 von ner Jury sogar 12 Punkte hätte bekommen können, wenn es damals schon Juryvoting gegeben hätte. Und das war Hardrock. Und ich hoffe Manga haben was eingängigeres als das hier noch auf Lager. Und ich finde das Rockmusik genauso ein Platz haben sollte wie andere Stile beim ESC.

  3. To rock or not to rock, that is the question! Was das angeht, schlagen zwei Herzen, ach, in meiner Brust: der schwule Schlagerfan in mir will, das der Grand Prix 100% rockfreie Zone bleibt und ausschließlich mit Schwuppentechno und dramatischen Powerballaden bestückt wird. Der progressivere Teil in mir weiß, dass der Wettbewerb sich auch anderen Musikstilen gegenüber öffnen muss, um überleben zu können. Und will, wenn schon Rock, dann solchen wie den von MaNga. Nämlich welchen, der auch richtig rockt. Im Gegensatz zu, sagen wir, Brink oder Stevan Fadday oder wie er hieß. Außerdem finde ich die Fokussierung auf den Sieg grundsätzlich falsch. Dann schickt nämlich jeder genau das, was letztes Jahr gewonnen hat. Wie langweilig. Man muss auch mal was wagen, genau so wie die Türkei es hier tut. Und da finde ich beispielsweise ein Ergebnis unter den ersten Zehn mit so einer Nummer ehrenvoller als ein Sieg mit einer einfallslosen ‚Fairytale‘-Kopie. Lordi oder Marija Serifovic haben auch was gewagt, da hätte ich vorher auch nicht die Hand für ins Feuer gelegt, das die gewinnen.

  4. Fairytale-Kopie! Die haben ja auch Geigen! 😉 Der Rock-Band-Spieler in mir findet das jedenfalls gut (und will das für Rock Band haben!). Aber EMA-Gewinner und ESC-Gewinner sind dann doch zwei Paar Schuhe. Sollte sich das bestätigen, Hut ab vor dem Mut von TRT. Und mit dem letzten Absatz meines Vorredners stimme ich überein. Wir werden dieses Jahr genug Rybak-Klone in Oslo sehen. Variatio delectat.

  5. Hardrock scheint beliebter zu sein als ich dachte, heute hat man zum Beispiel in Norwegen ne Metalband ins nationale Finale gewählt. Das hätte ich nicht gedacht. Oliver du hast recht, jede Musikrichtung sollte beim ESC vertreten sein. Warum sollte nicht auch Hardrock vertreten sein.Ich hätte auch nix dagegen wenn ein Land mit ner Rapnummer kommen würde.

  6. … Genau Amadeus aus Finland setzt da wohl drauf… aber dieses Jahr schneidet das niemals mehr so gut ab!! Alexander bzw Norwegen hatten eben auch was neues gezeigt, was so noch nicht beim esc war… deshalb auch verident gewonnen! Und für deine Schwule Seite gibt es ja auch jetzt den Schweizer Beitrag^^ den ich auch ganz gut finde:) Nur die Performance ist ein bisschen zu schwul^^ und der hat ja Segelohren.. de rmuss aufpassen das er net abhebt^^ hoffentlich trägt er einen Hut oder so xD

  7. Geht doch!!! Na also, geht doch! Endlich ein Song, bei dem ich Ende Mai die Boxen aufdrehen werde! Wer hätte in den Siebzigern und Achtzigern geglaubt, dass ausgerechnet die Türkei in naher Zukunft beinahe Jahr für Jahr mit einem der ganz wenigen modernen Beiträge antreten wird?!

  8. Naja Nix gegen Rock beim ESC (obwohl nicht zwingend mein Geschmack) aber mir erscheint die Nummer etwas zu glatt. Richtig mutig finde das nun wirklich nicht, da waren die Türken mit Ska schon mal wagemutiger. Da wage ich mal den Tipp, das plätschert so im Mittelfeld dahin, es sei denn, die Jungs legen noch ne Schippe drauf. Irgendwie kommt zumindest bei der jetzigen Performance nicht viel rüber, so daß ich wie auch immer in den Bann gezogen werden könnte (das war zumindest bei Lordi so, obwohl nun gar nicht meine Richtung).

  9. Also, Mor ve Ötesi fand ich vor zwei Jahren doch noch um Welten besser. Mangas Nummer klingt doch erstaunlich viel nach ESC. Meine Erwartung war da doch weitaus alternativer. Nicht, dass ‚We could be the same‘ schlecht wäre – im Gegenteil – aber enttäuscht bin ich trotzdem irgendwie.

  10. Yep, Mor ve Ötesi war noch konsequenter und MaNga haben sich wohl ein bisschen zurückgenommen, um bei einem breiteren Publikum besser anzukommen. Aber ich will nicht motzen, denn selbstverständlich ist das um Klassen besser als das meiste bisher. Dagegen klingen viele Konkurrenten nur noch mehr nach Altersheim…. Hoffentlich bestätigt sich MaNga auch bei Live-Bedingungen. Eigentlich gefallen mir türkische ESC-Beiträge dann besonders gut, wenn ich annehme, sie verschrecken die ältere Generation der türkischen Gemeinde in Almanya 😀

  11. auch enttäuscht Hatte mir eigentlich von MaNga mehr erwartet. Konsequenter halt. No risk no fun. Hört sich leider doch ziemlich angepasst an. Aber wie bereits von vielen angemerkt: natürlich immer noch wesentlich besser als das meiste vom Rest.

  12. Beim ESC gewinnen nicht die besten künstler, sondern die populärsten nichtskönner. also alle leider der ESC sind ein witz und dienen einfach dazu die leute zu manipulieren. Deswegen ist es verstänlich dass Türkei, trotz der eher ungewöhnlichen musukrichtung, in die richtung rock geht, weil das nunmal am besten ankommt. Meine meinung: ESC dient einfach zur unterhaltung wenn man wirklich NICHTS zutun hat. von künstlern darf dabei nicht geredet werden…

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