USFO: ein „bonbonfarben illuminierter Waldorfkindergarten“?

USFO Logo (Deutsche Vorentscheidung 2010)
(c) ARD / ProSieben

Die Spiegel-Autoren Markus Brauck und Thomas Tuma stellen in der aktuellen Ausgabe die beiden Castingshows DSDS und USFO gegenüber und konstruieren aus dem sehr unterschiedlichen Personal beider Sendungen die steile Theorie eines gesellschaftlichen „Kampfes der Kulturen“ zwischen (der „Illusion) einer polyglott-sorgenfreien Mittelschicht“ bei Raab und der „bösen und erbarmungslosen Realität“ bei Bohlen. Und auch wenn der Artikel natürlich zugunsten seiner holzschnittartigen These ein wenig überzeichnet, erscheint mir eine der Kernaussagen, dass nämlich Raab eine auf das sich abschottende Bürgertum zugeschnittene Sendung mache („USFO ist letztlich Raabs Rache an den jugendlichen TV-Legasthenikern, denen er einst erste Popularität verdankte“), in der ein „Migrationshintergrund allenfalls noch ein exotisches Accessoire“ sei, wahr.

Schaut man sich mal den Kreis der bislang Ausgeschiedenen an, lässt sich – ebenso überspitzt und böse formuliert – eine Selektion aufgrund Nichtzugehörigkeit zum reinweißen, nicht-migrantischen Bildungsbürgertum („Da singt die Germanistikstudentin neben dem Lehramtsanwärter neben der gelernten Fremdsprachenkorrespondentin“), durchaus konstruieren: raus sind ein Mädel mit armenischen Wurzeln, eine Straßenmusikerin aus dem Osten, ein Philippino und zuletzt ein Schwarzer. Mal schauen, wie lange es Sharyhan Osman noch packt, die letzte Verbliebene mit nichtdeutschen (ägyptischen) Anteilen, die sich in der gestrigen Ausgabe schon mal vorsichtshalber von taxifahrenden Arabern distanzierte, um klar zu machen, welchem Milieu sie sich zugehörig fühlt.


Vielleicht hätte er dieses Bekenntnis mal bei USFO singen sollen

Vor diesem Hintergrund erscheint auch der – mir persönlich sehr merkwürdig aufstoßende – Ratschlag des Juroren Rea Garvey an den ausgeschiedenen Leon Taylor verständlicher, er müsse „einfach mal die Kamera ignorieren“. Obwohl Selbstinszenierung ja zwingend zur Show gehört und beim Grand Prix auch wichtig ist. Aber direkte Blicke in die Kamera, das Buhlen um die Aufmerksamkeit und die Sympathie des Zuschauers ist ja prollig und gehört nicht in das Umfeld einer Sendung, deren schon längst feststehende Leitfigur, die Gymnasiastin Lena Meyer-Landrut, nicht müde wird zu betonen, wie wenig wichtig ihr persönlich der Sieg bei USFO sei und die nur „aus Spaß“ mitmache.


Singt für ein Paar neuer Schuhe: LML

Um nicht mißverstanden zu werden: ich selbst schaue kein DSDS; ich bin heilfroh, dass USFO so wenig mit dem bei Bohlen inszenierten Alptraum des Kampfes um kurzfristige Aufmerksamkeit mit allen Methoden zu tun hat. Und ich finde Lena Meyer-Landrut toll, gerade weil sie „ein bisschen wie Björk klingt, die zu viel grünen Tee geraucht hat“. Ich bin nur immer noch über den Abgang von Leon Taylor entsetzt, der zwar mal wieder ein wirklich schlimmes Lied auswählte, es aber dennoch erneut schaffte, mich mit seiner packenden Stimme (die ich mittlerweile als männliches Äquivalent von Alexandra einordne) und seinem Auftreten zu berühren und mir Tränen in die Augen zu treiben. Und da ich mir nicht vorstellen kann, eine völlig andere Sendung gesehen und gehört zu haben als die knapp zwei Millionen der restlichen Zuschauer, gibt mir der Spiegel-Artikel wenigstens ansatzweise eine Erklärung, um meinen Schock zu lindern.

Wenn auch keine schöne.

16 Gedanken zu “USFO: ein „bonbonfarben illuminierter Waldorfkindergarten“?

  1. Natürlich ist USFO Oberschichten -Fernsehen Auch wenn ich im zitierten Spiegel-Artikel den Unterton nicht mag und auch etlichen Details widersprechen würde, ist die Grundaussage völlig korrekt: das spricht einfach unterschiedliche Schichten an. Das merkt man doch allein schon daran, wenn man mit verschiedenen Leuten über USFO im Vergleich zu DSDS spricht und Argumente kommen wie ‚aber DSDS ist viel unterhaltsamer‘. Ich denke zwar nicht gern in Klassen, muss aber zugeben, dass ich natürlich auch verortbar bin (gemäß Sinusstudie an der Grenze zwischen Postmateriellen und Etablierten (oh oh, noch schlimmer!)) — und mich dort wohlfühle! Das ist meiner Frau bereits beim ersten Blick auf USFO wohltuend aufgefallen (sie hatte vorher tatsächlich DSDS gesehen: ‚die Kandidaten bei USFO sprechen einwandfreies Deutsch und können sich richtig gewandt ausdrücken. Außerdem sind es richtige Persönlichkeiten‘). Sie vermutete zunächst den Altersunterschied als Begründung, aber das ist es nicht nur. Auch diejenigen mit ‚Migrationshintergrund‘ sind richtig in der Gesellschaft angekommen. Soweit zum Unterschied der Sendungen. Aber dass das gleiche Argument herangezogen werden soll zur Erklärung der Selektion, halte ich für absolut nicht gerechtfertigt. Das oben Gesagte gilt nämlich ausnahmslos für alle 20 USFO-Kandidaten. Was Leon betrifft, lag er einfach daneben in der letzten Sendung. Und das liegt nicht am Lied allein. Zum einen ist das ein sehr schönes Lied, selbst wenn man es oft hört, zum zweiten kann Leon das durchaus auch gur vortragen, wie er in der Castingbox unter Beweis gestellt hat. Aber die gestrige Interpretation war einfach nicht angemessen (zum Teil lag das sogar an der Band. Das war das erste Mal, dass ich mit einem Arrangement unzufrieden war). Hier wäre weniger mehr gewesen (sowohl Band als auch Leon). Und da inzwischen nur noch wirklich gute Kandidaten dabeisind, darf sich eben keiner mehr einen solchen Fehler erlauben. Klingt wahrscheinlich jetzt etwas schulmeisterlich, aber als ‚Etablierter‘ erwartet man sowas ja sicher sowieso von mir 🙂

  2. … muss noch was nachschieben Jetzt könnte man sich natürlich fragen, welchem Sinus-Milieu wohl Herr Feddersen angehört …

  3. re: … muss noch was nachschieben [quote=def]Jetzt könnte man sich natürlich fragen, welchem Sinus-Milieu wohl Herr Feddersen angehört …[/quote] dazu muß ich jetzt innerlich grinsen, weil ich just heute die erste Hälfte von Feddersens neuem Machwerk gelesen habe.. ..und zwiespältig bin. Ist ja ganz amüsant, aber ich werde das klamme Gefühl nicht los, daß Jan F. unbedingt beweisen will, daß er ungekrönte Herrscher des europäischen ESC-Fachwissens ist. Das nervt dann schon… Besser-Feddi statt Besser-Wessi

  4. Hysterischer Schreihals Ich habe eine naive Frage: glaubst Du Madam ‚ Lena ‚ wenn sie behauptet, dass sie nicht gewinnen möchte und ‚ nur aus Spaß ‚ mitacht? Das ist doch die älteste PR-Masche, die es gibt! Das Gegenteil ist der Fall, sie will unbedingt gewinnen, weil sie sich – auch dank Raab und Jury – für etwas besseres oder gar besonderes hält. Mit Lena würden wir in Oslo nicht wirklich erfolgreich sein: hysterisch und ‚crazy‘ ( so 90s ) zu sein, reicht eben nicht um die Menschen zu beeindrucken. Zumindest außerhalb Deutschlands – sie ist der weibliche Kübelböck. PS: Ober- Unterschichten TV? Wieder so ein Medienquatsch. Was an USFO ist ‚ Oberschicht‘? Raab allein ist schon ‚Unterschicht‘ ( sprich unterste Schublade ). Ich kenne zufällig einige Gymnasien – zu behauptet, dass dort jeder der Oberschicht angehört ist wieder mal Nonsense! Lena ist ja der beste Beweis – an ihr ist nichts ‚Oberschichtenhadftes ‚ sie hätte auch bei Bohlen singen können – der wiederum zur ‚Oberschicht‘ gehört und diese leider sogar recht gut repräsentiert. So sieht das aus! Lasst euch nicht so leicht manipulieren.

  5. hier wurde wohl einiges falsch verstanden Erstens: natürlich möchte Lena (wie jeder andere auch) gern gewinnen. Wer wollte das nicht. Im übrigen behauptet sie das ja auch gar nicht anders. Beim ersten Mal hat sie wohl tatsächlich nicht damit gerechnet, aber inzwischen rechnet sie sich selbstverständlich Chancen aus (die ist ja nicht blöd und bekommt die Reaktionen mit). Sie sagt ja selbst, sie habe ‚Blut geleckt‘ (O-Ton). Aber im Unterschied zu manchem bei DSDS hängt bei den USFOs nicht sämtliche Erwartung an dieser einen Kiste, da sie Alternativen haben und kennen. Zweitens: Es geht um Fernsehen, das offensichtlich eher Oberschicht anspricht. Das heißt weder, dass es bewusst in diese Richtung produziert sein muss, noch, dass es notwendigerweise VON Oberschicht gemacht werden muss. Allerdings würde ich Herrn Raab das durchaus zubilligen (beides). Sein prollhaftes Auftreten ist doch eindeutig Masche. Drittens: ‚Oberschicht‘ im genannten Sinne hat nicht unbedingt etwas mit Reichtum zu tun (das trifft sicher auf Bohlen zu), sondern mit Bildungsstand (Gymnasiumsbesuch garantiert das tatsächlich nicht automatisch) und Wesens- (Denkens-)art. Daher: zwischen Lena und Küblböck liegen nicht nur Welten, sondern Universen!

  6. Geh vorbei Für mich eine ganz einfache Sache: Nach der Leon-Premiere mit ‚Der Weg‘, auf welchem ich ihm seinerzeit sofort, blindlings und hörig gefolgt wäre, war ich in den Folgesendungen von seiner Leistung schlicht und einfach nicht mehr sonderlich angetan (sodass ich zwar für Christian und Lena anrief, nie mehr aber für Leon Taylor). Für mich blieb Leons erster Auftritt am Ende leider eine herausragend fantastische Ausnahme seiner sonst doch eher mäßigen (und nach Meinung meiner Gehörgänge auch durchgängig dahin genuschelten) Gesangsdarbietungen. In diesem Kontext kein Platz in meinem Kopf für Gesellschaftstheorie und Ähnliches!

  7. Anscheinend hatten die Spiegelautoren langeweile, oder warum verzapfen sie einen derartigen Schwachsinn. Auch das man Menschen in Unterschicht und Oberschicht teil, finde ich einfach abartig. Ich gehöre auch nicht zur sogenannten Oberschicht(wer das auch immer sein sollte). Trotzdem gefällt mir USFO einfach besser als DSDS. DSDS ist einfach nur Schrott und an der Sendung geht mir alles tierisch auf die Nerven. Auch ich war von Leon in der ersten Sendung mehr als begeistert, doch dann hat er in der zweiten Sendung Irgendwas bleibt verunstaltet, er war dann in der darauffolgenden Sendung deutlich besser, bevor er dann wieder den Schmuseonkel rausgelassen hat. Für mich im Finale sind Lena und Christian. Sharyan ist für mich ein Geheimtipp und kerstin die Außenseiterin. Mir persönlich ist Kerstin zu langweilig, die würde eher zu DSDS passen. Aber um bei der Sendung mitmachen zu dürfen, muß man ja anscheinend im Knast gesessen haben oder wenigstens ein schweren Schicksalsschlag erlebt haben, damit das Privatleben so richtig schön ausgeschlachtet werden kann von RTL und Blöd. Auch das geht mir auf die Nerven.

  8. Volle Zustimmung zur Analyse von Leons Entwickung. ‚Der Weg‘ war eine Super-Darbietung, da gibt es nichts dran zu rütteln. Und der Krawitz-Song war auch recht ordentlich. Ich vermute auch, dass das Finale mit Lena und Christian bestückt sein wird. Allerdings hat Sharyhan den Vorteil einer riesigen Bandbreite. Sie scheint so ziemlich alle Stile meistern zu können, was ein großer Vorteil ist, da ja letztlich wohl ein Lied präsentiert werden muss, das sich keiner der kandidaten selbst ausgesucht hat.

  9. Na ja, Zeitungen müssen natürlich jeden Tag erst mal gefüllt werden, da saugt man sich halt Thesen aus den Fingern…oder sie sind tatsächlich Spielwiesen für Journalisten, ihre persönlichen Ansichten an den Leser zu bringen. Ein großer Unterschied von DSDS zu USFO (außer, dass bei ersterem die Gesangsqualität deutlich schlechter ist insgesamt) ist die Aufmachung. Dass nämlich bei DSDS viel privates Zeug mit reinspielt, was den Machern genauso wichtig ist wie die Show auf der Bühne. Diese Mischung bringt eben die beste Einschaltquote. Es ist sogar eher von Vorteil, wenn manche Teilnehmer dürftige Sänger sind, denn auch das bringt Reibungspunkte – Antistimmung und gleichzeitige Solidarisierung mit dem ’netten Jungen von nebenan‘ ist genauso Quotenfördernd. Zu behaupten, die eine Schicht schaue dieses Format, die andere jenes an, halte ich für verfehlt. Wenn man denn Schichteneinteilungen vornehmen möchte, dann gibt es in jeder davon ein gewisses Trashbedürfnis, weshalb DSDS selbstverständlich nicht nur vom ‚unteren Drittel‘, sondern auch beim ‚oberen‘ Fans hat. Zum Thema ‚wir sollten uns nicht so leicht manipulieren lassen‘: Und was, wenn ich gerade diejenigen mag, die bei Raab besonders gut wegkommen? Muss ich dann aus falsch verstandenem Gefühl der Korrektheit meine Meinung unterdrücken und in Anti-Haltung gehen, weil nur die Minderheit das Recht oder den Geschmack gepachtet hat? Werde ich denn nicht manipuliert von den gar nicht so wenigen ‚Lena- und Christianhassern‘, die ja auch nichts anderes wollen als ihren persönlichen Geschmack durchzusetzen? Man sollte davon wegkommen, das Publikum als meinungslose Ja-Sager zu beschimpfen, es schon triftige Gründe, warum genau diese 5 Kandidaten noch im Wettbewerb sind. Mit Migrationshintergrund hat das nix zu tun. Leon z.B. hatte einen glänzenden Einstieg und konnte den einfach nicht mehr in dem Maße bestätigen. Aber man könnte auch bei diesem Thema was konstruieren und mit Roberto Blanco kommen, der mehr als nur ein Mal versucht hat für Deutschland an den Start zu gehen 😉

  10. Ich fühle mich bestätigt… …nachdem eben gerade im Viertelfinale die letzte Nicht-Arierin rausgeflogen ist. Trotz Stimme wie Whitney und Songs wie im Disney-Musical. Aber nein, das hat nix gar nix mit einem möglichen Migrationshintergrund zu tun, überhaupt nicht…

  11. Nana… …Oliver, bitte nicht so provokativ 😉 Ich halte die ganze Diskussion um Migrationshintergrund für einen absoluten Schmarrn, gerade nach dem soeben erfolgtenViertelfinale: Ich gehe mit zwei Kritikansötzen von Adel Tawil völlig konform: a) Sharyans Darbietungen waren mir zu schauspielerisch und nicht wirklich authentisch. Sie wußte wirklich genau, wo sie wann in welche Kamera zu lächeln hat. b) Der kleine spitze Seitenheb auf Lena, sich die plötzlich erworbene Berühmtheit nicht zu Kopf steigen zu lassen. So außergewöhnlich interessant sie als Typ ist, ist vermisse eine weitere Facette (ok, schreibt man ihr einen Oslo-Song auf den Typ funktioniert das). Nach mittlerweile mehreren Sendungen fängt es an, daß mir ihre tourette-naiv-kokkete Art gaaaaanz langsam auf den Senkel geht. Sollte ich nicht der einzige sein, dann ist ihre Finalteilnahme alles andere als sicher. Mal im Detail: Sharyan – mit Abstand beste Stimme und schrecklichste Frisur, zudem wirkt das leider etwas schauspielerisch und nicht mehr authentisch. Jennifer – Stimmlich ein wenig mit Abatrichen, dafür aber ohne großen Kritikpunkte. Das smoothe Mittelfeld im qualitativ sehr anspruchsvollen Restfeld. Kerstin – entwickelt sich für mich immer mehr zur Überraschung. Perfekte Songauswahl (die Orginale von Regina Spektor verblassen dagegen), steigert sich von Mal zu Mal, für mich mittlerweile völlig zur Recht weiter (selbst wenn ich kein Fan der Engelstimme bin). Christin – eben coole Sau – paßt! Mein Favorit mittlerweile…. Lena – bemerkenswert anders, speziell. Stimmlich sicherlich nicht das Genie, aber NOCH authentisch. Sie läuft aber Gefahr, die ‚Masche‘ zu weit auszureizen. Die Grenze zwischen Einzigartigkeit und Nervtöterei ist nicht sehr groß. Fazit: Zuschauer sind nicht dumm, zufällig lag ich mit meinem Tipp richtig. Es wäre spannend geworden, wenn nur 3 weiter gekommen wären.. (für mich Christian, Kerstin und….tja). 2. Fazit: Spätetstens jetzt muß eigentlich jeder erkennen, welche Qualitätsunterschiede zwischen DSDS und USFO liegen (und somit korrigiere ich meinen Kommentar, den ich nach der 1. Sendung abgegeben habe!)

  12. Ist doch etwas dran an diesem Artikel? Jetzt hat es ja tatsächlich Sharyhan Osman rausgehauen.

  13. entsetzt Ich bin tatsächlich entsetzt darüber, dass es diesmal Shatyhan rausgehauen hat. Nach ihrem ersten Auftritt war ich zwar auch skeptisch, umso mehr, als Jennifer, die für mich eigentlich schon seit x Sendungen Streichkandidatin war, ausgesprochen gut war und ausnahmsweise mal nicht gegrölt hat, sondern nuanciert vorgetragen. Dann kam allerdings Kerstin, bei der es je nach Song in meiner Wertung ständig auf und ab geht) und nahm das Lied für meinen Geschmack etwas zu tralala, auch leicht daneben in den Höhen und schwach in den Tiefen. Da war es für mich dann sicher, dass sie die nächste ist, denn Christian zeigte diesmal erneut eine sehr gute Stimme (inkl. Falsett) und gute Bühnenpräsenz, Lena war auch in Topform (etwas unsauber zwar, v.a. in den lauten Passagen, aber sehr interpretationssicher). Aber dann kam ja noch der zweite Durchgang, der alles auf den Kopf stellte. Sharyhan war absolut großartig und ich wähnte sie nun wirklich sicher. Jennifer verbreitete zwar Stimmung, war aber nun wieder grölend unsauber wie sonst, und SIE hat zumindest am Anfang extrem nach den Kameras geschaut. Kerstins zweiter Auftritt war überwältigend, m.E. der beste des ganzen Abends. Christians zweitenfand ich so lala, und Lena war auch etwas schwächer als beim ersten Durchlauf. Summa summarum: für mich war ganz klar Jennifer draußen. Bei Kerstin hätte ich es noch verstanden, weil sie sehr wechselt und eben nicht konstant top ist. Aber Sharyhan? Nach DER grandiosen (selbstkomponierten!) Hymne??? Allertdings glaube ich nicht, dass man zur Erklärung auf ‚arische Abstammung‘ oder ähnliches Gesülz zurückgreifen muss. Ich glaube, dass das eher daran liegt, dass die anderen vier inzwischen eine konstante Fangemeinde aufgebaut haben, die konstant anruft. Sharyhan ist gerade durch ihre Vielseitigkeit und Unspektakularität )gibt’s das?) gepaart mit Können, kein Attraktor für so etwas. Und vielleicht hat Raabs Kommentar den unentschlossenen Anrufern auch noch den Rest gegeben. Sei’s drum. Solange es nicht Jennifer wird, könnte ich mit allen verbleibenden leben. Und Sharyhan wird auch ohne ESC ihren Weg machen. Ich würde wetten, dass sie die erste sein wird, von der es eine CD gibt!

  14. Zustimmung Volle Zustimmung zu fast allem. Lena ist nach wie vor mein Favorit, aber si muss wirkich aufpassen, dass sie nicht überzieht. Und das meine ich weniger auf die Songinterpretationen bezogen als auf die Art des Auftretens in Einspielern und ähnlichem. Sharyhan tatsächlich stimmlich mit Abstand die beste. Ich fand sie übrigens durchaus authentisch. Bei Jennifer sehe ich allerdings genügend Kritikpunkte, obwohl sie gerade gestern im ersten Durchlauf gezeigt hat, dass sie auch anders kann als grölen. Aber das kommt halt an.

  15. Nach was ihr alles so schaut, wie z.B. jemand in die Kamera guckt… 😀 Ich frage mich ja allen Ernstes, WEN man denn gerechterweise hätte ausscheiden lassen sollen??? Jeder für sich gestern war toll, vielleicht konnte Sharyhan, die gestern wieder toll war, einfach nicht ganz die Akzente setzen, was anderen etwas besser gelang? Das sehe ich eher als möglichen Grund an (wenn das überhaupt analysiert werden könnte), das mit dem Migrationshintergrund, finde ich, ist absoluter Quatsch. Sonst hätte man bei den zwanzig Bewerbern schon ‚besser‘ aussortieren können wer in die Runde der letzten 10 kommen soll, denn ‚Arier‘ wären ja genug vorhanden gewesen. Wie ist denn überhaupt unser Verständnis von der Weltoffenheit unseres Landes, wo Menschen anderer Hautfarben auch in eher ‚urdeutschen‘ Musiksparten Erfolge feierten, wie z.B. Roberto Blanco oder Billy Mo? Jennifer hat sich gestern als richtige Rampensau erwiesen, Lena ist eine ganz eigene Marke, Kerstin, mit der ich persönlich eine Achterbahnfahrt erlebe, hat mit ihrem letzten, absolut grandios vorgetragenen Song alle Ohrenschmerzen, die sie mir verursachte, vergessen lassen, Christians Eigenkomposition ist ein Hammersong mit einprägsamer ‚gesanglicher Hookline‘ (wenn man das so bezeichenen kann)….wer hätte es also verdient auszuscheiden? Auch Sharyhan hat’s nicht verdient, doch einen musste es halt treffen 😥

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