ESC 1. Semi 2010: Der Würger von Wolfenbüttel

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Semi 2)
Das Jahr des Akkordeons

Jurys sind Wichser!™ Meine Leser mögen mir diese etwas unfeine Ausdrucksweise verzeihen, aber manchmal ist die Wahrheit grausam und profan. Nicht nur sorgte die Wiedereinführung des Bevormundungsgremiums, welches den Grand Prix bereits zu Zeiten seiner Alleinherrschaft von 1956 bis 1997 mit schier unfasslichen Entscheidungen in Misskredit gebracht hatte, wie nicht anders zu erwarten, für eine geballte Rückkehr verstaubter und längst überwunden geglaubter musikalischer Schrecknisse (jawohl, Malta, der Finger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacksbehinderten Geronten schafften es auch, in beiden Qualifikationsrunden jeweils den besten Beitrag gegen den Willen der klaren Zuschauermehrheit herauszumanipulieren. Und das, obwohl ihr Urteil „nur“ zu 50% ins Endergebnis einfließt. Aber auch das reicht bereits, um großes Unglück anzurichten. Um es mit den legendären Worten Zlatkos (DVE 2001) zu sagen: danke, ihr Fotzköppe!

Einen hübschen Auftakttitel lieferte die moldawische Eurodancekombo SunStroke Project ab, bei der übrigens bis ins Vorjahr ein gewisser Pasha Parfeny (MD 2012) noch Mitglied war, der mit dem sensationellen ‚Dorule‘ den besten (gescheiterten) Vorentscheidungsbeitrag 2011 abliefern sollte. Bei ‚Run away‘ begeisterte mich vor allem die von den Sonnenstreichlern selbst aus LED-Streifen, Batterien und Panzerklebeband zusammengebastelte Disco-Violine. Leider minderte ihr Saxofonist, der die Liebe zu seinem Instrument etwas zu wörtlich nahm, sowie der unmögliche Bühnenfummel der Leadsängerin Olia Tira, eine Kreuzung aus Straßenstrich-Dienstkleidung und Whitney-im-tiefen-Tal-der-Achtziger-Tüllröckchen, das Vergnügen. Im Anschluss beklagte der Sankt Petersburger Bettelstudentenchor, er sei ‚Lost and forgotten‘. Die hemmungslose Wehleidigkeit und das absichtlich schlechte Englisch (ich verstand immer „and I hope now that you kill me“) machten die Nummer so grandios – wenn man wusste, dass sie ironisch gemeint war und es sich bei Peter Naltich um ein sich selbst und die russische Lust an der Schwermut auf die Schippe nehmendes Internetphänomen handelte. Nahm man den Beitrag ernst, musste man ihn hingegen furchtbar finden. Zumal er in der heimatlichen Vorentscheidung die allerliebsten Folklore-Omis Buranovskiye Babushki (RU 2012) auf dem Gewissen hatte.


Ist da ein Brennstab im Mikro oder warum schwenkt er es stets so weit weg? (EE)

Als zweiter Teil des osteuropäischen Depressions-Doppels konnte der Este Robert Jukenthal alias Malcolm Lincoln nur den Kürzeren ziehen. Das russische „Das Leben ist schwer“-Chanson war ja noch so subtil überzogen, dass man von Ohr zu Ohr grinste. Malcolms freundliches Teilhabenlassen an den Sirenen, die er in seinem Kopf hörte (vermutlich die der Grünen Minna), verstörte dann doch zu sehr. So konnte die düster-versponnene Synthie-Nummer sich nicht fürs Finale qualifizieren, vermittelte aber einen ersten Eindruck davon, dass die Esten doch verdammt coole Leute sein könnten, wenn sie sowas für den Grand Prix auswählen. Ein Eindruck, der sich 2011 verdichtete, als ich mich das erste Mal mit der dortigen Vorentscheidung näher befasste. Für Empörung unter den Fans sorgte das Ausscheiden der slowakischen Waldelfe Kristina Peláková. Allerdings erinnerte ihre ganze Darbietung, angefangen von den matschbraunen Kostümen ihrer Tänzer über die nervösen Gesichter bis zum blattdünnen Gesang, eher an „Das Ding aus dem Sumpf“ als an die beabsichtigte Lobpreisung unserer Freunde, der Bäume, in der ‚Horehronie‘ (für nämliches Tourismusgebiet, bei deutschen Reiseveranstaltern auch bekannt als Oberes Grantal, warb Kristina hier). Und mindestens 30% zu langsam war der unentschieden zwischen fetten Beats und sakralen „Hallelujah“-Gesängen schwankende Song auch, um wirklich zünden zu können.


Sind wir nicht ein bisschen zu alt fürs Prinzessinnenkostüm, Liebes? (SK)

Bis heute fassungslos und verbittert, ja nachgerade wütend, hinterlässt mich hingegen das skandalöse und unverdiente Ausscheiden der beiden fabelhaften Finninnen. Denn an deren Darbietung gab es nichts, aber auch gar nichts zu beanstanden! Zwei sympathisch durchgeknallte Blondinen, Handklatscher bis zum Abwinken, eine fast schon israelisch zu nennende Engtanzchoreografie, ein Akkordeon (das offizielle Eurovisions-Must-have-Instrument 2010) und sensationell lustige finnische Laute („mut kaupal rrrrrrikastuu“): ‚Työlki ellää‘ war die mit Abstand geilste Nummer des gesamten Jahrgangs, wenn nicht dieses Jahrtausends! Und natürlich, ich vermutete es bereits an diesem Abend, trugen einzig die diabolischen, nichtsnutzigen Juroren, die den von den Zuschauern auf Rang 6 gewählten Beitrag scheitern ließen, die volle Verantwortung für Kuunkuiskaajatgate und vernichteten so den unbestreitbar besten finnischen Beitrag aller Zeiten. Ich kann mich nur wiederholen: Jurys sind Wichser!™ Dass dieses Debakel nicht für die sofortige, erneute Absetzung der inkompetenten „Fachleute“ sorgte, lässt mich ehrlich gesagt am Verstand meiner Mitmenschen zweifeln.


Das größte Eurovisionsunrecht aller Zeiten: Kuunkuiskaajatgate (FI)

Aisha im Morgenmantel auf der Suche… nach den richtigen Tönen,“ so fasste es der deutsche Kommentator Peter Urban mal wieder sehr schön und sehr treffend zusammen. Ganz weit entfernt erinnerte die blonde Lettin mit ihrer Hundewelpe-mit-Zahnschmerz-Leidensvisage an die große Agnetha im Video zu ‚The Winner takes it all‘ – allerdings nur optisch. Akustisch sorgte ihr Gefiepe dafür, dass man als Zuhörer selbst ein Gesicht wie bei einer Wurzelbehandlung zog. „Only Mr. God knows why“ man Lettland überhaupt noch mitmachen lässt beim Grand Prix. Verdienter letzter Platz im Semi, da waren sich Jurys und Zuschauer einig. Serbiens ambivalentes Verhältnis zur Homosexualität erstaunt mich immer wieder: einerseits können CSDs dort, wenn überhaupt, nur unter massivem Polizeischutz abgehalten werden. Andererseits durfte 2007 eine dicke Lebe das Land erfolgreich repräsentieren, mit einer bewegenden Ballade an die Liebe zwischen zwei Frauen, in diesem Jahr gefolgt von Milan Stanković, einer lustigen Tunte mit strohblonder Mireille-Mathieu-Perücke und glitzernd geschminkten, chirurgisch nachbearbeiteten Wangen. Spucki & seine sexy Traumschiff-Suprise-Crew hatten jedenfalls eine super getanzte Nummer im fröhlichen Bukovina-Sound im Gepäck. So mag ich den Balkan!


Hand hoch, wer den nicht sexy findet? Ich zähle… niemanden! (BA)

Vukašin Brajić müsste ich eigentlich böse sein: ist er doch derjenige, den die Jurys anstelle der Finninnen ins Finale manipulierten. Meine starke Vermutung geht dahin, dass das seitens der – wenn schon nicht mit Ohren oder Geschmackssinn, dann zumindest aber mit Augen ausgestatteten – Juroren weniger mit dem unterdurchschnittlichen Rockpopsong ‚Thunder and Lightning‘ zu tun hatte, sondern mehr mit dem zu wirklich jeglichem Männergeschmack kompatiblen Äußeren des Bosniers. Und so kann ich Vuki auch nicht ernsthaft zürnen. Dafür schaute er viel zu aphrodisierend in die Kamera, gewissermaßen das männliche Update zu Evridiki (CY 1992) gebend. Von Sex zu Crime: als verstörendes Schauermärchen kam das polnische Drama ‚Legenda‘ daher. Beginnend mit einem Ballett aus Bauersfrauen, staffierten sich die Tänzerinnen im Verlaufe des Schauspiels mittels in den Mund gesteckter Äpfel als Spanferkel. Dann erwürgte Frontmann Marcin Mroziński auf der Bühne eine seiner Chorsängerinnen – und niemand schritt ein! Dazu noch das permanente, laute Gekreische des Chors und der leicht irre Blick des Polen: empfindsamere Seelen dürften sich hinterm Sofa versteckt haben. Dieses sinistere Gruselkabinett bildete das perfekte Lead-in für den Belgier Tom Dice, der als offizieller Nachfolger Heintjes im kreuzbraven Konfirmandenanzug einfach nur dastand, auf der Gitarre klampfte und ein sterbensödes Liedlein sang: ‚Me and my Guitar‘! Logisch, dass die an dieser Stelle nach harmloser, unbedrohlicher Nettigkeit lechzenden Zuschauer ihn ins Finale weiterwählten!


Ein mittelalterliches Entführungsdrama, erschreckend glaubwürdig gespielt (PL)

„Hinter Dir, Thea! Pass auf, direkt hinter Dir!“, so dürfte wohl halb Europa entsetzt ausgerufen haben, als aus dem waberndem Bodennebel auf der Bühne der Osloer Telenor-Arena plötzlich ein merkwürdig krank aussehender, fahlgrau geschminkter Riesenvogel (seit wann leidet Sesamstraßen-Bibo unter Anämie?) auftauchte und die erst achtzehnjährige, aber mindestens doppelt so alt aussehende maltesische Liza-Minelli-Imitatorin todbringend zu umschlingen drohte. Er war es auch, der den Finaleinzug von Frau Garretts entsetzlich lahmer Hausfrauenkitschbombastballade ‚My Dream‘ verhinderte. Dafür danke, Bibo! Albanien präsentierte mit ‚It’s all about you‘ einen flotten Discoschlager, von Juliana Pasha und ihrem an die Rounder Girls (AT 2000) erinnernden Gospelchor überzeugend gesungen. Da fiel weder jegliches Fehlen einer angemessen campen Choreografie noch das schlimme Klaus-Nomi-Gedächtnisoutfit der Interpretin ins Gewicht. Immerhin trug Juliana an diesem Abend die kleidsamste aller der in den letzten Monaten von ihr präsentierten 800 Frisurentwürfen.

 
Schon eine Kunst, eine Achtzehnjährige auf Neunundvierzig zu schminken! (MT)

Auch, wenn das norwegische Fernsehen mit einer mal wieder katastrophalen Kameraführung und Bildregie keine Anstrengung unterließ, Giorgios Alkaois‚ anbetungswürdig camp-butche Tänzer und ihre Stampfchoreografie vor dem Zuschauer zu verbergen – ebenso wie den optischen Gimmick mit den beleuchteten Trommeln – so vermochte doch nur die massive Manipulation der Jury, den verdienten Sieg der Griechen in dieser Runde zu verhindern. ‚Opa‘, eine Art Klingeltonvariante des nunmehr seit zehn Jahren stets aufs Neue eingereichten hellenischen Patentbeitrags, thematisierte nicht, wie man leicht denken könnte, den augenfälligen Altersunterschied zwischen Sugardaddy Giorgios und seiner Possee, sondern bedeutet schlicht: „Hossa!“. Fassungslos hinterließ mich das Weiterkommen Portugals. Da quälte sich eine verängstigte, stimmlich wie performativ maßlos überforderte Siebzehnjährige durch drei Minuten (gefühlt drei Stunden) der ödesten Langeweile seit ‚So sei ser feliz assim‘ (PL 2001). Dass die irren Jurys Filipa Azevedo auf den zweiten Platz (!) wählten, mag man ja vielleicht mit fehlgeleitetem Welpenschutz erklären, auch wenn es das groteske Fehlurteil nicht rechtfertigt. Die Krönung jedoch: auch die Zuschauer belohnten sie mit Rang acht – hierbei kann es sich nun wirklich nur noch um taube Heteromänner handeln, die mit den Augen hörten!


Hier das Vorentscheidungsvideo. So muss ein griechischer Beitrag aussehen und klingen!

Österreicherinnen, Obacht: der mazedonische Mädchenhändler Gjoko Taneski entführt seine Opfer bevorzugt in Eurer Heimat, wie er uns in seinem Titel ‚Hasenjagd im Zillertal‘ verriet. Wie brutal er dabei vorgeht, demonstrierte er sogleich an einer seiner mitgebrachten Zwangsprostituierten: er würgt sie! Nach Marcin Mroziński also gleich der zweite Frauenstrangulierer am selben Abend: habe ich einen besorgniserregenden, neuen europäischen Fetischtrend verpasst? Der Clou: die in Skopje als mazedonienfeindlich verschrieenen Jurys1)In den beiden Vorjahren landete Mazedonien im Zuschauerranking stets auf Rang 10 – aber nur die ersten Neun kamen weiter, den zehnten Finalplatz vergab die Jury. Und die nahm stets ein skandinavisches Land anstelle der Früheren Jugoslawischen Republik. wählten diese abstoßende Zurschaustellung von Frauenfeindlichkeit auf Rang 10 (oh süße Ironie!), während es den Televotern oblag, den Dreck rauszukegeln. Lukaschenkos lustige Diktatur ist oft für einen kultigen Eurovisionsknüller gut. Auch diesmal schoss man mit Kanonen auf Spatzen: die 3 Mädels + 2 Jungs, die ursprünglich mit dem drögen Poprocktitel ‚Far away‘ die weißrussische Vorentscheidung gewonnen hatten, erhielten stattdessen eine aus der Feder des russischen Dieter Bohlen,  Maxim Fadeev (‚Believe me‘, RU 2004; ‚Song #1‘, RU 2007) stammende, sahnig-siegeleske Kitschhymne in Technicolor über ‚Butterflies‘. Der in seiner Heimat Popstarstatus genießende schwedische Pianist Robert Wells (nein, ich habe vorher auch noch nie von dem gehört) begleitete die Fünf auf der Bühne. Clou der ganzen Darbietung aber waren die an den Roben der drei Sängerinnen angenähten, manuell bedienbaren, silbernen und goldenen Schmetterlingsflügel, welche diese pünktlich zur prachtvollen, vorschriftsmäßigen Rückung im letzten Refrain synchron entfalteten. Schöner als mit dieser Nummer kann man wohl sämtliche Vorurteile über den Grand Prix nicht bestätigen!


Nicht zuhause nachmachen, liebe Kinder! (bei 1:25 Min.) (MK)

Hera Björk Þórhallsdóttir, stimmlich wie figürlich das isländische Äquivalent zu Joy Fleming (DE 1975), stand bereits in den beiden vorangegangenen Jahren auf der Eurovisionsbühne: als Chorsängerin für Yohanna (IS 2009) und die Euroband (IS 2008). Gemeinsam mit dem Komponisten deren Beitrags schrieb sie ihren Eurodanceknüller ‚Je ne sais quoi‘, der sich dann auch wie ein zweiter Aufguss von ‚This is my Life‘ anhörte. Ob man das nun Resteverwertung nennen mag oder, angesichts der isländischen Finanzkrise, ökonomisch besonders verantwortungsvolles Ideenrecycling: natürlich lag ich, wie jede tragisch veranlagte Eurovisionstucke, der dicken Frau bedingungslos zu Füßen. Denn gerade in diesem Jahrgang der größtenteils depressiven bis deprimierenden Beiträge empfand ich natürlich für jedes Fitzelchen Frohsinn, und sei es noch so ausgelutscht, doppelte Dankbarkeit.

ESC 1. Semifinale 2010

Eurovision Song Contest 2010 - Erstes Semifinale. Dienstag, 25. Mai 2010, aus der Fornebu-Arena in Oslo, Norwegen. 17 Teilnehmer, Moderation: Haddy N'jie, Erik Solbakken & Nadia Hasnaoui.
#LandInterpretSongtitelPunkte
gesamt
PlatzPunkte
Televoting
Platz
01MDSunstroke Project + Olia TiraRun away0521005410
02RUPeter Naltich & FriendsLost and forgotten0740709204
03EEMalcolm LincolnSiren0391402216
04SKKristina PelákováHorehronie0241603414
05FIKuunkuiskaajatTyölki ellää0491106906
06LVAjsha AndrejevaWhat for?0111701217
07RSMilan StankovićOvo je Balkan0790509205
08BAVukašin BrajićThunder and Lightning0590804211
09PLMarcin MrozińskiLegenda0441303813
10BETom DiceMe and my Guitar1670114603
11MTThea GarrettMy Dream0451204012
12ABJuliana PashaIt's all about you0760506807
13GRGeorge Alkaios & FriendsOpa1330215101
14PTFilipa AzevedoHá Dias assim0890405809
15MKGjoko TaneskiJas ja imam silata0371503015
16BY3+2Butterflies0590906308
17ISHera Björk ÞórhallsdóttirJe ne sais quoi1230314902

<– DVE 2010: Ich freu mich so, so hart!

ESC 2. Semi 2010: Scared to lose my Fun –>

Fußnote(n)   [ + ]

1. In den beiden Vorjahren landete Mazedonien im Zuschauerranking stets auf Rang 10 – aber nur die ersten Neun kamen weiter, den zehnten Finalplatz vergab die Jury. Und die nahm stets ein skandinavisches Land anstelle der Früheren Jugoslawischen Republik.

31 Gedanken zu “ESC 1. Semi 2010: Der Würger von Wolfenbüttel

  1. Ja eben, Island hatte keine Choreo – das bemängele ich ja schon die ganze Zeit.

    Bei dieser Art von Song würde ich das ja grundsätzlich auch bemängeln, aber in diesem Fall hätte es schon sehr seltsam gewirkt, wenn eine Schar Tänzer um die stämmige, relativ unbewegliche Hera herumgehampelt wär. Von daher war der Auftritt angemessen und hat sich auch verdient für’s Finale qualifiziert.

  2. … Es geht das Gerücht um, Hera habe das Erste Semi gewonnen;) lg pasi ps mich hatte für Hera gestimmt *.* super die Frau!

  3. Island hatte ne Choreographie? Wo? Hab ich nichts von gemerkt. Ich hab mich schon gewundert, warum sich bei der Dance-Nummer niemand so richtig bewegt. Von Heras zarter Ballerinafigur muss man das ja nicht verlangen, aber die Backgroundleute hätten doch mal wenigstens was tun könnnen. (Übrigens, Olli, bei dir ist FYROM fälschlicherweise als qualifiziert eingetragen)

  4. … Ein gutes hat aber Portugals weiter kommen:p direkt hinter Lenas Auftritt, wirkt Lena noch erfrischender;) Und mit Russland auf der 20 ist noch was langweiliges da:p Hoffen wir mal das was langweiliges auf die 21 kommt^^ Und Azerbaijandie 1 zieht das wäre genial xD^^

  5. Ups! Danke, ist korrigiert! Ja eben, Island hatte keine Choreo – das bemängele ich ja schon die ganze Zeit. Aber die ganzen Kamerafahrten und Schnitte (und die Lightshow) täuschte hier ganz gut darüber hinweg.

  6. … Natürlich hat Island eine Choreo… was soll das sonst sein? Die laufen einfach so zusammen und machen die gleiche Bewegungen? Einfach so?

  7. Portugal vs Deutschland Keith Mills von AKOE, der den deutschen Beitrag hasst, freut sich ebenfalls schon über diese Paarung. Zitat ‚direkt nach Lena kommt jetzt jemand, der singen kann!‘. (Was ich übrigens nicht finde. Klar kann Lena nicht wirklich singen, aber das ist ja Absicht. Filipa versucht es ja, scheitert aber – jedenfalls für meine Ohren. Aber vielleicht hören da Viele mit den Augen….)

  8. Pah, wir hören vom Mills nochmal, wenn am Donnerstag seine geliebte Kavanagh-Matrone untergegangen ist… *motz*

  9. Nach diesem Semifinale bin ich durchaus in Krawallstimmung. Beim Weiterkommen Portugals können doch echt nur diese Jury-Banditen dahinter stecken. Filipa hat gejodelt wie ein Klageweib, und der Song war so erbarmungslos fad wie eh und je. Und dafür wurde Finnland geopfert… unmöglich! Am besten man lässt diese ganzen Juries wieder verschwinden. Is besser so. Lieber schau ich dabei zu, wie Mazedonien mit reinem Televoting 135 Punkte vom Balkan kassiert (und die anderen neun Songs dafür gut sind), als wenn ich mitansehen muss, wie die Juries eine Schundballade nach der anderen ins Finale drücken (und Songs wie die von Finnland und der Slowakei dran glauben müssen. Und wer den unerträglichen Belgier gut findet, braucht sich nicht die Mühe machen und mit mir diskutieren. Feiert doch euren winseligen Jammerlappen und euren verkorksten Musikgeschmack. So. Das war jetzt zwar überhaupt nicht konstruktiv, ist jetzt aber nach diesem Semi mal aus mir rausgeplatzt. Jetzt ins Bett, morgen sieht die Welt wieder anders aus.

  10. Ich schließe mich den Enttäuschten an, die Finnland gerne im Finale gesehen hätte und über Portugal massiv erstaunt sind (oder Schlimmeres). Was bittesehr soll das? Wenn ihr schon Balladengrütze weiterwählt, dann doch halbwegs kompetente – dann hätte ich lieber Malta im Finale gesehen als Portugal. The heck?! Warten wir mal ab, was die Ergebnisse am Sonntag oder Montag besagen. Ich fürchte ja fast schon, dass die Jurys eher in die Gegenrichtung dessen gewirkt haben, was hier im Beitrag und den bisherigen Kommentaren behauptet wird – aber ich bin in dieser Hinsicht immer noch gezeichnet vom reinen Televoting-Platz 17 für Patricia Kaas letztes Jahr. Ich bashe keine Jurys mehr, wenn ich keine Beweise habe, dass es ihre Schuld ist (wobei hier zugegeben jede andere Erklärung ausfällt).

  11. Belgien: Simple Erklärung, zumindest wenn der Geschmack der jungen Dame, mit der ich das Vergnügen hatte, das Semi zu sehen, einigermaßen repräsentativ ist. Offenbar stimmen nicht nur heterosexuelle Männer von Zeit zu Zeit mit den Augen ab. Und nein, ich bin nicht dafür, jetzt schon wieder nach dem reinen Televoting zu schreien. Es gibt jedesmal Songs, die in der Community besser ankommen als im Stimmvolk oder bei den Jurys. Työlki ellää war dann einigen offenbar doch zu ethnisch – was ich nachvollziehen kann, ich habe einige wirklich bösartige Kommentare in meinem Bekanntenkreis über die Nummer gehört, auch wenn ich persönlich sie mag. Wenigstens wird Finnland diesmal nicht wieder Letzter. 🙂 Und es wurde mal ein Land gegen die Erwartungen weiter gepusht, das in seiner ESC-Geschichte wahrlich nicht mit Erfolgen glänzen kann. Lieber Portugal als Mazedonien oder Bosnien, man mag mich einen Westeuropa-Chauvi nennen.

  12. Ich fand Finnland auch nicht gut. Viel zu überholt und langweilig. Sängerinnen, die irgendwie gestört aussehen. Da fehlen moderne Klänge, dieses Lied ist einfach aus einer anderen Zeit und gehört eher zu Carmen Nebel in die Volksmusik. Mein Favorit: Serbien. Portugal ist nur weitergekommen weil es zu wenig stärkere Songs gab. Die Mischung ist auf jeden Fall enorm. Müsste eigentlich für jede/n was dabei sein.

  13. War es nun Juliana oder doch die Rounder Girls im Chor, welche diese flache Popnummer so gut klingen ließen?

    Für mich war es eindeutig der Background. Und ist der Mazedonier tatsächlich erst 33? Ich hätte den auf 43 geschätzt. Aber älter aussehende Interpreten ist wohl dieses Jahr auch ein Trend. Man denke nur an Sienekes Hausfrauencharme. Ansonsten ärgere auch ich mich über das Ausscheiden Finnlands. Slowakei wäre schön gewesen, aber Kristinas Stimme ist leider nicht die stärkste. War ein Wackelkandidat. Ansonsten sind so viele altbekannte Harmonien in klassischen ESC-Genres weiter (Portugal, Weißrussland, Island), dass auch ich die Schuld nur bei den Jurys suchen kann. Die mögen sowas doch, die haben schließlich schon mal die Perrelli gerettet und auch Jade letztes Jahr zusätzlichen Auftrieb gegeben. Oder waren es doch die Fanclubs (bei Island) und die ‚geschmacksgestörte europäische Hausfrau‘ (bei den anderen beiden)? Für Belgien freue ich mich jedenfalls. Da gingen – neben ein paar Spontananrufen für Moldawien während des Schnelldurchlaufs – all meine Anrufe hin. Griechenland fand ich auch gut, aber die haben ja genug Diaspora in Deutschland, zumal die Türkei im anderen Semi war. Aber vielleicht hätte ich doch auch besser für Finnland anrufen sollen. Also: Gebt mir die Schuld! 😉 Die neue Abstimmungsregel scheint hingegen keinen großen Effekt zu haben. Fünf der letzten Sechs weiter, aber nur zwei der ersten Sechs. Zum Schluss noch: Bosniens Auftritt hat mich positiv, Serbien hingegen hat mir bei deren Vorentscheid besser gefallen.

  14. Zitat pasi:

    ‚Natürlich hat Island eine Choreo… was soll das sonst sein? Die laufen einfach so zusammen und machen die gleiche Bewegungen? Einfach so?‘

    Sische hatten die ’ne Choreo: Hera läuft mitten im Lied ein paar Schritte nach rechts, um kurz darauf wieder zurückzuschreiten mit ein wenig Armeinsatz zusätzlich….und nach dem Auftritt muss sie deswegen vor lauter Erschöpfug unters Sauerstoffzelt 😛 O.k., das war böse. Finde es ja absolut in Ordnung, dass sie bzw. ihr Lied ins Finale gekommen ist, wenngleich ich nach wie vor der Meinung bin, dass sie für so einen Dance-Titel viiiiel zu statisch auf der Bühne steht. Dasselbe gilt übrigens für Albanien. Und ja, der Background hat das Weiterkommen gesichtert, Juliana war nicht nur bewegungstechnisch ausdrucksarm – keine Überraschung – sondern auch stimmlich – das wiederum überraschte. Man könnte sich jetzt drüber mokieren, dass fast der gesamte Südosten weitergekommen ist, außer das unwählbare Mazedonien, aber der bosnische Wackelkandidat hat gezeigt, was man mit Energie und Bühnenpräsenz durchaus rausholen kann. Bin ja gespannt, wenn nach dem Grand Prix die ganzen Statistiken veröffentlicht werden. Hat auch für mich den Anschein, dass Portugal überwiegend ein Jury-Kandidat war. Aber wir werden sehen. Die Slowakei ist raus – bestimmt die größte Überraschung. Aber es haben halt die ‚Heys‘ der Vorentscheidung gefehlt, etwas Markantes also. Hätten sie mal eher bei den Griechen abgeschaut, dass man solche Effekte besser drinlässt. Wäre ein schöner Kontrast gewesen zu Kristinas Zartheit. Bin jetzt zwar nicht ausgesprochener Fan des finnischen Beitrags, aber im Kontext des ersten Semis für mich eigentlich ebenfalls Finalkandidat. Insgesamt aber hätte ich wohl lieber hier einen oder zwei Plätze zugunsten des zweiten Halbfinals abgegeben…

  15. Belgien: Offenbar stimmen nicht nur heterosexuelle Männer von Zeit zu Zeit mit den Augen ab.

    Uaaargh! Also, dass Frauen keinen Geschmack haben, wusste ich ja bereits, aber das ist schockierend! Dieser triefäugige Jammerlappen im Konfirmandenanzug? Der ist doch so sexy wie… ein Camembert! Sind Frauen denn wirklich alle qua Geschlecht geschmacklich unzurechnungsfähig?

  16. Bin auch mal auf die Ergebnisse, gesplittet nach Televote und Jury, gespannt. Da soll es ja letztes Jahr auch ziemliche Unterschiede gegeben habe. Ich wage aber, nach dem Eindruck des ersten Semis, die Prognose, dass (dank Jury ?) solche Schleimattacken wie ‚Butterflies‘ dieses Jahr ziemlich weit oben landen werden. Hoffentlich habe ich unrecht…

  17. Bin ja gespannt, wenn nach dem Grand Prix die ganzen Statistiken veröffentlicht werden. Hat auch für mich den Anschein, dass Portugal überwiegend ein Jury-Kandidat war. Aber wir werden sehen.

    Bei unserem Glück wäre es dann aber sicher nicht Finnland (oder Slowakei) gewesen, die ohne Jury weitergekommen wären, sondern wie immer Mazedonien. 😉

  18. Oh nein, das Patricia-Kaas-Beispiel?!? Musst Du denn den Finger unbedingt in die am schmerzhaftesten klaffende Wunde bohren? 🙁 Den ultimativen, peinlichen Beweis für die kollektive Geschmacklosigkeit Europas? Das unwiderlegbare Argument gegen jedwede Form des Plebiszits? Musst Du meine Trauer um Finnland auch noch durch die Erinnerung an dieses Fanal verschlimmern?

  19. 😯 wieder einmal packte irgendein musikalisch unbegabtes hübsches junges Mädchenden Sprung ins Finale… diesmal halt Portugal. Ich habe einen traurigen verdacht, wie der Finaleinzug Filipas (und auch des Belgiers ) zustande kommen konnte. Vermutlich wurden unzählige heterosexuelle Männer dazu verdonnert, das Semi gemeinsam mit ihren Freundinnen zu sehen… Den Fehler hab ich auch gemacht und jetzt fühle ich mich ein bisschen so, als wäre ich das tragische Ausscheiden Finnlands mit Schuld. Es war swo, dass mein ESc- Geplagter Freund so ziemlich jeden Beitrag mit ‚oh, wassn scheiß‘ kommentierte. Nur bei Portugal plötzlich: ‚och, das find ich gut.‘ Ich daraufhin: ‚wie, das findest du gut?‘ Er:’na, wenigstens ist es was fürs Auge.‘ Ich: ’ne, echt jetzt?‘ Er mit ironischem Unterton:‘ ne im Ernst, man muss auch die künstleriche hm, Gesamtleistung werten.‘ Ich: ‚dann kann ich ja auch gleich für Belgien anrufen.‘ Er:‘ ruf doch auch für Portugal an!‘ Ich: jetzt reichts! ich machs wirklich!‘ Er: ‚dann kann ich ja auch für Portugal anrufen!’… Ein Apell an alle heterosexuellen Frauen in Beziehungen: schickt eure Männer am Samstag dringend zum Biertrinken. Die verfälschen nur die Ergebnisse!

  20. Ich weiß gar nicht, was ihr alle gegen den portugiesischen Beitrag habt. Ich hatte den auch auf meiner Wunschliste und habe sogar dafür angerufen, weil ich fand, dass Filipa gestern wirklich über sich hinausgewachsen ist. Habe mich sehr gefreut, dass sie weiterkam, auch wenn im Gegenzug meine geliebten Finnen und die Slowakin ausgeschieden sind.

  21. Leider befürchte ich auch, daß für das gestrige Fiasko eher der schlechte Geschmack der Televoter verantwortlich ist. Der 08-15 Rocksong von Vukasin Brajic klang so wie Riva 1989, aber die damaligen Jury-Mitglieder sollten inzwischen verstorben sein. Wer hört so etwas gern? Da müssen viele doch nur das Aussehen bewertet haben, anders kann ich es mir nicht erklären. Die Slowaken haben sich mit ihrem Vorentscheid viel Mühe gegeben. Weißrußland dagegen läßt Papa Diktator allein entscheiden wie einst Stalin und kommt weiter. Grausames Unrecht! Nun fürchte ich auch im zweiten Semi einen Sieg der Langweiler. Schade um das Geld für meine Votinganrufe, hätte ich mir sparen können.

  22. (…) aber Frankreich 09 zeigt eben, dass man nicht jedes schlechte Abschneiden eines geliebten Songs den Jurys anlasten kann.

    Aber zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem man es dann besser weiß, ist es sehr befreiend. 😉

  23. I live to serve. 😉 Und ich spiele bei sowas gerne den Advocatus Diaboli. Sicher ist ein Jurysystem undemokratischer als Televoting, und natürlich gäbe es sinnvollere Möglichkeiten, das Problem zu lösen, aber Frankreich 09 zeigt eben, dass man nicht jedes schlechte Abschneiden eines geliebten Songs den Jurys anlasten kann.

  24. Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Süß, nicht sexy. Nenn es das Walters & Kaza-Prinzip (Lettland 2005). Die Dame selbst beschrieb es als Zuckerwatte – süß, substanzlos, aufgeblasen und schlecht für die Zähne.

  25. Der Beitrag von Finnland könnte auch Plattdeutsch sein und für Ostfriesland beim Grand Prix der Volksmusik teilnehmen. Slowenien, Bosnien und Weißrussland auch grottig! Super: Serbien // Griechenland // Island !!!

  26. Was für eine Schande war das gestrige Semi nur. Finnland draussen, ich kann es immer noch nicht fassen und stimme dem Autor hier sowas von zu. Es ist soviel Schrott diesmal weiter gekommen… Portugal, Island (da wurde ja schon im Nationalentscheid irgendwie geschummelt) und dann auch noch Russland. Wobei Weissrussland auch nur grausam war. Es tut mir so leid um die guten Lieder die nicht weiter gekommen sind und jetzt zusehen müssen wie solche grotten schlechten Songs am Samstag gesungen werden.

  27. Ah, vielen Dank für diese Klarstellung! Das Walters&Kaza-Prinzip beschreibt das sehr gut, damit kann ich schon eher leben. Damit ist auch die junge Dame wieder teilrehabilitiert.

  28. hosen runter dann ziehe ich mir schon mal die Hosen runter, ich habe Portugal auch im Finale gesehen und Finnland nicht – die weißen Damen hätten wirklich für Israel vor 20 Jahren auftreten sollen. Was sollte diese unsägliche Butterfly-Nummer? Da raubt es mir den Verstand, dass so ein Schrott weiterkommt. HÖLLE. Island , Griechenland und die blonde Matthieu waren meine Favorits. Und die sind weiter, mit dem Rest kann ich leben – lach 😳

  29. Peter Nalitch Ich finde den russischen Beitrag dieses Jahr am besten! Musste aber auch ein paar mal reinhören, bevor ich den Song lieben gelernt habe 😀 Werde auf jeden Fall für Peter Nalitch & Friends am Samstag anrufen!

  30. Der Contest bietet doch bei jedem Ansehen noch etwas Neues. Heute habe ich zum Beispiel entdeckt, dass dem Mazedonier zwischendurch fast das Mikro aus der Hand gefallen wäre. Der war wohl von seinem eigenen Lied auch so angeödet wie unser Drummer 2007.

Oder was denkst Du?