ESC 1. Semi 2010: Der Wür­ger von Wol­fen­büt­tel

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Semi 2)
Das Jahr des Akkor­de­ons

Jurys sind Wich­ser!™ Mei­ne Leser mögen mir die­se etwas unfei­ne Aus­drucks­wei­se ver­zei­hen, aber manch­mal ist die Wahr­heit grau­sam und pro­fan. Nicht nur sorg­te die Wie­der­ein­füh­rung des Bevor­mun­dungs­gre­mi­ums, wel­ches den Grand Prix bereits zu Zei­ten sei­ner Allein­herr­schaft von 1956 bis 1997 mit schier unfass­li­chen Ent­schei­dun­gen in Miss­kre­dit gebracht hat­te, wie nicht anders zu erwar­ten, für eine geball­te Rück­kehr ver­staub­ter und längst über­wun­den geglaub­ter musi­ka­li­scher Schreck­nis­se (jawohl, Mal­ta, der Fin­ger zeigt auf Dich!). Nein, die geschmacks­be­hin­der­ten Geron­ten schaff­ten es auch, in bei­den Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den jeweils den bes­ten Bei­trag gegen den Wil­len der kla­ren Zuschau­er­mehr­heit her­aus­zu­ma­ni­pu­lie­ren. Und das, obwohl ihr Urteil “nur” zu 50% ins End­ergeb­nis ein­fließt. Aber auch das reicht bereits, um gro­ßes Unglück anzu­rich­ten. Um es mit den legen­dä­ren Wor­ten Zlat­kos (DVE 2001) zu sagen: dan­ke, ihr Fotz­köp­pe!

Einen hüb­schen Auf­takt­ti­tel lie­fer­te die mol­da­wi­sche Euro­dance­kom­bo Sun­Stro­ke Pro­ject ab, bei der übri­gens bis ins Vor­jahr ein gewis­ser Pasha Par­fe­ny (MD 2012) noch Mit­glied war, der mit dem sen­sa­tio­nel­len ‘Doru­le’ den bes­ten (geschei­ter­ten) Vor­ent­schei­dungs­bei­trag 2011 ablie­fern soll­te. Bei ‘Run away’ begeis­ter­te mich vor allem die von den Son­nen­streich­lern selbst aus LED-Strei­fen, Bat­te­ri­en und Pan­zer­kle­be­band zusam­men­ge­bas­tel­te Dis­co-Vio­li­ne. Lei­der min­der­te ihr Saxo­fo­nist, der die Lie­be zu sei­nem Instru­ment etwas zu wört­lich nahm, sowie der unmög­li­che Büh­nen­fum­mel der Lead­sän­ge­rin Olia Tira, eine Kreu­zung aus Stra­ßen­strich-Dienst­klei­dung und Whit­ney-im-tie­fen-Tal-der-Acht­zi­ger-Tüll­röck­chen, das Ver­gnü­gen. Im Anschluss beklag­te der Sankt Peters­bur­ger Bet­tel­stu­den­ten­chor, er sei ‘Lost and for­got­ten’. Die hem­mungs­lo­se Weh­lei­dig­keit und das absicht­lich schlech­te Eng­lisch (ich ver­stand immer “and I hope now that you kill me”) mach­ten die Num­mer so gran­di­os – wenn man wuss­te, dass sie iro­nisch gemeint war und es sich bei Peter Nal­tich um ein sich selbst und die rus­si­sche Lust an der Schwer­mut auf die Schip­pe neh­men­des Inter­net­phä­no­men han­del­te. Nahm man den Bei­trag ernst, muss­te man ihn hin­ge­gen furcht­bar fin­den. Zumal er in der hei­mat­li­chen Vor­ent­schei­dung die aller­liebs­ten Folk­lo­re-Omis Bura­novs­ki­ye Babush­ki (RU 2012) auf dem Gewis­sen hat­te.


Ist da ein Brenn­stab im Mikro oder war­um schwenkt er es stets so weit weg? (EE)

Als zwei­ter Teil des ost­eu­ro­päi­schen Depres­si­ons-Dop­pels konn­te der Este Robert Juken­thal ali­as Mal­colm Lin­coln nur den Kür­ze­ren zie­hen. Das rus­si­sche “Das Leben ist schwer”-Chan­son war ja noch so sub­til über­zo­gen, dass man von Ohr zu Ohr grins­te. Mal­colms freund­li­ches Teil­ha­ben­las­sen an den Sire­nen, die er in sei­nem Kopf hör­te (ver­mut­lich die der Grü­nen Min­na), ver­stör­te dann doch zu sehr. So konn­te die düs­ter-ver­spon­ne­ne Syn­thie-Num­mer sich nicht fürs Fina­le qua­li­fi­zie­ren, ver­mit­tel­te aber einen ers­ten Ein­druck davon, dass die Esten doch ver­dammt coo­le Leu­te sein könn­ten, wenn sie sowas für den Grand Prix aus­wäh­len. Ein Ein­druck, der sich 2011 ver­dich­te­te, als ich mich das ers­te Mal mit der dor­ti­gen Vor­ent­schei­dung näher befass­te. Für Empö­rung unter den Fans sorg­te das Aus­schei­den der slo­wa­ki­schen Wald­el­fe Kris­ti­na Pelá­ko­vá. Aller­dings erin­ner­te ihre gan­ze Dar­bie­tung, ange­fan­gen von den matsch­brau­nen Kos­tü­men ihrer Tän­zer über die ner­vö­sen Gesich­ter bis zum blatt­dün­nen Gesang, eher an “Das Ding aus dem Sumpf” als an die beab­sich­tig­te Lob­prei­sung unse­rer Freun­de, der Bäu­me, in der ‘Horehro­nie’ (für näm­li­ches Tou­ris­mus­ge­biet, bei deut­schen Rei­se­ver­an­stal­tern auch bekannt als Obe­res Gran­tal, warb Kris­ti­na hier). Und min­des­tens 30% zu lang­sam war der unent­schie­den zwi­schen fet­ten Beats und sakra­len “Hal­le­lu­jah”-Gesän­gen schwan­ken­de Song auch, um wirk­lich zün­den zu kön­nen.


Sind wir nicht ein biss­chen zu alt fürs Prin­zes­sin­nen­kos­tüm, Lie­bes? (SK)

Bis heu­te fas­sungs­los und ver­bit­tert, ja nach­ge­ra­de wütend, hin­ter­lässt mich hin­ge­gen das skan­da­lö­se und unver­dien­te Aus­schei­den der bei­den fabel­haf­ten Fin­nin­nen. Denn an deren Dar­bie­tung gab es nichts, aber auch gar nichts zu bean­stan­den! Zwei sym­pa­thisch durch­ge­knall­te Blon­di­nen, Hand­klat­scher bis zum Abwin­ken, eine fast schon israe­lisch zu nen­nen­de Eng­tanz­cho­reo­gra­fie, ein Akkor­de­on (das offi­zi­el­le Euro­vi­si­ons-Must-have-Instru­ment 2010) und sen­sa­tio­nell lus­ti­ge fin­ni­sche Lau­te (“mut kau­pal rrrrr­ri­kas­tuu”): ‘Työl­ki ell­ää’ war die mit Abstand geils­te Num­mer des gesam­ten Jahr­gangs, wenn nicht die­ses Jahr­tau­sends! Und natür­lich, ich ver­mu­te­te es bereits an die­sem Abend, tru­gen ein­zig die dia­bo­li­schen, nichts­nut­zi­gen Juro­ren, die den von den Zuschau­ern auf Rang 6 gewähl­ten Bei­trag schei­tern lie­ßen, die vol­le Ver­ant­wor­tung für Kuun­kuis­kaajatgate und ver­nich­te­ten so den unbe­streit­bar bes­ten fin­ni­schen Bei­trag aller Zei­ten. Ich kann mich nur wie­der­ho­len: Jurys sind Wich­ser!™ Dass die­ses Deba­kel nicht für die sofor­ti­ge, erneu­te Abset­zung der inkom­pe­ten­ten “Fach­leu­te” sorg­te, lässt mich ehr­lich gesagt am Ver­stand mei­ner Mit­men­schen zwei­feln.


Das größ­te Euro­vi­si­ons­un­recht aller Zei­ten: Kuun­kuis­kaajatga­te (FI)

Aisha im Mor­gen­man­tel auf der Suche… nach den rich­ti­gen Tönen,” so fass­te es der deut­sche Kom­men­ta­tor Peter Urban mal wie­der sehr schön und sehr tref­fend zusam­men. Ganz weit ent­fernt erin­ner­te die blon­de Let­tin mit ihrer Hun­de­wel­pe-mit-Zahn­schmerz-Lei­dens­vi­sa­ge an die gro­ße Agne­t­ha im Video zu ‘The Win­ner takes it all’ – aller­dings nur optisch. Akus­tisch sorg­te ihr Gefie­pe dafür, dass man als Zuhö­rer selbst ein Gesicht wie bei einer Wur­zel­be­hand­lung zog. “Only Mr. God knows why” man Lett­land über­haupt noch mit­ma­chen lässt beim Grand Prix. Ver­dien­ter letz­ter Platz im Semi, da waren sich Jurys und Zuschau­er einig. Ser­bi­ens ambi­va­len­tes Ver­hält­nis zur Homo­se­xua­li­tät erstaunt mich immer wie­der: einer­seits kön­nen CSDs dort, wenn über­haupt, nur unter mas­si­vem Poli­zei­schutz abge­hal­ten wer­den. Ande­rer­seits durf­te 2007 eine dicke Lebe das Land erfolg­reich reprä­sen­tie­ren, mit einer bewe­gen­den Bal­la­de an die Lie­be zwi­schen zwei Frau­en, in die­sem Jahr gefolgt von Milan Stan­ko­vić, einer lus­ti­gen Tun­te mit stroh­blon­der Mireil­le-Mathieu-Perü­cke und glit­zernd geschmink­ten, chir­ur­gisch nach­be­ar­bei­te­ten Wan­gen. Spucki & sei­ne sexy Traum­schiff-Supri­se-Crew hat­ten jeden­falls eine super getanz­te Num­mer im fröh­li­chen Buko­vina-Sound im Gepäck. So mag ich den Bal­kan!


Hand hoch, wer den nicht sexy fin­det? Ich zäh­le… nie­man­den! (BA)

Vukašin Bra­jić müss­te ich eigent­lich böse sein: ist er doch der­je­ni­ge, den die Jurys anstel­le der Fin­nin­nen ins Fina­le mani­pu­lier­ten. Mei­ne star­ke Ver­mu­tung geht dahin, dass das sei­tens der – wenn schon nicht mit Ohren oder Geschmacks­sinn, dann zumin­dest aber mit Augen aus­ge­stat­te­ten – Juro­ren weni­ger mit dem unter­durch­schnitt­li­chen Rock­pop­song ‘Thun­der and Light­ning’ zu tun hat­te, son­dern mehr mit dem zu wirk­lich jeg­li­chem Män­ner­ge­schmack kom­pa­ti­blen Äuße­ren des Bos­ni­ers. Und so kann ich Vuki auch nicht ernst­haft zür­nen. Dafür schau­te er viel zu aphro­di­sie­rend in die Kame­ra, gewis­ser­ma­ßen das männ­li­che Update zu Evri­di­ki (CY 1992) gebend. Von Sex zu Crime: als ver­stö­ren­des Schau­er­mär­chen kam das pol­ni­sche Dra­ma ‘Legen­da’ daher. Begin­nend mit einem Bal­lett aus Bau­ers­frau­en, staf­fier­ten sich die Tän­ze­rin­nen im Ver­lau­fe des Schau­spiels mit­tels in den Mund gesteck­ter Äpfel als Span­fer­kel. Dann erwürg­te Front­mann Mar­cin Mro­ziń­ski auf der Büh­ne eine sei­ner Chor­sän­ge­rin­nen – und nie­mand schritt ein! Dazu noch das per­ma­nen­te, lau­te Gekrei­sche des Chors und der leicht irre Blick des Polen: emp­find­sa­me­re See­len dürf­ten sich hin­term Sofa ver­steckt haben. Die­ses sinis­te­re Gru­sel­ka­bi­nett bil­de­te das per­fek­te Lead-in für den Bel­gi­er Tom Dice, der als offi­zi­el­ler Nach­fol­ger Heint­jes im kreuz­bra­ven Kon­fir­man­den­an­zug ein­fach nur dastand, auf der Gitar­re klampf­te und ein ster­bens­ödes Lied­lein sang: ‘Me and my Gui­tar’! Logisch, dass die an die­ser Stel­le nach harm­lo­ser, unbe­droh­li­cher Net­tig­keit lech­zen­den Zuschau­er ihn ins Fina­le weit­er­wähl­ten!


Ein mit­tel­al­ter­li­ches Ent­füh­rungs­dra­ma, erschre­ckend glaub­wür­dig gespielt (PL)

Hin­ter Dir, Thea! Pass auf, direkt hin­ter Dir!”, so dürf­te wohl halb Euro­pa ent­setzt aus­ge­ru­fen haben, als aus dem wabern­dem Boden­ne­bel auf der Büh­ne der Oslo­er Tele­nor-Are­na plötz­lich ein merk­wür­dig krank aus­se­hen­der, fahl­grau geschmink­ter Rie­sen­vo­gel (seit wann lei­det Sesam­stra­ßen-Bibo unter Anämie?) auf­tauch­te und die erst acht­zehn­jäh­ri­ge, aber min­des­tens dop­pelt so alt aus­se­hen­de mal­te­si­sche Liza-Minel­li-Imi­ta­to­rin tod­brin­gend zu umschlin­gen droh­te. Er war es auch, der den Final­ein­zug von Frau Gar­retts ent­setz­lich lah­mer Haus­frau­en­kitsch­bom­bast­bal­la­de ‘My Dream’ ver­hin­der­te. Dafür dan­ke, Bibo! Alba­ni­en prä­sen­tier­te mit ‘It’s all about you’ einen flot­ten Dis­co­schla­ger, von Julia­na Pasha und ihrem an die Roun­der Girls (AT 2000) erin­nern­den Gos­pel­chor über­zeu­gend gesun­gen. Da fiel weder jeg­li­ches Feh­len einer ange­mes­sen cam­pen Cho­reo­gra­fie noch das schlim­me Klaus-Nomi-Gedächt­nis­out­fit der Inter­pre­tin ins Gewicht. Immer­hin trug Julia­na an die­sem Abend die kleid­sams­te aller der in den letz­ten Mona­ten von ihr prä­sen­tier­ten 800 Fri­sur­ent­wür­fen.

 
Schon eine Kunst, eine Acht­zehn­jäh­ri­ge auf Neun­und­vier­zig zu schmin­ken! (MT)

Auch, wenn das nor­we­gi­sche Fern­se­hen mit einer mal wie­der kata­stro­pha­len Kame­ra­füh­rung und Bild­re­gie kei­ne Anstren­gung unter­ließ, Gior­gi­os Alkao­is’ anbe­tungs­wür­dig camp-but­che Tän­zer und ihre Stampf­cho­reo­gra­fie vor dem Zuschau­er zu ver­ber­gen – eben­so wie den opti­schen Gim­mick mit den beleuch­te­ten Trom­meln – so ver­moch­te doch nur die mas­si­ve Mani­pu­la­ti­on der Jury, den ver­dien­ten Sieg der Grie­chen in die­ser Run­de zu ver­hin­dern. ‘Opa’, eine Art Klin­gel­ton­va­ri­an­te des nun­mehr seit zehn Jah­ren stets aufs Neue ein­ge­reich­ten hel­le­ni­schen Patent­bei­trags, the­ma­ti­sier­te nicht, wie man leicht den­ken könn­te, den augen­fäl­li­gen Alters­un­ter­schied zwi­schen Sugard­ad­dy Gior­gi­os und sei­ner Pos­see, son­dern bedeu­tet schlicht: “Hos­sa!”. Fas­sungs­los hin­ter­ließ mich das Wei­ter­kom­men Por­tu­gals. Da quäl­te sich eine ver­ängs­tig­te, stimm­lich wie per­for­ma­tiv maß­los über­for­der­te Sieb­zehn­jäh­ri­ge durch drei Minu­ten (gefühlt drei Stun­den) der ödes­ten Lan­ge­wei­le seit ‘So sei ser feliz assim’ (PL 2001). Dass die irren Jurys Fili­pa Aze­ve­do auf den zwei­ten Platz (!) wähl­ten, mag man ja viel­leicht mit fehl­ge­lei­te­tem Wel­pen­schutz erklä­ren, auch wenn es das gro­tes­ke Fehl­ur­teil nicht recht­fer­tigt. Die Krö­nung jedoch: auch die Zuschau­er belohn­ten sie mit Rang acht – hier­bei kann es sich nun wirk­lich nur noch um tau­be Hete­ro­män­ner han­deln, die mit den Augen hör­ten!


Hier das Vor­ent­schei­dungs­vi­deo. So muss ein grie­chi­scher Bei­trag aus­se­hen und klin­gen!

Öster­rei­che­rin­nen, Obacht: der maze­do­ni­sche Mäd­chen­händ­ler Gjo­ko Tane­ski ent­führt sei­ne Opfer bevor­zugt in Eurer Hei­mat, wie er uns in sei­nem Titel ‘Hasen­jagd im Zil­ler­tal’ ver­riet. Wie bru­tal er dabei vor­geht, demons­trier­te er sogleich an einer sei­ner mit­ge­brach­ten Zwangs­pro­sti­tu­ier­ten: er würgt sie! Nach Mar­cin Mro­ziń­ski also gleich der zwei­te Frau­en­stran­gu­lie­rer am sel­ben Abend: habe ich einen besorg­nis­er­re­gen­den, neu­en euro­päi­schen Fetisch­trend ver­passt? Der Clou: die in Skop­je als maze­do­ni­en­feind­lich ver­schriee­nen Jurys1)In den bei­den Vor­jah­ren lan­de­te Maze­do­ni­en im Zuschau­er­ran­king stets auf Rang 10 – aber nur die ers­ten Neun kamen wei­ter, den zehn­ten Final­platz ver­gab die Jury. Und die nahm stets ein skan­di­na­vi­sches Land anstel­le der Frü­he­ren Jugo­sla­wi­schen Republik. wähl­ten die­se absto­ßen­de Zur­schau­stel­lung von Frau­en­feind­lich­keit auf Rang 10 (oh süße Iro­nie!), wäh­rend es den Tele­vo­tern oblag, den Dreck raus­zu­ke­geln. Luka­schen­kos lus­ti­ge Dik­ta­tur ist oft für einen kul­ti­gen Euro­vi­si­ons­knül­ler gut. Auch dies­mal schoss man mit Kano­nen auf Spat­zen: die 3 Mädels + 2 Jungs, die ursprüng­lich mit dem drö­gen Poprock­ti­tel ‘Far away’ die weiß­rus­si­sche Vor­ent­schei­dung gewon­nen hat­ten, erhiel­ten statt­des­sen eine aus der Feder des rus­si­schen Die­ter Boh­len,  Maxim Fade­ev (‘Belie­ve me’, RU 2004; ‘Song #1’, RU 2007) stam­men­de, sah­nig-sie­ge­les­ke Kitsch­hym­ne in Tech­ni­co­lor über ‘But­ter­flies’. Der in sei­ner Hei­mat Pop­star­sta­tus genie­ßen­de schwe­di­sche Pia­nist Robert Wells (nein, ich habe vor­her auch noch nie von dem gehört) beglei­te­te die Fünf auf der Büh­ne. Clou der gan­zen Dar­bie­tung aber waren die an den Roben der drei Sän­ge­rin­nen ange­näh­ten, manu­ell bedien­ba­ren, sil­ber­nen und gol­de­nen Schmet­ter­lings­flü­gel, wel­che die­se pünkt­lich zur pracht­vol­len, vor­schrifts­mä­ßi­gen Rückung im letz­ten Refrain syn­chron ent­fal­te­ten. Schö­ner als mit die­ser Num­mer kann man wohl sämt­li­che Vor­ur­tei­le über den Grand Prix nicht bestä­ti­gen!


Nicht zuhau­se nach­ma­chen, lie­be Kin­der! (bei 1:25 Min.) (MK)

Hera Björk Þór­halls­dót­tir, stimm­lich wie figür­lich das islän­di­sche Äqui­va­lent zu Joy Fle­ming (DE 1975), stand bereits in den bei­den vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­ren auf der Euro­vi­si­ons­büh­ne: als Chor­sän­ge­rin für Yohan­na (IS 2009) und die Euro­band (IS 2008). Gemein­sam mit dem Kom­po­nis­ten deren Bei­trags schrieb sie ihren Euro­dance­knül­ler ‘Je ne sais quoi’, der sich dann auch wie ein zwei­ter Auf­guss von ‘This is my Life’ anhör­te. Ob man das nun Res­te­ver­wer­tung nen­nen mag oder, ange­sichts der islän­di­schen Finanz­kri­se, öko­no­misch beson­ders ver­ant­wor­tungs­vol­les Ide­en­re­cy­cling: natür­lich lag ich, wie jede tra­gisch ver­an­lag­te Euro­vi­si­ons­tu­cke, der dicken Frau bedin­gungs­los zu Füßen. Denn gera­de in die­sem Jahr­gang der größ­ten­teils depres­si­ven bis depri­mie­ren­den Bei­trä­ge emp­fand ich natür­lich für jedes Fit­zel­chen Froh­sinn, und sei es noch so aus­ge­lutscht, dop­pel­te Dank­bar­keit.

ESC 1. Semi­fi­na­le 2010

Euro­vi­si­on Song Con­test 2010 – Ers­tes Semi­fi­na­le. Diens­tag, 25. Mai 2010, aus der For­ne­bu-Are­na in Oslo, Nor­we­gen. 17 Teil­neh­mer, Mode­ra­ti­on: Had­dy N’jie, Erik Sol­bak­ken & Nadia Has­naoui.
#LandInter­pretSong­ti­telPunk­te
gesamt
PlatzPunk­te
Tele­vo­ting
Platz
01MDSun­stro­ke Pro­ject + Olia TiraRun away0521005410
02RUPeter Nal­tich & FriendsLost and for­got­ten0740709204
03EEMal­colm Lin­colnSiren0391402216
04SKKris­ti­na Pelá­ko­váHorehro­nie0241603414
05FIKuun­kuis­kaajatTyöl­ki ell­ää0491106906
06LVAjsha Andre­je­vaWhat for?0111701217
07RSMilan Stan­ko­vićOvo je Bal­kan0790509205
08BAVukašin Bra­jićThun­der and Light­ning0590804211
09PLMar­cin Mro­ziń­skiLegen­da0441303813
10BETom DiceMe and my Gui­tar1670114603
11MTThea Gar­rettMy Dream0451204012
12ABJulia­na PashaIt’s all about you0760506807
13GRGeor­ge Alkai­os & FriendsOpa1330215101
14PTFili­pa Aze­ve­doHá Dias assim0890405809
15MKGjo­ko Tane­skiJas ja imam sila­ta0371503015
16BY3+2But­ter­flies0590906308
17ISHera Björk Þór­halls­dót­tirJe ne sais quoi1230314902

<– DVE 2010: Ich freu mich so, so hart!

ESC 2. Semi 2010: Sca­red to lose my Fun –>

Fußnote(n)   [ + ]

1. In den bei­den Vor­jah­ren lan­de­te Maze­do­ni­en im Zuschau­er­ran­king stets auf Rang 10 – aber nur die ers­ten Neun kamen wei­ter, den zehn­ten Final­platz ver­gab die Jury. Und die nahm stets ein skan­di­na­vi­sches Land anstel­le der Frü­he­ren Jugo­sla­wi­schen Republik.

31 Gedanken zu “ESC 1. Semi 2010: Der Wür­ger von Wol­fen­büt­tel

  1. Ja eben, Island hat­te kei­ne Cho­reo – das bemän­ge­le ich ja schon die gan­ze Zeit.

    Bei die­ser Art von Song wür­de ich das ja grund­sätz­lich auch bemän­geln, aber in die­sem Fall hät­te es schon sehr selt­sam gewirkt, wenn eine Schar Tän­zer um die stäm­mi­ge, rela­tiv unbe­weg­li­che Hera her­um­ge­ham­pelt wär. Von daher war der Auf­tritt ange­mes­sen und hat sich auch ver­dient für’s Fina­le qua­li­fi­ziert.

  2. … Es geht das Gerücht um, Hera habe das Ers­te Semi gewon­nen;) lg pasi ps mich hat­te für Hera gestimmt *.* super die Frau!

  3. Island hat­te ne Cho­reo­gra­phie? Wo? Hab ich nichts von gemerkt. Ich hab mich schon gewun­dert, war­um sich bei der Dance-Num­mer nie­mand so rich­tig bewegt. Von Heras zar­ter Bal­le­ri­na­fi­gur muss man das ja nicht ver­lan­gen, aber die Back­ground­leu­te hät­ten doch mal wenigs­tens was tun könn­nen. (Übri­gens, Olli, bei dir ist FYROM fälsch­li­cher­wei­se als qua­li­fi­ziert ein­ge­tra­gen)

  4. … Ein gutes hat aber Por­tu­gals wei­ter kommen:p direkt hin­ter Lenas Auf­tritt, wirkt Lena noch erfri­schen­der;) Und mit Russ­land auf der 20 ist noch was lang­wei­li­ges da:p Hof­fen wir mal das was lang­wei­li­ges auf die 21 kommt^^ Und Azer­bai­jan­die 1 zieht das wäre geni­al xD^^

  5. Ups! Dan­ke, ist kor­ri­giert! Ja eben, Island hat­te kei­ne Cho­reo – das bemän­ge­le ich ja schon die gan­ze Zeit. Aber die gan­zen Kame­ra­fahr­ten und Schnit­te (und die Light­show) täusch­te hier ganz gut dar­über hin­weg.

  6. … Natür­lich hat Island eine Cho­reo… was soll das sonst sein? Die lau­fen ein­fach so zusam­men und machen die glei­che Bewe­gun­gen? Ein­fach so?

  7. Por­tu­gal vs Deutsch­land Keith Mills von AKOE, der den deut­schen Bei­trag hasst, freut sich eben­falls schon über die­se Paa­rung. Zitat ‘direkt nach Lena kommt jetzt jemand, der sin­gen kann!’. (Was ich übri­gens nicht fin­de. Klar kann Lena nicht wirk­lich sin­gen, aber das ist ja Absicht. Fili­pa ver­sucht es ja, schei­tert aber – jeden­falls für mei­ne Ohren. Aber viel­leicht hören da Vie­le mit den Augen.…)

  8. Pah, wir hören vom Mills noch­mal, wenn am Don­ners­tag sei­ne gelieb­te Kava­nagh-Matro­ne unter­ge­gan­gen ist… *motz*

  9. Nach die­sem Semi­fi­na­le bin ich durch­aus in Kra­wall­stim­mung. Beim Wei­ter­kom­men Por­tu­gals kön­nen doch echt nur die­se Jury-Ban­di­ten dahin­ter ste­cken. Fili­pa hat gejo­delt wie ein Kla­ge­weib, und der Song war so erbar­mungs­los fad wie eh und je. Und dafür wur­de Finn­land geop­fert… unmög­lich! Am bes­ten man lässt die­se gan­zen Juries wie­der ver­schwin­den. Is bes­ser so. Lie­ber schau ich dabei zu, wie Maze­do­ni­en mit rei­nem Tele­vo­ting 135 Punk­te vom Bal­kan kas­siert (und die ande­ren neun Songs dafür gut sind), als wenn ich mit­an­se­hen muss, wie die Juries eine Schund­bal­la­de nach der ande­ren ins Fina­le drü­cken (und Songs wie die von Finn­land und der Slo­wa­kei dran glau­ben müs­sen. Und wer den uner­träg­li­chen Bel­gi­er gut fin­det, braucht sich nicht die Mühe machen und mit mir dis­ku­tie­ren. Fei­ert doch euren win­se­li­gen Jam­mer­lap­pen und euren ver­korks­ten Musik­ge­schmack. So. Das war jetzt zwar über­haupt nicht kon­struk­tiv, ist jetzt aber nach die­sem Semi mal aus mir raus­ge­platzt. Jetzt ins Bett, mor­gen sieht die Welt wie­der anders aus.

  10. Ich schlie­ße mich den Ent­täusch­ten an, die Finn­land ger­ne im Fina­le gese­hen hät­te und über Por­tu­gal mas­siv erstaunt sind (oder Schlim­me­res). Was bit­te­s­ehr soll das? Wenn ihr schon Bal­la­den­grüt­ze weit­er­wählt, dann doch halb­wegs kom­pe­ten­te – dann hät­te ich lie­ber Mal­ta im Fina­le gese­hen als Por­tu­gal. The heck?! War­ten wir mal ab, was die Ergeb­nis­se am Sonn­tag oder Mon­tag besa­gen. Ich fürch­te ja fast schon, dass die Jurys eher in die Gegen­rich­tung des­sen gewirkt haben, was hier im Bei­trag und den bis­he­ri­gen Kom­men­ta­ren behaup­tet wird – aber ich bin in die­ser Hin­sicht immer noch gezeich­net vom rei­nen Tele­vo­ting-Platz 17 für Patri­cia Kaas letz­tes Jahr. Ich bas­he kei­ne Jurys mehr, wenn ich kei­ne Bewei­se habe, dass es ihre Schuld ist (wobei hier zuge­ge­ben jede ande­re Erklä­rung aus­fällt).

  11. Bel­gi­en: Simp­le Erklä­rung, zumin­dest wenn der Geschmack der jun­gen Dame, mit der ich das Ver­gnü­gen hat­te, das Semi zu sehen, eini­ger­ma­ßen reprä­sen­ta­tiv ist. Offen­bar stim­men nicht nur hete­ro­se­xu­el­le Män­ner von Zeit zu Zeit mit den Augen ab. Und nein, ich bin nicht dafür, jetzt schon wie­der nach dem rei­nen Tele­vo­ting zu schrei­en. Es gibt jedes­mal Songs, die in der Com­mu­ni­ty bes­ser ankom­men als im Stimm­volk oder bei den Jurys. Työl­ki ell­ää war dann eini­gen offen­bar doch zu eth­nisch – was ich nach­voll­zie­hen kann, ich habe eini­ge wirk­lich bös­ar­ti­ge Kom­men­ta­re in mei­nem Bekann­ten­kreis über die Num­mer gehört, auch wenn ich per­sön­lich sie mag. Wenigs­tens wird Finn­land dies­mal nicht wie­der Letz­ter. 🙂 Und es wur­de mal ein Land gegen die Erwar­tun­gen wei­ter gepusht, das in sei­ner ESC-Geschich­te wahr­lich nicht mit Erfol­gen glän­zen kann. Lie­ber Por­tu­gal als Maze­do­ni­en oder Bos­ni­en, man mag mich einen West­eu­ro­pa-Chau­vi nen­nen.

  12. Ich fand Finn­land auch nicht gut. Viel zu über­holt und lang­wei­lig. Sän­ge­rin­nen, die irgend­wie gestört aus­se­hen. Da feh­len moder­ne Klän­ge, die­ses Lied ist ein­fach aus einer ande­ren Zeit und gehört eher zu Car­men Nebel in die Volks­mu­sik. Mein Favo­rit: Ser­bi­en. Por­tu­gal ist nur wei­ter­ge­kom­men weil es zu wenig stär­ke­re Songs gab. Die Mischung ist auf jeden Fall enorm. Müss­te eigent­lich für jede/n was dabei sein.

  13. War es nun Julia­na oder doch die Roun­der Girls im Chor, wel­che die­se fla­che Pop­num­mer so gut klin­gen lie­ßen?

    Für mich war es ein­deu­tig der Back­ground. Und ist der Maze­do­ni­er tat­säch­lich erst 33? Ich hät­te den auf 43 geschätzt. Aber älter aus­se­hen­de Inter­pre­ten ist wohl die­ses Jahr auch ein Trend. Man den­ke nur an Sien­ekes Haus­frau­en­charme. Ansons­ten ärge­re auch ich mich über das Aus­schei­den Finn­lands. Slo­wa­kei wäre schön gewe­sen, aber Kris­ti­nas Stim­me ist lei­der nicht die stärks­te. War ein Wackel­kan­di­dat. Ansons­ten sind so vie­le alt­be­kann­te Har­mo­ni­en in klas­si­schen ESC-Gen­res wei­ter (Por­tu­gal, Weiß­russ­land, Island), dass auch ich die Schuld nur bei den Jurys suchen kann. Die mögen sowas doch, die haben schließ­lich schon mal die Per­rel­li geret­tet und auch Jade letz­tes Jahr zusätz­li­chen Auf­trieb gege­ben. Oder waren es doch die Fan­clubs (bei Island) und die ‘geschmacks­ge­stör­te euro­päi­sche Haus­frau’ (bei den ande­ren bei­den)? Für Bel­gi­en freue ich mich jeden­falls. Da gin­gen – neben ein paar Spon­tan­an­ru­fen für Mol­da­wi­en wäh­rend des Schnell­durch­laufs – all mei­ne Anru­fe hin. Grie­chen­land fand ich auch gut, aber die haben ja genug Dia­spo­ra in Deutsch­land, zumal die Tür­kei im ande­ren Semi war. Aber viel­leicht hät­te ich doch auch bes­ser für Finn­land anru­fen sol­len. Also: Gebt mir die Schuld! 😉 Die neue Abstim­mungs­re­gel scheint hin­ge­gen kei­nen gro­ßen Effekt zu haben. Fünf der letz­ten Sechs wei­ter, aber nur zwei der ers­ten Sechs. Zum Schluss noch: Bos­ni­ens Auf­tritt hat mich posi­tiv, Ser­bi­en hin­ge­gen hat mir bei deren Vor­ent­scheid bes­ser gefal­len.

  14. Zitat pasi:

    Natür­lich hat Island eine Cho­reo… was soll das sonst sein? Die lau­fen ein­fach so zusam­men und machen die glei­che Bewe­gun­gen? Ein­fach so?’

    Sische hat­ten die ‘ne Cho­reo: Hera läuft mit­ten im Lied ein paar Schrit­te nach rechts, um kurz dar­auf wie­der zurück­zu­schrei­ten mit ein wenig Arm­ein­satz zusätzlich.…und nach dem Auf­tritt muss sie des­we­gen vor lau­ter Erschöp­fug unters Sauer­stoff­zelt 😛 O.k., das war böse. Fin­de es ja abso­lut in Ord­nung, dass sie bzw. ihr Lied ins Fina­le gekom­men ist, wenn­gleich ich nach wie vor der Mei­nung bin, dass sie für so einen Dance-Titel viiiiel zu sta­tisch auf der Büh­ne steht. Das­sel­be gilt übri­gens für Alba­ni­en. Und ja, der Back­ground hat das Wei­ter­kom­men gesich­tert, Julia­na war nicht nur bewe­gungs­tech­nisch aus­drucks­arm – kei­ne Über­ra­schung – son­dern auch stimm­lich – das wie­der­um über­rasch­te. Man könn­te sich jetzt drü­ber mokie­ren, dass fast der gesam­te Süd­os­ten wei­ter­ge­kom­men ist, außer das unwähl­ba­re Maze­do­ni­en, aber der bos­ni­sche Wackel­kan­di­dat hat gezeigt, was man mit Ener­gie und Büh­nen­prä­senz durch­aus raus­ho­len kann. Bin ja gespannt, wenn nach dem Grand Prix die gan­zen Sta­tis­ti­ken ver­öf­fent­licht wer­den. Hat auch für mich den Anschein, dass Por­tu­gal über­wie­gend ein Jury-Kan­di­dat war. Aber wir wer­den sehen. Die Slo­wa­kei ist raus – bestimmt die größ­te Über­ra­schung. Aber es haben halt die ‘Heys’ der Vor­ent­schei­dung gefehlt, etwas Mar­kan­tes also. Hät­ten sie mal eher bei den Grie­chen abge­schaut, dass man sol­che Effek­te bes­ser drin­lässt. Wäre ein schö­ner Kon­trast gewe­sen zu Kris­ti­nas Zart­heit. Bin jetzt zwar nicht aus­ge­spro­che­ner Fan des fin­ni­schen Bei­trags, aber im Kon­text des ers­ten Semis für mich eigent­lich eben­falls Final­kan­di­dat. Ins­ge­samt aber hät­te ich wohl lie­ber hier einen oder zwei Plät­ze zuguns­ten des zwei­ten Halb­fi­nals abge­ge­ben…

  15. Bel­gi­en: Offen­bar stim­men nicht nur hete­ro­se­xu­el­le Män­ner von Zeit zu Zeit mit den Augen ab.

    Uaaargh! Also, dass Frau­en kei­nen Geschmack haben, wuss­te ich ja bereits, aber das ist scho­ckie­rend! Die­ser trief­äu­gi­ge Jam­mer­lap­pen im Kon­fir­man­den­an­zug? Der ist doch so sexy wie… ein Camem­bert! Sind Frau­en denn wirk­lich alle qua Geschlecht geschmack­lich unzu­rech­nungs­fä­hig?

  16. Bin auch mal auf die Ergeb­nis­se, gesplit­tet nach Tele­vo­te und Jury, gespannt. Da soll es ja letz­tes Jahr auch ziem­li­che Unter­schie­de gege­ben habe. Ich wage aber, nach dem Ein­druck des ers­ten Semis, die Pro­gno­se, dass (dank Jury ?) sol­che Schlei­mat­ta­cken wie ‘But­ter­flies’ die­ses Jahr ziem­lich weit oben lan­den wer­den. Hof­fent­lich habe ich unrecht…

  17. Bin ja gespannt, wenn nach dem Grand Prix die gan­zen Sta­tis­ti­ken ver­öf­fent­licht wer­den. Hat auch für mich den Anschein, dass Por­tu­gal über­wie­gend ein Jury-Kan­di­dat war. Aber wir wer­den sehen.

    Bei unse­rem Glück wäre es dann aber sicher nicht Finn­land (oder Slo­wa­kei) gewe­sen, die ohne Jury wei­ter­ge­kom­men wären, son­dern wie immer Maze­do­ni­en. 😉

  18. Oh nein, das Patri­cia-Kaas-Bei­spiel?!? Musst Du denn den Fin­ger unbe­dingt in die am schmerz­haf­tes­ten klaf­fen­de Wun­de boh­ren? 🙁 Den ulti­ma­ti­ven, pein­li­chen Beweis für die kol­lek­ti­ve Geschmack­lo­sig­keit Euro­pas? Das unwi­der­leg­ba­re Argu­ment gegen jed­we­de Form des Ple­bis­zits? Musst Du mei­ne Trau­er um Finn­land auch noch durch die Erin­ne­rung an die­ses Fanal ver­schlim­mern?

  19. 😯 wie­der ein­mal pack­te irgend­ein musi­ka­lisch unbe­gab­tes hüb­sches jun­ges Mäd­chen­den Sprung ins Fina­le… dies­mal halt Por­tu­gal. Ich habe einen trau­ri­gen ver­dacht, wie der Final­ein­zug Fili­pas (und auch des Bel­gi­ers ) zustan­de kom­men konn­te. Ver­mut­lich wur­den unzäh­li­ge hete­ro­se­xu­el­le Män­ner dazu ver­don­nert, das Semi gemein­sam mit ihren Freun­din­nen zu sehen… Den Feh­ler hab ich auch gemacht und jetzt füh­le ich mich ein biss­chen so, als wäre ich das tra­gi­sche Aus­schei­den Finn­lands mit Schuld. Es war swo, dass mein ESc- Geplag­ter Freund so ziem­lich jeden Bei­trag mit ‘oh, was­sn scheiß’ kom­men­tier­te. Nur bei Por­tu­gal plötz­lich: ‘och, das find ich gut.’ Ich dar­auf­hin: ‘wie, das fin­dest du gut?’ Er:‘na, wenigs­tens ist es was fürs Auge.’ Ich: ‘ne, echt jetzt?’ Er mit iro­ni­schem Unter­ton:’ ne im Ernst, man muss auch die künst­le­ri­che hm, Gesamt­leis­tung wer­ten.’ Ich: ‘dann kann ich ja auch gleich für Bel­gi­en anru­fen.’ Er:’ ruf doch auch für Por­tu­gal an!’ Ich: jetzt reichts! ich machs wirk­lich!’ Er: ‘dann kann ich ja auch für Por­tu­gal anru­fen!’… Ein Apell an alle hete­ro­se­xu­el­len Frau­en in Bezie­hun­gen: schickt eure Män­ner am Sams­tag drin­gend zum Bier­trin­ken. Die ver­fäl­schen nur die Ergeb­nis­se!

  20. Ich weiß gar nicht, was ihr alle gegen den por­tu­gie­si­schen Bei­trag habt. Ich hat­te den auch auf mei­ner Wunsch­lis­te und habe sogar dafür ange­ru­fen, weil ich fand, dass Fili­pa ges­tern wirk­lich über sich hin­aus­ge­wach­sen ist. Habe mich sehr gefreut, dass sie wei­ter­kam, auch wenn im Gegen­zug mei­ne gelieb­ten Fin­nen und die Slo­wa­kin aus­ge­schie­den sind.

  21. Lei­der befürch­te ich auch, daß für das gest­ri­ge Fias­ko eher der schlech­te Geschmack der Tele­vo­ter ver­ant­wort­lich ist. Der 08–15 Rock­song von Vuka­sin Bra­jic klang so wie Riva 1989, aber die dama­li­gen Jury-Mit­glie­der soll­ten inzwi­schen ver­stor­ben sein. Wer hört so etwas gern? Da müs­sen vie­le doch nur das Aus­se­hen bewer­tet haben, anders kann ich es mir nicht erklä­ren. Die Slo­wa­ken haben sich mit ihrem Vor­ent­scheid viel Mühe gege­ben. Weiß­ruß­land dage­gen läßt Papa Dik­ta­tor allein ent­schei­den wie einst Sta­lin und kommt wei­ter. Grau­sa­mes Unrecht! Nun fürch­te ich auch im zwei­ten Semi einen Sieg der Lang­wei­ler. Scha­de um das Geld für mei­ne Voting­an­ru­fe, hät­te ich mir spa­ren kön­nen.

  22. (…) aber Frank­reich 09 zeigt eben, dass man nicht jedes schlech­te Abschnei­den eines gelieb­ten Songs den Jurys anlas­ten kann.

    Aber zumin­dest bis zu dem Zeit­punkt, an dem man es dann bes­ser weiß, ist es sehr befrei­end. 😉

  23. I live to ser­ve. 😉 Und ich spie­le bei sowas ger­ne den Advo­ca­tus Dia­bo­li. Sicher ist ein Jury­sys­tem unde­mo­kra­ti­scher als Tele­vo­ting, und natür­lich gäbe es sinn­vol­le­re Mög­lich­kei­ten, das Pro­blem zu lösen, aber Frank­reich 09 zeigt eben, dass man nicht jedes schlech­te Abschnei­den eines gelieb­ten Songs den Jurys anlas­ten kann.

  24. Da habe ich mich wohl miss­ver­ständ­lich aus­ge­drückt. Süß, nicht sexy. Nenn es das Wal­ters & Kaza-Prin­zip (Lett­land 2005). Die Dame selbst beschrieb es als Zucker­wat­te – süß, sub­stanz­los, auf­ge­bla­sen und schlecht für die Zäh­ne.

  25. Der Bei­trag von Finn­land könn­te auch Platt­deutsch sein und für Ost­fries­land beim Grand Prix der Volks­mu­sik teil­neh­men. Slo­we­ni­en, Bos­ni­en und Weiß­russ­land auch grot­tig! Super: Ser­bi­en // Grie­chen­land // Island !!!

  26. Was für eine Schan­de war das gest­ri­ge Semi nur. Finn­land draus­sen, ich kann es immer noch nicht fas­sen und stim­me dem Autor hier sowas von zu. Es ist soviel Schrott dies­mal wei­ter gekom­men… Por­tu­gal, Island (da wur­de ja schon im Natio­nal­ent­scheid irgend­wie geschum­melt) und dann auch noch Russ­land. Wobei Weiss­russ­land auch nur grau­sam war. Es tut mir so leid um die guten Lie­der die nicht wei­ter gekom­men sind und jetzt zuse­hen müs­sen wie sol­che grot­ten schlech­ten Songs am Sams­tag gesun­gen wer­den.

  27. Ah, vie­len Dank für die­se Klar­stel­lung! Das Walters&Kaza-Prinzip beschreibt das sehr gut, damit kann ich schon eher leben. Damit ist auch die jun­ge Dame wie­der teil­re­ha­bi­li­tiert.

  28. hosen run­ter dann zie­he ich mir schon mal die Hosen run­ter, ich habe Por­tu­gal auch im Fina­le gese­hen und Finn­land nicht – die wei­ßen Damen hät­ten wirk­lich für Isra­el vor 20 Jah­ren auf­tre­ten sol­len. Was soll­te die­se unsäg­li­che But­ter­fly-Num­mer? Da raubt es mir den Ver­stand, dass so ein Schrott wei­ter­kommt. HÖL­LE. Island , Grie­chen­land und die blon­de Mat­t­hieu waren mei­ne Favo­rits. Und die sind wei­ter, mit dem Rest kann ich leben – lach 😳

  29. Peter Nalitch Ich fin­de den rus­si­schen Bei­trag die­ses Jahr am bes­ten! Muss­te aber auch ein paar mal rein­hö­ren, bevor ich den Song lie­ben gelernt habe 😀 Wer­de auf jeden Fall für Peter Nalitch & Friends am Sams­tag anru­fen!

  30. Der Con­test bie­tet doch bei jedem Anse­hen noch etwas Neu­es. Heu­te habe ich zum Bei­spiel ent­deckt, dass dem Maze­do­ni­er zwi­schen­durch fast das Mikro aus der Hand gefal­len wäre. Der war wohl von sei­nem eige­nen Lied auch so ange­ödet wie unser Drum­mer 2007.

Oder was denkst Du?