ESC 2. Semi 2010: Scared to lose my Fun

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Semi 1)
Das Jahr des Akkordeons

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber: das habt Ihr nun davon, liebe Juryfreunde! Kaum knackte das diabolische Bevormundungsgremium auch die Qualifikationsrunden, waren wir wieder genau dort angekommen, von wo der Wettbewerb einst in eine knapp zehnjährige Hochphase zeitgenössischer Popmusik aufbrach: es ist wieder 1996! Und wir sind zurück beim Eurovision Schnarch Contest, wo es keine Rolle spielt, wie beschissen man singt und wie stark man die Töne versemmelt, Hauptsache man präsentiert eine lahme, tödlich einschläfernde Ballade! Doch nicht nur musikalisch wurden wir heuer Zeuge des Eurovision Horror Contest: nach dem fachgerechten Würgen zarter Frauenhälse im ersten Semi lautete das Leitthema dieser Runde „Zombies“. Bei der Vorhersage lag ich übrigens so weit daneben wie lange nicht mehr: nur sechs der zehn tatsächlichen Finalisten hatte ich auf dem Tippzettel.

Für einen nachhaltigen Schock bei den Fans sorgte das unerwartete Ausscheiden der Eurovisionsgroßmacht Schweden. Was mich zwar einerseits mit einem Quäntchen Schadenfreude erfüllte, zumal ich die Bergziege (keine Beleidigung, damit beschreibe ich ganz sachlich ihr enervierendes Vibrato) Anna Bergendahl und ihr quäkiges ‚This is my Life‘ (leider mit dem isländischen Eurodancesmasher von 2008 nur im Titel verwandt) nicht mochte. Andererseits war mir instinktiv klar, dass dieses Ergebnis nicht richtig sein konnte. Was sich bewahrheitete: Annas knapper Knock-out war den Juroren geschuldet, das Publikum hätte die optisch als Mischung aus Barbiepuppe und Avril Lavigne Auftretende ins Finale durchgewunken, wenn auch haarscharf auf dem zehnten Rang. Aber klar, ihre Nummer klang nicht dröge genug, die verfügte über (eine Form von) Leidenschaft. Das mögen die Juroren nicht, das stört sie beim Mittagsschläfchen. Anderes Thema, aber ehe ich es vergesse, möchte ich an dieser Stelle erneut meine Botschaft des Hasses an die Verantwortlichen bei der ARD übersenden. Denen ich es zu verdanken habe, mir dieses Semi wieder im inakzeptablen ruckeligen Internetstream anschauen zu müssen statt live auf einem der ungefähr 700 von meinen Gebühren finanzierten Fernsehkanäle der ARD. Danke, ihr Spielverderber!


Kommt mir nur im Kaveh-Azizi-Remix auf die Seite: Anna Bergendahl (SE)

Wo wir gerade dabei sind: welcher hirnverbrannte Bildregisseur trägt dafür die Verantwortung, dass der Balken mit den Telefonnummern für die Zuschauerabstimmung genau in jener Sekunde das untere Bilddrittel bedeckte, als sich die knackigen InCulto-Jungs ihrer glitzernden Trickkleider Stripperhosen entledigten? Kann bitte mal jemand diesen Vollidioten foltern? Danke sehr! Die großartigen Litauer lieferten mit ‚East European Funk‘ ein so lakonisch-charmantes wie selbstironisches Lamento über den traurigen Fakt ab, trotz EU-Vollmitgliedschaft nur europäische Bürger zweiter Klasse zu sein, die aufgrund des Armutsgefälles für Hungerlöhne ungeliebte Handlangerarbeiten in den reicheren Staaten verrichten müssen, um über die Runden zu kommen. Und das im mitreißenden Funpunksound! Ihre Show mit den Fake-Instrumenten und Glitzer-Unterhosen war dermaßen geil: das hätte zwingend ins Finale gehört! Wo es auch gelandet wäre, hätten nur die Televoter entschieden. Doch die Jurys waren ja angetreten, dem Grand Prix den Spaß auszutreiben, und das taten sie dann auch erfolgreich. Bleibt zu hoffen, dass sich die InCultos, die es wie ihre Landsleute nach eigenem Bekenntnis „rough“ mögen, nach ihrem unverdienten Ausscheiden entschlossen, die Juroren in Einzelgesprächen aufzusuchen, um ihnen ihren Unmut zu verdeutlichen. Sie hätten jedenfalls meine mentale Unterstützung!


Nur her mit den osteuropäischen Genen (2:07 Min.)! (LT)

Doch nicht nur der norwegische Bildregisseur schlampte: der armenische Requisiteur vergaß offensichtlich, das Preisschild von der Oboe zu entfernen (ja, ich weiß, das Ding heißt Duduk und ist das Nationalinstrument). Dafür hielt die Kamera zum Auftakt der Ode ans Nationalobst, die Aprikose (lateinisch: prunus armeniaca), erst mal frontal drauf auf Eva Rivas‚ beeindruckend zusammengequetschtes Marillenpärchen! Das zur visuellen Unterstreichung der Botschaft auf die Bühne gepflanzte Aprikosenbäumchen stammte wohl aus der Zucht von Monsanto, so rasch wuchs es. Das von den Armeniern ursprünglich in der Baumkrone versteckte Transparent mit der Aufschrift „Karabach ist unser!“ fand und entfernte ein EBU-Scherge noch rechtzeitig. Obschon der anspielungsreiche Text des Ethnodiscosongs („Apricot Stone, hidden in my Hand / Given back to me from the Motherland“) eher als Seitenhieb auf die Türkei intendiert gewesen sein dürfte, wo heute das größte Anbaugebiet der süßen Früchte liegt: in einer Provinz mit ehemals hohem armenischen Bevölkerungsanteil. Für Israel stand mit Harel Skaat ein Bübchen auf der Bühne, das lautstark (und öfters mal neben dem Ton) über irgendwas wehklagte. Liebeskummer? Kaum, denn mit seinen geschätzten 12 Jahren erschien er ‚Non ho l’età per Amarti‘, um mit Gigliola Cinquetti (IT 1964) zu sprechen. Was also dann? Waren im örtlichen Spar-Markt etwa die ‚Milim‘-Schnitten ausverkauft? Man weiß es nicht, man verstand ihn ja nicht. Was man hören konnte, war das schmerzhafte Fehlen einer Melodie und einer Hookline. Was aber die offenbar pädophilen Juroren nicht davon abhielt, ihn in einer konzertierten Aktion ins Finale zu manipulieren.


Nein, der hässliche Tänzer war kein Gnom – aber Eva fast 2 Meter groß! (AM)

Mit dem dänischen Auftritt wandelte sich dieses Semi zur Nacht der lebenden Toten. Der schwedische Fließbandschreiber G:son hatte im Musikarchiv von Police die Achtzigerjahre-Musikleiche ‚Every Breath you take‘ ausgegraben; durch Modifikation noch langweiliger gemacht; zwei künstlerisch und menschlich tote Sänger engagiert und dabei streng darauf geachtet, dass die Beiden sich gegenseitig so sehr hassen wie die Dänen offenbar das restliche Europa; das dieses Geseire nun über sich ergehen lassen musste. Weswegen man Chanée & N’Evergreen ‚In a Moment like this‘ auch durch eine Herzblatt-Wand voneinander trennte. Leider nicht von den Zuschauern: auf telepathischem Wege fraßen die Zombies anscheinend die Hirne der Televoter, welche ferngesteuert diese Sülze auch noch weiter wählten! Oh mein Gott! Wir sind verloren! Wir werden alle sterben! Possierlich hingegen die schweizerische Segelohrenschwuppe Michael von der Heide (DVE 1999), die uns im Goldlaméjäckchen zur Melodie von ‚It hurts‘ (SE 2004) von den speziellen Freuden des Golden Shower berichtete. Vielleicht ein wenig zu speziell für ein breites Publikum, welches das futtige House-Chanson ‚Il pleut de l’Or‘ mit einem Pünktchen auf dem letzten Rang verhungern ließ. Andererseits kein Wunder, wo der überambitionierte Michi den Gesangspart seiner (fabelhaften) weiblichen Backings gleich mit übernahm.


Hurts, oh it hurts, really hurts / In the Middle of the Night… (CH)

Als große Favoritin auf den Gesamtsieg ging die von ihrer Regierung mit einer massiven Medienkampagne gehypte Safura Əlizadə aus Aserbaidschan ins Rennen, und zumindest dieses Semi gewann sie dann auch (im Televoting). Safura begründete eine neue Eurovisionsdisziplin: den Grand-Prix-Sprint. Sprich: das gleichzeitige Singen und Rennen von der Satelliten- auf die Hauptbühne in Rekordzeit. Auf Stöckeln! Clipgold für die nächsten fünf Generationen! Auch sonst bot das musikalisch wie textlich vergessenswürdige ‚Drip Drop‘ viel fürs Auge, vom mit LED-Lichtern gespickte Kleidchen über Safuras Kniefall (mit unfallfreiem Wiederaufstehen) bis hin zur extra steilen Fluggasttreppe, von der sie einer ihrer Begleittänzer händisch herunter geleiten musste, damit sie nicht auf Fresse flöge. Kein Wunder, dass das arme Mädel einen etwas gequälten Eindruck machte. Wie übrigens auch ihre ukrainische Kollegine Alyosha. Die hatte bereits einen folgenschweren Zusammenstoß mit den dänischen Zombies hinter sich, so folgerte ich jedenfalls aus ihrer Aufmachung im fleischfarbenen Morgenmantel mit blutroten Kordeln und in Unfallopferrettungsweste. Und sie musste wohl auch schon Menschenhirn fressen, denn „all those fillings take me down,“ wie sie uns informierte. Und, als wäre das nicht schon schlimm genug: „The Ant is near“. Oh mein Gott! Wir sind verloren! Wir werden alle sterben!


Comedy-Gold: die Safura-Faust™ (u.a. bei 1:30 Min.) (AZ)

Die Niederlande setzten den Horror-Reigen fort: Sieneke Peeters, unverkennbar eine fremdprogrammierte Tochter Stepfords, präsentierte im Verbund mit zu Holz erstarrten, menschengroßen Drehorgelfiguren einen von dem Untoten Vader Abraham (‚Das Lied der Schlümpfe‘, ‚De oude Muzikant‘ [NL 1973]) geschriebenen Schunkelschlager namens ‚Ik ben verliefd (Sha-la-lie)‘. „Schallalie, schallalla“: die Nummer gehört zu jener Sorte grausamer Ohrwürmer, bei denen man, hat man ihn sich erst mal eingefangen, ernsthaft erwägt, sich einen Schraubenzieher ins Gehirn zu rammen, nur um ihn wieder loszuwerden! Doch volkstümliche Fröhlichkeit war beim breiten Publikum (und insbesondere bei den Jurys) nicht gefragt in diesem Jahr. Sieneke scheiterte, ebenso wie der sich selbst erklärende slowenische ‚Oberkrainer Rock’n’Roll‘, eine fraglos in der Hölle geschmiedete Verbindung zweier der diabolischsten Musikrichtungen aller Zeiten. Gut schnitt unterdessen Rumänien ab, wo im Gegensatz zum dänischen Pärchen der Funken (‚Playing with Fire‘, Sie verstehen) zwischen dem glubschäugigen Ovi Cernăuţeanu und seiner Freizeit-Domina Paula Seling übersprang. Ihre Nummer kam zudem flott genug daher, um über ihre musikalische Durchschnittlichkeit erfolgreich hinweg zu täuschen.


Vorsicht, kann das Gehirn zersetzen! Anschauen auf eigene Gefahr! (NL)

Ähm: nein, liebe Juroren. Das habt ihr falsch verstanden! Eure Aufgabe lautete: „finde einen Song, der Aussicht auf kommerziellen Erfolg im Europa des Jahres 2010 hat“. Nicht: „finde die am miserabelsten performte Titanic-Ballade“! So sehr ich Niamh Kavanangh, die irische Siegerin von 1993, als Person mag und so vorteilhaft die Rothaarige in dem lilafarbenen Kleid (übrigens zum Zwecke der optischen Streckung auf einem darunter versteckten Böxchen stehend) auch aussah. Aber das von dem einschlägigen schwedisch-irischen ESCnation-Fan-Team komponierte ‚It’s for you‘ hätte *ich* stimmlich besser hin bekommen. Und ich kann überhaupt nicht singen! Ein Gutes hatte es: so kam es im Finale zum Aufeinandertreffen der großen Titanic-Gedächtnis-Songs aus Norwegen und Irland. Mit dem Ergebnis, dass beide untergingen. Ausgleichende Gerechtigkeit! Hatte der Bulgare Miro am Vorabend des Semis etwa eine Anstaltspackung Cortison gefressen? Wie der aussah: das Wort „aufgedunsen“ ist eine noch zu milde Umschreibung! Und diese schlimme Haarfrisur! Wie eine Kreuzung aus Adeva und Kajagoogoo – oder wie eine Motorradlesbe nach einem Platzregen. Hatte ihn ein abgelegter Lover frisiert, der noch eine Rechnung mit ihm offen hatte? Seinem ‚Angel si ti‘, an sich ein fabelhafter, quietschend camper Discoschlager, fehlte zudem ein ordentlicher Schluss, er endete aufgrund der Drei-Minuten-Regel völlig abrupt. Da halfen auch die halbnackten Tänzer nichts mehr – und der Wechsel vom Bulgarischen ins Englische nach der Hälfte des Songs machte alles nur noch schlimmer. Schade!


So, wie es sein soll: einer meiner Lieblingsbeiträge 2010, live leider versemmelt (BG)

Ein britischer Kneipenmusikant und seine mit Panzerklebeband notdürftig zusammengeflickte Gitarre stand für Zypern auf der Eurovisionsbühne. Da gehörte er natürlich genau so wenig hin wie Roland Koch in ein verantwortungsvolles Amt. Wie Jon Lilygreen mit seinem Fahrstuhlgeschrammel ‚Life looks better in Spring‘ (höchstens, falls dann der Blitzschlag eines Frühlingsgewitters Dich toastet, Jon!) ins Finale kommen konnte: da bin ich offen gestanden ratlos! Ebenso wie über das Ausscheiden Kroatiens. Feminnem, drei wunderschön auf eine Parkbank drapierte, barfüßige Frauen vom Balkan (die 2005 bereits das benachbarte Bosnien vertraten) sangen mit ‚Lako je sve‘ eine gelegentlich melodiös den russischen Siegersong von 2008 zitierende, dennoch das Herz berührende, sanfte Balkanballade über die euphorisierende Wirkung der Liebe. Und zwar (bis auf einen kleinen Frühstart) makellos und begleitet von einer perfekten, nicht übertriebenen Choreografie. Beim serbischen Siegersong von 2007 schauten sie außerdem die dezenten sapphischen Showeinlagen ihrer Chorfrauen ab. Das hatte ich so sicher als Finalist wie Finnland. Vielleicht sollte ich mich doch langsam mal nach einem neuen Hobby umschauen!


On a tous un Banc, no Arbre mais un Cœur (HR)

Kleine Schmutzfinken, diese Georgier! Klar, wo schon mal anbetungswürdige männliche Tänzer mit nackten Füßen (neben Zombies und Akkordeons ein weiteres Leitmotiv) auf der Bühne standen, da schaute ich als bekennender Fetischist natürlich genauer hin. Und schmutzig waren sie! Nicht, dass mich das stören würde… okay, das waren vermutlich mehr Informationen, als Sie wollten, liebe Leser. Sorry. Zum Song: als das norwegische Fernsehen im Schnelldurchlauf vor der Abstimmung genau die Stelle zeigte, an der Sofie Nizaharadze nur noch heiser und dissonant kreischen konnte, statt zu singen – erschöpft von all dem überflüssigen, aggressiven Geschubse und Herumgewuchte durch eben diese Tänzer mit den schmutzigen Füßen, da dachte ich: jetzt ist das georgische Schicksal besiegelt. So kann man sich täuschen!


Chiara hat angerufen und will ihr Zwinkern zurück (bei 1:59 Min.)! (GE)

Immer noch unklar ist mir, was die Tochter von Mister Fisto (DVE 1986) beim türkischen Beitrag ‚We could be the same‘ im Hintergrund zu suchen hatten und weswegen sie versuchte, sich während der Middle Eight die eigene Hand abzusägen? Davon mal ab rockten maNga richtig gut. Und lieferten einen weiteren Beweis für die Schwachsinnigkeit des Jury-Televoting-Mixes: die Türken gewannen nämlich offiziell dieses Semi, obgleich sie sowohl bei den Juroren als auch bei den Zuschauern jeweils nur auf dem zweiten Rang lagen. Weil beide jeweils einen anderen Siegesfavoriten hatten. Klar: bei Kompromissen verlieren halt immer alle.

ESC 2. Semifinale 2010

Eurovision Song Contest 2010 - Zweites Semifinale. Donnerstag, 27. Mai 2010, aus der Fornebu-Arena in Oslo, Norwegen. 17 Teilnehmer, Moderation: Haddy N'jie, Erik Solbakken & Nadia Hasnaoui.
#LandInterpretSongtitelPunkte
gesamt
PlatzPunkte
Televote
Platz
01LTInCultoEast European Funk0441206508
02AMEva RivasApricot Stone0830609006
03ILHarel SkaatMilim0710804612
04DKChanée & N'EvergreenIn a Moment like this1010510604
05CHMichael von der HeideIl pleut de l'Or0021700117
06SEAnna BergendahlThis is my Life0621106409
07AZSafura AlizadəDrip Drop1130212601
08UAAlyosha KucherSweet People0770707707
09NLSieneke PeetersIk bin verliefd (Sha-la-lie)0291404911
10ROPaula Seling + Ovi CernăuţeanuPlaying with Fire1040411303
11SIRoka Žlindre + KalamariNarodnozabavni rock0061601116
12IENiamh KavanaghIt's for you0670904313
13BGMiroAngel si ti0191501515
14CYJon Lilygreen & IslandersLife looks better in Spring0671005310
15HRFeminnemLako je sve0331302214
16GESofia NizharadzeShine1060310205
17TRMaNgaWe could be the same1180111902

<– ESC 1. Semi 2010: Der Würger von Wolfenbüttel

ESC Finale 2010: Do I have to sing again? –>

24 Gedanken zu “ESC 2. Semi 2010: Scared to lose my Fun

  1. Dänemark? Georgien? Zypern?? Ukraine?? Dänemark??? Ich teile deinen unbändigen Hass vollinhaltlich, die Entscheidung war unerträglich.

  2. Miro sah aus ….. …. wie eine Motorradlesbe nach einem Platzregen. Ich hab mich gerade sowas von derbe weggelacht. Auch die übrigen Kommentare zu diesem unterirdischen Semifinale: allererste Sahne!!!! Ich will ein Kind von Dir, Oliver. Und reg Dich bloss nicht so auf … ich mach mir sonst Sorgen um Deine Gesundheit. Liebste Grüße aus dem Rheinland Uwe

  3. So, und hier meine ‚kleine‘ Nachlese des zweiten Semis. Ich bin mit der (ESC-)Welt wieder versöhnt. 🙂 Wenn ich hätte mitvoten können, dann wären meine Anrufe an die Türkei gegangen plus ein paar Spontananrufe für Israel. Mit dem heutigen Ergebnis bin ich viel zufriedener als mit dem am Dienstag. Litauen – zu recht raus, nervt auf Dauer ARMENIEN – Ethno-Pop von seiner schönern (und verschwenderischen) Seite, gefällt mir, leicht melancholisch und rhythmisch zugleich ISRAEL – war schon lange vor dem Contest einer meiner Favoriten, ich steh ja auf so dramatische Lieder mit großzügigem Arrangement, zudem wurde ich beim israelitischen Vorentscheid positiv damit überrascht, dass der attraktive Kerl auch tatsächlich Stimme hat DÄNEMARK – die Schweden, die dieses Lied schon mehrmals für ihren Vorentscheid abgelehnt haben, werden sich sicher in den Hintern beißen, gefällig, aber ansonsten doch arg Konfektionsware Schweiz – ich hätte es den Schweizern echt mal wieder gegönnt, aber das alles war etwas too much und zugleich viel zu wenig Schweden – hätte ich nicht gedacht, dass die rausfliegen würden, aber freut mich sehr, sie wirkte auf der großen Bühne doch ziemlich verloren (Belgien hatte das besser gelöst), das Vibrato in ihrer Stimme verursacht zudem bei mir Kopfschmerzen ASERBAIDSCHAN – schade, dass die weiter sind, wäre ein schöner Favoritensturz geworden, ist mir alles zu sehr gewollt UKRAINE – mochte ich zuerst gar nicht, aber kraftvoll gesungen und toll inszeniert, auch wenn die in dem fleisch- und blufarbenen Fetzen aussieht als käme sie gerade aus einem Horrorfilm … oder aus Tschernobyl (wobei das ja dann wieder Absicht sein könnte, denn der Dreh zu ihrem Video fand in einer Geisterstadt in der Nähe statt und sie will auf die Umweltzerstörung aufmerksam machen mit dem Song) Niederlande – fröhlich, beschwingt, nichtig, weg, bißchen schade, ich hätte es lustig gefunden, wenn die weitergekommen wären RUMÄNIEN – wirkte nach dem Geschunkel der Niederländer gleich doppelt so frisch und modern, tolle Feuershow und der hohe Ton war auch so ziemlich auf den Punkt, verdient weiter Slowenien – sie wussten, dass sie chancenlos sind, sie hatten ihren Spaß, das war’s IRLAND – wirkte nach Slowenien dann auch gleich doppelt gefällig, netter Song, Irland besinnt sich nach Truthahn und Girlie Rock auf seine Kernkompetenzen Bulgarien – ein Paar der schönsten und klarsten Augen, die ich je gesehen habe, abruptes Ende und der Sprachenwechsel haben meiner Meinung nach einige Stimmen gekostet ZYPERN – Peter Urbans Kommentar über Jon in Unterhose auf dem Bett hat zu einem spontanen Blutsturz bei mir geführt, hoffentlich tut er mir das im Finale nicht nochmal an und sagt dort dasselbe 🙄 😆 der Song … ach ja, der hat beim Anschmachten und beim Kopfkino nicht sonderlich gestört, ganz nett, aber Belgien finde ich in dem Genre ‚Junge mit Gitarre‘ vom Song her besser Kroatien – da werden einige überrascht sein, wurde im Vorfeld von vielen als stark eingeschätzt, ich werd die nicht vermissen, wäre aber besser gewesen als Aserbaidschan GEORGIEN – schlimme Bühnenshow (zu hektisch und anstrengend zu verfolgen), aber tolle Sängerin, verdient weiter TÜRKEI – da wippte gleich der Fuß mit und im Gegensatz zu den Niederlanden, wo das auch passierte, war dieser Umstand jetzt nicht peinlich, die haben die Bühne und Halle echt gut gerockt, wenn weder Spanien gewinnt noch wir, dann bitte die Türkei! Ich kann mich heute nicht beklagen, ich hab was zum Abrocken (Türkei), Herzschmerz und Augenschmaus (Israel) sowie Blutsturzgefahr (Zypern). Der Abend hätte nicht viel besser laufen können.

  4. … Kroatien und Schweden Raus…. -.- Kroatien war mein Fave in Semi 2… Und Holland auch raus:( schade…

  5. Prust. Was für ein abgedreht bescheuertes Ergebnis. Liebe Jurys, liebe Televoter (ich bleibe dabei: bei derart vielen Qualifikanten der Todlangweilig-Schule sind nicht allein die Jurys verantwortlich, da wäre einiges auch mit reinem Televoting weitergekommen): You’re doing it wrong. Wobei ich Irland inzwischen mag und den Vergleich mit Celine Dions Titanic-Heuler ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann. Bei Frau Dion zieht es mir jedesmal die Schuhe aus und die Füllungen aus den Zähnen. Stichwort Füllungen (fillings): Ukraine. The. Fricking. Hell?!! Wie kann so ein Schlonz weiterkommen? Ich dachte zu Beginn der Bekanntgabe ernsthaft, die hätten die Zettel vertauscht und verkünden da auf offener Bühne, wer nicht weiterkommt (hübscher Gedanke). Ach, und wir werden ja sehen, auf welchen Positionen man diesmal profitiert. Die große Favoritin Safura startet von Position 1, die Dänen von der 25. Das wird lustig, vor allem, weil ich unter den ersten zehn Nummern außer vielleicht Norwegen nichts sehe, was auch nur halb so professionell produziert wäre wie Drip Drop. Könnte punktetechnisch ein spannender Abend werden, aber musikalisch gesehen ist ‚belanglos‘ noch zu nett ausgedrückt. Danke an alle Götter des Pantheons für Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Frankreich und Deutschland, die die bohrende Langeweile wenigstens etwas lindern werden.

  6. @ Aufrechtgehn.de: Deine Enttäuschung in allen Ehren, aber was hast du denn anderes von dem so betitelten ‚Blutbad Semi‘ erwartet? Obwohl sich ärgern manchmal auch viel Spaß machen kann, gell? 😉

  7. …und komm bloss nicht auf die Idee, Dir ein anderes Hobby zu suchen! Wenn es irgend etwas gab, das mir das Briefumschlagoeffnen dieses Semi ertraeglich gemacht hat, dann die Aussicht auf Deine Meinung dazu!

  8. Um mal einer Antwort von Oliver vorzugreifen: Geschmack? Sinn? Tieferes Verständnis für Musik? Okay, vielleicht nicht erwartet, aber zumindest erhofft.

  9. Miro war verdammt sexy – der geilste Mann beim ESC 2010! Ihr habt einfach keinen Geschmack ;-P. Schade, dass er nicht mehr dabei ist… konnte mich garnet sattsehen :wink:.

  10. ….das Schreiberferkelchen ließt sich telweise so, als ob er mit einem Dauerständer und fehlender Gehirndurchblutung(da Schnappatmung)- unbedingt versucht noch den Stift auf`s Papier zu bekommen aber eigentlich im ‚Du&Ich‘ blättert. 😉 Ich habe gerade beim lesen herzhaft gelacht….. 😆

  11. So, meine Lieben, jetzt aber mal wieder runter mit dem Adrenalin! Was ist denn eigentlich passiert? Es gibt im ganzen Wettbewerb viele Balladen, dass davon auch welche ins Finale durchmarschieren, darf doch wohl keinen verwundern. Wenn man diesbezüglich schon jemanden massakrieren will, dann doch bitte diejenigen, die vor ungefähr zwei bis fünf Monaten dafür gesorgt haben, dass das ganze Zeug nach Oslo marschiert. Merci. Gut, ich gebe zu, ich war gestern auch etwas bedröppelt, dass weder Schweden noch Kroatien durchgekommen sind. Aber für Zypern hab ich mich riesig gefreut, und die Dänen waren zumindest gesanglich stark, sorry, Oliver. Und: Ein paar Schaumgummi-Instrumente und glitzernde Pailletten-Schlüpper sollen Europa zum Anrufen bewegen? Hallo, geht’s eigentlich noch??? Und was die Schweiz angeht: Ich hab da noch ne Wette laufen. Ich (Frau, hetero) sage, dass Michael nicht null Punkte bekommen hat, mein Wettpartner (Mann, homo) hält dagegen. Noch Fragen? Nee, nee, nee, auch wenn ich natürlich um Finnland und Kroatien trauere, diese Unvorhersehbarkeit und die Tatsache, dass es eben KEINE Länder gibt, die das Finale IMMER sicher haben (Schweden hatte ich bisher dazugezählt) und dass es andererseits JEDES Land (Belgien!!! Zypern!!!) ins Finale schaffen kann, sehe ich als was grundsätzlich positives. Und bevor man die Jurys in Bausch und Boden verteufelt, sollte man erstmal das Ergebnis abwarten. Wenn alle Ergebnisse zu 100% vorhersehbar wären, wäre das der Tod für die Veranstaltung!!! Ich hatte übrigens 8 von 10 richtig, Ukraine und Zypern in Lauerstellung auf Platz 11 und 12 – einmal dürft Ihr raten, wer von meinen 10 dafür rausgeflogen ist. Traurig bin ich aber auch für Sieneke, das Lied macht richtig Laune, und sie hats bestmöglich verkauft.Schade drum. Übrigens vermisse ich hier ein bisschen Freude, alldieweil die Startnummernauslosung Deutschland aus meiner Sicht sehr entgegengekommen ist! Safura, diese dumme Plunzkuh, hat sich doch über ihre Startnummer 1 allen Ernstes ein Loch in die Mütze gefreut, dabei ist sie damit jetzt aus dem Rennen (mit ihrer beschissenen Performance übrigens auch). Jetzt muss Lena diese Chance nur noch nutzen! Ansonsten bin ich none the wiser, was den möglichen Sieger angeht, gestern abend hat sich nochmal einiges verschoben durch die Auslosung. Prognosen, anyone? Im übrigen hab ich mich über die ruckeligen Streams (eurovision.tv war katastrophal gestern!!!) weitaus mehr geärgert, als ich das über ein schlechtes Ergebnis jemals könnte.

  12. Ich hoffe ja, dass ich unrecht habe, aber für das Finale habe ich übelste Befürchtungen… Ich könnte ja damit leben, wenn Island oder auch Belgien weit vorne landen, weil beide – ob man sie mag oder nicht – ein gewisses Publikums-Etwas haben [b]und[/b] bei den Jurys gut ankommen dürften. Ich fürchte aber auch, dass solche Nummern wie Irland, Norwegen oder (grrr…) Belarus durch Jury-Hilfe recht weit oben landen werden. Bzw. dass zeitgemäße Beiträge wie Frankreich, Türkei und eben auch Deutschland von den Mächten des Bösen abgewatscht und nach unten durchgewunken werden. Wie gesagt, ich hoffe dass ich mich irre. Was aber nichts daran ändert, dass ich lieber damit lebe, dass ein göttlicher, aber eben nicht mehr zeitgemäßer Song wie der von Patricia Kaas letztes Jahr qua reinem Televoting hinten landet, als dass Gruselnummern aus der Schlagermottenkiste (wie z.B. UK letztes Jahr) von Gerontokraten aus dem Polit…, pardon: Musikbüro dem Volk als vorbildhafte Popmusik aufs Auge gedrückt werden.

  13. ‚Göttlich, aber nicht mehr zeitgemäß‘? Das ist ein Widerspruch in sich, es sei denn, man vertritt die Theorie, dass Musik als Kunstform anderen Gesetzen zu folgen hat als Kino, Literatur etc. Klassiker sind Klassiker. The Birth of a Nation, Citizen Kane, 2001: A Space Odyssey – 1915, 1941, 1968, und jeder der drei wirkt immer noch wie ein Hammerschlag. Gutes kann anstauben und alt werden, wirklich Großes nicht. (Merkt man, dass ich gerade Roger Eberts ‚Great Movies‘ I und II gelesen habe? 🙂 ) Abgesehen davon, dass das ’nicht mehr zeitgemäß‘ durch Frau Kaas‘ Plattenverkäufe auch Lügen gestraft wird. Und Großbritannien 09 – naja, wäre auch beim Televoting immer noch Zehnter geworden, was das zweitbeste Ergebnis der Briten in diesem Jahrtausend wäre. Ich kann damit leben, wenn Diaspora-Profiteure wie Griechenland, Aserbaidschan oder die Türkei durch Jury-Ergebnisse etwas geerdet werden. Weißrussland ist meines Erachtens eher ein Publikums- als ein Jurykandidat, das war reines Eyecandy. Irland ist klassisches Jury-Material, natürlich, das war das Kalkül dabei, Frau Kavanagh auszugraben, und es hat ja wohl auch geklappt. Ich kann mich Tamara nur anschließen – ich ärgere mich lieber über ein paar rausgeflogene Lieblinge und weitergekommene Schnarchlieder (von letzteren gab es dieses Jahr so viele, dass das passieren musste, auch wenn ich über die tatsächlich Weitergekommenen ebenso entsetzt bin wie viele andere hier), als dass jedes. Verdammte. Jahr. Die gleichen Länder weiterkommen. Semi 2007, anyone? Bevor ich sowas nochmal mit ansehen muss, würde ich auch 100 Prozent Jury noch als akzeptabel einstufen (was nicht passieren wird und auch nicht passieren sollte, ehe man mich hier falsch versteht). Wenn Balladensülz der Preis ist, den wir für eine spannende Abstimmung zahlen, dann ist das aus meiner Sicht in Ordnung.

  14. re: [quote=Tamara]Es gibt im ganzen Wettbewerb viele Balladen, dass davon auch welche ins Finale durchmarschieren, darf doch wohl keinen verwundern.[/quote] Doch, genau das! Vielleicht bin ich da ja naiv oder geleitet vom Wunschgedanken. Aber ich ging ganz ernsthaft davon aus, dass diese massive Ballung von Schnarchballaden quasi automatisch – quasi als allergische Reaktion der Voter – dafür sorgen wird, dass fast ausschließlich fröhlichere Nummern durchkommen werden. Und dann bleibt ausgerechnet die einzige einigermaßen ergreifende und fehlerfrei gesungene Ballade des Abends, nämlich die kroatische, hängen und all der katastrophal gekrischene Kackmist aus Irland, Israel, der Ukraine usw. wird en bloc durchgewunken? Das kann nicht richtig sein. Da ist irgendwas katastrophal schief gelaufen. Und das Schlimmste daran ist ja, dass dieses Ergebnis bedeutet, dass wir nächstes Jahr nur noch Songs vom Schlage ‚Me & my Guitar‘, ‚It’s for you‘ oder ‚Sweet Pee-pull‘ haben werden. 36 mal. Es tut mir leid, ich kann mich darüber nicht freuen.

  15. re: [quote=Eurotrashfreak]Miro war verdammt sexy![/quote] Das stimmt, [b]war[/b] er – bevor er sich diese entstellende Haarfrisur zugelegt und seine Cortisondiät angefangen hat! Bei der bulgarischen Vorentscheidung sah er ja noch zum Anbeißen aus – und ich teile LittleImps Begeisterung über seine ’schönen und klaren Augen‘. Nur gestern Abend wirkte er wie ein Wrack, zumal noch in dieser abgeschmackten weißen Kunstlederjacke…. ein Trauerspiel!

  16. Livestream Also der YLE-Livestream funktionierte vorbildhaft gut. Am Dienstag hab ich ARD probiert, das war echt nur zum kotzen!

  17. Livestream, the same procedure, und so… Der Schweizer Livestream funktionierte auch prima. Daran konnte man wirklich nichts bemaekeln… Und Tamara hat wirklich recht, wenn nur noch die Reihenfolge, in der Tuerkei, Schweden, Azerbaidschan gezogen werden, spannend ist, waere das nicht gut. Und zumindest, was die Kaukasus-Republiken oder die Tuerkei angeht – die waren auch sehr, sehr professionell produziert, was immer man von Safura sonst so halten koennte… Was ich bei den Juries hingegen wirklich bedenklich finde, ist, dass das Jury-Votum auf einer anderen Veranstaltung beruht, als das Publikumsvotum, naemlich auf der Generalprobe. Was Niamh Kavanagh wahrscheinlich gerettet hat gestern. Und Israel wahrscheinlich auch (wobei Harel Ska’at zweifellos zu den fuenf, sechs wirklich guten Saengern heuer zu zaehlen ist, insofern mag das noch vertretbar sein). Da meines Wissens von dieser Generalprobe jedoch keine Videoaufnahmen kursieren, ist das nun wirklich bedenklich… Gibt es dazu irgendeine Verlautbarung von seiten der EBU?

  18. Ich hab mich gestern absichtlich mit dem schreiben zurückgehalten, das wäre nämlich sonst in einer einzigen Hass- und Schimpf-Tirade gegipfelt – wenn’s um den ESC geht, werd ich halt ein kleiner Wutnickel… *lol* Das mein Favorit Litauen ausgeschieden ist, erfüllt mich mit besonderer Trauer, wäre aber eigentlich verkraftbar. Das aber stattdessen Georgien ins Finale gekommen ist, ist schlichtweg unerträglich. Zum Thema ’schön, dass auch mal Irland und Zypern weitergekommen sind‘: Warum? Bloß weil die letzten drei Beiträge der Iren die reinste Grütze waren und verdientermaßen untergegangen sind steht jetzt der vierten Grütze ein Finalplatz zu? Der Zypriot darf mit seinem öden Geschrummel gerne auf dem Kirchentag singen, aber nicht im ESC-Finale. Und die Kavanagh ist seit gestern Abend mein Lieblings-Hassobjekt der Saison, die hätte mit reinem Televoting keinen Fuß in die Endrunde bekommen – völlig zurecht! Und das nicht nur wegen ihrer völlig vergeigten Schlussnote. Aber anscheinend sind die Juroren der einzelnen Länder allesamt Männer von Schlage der AKOE-Blogger: konservativ-schwul, vollig humorfrei und sich zurücksehnend nach der alten Zeit anno 1992, als der ESC noch irrelevant für die Massen war und man noch exklusiv im eigenen Saft der Schlagerseligkeit schmoren konnte. Allein schon wenn Feddersen den innovativen französischen Beitrag als ’nervig‘ abtut und stattdessen großväterlich-reaktionär vom den good old times mit dem ‚genialen‘ ‚White and Black Blues‘ schwafelt, könnte ich mir die Haare ausreißen. Ich möchte niemanden auf die Füße treten, aber dieser Spezies von Fan, die immer noch auf die Gesetzmäßigkeiten der Vergangenheit pocht (z.B. das Irland songunabhängig grundsätzlich ein größeres Recht auf einen Finalplatz hat wie die Osteuropäer, weil Irland ja zu den ‚guten altern Ländern‘ gehört und die Ossis trashige Punktschacherer sind) ist mir Spinnefeind.

  19. Auch ich zolle erstmal Oliver meinen Respekt für die bissigen Kommentare. Vor allem, da ich diesmal fast zu 100% mit ihm übereinstimme. Der Stream bei eurovision.tv war wieder katastrophal, wie am Dienstag. Wieso klappt das einfach nicht? Hat doch bei den Vorentscheiden auch wunderbar funktioniert. Tamara muß ich in zwei Punkten widersprechen. Zum einen glaube ich immer noch, daß zwei Länder immer weiterkommen. Griechenland und die Türkei haben zu viele Anhänger in ganz Europa. Da würde ich schon von den Big6 sprechen. Zum anderen nützt mir ein vermeintlicher Vorteil für Deutschland nichts, da ich den Song genauso öde finde. Und mit Lokalpatriotismus bin ich auch nicht gerade gesegnet. Das Ergebnis ist eine Katastrophe und ich wollte mir das Finale erst nicht antun. Aber heute sieht die Welt schon wieder anders aus und ich werde mich durch die Schnarch-Songs quälen. Ach, wie werde ich Sieneke zum Wachbleiben vermissen. Ich glaube auch weiterhin vorwiegend an den schlechten Geschmack der Televoter und bin noch nicht bereit, den Jurys die Schuld zu geben. Obwohl die drei unbekannten Mitglieder der deutschen Jury keinen guten Eindruck auf mich machen. Safuras Auftritt war auch eine einzige Quälerei für das Mädchen. Sie war voll gestreßt und dachte wohl ständig nur daran, wo sie als nächstes hinrennen muß. Ich konnte nur noch Mitleid empfinden. Das war noch schlimmer als Ani Lorak 2008, aber die hatte schon genug Berufserfahrung für solche Aktionen.

  20. re: re: [quote=Aufrechtgehn]Und dann bleibt ausgerechnet die einzige einigermaßen ergreifende und fehlerfrei gesungene Ballade des Abends, nämlich die kroatische, hängen [/quote] von wegen fehlerfrei – die drei haben sich mehr als einmal voll in den tönen vergriffen und das ganze endete in einer gruselig dissonanten kakophonie… also wenn ein beitrag das ausscheiden verdient hatte, dann der – zumal keine helfende balkanmafia zur stelle war

  21. re: [quote=Aufrechtgehn] Hat Miro gestern eine Anstaltspackung Cortison gefressen? Der sah ja aus – das Wort ‚aufgedunsen‘ ist noch eine zu milde Umschreibung! [/quote] Ich habe zuerst geglaubt, ich sei versehentlich bei DSDS gelandet. Er sah irgendwie diesem Menowin Fröhlich sehr ähnlich. Aber offenbar liegst Du mit dem Cortison vielleicht sogar richtig. Jan Feddersen hat gestern bei TV total irgendwas von eingeklemmtem Ischiasnerv erzählt. Dann muss ich sagen, obwohl ich wirklich kein Miro-Fan bin, hat er durchaus mein Mitgefühl.

  22. Vielen Dank Mahlzeit, zufällig hier gelandet – und geblieben 😀 Endlich mal jemand, der mein Humorzentrum trifft, Danke! Ich lass dann auch gleich mal ein bissken Senf da: Bei Litauen hab ich mich weggeschmissen, so geil! Schräg, bekloppt und dabei auch musikalisch richtig gut. Jammerschade, dass die Glittabuxen rausgeflogen sind! 😯 (btw: Very funny auch der Moderator im Green Room lol) Zwar auch rausgeflogen, aber nicht schade: Holland! Was war das?! Die Sängerin war niedlich und charmant, aber das Lied…. ogottogott nur für Sauerländer Schützenfeste nach dem 10. Bier zu gebrauchen. Neben Griechenland das peinlichste Lied zum Fremdschämen. Schweden hatte hingegen ein wirklich schönes Lied, ABER: Ich kann dieses Zitteraalgesinge nicht ertragen, ganz, ganz furchtbar mit hohem Nervfaktor. Was um Himels Willen finden alle an Israel? Grauenhaft vorgetragene Wehklage über, ja was eigentlich? Schief, schiefer, am schiefesten. Schrecklich. Aserbaidschan. Fand ich im Vorfeld super, aber live einfach nur grottig. Da nützt auch das tollste Video nix, wenn auf der Bühne nur erbärmliche Töne rauskommen. Und dann diese Showtreppe. Und dieses Rumgehetze. Und dieses Kleid. Einfach total affig, das alles. Bühnenoutfit Mist, aber eine Stimme, die mich vom Hocker riss: Ukraine! Das Lied kannte ich vorher nicht, würde es aunich wirklich ‚Lied‘ nennen, aber die Stimmgewalt hat mich sofort überzeugt. Dänemark. Oweh. Fand ich im Vorfeld aunoch ganz hörbar. Aber live? Tot, blutleer, emotionslos und – zumindest von ihm – schlecht gesungen. An Police hat mich das Lied allerdings nie erinnert, wie auch, die sind schließlich genial 😀 Bin gespannt auf heute Abend. Ich drücke für, ich gebe es zu, Belgien die Daumen (und die Wahlwiederholungstaste :P), einfach, weil das für mich der authentischste Beitrag ist. So, genug gelabert. Freue mich schon auf weitere Einträge von Dir.

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