Zwei­tes Semi­fi­na­le 2010 – die Pro­ben

Logo des Eurovision Song Contest 2010 (Semi 2)
© EBU, NRK

Der letz­te öffent­li­che (und gefühlt sie­ben­hun­derts­te) Pro­ben­tag heu­te in Oslo, nun waren alle zum zwei­ten Mal auf der Ram­pe und von den Meis­ten ken­nen wir die Kos­tü­me für das Semi. Eine Pan­ne gab es bis­lang nur vor dem ers­ten Auf­tritt der Aser­bai­dscha­ner in Form eines Strom­aus­fal­les. Wenn da nicht mal die Arme­ni­er ein paar Apri­ko­sen­ker­ne in einen Gene­ra­tor haben fal­len las­sen! Natür­lich gibt es auch für das als die här­te­re Run­de ange­se­he­ne zwei­te Semi hier die Video­mit­schnit­te und Ana­ly­sen.

Nach über­ein­stim­men­den Berich­ten der Blog­ger aus Oslo war von der heu­ti­gen Gene­ral­pro­be (die für das Jury­vo­ting maß­geb­lich ist) zu erfah­ren, dass

  • zwi­schen den Dänen immer noch kei­ne Che­mie besteht,
  • Niamh Kava­nagh ein lila­nes Kleid trägt, das die Box, auf der sie steht, bedeckt – und dass sie die gro­ße Final­no­te ver­sem­melt hat,
  • Pau­la Seling das Bar­ba­rel­la-Kos­tüm wie­der gegen das schwar­ze Domi­na-Out­fit ein­ge­tauscht hat,
  • die Schwe­den blaue Knick­lich­ter im Publi­kum ver­tei­len, die zu Annas Auf­tritt leuch­ten sol­len (mal sehen, ob die Fans sich so lan­ge beherr­schen kön­nen)
  • und Saf­u­ra jetzt von ihrem Tän­zer am Händ­chen gehal­ten wird, wäh­rend sie die Flug­zeug­trep­pe her­un­ter stakst!

Das ändert natür­lich alles! Nein, es macht die Vor­her­sa­ge die­ser, von Fans auch “Blut­bad-Semi” getauf­ten Run­de auch nicht leich­ter. Ich ver­su­che es trotz­dem mal (Stand: 27.05., 00:30 Uhr).

Sicher im Fina­le:
Arme­ni­en, Schwe­den, Aser­bai­dschan, Kroa­ti­en, Tür­kei.

Sicher drau­ßen:
Ukrai­ne, Slo­we­ni­en, Schweiz, Bul­ga­ri­en, Zypern, Geor­gi­en.

Somit strei­ten sich um die rest­li­chen fünf Plät­ze:
Litau­en, Isra­el, Däne­mark, Nie­der­lan­de, Rumä­ni­en und Irland.

Davon nicht ins Fina­le schafft es (hof­fent­lich, hof­fent­lich, hof­fent­lich!): Däne­mark.

Und hier zu den ein­zel­nen Bei­trä­gen:

1. Litau­en: InCul­toEast European Funk

Zu Recht beschwe­ren sich die Jungs von InCul­to dar­über, dass man eigent­lich nie­man­den um 9 Uhr 30 zum Pro­ben auf die Büh­ne schi­cke. 100 Sym­pa­thie­punk­te! Der stark an die Per­for­mance aus der Vor­ent­schei­dung ange­lehn­te Auf­tritt klapp­te dann trotz­dem gut: es gibt lus­ti­ge Fake-Instru­men­te, eine simp­le Cho­reo­gra­fie, die von drei LED-Männ­chen an der Büh­nen­wand pla­ka­tiv vor­ge­tanzt wird, jede Men­ge augen­zwin­kern­den Spaß und die Ent­hül­lung der Gold­glit­ter-Unter­ho­sen (nicht im Video­mit­schnitt). Wäre jetzt der Song noch nur halb so kurz und damit 50% weni­ger repe­ti­tiv und ner­vig: es wäre der per­fek­te Star­ter! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 5 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 50%. Aber die Unter­ho­sen könn­ten es schaf­fen!

Litau­en, zwei­te Pro­be

Auch wie­der eine super Eröff­nungs­num­mer. Man ver­steht zwar kaum was und der Song nervt schnell, aber die Show ist gran­di­os und allei­ne die glit­zern­den Unter­ho­sen dürf­ten für etli­che begeis­ter­te Anru­fe sor­gen. Dies­mal schien mir der Auf­tritt noch stär­ker durch­cho­reo­gra­fiert – gut! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 6 von 12 Punk­ten, Final­chan­ce: 50%.

2. Arme­ni­en: Eva RivasApri­cot Stone

Das nen­ne ich mal Exten­si­ons! Bei ihrer Haar­län­ge benö­tigt die übri­gens ein­wand­frei sin­gen­de Eva, die ihre ers­te Pro­ben­run­de heu­te in in klas­si­scher RTL-2-Zuschau­er-Mode absol­vier­te, kein Klo­pa­pier mehr. Drei Chor­sän­ger (dar­un­ter ein Chia­ra-Dou­ble), ein mit einer Urne wie irre umher hüp­fen­der Tän­zer und ein Flö­tist beglei­ten sie, außer­dem fah­ren die Arme­ni­er ein paar hun­de­kot­far­be­ne Papp­ma­ché-Fel­sen und einen über­di­men­sio­na­len Apri­ko­sen­kern auf. Aus dem soll im Semi dem Ver­neh­men nach noch ein Baum wach­sen, in des­sen Kro­ne ohne jeden Zwei­fel eine Berg-Kara­bach-Fah­ne mit der Auf­schrift “Aze­ris go Home!” wehen dürf­te. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 10 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 100%. Es ist Arme­ni­en! Aber auch, wenn Eva für Hol­land sän­ge, wäre das zu 100% im Fina­le, denn es ist ein­gän­gig und kom­pe­tent vor­ge­tra­gen.

Arme­ni­en, zwei­te Pro­be

Eva trägt heu­te einen Won­der­bra, einen apri­cot­far­be­nen Flat­ter­lap­pen und dar­un­ter Jeans – ich hof­fe mal, dass das noch nicht das end­gül­ti­ge Out­fit ist! Dies­mal ist das extrem schnell wach­sen­de Apri­ko­sen­bäum­chen zu sehen, sowie die beein­dru­cken­de Mono-Braue einer der Chor­sän­ger. Stimm­lich war das heu­te aber schwach, hof­fen wir, das sie es im Semi bes­ser hin­kriegt! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 7 von 12 Punk­ten, Final­chan­ce: 100%.

3. Isra­el: Harel Ska’atMilim

Der klei­ne Harel möch­te von sei­nen Eltern an der Infor­ma­ti­on abge­holt wer­den!”. Die­ser Gedan­ke schießt mir unwill­kür­lich durch den Kopf, wenn ich den geschätzt 1 Meter 50 hohen Milch­bu­bi mit Lei­dens­mie­ne in geduck­ter Diar­rhö-Hal­tung allein auf der Büh­ne ste­hen sehe. Das bringt ihm auf jeden Fall ein paar “Ach-wie-put­zig”-Stim­men ein – ande­rer­seits ist Hebrä­isch nun mal lei­der kei­ne musi­ka­li­sche Spra­che, es klingt stel­len­wei­se, aber lei­de er unter schlim­mem Rau­cher­hus­ten. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 2 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 50%. Ich glau­be, nein: bei allem Pathos und aller Nied­lich­keit fehlt halt immer noch ein mit­sing­ba­rer Refrain.

Isra­el, zwei­te Pro­be

Er singt sich wirk­lich den Arsch ab, der klei­ne Israe­li, das muss man ihm las­sen. Den­noch über­trägt sich die Lei­den­schaft nicht auf mich, ver­mut­lich, weil ich so einem Prin­zes­schen nicht abkau­fe, ernst­haf­tes Her­ze­leid zu haben – dafür ist er mit sei­nen geschätzt 12 Jah­ren ein­fach noch zu jung! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 40%.

4. Däne­mark: Cha­née & N’EvergreenIn a Moment like this

Die der däni­schen MF-Dar­bie­tung prak­tisch glei­che Herz­blatt-Wand-Dar­bie­tung von ‘In a Moment like this’ riss heu­te ob der osten­ta­ti­ven Gelang­weilt­heit ihrer Prot­ago­nis­ten einen OnU-Blog­ger zu einer herz­er­fri­schen­den Hass­ti­ra­de hin, die mir den Tag ver­süß­te. Ent­we­der sind sich die Dänen sehr, sehr sicher, mit ihrem lobo­to­mier­ten, keim­frei­en Sülz­pop durch­zu­kom­men, ohne sich die gerings­te Mühe geben zu müs­sen – oder Cha­née und N’Evergreen sind das sin­gen­de Äqui­va­lent zu Ange­la Mer­kel und Gui­do Wes­ter­wel­le. Da ist mehr Lie­be zwi­schen Maze­do­ni­en und Grie­chen­land als zwi­schen die­sen Bei­den! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 10%, wenn die Che­mie so bleibt. 100%, wenn sie im Semi in die Kame­ras heu­cheln kön­nen.

Däne­mark, zwei­te Pro­be

Die Büh­nen­as­sis­ten­tin, die da im Clip zu sehen ist, muss­te den Bei­den tat­säch­lich zei­gen, wo die Kame­ras sind, in die sie rein schau­en sol­len, so wird aus Oslo berich­tet. Mitt­ler­wei­le schei­nen Bei­de kör­per­lich dar­un­ter zu lei­den, gemein­sam auf­tre­ten zu müs­sen, vor allem N’Evergreen ist offen­sicht­lich geis­tig kom­plett abwe­send. Er gibt sich auch nicht mehr die gerings­te Mühe, zu sin­gen. Bei der Pres­se­kon­fe­renz reagier­ten die Zwei wohl sehr ange­pisst auf den Hin­weis, dass das Feh­len der Che­mie offen­sicht­lich sei. Aber kei­ne Sor­ge: nach Don­ners­tag dürf­te mit den gemein­sa­men Auf­trit­ten wohl Schluss sein! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 von 12 Punk­ten, Final­chan­ce: 10%.

5. Schweiz: Micha­el von der Hei­deIl pleut de l’Or

Schwup­pen-Michi hat sich tat­säch­lich einen Voll­bart ste­hen las­sen, wirkt aber in sei­nem zum The­ma des Songs pas­sen­den gol­de­nen Anzug den­noch so männ­lich wie eine Ansamm­lung von Grand-Prix-Fans, die in der Euro­vi­si­ons­dis­co ent­fes­selt zu Westends ‘Hur­ri­ca­ne’ (AT 1983) mit­tan­zen. Die Kugeln im Büh­nen­hin­ter­grund wir­ken bei­na­he schon wie ver­grö­ßer­te Gol­de­ner-Regen-Trop­fen. Das Gan­ze ist eine so hoch­will­kom­me­ne Ansamm­lung von Euro­vi­si­ons­kli­schees, dass man vor Freu­de wei­nen möch­te. Hier steht ein ech­ter Fan auf der Büh­ne, und ich lie­be ihn dafür! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 8 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 40%. Herz sagt ja, Kopf sagt nein (seit der homo­pho­be Osten mit­stimmt, wer­den offen schwu­le Dar­bie­tun­gen lei­der regel­mä­ßig abge­straft).

Schweiz, zwei­te Pro­be

Ich war­te immer noch dar­auf, dass Lena Phil­ipp­son (SE 2004) erbost auf die Büh­ne stürmt und ihre Hook­li­ne zurück ver­langt. Aber gera­de nach dem däni­schen Desas­ter tut es um so bes­ser, jeman­dem beim Per­for­men zuzu­schau­en, dem das offen­sicht­lich Spaß macht. Trotz­dem wird es für das Fina­le lei­der nicht rei­chen, denn das hier ist Anžej Dežan (SI 2006) in Gold, und den hat es auch geschrägt. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 8 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 40%.

6. Schwe­den: Anna Ber­gen­dahlThis is my Life

Wenn die Back­ground­sän­ge­rin­nen hör­bar einen bes­se­ren Job ablie­fern als der “Star” der Dar­bie­tung (bes­tes Bei­spiel lie­fert der Schluss­ton, der nichts mehr mit Sin­gen zu tun hat, son­dern an den Paa­rungs­ruf von Scha­fen erin­nert!), dann, Oslo, haben wir ein Pro­blem. Es trägt auch nicht zur Ver­bes­se­rung bei, dass Anna dies­mal in einer Grau­ens-Kom­bi aus Chucks, Leder­ho­se, Glit­zer­wes­te und Satin-Flat­ter­lap­pen auf­trat. Und, lie­be Regie, Nah­auf­nah­men von Anna: kei­ne gute Idee! Wenigs­tens kann die Schwe­din glaub­haft Lei­den­schaft für ihr Lied vor­täu­schen, im Gegen­satz zu den Dänen. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 80%. Scha­fe sind ja auch irgend­wie put­zig.

Schwe­den, zwei­te Pro­be

Ich has­se den Song nach wie vor, aber ich muss zuge­ben: das war eine über­zeu­gen­de Per­for­mance. Anna hat ihr Schaf­stim­bre deut­lich redu­ziert und ihr heu­te vor­ge­führ­tes Haus­frau­en­kleid­chen unter­streicht die rüh­ren­de Nai­vi­tät ihrer Dar­bie­tung gera­de­zu per­fekt. Nach dem däni­schen Desas­ter dürf­te sie nun alle Punk­te der Skan­di­ma­fia ein­sa­cken, und so han­deln sie Eini­ge mitt­ler­wei­le als poten­zi­el­le Sie­ge­rin – bit­te nicht (schau­der)? ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 100%.

7. Aser­bai­dschan: Saf­u­ra Əliz­adə – Drip Drop

Doof: ich möch­te Saf­u­ras Auf­tritt ja ger­ne zer­rei­ßen, aber es gibt wenig zu kri­ti­sie­ren. Sie steht im klei­nen Schwar­zen mit Knö­chel­wär­mern auf einer stei­len Flug­zeug­trep­pe mit indi­vi­du­ell beleuch­te­ten Stu­fen. Die Boe­ing 747 fehlt noch, kommt im Fina­le aber sicher noch dazu. Beim Her­un­ter­stak­sen war­tet man förm­lich drauf, dass sie sich auf die Fres­se legt, aber das pas­siert nicht. Schließ­lich tän­zelt sie bis auf das Außen­po­dest, wo sie dra­ma­tisch kniet – da hat sich der teu­er ein­ge­kauf­te Cho­reo­graph klar von Dima Bilan (RU 2008) inspi­rie­ren las­sen. Sin­gen kann sie noch immer nicht und sie hat eine Atem­tech­nik wie Eime­ar Quinn (IE 1996), aber sie steht ihren Vokal­part durch, ohne all zu sehr ins Blö­ken zu ver­fal­len. Das meis­te federn ohne­hin die vier Chor­sän­ge­rin­nen ab. Wenn jetzt noch der männ­li­che Solo­tän­zer sein T-Shirt aus lässt, räumt das kom­plett ab. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 5 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 100%. Außer, die Arme­ni­er zie­hen vor­her den Ste­cker.

Aser­bai­dschan, zwei­te Pro­be

Oh Mann, das hat so viel Kata­stro­phen­po­ten­zi­al! Saf­u­ras Büh­nen­gar­de­ro­be besteht aus einem blau­en Vokuhi­la-Kleid (vor­ne Mini, hin­ten Schlep­pe) mit ein­ge­bau­ten LED-Leuch­ten. In Kom­bi­na­ti­on mit den High Heels und der mehr als stei­len Flug­zeug­trep­pe jagt ihr das – berech­tig­ter Wei­se – so viel Angst vor einem schmerz­haf­ten Favo­ri­ten­sturz ein, dass sie den letz­ten Durch­gang der Pro­be (wie hier zu sehen) lie­ber bar­fuß und mit hoch gesteck­ter Schlep­pe absol­vier­te. Ich sehe hier einen unver­gess­li­chen Blue-Bay­ou-Moment her­an­na­hen! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 5 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 100%.

8. Ukrai­ne: Alyo­shaSweet Peop­le

Erschießt es doch einer, es quält sich doch nur noch” – etwas ande­res kann ich wäh­rend die­ser Dar­bie­tung lei­der nicht den­ken. Wenn selbst die Men­schen, die mit Alyo­sha auf der Büh­ne ste­hen (müs­sen), mit schmerz­ver­zerr­tem Gesicht die Ohr­hö­rer raus rei­ßen, soll­te klar sein, dass es ein Pro­blem gibt. Lei­der hat sich die ukrai­ni­sche Trö­te in einem Anfall von “Ich hab’ eine Bot­schaft zu ver­kün­den”-Wahn (oder auf­grund aku­ten Geld­man­gels) ent­schlos­sen, auf jede Form der opti­schen Lin­de­rung zu ver­zich­ten, und so bleibt als ein­zi­ge Ablen­kung die Fra­ge, was zum Hen­ker das für merk­wür­di­ge Pumps-Scho­ner sind, die sie da an hat? ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 10%. Da ist ja Aisha noch erhol­sam dage­gen.

Ukrai­ne, zwei­te Pro­be

Alyo­sha hat sich für ein hauch­zar­tes Nichts in rosa ent­schei­den. Damit sie sich im Wind­ma­schi­nen­sturm der Stu­fe Caro­la 14 kei­ne Lun­gen­ent­zün­dung holt, schützt sie sich zumin­dest wäh­rend der ers­ten Stro­phe mit einer schwar­zen Lawi­nen­op­fer­wes­te – mit Kapu­ze! Dani­je­la (HR 1999) trifft Saman­tha Janus (UK 1991) in der Pis­ten­bar, so in der Art. Grau­sam. Und wie um die Pro­mis­kui­tät der Ukrai­ne­rin­nen zu bestä­ti­gen, sind es noch immer “all tho­se fil­lings”, die sie her­un­ter­zie­hen. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 2 von 12 Punk­ten. Final­chan­cen: 20%.

9. Nie­der­lan­de: Sien­eke Pee­tersIk ben ver­liefd (Sha-la-lie)

Vader Abra­hams zwangs­fröh­li­che Schlumpf-Neu­auf­la­ge ist ja alles außer dezent. So auch das Büh­nen­gim­mick, eine manns­ho­he Dreh­or­gel, vor der sich zwei Schau­spie­ler auf Dreh­tel­lern als Orgel­fi­gu­ren ver­din­gen. Sien­eke und ihr Begleit­chor tram­peln und win­ken der­weil debil vor sich hin, und für die­je­ni­gen Zuschau­er, denen die Hook­li­ne zu kom­pli­ziert sein könn­te, wer­den die unsterb­li­chen Wor­te “Sha-la-lie, sha-la-la” zum pas­sen­den Zeit­punkt per Lauf­schrift ein­ge­blen­det. Ganz offen­sicht­lich zielt die Insze­nie­rung auf die Insas­sen von Geschlos­se­nen Abtei­lun­gen – der Mann kennt sei­ne Ziel­grup­pe! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 3 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­ce: 40%. Pro­fi­tiert ohne Ende vom Kon­trast zu der grei­nen­den Selbst­mör­de­rin vor ihr, könn­te aber den­noch einen Tick *zu* retro sein.

Nie­der­lan­de, zwei­te Pro­be

Man­che Blog­ger bezeich­nen die­se Num­mer als die “Aus­ge­burt Satans”. Und zu Recht! Die offen­sicht­lich kom­plett fremd gesteu­er­te Sien­eke erscheint in einer Glanz­ho­se-Glit­zer­top-Kom­bi­na­ti­on, wie sie noch nicht eine durch­schnitt­li­che Besu­che­rin des ZDF-Fern­seh­gar­tens sie zu tra­gen wagen wür­de. Und mit einer – auch wenn das kaum vor­stell­bar erscheint – noch matro­nen­haf­te­ren Fri­sur als bis­lang. Sie ist jetzt offi­zi­ell eine von Ste­pfords Töch­tern. Gru­se­lig. Das dürf­te selbst Spie­ßern zu spie­ßig sein. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 20%.

10. Rumä­ni­en: Pau­la Seling + Ovi Cernăuţea­nuPlay­ing with Fire

Die Rumä­nen haben an der Prä­sen­ta­ti­on aus der Vor­ent­schei­dung nichts geän­dert. Nach wie vor sit­zen sich eine schrill schrei­en­de Domi­na in Arbeits­klei­dung und ihr glub­schäu­gi­ger Frei­er an einem Ple­xi­glas­flü­gel gegen­über und tun so, als sei­en sie ein heiß­blü­ti­ges Lie­bes­paar. Was man ihnen zu kei­ner Zeit abnimmt, auch wenn natür­lich nie­mand mehr den Per­ma­frost zwi­schen Cha­née und N’Evergreen unter­bie­ten kann. Nach der in den Ohren weh tuen­den Ari­en­ein­la­ge von Pau­la ste­hen bei­de auf und es folgt etwas höl­zer­ne Cho­reo­gra­fie. Das üben wir noch mal, wür­de ich sagen. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 40%. Da fehlt das besun­ge­ne Feu­er.

Rumä­ni­en, zwei­te Pro­be

Pau­la hat ihre schwar­ze Domi­na-Arbeits­klei­dung gegen ein sil­ber­nes Bar­ba­rel­la­kos­tüm getauscht, das die Auf­merk­sam­keit noch stär­ker auf sie lenkt und die Dis­kre­panz zwi­schen ihr und dem ihr stimm­lich wie visu­ell um Klas­sen unter­le­ge­nen Ovi noch deut­li­cher ver­grö­ßert. Man bekommt jetzt das Gefühl, dass nach der Paa­rung aus ihren Brüs­ten Ten­ta­kel geschos­sen kom­men, mit denen sie ihr Opfer tötet und aus­saugt. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 30%.

11. Slo­we­ni­en: Ansam­bel Roka Žlind­re + Kala­ma­ri – Narod­no­zabav­ni Rock

Tja, da gibt’s nicht viel zu sagen. Eine jun­ge Maid, ein abge­half­ter­tes Wolf-Maahn-Dou­ble und ein paar Akkor­de­on- und Gitar­ren­spie­ler ste­hen auf der Büh­ne her­um und prä­sen­tie­ren den ‘Ober­krai­ner Rock ‘n’ Roll’ (so die Über­set­zung in der bei­na­he schon wie­der lus­ti­gen deut­schen Fas­sung), einem kru­den Musik­bas­tard aus sechs Tei­len Musi­kan­ten­stadl und vier Tei­len Scor­pi­ons. Und auch hier ist die Sum­me furcht­ba­rer als die Ein­zel­tei­le in all ihrer Grau­sam­keit. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 10%. Das ist nun wirk­lich krank.

Slo­we­ni­en, zwei­te Pro­be

Mmh, tja. Inter­es­sant dürf­te nur noch die Fra­ge wer­den, ob die rote Later­ne 2010 an Slo­we­ni­en oder Por­tu­gal geht. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 0%.

12. Irland: Niamh KavanghIt’s for you

Man muss es den Iren zuge­ste­hen: sie wis­sen, wie man eine ran­zi­ge alte Tita­nic-Bal­la­de ver­kauft! Niamh steht mit leuch­tend oran­ge­nen Haa­ren auf einem klei­nen Podest in Büh­nen­mit­te und bewegt sich kei­nen Mil­li­me­ter. Der Chor bleibt zunächst im Halb­dun­kel und kommt erst nach dem ers­ten Refrain als bos­ni­scher Block nach vor­ne. Ein Hauch von Boden­ne­bel, gol­de­nes Licht, der Ein­satz der Wind­ma­schi­ne (auf Stu­fe Caro­la 4) nach der Rückung und der Büh­nen­hin­ter­grund in früh­lings­fri­schem Tan­nen­grün (sieh und ler­ne, Slo­wa­kei!) run­den die­se simp­le, schnick­schnack­freie, aber um so wir­kungs­vol­le­re Prä­sen­ta­ti­on ab. Bis auf die hohe Schluss­no­te meis­tert Niamh selbst mit hör­bar ange­zo­ge­ner Hand­brem­se die Num­mer per­fekt. Nur all zu vie­le Nah­auf­nah­men von ihrem Dop­pel­kinn soll­ten es nicht sein. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 4 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 70%. Wer nach dem Mot­to “Frü­her war’s doch schö­ner” lebt, und das sind ja nicht Weni­ge, hat hier sicher Trä­nen in den Augen.

Irland, zwei­te Pro­be

Zuerst ein­mal muss ich an die­ser Stel­le mit dem Aus­druck des Bedau­erns alle Bos­hei­ten zurück­neh­men, die ich jemals über Niamh Kava­nagh geäu­ßert haben mag. Die Frau ist ja wirk­lich lie­bens­wert! Bei der heu­ti­gen Pro­be wirk­te sie stimm­lich etwas schwä­cher, aber ich den­ke, dass sie sich nur schont. Anschlie­ßend prä­sen­tier­te sie das Kleid für das Semi: ein mehr als boden­lan­ger, lila­far­be­ner Alp­traum! Ganz gro­ßer Feh­ler, denn dar­in wird sie wie­der wir­ken, wie ich sie anfangs sah: als Wrack, das zwang­haft noch mal die glor­rei­che Ver­gan­gen­heit wie­der­be­le­ben will. Dann lie­ber in der simp­len, aber effek­ti­ven Kom­bi­na­ti­on wie heu­te: schlich­te Jeans und Sak­ko, kom­bi­niert mit fabel­haf­ten Straß-Sti­let­tos als selbst­iro­ni­sches Gla­mour-State­ment. Das sagt näm­lich: “ich mach das hier, weil *ich* dar­an Spaß habe” und das wirkt sym­pa­thiebrin­gend! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 5 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: im Kleid 30%, in Jeans: 70%.

13. Bul­ga­ri­en: MiroAngel si ti

Der ein biss­chen feist wir­ken­de Miro und sei­ne Gang von zwei weib­li­chen und zwei männ­li­chen Tän­zern sind kom­plett in weiß. Zum Start wird Miro von ihnen ein­ge­rahmt, die Frau­en wedeln mit sil­ber­nen Engels­flü­geln, die ein biss­chen nach Brat­fo­lie aus­se­hen. Anschlie­ßend gibt es drei Minu­ten durch­ge­hen­des, zum Dis­co­beat pas­sen­des Getur­ne aus der Deen-Schu­le und am Schluss noch­mal Flü­gel­ge­we­del. Unglück­se­li­ger­wei­se wech­sel­te Miro bei einem Teil der Pro­ben im Mit­tel­teil ins Eng­li­sche (oder zumin­dest das, was man auf dem Bal­kan für Eng­lisch hält). Nein, nein und noch­mals nein! Gera­de das zau­ber­haf­te “Ti si” macht den Reiz des Songs aus! Bit­te bei Bul­ga­risch blei­ben! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 4–10 von 12 Punk­ten, je nach Fas­sung ◊ Final­chan­cen: Auf Bul­ga­risch: 50%, auf Eng­lisch: 10%, im Sprach­mix: 20%.

Bul­ga­ri­en, zwei­te Pro­be

Das war mal mein Lieb­lings­bei­trag, Beto­nung auf war! Lei­der bleibt es bei dem schlim­men Wech­sel ins Eng­li­sche im Mit­tel­teil – damit ist die Num­mer für mich gestor­ben. Scha­de! Miro sah heu­te so aus, als lei­de er unter einem mas­si­ven Kater. In sei­ner wei­ßen, mit Straß besetz­ten Lederi­mi­tat­ja­cke und beglei­tet von halb­nack­ten männ­li­chen Tän­zern wirkt die Num­mer mitt­ler­wei­le der­ar­tig schwul, dass er in einem Inter­view sicher­heits­hal­ber beton­te, bei einer der bei­den Tän­ze­rin­nen han­de­le es sich um sei­ne Freun­din. Ja, klar!^^ ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 2 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 20%.

14. Zypern: Jon Lily­green & the Islan­dersLife looks bet­ter in Spring

Herr Lily­green zieht mit sei­ner getap­ten Wan­der­klamp­fe so ziem­lich das­sel­be Pro­gramm ab wie Herr Dice im ers­ten Semi. Nur dass er noch einen Begleit­chor (der drin­gend kie­fer­or­tho­pä­di­scher Kon­sul­ta­ti­on bedürf­te!) und ein paar Musi­ker dabei hat. Das Mehr an Auf­wand bringt hier aber ein Minus an Ergeb­nis. Zumal kein pol­ni­scher Hor­ror­scho­cker vor ihm auf­spielt. Die wohl lang­wei­ligs­ten drei Minu­ten des gesam­ten Abends. Gut, dass wir die Num­mer nur ein Mal ertra­gen müs­sen. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 0%. Zumal selbst die Grie­chen im fal­schen Fina­le sind.

Zypern, zwei­te Pro­be

Die bri­ti­schen Fan­blogs, die Jon (der aus Wales stammt) “adop­tiert” haben, sind gera­de völ­lig aus dem Häus­chen und sehen ihn im Fina­le, weil er es erst­mals geschafft hat, in die Kame­ras zu schau­en. Schon mal was von Auto­sug­ges­ti­on gehört, Jungs? Für mich sind es immer noch drei Minu­ten hand­ge­mach­ter Lan­ge­wei­le. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 0%.

15. Kroa­ti­en: Femin­nemLako je sve

Genau so muss ein Bei­trag vom Bal­kan aus­se­hen und sich anhö­ren! Femmi­nem haben klu­ger­wei­se ihre Cho­reo­gra­fie aus der DORA bei­be­hal­ten, inklu­si­ve des gro­ßen roten Her­zens am Ende, star­tend von einer Park­bank und mit genau der rich­ti­gen Men­ge an syn­chro­nen Bewe­gun­gen und Begleit­tän­ze­rin­nen dazwi­schen. Wird ver­schie­dent­lich als mög­li­cher Sie­ger­ti­tel gehan­delt und ich hät­te dage­gen nichts ein­zu­wen­den! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 10 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­ce: 90%. Da rei­chen die Bal­kan-Punk­te schon aus, aber das sam­melt dar­über hin­aus ein.

Kroa­ti­en, zwei­te Pro­be

Auch Femi­nemm haben sich für ein Vokuhi­la-Kleid ent­schie­den. Haut­far­ben – erin­nert schon sehr an ein Nacht­hemd­chen. Biss­chen zu farb­los für mei­nen Geschmack. Dazu tan­zen sie bar­fuß – das dürf­te ein paar Extra­pünkt­chen von Fuß­fe­ti­schis­ten ein­brin­gen, denn anmu­tig anzu­schau­en sind sie! ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 9 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 90%.

16. Geor­gi­en: Sofie Niz­ha­rad­zeShi­ne

Ist Bal­lett­tanz eine olym­pi­sche Dis­zi­plin? Falls ja, braucht dort nie­mand mehr gegen Geor­gi­en anzu­tre­ten. Noch mehr hoch kom­pli­zier­te Hebe-, Dreh- und Schleu­der­fi­gu­ren las­sen sich in drei Minu­ten nicht unter­brin­gen. Es ver­geht kei­ne Sekun­de, in der nicht irgend­je­mand übers Par­kett gewir­belt wird, auch die Sän­ge­rin muss mehr als ein­mal dran glau­ben. Dafür bin ich den Geor­gi­ern übri­gens in hohem Maße dank­bar, denn es lenkt zumin­dest optisch doch sehr von der ster­bens­lang­wei­li­gen Jam­mer­bal­la­de ab. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: 30%. Außer das Nach­bar­schafts­vo­ting schlägt wie­der zu.

Geor­gi­en, zwei­te Pro­be

Nach dem die Geor­gi­er ges­tern Abend nach über­ein­stim­men­den Blog­be­rich­ten zir­ka den jähr­li­chen Staats­haus­halt Grie­chen­lands für einen Emp­fang im Oslo­er Opern­haus aus­ga­ben, war anschei­nend immer noch Geld für ein hin­rei­ßen­des, per­len­be­setz­tes, rotes Kleid für Sopho übrig. Die Tän­zer kom­men in wei­ßen Phan­ta­sie­uni­for­men daher und schub­sen und heben die arme Sän­ger wie­der der­ar­tig bru­tal über die Büh­ne, dass man schon Mit­leid mit ihr bekom­men kann. Zumal auch ihre gran­dio­se Stim­me anfängt, dar­un­ter zu lei­den. Das ist so sehr gewollt, das tut beim Zuschau­en weh. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 0 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 20%.

17. Tür­kei: maN­gaWe could be the same

Gleich eine War­nung: die Licht­blit­ze in dem Pro­ben­mit­schnitt der Tür­ken könn­ten bei Epi­lep­ti­kern zu Anfäl­len füh­ren – und bei emp­find­li­chen Men­schen zu Kopf­schmer­zen. Die maN­gas haben eine Rocker­braut mit­ge­bracht, die aus einem nicht näher ersicht­li­chen Grund schwar­ze und wei­ße Flag­gen schwingt und ver­sucht, das Ket­ten­sä­gen­mas­sa­ker nach­zu­stel­len. Stimm­lich ist es so la la, auch wenn das bei die­ser Art von Musik viel­leicht kei­ne Rol­le spielt. Wird viel­fach bereits als Sie­ger aus­ge­ru­fen, aber dafür ist die Num­mer nicht main­strea­m­ig genug. ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 von 12 Punk­ten ◊ Final­chan­cen: Ha ha. Es ist die Tür­kei. 100%.

Tür­kei, zwei­te Pro­be

Was zur Höl­le hat die Toch­ter von Mis­ter Fis­to (DVE 1986) da eigent­lich beim tür­ki­schen Bei­trag ver­lo­ren? Und wes­we­gen ver­sucht sie, sich wäh­rend der Midd­le Eight die eige­ne Hand abzu­sä­gen? Irgend jemand eine Idee? ◊ Aufrechtgehn.de-Wertung: 1 von 12 Punk­ten, Final­chan­cen: 100%.

24 Gedanken zu “Zwei­tes Semi­fi­na­le 2010 – die Pro­ben”

  1. Na na na! Nein, damit ist nicht Slo­we­ni­en 2003 gemeint, son­dern das musst Du Dir in tadeln­dem Ton­fall und mit Kopf­schüt­teln den­ken. Iri­sche Final­chan­ce 70%? Ist da der Wunsch der Vater des Gedan­kens? Nach den Slo­we­nen kann Niamh ‘Alle mei­ne Ent­chen’ sin­gen und ist durch. Mit ‘It’s for you’ könn­te sie die Run­de sogar gewin­nen. Ich seh hier einen ähn­li­chen Effekt wie bei Yohan­na letz­tes Jahr, nur dass Niamh stimm­lich natür­lich viel, viel stär­ker ist – dafür war Yohan­na hüb­scher, aber egal. Any­way, Frau Kava­nagh kann bei die­sem offe­nen Ren­nen durch­aus gewin­nen! Und ansons­ten fänd ich es ganz ganz toll, wenn es dat Sien­eke tat­säch­lich ins Fina­le schaf­fen soll­te… Chan­cen­los ist sie sicher­lich nicht!

  2. Sien­eke hat wenigs­tens Spaß auf der Büh­ne und guckt nicht so stres­sig wie die meis­ten ande­ren. Das macht sie mir gleich noch sym­pha­ti­scher. Die Dänen beneh­men sich wie das slo­va­ki­sche Pär­chen 2009. Die konn­ten sich auch nicht aus­ste­hen. Als ²Aus­ge­burt Satans’ wür­de ich eher Alyo­sha bezeich­nen. Ein Lied voll mit hohen Tönen, von denen sie kei­nen ein­zi­gen trifft. Dazu ein eng­lisch, das von nie­man­dem als sol­ches erkannt wird. Ich hät­te nie­mals gedacht, Vera Ser­dutsch­ka oder Svet­la­na Lobo­da zu ver­mis­sen. Möge mir die Ukrai­ne 2011 das Schlam­pen­fie­ber zurück­ge­ben.

  3. Ja, dass Niamh im Fina­le ist, hal­te ich mitt­ler­wei­le für gege­ben. Ich bin den­noch nicht 100% von ihr über­zeugt, weil mich die­ser lah­me Tita­nic-Auf­guss immer noch nervt und ich sie bei der iri­schen Vor­ent­schei­dung und im offi­zi­el­len Video­clip als arro­gant emp­fun­den habe – im Gegen­satz zur heu­ti­gen Kame­ra­pro­be, wo sie wie die Lieb­lich­keit in Per­son wirkt. Ich bin noch nicht sicher, wie sie her­über­kommt, wenn sie wie­der das üppi­ge Kleid und das Spach­tel-Make-up trägt. Des­we­gen ‘nur’ 70%.

  4. re: [quote=Thomas Köhler]Die Dänen beneh­men sich wie das slo­va­ki­sche Pär­chen 2009. Die konn­ten sich auch nicht ausstehen.[/quote] Ja, aber bei denen war das wenigs­tens auf gru­se­li­ge Wei­se unter­halt­sam. Weil ich irgend­wie die gan­zen drei Minu­ten mit ange­hal­te­nem Atem drauf war­te­te, dass er ihr gleich auf offe­ner Büh­ne eine scheu­ert oder sie wei­nend davon rennt. Da lag so ein Hauch von offe­nem Hass in der Luft, und das ist ja wenigs­tens eine Form von Lei­den­schaft. Die Dänen öden sich (und uns) ein­fach nur an.

  5. SemiII Ein star­kes Semi: Isreal,Armenian und Azer­bai­jan konn­ten ihren Favo­ri­ten­sta­tus behaup­ten, Däne­mark glück­li­cher­wei­se nicht. Niamh lässt mich völ­lig kalt: das ist ein Song für ESC-Nost­al­gi­ker, die aller­dings am Final­abend nicht in der Mehr­heit sein wer­den. Einen Yohan­na oder Shiri- Effekt sehe ich nicht. Es fehlt halt der opti­sche Bonus, der sol­che Bal­la­den vor der Lan­ge­wei­le ret­tet. Über­rascht haben mich nur die Nie­der­lan­de: der Song ist und bleibt schlecht, aber Sien­eke ver­kauft ihn bes­ser, als erwar­tet und sorgt so für eine gute Stim­mung. Viel­leicht ret­tet sie das, denn es wird schwer wer­den, in dem Semi einen Top-10 Platz zu ergat­tern. Herr Fed­der­sen ver­mu­te­te vor eini­gen Wochen, dass Sien­eke stimm­li­che Pro­ble­me haben wird und dem Druck nicht stand­hal­ten kann: da wür­de ich mir ehr Sor­gen um Lena machen.

  6. Bei Schwe­den hör­te man vor lau­ter Wind­ma­schi­ne kaum noch etwas. Hey, die Ukrai­ni­sche Sän­ge­rin sieht ja fast so aus wie Agne­t­ha von ABBA ! Den Song fin­de ich sehr fes­selnd und gei­le Stim­me ! Bul­ga­ri­en auch super ! usw.……

  7. re: SemiII [quote=ESC10Oslo]Herr Fed­der­sen ver­mu­te­te vor eini­gen Wochen, dass Sien­eke stimm­li­che Pro­ble­me haben wird und dem Druck nicht stand­hal­ten kann[/quote] Auf der PK nach ihrer Pro­be hat­te sie ja bereits Sprech­ver­bot, um ‘ihre Stim­me zu scho­nen’ – böse Zun­gen ver­mu­ten aber eher, dass es ein Maul­korb ist, damit kei­ner merkt, was für ein nai­ves jun­ges Ding sie ist, denn bei der Pro­be war ja von Stimm­pro­ble­men nichts zu hören…

  8. Ich hal­te ihr Sprech­ver­bot eher für eine schlaue Tak­tik, um den däm­li­chen Quiz­fra­gen bei einer mode­rier­ten Pres­se­kon­fe­renz zu ent­ge­hen. Sie kann ihre Zeit sicher sinn­vol­ler ver­brin­gen. Und nach ihrer glän­zen­den Pro­be glau­be ich nicht mehr, daß sie durch Ner­vo­si­tät auf­fal­len wird. Da müs­sen sich ganz ande­re Leu­te Sor­gen machen.

  9. Ja… ein wenig Vor­sicht ist okay. Aber Frau Kava­nagh ist doch schon eine star­ke Inter­pre­tin, und sie ist für die ‘alten’ ESC-Freaks ein Geschenk! Schö­ne poin­tier­te Kom­men­ta­re, dan­ke dafür !

  10. Ja, da sehe ich bei Sien­eke gar kei­ne Schwie­rig­kei­ten, sie prä­sen­tiert das Lied­je so, wie es ist. Nichts ist da geküns­telt – man merkt ihr immer noch an, daß sie glück­lich ist, in Oslo dabei zu sein! Ich wür­de der Nie­der­lan­de das Fina­le wirk­lich so gön­nen. Tat­säch­lich haben sie auf­grund der Start­num­mer eine klei­ne Chan­ce!

  11. Für Saf­u­ra könn­te der Sturz aber bedeu­tend schmerz­vol­ler wer­den als für Pao­la damals. Es sei denn, die legen auch noch ein paar Gum­mi­ba­na­nen aus. Alyo­sha sieht mit ihrem fleisch- und blut­far­be­nen Fet­zen aus, als käme sie direkt aus einem Splat­ter­film. Gru­se­lig! Spie­ßig oder nicht, Sien­eke ver­brei­tet gute Lau­ne. Slo­we­ni­en eben­falls mehr als zu nächst gedacht. Die Rumä­nen haben eine sehr hüb­sche Feu­er­show auf die Büh­ne gebracht.

  12. ESC 2.Semi …ich muss geste­hen, dass ich mir den NL Bei­trag schön­ge­hört habe. Schwe­den als Sie­ger wäre ein­fach nur schlimm. Das fin­de ich nicht nur spie­ßig, son­dern auch berech­nend.

  13. Hm, mei­ne ers­ten Ein­drü­cke? Inter­es­sant, wie maN­ga ihre Credi­bi­li­ty als Rock­mu­si­ker zer­stö­ren durch den Ein­satz eines Fah­nen schwin­gen­den Tanzäff­chens, nur um eine zwin­gend not­wen­di­ge(?) ESC-Büh­nen­show auf die Bret­ter zu brin­gen (oder was sie sich dar­un­ter vor­stel­len) Sien­eke hat mei­ne stil­le Bewun­de­rung für ihre Fähig­keit, sich gesang­lich ziem­lich nach der Melo­die zu rich­ten, gleich­zei­tig ihren Kör­per aber in ganz ande­rem Takt als das Lied vor­gibt zu bewe­gen. Nennt man das Mul­ti­tas­king? ‘In einem Moment wie die­sem, will ich dich ein­fach haben’ – sehr frei über­setzt, was die Dänen da sin­gen. Glau­be, ich habe ihnen bis­her immer Unrecht getan und muss Abbit­te leis­ten: Die mei­nen das echt so!.….nur nicht sich gegen­sei­tig. Da es den Anschein hat, die Büh­ne kön­ne ihnen gar nicht breit genug sein (‘Ach wäre es doch ein Jahr zuvor in Mos­kau…’), hat jeder der bei­den den Wunsch dem/der(?) Liebs­ten nahe zu sein – also irgend­wo in Kopen­ha­gen. Auf der Büh­ne jeden­falls prä­sen­tie­ren sie den per­so­ni­fi­zier­ten Nicht­an­griffs­pakt.

  14. re: ESC 2.Semi [quote=aufrechtgehn]musste ich ent­setzt fest­stel­len, dass ich mehr Kan­di­da­ten habe, deren Wei­ter­kom­men ich aus­schlie­ße, als sol­che, die ich sicher im Fina­le sehe[/quote] Aha! Soviel zum mehr­fach stra­pa­zier­ten Kli­sche, das zwei­te Semi sei das stär­ke­re. Habe ich nie gefun­den. Fast alle mei­ne ‘Lieb­lin­ge’ sind im ers­ten Semi (etwa Alba­ni­en, Slo­wa­kei, Island). Ein­zi­ge pro­mi­nen­te Aus­nah­me ist Kroa­ti­en.

  15. … Laut Oiko­t­i­mes hat Saf­u­ra ihren Auf­tritt in der Jury Run­de verkackt:p Na da sind wir aber mal gespannt ob sie es vllt doch nicht ins Fina­le schafft^^ Aber natür­lich schafft sie es… es ist Azer­bai­jan (Tür­kei²)

  16. Klickt man auf Geor­gi­ens zwei­tes Video, erfolgt der Hin­weis, es sei pri­vat. Gilt das auch für den Auf­tritt heu­te Abend? Ich muss das näm­lich nicht haben…

  17. Tipp Nun denn, will ich auch mei­nen Tipp abge­ben: Sicher dabei: Arme­ni­en, Schwe­den, Aser­bai­dschan, Kroa­ti­en, Tür­kei, Isra­el. Dann wohl noch Rumä­ni­en. Die rest­li­chen 3 sind schwer. Ich tip­pe auf: Litau­en, Geor­gi­en, und doch Däne­mark.

  18. Ich will Litau­en im Fina­le! Alles ande­re wäre eine Ent­täu­schung. Aber irgend­wie hab ich das Gefühl, dass wir beim öff­nen der Umschlä­ge Peter Urban wie­der ganz oft ‘das… äh… ist jetzt schon eine Über­ra­schung’ sagen hören wer­den…

  19. Ich hof­fe, daß nach­her Arme­ni­en, Aser­bai­dschan, Kroa­ti­en und Schwe­den wei­ter­kom­men. Dazu noch Sien­eke als mei­ne sym­pha­ti­sche Trash-Kan­di­da­tin. Der Rest gefällt mir abso­lut nicht. Viel­leicht schaf­fen es ja heu­te wenigs­tens zwei mei­ner Favo­ri­ten, statt nur einer am Diens­tag.

  20. Nach­dem du ja doch teil­wei­se mei­len­weit neben dem tat­säch­li­chen Ergeb­nis liegst mit dei­nen Vor­her­sa­gen (übri­gens nicht als Ein­zi­ger, es war erschre­ckend), bin ich auf das Rant-Pos­ting schlecht­hin ziem­lich gespannt. *Blut­druck­bis­hier*

  21. Die Schwe­din ist aus­ge­schie­den? Voten da nur Torf­köp­pe mit? 🙁

  22. Kein Kroa­ti­en im Fina­le, aber Däne­mark, Ukrai­ne und Zypern. Sind die denn alle bekloppt? Steht denn wirk­lich ganz Euro­pa nur auf öde Schnarch­songs, um sich vor der Glot­ze einen weg­zurat­zen? Der Sams­tag wird eine wah­re Zeit­rei­se wer­den. Zurück in die 90er mit lang­wei­li­gen Songs, die sonst nie­mand hören möch­te.

  23. Abso­lut unver­ständ­lich, wes­halb die Schwe­din und die Kroa­tin­nen drau­ßen sind, die Ukrai­ne und Däne­mark aber drin (wobei nach mei­nem Geschmack ruhig Rumä­ni­en hät­te drau­ßen blei­ben kön­nen).

  24. Was bit­te ist mit Euro­pa pas­siert? Soll­te sich her­aus­stel­len, dass die Jurys dafür ver­ant­wort­lich sind, dass rei­hen­wei­se schlech­ter Bal­la­den­sülz den Sprung unter die letz­ten 25 geschafft hat, darf man mich als teil­be­kehrt anse­hen (wobei ich schon vor­her kein gro­ßer Jury­fan war). Zypern? Geor­gi­en? UKRAI­NE? Um. Him­mels. Wil­len. Oder auf Inter­net: You fail. You fail in more ways than I thought pos­si­ble. You fail at fai­ling (no, that’s not a dou­ble nega­ti­ve). Ande­rer­seits: Zypern zum ers­ten Mal seit 2005 im Fina­le, Irland zum ers­ten Mal seit 2007, Schwe­den zum ers­ten Mal über­haupt aus­ge­schie­den, eben­so das kol­lek­ti­ve Bal­ti­kum (das gibt drei­mal 12 Punk­te für Russ­land, hm? Oder wür­de es ohne Jurys). Man sage, was man will, aber die gan­ze Cho­se ist zumin­dest ein klein biss­chen unbe­re­chen­ba­rer gewor­den. Songs, auf die ich mich im Fina­le freue, sind jeden­falls dünn gesät: die drei A’s (Alba­ni­en, Arme­ni­en, Aser­bai­dschan), Deutsch­land, Irland, die Tür­kei. Sechs von 25. Das wird ein har­ter Sams­tag…

Oder was denkst Du?