Das ging ja schneller als gedacht: nur gut zwei Wochen nach der Vorabspekulation im Spiegel bestätigte der NDR heute Stefan Raab und Anke Engelke als Moderatoren des Eurovision Song Contest 2011. Damit wenigstens noch ein bisschen ARD zu erkennen ist, erhalten der Siegel-Nachfolger und der Ladykracher Unterstützung durch die Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers. Die zwar schon mal besoffen auf Sendung ging, dabei aber immer noch besser moderiert als Raab nüchtern.
Besoffen bei Rot über die Ampeln: Judith Rakers
Die Zusammenarbeit zwischen ARD und ProSieben geht diesmal über die Vorentscheidung hinaus: so wird das erste Semi am Dienstag auf dem Privatsender zu sehen sein, die zweite Qualifikationsrunde am Donnerstag und das Finale am Samstag im Ersten. Den deutschen Kommentar steuert wieder Peter Urban bei.
Es ist natürlich klasse, dass endlich alle drei Shows im nationalen Fernsehen zu sehen sind und nicht, wie bislang, die Semis auf irgendwelchen Regional- oder Spartenkanälen vor der Öffentlichkeit versteckt werden. Auch die Ankündigung von Thomas Schreiber, während der Eurovisionswoche täglich im Vorabendprogramm der ARD und auf den Radiowellen Werbung für das Event zu machen, dürfte dazu beitragen, vielen Menschen erstmalig die Existenz der Qualifikationsrunden – die ja für meinen Geschmack immer die viel schöneren, weil schrägeren Beiträge beinhalten, die es dann nicht ins Finale schaffen – nahe zu bringen.
Anke als Anneliese Funzbichler beim Deutschen Fernsehpreis
Klasse ist, dass Anke Engelke moderiert: die Frau ist nicht nur dreisprachig aufgewachsen und damit prädestiniert, die Nachfolge Desirée Nosbuschs anzutreten. Sie ist auch witzig, erfahren und charmant. Schade hingegen, dass Hape Kerkeling nicht mit von der Partie ist. Und Raab? Musste das sein? Hat der sich nicht bereits genug Eurovisions-Denkmäler gesetzt? Zumal der feine Herr ja über vielerlei Talente verfügt – das Moderieren allerdings gehört nicht dazu, wie er in TV Anal ja täglich unter Beweis stellt. Andererseits – schlechter als der russische Kasper kann Raab es auch nicht machen. Und dank der Länderkommentatoren dürfte in den meisten anderen Staaten ohnehin kaum was von seinem Gestammel zu hören sein.
Anke Engelke bei einem ihrer ganz frühen Auftritte – die ganz rechts im Chor, der Ersatz für “die Dixi mit der Brille”, wie DTH diesen Griff ins Schlagerklo so schön anmoderiert.