Perlen der Vorentscheidung: Ukraine 2011

Dieser Titel (‚Smile‘ von Jamala) nahm an der fünften Vorrunde der ukrainischen Vorentscheidung teil – ich hoffe und bete, dass er es bis ins Finale schafft und gen Düsseldorf entsandt wird!


Unbedingt bis Minute 2:00 durchhalten, auch wenn es schmerzt – Ihr werdet reich entlohnt!

Jamala, offensichtlich die ukrainische Amy Winehouse (jedenfalls was den übermäßigen Konsum bewußtseinsverändernder Substanzen angeht), zieht hier alle Register und präsentiert in kompakten drei Minuten alles, was an einem Eurovisionssong falsch sein kann. So falsch, dass es schon wieder gut ist. Zu weihnachtlichen Glockenklängen fährt die Kamera auf eine ekstatisch zuckende Transe zu, die ihre Auspolsterung vergessen hat und mit schreckgeweiteten Augen in die Linse starrt. Schreck überfällt auch den Zuhörer, sobald sie zu, ahem, „singen“ anfängt. Anfangs ist es nur immer so ganz knapp am Ton vorbei, aber im Verlaufe ihrer drei Minuten arbeitet sich Jamala in Nina-Hagen-verdächtige Höhen (bzw. Tiefen) vor. In kürzester Zeit hat sie den kinderliedhaft simplen und entsprechend ohrwurmverursachenden Refrain erreicht, in dem sie nur noch „Smaaaaail-haaaa-haaaa-haaaail“ kreischt und dies mal um mal wiederholt. Und gerade wenn man nach knapp zwei Minuten denkt, so, nun kann es unter keinen Umständen mehr schlimmer werden, schiebt Jamala einen Zwischenpart ein, der sich jeder Beschreibung entzieht und den Ihr Euch einfach unbedingt selbst anschauen müsst. Wirklich, es lohnt sich! Umstandslos schließt sich die vorschriftsmäßige Rückung an, gefolgt von einem Brunftschrei und der – nur mithilfe der Technik absolvierten – hohen Note am Schluß. Ganz, ganz großes Kino!

15 Gedanken zu “Perlen der Vorentscheidung: Ukraine 2011

  1. Waaah, wie geil ist das denn bitte!!! So einen Amy Winehouse/Duffy-Verschnitt mit Sixties-Sound hätte ich der Ukraine niemals zugetraut. Die schicken doch sonst immer nur halbnackte winselnde Nutten vom Straßenstrich… Der äh… spezielle Part ab 2:00 ist aber wirklich die Krönung. So was bleibt auf jeden Fall im Gedächtnis und ist mit voller Absicht so schlimm, dass es schon wieder gut ist. Das will ich auch in Düsseldorf sehen!!!

  2. Man beachte bei 2:31 das etwas ratlos wirkende, zögerliche Mitklatschen der im Panel sitzenden Blondine. Das gibt so ungefähr meine Sentiments wider… Und schade, dass ich kein russisch verstehe – mich hätte interessiert, was die am Schluss sagen. * * * Wisst Ihr, was wir tun sollten? Wir sollten aus möglichst vielen Ländern je einen (womöglich selbst für den ESC zu) skurrilen ESC-Bewerber finden, der es nicht nach Düsseldorf schafft. Die werden hier in einem Thread bzw. Artikel vorgestellt, und dann verteilen wir hier Punkte. Für die Schweiz nominiere ich schon mal Fred Weston 😀

  3. Schöner Gedanke Die Idee gefällt mir. Aber wie machen wir das für Länder, die ihren Teilnehmer intern auswählen? ‚Klassiker‘ von alten Vorentscheiden?

  4. Ich weiß nicht – da würde die Aktualität flöten gehen, finde ich. Diese Länder müssten wir vielleicht außen vor lassen – es müssten doch eigentlich noch genügend Länder übrigbleiben. Aber wir müssen eh abwarten, was unser aller ESC-Guru Oliver davon hält. Ohne ihn geht eh nichts, denn wer außer ihm hat schon das Zeug, die skurrilsten Entries zu finden?

  5. Mein Favorit in der Ukraine ist zwar Aleksey Matias, aber ich glaube, dass an Jamala in diesem Jahr kein Weg dran vorbeigehen wird. Höchstens die Prihodko könnte es noch schaffen oder irgendein Song, mit dem keiner gerechnet hätte. Aber Smile ist in seiner Gesamtheit wirklich so absurd, dass es schon wieder absolut charmant herüber kommt. Ich habe mich mit einem Sieg von Jamala schon abgefunden. Selbst für die Ukraine stimmen würde ich allerdings nur, wenn sie Aleksey Matias schicken würden. 😉

  6. Unerträglich bis peinlich Nein, nein…..das ist zuviel Trash und schmerzt in Aug‘ und Ohr. Ich habe kaum etwas schlimeres gehört und gesehen, da ist selbst die echte Weinhouse on drugs besser. Solche Beiträge diskreditieren den ESC bei den ‚Nicht_Fans‘, also der Mehrheit der Fernsehzuschauer. Die ukrainische VE wird wohl Zlata mit ‚The Kukushka‘ gewinnen: der Titel ist auch bizzar, aber im Vergleich zu ‚Smile‘ zumindest erträglich un eingängig. Zumal die Interpretin auch optisch einiges zu bieten hat und nicht an eine crack-wh*** erinnert! Kukushka Original http://www.youtube.com/watch?v=Nd_N6VsdIuQ Kukushka ESC-Version http://www.youtube.com/watch?v=3vDJGxfd4vU

  7. Zuviel der Ehre! Jetzt fühle ich mich natürlich gebauchpinselt, aber die wirklichen Trüffelspürhunde sind Andere. Ich stelle hier nur rein, was ich woanders gefunden habe. Anyway, ich finde die Idee mit einem Wettbewerb der skurrilsten Vorentscheidungslieder natürlich auch sehr schön. Allerdings würde ich das nicht länderbezogen machen, denn in der Schweiz gibt es alleine mindestens drei Kandidaten, in anderen Ländern dafür sicher keinen. Ich würd einfach sagen, postet hier fleißig Links mit schrillen VE-Beiträgen, und ich mach nach der Saison einen Contest der schrägsten 10 oder so.

  8. Wow!!!! Das ist so schlecht, das es schon wieder gut ist. Ist diese Schreitrulla eigentlich weitergekommen?

  9. Aber Du weißt offenbar wenigstens, wo die anderen ihre Fundstücke reinstellen. Ich hätte keine Ahnung, wo ich suchen muss…. Obwohl ESC-Fan, kenne ich nicht wirklich viele Webseiten zum Thema…

  10. Viele bunte Farben… Auf jeden Fall würde das im Gedächtnis hängen bleiben. So lange die Jamala nicht versucht, uns irgendeine ernstzunehme Botschaft zu vermitteln, hat sie doch alles richtig gemacht. 😀 Es ist eingängig, fröhlich und irgendwie lustig. Irgendwie könnte ich mir auchvorstellen, wie Lena dieses Lied singen würde (abgesehen mal von dieser genialen Bridge)… Hat dieser Hype jetzt sogar Einfluss auf die Ukraine ❓ Es könnte natürlich auch sein… 💡 …, dass es in der Ukraine auch viele verrückte Wissenschaftler gibt… Sie versuchen jetzt einfach mal, ob es auch für die Ukraine möglich ist, ein Lied beim ESC teilnehmen zu lassen, das so schlecht ist, dass es im Semifinale rausfliegt. Letztes Jahr hatten sie es fast geschafft, doch dann wollten sie ‚I Love You‘ nicht mehr haben und beim dritten Anlauf entschieden sie sich für ‚Sweet People‘, das einfach mal noch ein wenig zu gut war, um für die Ukraine die Top 10 zu verfehlen. Auch mit diesem Lied würde die Ukraine es nicht schaffen, in Semi rauszufliegen, aber man hätte es immerhin wieder versucht.

  11. Ja, und soweit ich das verstanden habe, gehört sie neben Anastasia Prihidko (der ein oder andere erinnert sich – ‚Mamo‘, RU 2009) mit ‚Action‘ zum Kreis der Top-Favoritinnen auf den Gesamtsieg. Allerdings haben wir es hier mit der Ukraine zu tun, da weiß man bekanntlich nie!

  12. grandios!! wirklich – das einzige, was mir noch fehlte, war der costume change. und ich waere nicht einmal ueberrascht gewesen, wenn sie am Ende einen reissverschluss zieht, und als Kerl mit behaarter Brust erschienen waere, lach… ich hab mich jedenfalls weggeschmissen. Wie immer der Dank an unseren Guru hier!!

  13. Stimmt, Jamala, wäre DIE ukrainische Vertreterin schlechthin, der absolute Burner. Ein Zuckerle der ESC-Woche in Düsseldorf. Laut youtube-Orakel scheint aber Zlata Ognevich favorisiert. Hätte auch was. Sie versingt doch sehr hübsch ihren Offenbarungseid in finanzieller Hinsicht. Aber wie ich mich kenne, will ich mir am liebsten drei Minuten vor dem Fernseher einen runterholen: Das hieße also Eduard Romanyuta 😀

Oder was denkst Du?