You got Style (RS 2011)

Das Beste zum Schluß: noch nachzureichen vom gestrigen Super Samstag ist das Ergebnis der serbischen Vorentscheidung. Hier entschied man sich für eine flockig swingende Sixties-Retro-Easy-Listening-Nummer, stilecht dargeboten von einer Kurzhaarblondine im (allerdings geschmackvollen) Brazil-Gedächtnisaufzug und begleitet von drei amtlich arschwackelnden Begleitsängerinnen im Mustertapete-Mini. Irgendwie fehlte nur noch, dass Austin Powers um die Ecke käme und „Shaggylicious!“ sagte….

httpv://www.youtube.com/watch?v=QwH_BH48xdM
Hinreißend: Nina & die Kovalettes

‚We are Family‘ hätte das Motto der serbischen Vorentscheidung lauten können, denn diese befand sich fest in der Hand eines einzigen Familienclans, der Kovacs (und nein, ‚Frei zu jaulen‘-Daniel gehört nicht dazu). Kornelije (Teil der Korni Group, ESC 1974), Kristina und Aleksandra Kovac komponierten für den gestrigen Abend in einer Art familieninternem, aber landesweit ausgestrahltem Wettstreit jeweils ein Lied – auch mal eine originelle Weise, seinen Vorentscheid zu bestücken! Aleksandra Kovac sang ihre leider nicht so ganz zündende klassische Balkanballade ‚Idemo dalje‘ selbst und landete im Mittelfeld. Kornelije bediente sich der Beatles-Revival-Band The Breeze für das Stück ‚Ring ring ring‘ (leider nicht von derselben musikalischen Güte wie der gleichnamige schwedische Vorentscheidungsbeitrag von 1973 von einem Quartett namens Abba) und bekam exakt ein Zehntel der Stimmen von Kristina bzw. Nina. Ob ‚Caroban‘ eingängig genug für eine vordere Platzierung im Wettbewerb ist, lasse ich jetzt mal dahin gestellt – für einen Finaleinzug reicht es auf jeden Fall, denn der Song macht Spaß, ohne aufdringlich zu sein und ist vor allem professionell dargeboten. Denn eines muss man den Serben lassen: Stil haben sie!

15 Gedanken zu “You got Style (RS 2011)

  1. hm Nicht wirklich toll, aber definitiv der beste der 3 zur Wahl stehenden Beiträge. Ob das wirklich fürs Finale reicht? Da wäre ich mir noch nicht so sicher. Könnte aber sein.

  2. Jo, macht nicht gleich Ohrenkrebs, aber Winning Material ist das jetzt nicht wirklich, finde ich. Für’s Finale wird’s wohl reichen. (Sind die Serben je im Semi ausgeschieden?)

  3. Serbien im Semi Mit ‚Cipela‘ sind sie im Semi ausgeschieden, 2009, zu meiner großen Bestürzung. Ich fand die Nummer nämlich toll damals.

  4. Also meine Musik ist es nicht unbedingt. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass der Song mit einem Wechsel auf Englisch vielleicht noch etwas mehr Eingängigkeit gewinnen könnte. Optisch dachte ich ja erst, dass Milan Stankovic endlich seine Geschlechtsumwandlung vollständig hinter sich gebracht hat. Der ist doch in Oslo in ähnlicher Farbgebung aufgetreten. Oder sind blond, türkis und pink mittlerweile die offiziellen Landesfarben von Serbien? 😆

  5. Ganz lustig. Da es Serbien ist, wird das wohl ins Finale kommen – wie es da weitergeht, hängt meines Erachtens massiv vom Auftritt ab. Und ja, die letzten Sätze fassen meine Gedanken zusammen – noch dazu trägt die Dame ja auch die gleiche Sela-Gedächtnisfrisur (hallo, Star-Trek-Fans, die diese Referenz einordnen können!) wie Herr Stankovic letztes Jahr, wenn auch nicht ganz so angepappt.

  6. Naja … Naja … das Angebot war meines Erachtens sehr mau :confused:. Habe aber damit gerechnet, dass es so wird, da der Kova

  7. Naja … Naja … das Angebot war meines Erachtens sehr mau :confused:. Habe aber damit gerechnet, dass es so wird, da der Kovac-Clan bekannt dafür ist, keine kommerzielle Musik zu produzieren. Von den drei offerierten Titeln, war ‚Caroban‘ ((er ist) zauberhaft) immer noch der Beste. Das ‚Brazil-Gedächtnis-Styling‘ könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Kovac-Schwestern damals die Backgroundsängerinnen in Rom waren :lol:! Bin mir nicht sicher, ob es für’s Finale reicht. Nina ist zwar ganz süß und eine gute Sängerin, allerdings ist der Song wohl nicht trashig und catchy genug, um bei einem kommerziellen Musikfestival, wie dem ESC, punkten zu können. Abgesehen davon kann Serbien nur mit sicheren Punkten aus Kroatien, der Schweiz und eventuell, aus Albanien hoffen. Die restlichen Teilnehmer, des 1. Semifinales, sind mehr oder mindern keine sicheren Punktegeber Serbiens. Die traditionellen Punktegeber, wie z.B. Mazedonien, Slowenien, Deutschland, Bosnien und Herzegowina, Österreich, Zypern, die Niederlande, Rumänien, Schweden und Bulgarien sind allesamt im 2. Semifinale. Von daher muss man sich dieses Mal doch glatt auf’s Lied verlassen!

  8. Na, da wird sich der Herr Raab ja ärgern, dass Retro-Sixties-Sound in Serbien ankommt und in Deutschland nicht 😉

  9. Oh je Bring Herrn Raab bitte nicht auf dumme Ideen. Der in ganz Europa rumgeisternde Siegel ist schlimm genug, zwei von der Sorte braucht es wirklich nicht. 😯

  10. Yeah, baby, yeah! Das ist das serbische ‚Bei jedem Kuss‘ (Mary Roos, 1970)! Nur halt mit 40 Jahren Verspätung… Mit solchen beswingten Sixties-Retro-Nummern und psychidelischen Mustertapeten kriegt man mich immer! Immer! Ich find’s total klasse, einer meiner Favoriten dieses Jahr. Shaggedelica, baby!

  11. Zündet bei mir nicht Kann sein, dass ich mir den erst noch schönhören muss. Beim ersten Mal ist der Funke bei mir jedenfalls noch nicht übergesprungen, muss ich sagen.

  12. Ich mag sie! Ich finde sie süß und sympathisch, auf mich wirkt sie echt und ehrlich. Das Lied hat Wohlfühl-Stil und ist keine Heulnummer. Super! 🙂

  13. Serbien Mir ist heute – 21.05. – übrigens in Düsseldorf der serbische Eurovisionsbus quasi über die Füße gefahren, ich konnte gerade eben noch winken. Anzunehmen, dass die serbische Equipe nicht in teuren Düsseldorfer Hotels, sondern bei Verwandten und evtl. noch befreundeten Musikern vor Ort genächtigt haben. 😀

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