And I’m coming now! (IL 2011)

So langsam glaube ich dann doch, dass die Demokratie ein Irrweg ist: nur dank des vereinten Votings einer Fachjury (40% Gewicht) und drei Laienjurys (OGAE Israel, eine Selektion sexy Soldaten und noch eine Gruppe mit je 4% Gewicht) konnte sich meine persönliche Eurovisionsheldin Dana International soeben bei der Kdam gegen den horriblen Publikumsgeschmack (48% Televoting) durchsetzen, die eine grausam exekutierte Jade-Ewen-Kopie vorzogen. Aber egal: meine liebste Diva reist nun nach Düsseldorf, mit der drolligen Discohymne ‚Ding Dong‘ im Gepäck. Die Welt ist wieder schön!

httpv://www.youtube.com/watch?v=JmBMQJlzTa4
It is making me high: Dana International

Die transsexuelle Eurovisionssiegerin von 1998 ging – trotz eines im Vergleich zu ‚Diva‘ eher schwachen Liedes – aufgrund ihres Bekanntheitsgrades als klare Favoritin ins Rennen, obwohl in der Kdam etliche andere Acts mit teilweise sensationellen Beiträgen gegen sie antraten. Diese litten allerdings größtenteils unter einer grauenhaften Aussteuerung – es scheint, als habe die IBA den mazedonischen Tontechniker angeheuert. Selbst vorherige Fan-Favoriten wie der welpenniedliche Chen Aharoni (‚Or‘) klangen live entsetzlich. Und auch das fantastische ‚I’m loving it‘ des Duos Knob könnte umbenannt werden in ‚Wer hat mein Lied so zerstört, Ma?‘. Während der weibliche Teil des Duos hervorragend ausgesteuert und deutlich vernehmbar herüberkam, verstand man von ihm kein einziges Wort. Dementsprechend stürzte die Nummer in der Wertung ab. Auch das nicht minder fabelhafte ‚Tu du du‘ von Michael und Shimrit Greilsommer litt unter dem Tontechniker, allerdings auch unter der Aufregung des optisch ein wenig an Hayzee Fantayzee erinnernden Duos, das gar nicht mehr richtig mit dem Text hinterher kam. Nur Dana International, die ja an sich nicht als die stimmstärkste Sängerin der Welt bekannt ist, klang sauber und relativ fehlerfrei. Sorgte sie eventuell durch vorherigen persönlichen Einsatz in der Tonabteilung der IBA für optimale Startbedingungen?

httpv://www.youtube.com/watch?v=LjIRffYH48c
Tu du du du, tu da da da: die Greilsommers

httpv://www.youtube.com/watch?v=w1sErXOwni4
Knob – I’m loving it: tja, wer würde das nicht?

httpv://youtu.be/XImSlHOeJDA
Den würde ich sofort adoptieren: Chen. Allerdings: worauf tanzten seine Tänzer da? Auf seinen Song sicher nicht!

So nahm es nicht Wunder, dass die Jurys unisono – mit Ausnahme der Soldaten, denen aber aufgrund ihres schmucken Anblicks vergeben sein soll – für Dana International stimmten. Was allerdings die israelischen TV-Zuschauer bewog, die Heroin auf die zweite Position zu setzen und für die entsetzliche Idit Halevi zu stimmen, die Jade Ewens ‚My Time‘ stahl und zersägte, bleibt mir unbegreiflich. Neben Schweden und den Österreichern wohl das dritte Volk, das kollektiv entmündigt gehört. Immerhin hatten auch sie Dana International auf Rang Zwei, und mit den Jurystimmen reichte das für den Gesamtsieg. Der Göttin sei Dank!

httpv://www.youtube.com/watch?v=6DNKyIsX7eI
Und nach entsprechendem Hinweis (danke, Def!) hier eine vorweggenommene Hommage des mazedonischen Vorentscheidungshelden Rok Agresori aus dem Jahre 2009. Super!

14 Gedanken zu “And I’m coming now! (IL 2011)

  1. dachte ich’s mir doch … … dass Dich das freut. Mich natürlichj überhaupt nicht. Ding dong ist nun wirklich nichts Besonderes. Aber sag mal, wie hast Du denn die Veranstaltung gesehen? Ich habe es nicht geschafft, einen funktionierenden stream aufzutreiben.

  2. Das Messageboard auf http://www.escnation.com! Kann ich nur empfehlen! Ist sowieso sehr unterhaltsam, und dort haben mehrere Leute verschiedene Links gepostet, von denen einer für mich funktioniert hat. Die offizielle Seite von der IBA ging nämlich für mich auch nicht.

  3. Naja, ganz nett… Jedenfalls werden schöne Erinnerungen wach – meine Güte, dass das schon wieder 13 Jahre her ist… War schon ein tolles Erlebnis weiland in Birmingham 🙂 (Allein dass wir damals über die Kerner-Show an die Tix kamen, mag ich heute niemandem mehr erzählen – man muss sich ja schämen.)

  4. Danke für den Hinweis … … auf escnation. Daselbst habe ich auch sofort noch Hübsches gefunden, nämlich dass Dana’s Ding Dong eigentlich eine Hommage an den gleichnamigen Song von Rok Agressori (aus dem mazedonischen Finale von 2009; mir war gar nicht bewusst, dass der Hühnerbaron schon mal da war) sei. Parallele – neben dem Songtitel – : auch er trägt gern Federn. lol

  5. Danke für den Hinweis! Video hab ich sofort oben eingefügt. Rok Agresori ist ja eh klasse – und sein ‚Ding Dong‘ ist, offen gestanden, besser als Danas. 😀

  6. es war tatsächlich das beste und vermutlich auch international chancenreichSTe lied, das die iba gestern entgegen des volkswillens zum contest geschmuggelt hat. sehr viele punkte sehe ich aber nicht kommen, spätestens im finale wäre mit einem mittelfeldplatz der zenit schon fast überschritten. und das auch nur wegen der schwachen konkurrenz heuer.

  7. Oh Mann So sehr ich mich freue, das Dana wieder dabei ist, umso entsetzter bin ich über diesen grauenhaften Song. Schade, aber datt weed nix! Sicher nicht im Finale dabei!

  8. Warum die Begeisterung? Ich kann die Begeisterung von Mr.Aufrechtgehn nicht verstehen. Es fängt schon mit dem Songtitel an, der absolut schwachsinnig ist. Er reiht sich natürlich mit Boom Boom, Haba Haba und Da Da Dam wunderbar ein. Der Song ist einfach nur langweilig genauso wie die Liveperformance von Mr./Mrs Dana International. Da muß in Düsseldorf mehr kommen, sonst ist sie/er raus im Finale.

  9. des einen Freud … Ich brauche wohl kaum zu erwähnen, dass ich weder mit der Jury- noch mit der Publikumswahl wirklich glücklich bin. Mein Wunschkandidat wäre Adi Cohen gewesen, die immerhin auf Platz 3 gelandet ist. In der Live-Darbietung hat mir dann Sivan noch einen Tick besser gefallen, und die ist leider ganz hinten gelandet. Nur eine der Fangruppen gab ihr dankenswerterweise 12 Punkte.

  10. Sie. Einfach nur sie. Nicht ’sie/er‘, und auch nicht ‚Mr./Mrs.‘. Dana International ist eine Mann-zu-Frau-Transsexuelle. Ja, sie war mal ein Mann, aber das ist Vergangenheit, und man kann bei Transsexuellen ganz allgemein mit falschen Pronomen sehr böse beleidigend werden, ohne das zu wollen.

  11. ach herrje hmm, da muss ich dann ausnahmsweise mal in die sonst übliche und hier mal vergessene (naja, man biegt sich´s eben immer so zurecht, wie´s grad passt, gelle? 😆 ) jurybeschimpfung von oliver einstimmen – ich habe ja sonst nichts gegen eine jury (ich erinnere immer wieder an frau kaas…), aber das schlägt doch der krone das fass ins gesicht (oder so)! schlimmes gejaule, langweiligste darbietung, ein liedchen auf unterstem niveau (wo, bitte, soll das denn eine ‚discohymne‘ sein? von ‚drollig‘ ganz zu schweigen…) – israels schlechtester beitrag seit jahren.

  12. Dana International ist sicherlich hübsch anzuschauen, aber nur schwer erträglich anzuhören :wink:. ‚Diva‘ war schon billigster Discoschrott … das hier ist auch nicht besser. Allein der Titel ‚Ding Dong‘ … ein Sinnbild. Das Livegesang ebenfalls nicht ihre Stärke ist, wissen wir alle … bleibt zu hoffen, dass sie wenigstens gut durchgestylt in Düsseldorf zu sehen ist und so die Veranstaltung aufwertet :D.

  13. Ding Dong, Ding Dong, wer tritt in Deutschland an? Es ist die Diva Dana und zeigt uns was sie kann. Na ja, ihre musikalischen Fähigkeiten sind ja nicht die allergrößten, da muss sie schon durch Optik glänzen. Schade, dass das Stück bei weitem nicht an ihren früheren Siegertitel rankommt. Würde man den Auftritt von damals nicht kennen und das hier wäre ihre einzige Visitenkarte, würde man wohl nicht allzu viele Worte verlieren. Da muss mehr kommen als bei der israelischen Vorentscheidung. Übrigens habe ich kein Problem mit Titeln wie ‚Ding Dong‘ oder ‚Boom Boom‘. Ein Titel wie ‚Jetzt erkläre ich mal die Relativitätstheorie‘ ist auch kein Garant für Qualität. Und wenn das Lied unterhält – so what?

  14. nene schade, aber in Düsseldorf wird es wohl keinen Dana-Hype geben. Das ist eher Mitklatsch-Gestampfe vom Ballermann…..grauenhaft

Oder was denkst Du?