Every Way that they can (UK 2011)

Nachdem vorgestern bereits die Studiofassung des britischen Beitrags ‚I can‘, gesungen von der wiedervereinigten Neunzigerjahre-Boyband Blue, durchsickerte (und aufgrund übermäßigen Autotune-Einsatzes eher enttäuschte), ging vor wenigen Minuten die seit langer Zeit mit Hochspannung erwartete erstmalige Live-Performance in der Graham Norton Show über die Bühne. Und was soll ich sagen: die war gut, verdammt gut! Ohne den ganzen Vocodereinsatz klingt die Nummer gleich viel besser, und ein Sieg des Königreichs scheint mir jetzt nicht mehr völlig von der Hand zu weisen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=ry_ytRwRlFQ
An der Choreografie sollten Blue vielleicht noch ein bisschen feilen, und der mit der hohen Stimme braucht vielleicht ’nen Tranquilizer.

Wie die allwissende Müllhalde informiert, entstand Blue im Jahre 2001; gegründet von zwei Finalisten von Pop Idol (oder UK sucht den Superstar), die sich zwei weitere Mitstreiter ins Boot holen. Bis zu ihrer vorübergehenden Trennung im Jahre 2005 landeten die – wie britsche Eurovisionsfans berichten – des Livegesangs durchaus mächtigen Jungmänner drei Nummer-Eins-Hits sowie acht weitere Top-Ten-Hits in ihrer Heimat Großbritannien, wo auch alle drei Alben auf die Eins gingen. Aber auch in Deutschland konnte die Band fleissig charten. Nach ihrer Auflösung verfolgten die ehemaligen Bandmitglieder Solokarrieren; Duncan James gelangen auch eins, zwei kleinere Hits im Königreich, bevor er sich 2007 eine Zeitlang aus dem Musikbusiness zurückzog. Bandkollege Antony Costa nahm gar 2006 an der britischen Eurovisionsvorentscheidung teil, wo er den zweiten Platz belegte.

httpv://www.youtube.com/watch?v=E3AvQXdSY4c
Und hier das offizielle BBC-Promovideo, aufgenommen auf einem Londoner Hochhausdach. Hoffentlich verkühlt sich Duncan nicht!

Und nachdem die Boyband-Vorbilder Take That mit ihrer erfolgreichen Reunion die monetären Möglichkeiten eines solchen Zweitaufgusses vorlebten, vereinigen sich nun auch die Jungs von Blue wieder. Dass sie, anders als Take That, keine Angst haben, durch die Eurovisionsteilnahme als schwul abgestempelt zu werden, liegt wohl auch daran, dass Duncan James sich bereits 2009 (im gleichen Jahr fungierte er übrigens als Punkteansager für die BBC beim Contest) zu seiner Bisexualität bekannte. Da dürften die für Düsseldorf akkreditierten Fans Journalisten doch bereits frohlocken! Und nicht nur die, auch unsere Lena freut sich ganz, ganz hart, denn sie war früher mal Blue-Fan (was ich allerdings wegen der beschissenen Contentwichser von Brainpool [aka das Raab-Imperium] nicht mehr als Clip zeigen kann. Krepiert doch allesamt!).


Und nun gibt’s auch einen „richtigen“ Videoclip, der trotz mitwirkender Tänzerinnen vor Homoerotik nur so strotzt. Fein!

19 Gedanken zu “Every Way that they can (UK 2011)

  1. typischer blue-titel, dürfte besser als das no-angels-comeback laufen und das vereinigte königreich (nordirland schlägt sich auch auf dessen seite 😉 ) nach 2009 wieder knapp in die top10 verhelfen.

  2. Bei der ganzen Autotunerei im Soundclip darf man ja gespannt sein, wie die Jungs das in live hinkriegen wollen. Könnte auch ein Auftritt von No Angels-Qualität werden 😉

  3. UK = Mittelmaß Eine Enttäuschung, wie erwartet….aber beim ESC ist ja alles möglich. Ein Sieg würde mich zwar überraschen, aber ich war mir auch sehr sicher, dass Lena den ESC niemals unter normalen Umständen gewinnen kann.

  4. Alles Klar … ist doch n guter Deal. Blue hat europaweite Promotion für das neue Album und GB blamiert sich nicht schon wieder total beim ESC. Win Win. Leider erkennt man auch die fehlende Liebe zum ESC und so wird man nicht gewinnen können. Schade

  5. Boybands – wenn gutaussehend – bekommen von mir aus Prinzip zumindest ein kleines Punktepolster 😆 😆 😆

  6. Wirtschaftskrise = EBU needs money! Natürlich können Blue gewinnen: aber nicht weil der Song oder die Performance so gut sind…..dank Jurys lässt sich ja dem Schicksal (sprich Ausgang des Votings) etwas nachhelfen. Es wird kein Land gewinnen, dass sich den Contest bzw. die hohen Kosten, die seine Ausrichtung verursacht, nicht leisten kann – von daher war es doch ganz ‚praktisch‘ dass in den letzten Jahren Russland, Norwegen und nat. Deutschland gewonnen haben. Allesamt ja vergleichsweise nicht arm. Ich habe schon Ende letzten Jahres vermutet, dass der Gewinner 2011 ein ‚Big 4/5‘- Land, Schweden oder Dänemark den ESC 11 gewinnen werden. Und so sieht es ja jetzt auch aus. (Ich hoffe ausdrücklich, dass ich nicht recht habe.)

  7. Interessant, wie man hier Minuspunkte einheimsen kann, nur weil man sagt, dass man gern Jungs anguckt 😆 😆 😆 (einen Totlach-Smilie gibt’s leider nicht)

  8. Ja, genau, absolut richtig. Die Europäer (als Televoter gesehen, die Lena bekanntlich stärker vorne sahen als die Juries) denken selbstverständlich äußerst preisbewusst. Und handeln entsprechend: Was sind schon ein paar Cent Telefonkosten für einen selbst gegen die Kosten für den Sender im Lande, der die Veranstaltung ausrichten muss? Ein Bravo, verbunden mit einem Klatschmarsch für diese brilliante Analyse, warum in den letzten Jahren Russland, Norwegen und Deutschland gewonnen haben. Obwohl die ja nur puren Durchschnitt abgeliefert haben, null hervorstechend aus dem Teilnehmerfeld.

  9. …ach ja: Und die Schweiz als potentieller Gewinner ist nicht im Angebot? Helvetien hat wohl abgewirtschaftet…

  10. Ohne hier näher auf die Details dieser hanebüchenen Verschwörungstheorie einzugehen – welches teilnehmende Land soll bitte so arm sein, dass es sich die Ausrichtung nicht leisten könnte? Vielleicht Moldau, eventuell Georgien und Armenien, aber das wars dann auch – und gerade solche Länder würden einen ESC als Gelegenheit sehen, sich zu präsentieren und daher nicht am falschen Ende sparen. Außerdem schultern doch wohl die Sender einen Gutteil der Last, und dass deren Budgets nicht zwingend mit denen des Staates korrelieren, dürfte 1FLTV aus Liechtenstein bestätigen können…

  11. okay, ich bin billig – aber ich find´s nett 😀 an verschwörungstheorien beteilige ich mich grundsätzlich nicht. aber wer spaß dran hat…

  12. Na Hallo! Wirklich überzeugend. Ich bin mehr als positiv überrascht. Zumal ich Boygroups eigentlich ganz schrecklich finde. Aber der Song hat mir auf Anhieb gefallen. Der hat auf jeden Fall Potenzial ganz vorne mitzuspielen!

  13. positiv überrascht Der Song ist eher durchschnittlich, und eigentlich mag ich Boybands eher nicht, aber die Live-Darbietung war tatsächlich nicht übel. Immer noch nicht wirklich mein Geschmack, könnte aber einige Stimmen bekommen – und das sogar berechtigterweise.

  14. just a dream ? ‚i can‘ hört sich ähnlich an wie ‚just a dream‘ von nelly aber trotzdem schönes lied 🙂

Oder was denkst Du?