Fan­boy, Fan­boy, you can call me Fan­boy (SE 2011)

Yaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaay! Einen bes­se­ren Abschluß der Vor­ent­schei­dungs­sai­son 2011 hät­te es nicht geben kön­nen! Schwe­den hat sich aus­nahms­wei­se mal rich­tig ent­schie­den und Eric Saa­de (sprich: Sa-aa-de) mit der fabel­haf­ten Dis­co­num­mer ‘Popu­lar’ nach Düs­sel­dorf gewählt. Und popu­lär dürf­te der put­zi­ge ‘Man­boy’ bei den Fans sicher­lich sein! Tack Sve­ri­ge und ich freu mich bereits auf Stock­holm 2012!

httpv://www.youtube.com/watch?v=Nfx0OMM2u0A
Glück und Glas, wie leicht bricht das: Eric Saa­de

Es war die rich­ti­ge Stra­te­gie, mich der unge­zähl­ten Vor­run­den des Melo­di­fes­ti­va­lens zu ent­hal­ten und nur gele­gent­lich die Vor­schau­vi­de­os zu che­cken. So brauch­te ich mich nicht über die absur­den Fehl­ent­schei­dun­gen der Schwe­den auf­zu­re­gen, muss­te nicht um ver­lo­re­ne MF-Per­len trau­ern und konn­te heu­te Abend völ­lig ent­spannt das Fina­le genie­ßen. Und was war das für eine fabel­haf­te Show! Unter der zehn Fina­lis­ten ledig­lich drei Titel, mit denen ich kei­nes­falls hät­te leben kön­nen (und die beleg­ten die Plät­ze 6, 8 und 10 im Ran­king), ansons­ten eine Ansamm­lung fabel­haf­ter Schwe­den­schla­ger, Come­dy­num­mern und Uptem­po­tracks – also genau das, aus was der Euro­vi­si­on Song Con­test aus­schließ­lich bestehen soll­te!

httpv://www.youtube.com/watch?v=71IxwhRzUlw
Kein MF ohne Lin­da Bengt­zing! Aber wer zur Höl­le ist die­se omi­nö­se “Inge Tin­ge”?

Es wäre kein rich­ti­ges Melo­di­fes­ti­va­len ohne einen klas­si­schen Schwe­den­schla­ger mit klo­bi­ger Rückung von Lin­da Bengt­zing, und mei­ne Erwar­tun­gen wur­den nicht ent­täuscht! Im Gegen­satz zur lieb­li­chen Lin­da selbst, der völ­lig zu Recht die Gesichts­zü­ge ent­gleis­ten, als sie im Publi­kums­vo­ting Letz­te wur­de. Hier zeig­te sich erneut, dass die Schwe­den ent­mün­digt gehö­ren: bei den inter­na­tio­na­len Jurys aus elf Euro­vi­si­ons­län­dern – dar­un­ter San Mari­no – konn­te La Bengt­zing mehr Punk­te sam­meln! Über­haupt eine groß­ar­ti­ge Idee, Juro­ren aus ande­ren Län­dern nach den Final­chan­cen der eige­nen Titel zu befra­gen: das soll­te Schu­le machen! Auch wenn ich mich natür­lich fra­ge, wel­che Tran­tü­ten denn da wie­der der deut­schen Jury saßen, für deren Punk­te­ver­ga­be ich mich fremd­schäm­te.

httpv://youtu.be/SZ7Sgk9aX4Y
Huch, was macht denn Bäp­pi La Bel­le beim Melo­di­fes­ti­va­len?

Ins­ge­samt jedoch wähl­ten die inter­na­tio­na­len Jurys rich­tig und auch in ziem­li­cher Über­ein­stim­mung mit den Schwe­den. Span­nend bis zur letz­ten Sekun­de blieb die Stimm­aus­zäh­lung indes den­noch, denn es lief auf das vor­her­ge­sag­te Kopf-an-Kopf-Ren­nen zwi­schen mei­nen bei­den Lieb­lings­bei­trä­gen hin­aus. Wobei ich auch den Dritt­plat­zier­ten The Moni­ker mit der Six­ties-Come­dy-Num­mer ‘Oh my God!’ moch­te, der alles hat­te, was man sich von einem Euro­vi­si­ons­bei­trag wünscht: einen mit­singba­ren Refrain, eine lus­ti­ge Cho­reo­gra­fie mit einem Lauf­band, ein Trick­kleid (um genau zu sein: einem Trick­hemd, das an der dra­ma­tischs­ten Stel­le des Songs bei völ­li­ger Büh­nen­ver­dun­ke­lung wech­sel­te), eine Rückung und einen leicht durch­ge­knall­ten Inter­pre­ten. Fabel­haft!

httpv://www.youtube.com/watch?v=wrhLM6CCKF0
98% auf der ‘Popular’-Fabelhaftigkeitsskale: die Dan­ce­hym­ne ‘In the Club’

Um die Kro­ne ran­gen indes die bei­den sen­sa­tio­nel­len Dis­co­knal­ler ‘In the Club’ von Dan­ny Sau­ce­do und ‘Popu­lar’ von Eric Saa­de. Umfra­gen hat­ten die­sen Favo­ri­ten­zwei­kampf vor­her­ge­se­hen, obschon auch zu befürch­ten gewe­sen wäre, dass sich die ziem­lich gleich fabel­haf­ten Num­mern gegen­sei­tig die Stim­men hät­ten weg­neh­men kön­nen. Doch in Schwe­den ist Platz genug für zwei Dis­co-Hel­den, und Dan­ny und Eric beton­ten bei­de bereits im Vor­feld ihre Freund­schaft – sogar ein Küss­chen zwi­schen den Bei­den gab es! Wer da nicht auf unkeu­sche Gedan­ken kommt, muss wohl von der Hüf­te abwärts tot sein! Bei­de lie­fer­ten gran­dio­se Tanz­cho­reo­gra­fi­en ab, wobei Eric mit dem Zer­bre­chen von gleich drei Glas­schei­ben zur Ein­lei­tung der vor­schrifts­mä­ßi­gen Rückung von ‘Popu­lar’ sich sogar in Gefahr begab – und prompt ein paar Split­ter abbe­kam! Das nennt man ein Leben für die Kunst!

httpv://youtu.be/dp4_ftaCr_8
Her Name is Sara, she lives on the second Floor

Damit dürf­te dann auch fest­ste­hen, wo in Erics Semi­fi­na­le in Düs­sel­dorf die Wer­be­pau­se hin­kommt: näm­lich nach sei­nem Auf­tritt. Das Zusam­men­fe­gen der Glas­scher­ben dürf­te sicher­lich einen Moment dau­ern! Span­nend bleibt, wie Eric das Backing­sän­ger­pro­blem lösen will: im schwe­di­schen Melo­di­fes­ti­va­len ist näm­lich, anders als beim Euro­vi­si­on Song Con­test, der Ein­satz von vor­her auf­ge­nom­me­nen Chor­stim­men auf dem Backing Tape erlaubt. Und davon macht ‘Popu­lar’ aus­gie­big Gebrauch! Ob die super­se­xy Tän­zer den Part über­zeu­gend über­neh­men kön­nen, wage ich bei der schweiß­trei­ben­den Cho­reo­gra­fie zu bezwei­feln. Inso­fern hat ‘Popu­lar’ also durch­aus ein gewis­ses Car-Crash-Poten­zi­al. Wird das Pro­blem aller­dings zufrie­den­stel­lend gelöst, könn­te Schwe­den auch zur Abwechs­lung mal wie­der gewin­nen. Ich habe jeden­falls einen neu­en amt­li­chen Lieb­lings­bei­trag und freu mich wie ein Plätz­chen!

httpv://youtu.be/4Kz01eyOVzM
Popu­lar – der unzen­sier­te Direc­tors Cut

Und zwi­schen­zeit­lich leg­te Eric Saa­de ein offi­zi­el­les Musik­vi­deo nach, in dem er auf Micha­el Jack­sons Spu­ren wan­delt und die Geschich­te des Tanz­wett­be­werbs mit einer Stra­ßen­gang aus ‘Beat it’ nach­er­zählt. Nur, dass es in Erics Fas­sung nicht bei der sub­li­men Ver­la­ge­rung der Riva­li­tät zwi­schen Gut und Böse in den Tanz bleibt, son­dern er von den fie­sen Bul­lies gleich zu Anfang erst mal rich­tig die Fres­se poliert bekommt. Nichts für emp­find­li­che See­len also. Die­je­ni­gen unter mei­nen Lesern, die ‘Popu­lar’ has­sen, wer­den die ers­ten 24 Sekun­den des Clips aber voll und ganz genie­ßen! Natür­lich lässt sich unser hel­den­haf­ter Eric auch durch eine blu­tig geschla­ge­ne Nase nicht ein­schüch­tern und ertanzt sich gegen alle Dro­hun­gen und Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che den Sieg (sowie – an die­ser Stel­le wird es unglaub­wür­dig – die Zunei­gung einer blon­den Bar­kee­pe­rin). Und macht so aus sei­nem sehr sim­pel gestrick­ten “Ich will reich und berühmt sein”-Lied­chen geschickt eine Hym­ne gegen Unter­drü­ckung. Bra­vo!

Auf der Fol­ge­sei­te außer­dem noch die schöns­ten Bei­trä­ge aus den Vor­run­den. Euro­vi­si­ons­schät­ze, sage ich nur!

21 Gedanken zu “Fan­boy, Fan­boy, you can call me Fan­boy (SE 2011)

  1. Jaaaaaa man er hat gewon­nen *_* Mein gro­ßer ESC 2011 Vor­ent­scheid Fave hat wirk­lich gewon­nen, man bin ich hap­py 😀 *_* Mei­ne neue Num­mer 1, und ich will dafür voten 🙂 Übri­gens Vor­ent­scheid­sai­son 2011 :p nicht 2012 😀 aber gut den Feh­ler las­sen wir mal durch­ge­hen, dafür das Eric gewon­nen hat, müs­sen wir uns jetzt auch mal freu­en 🙂 Ich den­ke er hat sehr gute chan­cen in DD 🙂 und wie gesagt, ich vote für ihn :):):):)

  2. YAAAY Eric Ich lie­be es! Vier Grün­de: 1. Eee­e­ee­ric!!!! 2. Gei­le Show. 3. Hört sich an, als wür­de es aus die­sem Jahr­hun­dert stam­men 4. EEE­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­e­eriiiiic!!!! 😉

  3. Naaaaa­ja… ‘eine Ansamm­lung fabel­haf­ter Schwe­den­schla­ger, Come­dy­num­mern und Uptem­po­tracks – also genau das, aus was der Euro­vi­si­on Song Con­test aus­schließ­lich bestehen soll­te!’ Nein. Ganz bestimmt nicht. Ich will kei­nen Con­test ohne Lie­der wie Milim, Molit­va, Me and My Gui­tar, Sano­mi, Fly on the Wings of Love oder (hihi) Auf­recht gehn. Und wenn du mal drü­ber nach­denkst, du auch nicht. Das wäre am Final­abend so, als müss­te man 25 Por­tio­nen sei­nes Lieb­lings­es­sens an 25 Tagen hin­ter­ein­an­der essen – irgend­wann reicht es. Das Lied ist in Ord­nung, auch wenn ich mich nicht erin­nern kann, wann eine der­ar­ti­ge Num­mer das letz­te Mal was rei­ßen konn­te. Aus dem zwei­ten Semi ist das siche­res Final­fut­ter.

  4. No Sor­ry, wenn ich sonst meis­tens mit dei­nen KOm­men­ta­ren rich­tig glück­lich war, aber das ist echt ne abso­lu­te Null­num­mer. The Moni­ker wären mal was ande­res aus Schwe­den gewe­sen, aber das ist sooooooo belie­big und weich­ge­spült, da hel­fen auch die lecke­ren Typen im Hin­ter­grund nix mehr. :-((( Lei­der …

  5. 😀 Der Autor hat genau mei­nen Geschmack 😀 Jen­ny und Bab­san waren bei­de sehr toll 🙂 Ich wür­de dir noch fol­gen­de zwei emp­feh­len: Love Gene­ra­ti­on – Dance alo­ne und Loree – Refu­sing my heart Bei­de sind eben­falls total toll 🙂 Was ich auch gut fin­de, aber du als Bal­la­den­has­ser, :D, nicht mögen wirst: Lin­da Prichtard – Ali­ve

  6. Über­schätzt Nein, ich sehe das nicht als einen ESC-Gewin­ner – das ist ein typi­scher Fan-Wank, wie es im eng­li­schen so schön heisst. Russ­land und Schwe­den wer­den sich im Fina­le Punk­te weg­neh­men und dann wird sehr wahr­schein­lich ein ande­rer Titel gewinnen.…welcher das sein wird, ist schwer zu sagen, viel­leicht Frank­reich, das sich wohl­tu­end von den lau­ten und schril­len Num­mern unter­schei­det, viel­leicht wie all­ge­mein erwar­tet das UK. Sich aus dem schwä­che­ren zwei­ten Semi für das Fina­le zu qua­li­fi­zie­ren ist übri­gens kei­ne gro­ße Kunst.

  7. Fan Wanks dürf­te es in der Tat nach Sich­tung des Kuss­fo­tos zwi­schen Dan­ny und Eric geben. 😀

  8. Ich kann mir vor­stel­len, dass die Schwe­den damit weit nach vor­ne kom­men, weil ich mir vor­stel­len kann, dass die­ser Song vie­len gefällt. Mir gefällt er jedoch irgend­wie gar nicht. Ja, sicher, der Song hat Tem­po und Schmiss und alles, aber irgend­wie fehlt mir da ‘ne gan­ze Men­ge. Zuge­ge­ben, ich ver­mag das nicht zu kon­kre­ti­sie­ren (und nein, der Punkt ist nicht, dass der Song nicht von einer oben her­um gut gebau­ten blon­den Schwe­din gesun­gen wird 😉 ). Mir gefällt’s ein­fach nicht (und das wird ja wohl noch erlaubt sein 😉 ), und des­halb hof­fe ich, dass der ESC nächs­tes Jahr nicht in Zen­tral-Skan­di­na­vi­en statt­fin­den wird.

  9. Gei­lo­mat Die­se Num­mer hat genau das für mich, was Russ­land nicht hat- sie löst das wie­der-hören-will-gefühl bei mir aus. Eric Saa­de hat mich sei­ner­zeit mit Man­boy nicht über­zeugt. Umso schö­ner, dass man ihn rich­ti­ger­wei­se lie­ber mit die­sem song antre­ten lässt.

  10. Oh my God’ wär’s doch gewe­sen. Aber das ewig glei­che Schwe­den­pop­weich­spü­l­er­zeug – ich kann’s lei­der ein­fach nicht mehr hören. Das Intro von ‘Night­flight to Venus’ geklaut – (das mehr als ein Zitat). Wenn die Ber­gen­dah­ler schon im Semi hän­gen­blieb, dann soll­te es ‘Popu­lar’ auch. Mit ist es ein­fach zu hys­te­risch. Aber gut, wenn’s denn sein soll…

  11. Jetzt hat er es tat­säch­lich geschafft Schon im letz­ten Jahr hat er mich mit sei­nem ‘Man boy’ tie­risch genervt, und den dies­jäh­ri­gen Bei­trag fand ich nur unwe­sent­lich bes­ser. Aber Schwe­den schei­nen sowie­so einen völ­lig ande­ren Geschmack zu haben als ich. Jeden­falls sind mei­ne Favo­ri­ten alle auf den hin­te­ren Plät­zen und mei­ne bevor­zug­ten Hass­Sub­jek­te auf den Rän­gen gelan­det. Dabei hät­te ich mich die­ses Jahr sogar wirk­lich für einen der Trash-Schwe­den­schla­ger erwär­men kön­nen. Gegen Lin­da Bengt­zing hät­te ich gar nichts gehabt, aber die wur­de ja auch nur Sieb­te. Mei­ne Gunst hät­ten eher Sara Var­ga oder die Play­to­nes gehabt, auch mit Brol­le hät­te ich mich noch anfreun­den kön­nen …

  12. Fan­fa­vou­rit – sonst nix herr saa­de ist ein ähn­lich hoff­nungs­lo­ser fan­fa­vou­rit wie letz­tes jahr hera björk … die­se nichts­sa­gen­de euro-dance-gedu­del gefällt doch nur schwe­den und hard­core-fans. aus­ser­dem wie soll er denn mit sei­ner mickey-mou­se-quä­ke ohne die beim melo­di­fes­ti­va­len ein­ge­spiel­ten backing-chö­re auch nur eini­ger­ma­ßen über­le­ben? er wäre viel­leicht ein heis­ser tip für den young gay dan­cers con­test … 🙂

  13. ein­ge­rückt Das ist wohl die vor­schrifts­mä­ßi­ge ESC-Rückung gewe­sen ^^ Aber tat­säch­lich hat eine sol­che Num­mer auch dem heu­ri­gen ESC noch gefehlt. Das könn­te durch­aus – wenn es denn gut geht – gut­ge­hen für Schwe­den, nach der letzt­jäh­ri­gen ‘Plei­te’. 🙂

  14. scha­de hey,was ich scha­de fin­de ist,dass rich­ti­gen bal­la­den nicht ins haupt­feld gekom­men sind,wie ELI­SA­BETH ANDRE­AS­SEN oder auch von SIMON FORSBERG!aber,nun ja,das lied von ERIC SAA­DE ist bes­ser als unser bei­trag von LENA

  15. GEKLAUT!!! Ich wun­de­re mich nur, daß die IBU die­sen Titel zuge­las­sen hat.….das Intro ist nun defi­ni­tiv von Boney M’s Ras­pu­tin geklaut.… Schon allein für die­se Dreis­tig­keit: Zero Points!

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