Hals- und Bein­bruch! (HR 2011)

Die in Aschaf­fen­burg gebo­re­ne und jeder­zeit für Hoch­zei­ten und Betriebs­fes­te buch­ba­re, aus­ge­bil­de­te Musci­al-Sän­ge­rin Daria Kin­zer gewann Anfang März in der kroa­ti­schen Dora den Wett­streit gegen den “Fat Boun­cing Man” Jac­ques Hou­dek und wird das Land mit dem Dis­co-Stamp­fer ‘Lahor’ ver­tre­ten, aller­dings in der eng­li­schen Fas­sung mit dem lus­ti­gen Titel ‘Break a Leg’. Unter den drei zur Wahl ste­hen­den Titeln der gol­de­ne Griff (wenn auch nur durch Jury-Schie­bung ins Fina­le gekom­men) – unter den zwei zur Ver­fü­gung ste­hen­den Inter­pre­ten der Griff ins Klo. Egal: Haupt­sa­che nicht noch eine Bal­la­de!

httpv://www.youtube.com/watch?v=rCCdqKkBODU
Wird schon schief gehen!

Die Kroa­ten hat­ten sich für ein sehr lose an Unser Song für Oslo ange­lehn­tes Aus­wahl­ver­fah­ren ent­schie­den und in meh­re­ren Vor­auswahl­run­den eine Hand­voll Kan­di­da­ten mit alten Songs gegen­ein­an­der antre­ten las­sen. Ins heu­ti­ge Fina­le zogen die blass­blon­de, cha­ris­ma­freie Daria Kin­zer und das Dora-Schwer­ge­wicht Jac­ques Hou­dek ein. Sie prä­sen­tier­ten bei­de hin­ter­ein­an­der weg die glei­chen drei Titel, jeweils mit der­sel­ben Cho­reo­gra­fie. Eine drei­köp­fi­ge Jury, unter ande­rem mit dem Botox­mons­ter Seve­r­i­na Vuko­vic, ver­teil­te anschlie­ßend Punk­te. Pro for­ma durf­ten auch Tele­vo­ter anru­fen und für ihre Lieb­lings­per­for­man­ces stim­men. Aller­dings war das Abstim­mungs­ver­fah­ren von vor­ne her­ein so ange­legt, dass dies prak­tisch ein­fluss­los blieb. Denn es kam (vor­her­seh­bar) für bei­de Kan­di­da­ten zum Punk­te­gleich­stand zwi­schen dem Publi­kums­fa­vo­ri­ten ‘Sto­tin­a­ma godi­na’, einer semi-dra­ma­ti­schen Bal­la­de, und dem Jury­fa­vo­ri­ten ‘Lahor’. In die­sem Fal­le hat­te der Geschmack der drei Men­schen in der Jury glück­li­cher­wei­se ein grö­ße­res Gewicht als das der meh­re­ren tau­send Anru­fer, und so per­form­ten bei­de noch mal den Dis­co­song.

httpv://www.youtube.com/watch?v=Z9_flRV0j-E
Die bes­se­re stimm­li­che Per­for­mance, aber ein grau­en­haf­ter Auf­zug: Jac­ques Hou­dek

Umrahmt wur­de die Dar­bie­tung pas­sen­der­wei­se von zwei als Dis­co­häs­chen auf­ge­mach­ten Chor­sän­ge­rin­nen, zwei kna­cki­gen Tän­zern und einem pseu­do­coo­len Pseu­do-DJ, dem es gefiel, aus Grün­den der Abwechs­lung sein gutes Aus­se­hen gele­gent­lich durch das Auf­set­zen einer unmög­li­chen Bril­le zu zer­stö­ren. In der zwei­ten Run­de stimm­te dann nur noch das Publi­kum zwi­schen den bei­den Fina­lis­ten ab. Das hat­te im ers­ten Wahl­gang bereits deut­lich mehr Punk­te an die Blon­di­ne ver­teilt (viel­leicht, weil ihre lan­gen Haa­re so schön im caro­laesken Wind­ma­schi­nen­sturm weh­ten), und dabei blieb es auch. Über­ra­schend prä­sen­tier­te Daria bei der Sie­ger­re­pri­se dann eine eng­lisch­spra­chi­ge Fas­sung des ziem­lich durch­schnitt­li­chen und von ihr eher lei­den­schafts­los vor­ge­tra­ge­nen Dis­co­songs. Aus ‘Lahor’ (‘Bri­se’) wur­de ‘Break a Leg’ (‘Hals- und Bein­bruch’). Mal schau­en, ob sie das noch in die Cho­reo­gra­fie mit ein­baut…

Im Nach­gang wur­de der Song auf­ge­pimpt und klingt jetzt noch etwas mehr nach Rum­mel­platz­mu­sik (was ich als posi­ti­ves Qua­li­täts­merk­mal ver­ste­he!). Auch am Text bas­tel­ten die Kroa­ten rum – statt des außer­halb des angel­säch­si­schen Rau­mes viel­leicht doch etwas miß­ver­ständ­li­chen ‘Break a Leg’ heißt es nun ‘Cele­bra­te’ – Schweiz 2004, anyo­ne?

httpv://www.youtube.com/watch?v=60qqMWdwjUQ
In the Dorf­dis­co: Daria

8 Gedanken zu “Hals- und Bein­bruch! (HR 2011)

  1. Inter­es­se ver­lo­ren Was die Wahl des Inter­pre­ten betrifft, muss ich Dir recht geben. Aber das Lied? Nor­ma­ler­wei­se bin ich ja dafür bekannt, dass ich eher den Geschmack der Juries tei­le, aber dies­mal hät­te ich sie stei­ni­gen mögen! Das schlimms­te Lied aus­ge­wählt, wäh­rend das Publi­kum den rich­ti­gen Rie­cher hat­te (zuge­ge­ben, so rich­tig hat bei mir kei­nes der Lie­der gezün­det), und dann noch durch merk­wür­di­gen Tie-Break gewon­nen. Von dem Moment an war mir egal, wer von den bei­den den Schrott sin­gen soll …

  2. Würg. Sor­ry, aber das ist so gar nicht meins. Weder das Lied noch die Stim­me. Ja, mehr Uptem­po­num­mern wären schön – aber bit­te nicht sowas.

  3. Ich find’s eigent­lich so weit okay, käme bei mir bis­her in die mitt­le­ren Punk­te­rän­ge (Aus­seh-Bonus­punk­te mit­ge­rech­net 😉 )…

  4. belie­bi­ger 90er-dis­co-sound. könn­te auch von über­all her (nicht) kom­men. schlecht ist es nicht, die kroa­ti­sche spra­che hat­te dem stück sogar noch einen gewis­sen dri­ve ver­passt, aber gut? wie heu­er so oft: fehl­an­zei­ge. kroa­ti­en ist ja mein abso­lu­tes esc-lieb­lings­land; ich den­ke, ‘break a leg’ dürf­te in der lis­te des­sen bei­trä­ge erst­mal die rote later­ne ein­neh­men. spricht wohl noch mehr für kroa­ti­en als gegen das lied.

  5. Im Ori­gi­nal gar nicht übel, aber durch die Trans­for­ma­ti­on in eng­li­sche bleibt nur ein 08/15 Song übrig. Sie wird eher durchs Aus­se­hen Punk­te sam­meln kön­nen.

  6. 😆 Mein Favo­rit heu­er!! Habe inzwi­schen vie­le Lie­der für Song­kon­test ange­hört, dies ist unter den bes­ten 5! Bra­vo Kroa­ti­en!

  7. Also Beginn und Stro­phen fin­de ich noch ganz anspre­chend, der Refrain ist ein biß­chen sehr seicht gera­ten. Ich glau­be, das wird nichts.

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