Hip Pop Hooray! Ho! Hey! (AM 2001)

Hurra! Endlich ein richtiger Popsong für Düsseldorf! Die Armenier entschieden sich soeben unter vier Titeln für den fabelhaften Eurodance-Knaller ‚Boom Boom‘. Da werden Erinnerungen an goldene Vengaboys-Zeiten wach!

httpv://www.youtube.com/watch?v=HVa9NzXlVpA
Boom boom tschakka tschakka, my Love is Laka Laka – ja, den verrückten Bosnier lieben wir doch alle!

Bereits seit Dezember stand fest, dass das Land der Aprikosen die Sängerin Emmy nach Düsseldorf schickt. Emmy nahm bereits 2010 an der armenischen Vorentscheidung teil, unterlag aber Eva Rivas. Für den Song wählte das armenische Fernsehen unter insgesamt 40 Einsendungen vier Titel aus, die heute in der Show Eurostuhl (immer wieder lustig) vorgestellt wurden, nach dem das ursprünglich für den 26. Februar geplante Finale aufgrund eines tragischen Vorfalls (Emmys Vater starb vor wenigen Tagen) verschoben werden musste. Einen der vier Songs, leider den lahmsten, schrieb der Deutsche Martin Kesici, dem ein oder anderen vielleicht noch bekannt aus der relativ erfolglosen SAT-1-Castingshow Star Search. Was um so erstaunlicher erscheint, da Kesici einen türkischen Vater hat und die Armenier bekanntlich auf die Türken nicht all zu gut zu sprechen sind.

httpv://www.youtube.com/watch?v=u8Bf_Di8olQ
Und hier der Fan-Favorit ‚Ayo‘. Tut mir leid, ich finde, Armenien hat richtig gewählt!

Die Entscheidung für ‚Boom Boom‘ kam (augenscheinlich selbst für die Sängerin) ein wenig überraschend, hatten sich alle Fans und Beobachter im Vorfeld bereits auf den RnB-Dance-Song ‚Ayo‘ als klaren Siegertitel festgelegt, der beim Eurovisionsfinale in Düsseldorf sicherlich auch größere Chancen gehabt hätte. Armenische Eurovisionsfans reichten gar einen offiziellen Protest ein und forderten eine Annullierung des Ergebnisses. Doch anscheinend möchte man auch in Jerevan im nächsten Jahr (noch) nicht den Contest austragen und entschied sich daher für fabelhaften Eurodancetrash mit so sensationellen Textzeilen wie „Boom Boom Tschakka Tschakka“. Und ich freu mich wie ein Keks, war das doch auch mein Lieblingstitel im heutigen Feld und ohne jede Frage deutlich besser als 90% der in anderen Ländern bereits ausgewählten Beiträge!

httpv://www.youtube.com/watch?v=_NXxq2oAbLg
Der offizielle Videoclip mit Arthur Abraham (sabber!) und dem ESC-Remix

Nachtrag 15.04.: Mittlerweile gibt’s auch ein professionelles Musikvideo zu dem Song, gedreht offensichtlich rund ums Brandenburger Tor in Berlin und basierend auf dem bei „Boom Boom“ nahe liegenden Thema Boxen. Was sich nicht zuletzt in der Mitwirkung des in Armenien geborenen und heute in Berlin lebenden, atemberaubend gutaussehenden Boxers Arthur Abraham im Video niederschlägt. Alles, was Recht ist: der dürfte jederzeit mit mir „Boom Boom“ machen!

22 Gedanken zu “Hip Pop Hooray! Ho! Hey! (AM 2001)

  1. Songtitel Bei esctoday haben sie gerade die Titel der vier Lieder reingestellt. Sie heißen: Ayo Hi Boom boom Goodbye Ich hoffe wirklich, die Armenier stecken ein bisschen mehr Kreativität in den Song. Bei den Titeln fehlt diese spezielle Zutat nämlich komplett.

  2. Emmy – Ayo! Hier könnt ihr euch die Songs anhören – Ayo ist natürlich der einzig mögliche Gewinnersong. Über die anderen Titel rede ich lieber nicht. Die sind offensichtlich Füllware. http://www.eurovision.am

  3. Keine Überraschung Ich habe es erwartet. Der Song ist eingängig und fröhlich. Der nimmt einen mit, ob man will oder nicht. Ich will!

  4. wieder so ein Durchschnittszeugs Nach den Vorab-Veröffentlichungen habe ich eigentlich auf Ayo gehofft, den einzig charakteristischen Titel. In der Darbietung hat mir dann Good-Bye besser gefallen. Aber DASDA??? Zweitschlimmste Wahl. Zwar eingängig, aber eben auch einfallslos.

  5. najaaaaa also man ist ja schon dem Herrn auf Knien dankbar, wenns mal keine Ballade gibt und zugegeben – fröhlich kommts daher. Leider hat man es nach dem hören auch schon ganz schnell wieder vergessen, setzt sich das Opus doch auch mehreren grundverschiedenen Melodieansätzen zusammen, die zusammen leider so gar keine Melodie werden wollen. Obs das Tschakatschaka letztlich reisst… wir werden sehen. Finalteilnahme dürfte sicher sein. :confused:

  6. Bumm bumm tschacka tschacka… Und so was findet der Hausherr allen ernstes ‚fabelhaft‘?

  7. Nur weil der Sieg für mich keine Überraschung war und der Song für mich durchaus unterhaltsam ist (fehlt nur noch eine campe Bühnenshow), heißt das noch lange nicht, dass ich das Lied als solches für gelungen halte. Die vielen Daumen herunter verstehe ich daher gar nicht. Aber scheinbar haben hier wohl nicht alle Ohren für gut gemachten Trash. 😉

  8. Ich kann ja verstehen, wenn bei dem ganzen Balladen- und Midtempo-Zeug so langsam eine Art Starre einsetzt, aber wo war bei diesem sogenannten Lied bitte die Melodie? Oder wollen die Armenier ernsthaft auf der lyrischen Kraft des Textes ins Finale surfen? Sorry, liebe Armenier, aber Yerevan 2012 ist damit in sehr weite Ferne gerückt…

  9. Song Contest? Sorry, Textezeilen wie ‚Boom boom tschakka tschakka‘ sind schlicht primitiv und selbst beim JESC peinlich. Ich fühle mich von sowas schlicht verar****.

  10. Eurostuhl – Nomen est eben manchmal wenigstens ein bißchen Omen… Armenia, two points (weil Emmy ja ganz knuffig ausschaut 😉 )

  11. das ist billig, unoriginell und mit abstand der schwächste armenische beitrag bis dato. zwar wäre das jedes stück aus der gestrigen ve-sendung gewesen, aber mit ‚ayo‘ oder ‚hi‘ hätte man sich wenigstens in die weiten des dunklen mittelmaßes gestürzt und damit sicher einen finalplatz ergattert. mit ‚boom-boom‘ könnte es knapp werden, das lied wird auch erst mit mehrmaligem hören erträglicher.

  12. ‚Sicher einen Finalplatz ergattert‘? Das ist Armenien. Die könnten auch drei Minuten lang einen Staubsauger laufen lassen und kämen wahrscheinlich ins Finale. Wobei mir gerade auffällt, dass die westeuropäischen Freunde Armeniens (Frankreich, Benelux) im anderen Semi abstimmen werden. Hm…

  13. Ist das eine Fangfrage? Armenien gehört zu den ganz Großen der Diaspora. Die müssen sich für einen Finaleinzug in etwa so sehr anstrengen wie die Türkei oder Griechenland.

  14. nunja, bisher kamen aus armenien massentaugliche mischungen aus authentizität (ethno/folklore) und mainstream-pop, der erfolg (*auch* bei der diaspora) war vorsehbar. inwieweit boom-boom-chacka-lacka nun emmigrierte landsleute und andere zuschauer zu den telefonen locken kann, bleibt abzuwarten. hinzu kommt, dass die traditionellen punktegeber nicht mitabstimmen dürfen und das lied bei den meisten wohl einige hörgänge braucht. viele zuschauer hören die beiträge am semi-abend aber zum ersten mal. zudem bestimmt zu fast 50% auch noch eine kleine ‚jury‘ über die finalisten. ich sehe die ausgänge der halbfinals derzeit als ziemlich offen.

  15. uff… …mein Weltbild ist wiederhergestellt: nach zahllosen anderen Meinungen dieses Jahr stimme ich wieder mit Oliver ueberein – und liebe das hier in ganz laecherlicher Art. Natuerlich ist ‚boom boom tschakka tschakka‘ keine grosse Kunst, aber die Titelzeile wird einem doch so erbarmungslos eingehaemmert, dass man keine andere Wahl hat, als sich hieran zu erinnern. DAs mit der zu erwartenden Hochglanzshow, wie sie Armenien wie nur wenige zu produzieren in der Lage und willens sind – nein, das ist ein sicherer Finalteilnehmer. Denn schliesslich: was ist falsch an einem gut geschnittenen Staubsauger mit zwei gut gebauten Taenzern mit blankem Oberkoerper und viel Flitterkram dabei? 😀

  16. Und billg, ey, da stehst Du doch drauf Ja, findet er. Allen ernstes. Zumal das ja eine heimliche Liebeserklärung an einen der besten bosnischen Teilnehmer aller Zeit ist: Boom Boom Tschakka Tschakka, your Love is Laka Laka… 😀

  17. Anti-Song Naja, es ist nicht schlechter oder höherwertiger als etwa Haba Haba, aber ich sehe den ESC immer noch als SONG contest und da gibt es, glaube ich, keinen Zweifel, dass der Song musikalisch unterirdisch ist. Eine gute Performance werden sie auch brauchen, um diese Schwäche zu überdecken. Aber einen song contest mit anti songs zu bestücken, halte ich für problematisch.

  18. Widerspruch! Ein Song (= ein Lied) ist in allererster Linie ein Stück Unterhaltung. Ich persönlich bemesse die Qualität eines Songs also danach, wie sehr oder wenig er mich unterhält. Und nach diesem Maßstab ist Boom Boom von sehr viel höherer Qualität als z.B. der österreichische oder französische Beitrag. Denn ich fühle mich von Boom Boom bestens unterhalten und kriege beim Anhören sofort gute Laune, während beispielsweise Nadine Beiler und ihr Lied mich lediglich deprimiert und langweilt. Das französische Geknödel – das ist für mich ein ‚Anti-Lied‘ (wenn es so was überhaupt gibt)… Du wirst da andere Maßstäbe haben und Dich von anderen Liedern gut unterhalten fühlen als ich. Ist ja auch okay so. Was ich nur sagen will, ist, dass es für Musik nun mal keinen objektiven Qualitätsmaßstab gibt, sondern deren Beurteilung immer subjektiv ist. Es geht immer nur um ‚gefällt mir‘ oder ‚gefällt mir nicht‘. Und mir gefällt Boom Boom nun mal!

  19. Gute Laune Ja okay. Das ist jetzt wirklich kein Siegertitel. Aber gute Laune bekomme ich dabei tatsächlich auch. Und das ist eine nicht zu unterschätzende Qualität.

  20. Okay… …da muss ich meine Worte schlucken. Armenien hat tatsächlich (und meines Erachtens verdient) erstmals das Finale verpasst – um einen Punkt, aber egal. Ganz so schlimm ist das mit den Staubsaugern also doch nicht – außer in Griechenland, die Diaspora scheint noch gut zu funktionieren. 😉

Oder was denkst Du?