Ab 2012: Ver­bot des inter­nen Vor­ent­scheids?

Das Regel­werk der EBU ist bekannt­lich umfang­reich und kom­pli­ziert. Doch aus den natio­na­len Vor­ent­schei­dun­gen hielt sich der Sen­der­ver­bund bis­lang her­aus – aus gutem Grund. Damit soll nun Schluss sein: “es gibt einen Beschluss, dass im nächs­ten Jahr alle Teil­neh­mer durch das Publi­kum aus­ge­wählt wer­den müs­sen”, so der deut­sche Unter­hal­tungs­chef Tho­mas Schrei­ber im FAZ-Inter­view mit Deutsch­lands A-Lis­ten-Blog­ger Ste­fan Nig­ge­mei­er (unbe­dingt lesen: das Dus­log). Aus­ge­rech­net am Bei­spiel der bri­ti­schen Boy­band Blue, mei­nes Erach­tens einer der stärks­ten Anwär­ter auf den Sie­ger­thron 2011, kri­ti­siert er, dass “ein ein­zel­ner BBC-Redak­teur ent­schei­det, wel­che Band mit wel­chem Lied da antritt”. Ziel der Neu­re­ge­lung sei es, “aus der Iro­ni­sie­rung und dem rein folk­lo­ris­ti­schen Ele­ment her­aus­zu­kom­men”, wozu auch die Wie­der­ein­füh­rung der Jurys bei­tra­gen habe. Guter Gott, das ist auf so vie­len Ebe­nen falsch, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfan­gen soll!


Folk­lo­ris­tisch? Nur iro­nisch zu rezi­pie­ren? Blue (UK)

Da ich die von Tho­mas Schrei­ber skiz­zier­te Neu­re­ge­lung für einen ganz schö­nen Ham­mer hal­te – und mal unter­stel­le, dass sie tat­säch­lich der Beschluss­la­ge ent­spricht, wenn er schon in die Welt hin­aus­po­saunt – will ich auf die Kern­sät­ze des Nig­ge­mei­er-Inter­views näher ein­ge­hen. Nach län­ge­rem Vor­ge­plän­kel, war­um der Euro­vi­si­on Song Con­test 2011 in Düs­sel­dorf natür­lich der größ­te, schöns­te, bes­te wird, wirft Nig­ge­mei­er die pro­vo­kan­te Fest­stel­lung ein: “Die­ser phan­tas­ti­sche Auf­wand – und dann kommt die­se läp­pi­sche Musik.” Was nun gera­de in die­sem Jahr tat­säch­lich in wei­ten Tei­len zutrifft. Schrei­ber: “Für die Lie­der ist jedes ein­zel­ne Land ver­ant­wort­lich. Und wir kön­nen nur ver­su­chen, denen die bes­te Platt­form zu bie­ten. Ob jeder Song zeit­ge­nös­sisch für das Jahr 2011 steht, ist eine ande­re Fra­ge.” Eigent­lich nicht: außer dem deut­schen, dem bri­ti­schen und dem rus­si­schen Bei­trag stammt nichts wirk­lich aus die­sem Jahr­zehnt (oder gar Jahr­tau­send). Ande­rer­seits: wenn ich einen Blick auf die aktu­el­len Pop­charts wer­fe (was ich zuge­ge­be­ner­ma­ßen immer sel­te­ner tue), sehe ich dort auch kaum bahn­bre­chend Neu­es. Eher Retro aller­or­ten. Lady Gaga imi­tiert die kal­ku­liert rebel­li­sche Madon­na der frü­hen Neun­zi­ger, Duck Sau­ce lan­den mit einem stein­al­ten Boney-M-Riff einen Mega­knal­ler und J-Lo covert aus­ge­rech­net die Acht­zi­ger­jah­re-Som­mer­hit­pest ‘Lam­ba­da’ und gene­riert damit einen Num­mer-Eins-Hit.… Und da soll nun gera­de der Grand Prix inno­va­tiv vor­an­ge­hen? Im Ernst?


Fabel­haft: Sher­ry Vine par­odiert die Madon­na-Par­odis­tin Lady Gaga

Nig­ge­mei­er: “Die­se Dis­kre­panz ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer grö­ßer gewor­den. Tech­nik, Insze­nie­rung, das alles ist inzwi­schen Sta­te of the Art. Aber die Musik kann fast nur iro­nisch kon­su­miert wer­den.” Nun stimmt zwar der ers­te Teil die­ser Aus­sa­ge: der insze­na­to­ri­sche Auf­wand und die Per­fek­ti­on der Dar­bie­tun­gen beim ESC erstaunt selbst Nicht-Fans. Dass die beim Grand Prix dar­ge­bo­te­ne Musik indes fast nur iro­nisch kon­su­miert wer­den kann – nun, das war schon immer so. Seit 1956. Es gab bes­se­re Zei­ten (in den Sieb­zi­gern und um die Jahr­tau­send­wen­de), wo man näher am Charts­ge­sche­hen war und schlim­me­re (im tie­fen Tal der Trä­nen der Neun­zi­ger). Aber grund­sätz­lich ist es die köst­li­che, ja herr­li­che Dis­kre­panz zwi­schen dem irr­sin­ni­gen Auf­wand des Wett­be­werbs­spek­ta­kels, sei­ner for­ma­len Stren­ge und fast staats­tra­gen­den Schein­re­le­vanz und der, wol­len wir es mal vor­sich­tig for­mu­lie­ren, inhalt­li­chen Unbe­schwert­heit der dar­ge­bo­te­nen Lie­der, die uns beim Euro­vi­si­on Song Con­test so viel Spaß beschert. Ja, es geht um Trash! Ja, es geht um “typi­sche” Grand-Prix-Musik! Ja, es geht um Iro­nie! Das macht den Grand Prix aus! Natür­lich nicht aus­schließ­lich: selbst­ver­ständ­lich soll­te das Grund­be­stre­ben dahin gehen, aktu­el­le, charts­taug­li­che Pop­mu­sik zu bie­ten. Aber erst das Schei­tern am eige­nen inhalt­li­chen Anspruch macht die­se Show am Ende ja so lie­bens­wert.


Ohne sol­ches Trash-Spek­ta­kel wäre der ESC doch lang­wei­lig! (BG 2009)

Schrei­ber indes sieht das anders: “Ich hof­fe, dass das immer weni­ger wird. Nur wenn der ESC musi­ka­lisch ernst genom­men wird, hat er auch aus mei­ner Sicht eine ernst­zu­neh­men­de Zukunft. Das kann die größ­te Show der Welt wer­den. Aber nur dann, wenn die ein­zel­nen Län­der, und auch die, die für die Pop­mu­sik wich­tig sind, das ernst neh­men. Dazu gehört auch, dass nicht ein ein­zel­ner BBC-Redak­teur ent­schei­det, wel­che Band mit wel­chem Lied da antritt.” Nun ist gera­de Groß­bri­tan­ni­en ein Para­de­bei­spiel dafür, war­um es eine gute Ent­schei­dung sein kann, auf einen Publi­kums­ent­scheid zu ver­zich­ten. Bei den bri­ti­schen Zuschau­ern näm­lich gilt der Wett­be­werb in einem noch viel stär­ke­ren Maße als hier­zu­lan­de als Trash-Event. Dort ist es Usus, die Show alko­ho­li­siert anzu­schau­en und bei jeder Rückung oder immer, wenn Zypern Grie­chen­land 12 Punk­te gibt, noch einen Schnaps hin­ter­her zu gie­ßen. Der bri­ti­sche Buch­au­tor Tim Moo­re beschrieb die Ein­stel­lung der Bri­ten zum Grand Prix mal sinn­ge­mäß so: wir haben der Welt die Pop­mu­sik geschenkt und betrach­ten nun jedes Jahr mit Schau­dern, was Euro­pa damit anstellt. Läßt man sei­nen Lands­leu­ten die freie Wahl, ent­schei­den die sich beim Vor­ent­scheid absicht­lich für Spaß-Acts wie Jemi­ni oder Scootch (die ich bei­de toll fand!). Gera­de weil die BBC end­lich von dem Trash-Image weg will, direkt­no­mi­nier­te sie die­ses Jahr einen ernst zu neh­men­den Popact, den ers­ten bri­ti­schen Euro­vi­si­ons­act seit Kat­ri­na & the Waves (1997), der bereits vor sei­ner Teil­nah­me euro­pa­weit Plat­ten ver­kauf­te. Einer Vor­auswahl hät­ten sich Blue auch erst gar nicht gestellt. Und selbst Schrei­ber gibt zu, dass “vie­le der Band Blue gute Chan­cen vor­aus­sa­gen”.


Fly­ing the Fag: Scooch (UK, Platz 22)

Schrei­ber wei­ter: “Wir haben schon das Ziel, aus der Iro­ni­sie­rung und dem rein folk­lo­ris­ti­schen Ele­ment her­aus­zu­kom­men.” Und so sehr ich dem NDR-Mann zustim­me, dass es für das Über­le­ben des Mega-Events ent­schei­dend ist, als rele­van­ter Pop-Event wahr­ge­nom­men zu wer­den und aus­rei­chend zeit­ge­nös­si­sche Musik zu bie­ten, so liegt doch gera­de in der Fest­le­gung auf eine Publi­kums­aus­wahl hier­in kein unbe­dingt taug­li­ches Mit­tel. Seit es den Euro­vi­si­on Song Con­test gibt, expe­ri­men­tie­ren die teil­neh­men­den natio­na­len TV-Anstal­ten Jahr für Jahr mit ihren Vor­ent­schei­dungs­for­ma­ten. Man­che, wie Schwe­den, haben ihren Weg gefun­den – dort ist das Melo­di­fes­ti­va­len popu­lä­rer als der Grand Prix selbst. Was auch mit dem in den letz­ten Jah­ren meist unter­durch­schnitt­li­chen Abschnei­den der vom schwe­di­schen Publi­kum ver­bro­che­nen Fehl­ent­schei­dun­gen (natür­lich gibt es da Aus­nah­men, wie in die­sem Jahr) beim Wett­be­werb zusam­men­hängt. Auch die ARD hat doch schon ihre Erfah­run­gen mit einem sto­isch auf Sie­gel abon­nier­ten TV-Publi­kum gemacht! Und gera­de wir haben doch nun in den zurück­lie­gen­den 55 Jah­ren so gut wie jedes nur irgend erdenk­li­che For­mat durch­pro­biert, ein­schließ­lich eini­ger Direkt­no­mi­nie­run­gen. Und, wo wir gera­de beim The­ma sind: hat­ten denn die Deut­schen in die­sem Jahr tat­säch­lich die Wahl? Was die Inter­pre­tin anging, sicher nicht – und auch die Song­aus­wahl war ja so gestal­tet, dass eigent­lich nur ein Titel gewin­nen konn­te…


Eine deut­sche Direkt­no­mi­nie­rung und 1977 aber so was von zeit­ge­mäß: Sil­ver Con­ven­ti­on

Nun will ich sicher nicht der Direkt­no­mi­nie­rung das Wort reden. Auch ich fin­de es schö­ner, wenn das Publi­kum sei­nen Ver­tre­ter für den Grand Prix frei wäh­len kann. Und für die Iden­ti­fi­ka­ti­on im Lan­de ist es sicher auch vor­teil­haf­ter. Aber ich habe ein Pro­blem damit, wenn die EBU jetzt auch noch bei den Vor­ent­schei­den den Teil­neh­mer­län­dern ein ein­heit­li­ches Kon­zept über­stül­pen möch­te. Ich emp­fin­de die augen­blick­li­che Viel­falt der Vor­ent­schei­dungs­kon­zep­te als unge­heu­re kul­tu­rel­le Berei­che­rung! Und das gilt auch und gera­de für die geschei­ter­ten, für die kor­rup­ten, für die kata­stro­pha­len Kon­zep­te. Kann man aus ihnen doch zumin­dest ler­nen, wie man es bes­ser nicht macht! Ich gebe ganz offen zu: gera­de seit die tech­ni­schen Seg­nun­gen des Inter­nets dies so bequem ermög­li­chen, schaue ich die natio­na­len Vor­ent­schei­dun­gen auch der ande­ren Län­der bei­na­he schon lie­ber an als das Con­test-Fina­le selbst. Gera­de auch wegen der dort ver­tre­te­nen Viel­falt, von den Kon­zep­ten über die Teil­neh­mer und die unter­schied­li­chen Pro­duk­ti­ons­stan­dards. Und natür­lich auch, weil die bes­ten (sprich: die am ehes­ten iro­nisch zu rezi­pie­ren­den) Bei­trä­ge in aller Regel in den Vor­ent­schei­dun­gen hän­gen blei­ben.


Anstel­le die­ser extrem zeit­ge­mä­ßen Atzen­mu­cke ent­schie­den sich die Ösis für einen grau­en­vol­len Céli­ne-1989-Auf­guss. Na bra­vo!

Aber wie dane­ben in sei­nen Ein­schät­zun­gen Schrei­ber liegt, illus­triert er abschlie­ßend mit die­sem Satz: “Wich­tig war auch die Wie­der­ein­füh­rung der Jurys. Das kann man dar­an sehen, dass Nor­we­gen und Deutsch­land gewon­nen haben.” Nun hät­ten Rybak und Lena, wie die unver­schäm­ter­wei­se erst Mona­te spä­ter ver­öf­fent­lich­ten getrenn­ten Zah­len bewie­sen, ja gera­de bei einem rei­nen Tel­e­vo­ting eben­so ein­deu­tig und haus­hoch gewon­nen! Den ein­zi­gen meß­ba­ren Effekt, den die Jurys 2010 hat­ten, war das skan­da­lö­se Schei­tern von Kuun­kuis­ka­jaat im Semi. Weder ver­hin­der­ten sie (übri­gens durch­gän­gig gerecht­fer­tig­te) hohe Plat­zie­run­gen für die Dia­spor­a­vo­ting-Welt­meis­ter Tür­kei, Grie­chen­land, Arme­ni­en und Aser­bai­dschan, noch erkämpf­ten sie einen akzep­ta­blen Rang für den zeit­ge­mä­ßen fran­zö­si­schen Bei­trag ‘Allez! Ola! Olé!’. Ihren argu­men­ta­ti­ven Zweck einer effek­ti­ven Ver­hin­de­rung des Block­vo­tings, gera­de aber auch die von Schrei­ber behaup­te­te Stär­kung aktu­el­ler, chart­fä­hi­ger Musik haben die Jurys somit nun nach­weis­lich gera­de nicht erfüllt! Und ich bin mal auf die öffent­li­chen Reak­tio­nen gespannt, wenn es erst­mals abwei­chen­de Jury- und Publi­kums­sie­ger gibt. Gera­de 2011, wo kein ein­deu­ti­ger Favo­rit im Vor­feld schon fest­steht, könn­te das span­nend wer­den, wenn – um mal ein Bei­spiel zu kon­stru­ie­ren – die TV-Zuschau­er sich mehr­heit­lich für Blue ent­schei­den, die Jury aber Amau­ry Vas­si­ly den Vor­zug gibt. Dann wür­de näm­lich genau die­se Rol­le rück­wärts dazu füh­ren, den Wett­be­werb lächer­lich zu machen und weg vom ernst zu neh­men­den Pop­event zu füh­ren!

20 Gedanken zu “Ab 2012: Ver­bot des inter­nen Vor­ent­scheids?

  1. Ich ver­steh dich nicht Ich kann dich lei­der nicht ver­ste­hen, war­um du kri­ti­sierst, das es ab 2012 kei­ne inter­ne Aus­wah­len mehr geben soll? Du bist doch der­je­ni­ge die Ein­füh­rung der Juries am meis­ten kri­ti­siert hat. Ich fin­de auch, das die Zuschau­er eines Land bei der Aus­wahl des Künst­lers oder Songs, oder bei­dem betei­ligt wer­den sol­len. Es ist doch fest­zu­stel­len, das bei einer inter­nen Vor­auswahl das Inter­es­se am ESC in dem betref­fen­den Land total sinkt. Auch wenn man mit der Ent­schei­dung bei einer VE nicht immer zufrie­den sein muß. So kann ich sie eher akzep­tie­ren, als wenn mir im stil­len käm­mer­lein von alten Säcken ein Künst­ler und ein Song vor die Nase gesetzt wird. Sie­he 2009 in Deutsch­land. Kein Mensch hat­te sich damals für den deut­schen Bei­trag inter­es­siert. Ich sehe das als sinn­vol­le Neue­rung.

  2. Da stimmt was nicht… Der ESC 2011 soll ‘der gröss­te, schöns­te, bes­te’ wer­den? Mit Judith Rakers bestimmt nicht, wie wir bei der Aus­lo­sung der Start­plät­ze amü­siert gese­hen haben…

  3. Ich will sicher nicht der Direkt­no­mi­nie­rung das Wort reden. Auch ich fin­de es schö­ner, wenn das Publi­kum sei­nen Ver­tre­ter für den Grand Prix frei wäh­len kann. Und für die Iden­ti­fi­ka­ti­on im Lan­de ist es sicher auch vor­teil­haf­ter. Aber ich habe ein Pro­blem damit, wenn die EBU jetzt auch noch bei den Vor­ent­schei­den den Teil­neh­mer­län­dern ein ein­heit­li­ches Kon­zept über­stül­pen möch­te. Und ich möch­te nicht auf Acts wie Blue oder Dino Mer­lin ver­zich­ten, nur weil die EBU jetzt den Län­dern die Direkt­no­mi­nie­rung ver­bie­tet! Das soll­te ein­fach, wie bis­her, jedes Land für sich selbst ent­schei­den kön­nen, was es in die­sem Jahr machen will. Die ARD kann ja per Publi­kums­vo­ting suchen, find ich ja auch gut. Aber wenn z.B. die BBC sagt, wir brau­chen die­ses Jahr einen gro­ßen Namen und den krie­gen wir nur über Direkt­no­mi­nie­rung, dann soll­ten sie das auch machen dür­fen.

  4. Doch, stimmt schon. was??? Judith Rakers ist neben Nadia Has­naoui die ein­zi­ge Mode­ra­to­rin seit 1998, die mit annehm­ba­rem und flüs­si­gem Eng­lisc­jh punk­ten kann. Und zum The­ma Inter­ne Aus­wahl: Dino – Alex­spatz – Lena – Blue – Kati – Amau­ry – Rapha­el Gualaz­zi … was will man mehr??? und auf sol­che (durch Tel­e­vo­ting sieg­rei­che) Acts wie Homens da Luta oder Sig­gis Ban­de hät­te ich 2011 gut und gern ver­zich­ten kön­nen.

  5. Ich kann’s nicht mehr hören Vor­ab: in der Sache sind wir uns ja durch­aus einig. Ich fin­de es zwar eine gute Idee, durch öffent­li­che Aus­wahl eine stär­ke­re Bin­dung zwi­schen ‘Wahl­volk’ und Titel/Interpret zu schaf­fen und auch die Ver­an­stal­tung selbst bekann­ter zu machen (in unse­rer jün­ge­ren Geschich­te ein­deu­tig doku­men­tiert im Unter­schied zwi­schen etwa ASOS und Lena), aber ob man das so macht, das soll doch bit­te­schön jedes Land gern selbst ent­schei­den. ABER: die hier im Begleit­text ange­führ­ten Aus­sa­gen regen mich wahn­sin­nig auf. Was soll denn die­se ste­reo­ty­pe For­de­rung von ‘zeit­ge­nös­si­schen’ Titeln??? Mir ist doch sch…-egal, aus wel­chem Jahr­hun­dert ein Musik­stück kommt, wenn es nur gut (was immer das sei), ori­gi­nell oder irgend­wie beson­ders ist. Und ins­ge­samt die Viel­sei­tig­keit (gro­ße Band­brei­te) gewähr­leis­tet ist. Wenn ich mir die Charts so anhö­re, ist das das kras­se Gegen­teil. Nicht, dass da alles schlecht wäre, aber das ist doch größ­ten­teils Ein­heits­sauce und eben nicht beson­ders ori­gi­nell. Daher emp­fin­de ich das dau­ern­de Geschrei nach Titeln, die ‘charts­taug­lich’, ‘in unse­rer Zeit ange­kom­mem’ o.ä. sind, als abso­lut kon­tra­pro­duk­tiv. Soll doch ruhig jemand mit Gre­go­ria­nik oder 12-Ton-Musik anrü­cken. Der Erfolg misst sich hin­ter­her in der Wäh­ler­wer­tung. Was die ‘Charts­taug­lich­keit’ betrifft, fin­de ich aller­dings das Ver­hal­ten fast all unse­rer Radio­sen­der kata­stro­phal, sich ESC-Titeln anschei­nend kon­se­quent zu ver­wei­gern. Genau das ist auf dem Bal­kan und in Ost­eu­ro­pa eben anders. Da lau­fen die Titel zur Haupt­sen­de­zeit, und die Play­list von Bal­ka­ni­ka TV ent­hält dut­zend­wei­se alte und neue Titel von aus dem ESC bekann­ten Stars (!). Da braucht sich nie­mand wun­dern, wie­so die oft­mals so erfolg­reich sind. Da steht das ‘Wahl­volk’ ein­fach dahin­ter. Da braucht es kei­ner­lei Ver­schwö­rungs­theo­ri­en.

  6. @Def: Vol­le Zustim­mung von Anfang bis Ende. Dafür hät­te ich am liebs­ten zwei oder drei Dau­men-rauf gege­ben.

  7. No Jury, no Lena, Blue ect… Ich bin kon­se­quent gegen die Jurys – also auch bei den VEs. Gera­de ein Ver­tre­ter des NDR soll­te aller­dings mit Kri­tik vor­sich­tig sein, hat doch eine deut­sche Jury den Hor­ror von 2009 zu ver­ant­wor­ten und auch die­ses Jahr – ob nun auf ‘Wunsch’ (=Druck) von Raab oder nicht – wur­den wir von der Inter­pre­ten­wahl aus­ge­schlos­sen! Auch wenn mir bewusst ist, dass eine Jury ab und zu auch mal eine gute Ent­schei­dung tref­fen kann – beson­ders oft z.B. in Frank­reich – soll­ten die Zuschau­er selbst ent­schie­den, wen sie beim ESC sehen wol­len. Ich bin mir sicher, dass Amau­ry auch eine franz. VE gewon­nen hät­te. Wer kei­nen Trash in sei­ner VE haben will, muss sol­che Bei­tra­ge ja nicht ins Fina­le las­sen und nur ‘qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge’ Songs zur Aus­wahl stel­len. Dann wird das Publi­kum schon die rich­ti­ge Wahl tref­fen. PS: In der Tat sprich die Wahl von ‘Blue’ – bzw. der Hype, den allein der Namen, nicht der Song! – aus­löst gegen die inter­ne Wahl. Wer sich zu fein ist, sich einer Aus­wahl und der Kon­kur­renz zu stel­len, hat beim ESC nichts zu suchen. Eine abge­half­ter­te, schon auf­ge­lös­te, Altherren-‘Boyband’ hat abso­lut kei­nen Grund, sich für etwas bes­se­res zu hal­ten. Eine unbe­kann­te Grup­pe wäre mit die­sem Titel mit Sicher­heit kein Kan­di­dat auf die Top 10, vom Sieg ganz zu schwei­gen. Ich ver­mu­te eher eine Abspra­che zwi­schen BBC und EBU, soll­te das UK wirk­lich gewin­nen – 2012 ist schließ­lich das Jahr der Olym­pia­de in Lon­don, da passt doch die Aus­rich­tung des ESCs ganz gut ins Kon­zept. Ich glau­be nie­mals dass Blue das Zuschau­er­vo­ting gewin­nen wer­den, nie­mand erin­nert sich an sie oder kann gar mehr als 3 ‘Hits’ auf­zäh­len.

  8. Vie­len Dank für die­sen Ein­wurf, Def! Ich glau­be, wir lie­gen auch da gar nicht wirk­lich (weit) aus­ein­an­der. Ich muss ja zuge­ben, dass mich die aku­tel­len Pop­charts ob ihrer Ein­heits­sauce eher lang­wei­len. Und beim Grand Prix sind mei­ne per­sön­li­chen Lieb­lings­ti­tel ja meist gera­de nicht zeit­ge­mä­ße Ware, son­dern dra­ma­ti­sche Bal­kan­bal­la­den oder tra­shi­ger Neun­zi­ger-Euro­dance. Trotz­dem glau­be ich, dass der ESC sich nicht all zu sehr vom aktu­el­len Pop­ge­sche­hen ent­fer­nen darf und dass er aus­rei­chend Bei­trä­ge ent­hal­ten soll­te, die als zeit­ge­nös­sisch wahr­ge­nom­men wer­den. Wenn der ESC nicht mehr als popre­le­van­te Ver­an­stal­tung wahr­ge­nom­men wird (wie es in den Neun­zi­gern schon mal war, den Jurys sei Dank), kommt ange­sichts sei­ner Kos­ten ganz schnell die Fra­ge nach sei­ner Berech­ti­gung wie­der. Im Moment ist das kein drän­gen­des Pro­blem – die Ein­schalt­quo­ten sind gut, die Medi­en neh­men Notiz, die Sie­ger­ti­tel char­ten auch außer­halb des Hei­mat­lan­des. So soll das sein! Aber das ist kein Selbst­läu­fer, das ganz auch wie­der kip­pen, wenn man nicht auf­passt. Und des­we­gen fin­de ich die For­de­rung nach chart­taug­li­chen Titeln wich­tig und rich­tig. Natür­lich nicht nur, nicht alle 43 Stück – es soll ja was für jeden Geschmack dabei sein, auch mei­nen. 🙂 Aber eben auch. Schö­ner Hin­weis mit Bal­ka­ni­ka TV. Das ist unser Nach­teil, dass wir in einem so gro­ßen Land mit so gro­ßem Musik­markt leben, wo es die ver­ma­le­dei­ten For­ma­t­ra­di­os gibt. Da haben es die klei­nen ost­eu­ro­päi­schen Län­der bes­ser, wo es weni­ger Sen­der gibt und dafür dort alles läuft. Bei mir läuft fast kein Radio mehr, ich höre ent­we­der Inter­net­ra­dio (escradio.com) oder Radio Fest­plat­te (iPod).

  9. ent­fernt vom aktu­el­len Pop­ge­sche­hen Natür­lich ist es in mei­nen Augen ein bedau­er­li­cher Tat­be­stand, dass über eine gro­ße Zeit­span­ne der ESC vom aktu­el­len ‘Gesche­hen’ (muss mei­ner Mei­nung nach noch nicht mal unbe­dingt Pop sein. Ich bin da recht offen und prä­fe­rie­re per­sön­lich sowie­so eher Rock) – oder viel­leicht bes­ser: von der brei­ten all­ge­mei­nen Wahr­neh­mung – abge­kop­pelt ver­lief und daher ein Nischen­da­sein führt(e) (im Moment ist die Situa­ti­on ja etwas gemä­ßig­ter) und so (zeit­wei­se berech­tigt) den Ruf des ewig Gest­ri­gen hat(te). Aller­dings lässt sich das wohl kaum lösen durch krampf­haf­te Anbie­de­rungs­ver­su­che (und auch nicht, und das ist wohl das ein­zi­ge, das ich in die­sem Zusam­men­hang an Dei­nen Äuße­run­gen kri­ti­sie­re, durch reflex­haf­tes Abschmet­tern von aus die­sem Rah­men fal­len­den Titeln). Idea­ler­wei­se lie­fe es genau and­rers her­um: Künst­ler (bzw. Län­der) soll­ten mutig das Außer­ge­wöhn­li­che wagen und dadurch im Main­stream neue Trends set­zen! Ich gebe zu, das ist viel­leicht etwas gewagt, könn­te aber funk­tio­nie­ren. Ein Bei­spiel: die gran­dio­se Kom­bi­na­ti­on aus Tech­no- und Folk­lo­re-Ele­men­ten in Stoyan’s und Elitsa’s Getrom­mel für Bul­ga­ri­en 2007 (einer mei­ner per­sön­li­chen All­zeit-Favo­ri­ten) hat zu einer groß­ar­ti­gen Kar­rie­re auch außer­halb Bul­ga­ri­ens (zumin­dest auf dem Bal­kan) geführt. So wünsch­te ich mir das.

  10. Ver­mes­se­ner Mist Die For­de­rung von Schrei­ber ist so absurd wie ver­mes­sen. Nur weil Deutsch­land mal wie­der oben­auf ist beim ESC und einen tren­di­gen Song im Ren­nen hat, wol­len wir den ande­ren gleich wie­der vor­schrei­ben, wie sie’s zu machen haben. Das nervt! Es gibt zig Bei­spie­le für Flops trotz Publi­kums­vo­ting und für Tops trotz Direkt­no­mi­nie­rung – und umge­kehrt. Flops trotz zig Vor­run­den und Tops bei VEs mit drei Songs. Will sagen: letzt­end­lich ist es müßig, ande­ren irgend­ein VE-Kon­zept über­zu­stül­pen; wenn der pas­sen­de Song nicht dabei ist, nützt es gar nix.

  11. Moment! Wenn das Berich­te­te stimmt, ist das ein EBU-Beschluss. Nur weil das von Schrei­ber berich­tet wird, muss Deutsch­land damit nicht unbe­dingt etwas zu tun haben (auch wenn in der Ver­gan­gen­heit man­che unglück­li­chen Ent­schei­dun­gen (etwa das Live-Musik-Ver­bot (!) ) tat­säch­lich auf deut­schen Ein­fluss zurück­gin­gen).

  12. Nach­trag ‘chart***tauglich***’ soll­ten Bei­trä­ge tat­säch­lich sein, aber das defi­niert sich eben gera­de nicht am Inhalt der heu­ti­gen Charts, son­dern könn­te die von mor­gen aus­ma­chen. Btw., ich habe noch die Kom­men­ta­re etli­cher Radio­le­u­te im Ohr, die TBAS als ‘radio­kom­pa­ti­bel’ o.ä. bezeich­net haben. Und, wer spielt es jetzt?

  13. Stimmt Def… Def, Du hast ja Recht. Da hab ich mich zu vor­schnell ein­zig auf Schrei­ber gestürzt. Wie frü­her, als der Über­brin­ger der bösen Nach­richt geköpft wur­de 😉 Wie dem auch sei, ich hof­fe, der Vor­schlag bleibt eine EBU-Luft­num­mer.

  14. Na, na, mal lang­sam… Zuge­ge­ben, aus dem Steg­reif und ohne jeg­li­che Unter­stüt­zung fal­len mir auch nur drei Songs von Blue ein – All Rise, Sor­ry Seems To Be the Har­dest Word und U Make Me Wan­na. Aber laut Wiki­pe­dia hat­ten die Jungs elf Top-10-Hits in Groß­bri­tan­ni­en, und eini­ge davon (neben den drei erwähn­ten) ken­ne ich vom Namen her tat­säch­lich. Außer­dem bezweif­le ich, dass Blue auf die BBC zuge­gan­gen sind und mein­ten ‘wir fah­ren dahin, aber nur, wenn wir direkt nomi­niert wer­den’. Wel­cher Musi­ker kommt denn auf so eine Idee? Allen­falls ESC-Vete­ra­nen, was Blue nun nicht sind. Und ich habe erns­te Zwei­fel, ob Groß­bri­tan­ni­en respek­ti­ve die BBC ein dezi­dier­tes Inter­es­se dar­an haben, zwei sol­che Groß­ver­an­stal­tun­gen wie ESC und Olym­pi­sche Spie­le in einem Jahr zu wup­pen. Ver­schwö­rungs­theo­ri­en soll­ten wenigs­tens im ers­ten Moment sin­nig klin­gen.

  15. Zustim­mung von mir für alle Bei­trä­ge von dir, Def. Der ESC hat in Deutsch­land (und anders­wo in West­eu­ro­pa) das Image lei­der nicht abschüt­teln kön­nen, das ihm schon seit Mit­te der 80er anhängt – eine ver­staub­te, irrele­van­te Dep­pen­pa­ra­de zu sein, die nie­man­den inter­es­siert. Eigent­lich soll­te man mei­nen, ein­mal in die Set­lis­te eines belie­bi­gen Wett­be­werbs der letz­ten 10 Jah­re rein­ge­hört und die Ein­schalt­quo­ten ange­schaut, und die­se Mei­nung zer­schlägt sich. Was das aktu­el­le Gesche­hen angeht: Wir haben in den letz­ten Jah­ren vie­les dabei­ge­habt, was zumin­dest in die Rich­tung ging. Run­ning Sca­red die­ses Jahr erin­nert mich frap­pie­rend an diver­se One-Repu­blic-Stü­cke, die Uku­le­len bei Anna Ros­si­nel­li waren ähn­lich auch bei Trains ‘Hey Soul Sis­ter’ zu hören, und Bal­la­den sind sowie­so zeit­los (was man von ihnen hält, sei dabei mal dahin­ge­stellt; ich schla­fe bei Nadi­ne Bei­ler ein). Aber bei moder­nem Chart­ge­sche­hen mer­ke ich dann doch immer wie­der, dass ich die 30 auch schon hin­ter mir gelas­sen habe. Ich habe kürz­lich online irgend­wo gele­sen, dass in den eng­li­schen Jah­res­charts 2010 gan­ze drei Rock­songs plat­ziert waren – wohl­ge­merkt in den Top 100. Im Moment sta­gniert die Chart­mu­sik-Sze­ne in ganz mas­si­vem Aus­maß – wenn die durch­aus begab­te, aber kei­nes­falls ori­gi­nel­le Lady Gaga sol­che Furo­re machen kann, dann doch nur, weil sie sich her­aus­hebt – sie löst auch noch ande­re Gefüh­le aus als Gleich­gül­tig­keit. Und ich fin­de, genau dadurch zeich­net sich auch der ESC aus – Viel­sei­tig­keit. Alles dabei, für jeden etwas, aber nie alles für jeden.

  16. auf die BBC zuge­gan­gen ‘Außer­dem bezweif­le ich, dass Blue auf die BBC zuge­gan­gen sind’ Nö, natür­lich nicht. Wenn man dem glau­ben kann, was berich­tet wird, lief es genau anders her­um. Die Jungs plan­ten eine Revi­val-CD und plötz­lich stan­den die Ver­tre­ter der BBC auf der Mat­te und mein­ten ‘ey, das wäre doch eine Idee, wenn ihr damit den ESC bestrei­tet’

  17. Ich stim­me dem Blog wie­der ein­mal wei­test­ge­hend zu. Zuschau­er­vo­tings sind för­der­lich für das natio­na­le Inter­es­se, letzt­lich bestimmt aber immer der Sen­der über die Nomi­nie­run­gen und in einem For­mat wie dem tür­ki­schen, bei dem aktu­ell belieb­te Stars unter Ein­be­zie­hung von Polls intern ange­fragt wer­den, wird das öffent­li­che Inter­es­se trotz ‘Direkt­no­mi­nie­rung’ eher mit­ein­be­zo­gen als in den deut­schen Vor­ent­schei­dun­gen von 2005 bis 2008, wo No Names mit Hath­be­ens und ver­staub­ten ‘Lied­chen’, die weder etwas mit deut­scher Musik­kul­tur noch der zeit­ge­nös­si­schen Musik­sze­ne irgend­was zu tun hat­ten, mit­ein­an­der kon­kur­rier­ten. Iro­nisch ist vor allem, dass Schrei­ber einer­seits flä­chen­de­cken­de Publi­kums­ent­schei­dun­gen for­dert, gleich­zei­tig genau die­se Ergeb­nis­se beim ESC aber fei­ge ver­steckt hält. Es stimmt inso­weit, als dass sich sei­ne ‘Jury’ die Bekämp­fung folk­lo­ris­ti­scher und euro­pä­isch gepräg­ter Bei­trä­ge zu eigen gemacht hat oder bes­ser: zu eigen gemacht wur­de!, lei­der ver­peilt sie es [dank Ahnungs­lo­sig­keit] gleich­zei­tig eben­so, poten­ti­el­le Chart­hits zu för­dern und bevor­zugt statt­des­sen alt­mo­di­sche Dis­ney-Bal­la­den und leicht melo­diö­se Pop-Songs in Eng­lisch. Bei der Bewer­tung nach Chart­kom­pa­ti­bli­tät reicht es eben NICHT aus, nur danach zu gehen, wie ame­ri­ka­ni­siert oder sim­pel ein Song gestrickt ist. Der ESC ist in den letz­ten Jah­ren zu einem immer bun­ter und inno­va­ti­ver, teil­wei­se auch anspruchs­vol­ler wer­de­nen unter­halt­sa­men und kul­tu­rel­len (=euro­päi­schen!) Musik­spek­ta­kel her­an­ge­wach­sen. Damit ist dank sei­ner und der ‘Jury’ erst­mal Schluss und der ESC ver­kommt zu einer aus­tausch­ba­ren Ame­ri­can-Idol-Kopie, einer MTV-Möch­te­gern-Sen­dung fünf­ter Klas­se. Scha­de!

  18. PS: Jedoch bin ich der Mei­nung, dass Blue’s Come­back schei­tern wird und sie ein bes­se­res Jury-, Frank­reich hin­ge­gen ein bes­se­res Tel­e­vo­tin­g­er­geb­nis ein­fah­ren wer­den.

Oder was denkst Du?