Die Big Five 2011: die Pro­ben

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Das schwe­di­sche Jahr

So, jetzt wird es inter­es­sant. Heu­te Nach­mit­tag pro­ben zum ers­ten Mal die fünf fest gesetz­ten Fina­lis­ten in Düs­sel­dorf. Zwei von ihnen, näm­lich die fran­zö­si­sche Prin­zen­rol­le und die bri­ti­sche Boy­band, sind bei den Buch­ma­chern und bei den OGAY­ern als mög­li­che Sie­ger gesetzt. Wir kön­nen also gespannt sein.

11. Frank­reich: Amau­ry Vas­si­lySognu

Amau­ry Vas­si­ly ist der neue Guil­do Horn, nur anders her­um. Ein gro­ßer Teil der ver­sam­mel­ten Schwour­na­lis­ten, und zwar ins­be­son­de­re Tun­ten und Tan­ten jen­seits der Fünf­und­vier­zig (also die ehe­ma­li­ge Fan­ba­se von Maxi & Chris bzw. Secret Gar­den), berich­tet von vibrie­ren­dem Rücken­mark, spon­ta­nen Trä­nen der Rüh­rung und wei­chen Kni­en. Und kommt zum Schluß, dass die gan­ze Ver­an­stal­tung im Grun­de heu­te und hier abge­bro­chen wer­den kön­ne, denn es ste­he nun völ­lig außer Fra­ge, dass Frank­reich gewin­nen wer­de. Da nun auch exakt die Kern­ziel­grup­pe für ran­zi­ge Popp­seu­do­klas­sik in Mas­sen die Jurys bevöl­kert und der gezeig­te Büh­nen­hin­ter­grund, ein ani­mier­tes, mor­phen­des Kitsch­bild mit Däm­me­rung, Wol­ken, Mor­gen­grau­en und Son­ne, in der nur noch ein röh­ren­der Hirsch fehlt, per­fekt zur Kit­schig­keit des Lie­des passt, dürf­te Amau­ry auch etli­che Punk­te ein­sa­cken. Ande­rer­seits: jeder ande­re Mensch hasst sol­chen Ope­ret­ten­müll. Mit Inbrunst. Mehr­heits­fä­hig ist die­ser Schlonz in hun­dert Jah­ren nicht. Oh, und an die in Düs­sel­dorf anwe­sen­den Hairsty­lis­ten: Fri­su­ren­alarm! Bit­te umge­hend ein­grei­fen!

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0/12 Punk­ten, Chan­cen auf Sieg: 15%, auf Top Five: 25%, auf Top Ten: 95%, auf die Rote Later­ne: 0%.

12. Ita­li­en: Rapha­el Gual­az­ziMad­ness of Love

Also, ich will nur klar stel­len: natür­lich habe ich nichts gegen Jazz-Sän­ger. So an sich. Soll jeder machen, was er will. Ich mei­ne nur, müs­sen die das denn in aller Öffent­lich­keit tun? Die haben doch ihre eige­nen Knei­pen und Treff­punk­te, wo sie unter sich sind. Da kön­nen die ja trei­ben, was sie wol­len, da stört es doch kei­nen. Aber dass die immer mei­nen, jeder muss ihnen dabei zuku­cken. Ich mei­ne, denkt denn nie­mand an die Kin­der? Das ist doch auch nicht schön, oder? Fin­den sie das schön? Jetzt mal ehr­lich! Na also! Da kann man doch auch mal ein biss­chen Rück­sicht auf die Mehr­heit neh­men, die das nicht sehen will! Oder? Ist doch nicht zu viel ver­langt! Aber ich hab nichts gegen die, wirk­lich!

Nach­trag: In den Kom­men­ta­ren unten wur­de zu Recht kri­ti­siert, dass ich oben nur einen unqua­li­fi­zier­ten Rant, aber kei­ne Beschrei­bung und Ein­schät­zung des Songs abge­ge­ben habe. Das stimmt. Aber so sehr ich mich auch bemü­he, ich kann es nicht. Sor­ry. Ich sehe einen sexy unra­sier­ten und leicht wel­pen­haft drein­bli­cken­den jun­gen Mann, wie wei­land Udo Jür­gens am Ple­xi­glas-Kla­vier sit­zend… und dann setzt der Song ein und mei­ne Auf­merk­sam­keit schal­tet sich auto­ma­tisch ab. Er macht das alles recht Bar-Jazz-authen­tisch (ver­mu­te ich mal – nur lang­weilt mich beim Grand Prix halt nichts mehr als authen­ti­sche Live-Band-Dar­bie­tun­gen) und weit­ge­hend feh­ler­frei (bis auf das hohe Gejau­le kurz vor Schluß, das mir durch Mark und Bein geht). Aber ich muss geste­hen, dass ich mir eher frei­wil­lig drei Stun­den lang den Musi­kan­ten­stadl anschau­en wür­de als drei Minu­ten die­ser Musik zu ertra­gen. Mir ist nun mal nichts so sehr ver­hasst wie die klas­si­sche Jazz­trom­pe­te, wie sie in die­sem Stück vor­kommt. Ich mag Jazz, wenn über­haupt, dann nur in der Form von Easy Lis­ten­ing. Genau so wie ich die Pop­me­lo­di­en der Beat­les schät­ze, aber nur in neu­zeit­li­chen Cover­ver­sio­nen, z.B. von Bananar­a­ma, weil mich der Ori­gi­nal-Schram­mel­gi­tar­ren-Sound der Sech­zi­ger ein­fach ästhe­tisch abstößt. Das mag ein Cha­rak­ter­feh­ler sein, aber es ist nun mal so, ich kann das nicht ändern. Und so kann ich mit ‘Mad­ness of Love’ ein­fach nichts anfan­gen. Jazz­freun­de wer­den es mögen, und davon gibt es in den west­eu­ro­päi­schen Jurys sicher­lich ein paar und unter den TV-Zuschau­ern nach mei­ner Ein­schät­zung unge­fähr 0,0002%. Daher gibt’s aus West­eu­ro­pa ver­mut­lich eini­ge Male jeweils fünf Punk­te (10 von der Jury, 0 von den Zuschau­ern = 5 gesamt). Für einen Platz im unte­ren Mit­tel­feld dürf­te es also rei­chen.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 0/12 Punk­ten, Chan­cen auf Sieg: 0%, auf Top Five: 0%, auf Top Ten: 20%, auf die Rote Later­ne: 5%.

14. Groß­bri­tan­ni­en: BlueI can

So, da habe ich drauf gewar­tet! Die vier fit­ten Her­ren tre­ten in blau­grau­en, schim­mern­den Anzü­gen auf (Simon in der ärmel­lo­sen Wes­te, um sei­ne beein­dru­cken­den Bizeps zu prä­sen­tie­ren) und tän­zeln die kom­plet­ten drei Minu­ten in sehr gut koor­di­nier­ten, aber nicht über­trie­ben cho­reo­gra­fier­ten Bewe­gun­gen über die Büh­ne. Hin­ter ihnen vier ein­zeln ste­hen­de LED-Wän­de, auf den wech­selnd Bil­der von ihnen oder der Schrift­zug “I can” zu sehen sind. Beim ers­ten Durch­gang hing der vier­te Schirm ein biss­chen, und stimm­lich gab es ein paar weni­ge Unsau­ber­kei­ten, aber das war ja auch nur die ers­te Kame­ra­stell­pro­be. Ich lege mich an die­ser Stel­le schon mal fest: 2012 fin­det der Con­test ent­we­der in Sara­je­wo statt – oder in Lon­don!

Nach­trag: Bei der zwei­ten Pro­ben kamen die Jungs in Casu­al Wear – beim Fina­le wird’s aber wohl die Anzü­ge geben. Dies­mal gab’s kei­ne tech­ni­schen Hän­ger und stimm­lich klang es auch bes­ser, wenn auch noch nicht per­fekt. Aber das, da bin ich mir sicher, spa­ren sich die Pro­fis von Blue fürs Fina­le auf, wo es zählt. Blue sind, was sie sind: eine erwach­sen gewor­de­ne Boy­group, die genug Erfah­rung und Rou­ti­ne mit­bringt, um den sou­ve­rän cho­reo­gra­fier­ten Auf­tritt läs­sig und anstren­gungs­los aus­se­hen zu las­sen – und die den­noch sehr offen­sicht­lich viel Spaß bei der Sache hat. Mei­nes Erach­tens sind sie das Bes­te, was der Euro­vi­si­on in die­sem Jahr pas­sie­ren konn­te. Ihr Sieg wäre das Bes­te, was der Euro­vi­si­on in die­sem Jahr pas­sie­ren könn­te.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 12/12 Punk­ten, Chan­cen auf Sieg: 40%, auf Top Five: 85%, auf Top Ten: 100%, auf die Rote Later­ne: 0%.

16. Deutsch­land: Lena Mey­er-Land­rutTaken by a Stran­ger

Sil­ber­fisch­chen, Kon­dom­tän­ze­rin­nen, Space Ali­ens, Frosch­frau­en – es gibt vie­le Bezeich­nun­gen für Lenas auf­fäl­li­ge Tän­ze­rin­nen. Ganz offen­sicht­lich hin­ter­las­sen sie einen blei­ben­den visu­el­len Ein­druck. Wie auch der Büh­nen­hin­ter­grund und die Beleuch­tung: Bil­der eben die­ser Sil­ber­fisch­chen, Licht­ma­le­rei­en, düs­te­res Schwarz – alles passt per­fekt zur span­nungs­reich-bedroh­li­chen Grund­stim­mung des Songs, den Lena im schwar­zen Büh­nend­ress, mit sinis­ter geschmink­ten Augen und mit einer aller­dings sehr alber­nen Schlei­fe im Haar per­formt. Das wür­de locker für die Top Fünf rei­chen – hät­te sie sich nicht die Unsit­te ange­wöhnt, die Catch­phra­se des Titels, “Dan­ger is a ris­ky Busi­ness”, unbe­dingt selbst sin­gen zu wol­len. Dafür ist sie aber nicht ange­legt. Lena schreit an die­ser Stel­le unan­ge­nehm laut ins Mikro, um mit dem Tem­po noch hin­ter­her zu kom­men. Autsch. Ich kann die Ver­su­chung ja ver­ste­hen, die von die­ser Zei­le aus­geht. Aber, bit­te, Lena: über­lass das den Backings. Für die ist die­se Stel­le geschrie­ben, nicht für Dich. Du machst damit den Song kaputt. Und rutschst von Platz 5 auf Platz 15 im Gesamt­klas­se­ment.

Aufrechtgehn.de-Wertung: 7/12 Punk­ten, Chan­cen auf Sieg: 5%; auf Top Five: 25%, auf Top Ten: 45%, auf die Rote Later­ne: 0%.

22. Spa­ni­en: Lucía PérezQue me qui­ten lo balaio

Die Spa­ni­er haben bekannt­lich ein Händ­chen für alber­ne, aber hoch anste­cken­de Som­mer­tän­ze. Der Macare­na, der Ketch­up Song… in die­sem Jahr könn­te der Balaio hin­zu­kom­men. Die in einem schlich­ten pink­far­be­nen Som­mer­kleid sin­gen­de Lucía und ihren Backings tan­zen zu ihrem schlich­ten, aber fröh­li­chen Som­mer­lied­chen eine schlich­te, aber hoch syn­chro­ne Cho­reo­gra­fie mit viel Arm­ein­satz. Ein biss­chen wie bei ‘Haba haba’, nur nicht so ela­bo­riert. Und ich weiß jetzt schon genau, wer von mei­nen Euro­vi­si­ons­freun­den die bei der nächs­ten Grand-Prix-Dis­co ori­gi­nal­ge­treu nacht­an­zen wird. Falls das Wet­ter bis nächs­ten Sams­tag hält und es ein som­mer­li­cher Abend wird, könn­te das sehr gut ankom­men. Dann könn­te Spa­ni­en es viel­leicht sogar bis ins Mit­tel­feld schaf­fen…

Aufrechtgehn.de-Wertung: 3/12 Punk­ten, Chan­cen auf Sieg: 0%, auf Top Five: 0%, auf Top Ten: 5%, auf die Rote Later­ne: 15%.

15 Gedanken zu “Die Big Five 2011: die Pro­ben

  1. Waaah, Lena, was soll denn das? Irgend­wer möge ihr bit­te sofort die­ses Pro­pel­ler­hüt­chen weg­neh­men! Die TBAS-Prä­sen­ta­ti­on bei USFD fand ich eigent­lich schon per­fekt und dem Lied ange­mes­sen. Ver­gli­chen damit ist die­ser Auf­tritt ein ziem­li­cher Rück­schritt. Der Song ist eigent­lich auf ein zar­tes Lena-Stimm­chen zuge­schnit­ten und nun wagt sie es doch tat­säch­lich, kraft­voll zu sin­gen und sogar auch noch das ‘Dan­ger it’s a ris­ky busi­ness’ laut­hals ins Mikro zu brül­len und nicht von irgend­wel­chen Backings wis­pern zu las­sen. So geht doch die gan­ze spoo­ky und cree­py Stim­mung der Num­mer ver­lo­ren. Nein, nein, nein, so wird das nix… Aber immer­hin kann sich der Herr Saa­de hier mal anschau­en, wie das mit dem Glas­zer­schmet­tern auf jeden Fall klappt ^^

  2. raf­fae­le!!! Also, ich will nur klar stel­len: natür­lich habe ich nichts gegen Euro­trash-Fans. So an sich. Soll jeder machen, was er will. Ich mei­ne nur, müs­sen die denn so ganz igno­rie­ren, was gute Musik ist? Mir fällt da die gute Frau Kaas ein, deren Lied auch kei­enr so recht moch­te, wo sich aber schließ­lich doch alle einig waren, dass die Dame weiß, was sie tut – und das ver­dammt gut. Wenn ich mal die Pro­be von Rapha­el mit der hier so geprie­se­nen Dar­bie­tung der blau­en Vier ver­glei­che, fällt doch eine Musi­ka­li­tät auf, die hör- und spür­bar ist. (Das gilt übri­gens auch für den gänz­lich deto­nier­ten M. Vas­si­ly – gibt es denn gar kei­ne Stimm­ga­beln mehr?) Aber ich hab nichts gegen die, wirk­lich! Ich fin­de die sogar selbst ganz ent­zü­ckend und hof­fe, dass sie ihren Auf­tritt bis zum Fina­le noch irgend­wie meis­tern kön­nen. Aber Signo­re Gua­raz­zi drü­cke ich alle ver­füg­ba­ren Dau­men für eine Top-10-Plat­zie­rung – ich per­sön­lich wäre auch über eine Top-5-Plat­zie­rung sehr glück­lich. Und dem wer­ten Ver­fas­ser die­ser Sei­te wün­sche ich auch wei­ter­hin vie­le tol­le Schrei­b­ide­en – ich bin immer wie­der begeis­tert! LG aus der Haupt­stadt 😛

  3. Glas­zer­schmet­tern, nur auf Video­wand @onlime Du hast wohl nicht bemerkt, dass hier das Zer­bre­chen des Gla­ses nur auf der Video­wand geschieht. Im Gegen­satz zu Schwe­dens Bei­trag wo es live auf der Büh­ne geschieht! Aber der Rest Dei­nes Kom­men­tars ist rich­tig, das wir wohl nix wer­den für Lena!

  4. ach Wenn ich onlime rich­tig ver­stan­den habe, war das ja gera­de der Witz an der Aus­sa­ge ‘wie das mit dem Glas­zer­schmet­tern auf jeden Fall klappt’.

  5. Damit ist es amt­lich, ich bin eine ält­li­che Schwu­let­te im Kör­per einer Frau. 😀 Ich fin­de den Fran­zo­sen super, aber bin auch mit einem UK-Sieg sehr ein­ver­stan­den. (Lee Ryan!! *kreisch*)

  6. Und es soll sogar jün­ge­re Schwu­le geben, die Amau­ry super­nied­lich und sei­nen Song gut fin­den. Mich zum Bei­spiel. 😉 Die ers­te Pro­ben der Bri­ten hin­ge­gen hat mich noch nicht so vom Hocker gehau­en. Da braucht es wohl noch ein paar Durch­läu­fe bis alles per­fekt sitzt. Dann haben sie aber in der Tat gute Chan­cen auf eine Top-Plat­zie­rung. Der Ita­lie­ner gefällt mir eben­falls. Ich fin­de, das hat Stil, selbst wenn es eher Nischen­mu­sik ist. Und Lena ist sowie­so toll. Ein­zig bei Spa­ni­en fehlt mir ein biß­chen das Feu­er. Nur gute Lau­ne ist eben nicht genug.

  7. Vie­len Dank. Ganz mei­ne Mei­nung. Sor­ry, aber das Jazz-Bashing auf die­ser Sei­te ver­wirrt und ver­wun­dert mich immer mehr. Ohne Jazz und sei­ne Spiel­ar­ten kein Rock’n’Roll, ohne Rock’n’Roll kei­ne moder­ne Pop­mu­sik – man merkt, wo die­se Kau­sal­ket­te hin­führt, oder? Außer­dem fehlt mir beim ita­lie­ni­schen Bei­trag schlicht und ergrei­fend eine Aus­sa­ge, wie es so rüber­kommt – was nor­ma­ler­wei­se auf die­ser Sei­te auch bei Bei­trä­gen klappt, die Oli­ver nicht gefal­len. Aus dem Abschnitt hier kann ich nur ent­neh­men, dass da jemand sei­ne per­sön­li­chen Aver­sio­nen gegen Jazz abar­bei­tet – über den Song, die Per­for­mance etc. erfah­re ich gar nichts. Was bit­te sehr soll das? Deut­sche nei­gen ohne­hin schon dazu, Sati­re und Pole­mik zu ver­wech­seln, das muss bit­te nicht auch noch auf die­ser Sei­te anfan­gen. Schon die Kom­men­ta­re zu Nadi­ne Bei­ler schos­sen in die­ser Hin­sicht übers Ziel hin­aus, und bei Rafa­el Gual­az­zi ist es kaum bes­ser. Ach ja, zu den Songs: Ich mag ‘Mad­ness of Love’ (und ich lie­be die­se sinn­lo­se Trom­pe­te!), mit ‘Que me qui­ten lo bai­lao’ kann ich leben, ‘Taken By a Stran­ger’ klingt immer noch wie ein drei­mi­nü­ti­ges Intro, dem der Haupt­teil des Lie­des abhan­den gekom­men ist. Bei ‘Sognu’ und ‘I Can’ ver­ste­he ich den all­ge­mei­nen Hype über­haupt nicht – bei­de Songs sind furcht­bar lang­wei­lig.

  8. Lena wird das Ding … noch­mal gewin­nen, ich ver­spechs Euch Leu­te. Super Per­for­mance – so wirds watt!

  9. mei­ne paar Cent Da die ‘Big 5’ nun bereits 2 Pro­ben hin­ter sich haben, wird es Zeit, dass ich hier auch mal mei­nen Senf dazu­ge­be: Frank­reich: Ich bin ja ein star­ker Ver­fech­ter der The­se, dass der ESC ein *Song*- (Lie­der-, Gesangs-) Wett­be­werb und eben nicht auto­ma­tisch ein *Pop* ist. Von daher las­se ich auch die immer wie­der auf­kom­men­den Äuße­run­gen à la ‘das gehört nicht hier­her’ nicht gel­ten. Natür­lich gehört auch das ‘hier­her’. Gefal­len tut es mir nicht beson­ders. Das liegt aber nicht am Typus des Bei­tra­ges, auch nicht an der San­ges­leis­tung (die ist durch­aus ziem­lich gut), erst recht nicht am Bom­bast (den lie­be ich sogar), son­dern dar­an, dass ich das Stück reich­lich lang­wei­lig fin­de. Aber bit­te, wer’s mag, und das sind offen­bar ziem­lich vie­le, wenn man Umfra­gen und Buch­ma­chern glau­ben schen­ken kann. Das Hin­ter­grund­bild unter­streicht beein­dru­ckend den Bom­bast. Ita­li­en: Nicht unbe­dingt mein Musik­ge­schmack, aber der Kerl ist *wirk­lich* rich­tig gut. Da ich sowie­so für Viel­falt bin und immer dafür, sich nicht einem (real vor­han­de­nen oder gar nur ange­nom­me­nen) Geschmack des Main­streams prä­ven­tiv zu unter­wer­fen, fin­de ich es rich­tig klas­se, dass ein sol­cher Bei­trag dabei ist. Für mich per­sön­lich obe­res Mit­tel­feld (da ich eben ande­re bei­trä­ge noch lie­ber mag), real bin ich etwas skep­tisch, aber durch­aus gespannt. Groß­bri­tan­ni­en: Ich bin abso­lut kein Freund von Boy­groups und auch nicht von Fuß­ball­hym­nen. Doch die­ses Stück hat mir weit bes­ser gefal­len als ich erwar­tet habe. Eben­falls gefal­len hat mir die deut­lich gezeig­te Pro­fes­sio­na­li­tät der Jungs auf ihrer Pro­mo­ti­on­tour und die Tat­sa­che, dass si sich nicht zu fein waren, andern­orts in Euro­pa (auch Ost­eu­ro­pa) auf­zu­tre­ten. In den Pro­ben vor Ort wirk­te dann man­ches lei­der nicht mehr so pro­fes­sio­nell, aber ich wer­de mich über­ra­schen las­sen. Kommt natür­lich beim Publi­kum ins­ge­samt bestimmt sehr gut an. Deutsch­land: Nach­dem Lena sich ihren Pro­pel­ler hat ent­fer­nen las­sen und die Haa­re ‘wil­der’, gefällt mir das Out­fit wie­der (aller­dings hät­te der blaue Gür­tel ruhig blein­ben kön­nen). Die Kon­dom-Tän­ze­rin­nen sind natür­lich gewöh­nungs­be­dürf­tig, aber die Licht­tech­nik wun­der­bar. Auch der gag am Schluss mit tota­ler Dun­kel­heit nach dem Glas­bruch ist klas­se. Gesang­lich wirkt Lena wesent­lich rei­fer als letz­tes Jahr, wobei natür­lich sowie­so der Stil des Songs und das damit ver­bun­de­ne Image auch völ­lig anders ist. Wo ich Oli­ver recht geben muss: bit­te das ‘Dan­ger is a ris­ky busi­ness’ NICHT mit­sin­gen! Kommt aber ins­ge­samt gut an, wenn auch sicher nicht so stark wie letz­tes Jahr (obwohl der Song um Klas­sen bes­ser ist). Spa­ni­en: Ist natür­lich sehr ein­fach gehal­ten, ver­brei­tet aber gute Lau­ne und wirkt sehr authen­tisch (wenn­gleich ich fin­de, dass Lucía die Ges­te des in-die-Haa­re-Grei­fens etwas zu oft bemüht). Spar­sa­me, aber gekonnt dar­ge­bo­te­ne Cho­reo. Bei mir per­sön­lich immer noch mein Lieb­lings-Big-5. Wird aller­dings real wohl nicht so punk­ten, es sei denn, Stel­la Mwan­gi erreicht das Fina­le nicht. Dann ist die­ses Gen­re wie­der frei (Inter­es­san­ter­wei­se geht ja sogar der Text in eine ähn­li­che Rich­tung). Ins­ge­samt bin ich rich­tig glück­lich dar­über, dass der Con­test ganz offen­sicht­lich von allen Big 5 die­ses Jahr wirk­lich ernst genom­men wor­den ist (naja, bei Ita­li­en war es fak­tisch ja nicht so) und ernst­haf­te, abso­lut unter­schied­li­che Bei­trä­ge gelie­fert wur­den. So muss das sein.

  10. Blue = nöö Blue aus UK…ich weiß nicht. Irgend­wie hat das ja noch nie geklappt, wenn Künst­ler den Grand Prix plötz­lich erst zum Revi­val oder zum Wie­der­be­le­ben ihrer Kar­rie­re ent­de­cken und nut­zen woll­ten. Hat was Über­heb­li­ches. Sie­he No Angel, Plastic Bert­rand und ande­re. Irgend­wie spürt das Publi­kum ja doch, dass die­se Künst­ler zu ihren Hoch-Zei­ten nie und nim­mer teil­ge­nom­men hät­ten. Und das wird doch meist abge­straft. Anders ver­hält es sich mit Leu­ten wie John­ny Logan. Der hat zwar auch den ESC als Come­back­büh­ne genutzt, hat sei­ne Kar­rie­re aber dort begon­nen. Das wird gern gou­tiert. Und ‘I can’ als Song ist auch kein Bur­ner. Maxi­mal Platz 12 würd’ ich mal tip­pen.

  11. Lenas 2. Pro­be Hat eigent­lich jemnd ne Ahnung, wie­so Lenas 2. Pro­be nicht ver­öf­fent­licht wur­de? Bei You­tube gibt es davon einen (ziem­lich mie­sen) Clip zu sehen … sie singt das ‘Dan­ger …’ immer noch mit 🙄 … aber Out­fit ist bes­ser.

  12. Das wüss­te ich auch ger­ne! Ich ver­mu­te mal wie­der die hirn­to­te Raab’sche Con­tent­ma­fia dahin­ter. Auf AKOE und ESC­na­ti­on wird ihre zwei­te Pro­be über den grü­nen Klee gelobt und ein Dop­pel­sieg mitt­ler­wei­le nicht mehr aus­ge­schlos­sen. Wenn sie aller­dings ‘Dan­ger is…’ immer noch mit­singt, sehe ich das nicht.

  13. Dei­ne Ver­mu­tung … … ist sicher­lich rich­tig. Beklopp­te Leu­te 8) Oh … und glaub mir: Sie wird es mit­sin­gen ❗

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