Ers­tes Semi­fi­na­le 2011: die Pro­ben

Tag 6 des Pro­ben­ma­ra­thons in Düs­sel­dorf. Ges­tern und heu­te muss­ten (soll­ten, durf­ten) die Teil­neh­mer des ers­ten Semis bereits zum zwei­ten Mal ran. Und es ist hoch­gra­dig span­nend, wie schnell sich die Wahr­neh­mung ver­än­dert und wie viel schein­ba­re Klei­nig­kei­ten aus­ma­chen. Gera­de in einem der­ma­ßen offe­nen Jahr, wo sich fast jeder schwer tut, mög­li­che Qua­li­fi­kan­ten zu benen­nen (von einem Gesamt­sie­ger erst gar nicht zu reden). Neue Car-Crashs sind zu ver­mel­den und der ers­te nack­te Ober­kör­per, aber lesen Sie selbst!


Impres­sio­nen aus dem Pres­se­zen­trum

Um die Unter­schie­de zu den ers­ten Pro­ben und ihre Aus­wir­kun­gen auf mei­ne Ein­schät­zung zu demons­trie­ren, las­se ich mei­ne Kom­men­ta­re und Pro­gno­sen vom Sonn­tag hier ste­hen und füge mei­ne neue Bewer­tung unten an. Los geht’s mit Frau Tul (oder Tool, wie der Eng­län­der spöt­tisch grin­send ger­ne sagt):

1. Polen: Mag­da­le­na TulJes­tem

Ers­te Pro­be: Die schlech­te Nach­richt gleich vor­weg: Mag­da­le­na hat ihre zwei super­se­xy männ­li­chen Tän­zer in War­schau gelas­sen. Ihre zum ener­gie­ge­la­de­nen Uptem­po­beat des Songs pas­sen­de aero­bic-inspi­rier­te Cho­reo­gra­fie prä­sen­tiert sie von vier Tän­ze­rin­nen unter­stützt, von denen zwei auch als Chor­sän­ge­rin­nen fun­gie­ren. Ein männ­li­cher Sän­ger im Büh­nen­hin­ter­grund run­det das Gan­ze ab. Die heu­ti­ge Pro­be bestritt sie noch in schwar­zen Leder­jeans – die mei­nes Erach­tens bes­ser aus­se­hen als ihre kurz prä­sen­tier­te spä­te­re Büh­nen­gar­de­ro­be, ein sil­berg­lit­zern­des Stan­gen­tanz­out­fit. Alles in allem lie­fert sie einen über­zeu­gen­den Ope­ner: der Song ist ein­gän­gig und selbst­be­wußt wie stimm­lich über­zeu­gend prä­sen­tiert. Sicher im Fina­le.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 5/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Das pol­ni­sche Camp scheint von einer schlim­men gemein­schaft­li­chen Harn­wegs­in­fek­ti­on kalt erwischt wor­den zu sein. Mag­da­le­na und ihre Tän­ze­rin­nen tru­gen heu­te die Büh­nenout­fits: die besag­ten, wei­ßen, mit Sil­ber­bro­kat voll­ge­müll­ten, bein­frei­en Stan­gen­tanz­kos­tü­me. Aller­dings an ent­schei­den­der Stel­le aus­ge­pols­tert mit schein­bar meh­re­ren Lagen von Inkon­ti­nen­zwin­deln für Erwach­se­ne. Ljie­pa Tena lässt sich das nun nicht nen­nen. Das sieht so ent­setz­lich aus, dass man sei­nen schreckstar­ren Blick die gan­zen drei Minu­ten nicht von die­sem Desas­ter abwen­den kann und Lied (dem gro­ßen Roy Del­anay zufol­ge ohne­hin der “dies­jäh­ri­ge Song, den nie­mand haßt, für den aber auch nie­mand abstimmt”), Cho­reo­gra­fie und Büh­nen­hin­ter­grund völ­lig unbe­merkt an einem vor­bei­rau­schen. Ich hof­fe, die Anti­bio­ti­ka­kur hat schon begon­nen und wirkt bis nächs­ten Diens­tag, sonst ist es Essig mit dem Fina­le.


Neue Wer­tung: 2/12 Punk­ten.

2. Nor­we­gen: Stel­la Mwan­giHaba Haba

Ers­te Pro­be: Die schlech­te Nach­richt gleich vor­weg: es könn­te eng wer­den für mei­ne Favo­ri­tin aus die­sem Semi. Sie tritt genau zwi­schen zwei der stärks­ten Sän­ge­rin­nen die­ser Run­de auf, wodurch ihre stimm­li­che Schwä­che beson­ders auf­fällt. Ande­rer­seits klang die süße Stel­la heu­te bes­ser als erwar­tet, und ihre gegen­über dem nor­we­gi­schen Fina­le prak­tisch kaum ver­än­der­te Cho­reo­gra­fie, ihr star­ker Begleit­chor sowie ihre opti­mis­tisch-strah­len­de Büh­nen­prä­senz könn­ten das Gan­ze ret­ten. Stel­la per­form­te bereits in Büh­nen­gar­de­ro­be, wie beim MGP ein knap­pes Kleid­chen, dies­mal aus dün­ner Gold­fo­lie. Und so, wie sie wäh­rend der Pro­be mehr­fach am Körb­chen zupf­te, könn­te uns womög­lich ein nor­we­gi­scher Nip­pel­ga­te erwar­ten. Viel­leicht schafft sie’s damit ja ins Fina­le – ich hof­fe es sehr, auch wenn ich mir Sor­gen mache!


Aufrechtgehn.de-Wertung: 10/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Nach dem opti­schen Aus­fall von Polen wirkt Stel­la gleich dop­pelt so fröh­lich und anste­ckend gut gelaunt. In offen­sicht­lich neu­en High Heels wippt sie noch ein­mal eksta­ti­scher durch ihre fabel­haf­te Num­mer, auf dass ihr tuf­fi­ger Arsch­spoi­ler nur so busch­elt. Sor­ge vor­bei – Stel­la ist wie­der im Fina­le, wo sie auch hin gehört!


Neue Wer­tung: 12/12 Punk­ten.

3. Alba­ni­en: Aure­la GaçeFeel the Pas­si­on

Ers­te Pro­be: Die schlech­te Nach­richt gleich vor­weg: man ver­steht Aure­las albeng­lisch immer noch nicht. “Trust me the­re, my Dis­ney­land”, “I dab my Lips with your Morning Tool”, “I hold my Nipp­le in the open Sky” – wie bei so vie­len ost­eu­ro­päi­schen Län­dern hät­te ich die mut­ter­sprach­li­che Ver­si­on bevor­zugt. Aber: Aure­la regiert die Büh­ne. Mit ihren auf­fäl­li­gen roten Haa­ren, ihrer Ade­va-Gedächt­nis­fri­sur und ihrer domi­nahaf­ten Aus­strah­lung greift sie sich die Auf­merk­sam­keit des Zuschau­ers. Lei­der auch mit der schlim­men Ver­ka-Ser­dutsch­ka-Strumpf­ho­se. Die wür­de ich an ihrer Stel­le im Semi nicht tra­gen! Aber, ver­dammt, kann die Alte live sin­gen! Sie schreit zwar immer noch, aber es klingt eher kom­pe­tent als anstren­gend, wie noch in der Stu­dio­fas­sung. Defi­ni­tiv im Fina­le und mög­li­cher­wei­se der Sarg­na­gel für Stel­la Mwan­gi.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 3/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Auch Aure­la erschien heu­te in Büh­nen­mon­tur und mit vol­ler Kriegs­be­ma­lung. Die Kom­bi­na­ti­on aus haut­far­be­nem Kleid, in dass sie offen­bar mit dem Schraub­stock gequetscht wur­de, mit elfen­bein­far­be­nen Abde­ckun­gen an den not­wen­di­gen Stel­len und mit einem Über­wurf in Sis­si-Dimen­sio­nen, das kilo­schwe­re Eyes­ha­dow, das straff nach hin­ten gekämm­te Haar und ihr orkan­ar­ti­ges Gekrei­sche ver­mit­teln alle­samt den­sel­ben Ein­druck: letz­te, gro­ße Anstren­gung. Dann doch lie­ber leicht­be­schwing­te afri­ka­ni­sche Fröh­lich­keit. Könn­te knapp wer­den mit dem Fina­le.


Neue Wer­tung: 4/12 Punk­ten.

4. Arme­ni­en: EmmyBoom Boom

Ers­te Pro­be: Wie es sich im offi­zi­el­len Video­clip bereits andeu­te­te, ent­schied sich die arme­ni­sche Dele­ga­ti­on bei der Song­prä­sen­ta­ti­on für ‘Boom Boom’ für das nahe­lie­gen­de The­ma Boxen. Emmy, die bei der Pro­be eine Caro­la pull­te und nur die Hälf­te ihres Tex­tes sang, sitzt zum Auf­takt in einem gigan­ti­schen, mit ihrem Namen bestick­ten, glit­zern­den Box­hand­schuh. Vier mus­ku­lö­se männ­li­che Tän­zer in Boxer­ro­ben beglei­ten sie – die Män­tel fal­len bald, sie prä­sen­tie­ren sich mit zer­ris­se­nen T-Shirts und zie­hen mit­ten in der Num­mer wei­ße Bän­der aus ihren Hosen­ta­schen, mit denen sie einen Box­ring um Emmy impro­vi­sie­ren. Jawohl: so geht eine Euro­vi­si­ons­cho­reo­gra­fie! Wie jeder stark mit opti­schen Gim­micks arbei­ten­de, musi­ka­lisch sub­stanz­lo­se Bei­trag wird sich auch Emmys Num­mer sicher ins Fina­le durch­bo­xen und dort in der Wie­der­ho­lung abka­cken.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 7/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Nicht viel Neu­es hier. Heu­te tru­gen alle ihre Box­ro­be, ein­schließ­lich Emmy, die in ihrem rotem Kapu­zen­um­hang ein biss­chen weih­nacht­lich aus­sieht. Doch auch der fällt ja schnell, dar­un­ter dann ein knap­per wei­ßer Mini. Passt alles wie die Faust aufs Auge und ist ein ver­dien­ter Fina­list.


Neue Wer­tung: 8/12 Punk­ten.

5. Tür­kei: Yük­sek Sada­katLive it up

Ers­te Pro­be: Die schlech­te Nach­richt vor­weg: die Tür­ken haben ein bedau­erns­wer­tes, trau­ri­ges Mädel mit weiß­ge­schmink­tem Gesicht mit auf die Büh­ne gebracht, die sie in einer gigan­ti­schen gol­de­nen Welt­ku­gel gefan­gen hal­ten, aus der sie sich weder befrei­en kann noch will. Inwie­fern das den posi­tiv-fröh­li­chen Inhalt ihrer sau­ber per­form­ten Elek­tro-Rock­num­mer trans­por­tie­ren soll, erschließt sich mir nicht. Im direk­ten Anschluß an den arme­ni­schen Over­kill wirkt ‘Live it up’ soli­de – und hart an der Gren­ze zur Lan­ge­wei­le. Kommt natür­lich trotz­dem wei­ter, weil es die Tür­kei ist, reißt mich aber nicht vom Hocker.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 4/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Ich wer­de noch immer nicht schlau aus der ohne Unter­laß in ihrem Welt­ku­gel­ge­fäng­nis umher­krab­beln­den Gum­mi­kno­chen­frau. Was ist ihre Bot­schaft? Frau­en sind die Gefan­ge­nen der Erde? Jeder nur einen Kos­mos? Bleib geschmei­dig? Ehr­lich, das macht mich noch kir­re. Drum­her­um die übli­che, soli­de Rock­band-Per­for­mance. Und die Erkennt­nis, dass Män­ner mit Dutt im Haar sexy aus­se­hen. Siche­rer Fina­list, und das ist schon okay so.


Neue Wer­tung: 5/12 Punk­ten.

6. Ser­bi­en: NinaCaro­ban

Ers­te Pro­be: Drin­gen­de War­nung: wer unter See­krank­heit lei­det, soll­te an die­ser Stel­le schon mal die Spuck­tü­te bereit legen! Wäh­rend Nina und ihre drei Caro­bet­tes zu ihrer Six­ties-Swing­num­mer eine ast­rei­ne Arsch­wa­ckel­cho­ro­egra­fie hin­le­gen (Keith Mills von AKOE, der alt genug ist, sich zu erin­nern, ver­glich die Per­for­mance mit ‘The Wah-Wah­tu­si’ von den Orlons von 1962), dre­hen sich auf der LED-Wand hin­ten­dran bun­te Krei­se und Wir­bel. Ob die Ser­ben uns damit hyp­no­ti­sie­ren wol­len? Mir wird davon jeden­falls schlecht. Ins­ge­samt nett, aber zu unspek­ta­ku­lär, um wei­ter zu kom­men. Spe­zi­ell auf dem ver­fluch­ten Start­platz nach der Wer­be­pau­se.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 1/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Auch Nina & die Caro­bet­tes heu­te im Büh­nenout­fit. Sie in einem – im Ver­gleich zum Büh­nen­hin­ter­grund – dezen­ten grau­en Glo­cken­kleid-Mini, ihre Backings in ver­schie­de­nen Uni­far­ben, ein biss­chen wie ein tan­zen­des RTL-Logo (das Farb­sche­ma stimmt nicht, ich weiß, aber vom Grund­satz her). Und mit einem wei­te­ren, in die­sem Jahr schein­bar unver­zicht­ba­ren Acces­soire: der Nadi­ne-Bei­ler-Perü­cke! Mit Öster­reich und Mal­ta sind wir jetzt schon beim drit­ten Land, das mit Fake-Bobs auf­taucht. Ist auf der Kö ein Perü­cken­aus­ver­kauf? Blogs und Buch­ma­cher rech­nen Nina fest zu den Fina­lis­ten, ich sehe sie zwar eher knapp drau­ßen, könn­te aber auch klap­pen, wenn nicht zu vie­len Votern und Juro­ren vom Spi­ral­ne­bel schlecht wird.


Neue Wer­tung: 3/12 Punk­ten.

7. Russ­land: Alex Spar­rowGet you

Ers­te Pro­be: Eine Mélan­ge aus Male­na Ern­man, Dan­ny Sau­ce­do, Sakis Rou­vas und Dima Bilan. Alex’ Büh­nen­show beinhal­tet fahr­ba­re LED-Wän­de (hin­ter denen sich zwei Backing­sän­ger ver­ste­cken), ein beleuch­te­tes Podest, von dem aus er einen beein­dru­cken­den Rück­wärts­sal­to hin­legt, im Dun­keln leuch­ten­de Schuh­soh­len und Leder­ja­cken mit eben­falls weiß glü­hen­den Flä­chen auf der Rück­sei­te – die ein biss­chen so aus­se­hen, als habe jemand Alex und sei­nen drei but­chen Begleit­tän­zern “Tritt mich”-Schil­der auf den Rücken geklebt. All die­se mas­si­ve Effekt­ha­sche­rei lenkt jedoch, zusam­men mit sei­ner an Arro­ganz gren­zen­den Selbst­si­cher­heit, sehr erfolg­reich von der kom­po­si­to­ri­schen Belang­lo­sig­keit sei­nes Pop­lied­chens ab und lässt einen auch die furcht­ba­ren 30 Sekun­den zum Auf­takt ver­ges­sen. Sicher im Fina­le.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 3/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: wie die Düs­sel­dor­fer Blogs berich­te­ten, gab es bei Alex’ Pro­ben jedes­mal an ande­rer Stel­le Pro­ble­me: mal mit den alber­nen Leucht­schu­hen, mal mit den Tän­zern, mal mit dem Rück­wärts­sal­to. Ich muss ja geste­hen, dass ich mir ‘nen Ast freu­en wür­de, wenn im Fina­le – in das Herr Vobyorov zwei­fels­oh­ne ein­zieht – irgend­was in die Hosen gin­ge. Der Schei­ße-die­se-For­mu­lie­rung-hät­te-mir-ein­fal­len-müs­sen-Krea­ti­vi­täts­preis geht an den ESC Nati­on Live­blog, der die rus­si­sche Dar­bie­tung heu­te als “Grea­se trifft Chee­se” bezeich­ne­te. Und wenn Sie in Düs­sel­dorf woh­nen und heu­te Mit­tag durch ein kol­lek­ti­ves, spit­zes Krei­schen irri­tiert wur­den – Alex Spar­row zog wäh­rend der Pres­se­kon­fe­renz sein T-Shirt aus. Tei­le der Schwour­na­lis­ten lie­gen noch immer in Ohn­macht.


Neue Wer­tung: 4/12 Punt­ken.

8. Schweiz: Anna Ros­si­nel­liIn Love for a While

Ers­te Pro­be: Oh jeh. Abhän­gig von per­sön­li­chen Stand­punkt mag man Annas lieb­lich vor sich hin plin­kern­de, unschul­di­ge Uku­le­len-Melo­dei nach Russ­lands OTT-Angriff für erhol­sam hal­ten – oder für ein­schlä­fernd. Ich ten­die­ren zu Letz­te­rem. Annas Büh­nenout­fit, ein dezent glit­zern­der roter Bla­zer, wie er in sei­ner Spie­ßig­keit für einen mal­te­si­schen Bei­trag der Acht­zi­ger Neun­zi­ger (sor­ry, ich ver­gaß…) pas­send wäre, geht im zucker­sü­ßen, Flor-de-Lis-haf­ten LED-Hin­ter­grund völ­lig unter. Ist aber auch egal. Tut nie­man­dem weh und ani­miert nie­man­den zum Anru­fen. Tschüss, Schweiz.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 1/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Anna trägt wei­ter­hin das Clau­det­te-Pace-Gedächt­nis­ja­ckett, für das sie zwan­zig Jah­re zu jung ist. Wenn das die schwei­ze­ri­sche Vor­stel­lung von “frisch und spon­tan” sein soll… Aber dort hält man ja auch Emil für einen Komi­ker und den Nebel­spal­ter für eine Sati­re­zeit­schrift. Ich glau­be, die Schweiz hat ihre atem­be­rau­bend schö­nen Hoch­ge­bir­ge nur, weil sonst die Ein­woh­ner des Lan­des vor Lan­ge­wei­le stür­ben. Sor­ry, Anna: auch Du wirst den sie­ben­jäh­ri­gen Aus­schei­dungs­lauf nicht been­den…


Neue Wer­tung: 2/12 Punk­ten.

9. Geor­gi­en: Eld­ri­neOne more Day

Ers­te Pro­be: Gute Güte! Die Büh­nenout­fits der geor­gi­schen Elek­troro­cker sehen aus, als hät­te jemand einer mol­da­wi­schen Bäue­rin den Auf­trag gege­ben, Gar­de­ro­be zum The­ma “Angriff aus dem Welt­all” zu ent­wer­fen. Alles in schwarz mit wirr auf­ge­näh­ten gift­grü­nen Spul­wür­mern. Sopho schreit sich die See­le aus dem Leib, dazu gibt es ein Stro­bo­licht­in­fer­no (foto­sen­si­ti­ve Men­schen soll­ten hier bes­ser umschal­ten). Ins­ge­samt wirkt das alles struk­tur­los, aggres­siv und unan­ge­nehm. Man ist froh, wenn die drei Minu­ten rum sind und man das Gan­ze nie mehr sehen und hören muss, was nach dem Semi auch der Fall sein wird.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 0/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Noch immer sieht es aus, als sei eine Hor­de hoch­ra­dio­ak­ti­ver Welt­all­wür­mer über die Büh­nen­kla­mot­ten der Geor­gi­er her­ge­fal­len. Sopho sang für mei­ne Ohren heu­te stets eine Vier­tel­se­kun­de vor oder hin­ter dem Backing Track, so als wol­le sie die Whit­ney Hous­ton des Gothic Rock wer­den. Soll­te Geor­gi­en tat­säch­lich wei­ter­kom­men, dann rein auf­grund von Block­vo­ting.


Neue Wer­tung: 2/12 Punk­ten.

10. Finn­land: Para­di­se OskarDa da dam

Ers­te Pro­be: Oskar steht in einem schau­der­haf­ten, aus Recy­cling­stof­fen hand­ge­klöp­pel­ten Swea­ter ganz allei­ne auf der Büh­ne, schram­melt auf sei­ner Gitar­re (höre ich da jemand “Bel­gi­en 2010” rufen?) und singt mit Wel­pen­blick sein Ret­tet-den-Pla­ne­ten-Lied­lein, wäh­rend sich auf der LED-Wand die blaue Welt­ku­gel dreht. In einem Wort zusam­men­ge­fasst: Awwwwwww… Gera­de nach dem geor­gi­schen Gegröh­le wirkt das beson­ders hei­me­lig und beru­hi­gend, unschul­dig und nied­lich-naiv. Hal­tet die Feu­er­zeu­ge und Wun­der­ker­zen schon mal bereit. Den sehen wir im Fina­le wie­der!


Aufrechtgehn.de-Wertung: 7/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Irgend­je­mand hat den guten Oskar ordent­lich mit Rot­bäck­chen abge­füllt. Oder Eric Saa­de hat ihm ein paar mal in die Wan­gen geknif­fen. Wer weiß. Jeden­falls stand er heu­te gut durch­blu­tet, gut gelaunt und schüch­tern grin­send auf der Büh­ne. Good Lord, der ist sowas von im Fina­le! Trotz des häss­li­chen Pul­lis, lei­der ein Argu­ment gegen Recy­cling. Ich weiß, die­se Mischung aus Tom Dice und Six4One soll­te mich eigent­lich in Sekun­den­schnel­le zum Erbre­chen brin­gen, aber ich find’s süß. Schlagt mich, aber ich würd’ mich noch nicht mal wun­dern, wenn Oskar aus der Ton­ne im Fina­le gewön­ne…


Neue Wer­tung: 8/12 Punk­ten.

11. Mal­ta: Glen Vel­laOne Life

Ers­te Pro­be: Es ist schon ziem­lich tra­gisch: nach alle­dem, was man liest und hört, freut sich nie­mand so sehr, in Düs­sel­dorf dabei zu sein, wie das put­zi­ge, über­en­thu­si­as­ti­sche Dis­co­bun­ny aus Mal­ta. Für unse­re gute Glen­da geht hier ein Lebens­traum in Erfül­lung. Um so grau­sa­mer, dass die­ser so früh been­det sein wird. Zwei männ­li­che Tän­zer umrah­men Glen­da auf der Büh­ne und spu­len rou­ti­niert eine topsyn­chro­ne Null­acht­fünf­zehn-Cho­reo­gra­fie ab. Im Hin­ter­grund ste­hen auf Podes­ten etwas unbe­tei­ligt drei Chor­sän­ge­rin­nen, die sich mit bil­li­gen Plas­tik­son­nen­bril­len und Nadi­ne-Bei­ler-Perü­cken tar­nen. Ganz sel­ten las­sen sich auch mal dazu her­ab, ein paar syn­chro­ni­sier­te Hand­be­we­gun­gen zu machen. Es wirkt, als sei es ihnen pein­lich, dabei zu sein. Sich wild bewe­gen­de Drei­ecke in allen Far­ben des Regen­bo­gens auf der LED-Wand erschla­gen die­se halb­her­zi­ge Dar­bie­tung kom­plett. Mal­ta hat offen­bar bereits auf­ge­ge­ben. Armes Bun­ny.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 2/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Blöd für Mal­ta, dass die Ser­ben sei­ne Idee mit den Öster­reich-Perü­cken klau­ten. Glen kommt spä­ter im Line-up als Nina und so sieht nun unser Dis­co­bun­ny aus wie ein schlech­ter Kopist. Unge­rech­ter Wei­se. Macht aber auch nichts, denn bei allem per­sön­li­chen Enthu­si­as­mus unse­rer Glen­da hat die­se Num­mer unge­fähr so viel Über­le­bens­chan­cen wie ein Scho­ko­pud­ding in mei­ner Gegen­wart.


Neue Wer­tung: 4/12 Punk­ten.

12. San Mari­no: SenitStand by

Ers­te Pro­be: Der völ­li­ge Gegen­ent­wurf zu Mal­ta – und doch so vie­le Gemein­sam­kei­ten! Die super­sym­pa­thi­sche Senit, die sich wohl ähn­lich stark wie Glen­da über ihre Teil­nah­me freut, prä­sen­tiert ihren super­sof­ten Song zusam­men mit drei Backing­sän­gern und zwei Gitar­ris­ten. Die Sechs har­mo­nie­ren super, sowohl stimm­lich wie vom Zusam­men­spiel, auch wenn außer gele­gent­li­chen Tro­cken­eis-Wol­ken­bäusch­chen so gut wie nichts auf der Büh­ne pas­siert. Senit singt bes­ser als sie müss­te. Doch es hilft alles nichts: nach 30 Sekun­den schläft man unwei­ger­lich tief und fest. Auch für Senit ist daher nach dem Semi Schluß.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 1/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Heu­te sah Senit bes­ser aus als beim letz­ten Mal (wel­che Wun­der ein ordent­li­ches Kleid und ein biss­chen Make-up doch bewir­ken kön­nen. Ihre Haa­re sind aller­dings immer fabel­haft!), dafür klang sie schlech­ter – exzes­si­ves Fei­ern, wie sie selbst erklär­te. Ist in ihrem Fall auch bes­ser, sie erle­digt das jetzt, wo sie noch da ist. Nächs­ten Mitt­woch ist der Spaß für sie näm­lich vor­bei. Denn sie ver­stößt klar gegen Arti­kel 1 der Euro­vi­si­ons­ver­fas­sung: Was immer Du tust – lang­wei­le nicht!


Neue Wer­tung: 3/12 Punk­ten.

13. Kroa­ti­en: Daria Kin­zerCele­bra­te

Ers­te Pro­be: Ich weiß ja nicht, wie man sich in Kroa­ti­en (oder Aschaf­fen­burg) einen gelun­ge­nen Frei­tag­abend vor­stellt? So sicher nicht! Vier weib­li­che Chor­sän­ge­rin­nen beglei­ten Daria auf der Büh­ne – sowie ein äußerst gelang­weilt aus­se­hen­der DJ / Gar­de­ro­bier / Zau­ber­künst­ler. Sei­ne Funk­ti­on ist es, Daria beim zwei­fa­chen Wech­seln ihres Trick­klei­des behilf­lich zu sein: zuerst hält er eine mobi­le Umklei­de­ka­bi­ne hoch, wäh­rend Frau Kin­zer vom klei­nen Schwar­zen mit mit­ti­ger Gold­kan­te in einen Traum in Pink schlüpft, in dem sie dann – als bis­lang Ein­zi­ge die­ses Semis – den Cat­walk bedient. Am Schluß läßt er es Alu-Streu­sel aus sei­nem Zau­ber­zy­lin­der reg­nen, wäh­rend Daria ein paar Schnü­re löst und im lan­gen Sil­ber­far­be­nen dasteht. Da hat­te Guri Schankes (NO 2007) Trick­kleid-Dar­bie­tung aber mehr Pep! Immer­hin passt der schon tau­send­mal gese­he­ne Flit­ter­kram zum schon tau­semd­mal gehör­ten, laschen Dis­co­lied­chen. Da gibt’s bei der Wer­tung sicher nix zu Fei­ern.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 3/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Gute Güte, Frau Kin­zer hat wirk­lich so viel Per­sön­lich­keit wie ein Kuh­milch­schafs­kä­se! Die Cho­reo­gra­fie mit dem dop­pel­ten Trick­kleid ist geblie­ben, wirkt jetzt aber auf­ge­räum­ter und ruck­el­frei­er. Aller­dings auch immer noch wie etwas, was sich ein Show-Prak­ti­kant in der Mit­tags­pau­se aus­ge­dacht hat. Und der komi­sche DJ-Imi­ta­tor spielt sei­ne Rol­le mit unge­fähr so viel Begeis­te­rung und ech­ter Anteil­nah­me wie die Mode­ra­to­ren­wracks bei Astro TV. So sehr ich ja Glit­ter und Trick­klei­der lie­be – das ein­zi­ge, was die­se Num­mer noch ret­ten könn­te, wäre, wenn Daria beim stö­ckeln Rich­tung Cat­walk über ihre High Heels stürz­te (‘Break a Leg’). Bleibt so was von im Semi hän­gen!


Neue Wer­tung: 3/12 Punk­ten.

Soviel zum gest­ri­gen Don­ners­tag. Der heu­ti­ge Mor­gen sah nach über­ein­stim­men­den Blog­be­rich­ten aus Düs­sel­dorf deut­lich weni­ger Schwour­na­lis­ten im Pres­se­zen­trum als üblich, und über­wie­gend mit einem ver­ka­ter­ten Gesichts­aus­druck. Kein Wun­der – ges­tern Abend war die geor­gi­sche Par­ty, mit gleich drei Sophos und wie immer reich­lich flie­ßen­dem geor­gi­schen Wein! Aber wen­den wir uns den aus­ste­hen­den Pro­ben zu.

14. Island: Sjonni’s FriendsCom­ing home

Ers­te Pro­be: Ach ja. Fast hät­te es nach dem auf­ge­setzt künst­li­chen Tand der Kroa­ten ja etwas Anhei­meln­des, Tröst­li­ches, bei­na­he schon Erfri­schen­des, den sechs jun­gen, gut geklei­de­ten Her­ren aus Island zuzu­schau­en, wie sie in gut gelaun­ter Har­mo­nie ihrem ver­stor­be­nen Freund ein gemein­sa­mes Ständ­chen brin­gen. Sein eige­nes Lied gar noch: eine simp­le, leicht melan­cho­li­sche, aber anrüh­ren­de Melo­die. Wären da nur nicht die­se Dicke-Backen-Jazz-Trom­pe­ten, deren Äch­tung als zu ver­bie­ten­de Fol­ter­in­stru­men­te durch die UNO drin­gend auf die Agen­da gehört. Soll­ten die natio­na­len Kom­men­ta­to­ren vor die­ser Num­mer genü­gend auf die Trä­nen­drü­se drü­cken, könn­ten sie es aber den­noch ins Fina­le schaf­fen.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 2/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Heu­te waren die Islän­der die Ers­ten, die auf die Büh­ne muss­ten. Kein kroa­ti­sches Desas­ter vor ihnen. Und so fällt dann doch wie­der stär­ker auf, dass auch sie gegen Arti­kel 1 der Euro­vi­si­ons­ver­fas­sung ver­sto­ßen, wie San Mari­no. Und dass kein Mit­leid der Welt die­se grau­en­vol­len Jazz­trom­pe­ten aus­glei­chen kann. Kein Fina­le, bas­ta.


Neue Wer­tung: 1/12 Punk­ten.

15. Ungarn: Kati WolfWhat about my Dreams?

Ers­te Pro­be: Und hier kommt er: der gro­ße Favo­ri­ten­sturz die­ses Jahr­gangs! Im halb­schul­ter­frei­en, bleu­en Sei­den­imi­tat­fum­mel und mit offen­bar unge­wa­sche­nen Haa­ren sieht die unga­ri­sche Fan-Favo­ri­tin Wolf­kati nicht nur aus wie Céli­ne Dion nach einer vier­jäh­ri­gen Whit­ney-Hous­ton-Crack­tüt­chen-Diät. Sie klingt lei­der auch wie Letz­te­re! Da hel­fen auch die an den unmög­lichs­ten Stel­len beleuch­te­ten (sind das Rönt­gen­bil­der?) wei­ßen Büh­nen­kla­mot­ten ihrer Tän­zer nichts. Zumal die­se offen­sicht­lich auch kei­ne Ahnung haben, was sie eigent­lich machen sol­len – das “Wol­le wickeln” (Zitat Tho­mas Her­manns) ist doch wohl kein ernst­haf­ter Cho­reo­gra­fie­vor­schlag??? Und wes­we­gen einer von ihnen als Kreu­zung aus Astro­naut im Welt­raum­an­zug und Rap­per ver­klei­det ist, erschließt sich mir auch nicht. Schlu­ßend­lich kön­nen die bei­den weib­li­chen Backings dann auch nicht den star­ken Gos­pel­chor im Song­fi­na­le stem­men, der für die Num­mer aber essen­ti­ell ist. Tota­ler Car-Crash und Absturz im Semi, wenn das so bleibt.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 4/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: O weia. Wenn eurovision.tv schon Kat­is süße klei­ne Toch­ter ins Bild set­zen muss, um Sym­pa­thi­en für die Unga­rin zu erwe­cken, dann weiß man, dass der Bei­trag ver­lo­ren ist. Mar­gi­na­le Ver­bes­se­run­gen zur ers­ten Pro­be: einer der Tän­zer singt mitt­ler­wei­le mit, was den Chor ein klei­nes biss­chen kräf­ti­ger klin­gen lässt. Aber immer noch nicht stark genug. Kati trifft die weni­ger anspruchs­vol­len Töne im Gro­ßen und Gan­zen rich­tig. Sobald es in die Höhen geht, bleibt der Whit­ney-Hous­ton-Ver­gleich aber bestehen, und das meint die US-Diva nach ihrem letz­ten Come­back­ver­such! Das die Augen belei­di­gen­de Kleid ist vor­erst ver­schwun­den – aber im Trai­nings­an­zug wird Kati sicher auch nicht auf­tre­ten wol­len. Noch immer macht die Unga­rin ein Gesicht wie ein Gaul auf der Schlacht­bank und die LED-blin­ken­den Kapu­zen und Leg­war­mer der paar die meis­te Zeit plan­los her­um­ste­hen­den und ansons­ten albern ham­peln­den Tän­zer wir­ken – gera­de auch im Ver­gleich zu Russ­land – wie gewollt und nicht gekonnt. So wie die gan­ze Num­mer. Ich lie­be das Lied noch immer, aber Kat­is Träu­me sind am Diens­tag­abend wohl aus­ge­träumt.


Neue Wer­tung: 4/12 Punk­ten.

16. Por­tu­gal: Homens de LutaA Luta é Ale­gria

Ers­te Pro­be: Und da ist sie wie­der: die sozia­lis­ti­sche Vari­an­te der Vil­la­ge Peop­le™ aus Por­tu­gal! Sie zie­hen exakt die sel­be Show ab wie schon in der dor­ti­gen Vor­ent­schei­dung, außer dass das knuf­fi­ge Bär­chen dies­mal den Sol­da­ten spielt statt den Stahl­ar­bei­ter. Und dass jetzt vier von Ihnen Trans­pa­ren­te hoch­hal­ten, die in allen Spra­chen Euro­pas mit ihrer Losung “Kampf und Freu­de” beschrif­tet sind. Lei­der ist auch der Song immer noch der glei­che. Und damit gibt’s halt höchs­tens ein paar Soli­da­ri­täts­punk­te von PDS-Wäh­lern unter den Zuschau­ern. Für’s Fina­le reicht das nicht.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 4/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Sym­pa­thisch und rück­sichts­voll gegen­über den ver­ka­ter­ten Schwour­na­lis­ten vor Ort: die Band begnüg­te sich mit einem Durch­gang – das rei­che. Und auf den Pres­se­kon­fe­ren­zen beant­wor­ten sie alle Fra­gen sin­gend. Als Act fin­de ich Homens de Luta toll – der Song bleibt, um es mil­de zu for­mu­lie­ren, sper­rig. Kei­ne Chan­ce auf’s Fina­le, aber das ist wohl auch nicht beab­sich­tigt.


Neue Wer­tung: 3/12 Punk­ten.

17. Litau­en: Eve­li­na Sašen­koC’est ma Vie

Ers­te Pro­be: Klei­der machen doch Leu­te! In ihrem bestick­ten Mut­ter-der-Braut-Fum­mel wirkt Eve­li­na gar nicht mehr, wie noch im litaui­schen Fina­le, wie die kom­plett durch­ge­knall­te, heim­lich Klos­ter­frau Melis­sen­geist sau­fen­de Groß­mutter von Nadi­ne Bei­ler. Son­dern nur noch wie eine unter Auf­putsch­mit­tel ste­hen­de, altern­de Musi­cal-Tan­te. Jeden­falls so lan­ge, bis sie mit­ten in Vor­trag anfängt, zu gebär­den. Schluß damit! Nehmt den Tau­ben nicht noch ihr letz­tes Pri­vi­leg – das Nicht­ver­ste­hen­müs­sen von Grand-Prix-Lied-Tex­ten. Zumal noch von solch grau­en­vol­len wie die­sem! Mit die­ser Mis­se­tat dis­qua­li­fi­ziert sich Eve­li­na für das Fina­le.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 0/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: sie­he ers­te Pro­be. Der Song liegt im OGAE-Voting auf dem letz­ten Platz in die­sem Semi, und das hal­te ich für ein rea­lis­ti­sches Ergeb­nis. Zumin­dest aber für ein gerech­tes.


Neue Wer­tung: 0/12 Punk­ten.

18. Aser­bai­dschan: Ell & Nik­kiRun­ning sca­red

Ers­te Pro­be: Frei­frau Ste­fa­nie von und zu Gut­ten­berg! Hier sind Sie gefor­dert – schrei­ten sie ein! Befrei­en Sie das noch jung­fräu­li­che, lei­den­de aser­bai­dscha­ni­sche Milch­bärt­chen von sei­ner auf­dring­li­chen Stal­ke­rin, bevor es zu spät ist! Die­se leicht abge­grab­belt wir­ken­de Blon­di­ne könn­te sei­ne Mut­ter sein! Von wegen, er war Sech­zehn und sie Ein­und­drei­ßig, und über Lie­be wuß­te er nicht viel! Der arme Eldur soll in eine arran­gier­te (musi­ka­li­sche) Ehe gezwun­gen wer­den, und ich lei­de beim Zuschau­en Höl­len­qua­len. Set­zen Sie dem ein Ende! Hier ist Inno­cence in Dan­ger! Was die Final­chan­cen angeht, bin ich übri­gens unent­schie­den: bei Däne­mark 2010 litt ich ja ähn­lich, und die hät­ten am Ende fast gewon­nen. Aber die­se irre­ge­lei­te­te Musik-Zwangs-Ehe zwi­schen einem schwu­len Büb­chen und einer Pro­sti­tu­ier­ten kurz vorm Ruhe­stand ist doch noch eine Num­mer här­ter, die muss doch auch robus­te­re Men­schen als mich absto­ßen, oder?


Aufrechtgehn.de-Wertung: 0/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: Ell scheint mitt­ler­wei­le die Will&Grace-Fol­ge gese­hen und ver­in­ner­licht zu haben, in der Jack McFar­land (“Just Jack”) das Kon­zept der “Visu­al-eye-zati­on” erklärt, die es ihm ermög­licht, Frau­en zu küs­sen und gleich­zei­tig den natür­li­chen Brech­reiz zu unter­drü­cken, indem er wäh­rend­des­sen James van der Beek aus Dawson’s Creek visua­li­siert. Die hart an Kin­des­miß­brauch gren­zen­de, gespiel­te Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen Ell & Nik­ki wirkt zwar immer noch befremd­lich, aber nicht mehr so schmerz­lich unan­ge­nehm wie noch bei der ers­ten Pro­be. Der rest­li­che Auf­bau drum­her­um ist ziem­lich per­fekt, von den “Oh-oh”-ohoen­den Chor­sän­ge­rin­nen über das Voku­liak­leid von Nik­ki bis zum Song­auf­bau. Ich has­se die Num­mer noch immer, kann aber inzwi­schen ihre Spit­zen­po­si­ti­on in den Vor­her­sa­gen für die­ses Semi bes­ser nach­voll­zie­hen. Viel­leicht bin ich auch nur weni­ger emp­find­lich heu­te. Kommt ins Fina­le, klar.


Neue Wer­tung: 4/12 Punk­ten.

19. Grie­chen­land: Lou­kas Yior­kas + Ste­reo MikeWatch my Dance

Ers­te Pro­be: Visu­ell ist der grie­chi­sche Auf­tritt ein Fest. Lou­kas, noch mehr aber Ste­reo gehö­ren zu den anbe­tungs­wür­dig schöns­ten Göt­tern Män­nern, die jemals auf einer Euro­vi­si­ons­büh­ne stan­den. Und ich geste­he offen: spä­tes­tens wenn die drei durch­trai­nier­ten Break­dan­cer den Rap­per Ste­reo Mike in den Schwitz­kas­ten neh­men, wäh­rend Lou­kas singt, habe ich neben dem Becher Kaf­fee vor mir noch eine zwei­te Lat­te ste­hen. Auch wenn sich mir nicht erschließt, was die Break­dan­cer (zum Ende wer­den es vier) da machen und zu wel­chem Lied sie sich bewe­gen. Denn das bleibt lei­der das ent­schei­den­de Man­ko: dass die Grie­chen ver­ges­sen haben, ein Lied mit­zu­brin­gen. Ins Fina­le kom­men sie natür­lich trotz­dem, Dia­spo­ra sei Dank. Und Kaf­fee.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 5/12 Punk­ten.

Zwei­te Pro­be: So lang­sam fan­ge ich an, mit den Augen zu hören und den gesun­ge­nen Teil von ‘Watch my Dance’ ein biss­chen zu mögen. Der Rap-Part war aller­dings heu­te beson­ders grau­sam, da hilft auch alles gute Aus­se­hen nichts. Und zusam­men passt das alles immer noch nicht. Das dra­ma­ti­sche Ende ist aber gut. Sicher im Fina­le, schließ­lich ist es Grie­chen­land, Teil der Bal­kan Big Four.


Neue Wer­tung: 5/12 Punk­ten.

Und zu guter Letzt noch mei­ne Pro­gno­se für das Fina­le. Drin­ne sind mit amt­li­cher Sicher­heit: Haba Haba, Boom Boom, Da da dam (kann hier jemand ein Mus­ter erken­nen?), Live it up, Watch my Dance sowie die bei­den “Oh-oh”-Songs: Get you und Run­ning sca­red. Von den Bor­der­li­nern kom­men wahr­schein­lich Feel the Pas­si­on, Caro­ban und One more Day rein. Schaf­fen könn­ten es (auf deren Kos­ten) aber auch noch ganz knapp Jes­tem oder What about my Dreams? Für alle ande­ren heißt es: dan­ke für’s Mit­ma­chen.

Und damit haben wir’s für die­ses Fina­le geschafft! Herz­li­chen Dank für die Auf­merk­sam­keit (und die tol­len Kom­men­ta­re unten).

57 Gedanken zu “Ers­tes Semi­fi­na­le 2011: die Pro­ben

  1. … sry aber der lobvst finn­land in den him­mel nach Geor­gi­en, aber die Schweiz machst du nie­der nach Russ­land. Finn­land ist um wel­ten lang­wei­li­ge wie die Schweiz, vor­al­lem da man Finn­land ja schon 2010 hat­te… lang­wei­lig. Kopie³ er hät­te sich ja wenigs­tens setz­ten kön­nen.

  2. Er könn­te aber recht haben … … zumin­dest, was die erwar­te­te Reak­ti­on der Mehr­heit betrifft. In mei­nem per­sön­li­chen Geschmack fin­de ich natür­lich Russ­land nach wie vor furcht­bar (wie beschrie­ben kom­poso­to­risch belang­lo­ser Song, den Typ kann ich nicht aus­ste­hen, und wo sei­ne viel gelob­ten Talen­te ste­cken sol­len, ist mir noch nicht auf­ge­gan­gen. Viel­leicht im Tan­zen, im Sin­gen jeden­falls nicht), so dass ich DORT die Erlö­sung nötig hät­te, woge­gen ich den pun­ki­gen geor­gi­schen Bei­trag wirk­lich mag, auch wenn die Abmi­schung noch etwas aus­ge­wo­ge­ner wer­den soll­te. Aber die Mehr­heit des Publi­kums wird wahr­schein­lich durch Geor­gi­en wirk­lich ver­stört sein, ähn­lich wie sei­ner­zeit bei mei­nem gelieb­ten ‘Prob­ka’ aus dem Bal­ti­kum. Was den schwei­zer Song angeht: lang­wei­lig ist er eigent­lich nicht, und gesang­lich gibt es erst recht nichts zu meckern, aber irgend­wie kommt mir das zu belang­los rüber – und wird dabei garan­tiert über­se­hen oder ganz schnell wie­der ver­ges­sen. Beim fin­ni­schen Song dage­gen ist die Belang­lo­sig­keit so demons­tra­tiv dick auf­ge­tra­gen, dass es schon wie­der gut ist (ich glau­be auch, dass der Song iro­nisch gemeint ist). Und mit dem *fan­tas­ti­schen* Büh­nen­hin­ter­grund kommt das ein­fach super rüber, da wür­de ich auch drauf wet­ten.

  3. Dan­ke, das ist mein Punkt! Klar, die Schweiz und Finn­land geben sich nicht viel, bei­de sind unauf­dring­lich und nett und irgend­wie süß. Ich hab ja auch gar nix gegen die Anna (bis auf ihr Jackett. Ich soll­te Finn­land eigent­lich auch nicht mögen – bei Tom Dice letz­tes Jahr hat­te ich Brech­reiz – aber ich sehe das auch eher als iro­nisch gemein­te Per­si­fla­ge auf all die beim Grand Prix in den Acht­zi­gern so belieb­ten Peace-&-Harmony-Songs (spe­zi­ell aus dem Hau­se Sie­gel). Ja, er trägt wenigs­tens rich­tig dick auf und zieht alle Kli­schee­re­gis­ter, wäh­rend Anna halt unver­bind­lich und farb­los bleibt. Falls Oscar es ernst mei­nen soll­te, wäre ‘Da Da Dam’ aller­dings ent­setz­lich!

  4. Ich sag nur BUL / ICE 2009 bzw. POL / BEL 2010. Das hier wird genau der glei­che Effekt wer­den, da kann der Fin­ne auch ‘Alle mei­ne Ent­chen’ sin­gen – aller­dings ist DIE­SE Num­mer dann doch zu schwach, um das Semi zu gewin­nen. Und @Olli: Ich hab mich krin­ge­lig gelacht ob Dei­ner Ver­hör­küns­te bei Alba­ni­en – darf ich das ver­wen­den? Das müss­te sich doch auch mit dem gan­zen Lied machen las­sen 🙂

  5. der ers­te Pro­ben­tag ist geschafft Loch-ins-Hemd-freu, dass es end­lich rich­tig los­geht! Und die heu­ti­gen Pro­ben haben mich voll in mei­ner Ansicht bestä­tigt, dass wir es ins­ge­samt mit einem rich­tig guten Jahr­gang zu tun haben. Ich habe zwar im Gegen­satz zu den Vor­jah­ren immer noch nicht den einen per­sön­li­chen Favo­ri­ten, dafür aber bis zu 10 Bei­trä­ge, denen ich den Sieg wirk­lich gön­nen wür­de (wobei dies lei­der bei 8 davon eher unwahr­schein­lich sein dürf­te). Es gibt zwar etli­che Durch­schnitts­wa­re, aber fast kei­ne Total­aus­fäl­le (wenn man mal von Irland, Grie­chen­land und Russ­land absieht 🙂 ). Und die gesang­li­che leis­tung ist bei vie­len wirk­lich sehr hoch, das freut mich sehr und das hat sich auch heu­te wie­der gezeigt: Polen: War anfangs mal mei­ne Num­mer eins. Das ist es zwar nicht mehr so unum­strit­ten, aber die Per­form­anz ist sehr gut. Wobei Mag­da­le­na sich viel­leicht doch etwas mehr aufs Sin­gen statt auf ihre Turn­übun­gen kon­zen­trie­ren soll­te, denn die Stim­me kommt zwar noch kraft­voll, ist aber nicht immer sau­ber. Ich wäre übri­gens auch eher für den heu­ti­gen Dress. Nor­we­gen: singt tat­säch­lich gering­fü­gig bes­ser als im nor­we­gi­schen Fina­le, aber immer noch schwach. Das Lied selbst ist und bleibt hap­py und kommt ver­mut­lich gut an. Alba­ni­en: In den ver­gan­ge­nen Jah­ren war fast immer Alba­ni­en mein per­sön­li­cher Favo­rit. Die­ses Jahr tat ich mir damit etwas schwe­rer (war ‘nur’ Platz 4), da der Song schon ziem­lich sper­rig ist, wenn auch kom­po­si­to­risch wirk­lich gut. Aber spä­tes­tens seit ESC in con­cert hat mich Aure­las Büh­nen­prä­senz und Stimm­be­herr­schung (m.E. die bes­te Sän­ge­rin im gesam­ten Con­test) so über­zeugt, dass es mein neu­er Anwär­ter auf die 1 ist. natür­lich pas­siert das nicht real, Alba­ni­en hat zu weni­ge Freun­de, aber ich hof­fe sehr, dass wir sie im Fina­le haben wer­den. Arme­ni­en: belang­lo­ser Seicht­kram, auch noch pein­lich kit­schig zurecht­ge­macht durch das Box-The­ma, ich weiß echt nicht, was alle dar­an fin­den, auch wenn Emmy ver­mut­lich tat­säch­lich sin­gen kann (wird im Song nicht wirk­lich gefor­dert). Aber was rede ich, die arme­ni­sche Dia­spo­ra­ge­mein­de ist groß … Tür­kei: obwohl das vom Typ her an mei­nen ‘ech­ten’ Musik­ge­schmack her­an­kommt, fin­de ich die­se Dar­bie­tung zwar soli­de, aber eben unori­gi­nell und lang­wei­lig. Aber auch hier: Tür­kei ist natür­lich immer dabei … Ser­bi­en: auch hier eine rich­tig gute Sän­ge­rin! Mir per­sön­lich gefällt auch der Song (ist in mei­nen Top Ten), aber ich fürch­te, das sehen nicht alle so. Der Büh­nen­hin­ter­grund ist ja wirk­lich schrill. Aber pas­send. Russ­land: hät­te nicht gedacht, dass wir selbst hier in unse­rer Ein­schät­zung so nahe bei­ein­an­der­lie­gen. Aller­dings ‘Eine Mélan­ge aus Male­na Ern­man, Dan­ny Sau­ce­do, Sakis Rou­vas und Dima Bilan’ bedeu­tet bei mir (mit Aus­nah­me von Male­na Ern­man) Brech­reiz pur. Das sind genau mei­ne Hass­bei­trä­ge, die ich bit­te­schön gar nicht sehen will. Aber ich weiß ja, dass der Spat­zen-Alex für mich völ­lig unver­ständ­lich bei Jungs und Mädels gut ankommt. Schweiz: Sehr gut gesun­gen, gefäl­li­ges Lied­chen, auch nicht wirk­lich lang­wei­lig (s.o.), aber es reißt mich nach wie vor nicht vom Hocker. Aber sie soll­ten irgend­wie den Kon­trast erhö­hen: vor dem unru­hi­gen Hin­ter­grund ist Anna prak­tisch nicht aus­zu­ma­chen Soll­te das eine Meta­pher auf den Song selbst sein?). Geor­gi­en: ein­zi­ger Bei­trag, bei dem ich mit Oli in kei­ner Wei­se über­ein­stim­me. Ich fin­de die ori­gi­nel­len Out­fits affen­geil, vor allem wird hier Kon­trast zum Hin­ter­grund gebo­ten. Das Stück gefällt mir auch. Nur lei­der wird es das Wahl­volk wohl wirk­lich über­for­dern. Lei­der sehen Metal­ler und Punks sel­ten den ESC. Hof­fe, dass sich das auch mal ändern wird. Finn­land: habe ich oben schon alles gesagt. Gigan­ti­sches Büh­nen­bild!

  6. Ver­hör­küns­te Klar kannst Du die ver­wen­den – da sehe ich schon wie­der Gro­ßes auf uns zukom­men! 😀

  7. Der Spat­zen-Alex Nur, um das sicher­heits­hal­ber klar zu stel­len: ich gehö­re selbst nicht zu den­je­ni­gen, die beim Anblick des Rus­sen einen Blut­stau in den unte­ren Regio­nen krie­gen. Im Gegen­teil, ich find den eher schmie­rig. Aber wenigs­tens unter­hält er drei Minu­ten lang, wenn schon das Lied lang­weilt. Und ‘One more Day’ könn­te ja gut sein. Wenn sie eine Sän­ge­rin hät­ten, die in der Mit­te zwi­schen Sophos tech­nisch-kal­ter Peferk­ti­on und dem rot­zi­gen Rock­röh­ren­tum der blon­den Ori­gi­nal­sän­ge­rin läge. Und ande­re Kos­tü­me, sor­ry. Aber irgend­wo müs­sen wir ja auch aus­ein­an­der lie­gen. 😀

  8. Es gibt zwar etli­che Durch­schnitts­wa­re, aber fast kei­ne Total­aus­fäl­le (wenn man mal von Irland, Grie­chen­land und Russ­land absieht 🙂 ).’ Und was für den einen Total­aus­fäl­le sind, fin­det der ande­re wie­der gran­di­os. Ich hab Irland und Grie­chen­land in mei­nen Top 5 und Russ­land in mei­nen Top 10. Das kann doch nur einen star­ken Jahr­gang bedeu­ten. 😉 Mir hat übri­gens der Büh­nen­hin­ter­grund von Geor­gi­en am Bes­ten gefal­len. Der Glo­bus war für mich etwas zu sehr Kitsch, aber natür­lich pas­send zur Num­mer. Tür­kei und Ser­bi­en haben bei mir auf der Büh­ne im Ver­gleich zur CD bei­de zuge­legt. Da kommt schon was her­über. Der Büh­nen­hin­ter­grund bei Anna könn­te in der Tat etwas dezen­ter sein, aber für mich ist es die bes­te Chan­ce, die die Schweiz in den letz­ten Jah­ren für das Fina­le gehabt hat. Das neue rus­si­sche Intro hat mir dem­ge­gen­über gezeigt, dass Alex tat­säch­lich auch sin­gen kann und nicht nur gut aus­sieht. Das war eine posi­ti­ve Über­ra­schung. Wenn er will, kann er übri­gens auch viel natür­li­cher her­über­kom­men. Irgend­wo gibt es einen Clip, wo er eine Akus­tik-Ver­si­on von Get You zum Bes­ten gibt, da wirkt er weit­aus weni­ger ‘schmie­rig’. Was ich in die­sem Semi etwas anstren­gend fin­de, ist der Umstand, dass die ers­ten 7 Lie­der prak­tisch alle irgend­wie Uptem­po (oder eben rockig) sind, ehe die ers­te Ver­schnauf­pau­se kommt. Über­dies gibt es in der ers­ten Hälf­te prak­tisch kei­ne rich­ti­ge, klas­si­sche Bal­la­de (Finn­lands Lies ist eher Sin­ger/­Song­wri­ter-Gitar­ren­pop) – soviel zu dem The­ma, die Bal­la­den wür­den uns die­ses Jahr auch wie­der über­schwem­men, garan­tiert nicht in die­sem Semi – so dass ich auch San Mari­no bei ent­spre­chen­der gesang­li­cher Leis­tung nicht abschrei­ben wür­de.

  9. Es muss nicht immer Bal­la­de sein… San Mari­no? Im Fina­le? No no never ever ever. Das obers­te Gebot hier, immer und über­all lau­tet: DU SOLLST NICHT LANG­WEI­LEN. Und sor­ry, San Mari­no hat nur dann eine Chan­ce, wenn Glen Vel­la unge­fähr so auf­tritt wie sei­ner­zeit Kras­si­mir Avra­mov, und das glaub ich dann doch nicht. Viel mehr Sor­gen zum The­ma Bal­la­den wür­de ich mir dar­um machen, dass es Litau­en ins Fina­le schafft – das Ding ist uner­träg­lich hoch zehn, aber das sind die direkt davor star­ten­den Por­tu­gie­sen eben auch.… und ich hab ja die Theo­rie, dass sich der Vor­gän­ger­bei­trag ent­schei­dend auf die eige­nen Chan­cen aus­wir­ken KANN. Ein sehr schwa­cher / erschre­cken­der Vor­gän­ger­bei­trag erhöht die eige­nen Chan­cen enorm (das war übri­gens auch bei Lett­land im Semi 2007 so), wäh­rend ein sehr star­ker Vor­gän­ger­bei­trag grad mal gar nix heißt (vgl. Chia­ra / Lumi­ni­ta / Wig Wam in 2005 bzw. Mari­ja / Ver­ka 2007). Es ist nun mal ein­fach ein bal­la­den­ar­mes Jahr, und mal ehr­lich: Die anwe­sen­den Bal­la­den sind bis auf Zypern alle­samt Schrott. Alle­samt. Ich den­ke, dass wir nach dem Bal­la­de­no­ver­kill des letz­ten Jah­res ein eher bal­la­den­ar­mes bis -frei­es Fina­le erle­ben wer­den, wenn man Finn­land und Frank­reich, die ich bei­de sicher im Fina­le sehe (beson­ders Frank­reich) mal außen vor lässt. Das Haupt­pro­blem bei den dies­jäh­ri­gen Bal­la­den sind aus mei­ner Sicht: DIE STIM­MEN! Natür­lich kön­nen die alle sin­gen, aber da wird geknö­delt und Vokal­akro­ba­tik betrie­ben bis zum Geht­nicht­mehr, auf das man auch ja zei­ge, dass man sein Stimm­werks­zeug beherrscht. Haupt­sa­che anstren­gend, und übri­gens ist das ein Mar­ken­zei­chen (fast) aller Cas­ting­show­tus­sen und wohl auch die Sache, die den Schwei­zer Bei­trag töten wird (Annas Vokal­akro­ba­tik passt ein­fach über­haupt nicht zum Lied!) Ich hab wirk­lich über­haupt nichts gegen Bal­la­den, ganz im Gegen­teil, aber wenn es nur dar­um geht, zu zei­gen, dass man sei­ne Stimm­bän­der durch geziel­tes Mal­trä­tie­ren in Rekord­zeit kaputt­kriegt, dann thanks but no thanks. This is so not plea­sing on my ears! Sor­ry, jetzt ist der Gaul mit mir durch­ge­gan­gen… was wills­te machen.

  10. Spat­zen-Alex kann auch anders stimmt, das hat­te ich uner­wähnt gelas­sen. Ich habe die Akus­tik-Ver­si­on auch gese­hen, und die gefällt mir wesent­lich bes­ser: ers­tens kann er offen­sicht­lich doch sin­gen (war­um tut er das beim ESC so wenig? Im Intro kann er doch auch), ert spielt auch Kla­vier, und kommt wesent­lich sym­pa­thi­scher rüber als das übli­che schmie­ri­ge Groß­kotz-Image. Und zum The­ma Bal­la­den: dass die uns die­ses Jahr über­schwem­men wür­den, ist schlicht­weg falsch. Es gibt zwar eini­ge, aber eher weni­ge, und die sind außer­dem zumeist noch gut (aber das ist natür­lich Geschmacks­sa­che).

  11. mein Glo­bus muss kaputt sein Ähm, könn­te es sein, dass Du Dan Mari­no mit Mal­ta ver­wech­selst? RSM: Senit M: Glen Vel­la

  12. Bal­la­den Hihihi, un ich sach noch… 😉 die Geschmä­cker sind halt ver­schie­den, und das ist ja das Wun­der­ba­re an die­sem ver­rück­ten, beklopp­ten, fan­tas­ti­schen Wett­be­werb 🙂

  13. aus­ein­an­der nur mit den Kos­tü­men. Das mit der Sän­ge­rin sehe ich genau­so. Sopho ist tech­nisch um Klas­sen bes­ser, aber Tako oder wie die ande­re hieß kommt eher Rich­tung Debbie Har­ry.

  14. San Mari­no? Im Fina­le? No no never ever ever. (…) Viel mehr Sor­gen zum The­ma Bal­la­den wür­de ich mir dar­um machen, dass es Litau­en ins Fina­le schafft (…)’ Mei­ne Erfah­rungs­wer­te sagen ganz klar San Mari­no und nicht Litau­en. San Mari­no mag zwar lang­wei­len, aber mich hat auch Por­tu­gal letz­tes Jahr gelang­weilt und die sind wei­ter­ge­kom­men wohin­ge­gen mich Litau­en vom Stil her frap­pie­rend an Ungarn 2008 (Cand­le­light) erin­nert, und die sind im Semi letz­ter gewor­den. Wun­dern wür­de mich die­ses Jahr aller­dings gar nichts.

  15. Es ist nun mal ein­fach ein bal­la­den­ar­mes Jahr, und mal ehr­lich: Die anwe­sen­den Bal­la­den sind bis auf Zypern alle­samt Schrott.’ Kann ich zu 100% unter­schrei­ben. Wer mei­ne Kom­men­ta­re auf die­ser Sei­te so liest, bekommt den Ein­druck, ich wür­de Bal­la­den aus Prin­zip ableh­nen – stimmt aber über­haupt nicht: vie­le mei­ner ESC-Lieb­lin­ge sind Bal­la­den, ‘Ley­la’, ‘Molit­va’, ‘Vue­l­ve Con­mi­go’, ‘To Nie Ja’, ‘Et S’Il Fal­l­ait Le Fai­re’ und vie­le mehr. Bloß: es ist die­ses Jahr nichts dabei, was mich wirk­lich berührt (und das soll­ten Bal­la­den ja) – eine am Reiß­brett ent­wor­fe­ne 0815-Bal­la­de (Öster­reich), zeil­lo­ses Geklim­per mit einer Matro­ne, die jede Note bis zum Blu­ten aus­mo­du­liert (Litau­en), pathe­ti­sches Geknödel(Frankreich)und Lan­ge­wei­le pur (San Mari­no). Da ist Zypern mit sei­nem sehn­süch­ti­gen Folk­lo­re-Sound immer noch am authen­tischs­ten.

  16. *Bes­ser­wis­ser-Modus on* Mal­te­si­scher Bei­trag der Acht­zi­ger??? *tadelnd guck* Na na na.…. 😉 *Bes­ser­wis­ser-Modus off*

  17. Das Fie­ber steigt Ich glau­be inzwi­schen auch, dass Finn­land zum Kreis der mög­li­chen Sie­ger gezählt wer­den muss. Die­ses unschul­dig-naï­ve ‘Ich will die Welt ret­ten’ ist doch so nah am Zeit­geist wie sei­ner­zeit Nico­le mit ihrem ‘Ein biß­chen Frie­de’. Ob man sich in Hel­sin­ki über einen wei­te­re Sieg freu­en wür­de, weiß ich aller­dings nicht 😆 Nach dem EDC-Sieg war man jeden­falsl aus­drück­lich froh dar­über, die Show im Fol­ge­jahr nicht aus­rich­ten zu müs­sen. PS: Island hat zwar noch nicht geprobt aber ‘Com­ing home’ sehe ich inzwi­schen auch eher im Fina­le, Litau­en noch nicht. PPS: ‘All die­se mas­si­ve Effekt­ha­sche­rei lenkt jedoch, zusam­men mit sei­ner an Arro­ganz gren­zen­den Selbst­si­cher­heit, sehr erfolg­reich von der kom­po­si­to­ri­schen Belang­lo­sig­keit sei­nes Pop­lied­chens ab’…bei die­sem Zitat muss­te ich an den schwe­di­schen Bei­trag den­ken 😉

  18. zum PPS ja natür­lich. Eric fällt für mich in die glei­che Spar­te (Hass­ob­jek­te). Ich habe ihn nur des­we­gen nicht unter ‘Total­aus­fäl­le’, weil er bes­ser singt. Aber natür­lich hat der eine rie­si­ge Fan­ge­mein­de und erfüllt offen­bar auch das Kri­te­ri­um der ‘Zeit­ge­mäß­heit’, was die Charts­no­tie­run­gen bele­gen (was ich davon hal­te, habe ich ja bereits andern­orts erör­tert).

  19. Die gan­zen erwar­te­ten Lena-Klo­ne sind ja auch aus­ge­blie­ben – Anna Ros­si­nel­li ist die ein­zi­ge, die ein biss­chen in die­se Rich­tung geht. Und nach­dem ich mir den Sam­pler ange­hört habe, zeigt sich eins: es muss kein bal­la­den­rei­ches Jahr sein, um an vie­len Stel­len zu lang­wei­len. Ich für mei­nen Teil fin­de 2011 um eini­ges schlech­ter als 2010. Viel zu viel abzieh­bild­haf­ter Mid- bis Uptem­po­kram.

  20. Ja, ja und ja! Manch­mal hab ich ja den Ein­druck, wir sei­en bei der Geburt getrenn­te Zwil­lin­ge… Kann ich alles nur unter­strei­chen! Dan­ke aber auch noch mal an Tama­ra für die schö­ne For­mu­lie­rung ‘anwe­sen­de Bal­la­den’. 😀

  21. Klo­ne Ich wür­de ja auch Get­ter Jaa­ni als leicht in die­se Rich­tung gehend betrach­ten. Den­noch sehr inter­es­sant, dass wohl eher Tom Dice einen Trend gesetzt hat – zumin­dest optisch. Recht vie­le Buben und Büb­chen die­ses Jahr (Mal­ta, Finn­land, Schwe­den, Frank­reich, Zypern, Irland, sowie jeweils die Hälf­te von Lett­land und Aser­bai­dschan).

  22. Ich wür­de nicht unbe­dingt sagen, dass Eric bessr singt als Alex. Des­sen Intro hat mich wie gesagt posi­tiv über­rascht. Bei ihrem Pop­ge­sang wäh­rend ihren Hoch­leis­tungs­shows glau­be ich aber nicht, dass sie sich viel geben. Mag aber auch dar­an lie­gen, dass ich Alexs Stimm­fär­bung ange­neh­mer zum Hören emp­fin­de als Erics leicht quä­ki­ge Stim­me.

  23. Intro Das Intro hat mich auch posi­tiv über­rascht. Und, wie gesagt, ich glau­be ja auch, dass Ale­xej prin­zi­pi­ell auch sin­gen kann, nur tut er es bei die­sem Song (abge­se­hen vom Intro) nicht. Ganz schlimm fin­de ich in die­ser hin­sicht das aller­ers­te ver­öf­fent­lich­te Video.

  24. Duck sau­ce @ Litt­le Imp: Das ist mir auch auf­ge­fal­len und in einem eng­li­schen ESC-Forum wird Eric Saa­de dar­um auch als Kempe‘s ‘duck­ling’ oder auch als ‘queer duck’ bezeich­net. Ich fin­de sowohl Stim­me als auch Song und Per­for­mance hys­te­risch und anstren­gend bis ener­vie­rend. Dage­ben sind die Bei­trä­ge aus Island oder Finn­land fast schon wohl­tu­end fürAu­ge und vor allem Ohr.

  25. zwei­ter Tag Der zwei­te Pro­ben­tag lässt mich weit­aus weni­ger enthu­si­as­tisch zurück als der ers­te … Mal­ta: Von all den hop­sen­den Bubis (Schwe­den, Russ­land, Irland, …) kann Glenn defi­ni­tiv am bes­ten sin­gen. Das ist aber lei­der schon alles. Der Song ist gefäl­lig, aber nicht ein­präg­sam, die Büh­nen­show 0815. Wird nix. San Mari­no: Senit singt ziem­lich gut, aber das Stück bleibt ein­fach lang­wei­lig, auch wenn die Kom­po­si­ti­on gar nicht so übel ist. Und was soll denn das für eine Büh­nen­show sein? Kroa­ti­en: von allen bis­he­ri­gen Bei­tra­gen defi­ni­tiv der Schlech­tes­te! Gesang­lich ist Daria wirk­lich nicht über­zeu­gend, und der Song ist eh bil­ligs­te Kis­te. Da reißt auch der Fir­le­fanz mit dem dop­pel­ten Trick­kleid nichts raus. Island: Abso­lut nicht mein Musik­ge­schmack, aber die Jun­gens sind natür­lich gut. Das ist der Bei­trag, des­sen Schick­sal ich am wenigs­ten zu beur­tei­len ver­mag. Könn­te völ­lig abka­cken – aber viel­leicht springt ja auch irgend­ein Zau­ber über, der man­che zum Anru­fen bewegt. Ungarn: War einer mei­ner Favo­ri­ten, hat mich heu­te bit­ter ent­täuscht. Der Gesang war eigent­lich recht gut, aber was ist denn das für eine merk­wür­di­ge Cho­reo? Ich hof­fe, das wird noch bes­ser. Oder ist den Ungarn auf­ge­gan­gen, dass sie womög­lich gewin­nen könn­ten und sie zie­hen aus Angst vor den finan­zi­el­len Fol­gen die Not­brem­se? Por­tu­gal: net­te Idee mit den 16-spra­chi­gen Täfel­chen. Aber sonst? Nää­ää. Litau­en: auch das ist nicht mein per­sön­li­cher Musik­ge­schmack, aber sehr gut gesun­gen (wo soll das denn bit­te geknö­delt sein?) und stim­mig dar­ge­bo­ten, inklu­si­ve Büh­nen­auf­bau und Hin­ter­grund. Ob das aller­dings genü­gend Freun­de fin­den wird, wage ich zu bezwei­feln. Etwas irri­tiert bin ich durch die Taub­stum­men­spra­che, aber war­um nicht. Aser­bai­dschan: Ich ver­ste­he immer noch nicht, wie­so das selbst bei den OGAE-Votings so weit oben ran­giert. Abso­lu­te Belang­lo­sig­keit, und sie kann wirk­lich nicht sin­gen. Ein­zi­ges Plus: die Che­mie zwi­schen den bei­den ist glaub­wür­di­ger als Däne­mark 2010. Und die ‘gol­den show­er’ am Ende ganz nett. Grie­chen­land: Der Sän­ger ist ja ganz gut, und die Melo­die ist auch ein­gän­gig, wenn mir das auch per­sön­lich nicht beson­ders gefällt. Aber die­ser Rap­per-Dar­stel­ler kann’s ein­fach nicht. Und das macht das Gan­ze in mei­nen Ohren uner­träg­lich. Wird aber natür­lich vie­le Freun­de fin­den, ist doch Grie­chen­land.

  26. Nach­trag … und Eve­li­nas Kleid (LT) ist um Klas­sen hüb­scher als das Bar­ba­ra-Dex-Unge­tüm aus dem natio­na­len Fina­le.

  27. Favo­ri­ten­sturz Ich hof­fe mal, dass es tat­säch­lich dazu kommt, dann könn­te ich näm­lich sagen: Das habe ich doch gleich gesagt! 😉 Mein neu­er Favo­rit, was den Büh­nen­hin­ter­grund angeht, ist übri­gens nun Grie­chen­land. Das hat für mich genau­so viel Grö­ße wie Lou­kas’ Gesang. Gran­di­os!

  28. Ungarn… ohgot­to­got­to­gott… da hat­ten ja die No Angels ne bes­se­re Cho­reo­gra­phie 🙄 Offen­bar ist die­ses Lied nicht dafür gemacht, von nur 6 Leu­ten auf der Büh­ne per­formt zu wer­den. Die Num­mer schreit nach einer rich­tig gro­ßen Insze­nie­rung und in die­sem klei­nen Rah­men funk­tio­niert sie über­haupt nicht. Viel­leicht kann man sich ja ein biss­chen Tand und Flit­ter von den Kroa­ten aus­lei­hen. Und bit­te bit­te bit­te, spielt dann wenigs­tens den Gos­pel­chor vom Band ein. Nur mit die­sen bei­den Träl­ler-Ischen macht man sich ja lächer­lich…

  29. tra­gen­de Säu­len der Büh­nen­hin­ter­grund ist wirk­lich gut. Der Gesang wohl auch, aber defi­ni­tiv nicht der Rap.

  30. Kin­nersch, wisst Ihr was: Das macht hier mal wie­der so rich­tig vol­le Kan­ne Späss­ken! Vie­len Dank, lie­ber Olli und alle Kom­men­ta­to­ren hier unten!

  31. Top 10? Tja…und wer kommt nun ins Fina­le? Wird es viel­leicht doch span­nen­der als erwar­tet? Gera­de das ers­te Semi strotzt ja nur so von dia­spo­ra­ge­tra­ge­nen Bei­trä­gen und das zwei­te Semi galt daher als inter­es­san­ter und weni­ger vor­her­seh­bar. Es wäre schon bezeich­nend, wenn es z.B: die Bei­trä­ge aus Litau­en, Finn­land und Island ins Fina­le schaf­fen soll­ten und Favo­ri­ten wie z.B. Nor­we­gen und Ungarn nicht. Dann hät­te sich die Jury mal als nütz­lich erwie­sen. Alba­ni­en ist wohl wie­der in Ren­nen, die Tür­kei und Grie­chen­land sowie­so, auch wenn ich gera­de den gr. Bei­trag schwach und chao­tisch fin­de. Äußer­lich­kei­ten fin­de ich weni­ger wich­tig. Auch Aser­bai­dschan wird wohl nicht abstür­zen, denn die bei­den schlu­gen sich recht anstän­dig und der tota­le Car-Crash war es nicht (auch Nik­kis Gesang war zumin­dest erträg­lich). Ein­zig über die Qua­li­fi­ka­ti­on Arme­ni­ens mit dem pein­li­chen Lied­chen und der ‘over the top’ Per­for­mance wür­de ich mich ärgern. Top 10 nach den ers­ten Pro­ben (zufäl­li­ge Rang­fol­ge) Finn­land Island Alba­ni­en Aser­bai­dschan Russ­land Litau­en Tür­kei Polen Grie­chen­land

  32. Zum letz­ten Absatz: Das dür­fen sie nicht. Ver­pflich­ten­des Halb-Play­back: wäh­rend die Instru­men­te nicht live sein dür­fen, müs­sen es die Stim­men alle sein (so haben die Bri­ten 2006 ihr ohne­hin schon grau­sa­mes Lied end­gül­tig rui­niert, und die Kroa­ten haben 1999 dafür Punkt­ab­zug in der Fünf­jah­res­wer­tung kas­siert).

  33. Pein­lich Kroa­ti­en ist ja mal echt ne pein­li­che Per­for­mance. Auau­au. Und Ungarn die tota­le Ent­täu­schung. Bei den LEDs fragt man sich obs ne Per­si­fla­ge sein soll. Nix von Azer­bai­dschan 2010 gelernt. Ich bin froh das ich das 2te Semi live erle­ben darf und nicht das ers­te live erle­ben muss!

  34. Back­ground­chor Habe gera­de die ers­te Pro­be von Nadi­ne Bei­ler gehört. Die schaf­fen es, mit weni­gen Back­ground-Sän­gern fül­lig zu klin­gen. Viel­leicht könn­ten die Öster­rei­cher ja (ganz im Sin­ne der ehe­ma­li­gen Dop­pel­mon­ar­chie) aus­hel­fen kom­men?

  35. 😀 😀 😀 😀 😀 Bei esc­na­ti­on hat das auch schon einer vor­ge­schla­gen…

  36. Ich muss sagen, ich bin beein­druckt über Oliver’s Anti­zi­pa­ti­ons­ver­mö­gen – wenn ich ihn zitie­ren darf (vom 09.03.11): ‘das chro­nisch plei­te Land will sicher­lich nicht gleich gewin­nen.’ Wie sonst ist es zu erklä­ren, dass man einen Song mit einem so enor­men ESC-Poten­ti­al so gran­di­os ver­murkst? Ich bin erschüt­tert – what a was­te… Zwar glau­be ich noch an die Final­teil­nah­me, aber ‘Hun­ga­ry, twel­ve points’ (ich am 09.03.11) kann ich so jetzt nicht mehr ste­hen las­sen…

  37. Hmmm, mal schau­en Ich bin biss­chen ent­tauscht von den heu­ti­gen Pro­ben von Mag­da aber ich glau­be dass es nur eine Pha­se. Mog­li­cher­wei­se moech­te sie ihre stim­me biss­chen scho­nen. Es ist auch war, dass etwas mit den Sound ist. Sie wird das semi uber­ste­hen 🙂

  38. …nicht Uber­trei­ben ;( Fakt ist, dass heut nicht ihr bes­ter Tag war, aber sie ist schon von Natur eine Per­fek­tio­nis­tin und ich glau­be sie wird es meis­tern. Es gibt schlim­me­res in den semi.

  39. Sie wird es meis­tern, aber nur unter einer Bedin­gung: Sie muss sofort ihren andor­ra­ni­schen Schnei­der wie­der los­wer­den. Ansons­ten wird Polen das ers­te Land sein, das zum zwei­ten Mal den Bar­ba­ra-Dex-Award gewinnt. Und das wäre in dem Fal­le hoch­ver­dient.

  40. Da hast du recht 🙂 Den soll­te man erschie­sen, aber Mol­da­wi­en 2010 waren auch schlecht beklei­det- trotz­dem sind sie wei­ter gekom­men. Ich sehe Fina­le, aber auch nur die ers­te 20.

  41. Polen Wer hat mei­ner Favo­ri­tin Mag­da­le­na denn die­ses Kleid ver­paßt? Dem wür­de ich gern die Navy Seals vor­bei schi­cken. Auch mein ers­ter Gedan­ke war, ob sie Ein­la­gen aus dem Sani­täts­haus trägt. Dabei wird doch gewöhn­lich die Ober­wei­te aus­ge­stopft oder habe ich einen neu­en Beau­ty-Trend ver­paßt?

  42. Ich fin­de es ja immer noch erstaun­lich erschre­ckend, dass man in vie­len Blogs soviel Abnei­gung dage­gen liest, wenn eine älte­re Frau mit einem jun­gen Mann ein Lie­bes­lied zusam­men singt. Aber umge­kehrt wäre es natür­lich voll nor­mal und akzep­tiert. Schlimm. Inter­es­san­ter­wei­se greift auch gera­de die Lin­den­stra­ße gera­de das The­ma jun­ger Mann liebt älte­re Frau auf. Letz­ten Sonn­tag hat ‘Tiger’ Tom Bei­mer-Zieg­ler sei­ner Fami­lie sei­ne meh­re­re Jahr­zehn­te älte­re Freun­din vor­ge­stellt. Hm … ob das wohl was zu sagen hat?

  43. Top 10 @ Litt­le Imp. – das ist mir auch auf­ge­fal­len. Scha­de, dass es immer noch Dop­pel­stan­darts gibt. Der Ein­schät­zung der wahr­schein­li­chen Fina­lis­ten stim­me ich zu.…allerdings fällt es mir noch schwer zu glau­ben, dass Litau­en und Island chan­cen­los sein sol­len. Viel­leicht sind sie es, aber es wür­de mich auch nicht wun­dern, zumin­dest einen von ihnen doch noch im Fina­le zu sehen. Gewin­nen wird das Semi wahr­schein­lich (ver­dient) Russ­land, das sich nach eini­gen flau­en Jah­ren wie­der als das bes­se­re Schwe­den prä­sen­tiert und auf Erfolg getrimmt ist.

  44. Der ‘Gol­den Show­er’ im Hin­ter­grund des aser­bai­dscha­ni­schen Gejau­les kann doch nur ein beson­ders fie­ser Scherz der NDR-Büh­nen­bil­d/­Licht­tech­ni­ker sein…

  45. Zumin­dest Island habe ich eben­falls noch auf der Rech­nung. Das hat so einen unter­schwel­li­gen ‘Feel Good’-Vibe. Litau­en mag zwar gut gesun­gen sein, aber ich fin­de es den­noch hoff­nungs­los alt­mo­disch. Mit einer ähn­li­chen Num­mern ist Ungarn schon ein­mal letz­ter im Semi gewon­nen. Aller­dings gab es da auch noch kei­ne 50:50-Regelung. Man wird sehen.

  46. Ich den­ke, es hat weni­ger mit gene­rel­ler Abnei­gung son­dern mehr mit Unglaub­wür­dig­keit zu tun. Frau­en ste­hen sel­ten auf jün­ge­re Män­ner und sta­tis­tisch sind die männ­li­chen Part­ner 2–3 Jah­re älter als ihre Frau­en (war bei mir auch so). Ich wet­te, der Ehe­mann der hüb­schen Dame ist auch älter als sie. Ansons­ten, why not? Wo die Lie­be halt hin­fällt.

  47. Da hast Du aber wirk­lich ein aus­ge­präg­tes Kopf­ki­no, auf sol­che Asso­zia­ti­on wäre ich nie gekom­men.

  48. Per­si­fla­ge Um dich zu beru­hi­gen, Oscar meint es nicht ernst. Ich kanns zwar nicht bele­gen, aber als in Hel­sin­ki lebend hab ich mit ein paar des Fin­ni­schen mäch­ti­gen Arbeits­kol­le­gen über den Bei­trag gespro­chen und sie haben mir erzählt, dass er in meh­re­ren Inter­views vor­her erzählt hat, dass das Lied eine Per­si­fla­ge auf den Song­Con­test sei und er nie erwar­tet hät­te, auch nur in die fin­ni­sche Aus­wahl zu kom­men. In nicht fin­nisch­spra­chi­gen Inter­views nach sei­nem Sieg dürf­te er das unter­schla­gen haben, zumin­dest hab ich nichts Ent­spre­chen­des gefun­den.

  49. Für ein Urteil möch­te ich dann doch sehen, wie das alles auf dem Bild­schirm rüber­kommt und aus dem Laut­spre­cher des Fern­se­hers klingt. Wir sehen eben jetzt mehr eine Drauf­sicht auf die Büh­ne, wäh­rend wir spä­ter mit­ten im Gesche­hen sind. Und der Hall aktu­ell ver­fälscht ganz schön. Trotz­dem sam­melt man durch die Pro­ben-Vids man­che Ein­drü­cke. Scha­de, dass sich die tür­ki­schen Rocker auf Fir­le­fanz ein­ge­las­sen haben. Da wird man als Rocker leicht zur Pus­sy. Mal sehen.… Ganz mies ist ja das, was sich bei Ungarn auf der Büh­ne abspielt. Oder eben nicht abspielt. Geht’s noch ‘ne Spur alt­ba­cke­ner? Kann man nur hof­fen, dass Kati – wenigs­tens, und es ist wirk­lich das Wenigs­te – im Kof­fer noch was Schi­cke­res fin­det. Obwohl: Der unmög­li­che blaue Fum­mel passt super zur übri­gen Muf­fig­keit, die von der Büh­ne wäh­rend die­ser drei Minu­ten strömt.…

  50. Mein Wei­ter­kom­mer­tipp Soeben ist die zwei­te Gene­ral­pro­be zu Ende gegan­gen (also die, auf deren Basis die Jurys wer­ten), und obwohl ich immer noch kein ein­zi­ges Pro­ben­vi­deo ange­schaut hab (und das übri­gens bis mor­gen abend auch nicht mehr tun wer­de), trau ich mir zu, die Wei­ter­kom­mer zu tip­pen, und ich bin gespannt, wie vie­le davon stim­men. Wei­ter­kom­men wer­den: Nor­we­gen Alba­ni­en Arme­ni­en Tür­kei Ser­bi­en Russ­land x Finn­land x Island Aser­bai­dschan x Grie­chen­land x Der Semi-Sie­ger ist eine der mit x gekenn­zeich­ne­ten Natio­nen. Wie Ihr seht, hab ich Ungarn drau­ßen, ich hab noch geschwankt, ob ich sie rein­neh­men soll. Dafür wäre dann (auf Basis der heu­ti­gen Pro­be) Arme­ni­en raus­ge­flo­gen, und dass Arme­ni­en es nicht schafft, kann ich mir nun irgend­wie doch nicht vor­stel­len – das glei­che hab ich frei­lich letz­tes Jahr von Schwe­den auch behaup­tet.….. Wer bie­tet mehr?

  51. könn­te sein So könn­te es tat­säch­lich wer­den, wobei mich das im Fall von Alba­ni­en und Ser­bi­en wirk­lich freu­en wür­de, da mir bei­de Bei­trä­ge sehr gefal­len, aber ich die Final­teil­nah­me für unsi­cher hal­te, vor allem im Fall Ser­bi­ens. Ich hät­te aller­dings eher noch polen als Island auf der Lis­te. Und irgend­wie hof­fe ich ja immer noch, dass es Aser­bai­dschan nicht schafft, und dafür bei Ungarn noch ein Wun­der geschieht. Semi-Sie­ger wird wahr­schein­lich Finn­land.

  52. Vie­len Dank, das beru­higt mich wirk­lich sehr! 😀 Und lie­ben Gruß ins schö­ne Hel­sin­ki – hab mich dort 2007 sehr wohl gefühlt!

  53. Alters­un­ter­schied Es ist nicht der Alters­un­ter­schied per se, der mich stört – er trägt halt nur noch mehr zur Unglaub­wür­dig­keit bei. Zumal es ihm auf der Stirn geschrie­ben steht, dass er noch Jung­frau ist, was Frau­en angeht – und das wohl auch bleibt. Aber mitt­ler­wei­le spielt er sei­ne Rol­le ja ein biss­chen über­zeu­gen­der. Gene­rell fal­len Bezie­hun­gen mit gro­ßem Alters­un­ter­schied halt auf, gera­de weil sie so sel­ten sind – und der all­ge­mei­nen Lebens­er­fah­rung wider­spre­chen. Und älte­re Frau – jün­ge­rer Mann ist halt noch sel­te­ner als umge­kehrt. Aber wo die Lie­be hin­fällt – bit­te schön!

  54. Tja… Ich glau­be, wir alle (mich ein­ge­schlos­sen) soll­ten das Pro­phe­zei­en blei­ben las­sen. Was um alles in der Welt ist denn heu­te pas­siert? Hat ganz Euro­pa nur die Start­num­mern 6 bis 10 gese­hen? Im Fina­le: Ser­bi­en, Russ­land, Schweiz, Geor­gi­en, Finn­land, Island, Ungarn, Litau­en, Aser­bai­dschan und Grie­chen­land. Drau­ßen: Polen, Nor­we­gen, Alba­ni­en, Arme­ni­en (!), Tür­kei (!!!), Mal­ta, San Mari­no, Kroa­ti­en und Por­tu­gal. Aua. Ich wie­der­ho­le: war bei den ers­ten fünf Bei­trä­gen des Abends die Tele­fon­zen­tra­le kaputt, oder was? 😯

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