Erstes Semifinale 2011: die Proben

Tag 6 des Probenmarathons in Düsseldorf. Gestern und heute mussten (sollten, durften) die Teilnehmer des ersten Semis bereits zum zweiten Mal ran. Und es ist hochgradig spannend, wie schnell sich die Wahrnehmung verändert und wie viel scheinbare Kleinigkeiten ausmachen. Gerade in einem dermaßen offenen Jahr, wo sich fast jeder schwer tut, mögliche Qualifikanten zu benennen (von einem Gesamtsieger erst gar nicht zu reden). Neue Car-Crashs sind zu vermelden und der erste nackte Oberkörper, aber lesen Sie selbst!


Impressionen aus dem Pressezentrum

Um die Unterschiede zu den ersten Proben und ihre Auswirkungen auf meine Einschätzung zu demonstrieren, lasse ich meine Kommentare und Prognosen vom Sonntag hier stehen und füge meine neue Bewertung unten an. Los geht’s mit Frau Tul (oder Tool, wie der Engländer spöttisch grinsend gerne sagt):

1. Polen: Magdalena TulJestem

Erste Probe: Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Magdalena hat ihre zwei supersexy männlichen Tänzer in Warschau gelassen. Ihre zum energiegeladenen Uptempobeat des Songs passende aerobic-inspirierte Choreografie präsentiert sie von vier Tänzerinnen unterstützt, von denen zwei auch als Chorsängerinnen fungieren. Ein männlicher Sänger im Bühnenhintergrund rundet das Ganze ab. Die heutige Probe bestritt sie noch in schwarzen Lederjeans – die meines Erachtens besser aussehen als ihre kurz präsentierte spätere Bühnengarderobe, ein silberglitzerndes Stangentanzoutfit. Alles in allem liefert sie einen überzeugenden Opener: der Song ist eingängig und selbstbewußt wie stimmlich überzeugend präsentiert. Sicher im Finale.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 5/12 Punkten.

Zweite Probe: Das polnische Camp scheint von einer schlimmen gemeinschaftlichen Harnwegsinfektion kalt erwischt worden zu sein. Magdalena und ihre Tänzerinnen trugen heute die Bühnenoutfits: die besagten, weißen, mit Silberbrokat vollgemüllten, beinfreien Stangentanzkostüme. Allerdings an entscheidender Stelle ausgepolstert mit scheinbar mehreren Lagen von Inkontinenzwindeln für Erwachsene. Ljiepa Tena lässt sich das nun nicht nennen. Das sieht so entsetzlich aus, dass man seinen schreckstarren Blick die ganzen drei Minuten nicht von diesem Desaster abwenden kann und Lied (dem großen Roy Delanay zufolge ohnehin der „diesjährige Song, den niemand haßt, für den aber auch niemand abstimmt“), Choreografie und Bühnenhintergrund völlig unbemerkt an einem vorbeirauschen. Ich hoffe, die Antibiotikakur hat schon begonnen und wirkt bis nächsten Dienstag, sonst ist es Essig mit dem Finale.


Neue Wertung: 2/12 Punkten.

2. Norwegen: Stella MwangiHaba Haba

Erste Probe: Die schlechte Nachricht gleich vorweg: es könnte eng werden für meine Favoritin aus diesem Semi. Sie tritt genau zwischen zwei der stärksten Sängerinnen dieser Runde auf, wodurch ihre stimmliche Schwäche besonders auffällt. Andererseits klang die süße Stella heute besser als erwartet, und ihre gegenüber dem norwegischen Finale praktisch kaum veränderte Choreografie, ihr starker Begleitchor sowie ihre optimistisch-strahlende Bühnenpräsenz könnten das Ganze retten. Stella performte bereits in Bühnengarderobe, wie beim MGP ein knappes Kleidchen, diesmal aus dünner Goldfolie. Und so, wie sie während der Probe mehrfach am Körbchen zupfte, könnte uns womöglich ein norwegischer Nippelgate erwarten. Vielleicht schafft sie’s damit ja ins Finale – ich hoffe es sehr, auch wenn ich mir Sorgen mache!


Aufrechtgehn.de-Wertung: 10/12 Punkten.

Zweite Probe: Nach dem optischen Ausfall von Polen wirkt Stella gleich doppelt so fröhlich und ansteckend gut gelaunt. In offensichtlich neuen High Heels wippt sie noch einmal ekstatischer durch ihre fabelhafte Nummer, auf dass ihr tuffiger Arschspoiler nur so buschelt. Sorge vorbei – Stella ist wieder im Finale, wo sie auch hin gehört!


Neue Wertung: 12/12 Punkten.

3. Albanien: Aurela GaçeFeel the Passion

Erste Probe: Die schlechte Nachricht gleich vorweg: man versteht Aurelas albenglisch immer noch nicht. „Trust me there, my Disneyland“, „I dab my Lips with your Morning Tool“, „I hold my Nipple in the open Sky“ – wie bei so vielen osteuropäischen Ländern hätte ich die muttersprachliche Version bevorzugt. Aber: Aurela regiert die Bühne. Mit ihren auffälligen roten Haaren, ihrer Adeva-Gedächtnisfrisur und ihrer dominahaften Ausstrahlung greift sie sich die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Leider auch mit der schlimmen Verka-Serdutschka-Strumpfhose. Die würde ich an ihrer Stelle im Semi nicht tragen! Aber, verdammt, kann die Alte live singen! Sie schreit zwar immer noch, aber es klingt eher kompetent als anstrengend, wie noch in der Studiofassung. Definitiv im Finale und möglicherweise der Sargnagel für Stella Mwangi.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 3/12 Punkten.

Zweite Probe: Auch Aurela erschien heute in Bühnenmontur und mit voller Kriegsbemalung. Die Kombination aus hautfarbenem Kleid, in dass sie offenbar mit dem Schraubstock gequetscht wurde, mit elfenbeinfarbenen Abdeckungen an den notwendigen Stellen und mit einem Überwurf in Sissi-Dimensionen, das kiloschwere Eyeshadow, das straff nach hinten gekämmte Haar und ihr orkanartiges Gekreische vermitteln allesamt denselben Eindruck: letzte, große Anstrengung. Dann doch lieber leichtbeschwingte afrikanische Fröhlichkeit. Könnte knapp werden mit dem Finale.


Neue Wertung: 4/12 Punkten.

4. Armenien: EmmyBoom Boom

Erste Probe: Wie es sich im offiziellen Videoclip bereits andeutete, entschied sich die armenische Delegation bei der Songpräsentation für ‚Boom Boom‘ für das naheliegende Thema Boxen. Emmy, die bei der Probe eine Carola pullte und nur die Hälfte ihres Textes sang, sitzt zum Auftakt in einem gigantischen, mit ihrem Namen bestickten, glitzernden Boxhandschuh. Vier muskulöse männliche Tänzer in Boxerroben begleiten sie – die Mäntel fallen bald, sie präsentieren sich mit zerrissenen T-Shirts und ziehen mitten in der Nummer weiße Bänder aus ihren Hosentaschen, mit denen sie einen Boxring um Emmy improvisieren. Jawohl: so geht eine Eurovisionschoreografie! Wie jeder stark mit optischen Gimmicks arbeitende, musikalisch substanzlose Beitrag wird sich auch Emmys Nummer sicher ins Finale durchboxen und dort in der Wiederholung abkacken.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 7/12 Punkten.

Zweite Probe: Nicht viel Neues hier. Heute trugen alle ihre Boxrobe, einschließlich Emmy, die in ihrem rotem Kapuzenumhang ein bisschen weihnachtlich aussieht. Doch auch der fällt ja schnell, darunter dann ein knapper weißer Mini. Passt alles wie die Faust aufs Auge und ist ein verdienter Finalist.


Neue Wertung: 8/12 Punkten.

5. Türkei: Yüksek SadakatLive it up

Erste Probe: Die schlechte Nachricht vorweg: die Türken haben ein bedauernswertes, trauriges Mädel mit weißgeschminktem Gesicht mit auf die Bühne gebracht, die sie in einer gigantischen goldenen Weltkugel gefangen halten, aus der sie sich weder befreien kann noch will. Inwiefern das den positiv-fröhlichen Inhalt ihrer sauber performten Elektro-Rocknummer transportieren soll, erschließt sich mir nicht. Im direkten Anschluß an den armenischen Overkill wirkt ‚Live it up‘ solide – und hart an der Grenze zur Langeweile. Kommt natürlich trotzdem weiter, weil es die Türkei ist, reißt mich aber nicht vom Hocker.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 4/12 Punkten.

Zweite Probe: Ich werde noch immer nicht schlau aus der ohne Unterlaß in ihrem Weltkugelgefängnis umherkrabbelnden Gummiknochenfrau. Was ist ihre Botschaft? Frauen sind die Gefangenen der Erde? Jeder nur einen Kosmos? Bleib geschmeidig? Ehrlich, das macht mich noch kirre. Drumherum die übliche, solide Rockband-Performance. Und die Erkenntnis, dass Männer mit Dutt im Haar sexy aussehen. Sicherer Finalist, und das ist schon okay so.


Neue Wertung: 5/12 Punkten.

6. Serbien: NinaCaroban

Erste Probe: Dringende Warnung: wer unter Seekrankheit leidet, sollte an dieser Stelle schon mal die Spucktüte bereit legen! Während Nina und ihre drei Carobettes zu ihrer Sixties-Swingnummer eine astreine Arschwackelchoroegrafie hinlegen (Keith Mills von AKOE, der alt genug ist, sich zu erinnern, verglich die Performance mit ‚The Wah-Wahtusi‘ von den Orlons von 1962), drehen sich auf der LED-Wand hintendran bunte Kreise und Wirbel. Ob die Serben uns damit hypnotisieren wollen? Mir wird davon jedenfalls schlecht. Insgesamt nett, aber zu unspektakulär, um weiter zu kommen. Speziell auf dem verfluchten Startplatz nach der Werbepause.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 1/12 Punkten.

Zweite Probe: Auch Nina & die Carobettes heute im Bühnenoutfit. Sie in einem – im Vergleich zum Bühnenhintergrund – dezenten grauen Glockenkleid-Mini, ihre Backings in verschiedenen Unifarben, ein bisschen wie ein tanzendes RTL-Logo (das Farbschema stimmt nicht, ich weiß, aber vom Grundsatz her). Und mit einem weiteren, in diesem Jahr scheinbar unverzichtbaren Accessoire: der Nadine-Beiler-Perücke! Mit Österreich und Malta sind wir jetzt schon beim dritten Land, das mit Fake-Bobs auftaucht. Ist auf der Kö ein Perückenausverkauf? Blogs und Buchmacher rechnen Nina fest zu den Finalisten, ich sehe sie zwar eher knapp draußen, könnte aber auch klappen, wenn nicht zu vielen Votern und Juroren vom Spiralnebel schlecht wird.


Neue Wertung: 3/12 Punkten.

7. Russland: Alex SparrowGet you

Erste Probe: Eine Melange aus Malena Ernman, Danny Saucedo, Sakis Rouvas und Dima Bilan. Alex‘ Bühnenshow beinhaltet fahrbare LED-Wände (hinter denen sich zwei Backingsänger verstecken), ein beleuchtetes Podest, von dem aus er einen beeindruckenden Rückwärtssalto hinlegt, im Dunkeln leuchtende Schuhsohlen und Lederjacken mit ebenfalls weiß glühenden Flächen auf der Rückseite – die ein bisschen so aussehen, als habe jemand Alex und seinen drei butchen Begleittänzern „Tritt mich“-Schilder auf den Rücken geklebt. All diese massive Effekthascherei lenkt jedoch, zusammen mit seiner an Arroganz grenzenden Selbstsicherheit, sehr erfolgreich von der kompositorischen Belanglosigkeit seines Popliedchens ab und lässt einen auch die furchtbaren 30 Sekunden zum Auftakt vergessen. Sicher im Finale.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 3/12 Punkten.

Zweite Probe: wie die Düsseldorfer Blogs berichteten, gab es bei Alex‘ Proben jedesmal an anderer Stelle Probleme: mal mit den albernen Leuchtschuhen, mal mit den Tänzern, mal mit dem Rückwärtssalto. Ich muss ja gestehen, dass ich mir ’nen Ast freuen würde, wenn im Finale – in das Herr Vobyorov zweifelsohne einzieht – irgendwas in die Hosen ginge. Der Scheiße-diese-Formulierung-hätte-mir-einfallen-müssen-Kreativitätspreis geht an den ESC Nation Liveblog, der die russische Darbietung heute als „Grease trifft Cheese“ bezeichnete. Und wenn Sie in Düsseldorf wohnen und heute Mittag durch ein kollektives, spitzes Kreischen irritiert wurden – Alex Sparrow zog während der Pressekonferenz sein T-Shirt aus. Teile der Schwournalisten liegen noch immer in Ohnmacht.


Neue Wertung: 4/12 Puntken.

8. Schweiz: Anna RossinelliIn Love for a While

Erste Probe: Oh jeh. Abhängig von persönlichen Standpunkt mag man Annas lieblich vor sich hin plinkernde, unschuldige Ukulelen-Melodei nach Russlands OTT-Angriff für erholsam halten – oder für einschläfernd. Ich tendieren zu Letzterem. Annas Bühnenoutfit, ein dezent glitzernder roter Blazer, wie er in seiner Spießigkeit für einen maltesischen Beitrag der Achtziger Neunziger (sorry, ich vergaß…) passend wäre, geht im zuckersüßen, Flor-de-Lis-haften LED-Hintergrund völlig unter. Ist aber auch egal. Tut niemandem weh und animiert niemanden zum Anrufen. Tschüss, Schweiz.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 1/12 Punkten.

Zweite Probe: Anna trägt weiterhin das Claudette-Pace-Gedächtnisjackett, für das sie zwanzig Jahre zu jung ist. Wenn das die schweizerische Vorstellung von „frisch und spontan“ sein soll… Aber dort hält man ja auch Emil für einen Komiker und den Nebelspalter für eine Satirezeitschrift. Ich glaube, die Schweiz hat ihre atemberaubend schönen Hochgebirge nur, weil sonst die Einwohner des Landes vor Langeweile stürben. Sorry, Anna: auch Du wirst den siebenjährigen Ausscheidungslauf nicht beenden…


Neue Wertung: 2/12 Punkten.

9. Georgien: EldrineOne more Day

Erste Probe: Gute Güte! Die Bühnenoutfits der georgischen Elektrorocker sehen aus, als hätte jemand einer moldawischen Bäuerin den Auftrag gegeben, Garderobe zum Thema „Angriff aus dem Weltall“ zu entwerfen. Alles in schwarz mit wirr aufgenähten giftgrünen Spulwürmern. Sopho schreit sich die Seele aus dem Leib, dazu gibt es ein Strobolichtinferno (fotosensitive Menschen sollten hier besser umschalten). Insgesamt wirkt das alles strukturlos, aggressiv und unangenehm. Man ist froh, wenn die drei Minuten rum sind und man das Ganze nie mehr sehen und hören muss, was nach dem Semi auch der Fall sein wird.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 0/12 Punkten.

Zweite Probe: Noch immer sieht es aus, als sei eine Horde hochradioaktiver Weltallwürmer über die Bühnenklamotten der Georgier hergefallen. Sopho sang für meine Ohren heute stets eine Viertelsekunde vor oder hinter dem Backing Track, so als wolle sie die Whitney Houston des Gothic Rock werden. Sollte Georgien tatsächlich weiterkommen, dann rein aufgrund von Blockvoting.


Neue Wertung: 2/12 Punkten.

10. Finnland: Paradise OskarDa da dam

Erste Probe: Oskar steht in einem schauderhaften, aus Recyclingstoffen handgeklöppelten Sweater ganz alleine auf der Bühne, schrammelt auf seiner Gitarre (höre ich da jemand „Belgien 2010“ rufen?) und singt mit Welpenblick sein Rettet-den-Planeten-Liedlein, während sich auf der LED-Wand die blaue Weltkugel dreht. In einem Wort zusammengefasst: Awwwwwww… Gerade nach dem georgischen Gegröhle wirkt das besonders heimelig und beruhigend, unschuldig und niedlich-naiv. Haltet die Feuerzeuge und Wunderkerzen schon mal bereit. Den sehen wir im Finale wieder!


Aufrechtgehn.de-Wertung: 7/12 Punkten.

Zweite Probe: Irgendjemand hat den guten Oskar ordentlich mit Rotbäckchen abgefüllt. Oder Eric Saade hat ihm ein paar mal in die Wangen gekniffen. Wer weiß. Jedenfalls stand er heute gut durchblutet, gut gelaunt und schüchtern grinsend auf der Bühne. Good Lord, der ist sowas von im Finale! Trotz des hässlichen Pullis, leider ein Argument gegen Recycling. Ich weiß, diese Mischung aus Tom Dice und Six4One sollte mich eigentlich in Sekundenschnelle zum Erbrechen bringen, aber ich find’s süß. Schlagt mich, aber ich würd‘ mich noch nicht mal wundern, wenn Oskar aus der Tonne im Finale gewönne…


Neue Wertung: 8/12 Punkten.

11. Malta: Glen VellaOne Life

Erste Probe: Es ist schon ziemlich tragisch: nach alledem, was man liest und hört, freut sich niemand so sehr, in Düsseldorf dabei zu sein, wie das putzige, überenthusiastische Discobunny aus Malta. Für unsere gute Glenda geht hier ein Lebenstraum in Erfüllung. Um so grausamer, dass dieser so früh beendet sein wird. Zwei männliche Tänzer umrahmen Glenda auf der Bühne und spulen routiniert eine topsynchrone Nullachtfünfzehn-Choreografie ab. Im Hintergrund stehen auf Podesten etwas unbeteiligt drei Chorsängerinnen, die sich mit billigen Plastiksonnenbrillen und Nadine-Beiler-Perücken tarnen. Ganz selten lassen sich auch mal dazu herab, ein paar synchronisierte Handbewegungen zu machen. Es wirkt, als sei es ihnen peinlich, dabei zu sein. Sich wild bewegende Dreiecke in allen Farben des Regenbogens auf der LED-Wand erschlagen diese halbherzige Darbietung komplett. Malta hat offenbar bereits aufgegeben. Armes Bunny.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 2/12 Punkten.

Zweite Probe: Blöd für Malta, dass die Serben seine Idee mit den Österreich-Perücken klauten. Glen kommt später im Line-up als Nina und so sieht nun unser Discobunny aus wie ein schlechter Kopist. Ungerechter Weise. Macht aber auch nichts, denn bei allem persönlichen Enthusiasmus unserer Glenda hat diese Nummer ungefähr so viel Überlebenschancen wie ein Schokopudding in meiner Gegenwart.


Neue Wertung: 4/12 Punkten.

12. San Marino: SenitStand by

Erste Probe: Der völlige Gegenentwurf zu Malta – und doch so viele Gemeinsamkeiten! Die supersympathische Senit, die sich wohl ähnlich stark wie Glenda über ihre Teilnahme freut, präsentiert ihren supersoften Song zusammen mit drei Backingsängern und zwei Gitarristen. Die Sechs harmonieren super, sowohl stimmlich wie vom Zusammenspiel, auch wenn außer gelegentlichen Trockeneis-Wolkenbäuschchen so gut wie nichts auf der Bühne passiert. Senit singt besser als sie müsste. Doch es hilft alles nichts: nach 30 Sekunden schläft man unweigerlich tief und fest. Auch für Senit ist daher nach dem Semi Schluß.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 1/12 Punkten.

Zweite Probe: Heute sah Senit besser aus als beim letzten Mal (welche Wunder ein ordentliches Kleid und ein bisschen Make-up doch bewirken können. Ihre Haare sind allerdings immer fabelhaft!), dafür klang sie schlechter – exzessives Feiern, wie sie selbst erklärte. Ist in ihrem Fall auch besser, sie erledigt das jetzt, wo sie noch da ist. Nächsten Mittwoch ist der Spaß für sie nämlich vorbei. Denn sie verstößt klar gegen Artikel 1 der Eurovisionsverfassung: Was immer Du tust – langweile nicht!


Neue Wertung: 3/12 Punkten.

13. Kroatien: Daria KinzerCelebrate

Erste Probe: Ich weiß ja nicht, wie man sich in Kroatien (oder Aschaffenburg) einen gelungenen Freitagabend vorstellt? So sicher nicht! Vier weibliche Chorsängerinnen begleiten Daria auf der Bühne – sowie ein äußerst gelangweilt aussehender DJ / Garderobier / Zauberkünstler. Seine Funktion ist es, Daria beim zweifachen Wechseln ihres Trickkleides behilflich zu sein: zuerst hält er eine mobile Umkleidekabine hoch, während Frau Kinzer vom kleinen Schwarzen mit mittiger Goldkante in einen Traum in Pink schlüpft, in dem sie dann – als bislang Einzige dieses Semis – den Catwalk bedient. Am Schluß läßt er es Alu-Streusel aus seinem Zauberzylinder regnen, während Daria ein paar Schnüre löst und im langen Silberfarbenen dasteht. Da hatte Guri Schankes (NO 2007) Trickkleid-Darbietung aber mehr Pep! Immerhin passt der schon tausendmal gesehene Flitterkram zum schon tausemdmal gehörten, laschen Discoliedchen. Da gibt’s bei der Wertung sicher nix zu Feiern.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 3/12 Punkten.

Zweite Probe: Gute Güte, Frau Kinzer hat wirklich so viel Persönlichkeit wie ein Kuhmilchschafskäse! Die Choreografie mit dem doppelten Trickkleid ist geblieben, wirkt jetzt aber aufgeräumter und ruckelfreier. Allerdings auch immer noch wie etwas, was sich ein Show-Praktikant in der Mittagspause ausgedacht hat. Und der komische DJ-Imitator spielt seine Rolle mit ungefähr so viel Begeisterung und echter Anteilnahme wie die Moderatorenwracks bei Astro TV. So sehr ich ja Glitter und Trickkleider liebe – das einzige, was diese Nummer noch retten könnte, wäre, wenn Daria beim stöckeln Richtung Catwalk über ihre High Heels stürzte (‚Break a Leg‘). Bleibt so was von im Semi hängen!


Neue Wertung: 3/12 Punkten.

Soviel zum gestrigen Donnerstag. Der heutige Morgen sah nach übereinstimmenden Blogberichten aus Düsseldorf deutlich weniger Schwournalisten im Pressezentrum als üblich, und überwiegend mit einem verkaterten Gesichtsausdruck. Kein Wunder – gestern Abend war die georgische Party, mit gleich drei Sophos und wie immer reichlich fließendem georgischen Wein! Aber wenden wir uns den ausstehenden Proben zu.

14. Island: Sjonni’s FriendsComing home

Erste Probe: Ach ja. Fast hätte es nach dem aufgesetzt künstlichen Tand der Kroaten ja etwas Anheimelndes, Tröstliches, beinahe schon Erfrischendes, den sechs jungen, gut gekleideten Herren aus Island zuzuschauen, wie sie in gut gelaunter Harmonie ihrem verstorbenen Freund ein gemeinsames Ständchen bringen. Sein eigenes Lied gar noch: eine simple, leicht melancholische, aber anrührende Melodie. Wären da nur nicht diese Dicke-Backen-Jazz-Trompeten, deren Ächtung als zu verbietende Folterinstrumente durch die UNO dringend auf die Agenda gehört. Sollten die nationalen Kommentatoren vor dieser Nummer genügend auf die Tränendrüse drücken, könnten sie es aber dennoch ins Finale schaffen.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 2/12 Punkten.

Zweite Probe: Heute waren die Isländer die Ersten, die auf die Bühne mussten. Kein kroatisches Desaster vor ihnen. Und so fällt dann doch wieder stärker auf, dass auch sie gegen Artikel 1 der Eurovisionsverfassung verstoßen, wie San Marino. Und dass kein Mitleid der Welt diese grauenvollen Jazztrompeten ausgleichen kann. Kein Finale, basta.


Neue Wertung: 1/12 Punkten.

15. Ungarn: Kati WolfWhat about my Dreams?

Erste Probe: Und hier kommt er: der große Favoritensturz dieses Jahrgangs! Im halbschulterfreien, bleuen Seidenimitatfummel und mit offenbar ungewaschenen Haaren sieht die ungarische Fan-Favoritin Wolfkati nicht nur aus wie Céline Dion nach einer vierjährigen Whitney-Houston-Cracktütchen-Diät. Sie klingt leider auch wie Letztere! Da helfen auch die an den unmöglichsten Stellen beleuchteten (sind das Röntgenbilder?) weißen Bühnenklamotten ihrer Tänzer nichts. Zumal diese offensichtlich auch keine Ahnung haben, was sie eigentlich machen sollen – das „Wolle wickeln“ (Zitat Thomas Hermanns) ist doch wohl kein ernsthafter Choreografievorschlag??? Und weswegen einer von ihnen als Kreuzung aus Astronaut im Weltraumanzug und Rapper verkleidet ist, erschließt sich mir auch nicht. Schlußendlich können die beiden weiblichen Backings dann auch nicht den starken Gospelchor im Songfinale stemmen, der für die Nummer aber essentiell ist. Totaler Car-Crash und Absturz im Semi, wenn das so bleibt.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 4/12 Punkten.

Zweite Probe: O weia. Wenn eurovision.tv schon Katis süße kleine Tochter ins Bild setzen muss, um Sympathien für die Ungarin zu erwecken, dann weiß man, dass der Beitrag verloren ist. Marginale Verbesserungen zur ersten Probe: einer der Tänzer singt mittlerweile mit, was den Chor ein kleines bisschen kräftiger klingen lässt. Aber immer noch nicht stark genug. Kati trifft die weniger anspruchsvollen Töne im Großen und Ganzen richtig. Sobald es in die Höhen geht, bleibt der Whitney-Houston-Vergleich aber bestehen, und das meint die US-Diva nach ihrem letzten Comebackversuch! Das die Augen beleidigende Kleid ist vorerst verschwunden – aber im Trainingsanzug wird Kati sicher auch nicht auftreten wollen. Noch immer macht die Ungarin ein Gesicht wie ein Gaul auf der Schlachtbank und die LED-blinkenden Kapuzen und Legwarmer der paar die meiste Zeit planlos herumstehenden und ansonsten albern hampelnden Tänzer wirken – gerade auch im Vergleich zu Russland – wie gewollt und nicht gekonnt. So wie die ganze Nummer. Ich liebe das Lied noch immer, aber Katis Träume sind am Dienstagabend wohl ausgeträumt.


Neue Wertung: 4/12 Punkten.

16. Portugal: Homens de LutaA Luta é Alegria

Erste Probe: Und da ist sie wieder: die sozialistische Variante der Village People™ aus Portugal! Sie ziehen exakt die selbe Show ab wie schon in der dortigen Vorentscheidung, außer dass das knuffige Bärchen diesmal den Soldaten spielt statt den Stahlarbeiter. Und dass jetzt vier von Ihnen Transparente hochhalten, die in allen Sprachen Europas mit ihrer Losung „Kampf und Freude“ beschriftet sind. Leider ist auch der Song immer noch der gleiche. Und damit gibt’s halt höchstens ein paar Solidaritätspunkte von PDS-Wählern unter den Zuschauern. Für’s Finale reicht das nicht.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 4/12 Punkten.

Zweite Probe: Sympathisch und rücksichtsvoll gegenüber den verkaterten Schwournalisten vor Ort: die Band begnügte sich mit einem Durchgang – das reiche. Und auf den Pressekonferenzen beantworten sie alle Fragen singend. Als Act finde ich Homens de Luta toll – der Song bleibt, um es milde zu formulieren, sperrig. Keine Chance auf’s Finale, aber das ist wohl auch nicht beabsichtigt.


Neue Wertung: 3/12 Punkten.

17. Litauen: Evelina SašenkoC’est ma Vie

Erste Probe: Kleider machen doch Leute! In ihrem bestickten Mutter-der-Braut-Fummel wirkt Evelina gar nicht mehr, wie noch im litauischen Finale, wie die komplett durchgeknallte, heimlich Klosterfrau Melissengeist saufende Großmutter von Nadine Beiler. Sondern nur noch wie eine unter Aufputschmittel stehende, alternde Musical-Tante. Jedenfalls so lange, bis sie mitten in Vortrag anfängt, zu gebärden. Schluß damit! Nehmt den Tauben nicht noch ihr letztes Privileg – das Nichtverstehenmüssen von Grand-Prix-Lied-Texten. Zumal noch von solch grauenvollen wie diesem! Mit dieser Missetat disqualifiziert sich Evelina für das Finale.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 0/12 Punkten.

Zweite Probe: siehe erste Probe. Der Song liegt im OGAE-Voting auf dem letzten Platz in diesem Semi, und das halte ich für ein realistisches Ergebnis. Zumindest aber für ein gerechtes.


Neue Wertung: 0/12 Punkten.

18. Aserbaidschan: Ell & NikkiRunning scared

Erste Probe: Freifrau Stefanie von und zu Guttenberg! Hier sind Sie gefordert – schreiten sie ein! Befreien Sie das noch jungfräuliche, leidende aserbaidschanische Milchbärtchen von seiner aufdringlichen Stalkerin, bevor es zu spät ist! Diese leicht abgegrabbelt wirkende Blondine könnte seine Mutter sein! Von wegen, er war Sechzehn und sie Einunddreißig, und über Liebe wußte er nicht viel! Der arme Eldur soll in eine arrangierte (musikalische) Ehe gezwungen werden, und ich leide beim Zuschauen Höllenqualen. Setzen Sie dem ein Ende! Hier ist Innocence in Danger! Was die Finalchancen angeht, bin ich übrigens unentschieden: bei Dänemark 2010 litt ich ja ähnlich, und die hätten am Ende fast gewonnen. Aber diese irregeleitete Musik-Zwangs-Ehe zwischen einem schwulen Bübchen und einer Prostituierten kurz vorm Ruhestand ist doch noch eine Nummer härter, die muss doch auch robustere Menschen als mich abstoßen, oder?


Aufrechtgehn.de-Wertung: 0/12 Punkten.

Zweite Probe: Ell scheint mittlerweile die Will&Grace-Folge gesehen und verinnerlicht zu haben, in der Jack McFarland („Just Jack“) das Konzept der „Visual-eye-zation“ erklärt, die es ihm ermöglicht, Frauen zu küssen und gleichzeitig den natürlichen Brechreiz zu unterdrücken, indem er währenddessen James van der Beek aus Dawson’s Creek visualisiert. Die hart an Kindesmißbrauch grenzende, gespielte Liebesgeschichte zwischen Ell & Nikki wirkt zwar immer noch befremdlich, aber nicht mehr so schmerzlich unangenehm wie noch bei der ersten Probe. Der restliche Aufbau drumherum ist ziemlich perfekt, von den „Oh-oh“-ohoenden Chorsängerinnen über das Vokuliakleid von Nikki bis zum Songaufbau. Ich hasse die Nummer noch immer, kann aber inzwischen ihre Spitzenposition in den Vorhersagen für dieses Semi besser nachvollziehen. Vielleicht bin ich auch nur weniger empfindlich heute. Kommt ins Finale, klar.


Neue Wertung: 4/12 Punkten.

19. Griechenland: Loukas Yiorkas + Stereo MikeWatch my Dance

Erste Probe: Visuell ist der griechische Auftritt ein Fest. Loukas, noch mehr aber Stereo gehören zu den anbetungswürdig schönsten Göttern Männern, die jemals auf einer Eurovisionsbühne standen. Und ich gestehe offen: spätestens wenn die drei durchtrainierten Breakdancer den Rapper Stereo Mike in den Schwitzkasten nehmen, während Loukas singt, habe ich neben dem Becher Kaffee vor mir noch eine zweite Latte stehen. Auch wenn sich mir nicht erschließt, was die Breakdancer (zum Ende werden es vier) da machen und zu welchem Lied sie sich bewegen. Denn das bleibt leider das entscheidende Manko: dass die Griechen vergessen haben, ein Lied mitzubringen. Ins Finale kommen sie natürlich trotzdem, Diaspora sei Dank. Und Kaffee.


Aufrechtgehn.de-Wertung: 5/12 Punkten.

Zweite Probe: So langsam fange ich an, mit den Augen zu hören und den gesungenen Teil von ‚Watch my Dance‘ ein bisschen zu mögen. Der Rap-Part war allerdings heute besonders grausam, da hilft auch alles gute Aussehen nichts. Und zusammen passt das alles immer noch nicht. Das dramatische Ende ist aber gut. Sicher im Finale, schließlich ist es Griechenland, Teil der Balkan Big Four.


Neue Wertung: 5/12 Punkten.

Und zu guter Letzt noch meine Prognose für das Finale. Drinne sind mit amtlicher Sicherheit: Haba Haba, Boom Boom, Da da dam (kann hier jemand ein Muster erkennen?), Live it up, Watch my Dance sowie die beiden „Oh-oh“-Songs: Get you und Running scared. Von den Borderlinern kommen wahrscheinlich Feel the Passion, Caroban und One more Day rein. Schaffen könnten es (auf deren Kosten) aber auch noch ganz knapp Jestem oder What about my Dreams? Für alle anderen heißt es: danke für’s Mitmachen.

Und damit haben wir’s für dieses Finale geschafft! Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit (und die tollen Kommentare unten).

57 Gedanken zu “Erstes Semifinale 2011: die Proben

  1. … sry aber der lobvst finnland in den himmel nach Georgien, aber die Schweiz machst du nieder nach Russland. Finnland ist um welten langweilige wie die Schweiz, vorallem da man Finnland ja schon 2010 hatte… langweilig. Kopie³ er hätte sich ja wenigstens setzten können.

  2. Er könnte aber recht haben … … zumindest, was die erwartete Reaktion der Mehrheit betrifft. In meinem persönlichen Geschmack finde ich natürlich Russland nach wie vor furchtbar (wie beschrieben komposotorisch belangloser Song, den Typ kann ich nicht ausstehen, und wo seine viel gelobten Talente stecken sollen, ist mir noch nicht aufgegangen. Vielleicht im Tanzen, im Singen jedenfalls nicht), so dass ich DORT die Erlösung nötig hätte, wogegen ich den punkigen georgischen Beitrag wirklich mag, auch wenn die Abmischung noch etwas ausgewogener werden sollte. Aber die Mehrheit des Publikums wird wahrscheinlich durch Georgien wirklich verstört sein, ähnlich wie seinerzeit bei meinem geliebten ‚Probka‘ aus dem Baltikum. Was den schweizer Song angeht: langweilig ist er eigentlich nicht, und gesanglich gibt es erst recht nichts zu meckern, aber irgendwie kommt mir das zu belanglos rüber – und wird dabei garantiert übersehen oder ganz schnell wieder vergessen. Beim finnischen Song dagegen ist die Belanglosigkeit so demonstrativ dick aufgetragen, dass es schon wieder gut ist (ich glaube auch, dass der Song ironisch gemeint ist). Und mit dem *fantastischen* Bühnenhintergrund kommt das einfach super rüber, da würde ich auch drauf wetten.

  3. Danke, das ist mein Punkt! Klar, die Schweiz und Finnland geben sich nicht viel, beide sind unaufdringlich und nett und irgendwie süß. Ich hab ja auch gar nix gegen die Anna (bis auf ihr Jackett. Ich sollte Finnland eigentlich auch nicht mögen – bei Tom Dice letztes Jahr hatte ich Brechreiz – aber ich sehe das auch eher als ironisch gemeinte Persiflage auf all die beim Grand Prix in den Achtzigern so beliebten Peace-&-Harmony-Songs (speziell aus dem Hause Siegel). Ja, er trägt wenigstens richtig dick auf und zieht alle Klischeeregister, während Anna halt unverbindlich und farblos bleibt. Falls Oscar es ernst meinen sollte, wäre ‚Da Da Dam‘ allerdings entsetzlich!

  4. Ich sag nur BUL / ICE 2009 bzw. POL / BEL 2010. Das hier wird genau der gleiche Effekt werden, da kann der Finne auch ‚Alle meine Entchen‘ singen – allerdings ist DIESE Nummer dann doch zu schwach, um das Semi zu gewinnen. Und @Olli: Ich hab mich kringelig gelacht ob Deiner Verhörkünste bei Albanien – darf ich das verwenden? Das müsste sich doch auch mit dem ganzen Lied machen lassen 🙂

  5. der erste Probentag ist geschafft Loch-ins-Hemd-freu, dass es endlich richtig losgeht! Und die heutigen Proben haben mich voll in meiner Ansicht bestätigt, dass wir es insgesamt mit einem richtig guten Jahrgang zu tun haben. Ich habe zwar im Gegensatz zu den Vorjahren immer noch nicht den einen persönlichen Favoriten, dafür aber bis zu 10 Beiträge, denen ich den Sieg wirklich gönnen würde (wobei dies leider bei 8 davon eher unwahrscheinlich sein dürfte). Es gibt zwar etliche Durchschnittsware, aber fast keine Totalausfälle (wenn man mal von Irland, Griechenland und Russland absieht 🙂 ). Und die gesangliche leistung ist bei vielen wirklich sehr hoch, das freut mich sehr und das hat sich auch heute wieder gezeigt: Polen: War anfangs mal meine Nummer eins. Das ist es zwar nicht mehr so unumstritten, aber die Performanz ist sehr gut. Wobei Magdalena sich vielleicht doch etwas mehr aufs Singen statt auf ihre Turnübungen konzentrieren sollte, denn die Stimme kommt zwar noch kraftvoll, ist aber nicht immer sauber. Ich wäre übrigens auch eher für den heutigen Dress. Norwegen: singt tatsächlich geringfügig besser als im norwegischen Finale, aber immer noch schwach. Das Lied selbst ist und bleibt happy und kommt vermutlich gut an. Albanien: In den vergangenen Jahren war fast immer Albanien mein persönlicher Favorit. Dieses Jahr tat ich mir damit etwas schwerer (war ’nur‘ Platz 4), da der Song schon ziemlich sperrig ist, wenn auch kompositorisch wirklich gut. Aber spätestens seit ESC in concert hat mich Aurelas Bühnenpräsenz und Stimmbeherrschung (m.E. die beste Sängerin im gesamten Contest) so überzeugt, dass es mein neuer Anwärter auf die 1 ist. natürlich passiert das nicht real, Albanien hat zu wenige Freunde, aber ich hoffe sehr, dass wir sie im Finale haben werden. Armenien: belangloser Seichtkram, auch noch peinlich kitschig zurechtgemacht durch das Box-Thema, ich weiß echt nicht, was alle daran finden, auch wenn Emmy vermutlich tatsächlich singen kann (wird im Song nicht wirklich gefordert). Aber was rede ich, die armenische Diasporagemeinde ist groß … Türkei: obwohl das vom Typ her an meinen ‚echten‘ Musikgeschmack herankommt, finde ich diese Darbietung zwar solide, aber eben unoriginell und langweilig. Aber auch hier: Türkei ist natürlich immer dabei … Serbien: auch hier eine richtig gute Sängerin! Mir persönlich gefällt auch der Song (ist in meinen Top Ten), aber ich fürchte, das sehen nicht alle so. Der Bühnenhintergrund ist ja wirklich schrill. Aber passend. Russland: hätte nicht gedacht, dass wir selbst hier in unserer Einschätzung so nahe beieinanderliegen. Allerdings ‚Eine Melange aus Malena Ernman, Danny Saucedo, Sakis Rouvas und Dima Bilan‘ bedeutet bei mir (mit Ausnahme von Malena Ernman) Brechreiz pur. Das sind genau meine Hassbeiträge, die ich bitteschön gar nicht sehen will. Aber ich weiß ja, dass der Spatzen-Alex für mich völlig unverständlich bei Jungs und Mädels gut ankommt. Schweiz: Sehr gut gesungen, gefälliges Liedchen, auch nicht wirklich langweilig (s.o.), aber es reißt mich nach wie vor nicht vom Hocker. Aber sie sollten irgendwie den Kontrast erhöhen: vor dem unruhigen Hintergrund ist Anna praktisch nicht auszumachen Sollte das eine Metapher auf den Song selbst sein?). Georgien: einziger Beitrag, bei dem ich mit Oli in keiner Weise übereinstimme. Ich finde die originellen Outfits affengeil, vor allem wird hier Kontrast zum Hintergrund geboten. Das Stück gefällt mir auch. Nur leider wird es das Wahlvolk wohl wirklich überfordern. Leider sehen Metaller und Punks selten den ESC. Hoffe, dass sich das auch mal ändern wird. Finnland: habe ich oben schon alles gesagt. Gigantisches Bühnenbild!

  6. Verhörkünste Klar kannst Du die verwenden – da sehe ich schon wieder Großes auf uns zukommen! 😀

  7. Der Spatzen-Alex Nur, um das sicherheitshalber klar zu stellen: ich gehöre selbst nicht zu denjenigen, die beim Anblick des Russen einen Blutstau in den unteren Regionen kriegen. Im Gegenteil, ich find den eher schmierig. Aber wenigstens unterhält er drei Minuten lang, wenn schon das Lied langweilt. Und ‚One more Day‘ könnte ja gut sein. Wenn sie eine Sängerin hätten, die in der Mitte zwischen Sophos technisch-kalter Peferktion und dem rotzigen Rockröhrentum der blonden Originalsängerin läge. Und andere Kostüme, sorry. Aber irgendwo müssen wir ja auch auseinander liegen. 😀

  8. ‚Es gibt zwar etliche Durchschnittsware, aber fast keine Totalausfälle (wenn man mal von Irland, Griechenland und Russland absieht 🙂 ).‘ Und was für den einen Totalausfälle sind, findet der andere wieder grandios. Ich hab Irland und Griechenland in meinen Top 5 und Russland in meinen Top 10. Das kann doch nur einen starken Jahrgang bedeuten. 😉 Mir hat übrigens der Bühnenhintergrund von Georgien am Besten gefallen. Der Globus war für mich etwas zu sehr Kitsch, aber natürlich passend zur Nummer. Türkei und Serbien haben bei mir auf der Bühne im Vergleich zur CD beide zugelegt. Da kommt schon was herüber. Der Bühnenhintergrund bei Anna könnte in der Tat etwas dezenter sein, aber für mich ist es die beste Chance, die die Schweiz in den letzten Jahren für das Finale gehabt hat. Das neue russische Intro hat mir demgegenüber gezeigt, dass Alex tatsächlich auch singen kann und nicht nur gut aussieht. Das war eine positive Überraschung. Wenn er will, kann er übrigens auch viel natürlicher herüberkommen. Irgendwo gibt es einen Clip, wo er eine Akustik-Version von Get You zum Besten gibt, da wirkt er weitaus weniger ’schmierig‘. Was ich in diesem Semi etwas anstrengend finde, ist der Umstand, dass die ersten 7 Lieder praktisch alle irgendwie Uptempo (oder eben rockig) sind, ehe die erste Verschnaufpause kommt. Überdies gibt es in der ersten Hälfte praktisch keine richtige, klassische Ballade (Finnlands Lies ist eher Singer/Songwriter-Gitarrenpop) – soviel zu dem Thema, die Balladen würden uns dieses Jahr auch wieder überschwemmen, garantiert nicht in diesem Semi – so dass ich auch San Marino bei entsprechender gesanglicher Leistung nicht abschreiben würde.

  9. Es muss nicht immer Ballade sein… San Marino? Im Finale? No no never ever ever. Das oberste Gebot hier, immer und überall lautet: DU SOLLST NICHT LANGWEILEN. Und sorry, San Marino hat nur dann eine Chance, wenn Glen Vella ungefähr so auftritt wie seinerzeit Krassimir Avramov, und das glaub ich dann doch nicht. Viel mehr Sorgen zum Thema Balladen würde ich mir darum machen, dass es Litauen ins Finale schafft – das Ding ist unerträglich hoch zehn, aber das sind die direkt davor startenden Portugiesen eben auch…. und ich hab ja die Theorie, dass sich der Vorgängerbeitrag entscheidend auf die eigenen Chancen auswirken KANN. Ein sehr schwacher / erschreckender Vorgängerbeitrag erhöht die eigenen Chancen enorm (das war übrigens auch bei Lettland im Semi 2007 so), während ein sehr starker Vorgängerbeitrag grad mal gar nix heißt (vgl. Chiara / Luminita / Wig Wam in 2005 bzw. Marija / Verka 2007). Es ist nun mal einfach ein balladenarmes Jahr, und mal ehrlich: Die anwesenden Balladen sind bis auf Zypern allesamt Schrott. Allesamt. Ich denke, dass wir nach dem Balladenoverkill des letzten Jahres ein eher balladenarmes bis -freies Finale erleben werden, wenn man Finnland und Frankreich, die ich beide sicher im Finale sehe (besonders Frankreich) mal außen vor lässt. Das Hauptproblem bei den diesjährigen Balladen sind aus meiner Sicht: DIE STIMMEN! Natürlich können die alle singen, aber da wird geknödelt und Vokalakrobatik betrieben bis zum Gehtnichtmehr, auf das man auch ja zeige, dass man sein Stimmwerkszeug beherrscht. Hauptsache anstrengend, und übrigens ist das ein Markenzeichen (fast) aller Castingshowtussen und wohl auch die Sache, die den Schweizer Beitrag töten wird (Annas Vokalakrobatik passt einfach überhaupt nicht zum Lied!) Ich hab wirklich überhaupt nichts gegen Balladen, ganz im Gegenteil, aber wenn es nur darum geht, zu zeigen, dass man seine Stimmbänder durch gezieltes Malträtieren in Rekordzeit kaputtkriegt, dann thanks but no thanks. This is so not pleasing on my ears! Sorry, jetzt ist der Gaul mit mir durchgegangen… was willste machen.

  10. Spatzen-Alex kann auch anders stimmt, das hatte ich unerwähnt gelassen. Ich habe die Akustik-Version auch gesehen, und die gefällt mir wesentlich besser: erstens kann er offensichtlich doch singen (warum tut er das beim ESC so wenig? Im Intro kann er doch auch), ert spielt auch Klavier, und kommt wesentlich sympathischer rüber als das übliche schmierige Großkotz-Image. Und zum Thema Balladen: dass die uns dieses Jahr überschwemmen würden, ist schlichtweg falsch. Es gibt zwar einige, aber eher wenige, und die sind außerdem zumeist noch gut (aber das ist natürlich Geschmackssache).

  11. mein Globus muss kaputt sein Ähm, könnte es sein, dass Du Dan Marino mit Malta verwechselst? RSM: Senit M: Glen Vella

  12. Balladen Hihihi, un ich sach noch… 😉 die Geschmäcker sind halt verschieden, und das ist ja das Wunderbare an diesem verrückten, bekloppten, fantastischen Wettbewerb 🙂

  13. auseinander nur mit den Kostümen. Das mit der Sängerin sehe ich genauso. Sopho ist technisch um Klassen besser, aber Tako oder wie die andere hieß kommt eher Richtung Debbie Harry.

  14. ‚San Marino? Im Finale? No no never ever ever. (…) Viel mehr Sorgen zum Thema Balladen würde ich mir darum machen, dass es Litauen ins Finale schafft (…)‘ Meine Erfahrungswerte sagen ganz klar San Marino und nicht Litauen. San Marino mag zwar langweilen, aber mich hat auch Portugal letztes Jahr gelangweilt und die sind weitergekommen wohingegen mich Litauen vom Stil her frappierend an Ungarn 2008 (Candlelight) erinnert, und die sind im Semi letzter geworden. Wundern würde mich dieses Jahr allerdings gar nichts.

  15. ‚Es ist nun mal einfach ein balladenarmes Jahr, und mal ehrlich: Die anwesenden Balladen sind bis auf Zypern allesamt Schrott.‘ Kann ich zu 100% unterschreiben. Wer meine Kommentare auf dieser Seite so liest, bekommt den Eindruck, ich würde Balladen aus Prinzip ablehnen – stimmt aber überhaupt nicht: viele meiner ESC-Lieblinge sind Balladen, ‚Leyla‘, ‚Molitva‘, ‚Vuelve Conmigo‘, ‚To Nie Ja‘, ‚Et S’Il Fallait Le Faire‘ und viele mehr. Bloß: es ist dieses Jahr nichts dabei, was mich wirklich berührt (und das sollten Balladen ja) – eine am Reißbrett entworfene 0815-Ballade (Österreich), zeilloses Geklimper mit einer Matrone, die jede Note bis zum Bluten ausmoduliert (Litauen), pathetisches Geknödel(Frankreich)und Langeweile pur (San Marino). Da ist Zypern mit seinem sehnsüchtigen Folklore-Sound immer noch am authentischsten.

  16. *Besserwisser-Modus on* Maltesischer Beitrag der Achtziger??? *tadelnd guck* Na na na….. 😉 *Besserwisser-Modus off*

  17. Das Fieber steigt Ich glaube inzwischen auch, dass Finnland zum Kreis der möglichen Sieger gezählt werden muss. Dieses unschuldig-naive ‚Ich will die Welt retten‘ ist doch so nah am Zeitgeist wie seinerzeit Nicole mit ihrem ‚Ein bißchen Friede‘. Ob man sich in Helsinki über einen weitere Sieg freuen würde, weiß ich allerdings nicht 😆 Nach dem EDC-Sieg war man jedenfalsl ausdrücklich froh darüber, die Show im Folgejahr nicht ausrichten zu müssen. PS: Island hat zwar noch nicht geprobt aber ‚Coming home‘ sehe ich inzwischen auch eher im Finale, Litauen noch nicht. PPS: ‚All diese massive Effekthascherei lenkt jedoch, zusammen mit seiner an Arroganz grenzenden Selbstsicherheit, sehr erfolgreich von der kompositorischen Belanglosigkeit seines Popliedchens ab’…bei diesem Zitat musste ich an den schwedischen Beitrag denken 😉

  18. zum PPS ja natürlich. Eric fällt für mich in die gleiche Sparte (Hassobjekte). Ich habe ihn nur deswegen nicht unter ‚Totalausfälle‘, weil er besser singt. Aber natürlich hat der eine riesige Fangemeinde und erfüllt offenbar auch das Kriterium der ‚Zeitgemäßheit‘, was die Chartsnotierungen belegen (was ich davon halte, habe ich ja bereits andernorts erörtert).

  19. Die ganzen erwarteten Lena-Klone sind ja auch ausgeblieben – Anna Rossinelli ist die einzige, die ein bisschen in diese Richtung geht. Und nachdem ich mir den Sampler angehört habe, zeigt sich eins: es muss kein balladenreiches Jahr sein, um an vielen Stellen zu langweilen. Ich für meinen Teil finde 2011 um einiges schlechter als 2010. Viel zu viel abziehbildhafter Mid- bis Uptempokram.

  20. Ja, ja und ja! Manchmal hab ich ja den Eindruck, wir seien bei der Geburt getrennte Zwillinge… Kann ich alles nur unterstreichen! Danke aber auch noch mal an Tamara für die schöne Formulierung ‚anwesende Balladen‘. 😀

  21. Klone Ich würde ja auch Getter Jaani als leicht in diese Richtung gehend betrachten. Dennoch sehr interessant, dass wohl eher Tom Dice einen Trend gesetzt hat – zumindest optisch. Recht viele Buben und Bübchen dieses Jahr (Malta, Finnland, Schweden, Frankreich, Zypern, Irland, sowie jeweils die Hälfte von Lettland und Aserbaidschan).

  22. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass Eric bessr singt als Alex. Dessen Intro hat mich wie gesagt positiv überrascht. Bei ihrem Popgesang während ihren Hochleistungsshows glaube ich aber nicht, dass sie sich viel geben. Mag aber auch daran liegen, dass ich Alexs Stimmfärbung angenehmer zum Hören empfinde als Erics leicht quäkige Stimme.

  23. Intro Das Intro hat mich auch positiv überrascht. Und, wie gesagt, ich glaube ja auch, dass Alexej prinzipiell auch singen kann, nur tut er es bei diesem Song (abgesehen vom Intro) nicht. Ganz schlimm finde ich in dieser hinsicht das allererste veröffentlichte Video.

  24. Duck sauce @ Little Imp: Das ist mir auch aufgefallen und in einem englischen ESC-Forum wird Eric Saade darum auch als Kempe`s ‚duckling‘ oder auch als ‚queer duck‘ bezeichnet. Ich finde sowohl Stimme als auch Song und Performance hysterisch und anstrengend bis enervierend. Dageben sind die Beiträge aus Island oder Finnland fast schon wohltuend fürAuge und vor allem Ohr.

  25. zweiter Tag Der zweite Probentag lässt mich weitaus weniger enthusiastisch zurück als der erste … Malta: Von all den hopsenden Bubis (Schweden, Russland, Irland, …) kann Glenn definitiv am besten singen. Das ist aber leider schon alles. Der Song ist gefällig, aber nicht einprägsam, die Bühnenshow 0815. Wird nix. San Marino: Senit singt ziemlich gut, aber das Stück bleibt einfach langweilig, auch wenn die Komposition gar nicht so übel ist. Und was soll denn das für eine Bühnenshow sein? Kroatien: von allen bisherigen Beitragen definitiv der Schlechteste! Gesanglich ist Daria wirklich nicht überzeugend, und der Song ist eh billigste Kiste. Da reißt auch der Firlefanz mit dem doppelten Trickkleid nichts raus. Island: Absolut nicht mein Musikgeschmack, aber die Jungens sind natürlich gut. Das ist der Beitrag, dessen Schicksal ich am wenigsten zu beurteilen vermag. Könnte völlig abkacken – aber vielleicht springt ja auch irgendein Zauber über, der manche zum Anrufen bewegt. Ungarn: War einer meiner Favoriten, hat mich heute bitter enttäuscht. Der Gesang war eigentlich recht gut, aber was ist denn das für eine merkwürdige Choreo? Ich hoffe, das wird noch besser. Oder ist den Ungarn aufgegangen, dass sie womöglich gewinnen könnten und sie ziehen aus Angst vor den finanziellen Folgen die Notbremse? Portugal: nette Idee mit den 16-sprachigen Täfelchen. Aber sonst? Nääää. Litauen: auch das ist nicht mein persönlicher Musikgeschmack, aber sehr gut gesungen (wo soll das denn bitte geknödelt sein?) und stimmig dargeboten, inklusive Bühnenaufbau und Hintergrund. Ob das allerdings genügend Freunde finden wird, wage ich zu bezweifeln. Etwas irritiert bin ich durch die Taubstummensprache, aber warum nicht. Aserbaidschan: Ich verstehe immer noch nicht, wieso das selbst bei den OGAE-Votings so weit oben rangiert. Absolute Belanglosigkeit, und sie kann wirklich nicht singen. Einziges Plus: die Chemie zwischen den beiden ist glaubwürdiger als Dänemark 2010. Und die ‚golden shower‘ am Ende ganz nett. Griechenland: Der Sänger ist ja ganz gut, und die Melodie ist auch eingängig, wenn mir das auch persönlich nicht besonders gefällt. Aber dieser Rapper-Darsteller kann’s einfach nicht. Und das macht das Ganze in meinen Ohren unerträglich. Wird aber natürlich viele Freunde finden, ist doch Griechenland.

  26. Nachtrag … und Evelinas Kleid (LT) ist um Klassen hübscher als das Barbara-Dex-Ungetüm aus dem nationalen Finale.

  27. Favoritensturz Ich hoffe mal, dass es tatsächlich dazu kommt, dann könnte ich nämlich sagen: Das habe ich doch gleich gesagt! 😉 Mein neuer Favorit, was den Bühnenhintergrund angeht, ist übrigens nun Griechenland. Das hat für mich genauso viel Größe wie Loukas‘ Gesang. Grandios!

  28. Ungarn… ohgottogottogott… da hatten ja die No Angels ne bessere Choreographie 🙄 Offenbar ist dieses Lied nicht dafür gemacht, von nur 6 Leuten auf der Bühne performt zu werden. Die Nummer schreit nach einer richtig großen Inszenierung und in diesem kleinen Rahmen funktioniert sie überhaupt nicht. Vielleicht kann man sich ja ein bisschen Tand und Flitter von den Kroaten ausleihen. Und bitte bitte bitte, spielt dann wenigstens den Gospelchor vom Band ein. Nur mit diesen beiden Träller-Ischen macht man sich ja lächerlich…

  29. tragende Säulen der Bühnenhintergrund ist wirklich gut. Der Gesang wohl auch, aber definitiv nicht der Rap.

  30. Kinnersch, wisst Ihr was: Das macht hier mal wieder so richtig volle Kanne Spässken! Vielen Dank, lieber Olli und alle Kommentatoren hier unten!

  31. Top 10? Tja…und wer kommt nun ins Finale? Wird es vielleicht doch spannender als erwartet? Gerade das erste Semi strotzt ja nur so von diasporagetragenen Beiträgen und das zweite Semi galt daher als interessanter und weniger vorhersehbar. Es wäre schon bezeichnend, wenn es z.B: die Beiträge aus Litauen, Finnland und Island ins Finale schaffen sollten und Favoriten wie z.B. Norwegen und Ungarn nicht. Dann hätte sich die Jury mal als nützlich erwiesen. Albanien ist wohl wieder in Rennen, die Türkei und Griechenland sowieso, auch wenn ich gerade den gr. Beitrag schwach und chaotisch finde. Äußerlichkeiten finde ich weniger wichtig. Auch Aserbaidschan wird wohl nicht abstürzen, denn die beiden schlugen sich recht anständig und der totale Car-Crash war es nicht (auch Nikkis Gesang war zumindest erträglich). Einzig über die Qualifikation Armeniens mit dem peinlichen Liedchen und der ‚over the top‘ Performance würde ich mich ärgern. Top 10 nach den ersten Proben (zufällige Rangfolge) Finnland Island Albanien Aserbaidschan Russland Litauen Türkei Polen Griechenland

  32. Zum letzten Absatz: Das dürfen sie nicht. Verpflichtendes Halb-Playback: während die Instrumente nicht live sein dürfen, müssen es die Stimmen alle sein (so haben die Briten 2006 ihr ohnehin schon grausames Lied endgültig ruiniert, und die Kroaten haben 1999 dafür Punktabzug in der Fünfjahreswertung kassiert).

  33. Peinlich Kroatien ist ja mal echt ne peinliche Performance. Auauau. Und Ungarn die totale Enttäuschung. Bei den LEDs fragt man sich obs ne Persiflage sein soll. Nix von Azerbaidschan 2010 gelernt. Ich bin froh das ich das 2te Semi live erleben darf und nicht das erste live erleben muss!

  34. Backgroundchor Habe gerade die erste Probe von Nadine Beiler gehört. Die schaffen es, mit wenigen Background-Sängern füllig zu klingen. Vielleicht könnten die Österreicher ja (ganz im Sinne der ehemaligen Doppelmonarchie) aushelfen kommen?

  35. 😀 😀 😀 😀 😀 Bei escnation hat das auch schon einer vorgeschlagen…

  36. Ich muss sagen, ich bin beeindruckt über Oliver’s Antizipationsvermögen – wenn ich ihn zitieren darf (vom 09.03.11): ‚das chronisch pleite Land will sicherlich nicht gleich gewinnen.‘ Wie sonst ist es zu erklären, dass man einen Song mit einem so enormen ESC-Potential so grandios vermurkst? Ich bin erschüttert – what a waste… Zwar glaube ich noch an die Finalteilnahme, aber ‚Hungary, twelve points‘ (ich am 09.03.11) kann ich so jetzt nicht mehr stehen lassen…

  37. Hmmm, mal schauen Ich bin bisschen enttauscht von den heutigen Proben von Magda aber ich glaube dass es nur eine Phase. Moglicherweise moechte sie ihre stimme bisschen schonen. Es ist auch war, dass etwas mit den Sound ist. Sie wird das semi uberstehen 🙂

  38. …nicht Ubertreiben ;( Fakt ist, dass heut nicht ihr bester Tag war, aber sie ist schon von Natur eine Perfektionistin und ich glaube sie wird es meistern. Es gibt schlimmeres in den semi.

  39. Sie wird es meistern, aber nur unter einer Bedingung: Sie muss sofort ihren andorranischen Schneider wieder loswerden. Ansonsten wird Polen das erste Land sein, das zum zweiten Mal den Barbara-Dex-Award gewinnt. Und das wäre in dem Falle hochverdient.

  40. Da hast du recht 🙂 Den sollte man erschiesen, aber Moldawien 2010 waren auch schlecht bekleidet- trotzdem sind sie weiter gekommen. Ich sehe Finale, aber auch nur die erste 20.

  41. Polen Wer hat meiner Favoritin Magdalena denn dieses Kleid verpaßt? Dem würde ich gern die Navy Seals vorbei schicken. Auch mein erster Gedanke war, ob sie Einlagen aus dem Sanitätshaus trägt. Dabei wird doch gewöhnlich die Oberweite ausgestopft oder habe ich einen neuen Beauty-Trend verpaßt?

  42. Ich finde es ja immer noch erstaunlich erschreckend, dass man in vielen Blogs soviel Abneigung dagegen liest, wenn eine ältere Frau mit einem jungen Mann ein Liebeslied zusammen singt. Aber umgekehrt wäre es natürlich voll normal und akzeptiert. Schlimm. Interessanterweise greift auch gerade die Lindenstraße gerade das Thema junger Mann liebt ältere Frau auf. Letzten Sonntag hat ‚Tiger‘ Tom Beimer-Ziegler seiner Familie seine mehrere Jahrzehnte ältere Freundin vorgestellt. Hm … ob das wohl was zu sagen hat?

  43. Top 10 @ Little Imp. – das ist mir auch aufgefallen. Schade, dass es immer noch Doppelstandarts gibt. Der Einschätzung der wahrscheinlichen Finalisten stimme ich zu….allerdings fällt es mir noch schwer zu glauben, dass Litauen und Island chancenlos sein sollen. Vielleicht sind sie es, aber es würde mich auch nicht wundern, zumindest einen von ihnen doch noch im Finale zu sehen. Gewinnen wird das Semi wahrscheinlich (verdient) Russland, das sich nach einigen flauen Jahren wieder als das bessere Schweden präsentiert und auf Erfolg getrimmt ist.

  44. Der ‚Golden Shower‘ im Hintergrund des aserbaidschanischen Gejaules kann doch nur ein besonders fieser Scherz der NDR-Bühnenbild/Lichttechniker sein…

  45. Zumindest Island habe ich ebenfalls noch auf der Rechnung. Das hat so einen unterschwelligen ‚Feel Good‘-Vibe. Litauen mag zwar gut gesungen sein, aber ich finde es dennoch hoffnungslos altmodisch. Mit einer ähnlichen Nummern ist Ungarn schon einmal letzter im Semi gewonnen. Allerdings gab es da auch noch keine 50:50-Regelung. Man wird sehen.

  46. Ich denke, es hat weniger mit genereller Abneigung sondern mehr mit Unglaubwürdigkeit zu tun. Frauen stehen selten auf jüngere Männer und statistisch sind die männlichen Partner 2-3 Jahre älter als ihre Frauen (war bei mir auch so). Ich wette, der Ehemann der hübschen Dame ist auch älter als sie. Ansonsten, why not? Wo die Liebe halt hinfällt.

  47. Da hast Du aber wirklich ein ausgeprägtes Kopfkino, auf solche Assoziation wäre ich nie gekommen.

  48. Persiflage Um dich zu beruhigen, Oscar meint es nicht ernst. Ich kanns zwar nicht belegen, aber als in Helsinki lebend hab ich mit ein paar des Finnischen mächtigen Arbeitskollegen über den Beitrag gesprochen und sie haben mir erzählt, dass er in mehreren Interviews vorher erzählt hat, dass das Lied eine Persiflage auf den SongContest sei und er nie erwartet hätte, auch nur in die finnische Auswahl zu kommen. In nicht finnischsprachigen Interviews nach seinem Sieg dürfte er das unterschlagen haben, zumindest hab ich nichts Entsprechendes gefunden.

  49. Für ein Urteil möchte ich dann doch sehen, wie das alles auf dem Bildschirm rüberkommt und aus dem Lautsprecher des Fernsehers klingt. Wir sehen eben jetzt mehr eine Draufsicht auf die Bühne, während wir später mitten im Geschehen sind. Und der Hall aktuell verfälscht ganz schön. Trotzdem sammelt man durch die Proben-Vids manche Eindrücke. Schade, dass sich die türkischen Rocker auf Firlefanz eingelassen haben. Da wird man als Rocker leicht zur Pussy. Mal sehen…. Ganz mies ist ja das, was sich bei Ungarn auf der Bühne abspielt. Oder eben nicht abspielt. Geht’s noch ’ne Spur altbackener? Kann man nur hoffen, dass Kati – wenigstens, und es ist wirklich das Wenigste – im Koffer noch was Schickeres findet. Obwohl: Der unmögliche blaue Fummel passt super zur übrigen Muffigkeit, die von der Bühne während dieser drei Minuten strömt….

  50. Mein Weiterkommertipp Soeben ist die zweite Generalprobe zu Ende gegangen (also die, auf deren Basis die Jurys werten), und obwohl ich immer noch kein einziges Probenvideo angeschaut hab (und das übrigens bis morgen abend auch nicht mehr tun werde), trau ich mir zu, die Weiterkommer zu tippen, und ich bin gespannt, wie viele davon stimmen. Weiterkommen werden: Norwegen Albanien Armenien Türkei Serbien Russland x Finnland x Island Aserbaidschan x Griechenland x Der Semi-Sieger ist eine der mit x gekennzeichneten Nationen. Wie Ihr seht, hab ich Ungarn draußen, ich hab noch geschwankt, ob ich sie reinnehmen soll. Dafür wäre dann (auf Basis der heutigen Probe) Armenien rausgeflogen, und dass Armenien es nicht schafft, kann ich mir nun irgendwie doch nicht vorstellen – das gleiche hab ich freilich letztes Jahr von Schweden auch behauptet…… Wer bietet mehr?

  51. könnte sein So könnte es tatsächlich werden, wobei mich das im Fall von Albanien und Serbien wirklich freuen würde, da mir beide Beiträge sehr gefallen, aber ich die Finalteilnahme für unsicher halte, vor allem im Fall Serbiens. Ich hätte allerdings eher noch polen als Island auf der Liste. Und irgendwie hoffe ich ja immer noch, dass es Aserbaidschan nicht schafft, und dafür bei Ungarn noch ein Wunder geschieht. Semi-Sieger wird wahrscheinlich Finnland.

  52. Vielen Dank, das beruhigt mich wirklich sehr! 😀 Und lieben Gruß ins schöne Helsinki – hab mich dort 2007 sehr wohl gefühlt!

  53. Altersunterschied Es ist nicht der Altersunterschied per se, der mich stört – er trägt halt nur noch mehr zur Unglaubwürdigkeit bei. Zumal es ihm auf der Stirn geschrieben steht, dass er noch Jungfrau ist, was Frauen angeht – und das wohl auch bleibt. Aber mittlerweile spielt er seine Rolle ja ein bisschen überzeugender. Generell fallen Beziehungen mit großem Altersunterschied halt auf, gerade weil sie so selten sind – und der allgemeinen Lebenserfahrung widersprechen. Und ältere Frau – jüngerer Mann ist halt noch seltener als umgekehrt. Aber wo die Liebe hinfällt – bitte schön!

  54. Tja… Ich glaube, wir alle (mich eingeschlossen) sollten das Prophezeien bleiben lassen. Was um alles in der Welt ist denn heute passiert? Hat ganz Europa nur die Startnummern 6 bis 10 gesehen? Im Finale: Serbien, Russland, Schweiz, Georgien, Finnland, Island, Ungarn, Litauen, Aserbaidschan und Griechenland. Draußen: Polen, Norwegen, Albanien, Armenien (!), Türkei (!!!), Malta, San Marino, Kroatien und Portugal. Aua. Ich wiederhole: war bei den ersten fünf Beiträgen des Abends die Telefonzentrale kaputt, oder was? 😯

Oder was denkst Du?