ESC 2. Semi 2011: Cause I know it’s pasibel

Logo des Eurovision Song Contest 2011 (Semi 2)
Das schwedische Jahr

Es geht doch, wenn man nur will: die ARD kann eine Eurovisionssendung ohne peinliche Technikpannen stemmen; Anke Engelke kann auch richtige Abendkleider tragen (und darin fantastisch aussehen); Stefan Raab kann witzig sein (als Sidekick von Anke Engelke, die bereits mit der Moderation der beiden Semis allen Schmach, den uns Marlene Charells überambitioniertes Straucheln 1983 bescherte, mehr als wettmachte) und das Erste kann einen richtig guten Pausenact organisieren, der multikulturell wirkt und dennoch etwas mit dem veranstaltenden Land zu tun hat. A propos Multikulti: noch nie war ich so begeistert von den Postkarten! Die schönsten Seiten Deutschlands im Märklin-Style, verknüpft mit hier lebenden und arbeitenden Menschen aus dem jeweiligen Teilnehmerland: ich glaube, weltoffener und sympathischer hätten wir uns nicht präsentieren können. Ich lieben!

Zwei Überraschungen und einen Trauerfall hielt das Voting auch des zweiten Semifinales parat. Aber hier erst mal, zur Einstimmung, alle 19 Titel im Schnelldurchlauf:

Schon bei der so ungerecht ausgeschiedenen Stella Mwangi im ersten Semi regte es mich auf. Und selbst den großartigen, äußerst bühnenerfahrenen Dino Merlin brachte es beinahe völlig aus dem Konzept: das hartnäckig auf den falschen Beat mitklatschende deutsche Publikum. Immer auf die Zwei, ihr Honks, nicht auf die Eins! Oder lasst es am besten ganz bleiben, schließlich sind wir hier nicht im Musikantenstadl! Gott sei Dank bekam der Mann mit der Vorliebe für laute Jacketts nach einem wackeligen Start die Lage schnell wieder in den Griff und der traumhafte Zauber von ‚Sito!‘, Verzeihung, ‚Love in Rewind‘ konnte sich voll entfalten. Ich verstehe immer mehr, warum der Mann auf dem Balkan so gottgleich verehrt wird. Auch wenn ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich mich – wie es bei bosnischen Beiträgen mittlerweile feste Tradition ist – erst nach dem zehnten Hören in das Lied verliebte. Dafür dann umso heftiger. Und wo wir gerade bei der Eurovisionsbeichte sind: die plastiktalmihafte Seichtballade ‚The Secret is Love‘ (schon alleine der Titel: ist das so ein „Geheimnis“ in der Preislage von „Kochen mit dem kleinen Kniff“?) von Nadine Beiler verabscheue ich zwar noch immer mit jeder Faser meines Herzens. Um so überraschender, dass mich der begleitende fantastische österreichische Gospelchor dergestalt mitreißen konnte! Es ist alleine den sensationellen Almettes zu verdanken, dass ich die musikalisch grausam verstaubte Nummer überstand, ohne in die Auslegeware beißen zu müssen. Danke, Almettes!


Ich bin ja gegen zu viele gesetzliche Verbote, aber das Mitklatschen gehört untersagt! (BA)

Johnny Logan (IE 1980, 1987) hat beim Grand Prix mittlerweile die Rolle der männlichen Lys Assia (CH 19561958) inne. Er ist der Unvermeidliche bei solchen Veran… Wie? Was? Verzeihung, liebe Leser, ich höre gerade, das war gar nicht Johnny Logan, der da zu niederländischer Fahrstuhlmusik auf der Bühne stand! Er hatte lediglich dem Leadsänger von 3Js seinen weißen Anzug, seine Frisur und sein Charisma geliehen. Braucht er jetzt aber wieder, weil er die maltesische Delegation zu einer Buchung als Stargast bei der nächsten Vorentscheidung becircen will. Passt: die Holländer sind mit ihrem sinnlosen Geplodder ohnehin gerade durch und wieder auf dem Weg rheinaufwärts. Tschüss. Wie wenig ernst man den Grand Prix in den niederländisch sprechenden Ländern noch nimmt, bewies auch das belgische Acappella-Sextett Witloof Bay. Zwar bekamen sie ihr hübsches ‚With Love, Baby‘ trotz lärmender Halle sicher auf den Punkt hin. Dafür gaben sie sich mit ihrem Outfit keinerlei Mühe. Als sei es der bunte Nachmittag bei der Heilsarmee, erschienen sie wie frisch bei Zeeman eingekleidet. Meine armen Sehnerven! Auch der fröhliche Tanz der Streptokokken auf der LED-Leinwand im Bühnenhintergrund irritierte.


Ein Fall für Extreme Makeover: Witloof Bay (BE)

Die Schrecknisse der Globalisierung mit ihrem kulturellen Einheitsbrei führten uns sehr anschaulich die slowakischen Enkelinnen der Kessler-Zwillinge (DE 1959), die Twiins, vor Augen: das Aussehen liehen sie sich bei Bree van de Kamp aus Desperate Housewives; die Windmaschine stellten sie auf Stufe Carola 8 (‚Fångad av en Stormvind‘, SE 1991), auf dass sich wenigstens irgendetwas bewegt bei ihrem Auftritt; die autogetunten Stimmen ihrer Backings ließen sie klingen wie Beyoncé (oder jede andere US-amerikanische RnB-Sängerin); der aufdringliche Bummsbeat sorgte für den gerade aus der Mode geratenen Timbaland-Flavour und ihr ödes Lied sowie das Schleppengewedel weckten ungute Erinnerungen an die No Angels (DE 2008) und die Blamage von Belgrad. Geben Sie es ruhig zu: auch Sie verfolgten während des Auftritts der ukrainischen Mika Newton die kompletten drei Minuten lang gebannt das sich im stetigen Fluss befindliche Bild der Sandmalerin Kseniya Simonova und achteten dabei kein bisschen auf den aus unerfindlichen Gründen ‚Angel‘ heißenden Werbesong für die Colgate Crystal White Zahncreme, den diese Blondine mit dem gerupften Huhn auf den Schultern währenddessen sang. Und da sie das mit der Sandmalerei am Samstag noch mal sehen wollten, riefen Sie dafür an. Obwohl Sie sich an den Song beim besten Willen nicht erinnern konnten. Anders erklärt sich das Weiterkommen dieses Musikmülls jedenfalls nicht.


Sand in die Augen streuen: genau so funktioniert es! (UA)

Gute Güte, die moldawischen Beinkleider! Hatte MC Hammer seine Garderobe versteigert? Aber gut: wer so große Zipfel hat, braucht Platz in der Hose! Die Karpaten-Red-Hot-Chili-Peppers Zdob şi Zdub überzeugten mit lustigen Kostümen, einer einradfahrenden Elfe und einem peppigen, nach einer halbstündigen Fahrt auf der Straße der Ödnis hoch willkommenen Auf-die-Zwölf-Rocksong. Danke dafür! Und danke, Eric Saade! Nicht nur für die unsterbliche Textzeile „Stop, don’t say that it’s impossible / ‚cause I know it’s possible“, die sicherlich in Kürze Einzug in sämtliche Lyrik-Lehrbücher der Welt erhält. Sondern auch für diese mustergültige Erinnerung daran, warum ich überhaupt den Eurovision Song Contest einschalte. Nämlich für so etwas: ein mustergültig eingängiger, uptemporierter Schwedenschlager, eine mustergültig choreografierte Tanzdarbietung und der Einsatz aufwändiger Requisiten. Grandios, wenn auch im Vergleich zum Auftritt beim schwedischen Melodifestivalen enttäuschend, wo  Eric mit einer angemessenen Zahl von Tänzern (dort gilt die völlig antiquierte Sechs-Mann-Regel nicht mehr); drei zersplitternden Glasscheiben anstelle von nur einer1)Da die deutschen Veranstaltungstechniker das punktgenau Zerbersten der Spezialscheiben nicht richtig in den Griff bekamen, verbrauchte man während der Proben (inklusive eines Sondertermins) so viele Scheiben, dass nicht mehr genügend für die Echtauftritte übrig blieben. Also durfte Eric nur noch eine „zerbrechen“. Das klappte dann wenigstens.; einer punktgenau auf den Beitrag zugeschnittenen Licht- und Kameraführung, die nicht – wie in Düsseldorf – große Teile der Choreografie ins Leere laufen ließ; und einer dank des dort zulässigen Einsatzes von Chorstimmen auf dem Backing Tape viel eindrücklicheren Klangfülle eine deutlich glanzvollere Show hinlegen konnte.


Danke, Schweden: so geht Grand Prix!

An dieser Stelle muss ich meiner Empörung und Fassungslosigkeit über den katastrophal schlechten Geschmack Europas Luft machen: ‚San Angelos s’agapisa‘ von Christos Mylordos hatte doch nun wirklich alles, was das Eurovisions-Fan-Herz begehrt! Einen packenden folkloristisch angehauchten Popsong voller beinahe schon überbordender Dramatik und Emotion. Einen Haufen gutaussehender Männer auf der Bühne. Eine menschliche Windmühle. Atemberaubende Spannung: wird das Seil halten oder fliegt die überdimensionale Leuchtkugel der auf die Satellitenbühne verbannten schreienden Frau, von der Fliehkraft getrieben, ins Publikum und köpft ein paar israelische Fans? Und wie nur machen die das mit diesen Grashalm-im-Wind-Posen? Ah, schau an: die in den Bühnenboden festzementierten Skischuhe von Sakis Rouvas aus 2009! Toller Trick! Und, als Höhepunkt, gar noch tanzende Zeichentrickspermien auf der LED-Wand. Es gab noch nicht mal, wie bei Stella Mwangi, die Ausrede des dünnen Gesangs. Der zyprische Beitrag war pure Perfektion und hinreißend von der ersten bis zur letzten Sekunde! Und ihr verschmäht das? Schande über Euch, Europäer! Fühlt Euch virtuell mit Schuhen beworfen!


Wie schmeckt eigentlich diese „Pasta Pao“? Christos mit meinem Lieblingsbeitrag 2011 (CY)

Dumm gelaufen für Vulgarien: im direkten Vergleich zur hochklassigen zyprischen Darbietung wirkte Poli Genova alias Bink (die bulgarische Pink) um so gewöhnlicher. Da half auch das lahme Trickkleid mit den aufgedruckten Armtatoos nichts. Auch der ansehnliche Mazedonier Vlatko Ilievski ging mit seinem Sauflied ‚Rusinka‘, trotz sensationeller Reibeisenstimme, Springinsfeld-Ballett und Flüstertüte, sang- und klanglos unter: vermutlich waren die Zuschauer an dieser Stelle des Abends noch nicht besoffen genug. Alkohol in größeren Mengen hätte ich eigentlich selbst gebraucht, um dieSelbstdemontage meines geliebten Eurovisionsidols Dana International ohne Harakiri überstehen zu können. Schließlich ist die mutige israelische Vorkämpferin für Offenheit und Toleranz meine größte lebende Heldin, deren Triumph in Birmingham 1998 den wichtigsten Sieg der Eurovisionsgeschichte und einen der glücklichsten Momente meines Lebens markiert. Nun miterleben zu müssen, wie ein trauriges Zerrbild eben dieses Vorbildes in einem aus alten Rattanmöbeln recycelten Kleid (Jean-Paul Gaultier: Schande über Dich!), eher behindert als unterstützt von einem unmotivierten Chor, mit ‚Ding Dong‘ ein halbgares Discoliedchen trällert und die eigene Legende in nur drei Minuten zerstört, das tat weh. Wirklich, wirklich weh.


Einen Catwalk bedienen, das kann sie. Leider zu spät, da war die Messe schon gesungen! (IL)

Wie man es richtig macht, bewiesen die slowenische Juryfavoritin Maja Keuc und ihr achtköpfiger Chor. Eine dramatische Poprocknummer (zwar nicht nach meinem Geschmack, aber sauberes Handwerk), ordentlich Druck auf der Stimme, ein bisschen synchrones Über-die-Bühne-Laufen (so sahen früher mal israelische Choreografien aus!) und demonstratives Selbstbewusstsein. Da fiel auch das schauderhafte Kleid mit den merkwürdigen Chromspoilern im Dekolleté nicht ins Gewicht. Auch die Estin Getter Jaani agierte professionell: zeigte sie sich in den Proben vor lauter Rumgehopse öfters mal außer Atem und jaulte wie ein Hundewelpen, so beherzigte sie im Semi das Liefern können, wenn es darauf ankommt. Hübsch verspielter Elektropop, eine Mörder-Hookline (wenn auch „One, two, Cemetry, down on Rockefeller Street“ Rätsel aufgab), putzige Dekorations-Wolkenkratzerchen aus Pappe, bravourös turnende Tänzer, ein visuell frappierender Zaubertrick und ein niedliches Mädel mit den größten Kuhaugen seit Sue Ellen aus Dallas: die Esten gaben alles. Und schafften es dennoch nur dank der Jury gerade eben so ins Finale. Vermutlich gingen zu viele Zuschauer während der vorangegangenen Werbepause aufs Klo und verpassten so den zauberhaften Songauftakt, der viel zum Reiz des Liedes beitrug.


Ernsthaft: wie hat sie das mit dem Zauberstab gemacht? (EE)

Ich weiß, es ist politisch unkorrekt, aber: ‚I love Belarus‘! Das Land mag „die letzte Diktatur Europas“ sein und seine Vorentscheidungen ein schlechter Witz. Und Lukaschenko mag so tief in Putins Allerwertestem stecken, dass er oben wieder rauskommt. Aber, das muss man ihm lassen: wie ein amtlicher Grand-Prix-Beitrag auszusehen hat, das weiß der Mann! Mit der skurrilen Vaterlandshymne von Annastasiya Vinnikova setzte er den bisherigen subtilen Führerlobpreisungen ‚Love me tonight‘ (2005, über die weit über das Geistige hinausgehende Liebe seines Volkes zu seinem Regierungschef), ‚Work your Magic‘ (2007, die flehende Bitte, sein weises Regierungshandeln fortzusetzen) und ‚Butterflies‘ (2010, erneut über die Bauchkribbeln auslösende Liebe seines Volkes zu seinem Anführer) gewissermaßen die Krone auf. Zudem noch musikalisch aufgewertet durch eine Zither, dem – das sage ich jetzt schon mal voraus – Must-Have-Eurovisionsinstrument kommender Jahrgänge! Um so ärgerlicher, dass uns die blöde Kameraregie mal wieder um den besten Part brachte: die Belarus-Faust™! Nur wenn man beim Mitsingen solch sensationell doppeldeutiger Textzeilen wie „I love Belarus, got you deep inside“ enthusiastisch die geballte Faust nach oben reckt, macht die patriotische Disconummer so richtig Spaß. Probieren Sie es mal aus!


„Say I’m a Tree, tender and young“? An der Aussprache arbeiten wir aber noch mal! (BY)

Leider gab es neben soviel Fabelhaftigkeit auch Grand-Prix-Grütze im Dreierpack zu erdulden. Das begann mit seichtestem, ranzigen Weltfriedensquark (‚Change‘) von und für das Hotel FM (also die sedierend wirkende Zwangbeschallung in Hotellobbys und Fahrstühlen). Dass der schlimme Driss weiterkam, legt die Vermutung nahe, dass das Publikum dachte, es handele sich um den European Tight Trousers Contest. Denn in dieser Abteilung konnte David Bryan, der britische Leadsänger der rumänischen Band, punkten. Drei Dinge kosteten dem flotten lettischen Formatradiopop des Duos Musiqq den Platz im Finale. Erstens: die Nana-Mousqqouri-Gedächtnisbrille (MC 1963) des „Rappers“, zweitens: der schlimme Kellner-Fraqq, in den eine böswillige Garderobiere die Beiden steckte, um sie der Lächerlichqqeit preiszugeben. Sowie, drittens und entscheidend: das Sterbender-Schwan-Geröchle ganz am Schluss von ‚Angel in Disguise‘. Damals, liebe Kinder, als Ihr noch nicht geboren wart, da standen eine Irokesenfrisur und ein tätowierter Unterarm (so wie bei Tim Schou, dem mit einem OP-Hemd bekleideten Leadsänger der dänischen Band A Friend in London) für Rebellion und Unangepasstheit. Ich weiß, diese beiden Konzepte sind Euch so fremd wie Telefone mit Wählscheibe. Natürlich konnte man auch damals schon mit schamlos zusammengeklauter musikalischer Seichtkacke und brechreizerregenden Rettet-die-Welt-Texten (‚New Tomorrow‘) beim Grand Prix abräumen. Aber wenigstens wurde man seinerzeit noch vom Feuilleton und von den coolen Kids dafür verspottet und ausgelacht. Ach, gute alte Zeit!


Wohin, kleines Pony, soll’n wir reiten? Vielleicht zu Lalalalalaura, dem Banjo Girl? (LV)

So, wie im ersten Semi die von der letzten Startposition aus singenden, eher für mediterrane Disco-Stampfer berüchtigten Griechen mit einem für sie in eurovisionären Zusammenhängen untypischen Folklore-Drama überraschten, so überraschte auch im zweiten Semi die an letzter Stelle startende, bislang eher als große Balladennation bekannte, streng katholische Grüne Insel mit einem super eingängigen Bubblegum-Popsong über die Freuden des One-Night-Stands. Vorgetragen von den  dauerhibbeligen Zwillingen2)Und ja, selbstverständlich spekulierte die Regenbogenpresse gleich über eine Vermählung der Zwei mit den ebenfalls eineiigen slowakischen Twiins. Aber dafür waren jene zu bereits verheiratet und die Iren, trotz gegenseitiger Beteuerungen, zu wenig am anderen Geschlecht interessiert. James und Eward (Jedward) Grimes, die hier auf das Schönste bewiesen, dass man eine ADHS-Erkrankung nicht zwangsläufig mit Ritalin medikamentös sedieren muss, sondern auch Unterhaltungskapital daraus schlagen kann. Nicht eine Sekunde standen die Beiden mit den dauereregierten Frisuren still, hüpften, sprangen, marschierten, schlugen Rad und ließen sich folgerichtig von ihren Backings weiteste Teile des Gesangs abnehmen. Dazu noch trugen sie glitzernde Phantasieuniformen mit Schulterpolstern, bei denen selbst Alexis Carrington vor Neid ins Sofapolster bisse. Grandios!


Friss Deinen Kopfschmuck, Verka Serduchka! (IE)

ESC 2. Semifinale 2011

Eurovision Song Contest 2011 - Zweites Semifinale. Donnerstag, 12. Mai 2010, aus der Düsseldorf-Arena in Düsseldorf, Deutschland. 19 Teilnehmer, Moderation: Anke Engelke, Judtih Raakers und Stefan Raab.
#LandInterpretSongtitelPunkte
gesamt
PlatzPunkte
Televoting
Platz
01BADino MerlinLove in Rewind1090513102
02ATNadine BeilerThe Secret is Love0690705210
03NL3JsNever alone0131901719
04BEWitloof BayWith Love, Baby0531105012
05SKTwiinsI'm still alive0481304016
06UAMika NewtomAngel0810609105
07MDZdob şi ZdubSo lucky0541006108
08SEEric SaadePopular1550115901
09CYChristos MylordosSan Angelos s'agapisa0161802318
10BGPoli GenovaNa inat0481204314
11MKVlatko IliesvskiRusinka0361603317
12ILDana InternationalDing Dong0381505111
13SIMaja KeucNo one1120306807
14ROHotel FMChange1110412103
15EEGetter JaaniRockefeller Street0600904613
16BYAnastaiya VinnikovaI love Belarus0451405409
17LVMusiqqAngel in Disguise0251704315
18DKA Friend in LondonNew Tomorrow1350211504
19IEJedwardLipstick0680807806

Fußnote(n)   [ + ]

1. Da die deutschen Veranstaltungstechniker das punktgenau Zerbersten der Spezialscheiben nicht richtig in den Griff bekamen, verbrauchte man während der Proben (inklusive eines Sondertermins) so viele Scheiben, dass nicht mehr genügend für die Echtauftritte übrig blieben. Also durfte Eric nur noch eine „zerbrechen“. Das klappte dann wenigstens.
2. Und ja, selbstverständlich spekulierte die Regenbogenpresse gleich über eine Vermählung der Zwei mit den ebenfalls eineiigen slowakischen Twiins. Aber dafür waren jene zu bereits verheiratet und die Iren, trotz gegenseitiger Beteuerungen, zu wenig am anderen Geschlecht interessiert.

43 Gedanken zu “ESC 2. Semi 2011: Cause I know it’s pasibel

  1. ‚Schande über Euch, Europäer! Fühlt Euch hiermit virtuell mit Schuhen beworfen!‘ Sas das mal nicht ‚den Europäern‘, die den Ausgang gar nicht alleine entschieden haben, sondern der Jury, Herrn Schreiber und der EBU-Kopfdelegation, die den ESC zu einer schlechten Idol-Kopie umfunktionieren wollen. Zehn von zehn Liedern, die gestern weiterkamen, waren vollständig auf Englisch, keines wirklich kulturell geprägt. Am ehesten noch Bosnien. Dafür kam die Möchtegern-Whitney-Houston mit ihrer flachen Ballade für Österreich weiter. Bezeichnend auch, als Frau Rakers zwischen Anna Rossinelli aus der Schweiz und dem studierten Germanisten aus Azerbaycan kein Wort auf Deutsch, wie schon die ganze Show über, verlor. Wir sind Sooo Great American! ESC, nein Danke! Schade, wie der Wettbewerb in den letzten Jahren zugerichtet wurde.

  2. Puh, da hatte ich ja doch Recht mit Bulgarien. Im Gegensatz zu Dienstag bin ich jetzt auch mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Einzig die Ukraine hätte auch ich gerne mit Zypern getauscht. Ansonsten gab es für mich keine Überraschungen, auch wenn nicht alle, die weitergekommen sind auch meine persönlichen Favoriten waren. Aber immerhin war dieses Ergebnis absehbarer als das am Dienstag. Irgendwie habe ich da gerade ein Deja-vu. War das im letzten Jahr nicht ähnlich? Alle schüttelten nach dem ersten Halbfinale den Kopf über Finnland, Slowakei usw. und das zweite Semi war dann wieder überraschungsärmer. Oder spielt mir da gerade meine Erinnerung einen Streich? Verärgert bin ich jetzt jedenfalls nur noch über die ausgeloste Startreihenfolge. Alle camptastischen Pop-Stücke auf einem Haufen! Dafür davor und dahinter nur Ödnis, ab und an mal ein wenig aufgepeppt mit rockigem Krach oder mehr oder weniger charmanten Skurrilitäten. Na, das kann ja was werden!

  3. Ich sehe es auch schon kommen, dass bald nur noch Spanien und Frankreich in einem ESC-Finale in Landessprache singen, die nicht gleichzeitig Englisch ist. Traurig.

  4. Was von den Ausgeschiedenen war denn bitte ‚kulturell geprägt‘? Zypern und Weißrussland hatten Formatpop mit leichten Ethno-Elementen, und die anderen sieben hatten zwar einen bunten Strauß an Musik gebunden, aber richtig ‚landestypisch‘ war da jetzt nichts. Und die in nicht-englischer Landessprache vorgetragenen Stücke … naja, so fantastisch war da jetzt nichts. Ich fand Zypern eher langweilig (und diese überdramatische Bühnenshow passte überhaupt nicht zum Lied), Bulgarien war ganz okay, Mazedonien und Israel waren unter aller Kanone. Was das Jurybashing angeht: Könnten wir damit wenigstens warten, bis die Ergebnisse raus sind und man sich wenigstens zu Recht über Haba-Haba-Gate oder den Agapisa-Skandal aufregen kann? Schließlich Frau Rakers: Öhm…wie bitte? Warum sollte man urplötzlich fast den gesamten Kontinent von der Unterhaltung ausschließen? Wie provinziell gedacht ist das denn?

  5. Sprache Ich bin ja auch für Landessprache in den Songs. Aber dass Judith sich im Interview des Englischen bedient, ist ja wohl selbstverständlich. Da muss ich meinem Vorredner uneingeschränkt recht geben.

  6. Große Trauer Zunächst einmal: die Show selbst war gestern grandios. Auch unter den beiträgen wesentlich weniger, die an schwachen Stimmen oder gar Fehlstimmung litten (da die irischen Hopser ja inzwischen fast nichts mehr selbst singen). Aber das Ergebnis? Zwar keine wirklich großen Überraschungen, aber wie immer große persönliche Enttäuschungen. Und das dieses Jahr noch schlimmer als sons. Zwar bin ich es ja gewohnt, dass meine Favoriten im Finale immer auf den hinteren Plätzen landen, aber dass dieses Jahr, obwohl es *außergewöhnlich viele* Songs in meiner Kategorie ‚richtig gut‘ gab, von meinen Top-Five nur ein einziger (nämlich Platz 5) überhaupt das Finale erreicht, dafür aber von den (in diesem Jahr auch außergewöhnlich wenigen, nämlich 3) Hassbeiträgen der Kategorie ‚echt furchtbar‘ volle zwei (Russland und Griechenland) und nur das etwas harmlosere makedonien ausscheidet, trifft mich schon hart. Irgendwie habe ich überhaupt keine Lust mehr, am Samstag überhaupt zuzuschauen. Wahrscheinlich ist ESC wohl nicht die richtige Sendung für mich, ich sollte doch bei Rockpalast und Co. bleiben. Natürlich gibt es unter den Verbleibenden schon noch Beiträge, denen ich einen Sieg wirklich gönnen würde. Das wären Paradise Oskar und Dino Merlin, vielleicht sogar Evelina Sasenko. Aber anrufen würde ich dafür nicht. So bleiben für meine Anrufe nur noch meine ursprünglichen Plätze 5, 6 und 11, sprich Slowenien, Österreich und Georgien. Zypern und Bulgarien hätten echt nicht ausscheiden dürfen gestern. Rest in Peace, Poli. Werde trotzdem nach CDs von Dir suchen.

  7. verlängerte Pinkelpause Natürlich werde ich mich bis morgen wieder soweit beruhigt haben, dass ich doch zuschauen werde. Allerdings wäre zu überlegen, ob ich -ganz gegen meine Gewohnheit – doch mal eine Pinkelpause einlege. Das wird einem durch die Startplatzauslosung ja leicht gemacht: bis einschließlich Ungarn schauen, und dann kommt das ganze Elend ja netterweise am Block Irland-Schweden-Griechenland-Russland-Frankreich, nur unterbrochen durch Getter Jaani, das kann ich verschmerzen.

  8. wow ..ein tolles 2tes HF. Ich mag das dänische Mika-Lied ja auch nicht. Aber die Halle war am toben und mich hats dann live völlig mitgerissen. Ebenso Irland, Moldavien und Dana. TOLL! Die haben die Halle am heftigsten gerockt. Lettland enttäuschte. Rockefeller finde ich jetzt noch schlimmer als vorher und bei Lettland, Slowakei, Belgien und Holland ist die Halle eingeschlafen. Für Östereich freue ich mich – verdient weiter. Rumänien gehört alleine schon für die Hose nach Hause geschickt. Schade mit Dana ist nur noch eine Diva im Rennen: Lena! Und die wird gewinnen! Versprochen!

  9. Top 5 Wen hattest du denn noch in deinen Top 5? Ich bin in der glücklichen Situation, dass alle aus meiner Top 5 im Finale sind (alphabetisch: Aserbaidschan, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland). Na gut, zwei davon waren ja ohnehin gesetzt.

  10. Wieso ist deutsche Sprache generell provinziell? Glaubst Du wirklich, daß alle europäischen Zuschauer die auf englisch geführten Interviews komplett verstehen? Das schaffe auch ich nicht (genau wie manche der Interpreten kaum englisch beherrschen). Und selbst wenn, was wäre an zwei oder drei Sätzen auf deutsch denn so schlimm? Gastgeber dürfen so etwas, denn der ESC ist selten genug im eigenen Land. Und erst recht, wenn seit langem mal wieder alle drei deutschsprachigen Länder im Finale vertreten sind.

  11. Top 5 Waren ursprünglich: Polen Belgien Bulgarien Albanien Slowenien Polen habe ich selbst gestrichen. Das gefällt mir zwar auf CD nach wie vor, war aber im Semi schlimm daneben. Dass Belgien keine Chance hatte, war mir klar. Aber Albanien und Bulgarien hätte wirklich ins Finale gehört. Natürlich hätten sie niemals gewonnen, das erwarte ich ja schon lange nicht mehr. Aber solch starke Stimmen gehören einfach ins Finale. Wie gesagt, jetzt gibt es wahrscheinlich 20 Anrufe für Maja Keuc. Übrigens fand ich eine Aussage unserer Jury-Chefin Ina Müller top, die meinte, dass sie sich die Stücke am besten mit geschlossenen Augen anhört. Da hat sie verdammt noch mal recht, da trennt sich die Spreu vom Weizen. Im Prinzip mache ich das ja auch so, indem ich die CD x-Mal im Auto auf Langstrecken durchhöre und teste, an welchen Stellen der Drang zum Vorspulen oder der Impuls zum ’noch mal‘ am größten ist. Natürlich muss auch die Show stimmen, (und es muss live ohne Autotune klappen), aber ich finde, es ist nach wie vor ein SONG-Contest.

  12. sorry Ich nehme ausdrücklich Frankreich aus obiger Aufzählung heraus. Ich persönlich mag den Song zwar nicht, da ich ihn öde finde, aber Amaury ist ein guter Sänger.

  13. warum wird irgendjemand ausgeschlossen, wenn interviews auf deutsch geführt werden? englisch versteht auch nicht jeder zuschauer, und die angeberei mit ankes französischkenntnissen war erst recht daneben. vor allem im ersten semi, wo frankreich gar nicht übertragen hat. warum dann bitte?

  14. mehr Trauer als Freude Estland ist weiter und die weißrussische Propagandaschei… ist raus, das freut mich. Doch dann geht die Trauer schon los: Cypern ist in den letzten Wochen sehr in meiner Gunst gestiegen, leider umsonst. Mika Newton verzeihe ich nie den Betrug an Jamala, doch sie ist im Finale. Genau wie die grottigen Dänen und Rumänen. Bei Dino Merlin kann ich mich kaum entscheiden: Der Song ist zwar recht gut, aber die Darbietung hat das Niveau eines Dorfrummels. Bei den irischen Zwillingen ist es eher umgekehrt. Mal sehen, wie weit sie kommen. Das Finale werde ich jedenfalls bis zur Bekanntgabe des Siegers genießen, danach eventuell stinksauer sein. Abwarten. Und falls Deutschland wieder gewinnt, saufe ich mir die Hucke voll.

  15. provinziell Provinziell finde ich deutsch keineswegs. Und die Modertatoren dürfen natürlich beliebige Brocken einwerfen in welcher Sprache auch immer. Das gab es auch bislang schon immer. Nur dachte ich, dass die ‚offiziellen‘ Sprachen beim ESC tatsächlich englisch und französisch seien, und dann gehört es sich für ein *komplettes Interview* (im Gegensatz zu etwa einer einzelnen Begrüßung)eben nicht, dies sozusagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu führen, egal ob das nun estnisch, bulgarisch oder ebenm deutsch ist.

  16. und wegen der jury: kamen die gleichen töne von dir nicht schon im letzten jahr, wo selbst dem letzten sonderschüler nach öffnung des zehntes umschlages klar wurde, dass kuunkuiskaajat von der jury verhindert wurde? 😉 solange keine zahlen veröffentlicht sind, muss man auch vom (offensichtlichen) worst case ausgehen.

  17. Interviews Bei ganzen Interviews hast Du ja recht. Kommt nur darauf an, was man darunter versteht. Die kurzen Sätze im Pink-Room würde ich nicht als Interview bezeichnen, sondern als Smalltalk. Da dürfte es eben auch mal die eigene Sprache sein. Besonders, da viele Zuschauer es ohnehin nicht sehen können, weil deren Sender die Pause mit Werbung füllen. Und lieber mal zwei Sätze in einer unbekannten Sprache als z.B. die Nichtausstrahlung des gesamten Halbfinales wegen eines Tennisspiels.

  18. ‚Und falls Deutschland wieder gewinnt, saufe ich mir die Hucke voll.‘ Aus Trauer oder aus Freude? 😆

  19. ganz abgesehen davon, dass deutsch nicht estnisch oder bulgarisch ist, und man auf französisch noch viel eher ein gespräch ‚unter Ausschluss der Öffentlichkeit‘ führen würde.

  20. So, und hier dann auch einmal meine detaillierte Rückschau zum zweiten Halbfinale. 01. Bosnien-Herzegowina Gutes Lied (beschwingt und doch nicht ganz ohne Melancholie), charmant-versponnene Präsentation und ein erfahrener Interpret mit Ausstrahlung. Gelungener Auftakt. 02. Österreich Persönlich mag ich dramatische Herzschmerz-Balladen ja lieber als kitschige Bessere-Welt-Balladen, aber was für eine Stimme! 03. Niederlande Fällt in eine ähnliche Kategorie wie San Marino. Man kann es sich gut anhören, aber es animiert nicht zum Anrufen. Schade. Auch wenn ich unsere Nachbarn gerne mal wieder im Finale gesehen hätte. 04. Belgien A Capella ist einfach nichts für so große Hallen, obwohl es besser herüber kam als ich befürchtet hatte. Auch hätte ich mir eine etwas einheitlichere Bekleidung gewünscht. Wäre eine Bereicherung des Musikmenüs im Finale gewesen. 05. Slowakei Ich weiß, ich bin nicht der Erste, der in dieser Darbietung die ‚No Angels reloaded‘ sieht, aber es stimmt. Ein Lied ohne besonderen Höhepunkt oder tieferes Gefühl, Schleppen im Wind und eine Gesangsleistung, die im Vergleich zum vorhergehenden Lied doch deutlich abfällt. Zwar nicht gerade blamabel, aber sehr halbgar. 06. Ukraine Die ukrainischer Version fand ich zu Herzen gehend, die englische auf CD immer noch überdurchschnittlich, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen, aber live war es doch sehr enttäuschend. Die Stimme zu gepresst, nicht einnehmend genug. Und die Sandkunst lenkte nur ab. Aber wahrscheinlich war es genau das, was die Ukraine ins Finale gebracht hat. Ich wüsste nicht, warum sie es sonst geschafft haben sollten. 07. Moldau Kam nach den beiden einschläfernden Nummern vorher natürlich doppelt so gut. Und das Schlimmste: Mein Fuß hat sofort mitgewippt, ob ich wollte oder nicht. Die Qualifikation war keine Überraschung. Aufgrund seiner Auffälligkeit hatte ich den Act schon länger auf dem Schirm. 08. Schweden ESC-Konfektionsware. Aber gute! Quasi so wie ein Ralph-Siegel-Beitrag heutzutage sein sollte, es aber selbst nicht mehr zu tun vermag. Trotz Inhaltsleere – gerade im Vergleich mit den versponnenen Independent-Punk-Rockern vorher – ein sehr stimmiges, gut (oder auch: glatt) produziertes Konzept. Und Eric ist ja auch niedlich. 09. Zypern Für mich immer noch viel besser als die ukrainische Ballade. Zudem in Landessprache. Ich habe keine Ahnung woran es gelegen haben könnte. Vielleicht wäre bei der Inszenierung doch weniger mehr gewesen? Die Interaktion des Interpreten mit der Kamera war nämlich bei der Ukraine tatsächlich besser. 10. Bulgarien Hm, da kann ich nicht viel zu sagen. Ich habe Bulgarien von Anfang an – also seit der Songauswahl in deren Vorentscheid – nicht im Finale gesehen, da es solche Poprock-Lieder von weiblichen Interpreten in den letzten Jahren auch immer nur auf hintere Ränge geschafft haben. Am Auftritt gibt es aber an sich nichts zu bemängeln. 11. Mazedonien Irgendwie klang Vlatko für mich zu Beginn des Gesangsparts nicht nur heiser – das tut er ja immer – sondern irgendwie auch leicht verschnupft. Egal, ich bin sowieso befangen, was dieses Lied angeht, denn ich mag es sehr. Die Inszenierung ging allerdings gar nicht, schließlich ist das kein MTV-Act, sondern Trash-Folk-Rock. Wo waren die Kosakenkostüme? Die besungene Russin? Die Lagerfeuer-Atmosphäre? Das anfeuernde Klatschen während der Bridge? Kurz: Wo war der Balkan- oder Zigeunerzauber? Ich bin mir sicher, das hätte funktioniert! 12. Israel Schwaches Lied (im Vergleich zu ihrem Siegertitel und den anderen Uptempo-Songs dieses Jahrgangs), verlebte Stimme, statische Performance. 13 Jahre später reicht es eben nicht mehr, wenn sie nur sie selbst ist. 13. Slowenien Ich weiß, es ist mein Lieblingsthema. Hier zeigt sich schon wieder eurovisionäres Sexismus. 2006 singt ein junger Mann ein ähnlich arrangiertes Stück (mit dramatischen Steigerungen zum Finale hin) vom selben Autorenteam und scheitert im Semi und kaum steht da eine junge Dame im knappen Chrom-Kleid gelingt der Finaleinzug. Na gut, fairerweise muss man dazu sagen, dass der Slowene damals wohl viel zu harmlos wirkte. Harmloser als dieses kraftvolle Stück auf jeden Fall. Tja, liebe Dana International, heutzutage sind Powerfrauen gefragt und keine alternden Diven. Die hat dich weggefegt. 14. Rumänien Auch wieder etwas, wo der Fuß mitwippen kann. Gefällt mir persönlich viel besser als die Dänen, die ja in musikalisch und textlich ähnlichen Gefilden segeln. Hat mich sehr gefreut, dass die Rumänen es ebenfalls ins Finale geschafft haben trotz eigentlich besserem Startplatz und scheinbar größerer Beliebheit der Dänen. Bin mal gespannt, wie es im Finale aussehen wird. 15. Estland So ganz unrecht hat Peter Urban mit ‚Kinderkanal‘ ja nicht. Es hatte schon etwas von einem Kindergeburtstag. Es war bunt, fröhlich und die Choreographie wirkte etwas unkoordiniert. Dumm nur, dass Jedward eine erwachsenere, etwas aggressivere Variante davon im Rennen haben. Aber zumindest hat Getter der Kroatin gezeigt, wo der Zauberstab hängt! Zauberhaft und liebenswert. 16. Weißrussland Zu statisch performt, zu farblos (auch hier: warum keine landestypischen Kostüme?), gewöhnungsbedürftig tiefe Stimme der Sängerin, dazu ein polarisierender Text. Schade, denn musikalisch ist es einer meiner Lieblinge dieses Jahr. Konnte gegen Estlands Charme-Show nur verlieren. 17. Lettland Gute Radiosongs haben im ESC einen sehr großen Nachteil: Sie wirken auf der großen Bühne reichlich unspektakulär. Schade. 18. Dänemark Also, das einzige, was ich bei den Dänen wirklich besser finde als bei den Rumänen ist die Optik. Aber da das Land ja letztes Jahr schon mit einem Song, den ich überhaupt nicht gemocht habe, sehr gut abgeschnitten hat, befürchte ich das Schlimmste. Das ist so mainstreamig, das musste natürlich weiterkommen. 19. Irland Gebt es zu: Alle anderen waren doch nur Vorprogramm für Jedward! Ja, ich bin jedwardized!!!! Ireland for the win!!!! Sehr schön war übrigens auch der Interval Act dieses Mal. Klassik trifft Moderne, deutsches Kulturgut international aufbereitet. Sehr schön! Auch das eingespielte ESC-Medley von Anke und Stefan war cool. Für mich war es insgesamt eine noch bessere Show als am Dienstag. Ob sich das abermals steigern lässt? Ich habe gehört, dass Jan Delay einer der Pausenacts ist und den kann ich leider absolut nicht ab. 🙁

  21. Ja, kamen sie. Und werden sie auch weiterhin. Solange irgendwelche Leute halbgare Theorien von sich geben, werde ich gegen diese Leute anreden. Ich gebe gerne zu, wenn sich abzeichnet, dass die Theorien doch stimmen, aber solange da nichts beweisbar ist, argumentiere ich dagegen.

  22. Song Contest?? @ Little Imp – Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber findest Du den irischen Beitrag wirklich ‚erwachsen‘ 😯 ?? Es gibt kaum einen inhaltslehreren Beitrag – gesanglich völlig indiskutabel, bleiben von dem Beitrag nur besinnungslos laute, unkoordiniert herum hüpfende Zwillinge. Das ist absolutes jESC Niveau….obwohl es selbst dort bessere Songs gab. Aber ich verstehe schon, dass der Song Anhänger findet, sind doch auch ‚Schnappi‘, die Schlümpfe und der ‚Crazy Frog‘ mit Klangteppichen oder gar schlichtem Krach erfolgreich in den Charts gewesen. So geht das Gefühl für Musik, das Gefühl für Kunst samt dem musikalischen Gehör einer ganzen Generation verloren. Man kann nur hoffen, dass etwa der Sieg Frankreichs (oder eines anderen echten Sängers) wieder dafür sorgt, dass der ESC nicht zu einem Performance und Brüll-Contest verkommt.

  23. Genau die gleiche Leier wurde schon nach Ruslanas Sieg 2004 angestimmt (und bestimmt auch schon früher), und sie war damals nicht richtiger als heute. Qualität setzt sich immer durch – ja, vielleicht hat man von Zeit zu Zeit einen unwürdigen Sieger (Riva, Dima Bilan), aber das sind Ausreißer. Vollkommen inhaltsleeres Gedröhne reißt nur extrem selten was. (Nebenbei finde ich ‚inhaltslehrer‘ einen sehr schönen Verschreiber.) Jedward können nicht singen, aber die Performance ist oberste Schiene, und dafür steht Irland zu Recht im Finale. Was sie dort von Startplatz 6, zwischen Ungarn und Schweden, reißen können, ist eine andere Sache…

  24. jo Bis auf die Kommentare zu Jedwards (und der dänischen Optik) kann ich dieser Einschätzung ziemlich zustimmen. Natürlich kommt bei mir dann in Nuancen ein anderes Ergebnis heraus, aber das sind reine Geschmacksfragen. Von der eher sachlichen Beurteilung: 100%

  25. Komparativ! Bitte genau lesen, lieber D’dorf 11. Ich schrieb nicht ‚erwachsen‘, sondern ‚erwachsener‘ im Vergleich zu Estland. Wenn Rockefeller Street ‚Kinderkanal‘ ist, dann ist ‚Lipstick‘ immerhin schon fast MTV vom Gesamteindruck her (Inszenierung, Text, etc.). Oder meinetwegen auch Bravo-Niveau oder sowas. Und was den Inhalt angeht: Manchmal ist es auch ganz schön, einfach nur unterhalten zu werden, ohne sich mit den Problemen der Welt oder der Liebe oder wasweißich Gedanken machen zu müssen.

  26. so weit ist es also schon gekommen So, inzwischen habe ich mich wieder halbwegs beruhigt. Natürlich werde ich heute abend wieder beiwohnen. Ich muss nur einfach die Halbfinales vergessen, sondern mir einreden, dass es nicht etwa ein supertoller Jahrgang ist, aus dem eben die Besten bereits herausgefallen sind, sondern eben ein normaler mittelmäßiger Jahrgang, bei dem es gilt, noch das Beste draus zu machen. Und natürlich werde ich auch KEINE Pinkelpause einlegen. Immerhin habe ich ja auch die CD immer brav GANZ durchgehört (mit dem Erfolg, dass Irland immerhin aus der Kategorie ‚absolut furchtbnar‘ in die Kategorie ‚mag ich einfach nicht‘ aufgestiegen ist). Was ich allerdings schockierend finde, ist, dass ich mir tatsächlich Gedanken darüber mache, ob ich – wie sonst immer im Finale – ‚ehrlich‘ wählen soll, um meinen chancenlosen Lieblingen (Slowenien, Österreich, Georgien, Moldawien) möglichst gute Plätze zu verschaffen (und mich hinterher ärgere, dass meine Stimme quasi völlig unter den Tisch gefallen ist, da Deutschland an keines dieser Länder auch nur einen einzigen Punkt vergeben hat), oder ob ich lieber ‚taktisch‘ wählen soll (wie sonst höchstens in Halbfinales oder bei politischen Wahlen), um einen Sieg von Irland, Schweden oder gar Russland zu verhindern. Dann müsste meine Stimme klar nach Finnland oder Bosnien-Herzegowina gehen. So weit ist es also schon gekommen … (damit ist nicht die Stimmvergabe nach FIN oder BiH gemeint, das ist völlig in Ordnung, sondern die Verzerrung des Stimmungsbildes. Aber die ist vermutlich bei all den ’nationaöistisch‘ Wählenden rh schon gegeben. Schade eigentlich).

  27. Ich bin sehr für das ‚ehrliche‘ Wählen. Man ärgert sich dann zwar etwas, wenn es dann doch keine Punkte aus Deutschland dafür gab, aber bereut habe ich das noch nie. Und man weiß ja nie, ob nicht vielleicht doch einer der eigenen Lieblinge Gnade bei den Landsleuten gefunden hat (deutsche Punkte für Österreich sehe ich dieses Jahr in der Tat im Bereich des möglichen). Und dann ärgert man sich auch nur, weil die eigenen Anruffe vielleicht sogar einen Punkt mehr ausgemacht haben könnten. Also, ich würde dir sehr dazu raten ehrlich abzustimmen.

  28. danke für die Bestätigung Werde ich wohl auch so machen. Denn auch im taktischen Fall ist ja Ärger keineswegs ausgeschlossen, der dann sogar ein doppelter ist, wenn es nicht einmal etwas genutz hat. Und wie sollen wir jemals zu einem ehrlichen Stimmungsbild kommen, wenn nicht jeder Einzelne damit anfängt. Danke!

  29. Diesmal aus Freude, da mir der Song wirklich gefällt. ‚Satellite‘ werde ich wohl nie mögen.

  30. Pinkelpause Die PP lege ich in den Intervall-Akt. Konnten die keinen besseren (oder bekannteren) als Jan Delay finden? Kopenhagen hat damals Aqua aufgefahren und Moskau tatu. Aber vielleicht werden wir ja noch überrascht.

  31. ‚Besser oder bekannter‘ als Jan Delay? Der Mann ist wenigstens ein einigermaßen aktueller (und in Deutschland sehr erfolgreicher) Künstler. Zum Zeitpunkt des ESC in Moskau war Tatus einziger europaweiter Hit schon sechs Jahre alt, bei Aqua waren es vier Jahre. Das grenzte schon an Last-Chance-Saloon.

  32. Zum vorletzten Platz von Zypern: Wer meint, mit einer total bekloppten, unnötigen Bühnenshow, die noch dazu in ihrer hochdramatischen Art überhaupt nicht zum Lied passte, den Auftritt kaputtzumachen, soll sich bitte nicht wundern, wenn er von Europa abgestraft wird. Überrascht mich ehrlich gesagt nicht besonders.

  33. Widerspruch! Da hast Du nun aber wirklich einen anderen Contest gesehen als ich! Die Zyprioten hätten alleine schon für die Bühnenshow weiterkommen müssen, die alleine war schon 12 Punkte wert (und das Lied dann noch mal 12). Sie hatten die weitem Abstand beste Bühnenshow des diesjährigen Jahrgangs! Und auch die am besten zum Song passende. Es geht ja darum, die Stimmung des Songs zu transportieren (den Text verstand ja eh niemand) – und die lautete nun mal: großes Drama! Großer Gefühlssturm und Überwältung, aus-der-Bahn-geworfen-werden. Und genau das transportierte die Show: Im Gefühlssturm wild umherwogende Menschen, menschliche Windmühlen – die Verwirrung der Gefühle ausdrückend -, und selbst die Welt (symbolisiert durch die Glaskugel am Strick) trug es beinahe aus der Umlaufbahn. Das war nun wirklich – und das meine ich völlig unironisch – ganz, ganz große Eurovisionskunst! Schade, dass Europa so unempfänglich dafür ist…

  34. Soviel zum Thema ‚Norwegen und Zypern – Opfer der Jurys‘, was? Um mal Olivers Antwort an Keith Mills vom letzten Jahr zu zitieren: Ha. Ha! Nichts da. Siebzehnte und achtzehnte Plätze im Semi sind eben mit großer Wahrscheinlichkeit nicht den bösen Jurys allein zu verdanken. Und nebenbei wäre es mir lieb, nicht mit ‚den letzten Sonderschülern‘ in eine Reihe gestellt zu werden. Ich fand Finnlands Ausscheiden 2010 alles andere als ungewöhnlich, aber deswegen bin ich nicht dumm, vielen herzlichen Dank.

  35. Mag ja sein, aber dann war das Lied ein klassischer Fall dessen, was wir drüben bei TV Tropes ‚Lyrical Dissonance‘ nennen. Zu einer derart (Verzeihung) lahmen Melodie einen dramatischen Text anzustimmen, den außerhalb von Zypern und Griechenland niemand versteht, ist einfach unpassend. Gegenbeispiel: Serbien 2007. So geht das, verdammt noch eins! Dann ist auch die Sprache egal. Und die Hammerwerferin ging über Pathos hinaus in Narm – da kommt bei mir nur ein Gefühl auf, und das ist Heiterkeit. (Okay, eventuell noch Spannung – ob denn das Seil hält. 😉 ) Die Show war nett, das Lied auch, aber das passte einfach nicht zueinander. Aber da werden wir wohl ebensowenig auf einen Nenner kommen wie bei Italien.

  36. Häh? Das dänische Mika-Lied? Mika ist für die Ukraine angetreten und A Friend In London für Dänemark. Wen meinst du denn jetz? :confused:

  37. Ich nehme mal an, chris meinte mit ‚Mika‘ nicht die ukrainische Sängerin, sondern den britischen Sänger. ‚Grace Kelly‘, ‚Happy Ending‘, dieser komische Kauz.

  38. So… …jetzt, wo sich der Staub gelegt hat: Gut, zugegeben, die Jurys haben Norwegen hinausbefördert. Nicht, dass Platz 9 im Televoting sonderlich überzeugend gewesen wäre (mit ganzen vier Punkten Vorsprung auf Litauen), aber das muss ich natürlich zugestehen. Allerdings bin ich immer noch der Meinung, dass das mit Finnland 2010 nicht vergleichbar ist – Kuunkuiskaajat waren doch um einiges eindeutiger in den Top 10 der Televoter, und wer die Jurys derart gegen sich aufbringt wie Stella Mwangi dieses Jahr (warum auch immer), muss eben mit sowas rechnen. Tja. Schön zu sehen jedenfalls, dass die Televoter offenkundig nicht ganz so rassistisch waren, wie einige hier voreilig trompeteten. Auf ein Neues in Baku…

Oder was denkst Du?