Haba-Haba-Gate: Votingschocker im ersten Semifinale 2011

Was ist denn da passiert, Europa? Einen echten Voting-Schocker lieferte der abstimmende Teil des Kontinents gestern Abend ab. Entweder sahen die Menschen in den teilnahmeberechtigten Ländern einen völlig anderen Contest als ich, oder es stimmten aufgrund technischer Probleme oder zu geringer Zuschauerzahlen überall ausschließlich die Jurys ab. Etliche bislang eherne Eurovisionsgesetze fielen. Ein Versuch, das Unfassliche zu erklären.


In stillem Angedenken: Stella Mwangi

Ganze vier der von mir getippten Qualifikanten schafften es ins Finale. So weit daneben lag ich nach meiner Erinnerung noch nie. Das lässt mich für das schwieriger vorherzusagende zweite Semi am Donnerstag befürchten, dass ich dort nur noch einen Tipp richtig haben werde (zwangsläufig, nach mathematischem Gesetz: wenn 10 von 19 weiterkommen, muss von zehn Tipps einer richtig sein).

Gestern Abend qualifizierten sich:

  • Serbien: Nina – Caroban
  • Russland: Alexey Vorobyov – Get you
  • Schweiz: Anna Rossinelli – In Love for a While (wie bitte?)
  • Georgien: Eldrine – One more Day
  • Finnland: Paradise Oskar – Da da dam
  • Island: Sjonnis Friends – Coming Home (das ist nicht euer Ernst?)
  • Ungarn: Kati Wolf – What about my Dreams? (Kati darf krächzen, aber Stella nicht?)
  • Litauen: Evelina Sašenko – C’est ma Vie (Ihr verarscht mich?)
  • Aserbaidschan: Ell & Nikki – Running scared
  • Griechenland: Loukas Yiorkas + Stereo Mike – Watch my Dance

Damit fielen mehrere bislang unumstößliche Eurovisionskonstrukte. So beispielsweise die seit der Einführung der Doppelsemis bestehende „Little Big Five“ (AM, AZ, GR, RU, TR), das osteuropäische Äquivalent zur alleine aufgrund der Finanzkraft immer fest fürs Finale gesetzten Big Five (DE, ES, FR, IT, UK), die aufgrund ihrer stimmstarken, in ganz Europa verteilten Diaspora die Qualifikation immer schaffen, und wenn sie einen Besen auf die Bühne stellten. Klappte seit 2006 in jedem Jahr. Doch diesmal packten es nur drei dieser Little Big Five, namentlich der russische Danny Zuko, die aserbaidschanischen Harold & Maude sowie der griechische Existenzialist Loukas Yiorkas. Völlig schockierend blieben hingegen Armenien und die Türkei (ich wiederhole: die Türkei!!!) hängen. Deren Ausscheiden ließe sich zwar beim Anlegen üblicher eurovisionärer Beurteilungsmaßstäbe wie Gesangsleistung oder Glaubwüdigkeit der Show in beiden Fällen erklären. Aber gerade diese Maßstäbe galten ja in der Vergangenheit für alle fünf dieser Länder explizit nicht!


Krächzende Katzengesänge im blauen Flatterlappen, aber im Finale: Wolfkati

Regel Nummer Zwei, die seit gestern außer Kraft zu sein scheint, ist die Unerheblichkeit der stimmlichen Leistung bei fröhlichen Uptemponummern. Galt schon immer, dass Balladen fehlerfrei und mit großer Stimme gesungen werden müssen, um punkten zu können, so sah das Publikum bei Discobeiträgen mit schwer choreografierten Tanzdarbietungen in der Vergangenheit über japsende Sänger/innen meist großzügig hinweg (Beispiele: Ruslana, Sertab Erener, Sakis Rouvas), so lange sich nur die beabsichtigte gute Laune von der Bühne auf das Publikum übertrug. Dies scheint indes seit gestern nur noch für weiße Sängerinnen aus halbdiktatorischen Ländern zu gelten. Denn während sich offenbar niemand daran störte, dass bei den hohen schiefen Tönen der Ungarin Kati Wolf europaweit die Milch sauer wurde, blieb zu meinem völligen Unverständnis die anbetungswürdig knuffige Norwegerin Stella Mwangi mit ihrem fabelhaften, dezent afrikanisch aromatisierten Sommerhit ‚Haba haba‘ hängen, obwohl dieser als einziger Beitrag des Abends für drei Minuten ungebrochen gute Laune und ein nicht zu stoppendes Bedürfnis nach rhythmischer Bewegung verbreitete. Wäre Kati Wolfs ebenfalls wunderschöne Retro-Disco-Nummer ebenfalls gescheitert, so hätte man dies auf die in beiden Fällen (wie auch bei der Kroatin) evidenten stimmlichen Minderleistungen zurückführen können. So bleibt als (traurige) Erklärung leider nur Rassismus. Gute Nachrichten für Anastasiya Vinnikova aus dem für die aktuelle ungarische Regierung das offensichtliche Vorbild abgebenden Weißrussland – ihr ‚I love Belarus‘ dürfte somit sicher im Finale sein. Blöd hingegen für die sich gerade demokratisierenden Mahgrebstaaten, die zwar der EBU assoziiert sind, aber wohl erst gar nicht antreten brauchen…

Last but not least fiel als letzte der bislang ehern geltenden Eurovisionsregeln der erste Artikel der Eurovisionsverfassung: „Du sollst nicht langweilen“. Harmlosigkeit galt ja bislang beim Grand Prix als kleine Schwester der Langeweile und führte meist zu letzten Plätzen oder dem Ausscheiden im Semi. So auch diesmal für Senit aus San Marino (siehe oben: Senit hat afrikanische Vorfahren), nicht hingegen für das heidihafte schweizerische Geplinker und die finnische männliche Nicole mit seinem Rettet-die-Erde-Liedlein und seinem Welpenblick. Das Weiterkommen des faden Gedenkgesummses aus Island und des suizidalen Gegreines aus Litauen lässt sich allenfalls mit einem Mitleidsbonus (der arme Komponist! Die armen Taubstummen!) erklären, mit dem aber beim Eurovision Song Contest in den letzten fünfzehn Jahren eigentlich kein Blumentopf mehr zu gewinnen war. Eine mögliche Erklärung für dieses überraschende Phänomen könnte sein, dass bei den ja eher einschaltquotenschwachen Semis dann doch überwiegend sentimental gestimmte Rentnerinnen aus der Rosamunde-Pilcher-Generation zuschauen, die für solchen Gefühlskitsch empfänglich sind und denen außerdem alles über 20 BpM zu hektisch daherkommt, während beim Finale am Samstag dann eine breitere, weniger mitleidig gestimmte Zuschauerschaft abstimmt. Überraschend bleibt das gestrige Abstimmungsergebnis dennoch.

51 Gedanken zu “Haba-Haba-Gate: Votingschocker im ersten Semifinale 2011

  1. Sie war einfach die Beste – das dafür so ne gequirlte Scheiße wie Litauen weiterkam – unverständlich.

  2. Nein. Unverständlich ist da das falsche Wort. Litauen hatte die einzige echte Ballade des Abends im Programm – sowas mag bei den OGAErn nicht ankommen, aber irgendwem gefällt das offenbar (wenn die Dame dann allerdings im Finale in den Vergleich mit Nadine Beiler darf, heißt es gute Nacht, Vilnius). Andererseits: Haba haba fehlte einfach der zündende Funke, den so eine Nummer nun mal braucht, und es wurde leider auch allzu deutlich, dass Stella Mwangi nicht dazu fähig war, das Lied stimmlich zu stemmen. Einige der heute Abend Ausgeschiedenen haben mich wirklich überrascht, aber Norwegen gehört nicht dazu. Eher schon, dass diese Grütze aus Russland ins Finale kam, oder der gequirlte Quark (Feta?) aus Griechenland.

  3. woll_woll da kann ich mich dem vorredner nur anschließen – bin mit dem ergebnis sehr zufrieden und hätte russland und griechenland auch nicht weiter gebraucht. dann schon lieber die herrlichen anarchos aus portugal oder den vamp aus albanien. dass die türkei und armenien weg vom fenster sind freut mich aber sowas…. bin jetzt schon auf donnerstag gespannt – hoffe, dass es so weiter geht 😉 😀

  4. Ich werde dir morgen, wenn ich bei klarem Verstand bin, genauer antworten. Hab grad die gesamten Schnaps-Vorräte meines Freunds leergetrunken, und bin einfach nur enttäuscht über das Ergebnis. Einfach bis morgen warten, dann kann ich das Ganze sicher objektiver bewerten… 🙂

  5. Litauen hatte halt wirklich die einzige echte Ballade des Abends. Und so schrecklich ich sie auch finde, man kann sich zumindest vorstellen, warum dann jemand dafür angerufen hat, wobei da wohl doch die Jurys einen größeren Anteil an dieser ‚interessanten‘ Entscheidung hatten. Was mich besonders schockiert ist aber auch das Ausscheiden der Türkei. Nicht, weil ich das Lied so sehr mochte, sondern weil es erstens nunmal die Türkei ist, die doch IMMER weiterkommt (dachte ich^^) und zweitens war das doch gut gemachter Rock, nichts besonderes aber eben aus der Masse herausstechend. Kann ich mir halt überhaupt nicht erklären. Armenien war einfach schwach, gesanglich wie von der Show her und Norwegen, so gerne ich das Lied auch mochte, aber es war nicht so herausstechend, dass es den ‚Todesslot‘ auf Startplatz 2 hätte ausgleichen können. Auch wenn ichs genauso schade finde, weil das Lied nunmal gute Laune ohne Ende verbreitet. Und das Island UND die Schweiz weitergekommen sind, wundert mich auch… Aber ist das nicht auch das Schöne am ESC, dass er so überhaupt nicht vorhersehbar ist?! Ich finde schon. Nur hätte ich das bitte gerne auch im Finale so und hoffe daher auch mal, dass Frankreich entgegen der hohen Erwartungen NICHT gewinnt^^

  6. Hmm. Wenn man sich die Liste so anschaut, fällt bei den Qualifizierten schon was auf, oder? Startnummern der zehn Durchgekommenen: 6,7,8,9,10,14,15,17,18,19. Zwei große Blöcke, nur durchbrochen von den Portugiesen auf der 16. Ich will hier keine Verschwörungstheorien lostreten, aber kann es sein, dass mit dem Telefonsystem was nicht in Ordnung war, dass die ersten fünf Beiträge geschlossen rausgeflogen sind und die nächsten fünf (nach der Werbepause!) alle weiterkamen?

  7. ganz einfach ich hatte es schon vor MONATEN vorausgesagt, dass norwegen nicht ins finale kommt, aber keiner hat mir geglaubt. es ist einfach nicht möglich, eine farbige interpretin/einen farbigen interpreten in europa durchzubringen, da der osten prinzipiell der dunklen hautfarbe ablehnend gegenübersteht. daher wird auch großbritannien am samstag nur mittelmäßig abschneiden – favorit hin oder her sorry – is aber so

  8. Ich bin erschüttert. Naturgesetze ausgehebelt? Türkei und Armenien, die soch angeblich mit einem Besenstiel weiterkommen, sind nicht im Finale! Was passiert als nächstes? Paris Hilton tritt ins Kloster ein? Daniela Katzenberger gewinnt den Physik-Nobelpreis? Guido Westerwelle wird Mutter? Vermutlich hat für das Voting eine Rolle gespielt, dass Länder wie Deutschland und Frankreich nicht abstimmen durften und dadurch einiges an Diaspora-Voting verloren ging, wie schon Steven Gätjen bemerkt hatte (übrigens die einzige vernünftige Aussage, die dieser Typ während des ganzen Abends getätigt hat. Gott sei gedankt für die Tonstörung. Und kaum kommentiert er per Old-Fashoned Telefonleitung den ungarischen Beitrag an, baut er gleich 4 Fehler in nur 30 Sekunden Text ein. Reife Leistung!) Was aber zum Scheitern von Haba Haba geführt haben konnte… vielleicht ist man immer noch von Shakira übersättigt. Vielleicht geht dieses Jahr der Tend zur ‚ehrlichen‘ ‚handgemachten‘ Musik, was sich im Weiterkommen von Island, Finnland und der Schweiz äußert. Als sich die ganzen ‚Favoritenstürze‘ abzeichneten, habe ich nur noch darauf gehofft, dass es wenigstens auch noch den russischen Schmierlappen erwischt, aber den Gefallen haben mir die abstimmenden Ex-Sowjet-Satellitenstaten dann doch nicht gemacht. Vermutlich hatten sie befürchtet, dass man ihnen sonst das Gas abdreht.

  9. Schau dir mal die Ergebnisse z.B. von den Semifinals 2008 an. Da ist im 1. Semi von den ersten 6 auch nur einer weitergekommen und von den letzten 7 warns 6! Also daraus jetzt solche Hypothesen zu entwickeln ist nicht vertretbar. Bei 10 Qualifikanten von 19 ist eine ‚Blockbildung‘ wohl kaum vermeidbar, oder? Und außerdem, wenn die ersten 5 Entries so gut waren, dann wär doch wenigstens eins davon durch die juries weitergekommen…?

  10. Erklärungsarie OK, dann starten wir mal die Erklärungsarie. Aber vorab: Egal, wie man zu den weitergekommenen und ausgeschiedenen Songs heute abend steht, es ist sehr sehr SEHR gut, dass eben NICHT immer die gleichen weiterkommen und dass es auch die schrägen kann, die sonst immer weiterkommen. Hab ich übrigens letztes Jahr über Schweden auch schon gesagt. Tja, warum ist Stella nicht weitergekommen? Keine Ahnung. Zu früh dran, Gesamtpaket (insbesondere: Gesangspaket) nicht stark genug, was weiß ich. Wobei mich das wundert, nach Magda, die offensichtlich die Nachfolge von Jemini antreten wollte, kam das nicht schlecht. Schade auch, das hätte ich am Samstag gerne live gesehen. Emmy muss gestern abend in der Jury-Generalprobe fürchterlich gewesen sein, heute im Semi war sie auch nicht gut, da kriegt man dann halt auch mal die Quittung. Und das ist auch gut so, zumal das Lied ja nun wirklich billigste Sch…. also das Lied war net so dolle. Warum es nun die Türkei geschrägt hat und Aserbaidschan nicht, weiß ich nicht so recht. Die Türken hätten vielleicht auf die doofe Schlangentante verzichten sollen, das hat nur abgeschreckt. Griechenland war wohl gestern super, heute auch, wir hatten das in unserem Chat einhellig als Semi-Gewinner ausgemacht (als zweiten: Paradise Oscar). Ungarn: Manche Lieder sind einfach so stark, die kriegt man nicht kaputt. Hat ja damals bei Nox auch nicht geklappt mit dem Kaputtmachen. Hier hab ich mich sehr gerne geirrt. Anna war einfach süß, das Kleid war zwar Mist, aber der Kontrast zu der russischen Überperformance (übrigens IMHO sehr gut gesungen, die russische Überperformance) war groß genug, dass sie nicht untergegangen ist. Und obwohl ich immer noch finde, dass Annas Stimme nicht zum Lied passt, freu ich mich für die Schweiz (na ja, so ein bisschen: Anna kommt weiter, und Paolo Meneguzzi und die Lovebugs sind rausgeflogen? GRMPF) Kein böses Wort zu Island! Wir waren uns in der Mitte der sanmarinesischen Performance bereits einig, dass Island auf jeden Fall weiterkommt, wenn sie einigermaßen abliefern. Senit hat ihr obendrein dröges Lied VÖLLIG versenkt, Daria so lächerlich wie immer, wie zum Kuckuck hätten die Isländer nicht weiterkommen sollen?! Bleibt Litauen. Nun… ähm…also… Ich wars nicht! Hätte nicht gedacht, dass es Leute gibt, die auf so einen Breitwandschlonz stehen. Ich fand ja Evelinas Ohrringe super, aber deswegen ruft man doch nicht dafür an!!! Aber mit der Startnummer 4 ist das Thema ja glücklicherweise gegessen. Das, was ich eingangs gesagt habe, findet hoffentlich auch am Donnerstag Anwendung, wenn die bisher immer sicher ins Finale gekommene Ukraine rausfliegt! Sollte allerdings auch Bosnien-Herzegowina rausfliegen, dann kenn ich ein paar Leute, die dann sehr, sehr sehr SEHR böse sind, inklusive der Schreiberin dieser Zeilen! Aber nu warten wirs ab, grau is alle Theorie, maßgebend is aufn Platz!

  11. ESC Drama….. Ein interessantes Ergebnis – die alten Regeln gelten glücklicherweise nicht mehr. Dass es ausgerechnet die Türkei erwischt hat, finde ich eher tragisch – der Song war nicht schlechter, als Mangas Beitrag 10 und die Performance auch nicht ungewöhnlicher als die ‚Roboterbraut‘ vom Vorjahr. Das Scheitern der Türkei ist für mich das wirkliche Rätsel, nicht das Scheitern Norwegens. Das erklärt sich fast von selbst: stimmliche Schwäche, gepaart mit der zu offensichtlichen ‚Inspiration‘ an ‚Waka Waka‘ treffen schlicht auf Unglaubwürdigkeit. Afrikanische Rhythmen werden nun mal nicht mit Norwegen assoziiert; ob man das jetzt kritisiert, oder nicht. Wenn als das Gesamtpacket nicht stimmt, ist ein Scheitern vorprogrammiert. Bei Island oder auch Litauen hat eben dieses Packet gestimmt – auch wenn hier wohl die Juryvotes den Ausschlag gegeben haben werden. Was heißt das für das 2. Semi? Die Grütze aus Schweden kommt wohl ins Finale…vielleicht aber auch nicht, da Russland wieder mal das bessere Schweden ist

  12. Die Auffälligkeit hier liegt hauptsächlich darin, dass die erste Werbepause die Wasserscheide darstellt. Ich hätte von den ersten fünf Beiträgen auch nur die Türkei und vielleicht noch Albanien weiterkommen lassen – aber das ist nicht der Punkt. Naja. Da die EBU wohl kaum mit der Auslosung weitergemacht hätte, wenn was nicht gestimmt hätte, ist das Wasser unter der Brücke. Vorfreude auf morgen und weitere Favoritenstürze. 😉

  13. Litauens Hundewelpen Ich bin ja der Meinung die litauische Fast-Wuchbrumme hat nur gewonnen, weil die männlichen Hetero-Voter tittenhungrig waren. So rein optisch war für die ja diesmal garnichts dabei. kati Wolf und die Kroatin in ihren herben Gesichtszügen wahrscheinlich männlicher als die Hälfte der Zuschauer, Emmy, Magdalena und Stella hatten zuviel und von rothaarigen Mischwesen aus Albanien lassen die sich auch nicht gerne anschreien. Dann halt die miteinander ringenden Hundewelpen unterm Kleid.

  14. Ich habe dir geglaubt. Ich habe Norwegen nämlich am Anfang ebenfalls nicht weiter gesehen. Aber weniger wegen der Hautfarbe der Sängerin, sondern eher wegen dem harm- und belanglosen Song, der zwar gute Laune verbreitet hat – und auch Stella hatte bei ihrem Auftritt sichtlich Spaß – aber dann doch nur unwesentlich besser war als Monacos Coco Dance und nicht die Kraft ausstrahlte, die Frankreich letztes Jahr noch in die Televoting-Top-Ten (ebenfalls dunkelhäutig) katapultierte. Bei den vielen positiven Reaktionen dachte ich aber zum Schluss auch, dass sie ebenfalls noch ins Finale durchrutschen würden. Aber wer weiß, vielleicht haben wir nach einem Kuunkuiskaajatgate dieses Jahr auch ein Haba-Haba-Gate?

  15. Diese Blöcke fallen zwar schon auf, ich denke aber, dass sich der ganze Uptempo-Kram zu Beginn gegenseitig die Punkte weggenommen haben könnte. Bei einer etwas abwechslungsreicheren Zusammensetzung sähe das Ergebnis wohl ein wenig anders aus. Das nächste Semi beginnt ja eher langsam. Ich bin mal gespannt, ob es dort dann einen ähnlichen Effekt gibt.

  16. So, ganz kurz meine Meinung zu den Qualifikanten. Island und Schweiz hatte ich beide schon lange auf dem Schirm. Bei Island haben alle meine Gedanken mitgewippt. Griechenland finde ich selbst immer noch großartig, die haben wohl auch vom Startplatz profitiert. Serbien hatte ich als Wackelkandidaten, kam live aber ordentlich herüber. Georgien verstehe ich nicht. Ich hatte damals zwar gemacht, dass sie bei guter Produktion Potential haben würde, aber der türkische Rocksong war doch eigentlich gefälliger. Jury oder späterer Startplatz schuld? Litauen verstehe ich auch nicht. Jury oder erfährt das Altbackene ein Revival? Allerdings … singen kann sie ja ganz gut und im meinem Bekanntenkreis hat sogar jemand das Gimmick mit der Gebärdensprache positiv vermerkt. Es würde mich aber wundern, wenn das im Finale jetzt nicht abschmiert. Bei Ungarn hätte ich den Favoritensturz viel lieber gesehen als bei Norwegen. Da sprang der Funke bei mir immer noch nicht über und stimmlich war es auch suboptimal. Der Rest geht klar. Aber jetzt bin ich auch auf das zweite Semi gespannt und vor allem die Aufschlüsselung zwischen Televoting und Jury.

  17. Ich frag mich grad, inwieweit Litauen wohl von Portugal profitiert hat. Mal ehrlich, wer das zum ersten Mal sieht, der fragt sich doch, welche Drogen die genommen haben müssen, zumal das Lied auch… nun ja. Wers zum fünften Mal sieht, findets dann irgendwann lustig, aber ich weiß aus berufenem Munde, dass den Portugiesen der Beitrag ihres Landes allgemein unglaublich peinlich war. Möglicherweise haben die Leute bei Evelina dann gedacht ‚Oh, kuck ma, die kann ja singen, das ist viel besser als das davor‘ und deshalb angerufen. Ja, ich weiß, ist kein Grund, dafür anzurufen (es GIBT keinen Grund, dafür anzurufen!), aber der Versuch einer Erklärung. Das Beispiel Armenien hat wunderschön gezeigt, dass man eben doch ein gewisses Leistungslevel haben muss, um ins Finale zu kommen. Wenn ich mir überlege, mit was für einem SCHEISS (pardon) Armenien in der Vergangenheit schon im Finale war (ich erinnere da nur an das entsetzliche Debüt), dann ist mir das eine Genugtuung! Man kann sich also nicht auf Diaspora oder vergangenen Lorbeeren ausruhen – hallo Dana International, liest Du mit? Und schließlich, lieber Olli: Every cloud has a silver lining. Wenn Du gestern noch die PK mit der Ziehung der Lottozahlen geschaut hast, dann weißt Du, dass die 2 noch im Lostopf ist. Jetzt stell Dir mal vor, dass morgen abend Dänemark…. ja? Heitert das auf?

  18. Georgien … Georgien muss auch scheinbar das einzige Land gewesen sein, wo es in keinem der abstimmungsberechtigten Länder technische Pannen gab … die Untiefen der Eurovision, dieses Lied im Finale? Ich verstehe es nicht. Vielleicht werde ich aber auch langsam einfach alt 🙂 Na, ich freue mich auf jeden Fall über den Einzug Islands ins Finale

  19. Eins noch… … Ehre wem Ehre gebührt: Ich hab beim ESC noch nie jemanden toller moderieren sehen als ANKE ENGELKE!!!!!!!!!!!!! Die sollte ESC-Moderatöse auf Lebenszeit werden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  20. fast glücklich Für mich wäre ja gestern beinahe richtig Grund zum Feiern gewesen, wenn nicht mein absoluter Lieblingsbeitrag (Albanien) draußen vor der Tür geblieben wäre. Mir gefiel Aurela zwar wesentlich besser in der legeren garderobe, die sie in Amsterdam oder bei der ersten Probe getragen hat, aber trotzdem war das doch ganz klar der bestgesungenste Beitrag, mit fabelhaftem Ausdruck, tollem Hintergrund und und und. Aber ansonsten: Was habe ich mich gefreut, dass Serbien und sogar Georgien weitergekommen sind. Und dass endlich dieses ewige Gesetz durchbrochen wurde, wonach die Türkei und Armenien unbedingt dabeisein müssen. Zugegeben, der türkische Beitrag war so schlecht nicht, aber bei Armenien habe ich regelrecht Genugtuung empfunden. Nur schade, dass Aserbaidschan, Griechenland und Russland nicht auch gleich rausgefallen sind. Aber man kann eben nicht alles haben. Bin eigentlich ganz zufrieden. Mein früherer Favorit Polen ist mit Recht rausgefallen. Magdalena war ja stimmlich so schlecht wie noch nie. Ungarn: das Lied ist ja nach wie vor gut. Die Frisur der Sängerin wirkte irritierend, der Gesang war anfangs sogar gut, wurde dann allerdings gegen Ende immer schlimmer. Das das weiterkam, überrascht mich etwas. Zu Litauen: immer noch nicht mein Geschmack, aber wirklich gut gesungen und daher zwar überraschend, aber völlig verdient weiter. Auch der schweizer Auftritt war besser als ich es erwartet hätte. Fazit: In vielen Dingen hochzufrieden, im großen ganzen eigentlich auch. Nur das mit Aurela hätte echt nicht passieren dürfen. Jetzt muss ich langsam anfangen, nach CDs zu suchen. Denn ‚AG‘ und Eldrine sind aus diesem Jahr definitiv meine Kandidaten für mehr (ggfs. auch noch Nina und Magdalena Tul).

  21. Moderatoren Ja, Anke war schon gut. Und auch genügend polyglott. Auch Judith hat eine gute Figur gemacht. Nur den Raab hätte man sich eigentlich sparen können, oder wurde er gebraucht, um etwas zu haben, auf das man einschlagen kann?

  22. Ich traue es mich kaum zu sagen….aber zum allerersten Mal hatte ich während der Sendung tatsächlich das Gefühl, die Schweiz könne ins Finale einziehen. Vorher war das eher ein nettes Liedchen, nett vorgetragen, aber zu brav. Im Prinzip hat sich daran auch nichts geändert, aber alles wirkte plötzlich so authentisch (über das 80er-Jahre-Silvesterkleid decken wir mal lieber gnädig den Mantel des Schweigens). Ganz im Gegensatz zum Auftritt der Türkei, deren Lied ich deutlich stärker finde. Aber mit der Performance machste Eindruck im Travestieclub, nicht auf der ESC-Bühne Das sind Rocker. Die sollen sich auf die Bühne stellen, nach dem Motto: Ich hab super Material, ich bin sowieso ich….und jetzt blase ich euch das Hirn aus dem Schädel. Eine Flechtkugel mit Schlangenfrau, aus welcher später eine Nebelkrähe wird, die herauslugt, ist alberner Mumpiz. Und wer hat die Band mit diesen Pussy-Klamotten eingekleidet????? Alles total unglaubwürdig! Trotzdem, denke ich, der Türkei haben wichtige Länder gefehlt. Wären z.B. Deutschland, Belgien und die Niederlande stimmberechtigt gewesen, hätte es mit dem Finale funktioniert. Unberechtigt, meiner Meinung nach, obwohl ich Lied und Band im Vorfeld mochte. Ungarn hätten sie auch gleich rauskegeln sollen – wie man so viel Potenzial verschleudert durch eigene Schuld ist mir unbegreiflich. Der Muff der ungarischen Regierung wurde hier sehr schön auf die Bühne transportiert. Insofern: durchaus authentisch. Prinzipiell finde ich Norwegens Beitrag etwas dünne – da hätte man deutlich mehr draus machen können. Aber es zählen beim ESC nur die drei Minuten auf der Bühne. Und da kam das Stück überraschend voll raus. Auch Stellas Stimme fiel nicht ab. Klar, ist nicht die Bomben-Sängerin, aber es fiel meinem Empfinden nach nicht unangenehm auf. Dafür war viel Spaß vorhanden, es wurde gut in Szene gesetzt……große und negative Überraschung, dass sich das nicht durchsetzen konnte. PS: Da ich auch mit den Augen höre und Alexey, die geile Ratte, auch nicht aufgehört hat scharf zu performen, als er die Bühne schon lange verlassen hat, kann ich mit seinem Finaleinzug seeeeeeeeeeeeeehr gut leben *grins*

  23. eherne Regeln Das ist es ja gerade, was mich mit großer Freude erfüllt: dass diese unumstößlichen Regeln endlich gefallen zu sein scheinen und allein der Geschmack entscheidet. Natürlich ist dieser Geschmack nicht immer meiner, es gilt ja weiterhin, dass der in meinen Augen großartigste beitrag (in diesem fall Albanien) hängenbleibt, und der Furchtbarste (in diesem fall Griechenland) weiterkommt. Aber das sind Peanuts. Es lebe die freie Entscheidung, die wunderbare Vielfalt hervorbringt. Ich warne ausdrücklich vor monokausalen Erklärungsversuchen. Ganz besonders das mit dem Rassismus finde ich nicht lustig. Und auch ‚dass bei den ja eher einschaltquotenschwachen Semis dann doch überwiegend sentimental gestimmte Rentnerinnen aus der Rosamunde-Pilcher-Generation zuschauen, die für solchen Gefühlskitsch empfänglich sind und denen außerdem alles über 20 BpM zu hektisch daherkommt‘ kann es nicht sein. Die hätten garantiert nicht für Georgien gestimmt. Nein, ich schöpfe wirklich Hoffnung, dass es langsam wird, wie es sein sollte, dass nämlich 1.) jeder für den Beitrag anruft, der ihm/ihr wirklich gefällt, ungeachtet nationaler Verflechtungen, und 2.) breitere Bevölkerungsschichten zusehen und anrufen, statt nur der üblichen Verdächtigen (z.B. auch Gothic oder Metal-Liebhaber). Letztlich ist eine breitere Basis das einzig wirksame Mittel zur marginalisierung des Diasporavotings.

  24. 100% Zustimmung (bis auf Deine Faves und Nichtfaves natürlich 🙂 ) Im übrigen bin ich über die Entrüstung auch etwas verwundert. Denn es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir uns alle darüber aufgeregt, dass ja immer dieselben weiterkommen, dass westliche Länder nie ne Chance haben, dass Türkeiarmenienaserbaidschanrusslandgriechenland einen Staubsauger mit Atemmaske schicken könnten und damit weiterkommen (und das auch teilweise getan haben!!!), und jetzt ist alles anders, und dann ist es auch wieder nicht richtig? Was wollen wir denn bittschön? Ich kann mich noch erinnern, dass letztes Jahr nach dem Ausscheiden der Schwedin auch alle schockiert waren, obwohl die meisten den Beitrag Käse fanden – warum, zum Kuckuck? Ja, ich hätts auch gerne gehabt, wenn immer meine Faves weitergekommen wären, aber das Leben ist kein Ponyhof, und über meine Lieblinge ärgern sich dann wieder andere. Nach meiner unbestechlichen Meinung hätten weiterkommen MÜSSEN, weil am schönsten, besten und mir am liebsten: Polen Norwegen Türkei Russland Schweiz Finnland Island Ungarn Aserbaidschan Griechenland (ok, ok – 7 out of 10 ist nicht soooo schlecht für die eigenen Lieblinge. Hoffentlich wird das am Donnerstag auch so)

  25. Noch so ein Erklärungsversuch… Ich glaube, hier handelt es sich um ein Phänomen, das mir auch aus nationalen Vorentscheidungen bekannt ist: Man nehme eine 50/50-Verteilung der Jury- und Televoterstimmen. Dann wirft man einen Juryfavoriten, der dem Publikum gar nicht gefällt, in den Topf (in diesem Fall San Marino) und dazu kommt ein Publikumsfavorit, den umgekehrt die Jurys sch…lecht finden (Polen, Norwegen, Armenien, Türkei). Alles gut umrühren, und das Ergebnis? SERBIEN. SCHWEIZ. GEORGIEN. LITAUEN. Wie man sieht, kommen nach dem Halbe-Halbe-Prinzip meist nur die Zweitplatzierten oder -klassigen weiter. Nachdem ich mich zunächst über die Wiedereinführung der selbsternannten/sogenannten ‚Experten‘ gefreut habe, fange ich allmählich auch an, an deren Sinnhaftigkeit zu zweifeln…

  26. Semi Drama An Rassismus als Erklärung glaube ich überhaupt nicht – dass San Marino es nicht schaffen würde, war ja keine Überraschung. Die Sängerin hätte weiß, gelb, rot oder vom Mars kommen können: niemand hätten diese fade Belanglosigkeit ins Finale bekommen. Norwegen ist auch kein Einzelfall: Kroatien nützte die Balkanconnection nichts, Armenien konnte nicht einmal mehr die Diaspora retten – vielleicht wollte sie es auch nicht. Es ist ja nur westliche Arroganz zu glauben, dass dieses Menschen blind und taub jeden Müll unterstützen, der aus der Heimat ihrer Vorfahren kommt. Also auch diese schwach gesungen Uptempo-Nummer scheiterten, obwohl die Damen keinerlei Verbindung zu Afrika haben. Stella sang furchtbar schlecht und versuchte diese Schwäche durch das Zeigen von viel nackter Haut, großer Show und viel künstlicher Fröhlichkeit zu überspielen. So blieb der Beitrag, was er immer war: eine kindische Waka Waka Kopie. Weniger ist aber oft mehr, was der substanzlose Song aber nicht hergab. Dass es Island ins Finale schaffen würde, hatte ich ja schon lange vorhergesehen – weil solche Songs für Dänemark immer funktioniert haben, warum also nicht auch für Island? Litauen ist für mich ein Portugal 2010 deja vu…also auch nichts ungewöhnliches. Ich hoffe jetzt nur, dass im zweiten Semi die schwachen Songs aus Schweden und Irland ebenfalls scheitern und emotionale Beiträge (Bosnien, Zypern) im Finale sein werden.

  27. Vorteil Frankreich? ….grundsätzlich ist es doch sehr erfreulich, dass wieder mehr Wert auf Qualität und (stimmliche) Leistung gelegt wird. Dann kann Frankreich ja doch noch gewinnen 😛

  28. will ja gar nicht meckern Klar, in meiner Vorhersage habe ich zwar (ähnlich wie Oliver) weiter danebengelegen als jemals vorher, aber mit der ‚Trefferquote‘ meiner Lieblinge, wenn man einfach nur durchzählt, liege ich auch bei 6-7 von 10: VOR der Sendung (nach fallender Präferenz): Albanien Polen Serbien Georgien Finnland Norwegen Ungarn und 3 aus Türkei/Schweiz/Malta/Litauen NACH den Auftritten: Albanien Serbien Finnland Georgien Norwegen Ungarn Türkei Schweiz Litauen 1 aus Island/Malta/Polen Aber ich würde natürlich trotzdem gern 1xAlbanien gegen Schweiz+Türkei+Litauen+Island, meinetwegen sogar noch +Ungarn, eintauschen. Freue mich auf Donnerstag. Da kann ich dann endlich was für meine Lieblinge (Bulgarien, Belgien, vielleicht Moldawien) tun. 🙂

  29. unmaßgebliche äußerungen nun ja, es drängt auch mich zum seelenstriptease. ich bin verwirrt und verwundert, geweint habe ich aber nicht. natürlich, norwegen ist eine große panne (ich finde das lied nach wie vor sehr gutelaunig und danke für das einstellen des mitschnitts; na klar, es war stimmlich dünn, aber stimmungsmäßig das beste überhaupt) – und dass die türkei rausfliegt, hätte ich auch nicht vermutet, aber die gummifrau hat mich doch irritiert zurückgelassen. dass nun ausgerechnet der arrogante schmierlappen vom großen bären weiterkommt, finde ich eher zum kotzen, aber damit war ja zu rechnen. im laufe des abends stellte sich heraus, dass die gesanglichen leistungen eigentlich dazu hätten führen müssen, nur 7-8 beiträge weiterkommen zu lassen 😛 da waren bei mir malta 8) und island plötzlich ganz weit vorn. finnland hatte einfach einen großartigen song mit großartigem bühnenbild (und der mitfühlbotschaft, die so prima in die zeit passt); serbien war toll, gesanglich, gutelaunig und hinsichtlich des grandiosen hintergrunds (bei dem mir irgendwie andere dinge in den sinn kamen 😆 ); und griechenland hat eben die sexpunkte abgegrast, die ja bei damen und herrchen auch stets vergeben werden. alle anderen waren mir fast egal (naja, ich habe natürlich für die wolfkati mitgezittert, auch wenn ungarn grad nicht die krönung der demokratie darstellt…). bei der schweiz passen gesang und lied meiner meinung nach immer noch nicht zusammen, aber ich kann schon nachvollziehen,was leute daran schick finden.georgien ist für mich der erste anwärter auf den barbara-dex-award und hat seine stimmen sicher nur, weil es alleinvertreter für hardrock war. und nun muss ich (ja, freu, ich habe eine karte 😛 ) am samstag die nöle aus litauen ertragen – c´est ma vie… 😥

  30. Rassismus. Aha. Einzige mögliche Erklärung für das Ausscheiden einer der am schlechtesten gesungenen und langweiligsten Nummern des Abends ist Rassismus. Sorry, aber ich muss mich dann doch der Meinung von nulpoints.net anschließen: ‚And Norway, well…. some quite distasteful accusations of racism have already surfaced online, which ignore the fact that the song was a repetitive pile of twaddle.‘ (Und Norwegen, tja….einige wirklich geschmacklose Rassismus-Vorwürfe sind bereits online aufgetaucht, die die Tatsache ignorieren, dass das Lied ein repetitiver Haufen Blödsinn war.) Was war an ‚Haba Haba‘ bitte sehr so toll? Das war ein schwacher Möchtegern-Abklatsch von Shakiras ‚Waka Waka‘ – solche Lieder bringen es nicht, wenn nicht gerade Fußball-WM ist. Es war ganz nett, riss aber absolut nicht mit – und bei einer solchen Nummer ist das ein Todesurteil. Die Rassismus-Vorwürfe sind totaler Unfug – wie hat Jessy Matador es dann letztes Jahr in die Top 10 der Televoter geschafft? Ich finde es extrem bedauerlich, dass sogar der Hausherr jetzt aus Enttäuschung meint, auf diesen Zug aufspringen zu müssen. Was haben wir alle gelacht, als die Briten 2003 meinten, Jeminis Totalabsturz mit der britischen Unterstützung für den Irakkrieg erklären zu wollen. Das war nicht weniger absurd.

  31. Also um Norwegen ist wirklich schade =) und zur Daria kann ich nur eins sagen – ab Montag kann man sie in Wien wieder für Hochzeiten buchen ^^

  32. Bei der Wahl einer Top 10 stößt das Simpson-Paradox an seine Grenzen, glaube ich. Das ist was ganz anderes, wenn es nur darum geht, einen Sieger zu finden – aber so ließe sich hier höchstens der zehnte Platz erklären, und es sind ja nun ein paar Länder mehr weitergekommen, von denen man es im Voraus nicht erwartet hätte.

  33. Das mit der Unglaubwürdigkeit könnte stimmen. 2007 konnte Norwegen im Semi ja mit Latino-Rhythmen auch schon nicht punkten obwohl das Lied um ein vielfaches mitreißender war als das vergleichbare Werk aus Portugal.

  34. Wie peinlich. Natürlich haben bei Island ‚alle Bekannten‘ mitgewippt und nicht ‚alle Gedanken‘. 😳

  35. Interessanter Abend Zuerst war ich stinksauer, daß meine geliebte Polin rausflog. Doch versüßt wurde es mir durch die Spannung der Wertung. Türkei mit ihren jährlich öden Rocksongs flog raus (die Griechen leider nicht), dafür kam Georgien mit einer viel besser performten Rocknummer weiter. Trotz des Gejammers der Kommentatoren über die ach so schlimme Kleidung der Band. Der Höhepunkt war dann für mich das Weiterkommen der Litauerin. Kein(e) Journalist(ensau) wollte mit ihr reden, ihre Pressekonferenzen wurden ignoriert und sie lag bei allen Wertungen auf dem letzten Platz. Da haben die Anrufer (oder Jurys, mal abwarten) den sogenannten Experten mal ganz schön den Stinkefinger gezeigt, finde ich klasse. Auch wenn der Song wirklich öde ist. Der ESC ist eben unberechenbar, dafür liebe ich ihn! Jetzt muß der Schwede aber ins Finale und dann vor dem arroganten Russen liegen, damit der endlich die Klappe hält. Toll fand ich auch, daß die Kommentatoren eine Weile nicht zu hören waren, dachte schon, die sind zu zweit auf die Toilette. Diese ‚Störung‘ hätte ruhig länger dauern können. Obwohl ich nicht so ganz raffe, warum es jedes Jahr im ersten Halbfinale irgendwelche Übertragungsprobleme gibt. Vielleicht sollten die das auch mal proben, z.B. mit einer Live-Übertragung der Generalprobe? Wär doch mal was.

  36. Könnte es sein, dass du Armenien und Aserbaidschan verwechselst? Das Engel-Teufel-Kreisch-Gröhl-Duo würde ich viel eher entsetzlich nennen als den armenischen, bondage-liebenden Ricky-Martin-Verschnitt (für den ich übrigens auch angerufen habe). Aber wer weiß, Geschmäcker sind ja verschieden.

  37. Nein, tu ich nicht. Ich fand die Engelteufel zumindest mal unterhaltsam. Das armenische Debüt war dagegen EINFACH! NUR! SCHRECKLICH! Und es ist schon ziemlich mutig, in meiner Gegenwart zuzugeben, für den angerufen zu haben 😉 . Schief gesungen, fieses Lied, all in all: *WÜRG*. Aber da ich armenische Beiträge im allgemeinen auf den Tod nicht ausstehen kann und die aserbaidschanischen bisher alle ok fand, obwohl ich das nicht will (die Herrschaften sollen erstmal lernen, wie man sich benimmt, bevor sie sich zum ESC wagen), ist das wohl erklärbar.

  38. Dave Benton stand halt so mit auf Bühne, aber der Fokus richtete sich bei dieser Nummer ja auf Tanel Padar. Zumal dieser schrecklichste aller Siegertitel ja auch nur eine Verlegenheitslösung war, weil sich gleich drei der besten Beiträge aller Zeiten (SI, GR, ES) gegenseitig die Stimmen wegnahmen. Und damals gab’s noch keine Semis – heute würden Benton & Padar die Qualifikation nicht überleben. Dasselbe gilt auch für für Frau Rombley.

  39. Danke! Da nimmt mir jemand die Worte aus dem Mund. Ein weiteres Gegenbeispiel ist Edsilia Rombley (NL 1998 ). Diese Rassismuskarte wurde schon bei Andy Abraham gespielt und war 2008 ebenso Unsinn wie heute.

  40. Ich habe den (schon andernorts geäußerten) Eindruck, dass nur noch die Jury über die Finalisten entscheidet. Dabei achtet man auf eine musikalische (natürlich nur westliche) Balance, die aber aber nicht so stark sein soll, den zweiten Sieg Deutschlands zu gefährden. Die Türkei und Armenien müssten sicher weitergekommen sein, eigentlich selbst bei 50/50-Vote. Sie hatten die einzigen ernstzunehmenden Popsongs im gestrigen Feld, die sich Nicht-Fans antun würden. Denen gefiel es natürlich weniger, schon klar. Der Jury in die Hände gespielt haben auch die technischen Pannen. Immerhin ein Triumph für den NDR: Ein Finale mit den altbackenen Nummern aus der Schweiz und Österreich, die kein Mensch im Leben freiwillig kaufen wüde, und ohne professionelle Musiker aus der Türkei und Armenien. Der Osten ist besiegt, Lovely Lena hat die Gerechtigkeit wiederhergestellt. Wirklich authentisch aber war gestern die Show mit allem drum und dran. Vom vielseitigen Pausenact aus Kalifornien, über die motivierten Anmoderationen bishin zum innovativen Bühnen- und Grafikdesign. Das ist, wie der ESC von den öffentlich Rechtlichen wahrgenommen und behandelt wird, nämlich seit Jahren. Gut, dass man sich nicht verstellt hat.

  41. Das Diaspora Voting für die Türkei hat gottseidank dieses Jahr nicht funktioniert, weil im 1. SF eben nicht soviele Länder mit türkischen Gastarbeitern stimmberechtigt waren. Zu Norwegen: zu einem flotten Lied passt auch immer eine flotte Stimme, die von Stella war ziemlich mau. Azerbaidschan und Ungarn waren trotz guter Lieder stimmlich enttäuschend Und die Schweiz, Island, und auch Litauen waren vom Votrag her sehr stimmig und überzeugend, deswegen zu Recht im Finale. Mein persönliches Highlight: Finland Meine Top 5 im Finale Finland , Österreich, Deutschland, Großbritannien, Frankreich

  42. ‚Dave Benton stand halt so mit auf Bühne, aber der Fokus richtete sich bei dieser Nummer ja auf Tanel Padar.‘ – entschiedener Widerspruch. Schau Dir die Nummer nochmal an (falls Du das über Dich bringst 😉 ). Und nochmal Widerspruch: Wenn Edsilia ‚Hemel en Aarde‘ heute in einer Qualifikation so bringen würde wie damals in Birmingham, wäre sie innerhalb jedweder denkbaren Konstellation mindestens in der Top 5. Und ansonsten sollten wir erstmal das Ergebnis des Semis abwarten und schauen, von wem Stella wie viele Punkte bekommen hat. Dann können wir weiteres schlussfolgern – oder auch nicht.

  43. Ach ja, früüüher Ich gestehe: ich habe zwei Bekannte, gutaussehend, studiert, weltoffen, tolerant – und beide finden Litauen toll! Auch bei Frankreich kriegen sie feuchte Augen. ‚Wie früher!‘, so deren Comment. Ja tatsächlich, es sind nicht immer nur wie weiter oben angedeutet die Hetero-Omas, die vor solch altbackenen Songs in die Knie gehen. Nicht alle ‚von uns‘ legen scheinbar Wert auf Progressiv-Camp und schrille oder innovative Songs. Es gibt da bei manchen auch eine ganz diffuse Seeehnsucht nach der guten alten Grand Prix-Zeit. Strange…aber sei’s drum…

  44. Die Simpsons Ach so, das heißt Simpson-Paradox? Wusst‘ ich noch gar nicht…

  45. Ja. Wenn in der Gesamtsumme das Ergebnis plötzlich anders aussieht als in jedem Einzel-Element (die Benennung stammt von 1951). Die Wikipedia-Seite dazu ist im Übrigen sehr aufschlussreich – das ist ein Thema, das öfter mal auftaucht, zum Beispiel in der Medizin oder (das klassische Beispiel) beim Thema Gleichberechtigung.

  46. Schweizer Titel ist ein Plagiat! Der schweizer Titel ist eine Kopie von ‚Old Man River‘ vom Album ‚Good morning‘ aus dem Jahr 2007. Gebt bei Amazon ‚Old man river good morning‘ ein. Dann kommt ihr zum Album und könnt euch den Track ‚Long way from home‘ anhören.

  47. manga war klar besser !!! hatten manga noch einen sehr inspirierten türk-rock-song, der eindeutig die türkische musik wiederspiegelte, und einen sympathischen grandiosen frontman gabs dieses jahr nur bierbäuchige türken mit ner schlechten bon jovi-kopie. deshalb türkei raus

  48. Und? Und die Schlagzeug-Einleitung von ‚Popular‘ ist bei Boney M geklaut (wahlweise bei ‚Nightflight to Venus‘ oder ‚Rasputin‘). Und weiter? Rechtfertigt das ernsthaft zwei Posts, noch dazu für den Letzten des Finales? Die EBU hätte da schon was gemacht, und ein bisschen Zitieren gehört dazu. Not sure if troll…

  49. Aber sicher doch. ‚Die einzigen ernstzunehmenden Popsongs‘? Der einzige ‚ernstzunehmende Popsong‘ im ersten Semi kam aus Aserbaidschan – Armenien hatte ein ebenso hirnloses wie blutleeres Stück Tanzpop abgeliefert, dass genau so schon vor 20 Jahren als Club-Füllmaterial getaugt hätte, ganz zu schweigen von den Bon Jovi für Arme vom Bosporus, deren Song schon zur Zeit der New Wave of British Heavy Metal altmodisch gewirkt hätte. Was an den beiden ‚professioneller‘ war als an der Schweiz oder Österreich, entzieht sich mir ein wenig. Soso, der Osten ist besiegt. Deswegen gewinnt Aserbaidschan, deswegen kommt diese Grütze aus der Ukraine auf Platz 4, deswegen schafft Georgien die Top 10 – und umgekehrt wird Deutschland Zehnter (mit tatkräftiger Unterstützung auch aus Osteuropa), Österreich Achtzehnter und die Schweiz Letzter. Das Finale hat den Post, auf den ich da antworte, als die verschwörerische Grütze entlarvt, die er immer schon war. Und zum Abschluss: Was soll dieser letzte Absatz uns bitte sagen? Ich begreife absolut nicht, was das soll – ich weiß nicht mal, ob es ein ernstgemeintes Lob oder (aus meiner Sicht eher wahrscheinlich) Sarkasmus sein soll. Falls Letzteres der Fall ist, darf ich mich mal kurz eines Internet-Standardausdrucks bedienen: You fail at failing. No, that’s not a double negative.

  50. Ääääh… Edsilia kam 1998 auf Platz 4, und das im ersten Jahr des generellen Televotings. Mit einem Lied in einer der erfolglosesten Song-Contest-Sprachen aller Zeiten, Niederländisch. Gut, bei ihrem zweiten Auftritt ist sie untergegangen, aber das waren auch die dunkelsten Zeiten der Nachbarschafts- und Diasporahilfe. Mit einem Knaller wie ‚Hemel en Aarde‘ wäre sie heutzutage auch gut dabei. Ach, und ‚Everybody‘ war NICHT der schrecklichste Siegertitel aller Zeiten. ‚I Wanna‘? ‚Believe‘? ‚Rock’n’Roll Kids‘? ‚Hallelujah‘? Da gab es einige Kandidaten…

Oder was denkst Du?