Haba-Haba-Gate: Voting­scho­cker im ers­ten Semi­fi­na­le 2011

Was ist denn da pas­siert, Euro­pa? Einen ech­ten Voting-Scho­cker lie­fer­te der abstim­men­de Teil des Kon­ti­nents ges­tern Abend ab. Ent­we­der sahen die Men­schen in den teil­nah­me­be­rech­tig­ten Län­dern einen völ­lig ande­ren Con­test als ich, oder es stimm­ten auf­grund tech­ni­scher Pro­ble­me oder zu gerin­ger Zuschau­er­zah­len über­all aus­schließ­lich die Jurys ab. Etli­che bis­lang eher­ne Euro­vi­si­ons­ge­set­ze fie­len. Ein Ver­such, das Unfass­li­che zu erklä­ren.


In stil­lem Ange­den­ken: Stel­la Mwan­gi

Gan­ze vier der von mir getipp­ten Qua­li­fi­kan­ten schaff­ten es ins Fina­le. So weit dane­ben lag ich nach mei­ner Erin­ne­rung noch nie. Das lässt mich für das schwie­ri­ger vor­her­zu­sa­gen­de zwei­te Semi am Don­ners­tag befürch­ten, dass ich dort nur noch einen Tipp rich­tig haben wer­de (zwangs­läu­fig, nach mathe­ma­ti­schem Gesetz: wenn 10 von 19 wei­ter­kom­men, muss von zehn Tipps einer rich­tig sein).

Ges­tern Abend qua­li­fi­zier­ten sich:

  • Ser­bi­en: Nina – Caro­ban
  • Russ­land: Ale­xey Vor­o­by­ov – Get you
  • Schweiz: Anna Ros­si­nel­li – In Love for a While (wie bit­te?)
  • Geor­gi­en: Eld­ri­ne – One more Day
  • Finn­land: Para­di­se Oskar – Da da dam
  • Island: Sjon­nis Friends – Com­ing Home (das ist nicht euer Ernst?)
  • Ungarn: Kati Wolf – What about my Dreams? (Kati darf kräch­zen, aber Stel­la nicht?)
  • Litau­en: Eve­li­na Sašen­ko – C’est ma Vie (Ihr ver­arscht mich?)
  • Aser­bai­dschan: Ell & Nik­ki – Run­ning sca­red
  • Grie­chen­land: Lou­kas Yior­kas + Ste­reo Mike – Watch my Dance

Damit fie­len meh­re­re bis­lang unum­stöß­li­che Euro­vi­si­ons­kon­struk­te. So bei­spiels­wei­se die seit der Ein­füh­rung der Dop­pel­se­mis bestehen­de “Litt­le Big Five” (AM, AZ, GR, RU, TR), das ost­eu­ro­päi­sche Äqui­va­lent zur allei­ne auf­grund der Finanz­kraft immer fest fürs Fina­le gesetz­ten Big Five (DE, ES, FR, IT, UK), die auf­grund ihrer stimm­star­ken, in ganz Euro­pa ver­teil­ten Dia­spo­ra die Qua­li­fi­ka­ti­on immer schaf­fen, und wenn sie einen Besen auf die Büh­ne stell­ten. Klapp­te seit 2006 in jedem Jahr. Doch dies­mal pack­ten es nur drei die­ser Litt­le Big Five, nament­lich der rus­si­sche Dan­ny Zuko, die aser­bai­dscha­ni­schen Harold & Mau­de sowie der grie­chi­sche Exis­ten­zia­list Lou­kas Yior­kas. Völ­lig scho­ckie­rend blie­ben hin­ge­gen Arme­ni­en und die Tür­kei (ich wie­der­ho­le: die Tür­kei!!!) hän­gen. Deren Aus­schei­den lie­ße sich zwar beim Anle­gen übli­cher euro­vi­sio­nä­rer Beur­tei­lungs­maß­stä­be wie Gesangs­leis­tung oder Glaub­wü­dig­keit der Show in bei­den Fäl­len erklä­ren. Aber gera­de die­se Maß­stä­be gal­ten ja in der Ver­gan­gen­heit für alle fünf die­ser Län­der expli­zit nicht!


Kräch­zen­de Kat­zen­ge­sän­ge im blau­en Flat­ter­lap­pen, aber im Fina­le: Wolf­kati

Regel Num­mer Zwei, die seit ges­tern außer Kraft zu sein scheint, ist die Uner­heb­lich­keit der stimm­li­chen Leis­tung bei fröh­li­chen Uptem­po­num­mern. Galt schon immer, dass Bal­la­den feh­ler­frei und mit gro­ßer Stim­me gesun­gen wer­den müs­sen, um punk­ten zu kön­nen, so sah das Publi­kum bei Dis­co­bei­trä­gen mit schwer cho­reo­gra­fier­ten Tanz­dar­bie­tun­gen in der Ver­gan­gen­heit über jap­sen­de Sänger/innen meist groß­zü­gig hin­weg (Bei­spie­le: Rus­la­na, Sert­ab Ere­ner, Sakis Rou­vas), so lan­ge sich nur die beab­sich­tig­te gute Lau­ne von der Büh­ne auf das Publi­kum über­trug. Dies scheint indes seit ges­tern nur noch für wei­ße Sän­ge­rin­nen aus halb­dik­ta­to­ri­schen Län­dern zu gel­ten. Denn wäh­rend sich offen­bar nie­mand dar­an stör­te, dass bei den hohen schie­fen Tönen der Unga­rin Kati Wolf euro­pa­weit die Milch sau­er wur­de, blieb zu mei­nem völ­li­gen Unver­ständ­nis die anbe­tungs­wür­dig knuf­fi­ge Nor­we­ge­rin Stel­la Mwan­gi mit ihrem fabel­haf­ten, dezent afri­ka­nisch aro­ma­ti­sier­ten Som­mer­hit ‘Haba haba’ hän­gen, obwohl die­ser als ein­zi­ger Bei­trag des Abends für drei Minu­ten unge­bro­chen gute Lau­ne und ein nicht zu stop­pen­des Bedürf­nis nach rhyth­mi­scher Bewe­gung ver­brei­te­te. Wäre Kati Wolfs eben­falls wun­der­schö­ne Retro-Dis­co-Num­mer eben­falls geschei­tert, so hät­te man dies auf die in bei­den Fäl­len (wie auch bei der Kroa­tin) evi­den­ten stimm­li­chen Min­der­leis­tun­gen zurück­füh­ren kön­nen. So bleibt als (trau­ri­ge) Erklä­rung lei­der nur Ras­sis­mus. Gute Nach­rich­ten für Ana­sta­si­ya Vin­ni­ko­va aus dem für die aktu­el­le unga­ri­sche Regie­rung das offen­sicht­li­che Vor­bild abge­ben­den Weiß­russ­land – ihr ‘I love Bela­rus’ dürf­te somit sicher im Fina­le sein. Blöd hin­ge­gen für die sich gera­de demo­kra­ti­sie­ren­den Mah­greb­staa­ten, die zwar der EBU asso­zi­iert sind, aber wohl erst gar nicht antre­ten brau­chen…

Last but not least fiel als letz­te der bis­lang ehern gel­ten­den Euro­vi­si­ons­re­geln der ers­te Arti­kel der Euro­vi­si­ons­ver­fas­sung: “Du sollst nicht lang­wei­len”. Harm­lo­sig­keit galt ja bis­lang beim Grand Prix als klei­ne Schwes­ter der Lan­ge­wei­le und führ­te meist zu letz­ten Plät­zen oder dem Aus­schei­den im Semi. So auch dies­mal für Senit aus San Mari­no (sie­he oben: Senit hat afri­ka­ni­sche Vor­fah­ren), nicht hin­ge­gen für das hei­di­haf­te schwei­ze­ri­sche Geplin­ker und die fin­ni­sche männ­li­che Nico­le mit sei­nem Ret­tet-die-Erde-Lied­lein und sei­nem Wel­pen­blick. Das Wei­ter­kom­men des faden Gedenk­ge­summ­ses aus Island und des sui­zi­da­len Gegrei­nes aus Litau­en lässt sich allen­falls mit einem Mit­leids­bo­nus (der arme Kom­po­nist! Die armen Taub­stum­men!) erklä­ren, mit dem aber beim Euro­vi­si­on Song Con­test in den letz­ten fünf­zehn Jah­ren eigent­lich kein Blu­men­topf mehr zu gewin­nen war. Eine mög­li­che Erklä­rung für die­ses über­ra­schen­de Phä­no­men könn­te sein, dass bei den ja eher ein­schalt­quo­ten­schwa­chen Semis dann doch über­wie­gend sen­ti­men­tal gestimm­te Rent­ne­rin­nen aus der Rosa­mun­de-Pil­cher-Genera­ti­on zuschau­en, die für sol­chen Gefühls­kitsch emp­fäng­lich sind und denen außer­dem alles über 20 BpM zu hek­tisch daher­kommt, wäh­rend beim Fina­le am Sams­tag dann eine brei­te­re, weni­ger mit­lei­dig gestimm­te Zuschau­er­schaft abstimmt. Über­ra­schend bleibt das gest­ri­ge Abstim­mungs­er­geb­nis den­noch.

51 Gedanken zu “Haba-Haba-Gate: Voting­scho­cker im ers­ten Semi­fi­na­le 2011

  1. Sie war ein­fach die Bes­te – das dafür so ne gequirl­te Schei­ße wie Litau­en wei­ter­kam – unver­ständ­lich.

  2. Nein. Unver­ständ­lich ist da das fal­sche Wort. Litau­en hat­te die ein­zi­ge ech­te Bal­la­de des Abends im Pro­gramm – sowas mag bei den OGA­Ern nicht ankom­men, aber irgend­wem gefällt das offen­bar (wenn die Dame dann aller­dings im Fina­le in den Ver­gleich mit Nadi­ne Bei­ler darf, heißt es gute Nacht, Vil­ni­us). Ande­rer­seits: Haba haba fehl­te ein­fach der zün­den­de Fun­ke, den so eine Num­mer nun mal braucht, und es wur­de lei­der auch all­zu deut­lich, dass Stel­la Mwan­gi nicht dazu fähig war, das Lied stimm­lich zu stem­men. Eini­ge der heu­te Abend Aus­ge­schie­de­nen haben mich wirk­lich über­rascht, aber Nor­we­gen gehört nicht dazu. Eher schon, dass die­se Grüt­ze aus Russ­land ins Fina­le kam, oder der gequirl­te Quark (Feta?) aus Grie­chen­land.

  3. woll_woll da kann ich mich dem vor­red­ner nur anschlie­ßen – bin mit dem ergeb­nis sehr zufrie­den und hät­te russ­land und grie­chen­land auch nicht wei­ter gebraucht. dann schon lie­ber die herr­li­chen anar­chos aus por­tu­gal oder den vamp aus alba­ni­en. dass die tür­kei und arme­ni­en weg vom fens­ter sind freut mich aber sowas.… bin jetzt schon auf don­ners­tag gespannt – hof­fe, dass es so wei­ter geht 😉 😀

  4. Ich wer­de dir mor­gen, wenn ich bei kla­rem Ver­stand bin, genau­er ant­wor­ten. Hab grad die gesam­ten Schnaps-Vor­rä­te mei­nes Freunds leer­ge­trun­ken, und bin ein­fach nur ent­täuscht über das Ergeb­nis. Ein­fach bis mor­gen war­ten, dann kann ich das Gan­ze sicher objek­ti­ver bewer­ten… 🙂

  5. Litau­en hat­te halt wirk­lich die ein­zi­ge ech­te Bal­la­de des Abends. Und so schreck­lich ich sie auch fin­de, man kann sich zumin­dest vor­stel­len, war­um dann jemand dafür ange­ru­fen hat, wobei da wohl doch die Jurys einen grö­ße­ren Anteil an die­ser ‘inter­es­san­ten’ Ent­schei­dung hat­ten. Was mich beson­ders scho­ckiert ist aber auch das Aus­schei­den der Tür­kei. Nicht, weil ich das Lied so sehr moch­te, son­dern weil es ers­tens nun­mal die Tür­kei ist, die doch IMMER wei­ter­kommt (dach­te ich^^) und zwei­tens war das doch gut gemach­ter Rock, nichts beson­de­res aber eben aus der Mas­se her­aus­ste­chend. Kann ich mir halt über­haupt nicht erklä­ren. Arme­ni­en war ein­fach schwach, gesang­lich wie von der Show her und Nor­we­gen, so ger­ne ich das Lied auch moch­te, aber es war nicht so her­aus­ste­chend, dass es den ‘Todes­s­lot’ auf Start­platz 2 hät­te aus­glei­chen kön­nen. Auch wenn ichs genau­so scha­de fin­de, weil das Lied nun­mal gute Lau­ne ohne Ende ver­brei­tet. Und das Island UND die Schweiz wei­ter­ge­kom­men sind, wun­dert mich auch… Aber ist das nicht auch das Schö­ne am ESC, dass er so über­haupt nicht vor­her­seh­bar ist?! Ich fin­de schon. Nur hät­te ich das bit­te ger­ne auch im Fina­le so und hof­fe daher auch mal, dass Frank­reich ent­ge­gen der hohen Erwar­tun­gen NICHT gewinnt^^

  6. Hmm. Wenn man sich die Lis­te so anschaut, fällt bei den Qua­li­fi­zier­ten schon was auf, oder? Start­num­mern der zehn Durch­ge­kom­me­nen: 6,7,8,9,10,14,15,17,18,19. Zwei gro­ße Blö­cke, nur durch­bro­chen von den Por­tu­gie­sen auf der 16. Ich will hier kei­ne Ver­schwö­rungs­theo­ri­en los­tre­ten, aber kann es sein, dass mit dem Tele­fon­sys­tem was nicht in Ord­nung war, dass die ers­ten fünf Bei­trä­ge geschlos­sen raus­ge­flo­gen sind und die nächs­ten fünf (nach der Wer­be­pau­se!) alle wei­ter­ka­men?

  7. ganz ein­fach ich hat­te es schon vor MONA­TEN vor­aus­ge­sagt, dass nor­we­gen nicht ins fina­le kommt, aber kei­ner hat mir geglaubt. es ist ein­fach nicht mög­lich, eine far­bi­ge interpretin/einen far­bi­gen inter­pre­ten in euro­pa durch­zu­brin­gen, da der osten prin­zi­pi­ell der dunk­len haut­far­be ableh­nend gegen­über­steht. daher wird auch groß­bri­tan­ni­en am sams­tag nur mit­tel­mä­ßig abschnei­den – favo­rit hin oder her sor­ry – is aber so

  8. Ich bin erschüt­tert. Natur­ge­set­ze aus­ge­he­belt? Tür­kei und Arme­ni­en, die soch angeb­lich mit einem Besen­stiel wei­ter­kom­men, sind nicht im Fina­le! Was pas­siert als nächs­tes? Paris Hil­ton tritt ins Klos­ter ein? Danie­la Kat­zen­ber­ger gewinnt den Phy­sik-Nobel­preis? Gui­do Wes­ter­wel­le wird Mut­ter? Ver­mut­lich hat für das Voting eine Rol­le gespielt, dass Län­der wie Deutsch­land und Frank­reich nicht abstim­men durf­ten und dadurch eini­ges an Dia­spo­ra-Voting ver­lo­ren ging, wie schon Ste­ven Gät­jen bemerkt hat­te (übri­gens die ein­zi­ge ver­nünf­ti­ge Aus­sa­ge, die die­ser Typ wäh­rend des gan­zen Abends getä­tigt hat. Gott sei gedankt für die Ton­stö­rung. Und kaum kom­men­tiert er per Old-Fas­ho­ned Tele­fon­lei­tung den unga­ri­schen Bei­trag an, baut er gleich 4 Feh­ler in nur 30 Sekun­den Text ein. Rei­fe Leis­tung!) Was aber zum Schei­tern von Haba Haba geführt haben konn­te… viel­leicht ist man immer noch von Sha­ki­ra über­sät­tigt. Viel­leicht geht die­ses Jahr der Tend zur ‘ehr­li­chen’ ‘hand­ge­mach­ten’ Musik, was sich im Wei­ter­kom­men von Island, Finn­land und der Schweiz äußert. Als sich die gan­zen ‘Favo­ri­ten­stür­ze’ abzeich­ne­ten, habe ich nur noch dar­auf gehofft, dass es wenigs­tens auch noch den rus­si­schen Schmier­lap­pen erwischt, aber den Gefal­len haben mir die abstim­men­den Ex-Sowjet-Satel­li­tens­ta­ten dann doch nicht gemacht. Ver­mut­lich hat­ten sie befürch­tet, dass man ihnen sonst das Gas abdreht.

  9. Schau dir mal die Ergeb­nis­se z.B. von den Semi­fi­nals 2008 an. Da ist im 1. Semi von den ers­ten 6 auch nur einer wei­ter­ge­kom­men und von den letz­ten 7 warns 6! Also dar­aus jetzt sol­che Hypo­the­sen zu ent­wi­ckeln ist nicht ver­tret­bar. Bei 10 Qua­li­fi­kan­ten von 19 ist eine ‘Block­bil­dung’ wohl kaum ver­meid­bar, oder? Und außer­dem, wenn die ers­ten 5 Ent­ries so gut waren, dann wär doch wenigs­tens eins davon durch die juries wei­ter­ge­kom­men…?

  10. Erklä­rungs­arie OK, dann star­ten wir mal die Erklä­rungs­arie. Aber vor­ab: Egal, wie man zu den wei­ter­ge­kom­me­nen und aus­ge­schie­de­nen Songs heu­te abend steht, es ist sehr sehr SEHR gut, dass eben NICHT immer die glei­chen wei­ter­kom­men und dass es auch die schrä­gen kann, die sonst immer wei­ter­kom­men. Hab ich übri­gens letz­tes Jahr über Schwe­den auch schon gesagt. Tja, war­um ist Stel­la nicht wei­ter­ge­kom­men? Kei­ne Ahnung. Zu früh dran, Gesamt­pa­ket (ins­be­son­de­re: Gesangs­pa­ket) nicht stark genug, was weiß ich. Wobei mich das wun­dert, nach Mag­da, die offen­sicht­lich die Nach­fol­ge von Jemi­ni antre­ten woll­te, kam das nicht schlecht. Scha­de auch, das hät­te ich am Sams­tag ger­ne live gese­hen. Emmy muss ges­tern abend in der Jury-Gene­ral­pro­be fürch­ter­lich gewe­sen sein, heu­te im Semi war sie auch nicht gut, da kriegt man dann halt auch mal die Quit­tung. Und das ist auch gut so, zumal das Lied ja nun wirk­lich bil­ligs­te Sch.… also das Lied war net so dol­le. War­um es nun die Tür­kei geschrägt hat und Aser­bai­dschan nicht, weiß ich nicht so recht. Die Tür­ken hät­ten viel­leicht auf die doo­fe Schlan­gen­tan­te ver­zich­ten sol­len, das hat nur abge­schreckt. Grie­chen­land war wohl ges­tern super, heu­te auch, wir hat­ten das in unse­rem Chat ein­hel­lig als Semi-Gewin­ner aus­ge­macht (als zwei­ten: Para­di­se Oscar). Ungarn: Man­che Lie­der sind ein­fach so stark, die kriegt man nicht kaputt. Hat ja damals bei Nox auch nicht geklappt mit dem Kaputt­ma­chen. Hier hab ich mich sehr ger­ne geirrt. Anna war ein­fach süß, das Kleid war zwar Mist, aber der Kon­trast zu der rus­si­schen Über­per­for­mance (übri­gens IMHO sehr gut gesun­gen, die rus­si­sche Über­per­for­mance) war groß genug, dass sie nicht unter­ge­gan­gen ist. Und obwohl ich immer noch fin­de, dass Annas Stim­me nicht zum Lied passt, freu ich mich für die Schweiz (na ja, so ein biss­chen: Anna kommt wei­ter, und Pao­lo Mene­guz­zi und die Love­bugs sind raus­ge­flo­gen? GRMPF) Kein böses Wort zu Island! Wir waren uns in der Mit­te der san­ma­ri­ne­si­schen Per­for­mance bereits einig, dass Island auf jeden Fall wei­ter­kommt, wenn sie eini­ger­ma­ßen ablie­fern. Senit hat ihr oben­drein drö­ges Lied VÖL­LIG ver­senkt, Daria so lächer­lich wie immer, wie zum Kuckuck hät­ten die Islän­der nicht wei­ter­kom­men sol­len?! Bleibt Litau­en. Nun… ähm…also… Ich wars nicht! Hät­te nicht gedacht, dass es Leu­te gibt, die auf so einen Breit­wand­schlonz ste­hen. Ich fand ja Eve­li­nas Ohr­rin­ge super, aber des­we­gen ruft man doch nicht dafür an!!! Aber mit der Start­num­mer 4 ist das The­ma ja glück­li­cher­wei­se geges­sen. Das, was ich ein­gangs gesagt habe, fin­det hof­fent­lich auch am Don­ners­tag Anwen­dung, wenn die bis­her immer sicher ins Fina­le gekom­me­ne Ukrai­ne raus­fliegt! Soll­te aller­dings auch Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na raus­flie­gen, dann kenn ich ein paar Leu­te, die dann sehr, sehr sehr SEHR böse sind, inklu­si­ve der Schrei­be­rin die­ser Zei­len! Aber nu war­ten wirs ab, grau is alle Theo­rie, maß­ge­bend is aufn Platz!

  11. ESC Dra­ma.…. Ein inter­es­san­tes Ergeb­nis – die alten Regeln gel­ten glück­li­cher­wei­se nicht mehr. Dass es aus­ge­rech­net die Tür­kei erwischt hat, fin­de ich eher tra­gisch – der Song war nicht schlech­ter, als Man­gas Bei­trag 10 und die Per­for­mance auch nicht unge­wöhn­li­cher als die ‘Robo­t­er­braut’ vom Vor­jahr. Das Schei­tern der Tür­kei ist für mich das wirk­li­che Rät­sel, nicht das Schei­tern Nor­we­gens. Das erklärt sich fast von selbst: stimm­li­che Schwä­che, gepaart mit der zu offen­sicht­li­chen ‘Inspi­ra­ti­on’ an ‘Waka Waka’ tref­fen schlicht auf Unglaub­wür­dig­keit. Afri­ka­ni­sche Rhyth­men wer­den nun mal nicht mit Nor­we­gen asso­zi­iert; ob man das jetzt kri­ti­siert, oder nicht. Wenn als das Gesamt­pa­cket nicht stimmt, ist ein Schei­tern vor­pro­gram­miert. Bei Island oder auch Litau­en hat eben die­ses Packet gestimmt – auch wenn hier wohl die Jury­vo­tes den Aus­schlag gege­ben haben wer­den. Was heißt das für das 2. Semi? Die Grüt­ze aus Schwe­den kommt wohl ins Finale…vielleicht aber auch nicht, da Russ­land wie­der mal das bes­se­re Schwe­den ist

  12. Die Auf­fäl­lig­keit hier liegt haupt­säch­lich dar­in, dass die ers­te Wer­be­pau­se die Was­ser­schei­de dar­stellt. Ich hät­te von den ers­ten fünf Bei­trä­gen auch nur die Tür­kei und viel­leicht noch Alba­ni­en wei­ter­kom­men las­sen – aber das ist nicht der Punkt. Naja. Da die EBU wohl kaum mit der Aus­lo­sung wei­ter­ge­macht hät­te, wenn was nicht gestimmt hät­te, ist das Was­ser unter der Brü­cke. Vor­freu­de auf mor­gen und wei­te­re Favo­ri­ten­stür­ze. 😉

  13. Litau­ens Hun­de­wel­pen Ich bin ja der Mei­nung die litaui­sche Fast-Wuch­brum­me hat nur gewon­nen, weil die männ­li­chen Hete­ro-Voter tit­ten­hung­rig waren. So rein optisch war für die ja dies­mal gar­nichts dabei. kati Wolf und die Kroa­tin in ihren her­ben Gesichts­zü­gen wahr­schein­lich männ­li­cher als die Hälf­te der Zuschau­er, Emmy, Mag­da­le­na und Stel­la hat­ten zuviel und von rot­haa­ri­gen Misch­we­sen aus Alba­ni­en las­sen die sich auch nicht ger­ne anschrei­en. Dann halt die mit­ein­an­der rin­gen­den Hun­de­wel­pen unterm Kleid.

  14. Ich habe dir geglaubt. Ich habe Nor­we­gen näm­lich am Anfang eben­falls nicht wei­ter gese­hen. Aber weni­ger wegen der Haut­far­be der Sän­ge­rin, son­dern eher wegen dem harm- und belang­lo­sen Song, der zwar gute Lau­ne ver­brei­tet hat – und auch Stel­la hat­te bei ihrem Auf­tritt sicht­lich Spaß – aber dann doch nur unwe­sent­lich bes­ser war als Mona­cos Coco Dance und nicht die Kraft aus­strahl­te, die Frank­reich letz­tes Jahr noch in die Tele­vo­ting-Top-Ten (eben­falls dun­kel­häu­tig) kata­pul­tier­te. Bei den vie­len posi­ti­ven Reak­tio­nen dach­te ich aber zum Schluss auch, dass sie eben­falls noch ins Fina­le durch­rut­schen wür­den. Aber wer weiß, viel­leicht haben wir nach einem Kuun­kuis­kaajatga­te die­ses Jahr auch ein Haba-Haba-Gate?

  15. Die­se Blö­cke fal­len zwar schon auf, ich den­ke aber, dass sich der gan­ze Uptem­po-Kram zu Beginn gegen­sei­tig die Punk­te weg­ge­nom­men haben könn­te. Bei einer etwas abwechs­lungs­rei­che­ren Zusam­men­set­zung sähe das Ergeb­nis wohl ein wenig anders aus. Das nächs­te Semi beginnt ja eher lang­sam. Ich bin mal gespannt, ob es dort dann einen ähn­li­chen Effekt gibt.

  16. So, ganz kurz mei­ne Mei­nung zu den Qua­li­fi­kan­ten. Island und Schweiz hat­te ich bei­de schon lan­ge auf dem Schirm. Bei Island haben alle mei­ne Gedan­ken mit­ge­wippt. Grie­chen­land fin­de ich selbst immer noch groß­ar­tig, die haben wohl auch vom Start­platz pro­fi­tiert. Ser­bi­en hat­te ich als Wackel­kan­di­da­ten, kam live aber ordent­lich her­über. Geor­gi­en ver­ste­he ich nicht. Ich hat­te damals zwar gemacht, dass sie bei guter Pro­duk­ti­on Poten­ti­al haben wür­de, aber der tür­ki­sche Rock­song war doch eigent­lich gefäl­li­ger. Jury oder spä­te­rer Start­platz schuld? Litau­en ver­ste­he ich auch nicht. Jury oder erfährt das Alt­ba­cke­ne ein Revi­val? Aller­dings … sin­gen kann sie ja ganz gut und im mei­nem Bekann­ten­kreis hat sogar jemand das Gim­mick mit der Gebär­den­spra­che posi­tiv ver­merkt. Es wür­de mich aber wun­dern, wenn das im Fina­le jetzt nicht abschmiert. Bei Ungarn hät­te ich den Favo­ri­ten­sturz viel lie­ber gese­hen als bei Nor­we­gen. Da sprang der Fun­ke bei mir immer noch nicht über und stimm­lich war es auch sub­op­ti­mal. Der Rest geht klar. Aber jetzt bin ich auch auf das zwei­te Semi gespannt und vor allem die Auf­schlüs­se­lung zwi­schen Tele­vo­ting und Jury.

  17. Ich frag mich grad, inwie­weit Litau­en wohl von Por­tu­gal pro­fi­tiert hat. Mal ehr­lich, wer das zum ers­ten Mal sieht, der fragt sich doch, wel­che Dro­gen die genom­men haben müs­sen, zumal das Lied auch… nun ja. Wers zum fünf­ten Mal sieht, fin­dets dann irgend­wann lus­tig, aber ich weiß aus beru­fe­nem Mun­de, dass den Por­tu­gie­sen der Bei­trag ihres Lan­des all­ge­mein unglaub­lich pein­lich war. Mög­li­cher­wei­se haben die Leu­te bei Eve­li­na dann gedacht ‘Oh, kuck ma, die kann ja sin­gen, das ist viel bes­ser als das davor’ und des­halb ange­ru­fen. Ja, ich weiß, ist kein Grund, dafür anzu­ru­fen (es GIBT kei­nen Grund, dafür anzu­ru­fen!), aber der Ver­such einer Erklä­rung. Das Bei­spiel Arme­ni­en hat wun­der­schön gezeigt, dass man eben doch ein gewis­ses Leis­tungs­le­vel haben muss, um ins Fina­le zu kom­men. Wenn ich mir über­le­ge, mit was für einem SCHEISS (par­don) Arme­ni­en in der Ver­gan­gen­heit schon im Fina­le war (ich erin­ne­re da nur an das ent­setz­li­che Debüt), dann ist mir das eine Genug­tu­ung! Man kann sich also nicht auf Dia­spo­ra oder ver­gan­ge­nen Lor­bee­ren aus­ru­hen – hal­lo Dana Inter­na­tio­nal, liest Du mit? Und schließ­lich, lie­ber Olli: Every cloud has a sil­ver lining. Wenn Du ges­tern noch die PK mit der Zie­hung der Lot­to­zah­len geschaut hast, dann weißt Du, dass die 2 noch im Los­topf ist. Jetzt stell Dir mal vor, dass mor­gen abend Däne­mark.… ja? Hei­tert das auf?

  18. Geor­gi­en … Geor­gi­en muss auch schein­bar das ein­zi­ge Land gewe­sen sein, wo es in kei­nem der abstim­mungs­be­rech­tig­ten Län­der tech­ni­sche Pan­nen gab … die Untie­fen der Euro­vi­si­on, die­ses Lied im Fina­le? Ich ver­ste­he es nicht. Viel­leicht wer­de ich aber auch lang­sam ein­fach alt 🙂 Na, ich freue mich auf jeden Fall über den Ein­zug Islands ins Fina­le

  19. Eins noch… … Ehre wem Ehre gebührt: Ich hab beim ESC noch nie jeman­den tol­ler mode­rie­ren sehen als ANKE ENGEL­KE!!!!!!!!!!!!! Die soll­te ESC-Mode­ra­tö­se auf Lebens­zeit wer­den!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  20. fast glück­lich Für mich wäre ja ges­tern bei­na­he rich­tig Grund zum Fei­ern gewe­sen, wenn nicht mein abso­lu­ter Lieb­lings­bei­trag (Alba­ni­en) drau­ßen vor der Tür geblie­ben wäre. Mir gefiel Aure­la zwar wesent­lich bes­ser in der lege­ren gar­de­ro­be, die sie in Ams­ter­dam oder bei der ers­ten Pro­be getra­gen hat, aber trotz­dem war das doch ganz klar der best­ge­sun­gens­te Bei­trag, mit fabel­haf­tem Aus­druck, tol­lem Hin­ter­grund und und und. Aber ansons­ten: Was habe ich mich gefreut, dass Ser­bi­en und sogar Geor­gi­en wei­ter­ge­kom­men sind. Und dass end­lich die­ses ewi­ge Gesetz durch­bro­chen wur­de, wonach die Tür­kei und Arme­ni­en unbe­dingt dabei­sein müs­sen. Zuge­ge­ben, der tür­ki­sche Bei­trag war so schlecht nicht, aber bei Arme­ni­en habe ich regel­recht Genug­tu­ung emp­fun­den. Nur scha­de, dass Aser­bai­dschan, Grie­chen­land und Russ­land nicht auch gleich raus­ge­fal­len sind. Aber man kann eben nicht alles haben. Bin eigent­lich ganz zufrie­den. Mein frü­he­rer Favo­rit Polen ist mit Recht raus­ge­fal­len. Mag­da­le­na war ja stimm­lich so schlecht wie noch nie. Ungarn: das Lied ist ja nach wie vor gut. Die Fri­sur der Sän­ge­rin wirk­te irri­tie­rend, der Gesang war anfangs sogar gut, wur­de dann aller­dings gegen Ende immer schlim­mer. Das das wei­ter­kam, über­rascht mich etwas. Zu Litau­en: immer noch nicht mein Geschmack, aber wirk­lich gut gesun­gen und daher zwar über­ra­schend, aber völ­lig ver­dient wei­ter. Auch der schwei­zer Auf­tritt war bes­ser als ich es erwar­tet hät­te. Fazit: In vie­len Din­gen hoch­zu­frie­den, im gro­ßen gan­zen eigent­lich auch. Nur das mit Aure­la hät­te echt nicht pas­sie­ren dür­fen. Jetzt muss ich lang­sam anfan­gen, nach CDs zu suchen. Denn ‘AG’ und Eld­ri­ne sind aus die­sem Jahr defi­ni­tiv mei­ne Kan­di­da­ten für mehr (ggfs. auch noch Nina und Mag­da­le­na Tul).

  21. Mode­ra­to­ren Ja, Anke war schon gut. Und auch genü­gend poly­glott. Auch Judith hat eine gute Figur gemacht. Nur den Raab hät­te man sich eigent­lich spa­ren kön­nen, oder wur­de er gebraucht, um etwas zu haben, auf das man ein­schla­gen kann?

  22. Ich traue es mich kaum zu sagen.…aber zum aller­ers­ten Mal hat­te ich wäh­rend der Sen­dung tat­säch­lich das Gefühl, die Schweiz kön­ne ins Fina­le ein­zie­hen. Vor­her war das eher ein net­tes Lied­chen, nett vor­ge­tra­gen, aber zu brav. Im Prin­zip hat sich dar­an auch nichts geän­dert, aber alles wirk­te plötz­lich so authen­tisch (über das 80er-Jah­re-Sil­ves­ter­kleid decken wir mal lie­ber gnä­dig den Man­tel des Schwei­gens). Ganz im Gegen­satz zum Auf­tritt der Tür­kei, deren Lied ich deut­lich stär­ker fin­de. Aber mit der Per­for­mance machs­te Ein­druck im Tra­ves­tie­club, nicht auf der ESC-Büh­ne Das sind Rocker. Die sol­len sich auf die Büh­ne stel­len, nach dem Mot­to: Ich hab super Mate­ri­al, ich bin sowie­so ich.…und jetzt bla­sé ich euch das Hirn aus dem Schä­del. Eine Flecht­ku­gel mit Schlan­gen­frau, aus wel­cher spä­ter eine Nebel­krä­he wird, die her­aus­lugt, ist alber­ner Mum­piz. Und wer hat die Band mit die­sen Pus­sy-Kla­mot­ten ein­ge­klei­det????? Alles total unglaub­wür­dig! Trotz­dem, den­ke ich, der Tür­kei haben wich­ti­ge Län­der gefehlt. Wären z.B. Deutsch­land, Bel­gi­en und die Nie­der­lan­de stimm­be­rech­tigt gewe­sen, hät­te es mit dem Fina­le funk­tio­niert. Unbe­rech­tigt, mei­ner Mei­nung nach, obwohl ich Lied und Band im Vor­feld moch­te. Ungarn hät­ten sie auch gleich raus­ke­geln sol­len – wie man so viel Poten­zi­al ver­schleu­dert durch eige­ne Schuld ist mir unbe­greif­lich. Der Muff der unga­ri­schen Regie­rung wur­de hier sehr schön auf die Büh­ne trans­por­tiert. Inso­fern: durch­aus authen­tisch. Prin­zi­pi­ell fin­de ich Nor­we­gens Bei­trag etwas dün­ne – da hät­te man deut­lich mehr draus machen kön­nen. Aber es zäh­len beim ESC nur die drei Minu­ten auf der Büh­ne. Und da kam das Stück über­ra­schend voll raus. Auch Stel­las Stim­me fiel nicht ab. Klar, ist nicht die Bom­ben-Sän­ge­rin, aber es fiel mei­nem Emp­fin­den nach nicht unan­ge­nehm auf. Dafür war viel Spaß vor­han­den, es wur­de gut in Sze­ne gesetzt.…..große und nega­ti­ve Über­ra­schung, dass sich das nicht durch­set­zen konn­te. PS: Da ich auch mit den Augen höre und Ale­xey, die gei­le Rat­te, auch nicht auf­ge­hört hat scharf zu per­for­men, als er die Büh­ne schon lan­ge ver­las­sen hat, kann ich mit sei­nem Final­ein­zug seeeeeeeeeeeeeehr gut leben *grins*

  23. eher­ne Regeln Das ist es ja gera­de, was mich mit gro­ßer Freu­de erfüllt: dass die­se unum­stöß­li­chen Regeln end­lich gefal­len zu sein schei­nen und allein der Geschmack ent­schei­det. Natür­lich ist die­ser Geschmack nicht immer mei­ner, es gilt ja wei­ter­hin, dass der in mei­nen Augen groß­ar­tigs­te bei­trag (in die­sem fall Alba­ni­en) hän­gen­bleibt, und der Furcht­bars­te (in die­sem fall Grie­chen­land) wei­ter­kommt. Aber das sind Pea­nuts. Es lebe die freie Ent­schei­dung, die wun­der­ba­re Viel­falt her­vor­bringt. Ich war­ne aus­drück­lich vor mono­kau­sa­len Erklä­rungs­ver­su­chen. Ganz beson­ders das mit dem Ras­sis­mus fin­de ich nicht lus­tig. Und auch ‘dass bei den ja eher ein­schalt­quo­ten­schwa­chen Semis dann doch über­wie­gend sen­ti­men­tal gestimm­te Rent­ne­rin­nen aus der Rosa­mun­de-Pil­cher-Genera­ti­on zuschau­en, die für sol­chen Gefühls­kitsch emp­fäng­lich sind und denen außer­dem alles über 20 BpM zu hek­tisch daher­kommt’ kann es nicht sein. Die hät­ten garan­tiert nicht für Geor­gi­en gestimmt. Nein, ich schöp­fe wirk­lich Hoff­nung, dass es lang­sam wird, wie es sein soll­te, dass näm­lich 1.) jeder für den Bei­trag anruft, der ihm/ihr wirk­lich gefällt, unge­ach­tet natio­na­ler Ver­flech­tun­gen, und 2.) brei­te­re Bevöl­ke­rungs­schich­ten zuse­hen und anru­fen, statt nur der übli­chen Ver­däch­ti­gen (z.B. auch Gothic oder Metal-Lieb­ha­ber). Letzt­lich ist eine brei­te­re Basis das ein­zig wirk­sa­me Mit­tel zur mar­gi­na­li­sie­rung des Dia­spora­vo­tings.

  24. 100% Zustim­mung (bis auf Dei­ne Faves und Nicht­fa­ves natür­lich 🙂 ) Im übri­gen bin ich über die Ent­rüs­tung auch etwas ver­wun­dert. Denn es ist noch gar nicht so lan­ge her, da haben wir uns alle dar­über auf­ge­regt, dass ja immer die­sel­ben wei­ter­kom­men, dass west­li­che Län­der nie ne Chan­ce haben, dass Tür­kei­ar­me­ni­ena­ser­bai­dsch­an­russ­land­grie­chen­land einen Staub­sauger mit Atem­mas­ke schi­cken könn­ten und damit wei­ter­kom­men (und das auch teil­wei­se getan haben!!!), und jetzt ist alles anders, und dann ist es auch wie­der nicht rich­tig? Was wol­len wir denn bitt­schön? Ich kann mich noch erin­nern, dass letz­tes Jahr nach dem Aus­schei­den der Schwe­din auch alle scho­ckiert waren, obwohl die meis­ten den Bei­trag Käse fan­den – war­um, zum Kuckuck? Ja, ich hätts auch ger­ne gehabt, wenn immer mei­ne Faves wei­ter­ge­kom­men wären, aber das Leben ist kein Pony­hof, und über mei­ne Lieb­lin­ge ärgern sich dann wie­der ande­re. Nach mei­ner unbe­stech­li­chen Mei­nung hät­ten wei­ter­kom­men MÜS­SEN, weil am schöns­ten, bes­ten und mir am liebs­ten: Polen Nor­we­gen Tür­kei Russ­land Schweiz Finn­land Island Ungarn Aser­bai­dschan Grie­chen­land (ok, ok – 7 out of 10 ist nicht soooo schlecht für die eige­nen Lieb­lin­ge. Hof­fent­lich wird das am Don­ners­tag auch so)

  25. Noch so ein Erklä­rungs­ver­such… Ich glau­be, hier han­delt es sich um ein Phä­no­men, das mir auch aus natio­na­len Vor­ent­schei­dun­gen bekannt ist: Man neh­me eine 50/50-Ver­tei­lung der Jury- und Tele­vo­ter­stim­men. Dann wirft man einen Jury­fa­vo­ri­ten, der dem Publi­kum gar nicht gefällt, in den Topf (in die­sem Fall San Mari­no) und dazu kommt ein Publi­kums­fa­vo­rit, den umge­kehrt die Jurys sch…lecht fin­den (Polen, Nor­we­gen, Arme­ni­en, Tür­kei). Alles gut umrüh­ren, und das Ergeb­nis? SER­BI­EN. SCHWEIZ. GEOR­GI­EN. LITAU­EN. Wie man sieht, kom­men nach dem Hal­be-Hal­be-Prin­zip meist nur die Zweit­plat­zier­ten oder -klas­si­gen wei­ter. Nach­dem ich mich zunächst über die Wie­der­ein­füh­rung der selbsternannten/sogenannten ‘Exper­ten’ gefreut habe, fan­ge ich all­mäh­lich auch an, an deren Sinn­haf­tig­keit zu zwei­feln…

  26. Semi Dra­ma An Ras­sis­mus als Erklä­rung glau­be ich über­haupt nicht – dass San Mari­no es nicht schaf­fen wür­de, war ja kei­ne Über­ra­schung. Die Sän­ge­rin hät­te weiß, gelb, rot oder vom Mars kom­men kön­nen: nie­mand hät­ten die­se fade Belang­lo­sig­keit ins Fina­le bekom­men. Nor­we­gen ist auch kein Ein­zel­fall: Kroa­ti­en nütz­te die Bal­kan­con­nec­tion nichts, Arme­ni­en konn­te nicht ein­mal mehr die Dia­spo­ra ret­ten – viel­leicht woll­te sie es auch nicht. Es ist ja nur west­li­che Arro­ganz zu glau­ben, dass die­ses Men­schen blind und taub jeden Müll unter­stüt­zen, der aus der Hei­mat ihrer Vor­fah­ren kommt. Also auch die­se schwach gesun­gen Uptem­po-Num­mer schei­ter­ten, obwohl die Damen kei­ner­lei Ver­bin­dung zu Afri­ka haben. Stel­la sang furcht­bar schlecht und ver­such­te die­se Schwä­che durch das Zei­gen von viel nack­ter Haut, gro­ßer Show und viel künst­li­cher Fröh­lich­keit zu über­spie­len. So blieb der Bei­trag, was er immer war: eine kin­di­sche Waka Waka Kopie. Weni­ger ist aber oft mehr, was der sub­stanz­lo­se Song aber nicht her­gab. Dass es Island ins Fina­le schaf­fen wür­de, hat­te ich ja schon lan­ge vor­her­ge­se­hen – weil sol­che Songs für Däne­mark immer funk­tio­niert haben, war­um also nicht auch für Island? Litau­en ist für mich ein Por­tu­gal 2010 déjà vu…also auch nichts unge­wöhn­li­ches. Ich hof­fe jetzt nur, dass im zwei­ten Semi die schwa­chen Songs aus Schwe­den und Irland eben­falls schei­tern und emo­tio­na­le Bei­trä­ge (Bos­ni­en, Zypern) im Fina­le sein wer­den.

  27. Vor­teil Frank­reich? .…grund­sätz­lich ist es doch sehr erfreu­lich, dass wie­der mehr Wert auf Qua­li­tät und (stimm­li­che) Leis­tung gelegt wird. Dann kann Frank­reich ja doch noch gewin­nen 😛

  28. will ja gar nicht meckern Klar, in mei­ner Vor­her­sa­ge habe ich zwar (ähn­lich wie Oli­ver) wei­ter dane­ben­ge­le­gen als jemals vor­her, aber mit der ‘Tref­fer­quo­te’ mei­ner Lieb­lin­ge, wenn man ein­fach nur durch­zählt, lie­ge ich auch bei 6–7 von 10: VOR der Sen­dung (nach fal­len­der Prä­fe­renz): Alba­ni­en Polen Ser­bi­en Geor­gi­en Finn­land Nor­we­gen Ungarn und 3 aus Türkei/Schweiz/Malta/Litauen NACH den Auf­trit­ten: Alba­ni­en Ser­bi­en Finn­land Geor­gi­en Nor­we­gen Ungarn Tür­kei Schweiz Litau­en 1 aus Island/Malta/Polen Aber ich wür­de natür­lich trotz­dem gern 1xAlbanien gegen Schweiz+Türkei+Litauen+Island, mei­net­we­gen sogar noch +Ungarn, ein­tau­schen. Freue mich auf Don­ners­tag. Da kann ich dann end­lich was für mei­ne Lieb­lin­ge (Bul­ga­ri­en, Bel­gi­en, viel­leicht Mol­da­wi­en) tun. 🙂

  29. unmaß­geb­li­che äuße­run­gen nun ja, es drängt auch mich zum see­len­strip­tease. ich bin ver­wirrt und ver­wun­dert, geweint habe ich aber nicht. natür­lich, nor­we­gen ist eine gro­ße pan­ne (ich fin­de das lied nach wie vor sehr gut­elau­nig und dan­ke für das ein­stel­len des mit­schnitts; na klar, es war stimm­lich dünn, aber stim­mungs­mä­ßig das bes­te über­haupt) – und dass die tür­kei raus­fliegt, hät­te ich auch nicht ver­mu­tet, aber die gum­mi­frau hat mich doch irri­tiert zurück­ge­las­sen. dass nun aus­ge­rech­net der arro­gan­te schmier­lap­pen vom gro­ßen bären wei­ter­kommt, fin­de ich eher zum kot­zen, aber damit war ja zu rech­nen. im lau­fe des abends stell­te sich her­aus, dass die gesang­li­chen leis­tun­gen eigent­lich dazu hät­ten füh­ren müs­sen, nur 7–8 bei­trä­ge wei­ter­kom­men zu las­sen 😛 da waren bei mir mal­ta 8) und island plötz­lich ganz weit vorn. finn­land hat­te ein­fach einen groß­ar­ti­gen song mit groß­ar­ti­gem büh­nen­bild (und der mit­fühl­bot­schaft, die so pri­ma in die zeit passt); ser­bi­en war toll, gesang­lich, gut­elau­nig und hin­sicht­lich des gran­dio­sen hin­ter­grunds (bei dem mir irgend­wie ande­re din­ge in den sinn kamen 😆 ); und grie­chen­land hat eben die sex­punk­te abge­grast, die ja bei damen und herr­chen auch stets ver­ge­ben wer­den. alle ande­ren waren mir fast egal (naja, ich habe natür­lich für die wolf­kati mit­ge­zit­tert, auch wenn ungarn grad nicht die krö­nung der demo­kra­tie dar­stellt…). bei der schweiz pas­sen gesang und lied mei­ner mei­nung nach immer noch nicht zusam­men, aber ich kann schon nachvollziehen,was leu­te dar­an schick finden.georgien ist für mich der ers­te anwär­ter auf den bar­ba­ra-dex-award und hat sei­ne stim­men sicher nur, weil es allein­ver­tre­ter für hard­rock war. und nun muss ich (ja, freu, ich habe eine kar­te 😛 ) am sams­tag die nöle aus litau­en ertra­gen – c´est ma vie… 😥

  30. Ras­sis­mus. Aha. Ein­zi­ge mög­li­che Erklä­rung für das Aus­schei­den einer der am schlech­tes­ten gesun­ge­nen und lang­wei­ligs­ten Num­mern des Abends ist Ras­sis­mus. Sor­ry, aber ich muss mich dann doch der Mei­nung von nulpoints.net anschlie­ßen: ‘And Nor­way, well.… some qui­te distas­te­ful accu­sa­ti­ons of racism have alrea­dy sur­fa­ced online, which igno­re the fact that the song was a repe­ti­ti­ve pile of twadd­le.’ (Und Nor­we­gen, tja.…einige wirk­lich geschmack­lo­se Ras­sis­mus-Vor­wür­fe sind bereits online auf­ge­taucht, die die Tat­sa­che igno­rie­ren, dass das Lied ein repe­ti­ti­ver Hau­fen Blöd­sinn war.) Was war an ‘Haba Haba’ bit­te sehr so toll? Das war ein schwa­cher Möch­te­gern-Abklatsch von Sha­ki­ras ‘Waka Waka’ – sol­che Lie­der brin­gen es nicht, wenn nicht gera­de Fuß­ball-WM ist. Es war ganz nett, riss aber abso­lut nicht mit – und bei einer sol­chen Num­mer ist das ein Todes­ur­teil. Die Ras­sis­mus-Vor­wür­fe sind tota­ler Unfug – wie hat Jes­sy Mata­dor es dann letz­tes Jahr in die Top 10 der Tele­vo­ter geschafft? Ich fin­de es extrem bedau­er­lich, dass sogar der Haus­herr jetzt aus Ent­täu­schung meint, auf die­sen Zug auf­sprin­gen zu müs­sen. Was haben wir alle gelacht, als die Bri­ten 2003 mein­ten, Jemi­nis Total­ab­sturz mit der bri­ti­schen Unter­stüt­zung für den Irak­krieg erklä­ren zu wol­len. Das war nicht weni­ger absurd.

  31. Also um Nor­we­gen ist wirk­lich scha­de =) und zur Daria kann ich nur eins sagen – ab Mon­tag kann man sie in Wien wie­der für Hoch­zei­ten buchen ^^

  32. Bei der Wahl einer Top 10 stößt das Simp­son-Para­dox an sei­ne Gren­zen, glau­be ich. Das ist was ganz ande­res, wenn es nur dar­um geht, einen Sie­ger zu fin­den – aber so lie­ße sich hier höchs­tens der zehn­te Platz erklä­ren, und es sind ja nun ein paar Län­der mehr wei­ter­ge­kom­men, von denen man es im Vor­aus nicht erwar­tet hät­te.

  33. Das mit der Unglaub­wür­dig­keit könn­te stim­men. 2007 konn­te Nor­we­gen im Semi ja mit Lati­no-Rhyth­men auch schon nicht punk­ten obwohl das Lied um ein viel­fa­ches mit­rei­ßen­der war als das ver­gleich­ba­re Werk aus Por­tu­gal.

  34. Wie pein­lich. Natür­lich haben bei Island ‘alle Bekann­ten’ mit­ge­wippt und nicht ‘alle Gedan­ken’. 😳

  35. Inter­es­san­ter Abend Zuerst war ich stink­sauer, daß mei­ne gelieb­te Polin raus­flog. Doch ver­süßt wur­de es mir durch die Span­nung der Wer­tung. Tür­kei mit ihren jähr­lich öden Rock­songs flog raus (die Grie­chen lei­der nicht), dafür kam Geor­gi­en mit einer viel bes­ser per­form­ten Rock­num­mer wei­ter. Trotz des Gejam­mers der Kom­men­ta­to­ren über die ach so schlim­me Klei­dung der Band. Der Höhe­punkt war dann für mich das Wei­ter­kom­men der Litaue­rin. Kein(e) Journalist(ensau) woll­te mit ihr reden, ihre Pres­se­kon­fe­ren­zen wur­den igno­riert und sie lag bei allen Wer­tun­gen auf dem letz­ten Platz. Da haben die Anru­fer (oder Jurys, mal abwar­ten) den soge­nann­ten Exper­ten mal ganz schön den Stin­ke­fin­ger gezeigt, fin­de ich klas­se. Auch wenn der Song wirk­lich öde ist. Der ESC ist eben unbe­re­chen­bar, dafür lie­be ich ihn! Jetzt muß der Schwe­de aber ins Fina­le und dann vor dem arro­gan­ten Rus­sen lie­gen, damit der end­lich die Klap­pe hält. Toll fand ich auch, daß die Kom­men­ta­to­ren eine Wei­le nicht zu hören waren, dach­te schon, die sind zu zweit auf die Toi­let­te. Die­se ‘Stö­rung’ hät­te ruhig län­ger dau­ern kön­nen. Obwohl ich nicht so ganz raf­fe, war­um es jedes Jahr im ers­ten Halb­fi­na­le irgend­wel­che Über­tra­gungs­pro­ble­me gibt. Viel­leicht soll­ten die das auch mal pro­ben, z.B. mit einer Live-Über­tra­gung der Gene­ral­pro­be? Wär doch mal was.

  36. Könn­te es sein, dass du Arme­ni­en und Aser­bai­dschan ver­wech­selst? Das Engel-Teu­fel-Kreisch-Gröhl-Duo wür­de ich viel eher ent­setz­lich nen­nen als den arme­ni­schen, bonda­ge-lie­ben­den Ricky-Mar­tin-Ver­schnitt (für den ich übri­gens auch ange­ru­fen habe). Aber wer weiß, Geschmä­cker sind ja ver­schie­den.

  37. Nein, tu ich nicht. Ich fand die Engel­teu­fel zumin­dest mal unter­halt­sam. Das arme­ni­sche Debüt war dage­gen EIN­FACH! NUR! SCHRECK­LICH! Und es ist schon ziem­lich mutig, in mei­ner Gegen­wart zuzu­ge­ben, für den ange­ru­fen zu haben 😉 . Schief gesun­gen, fie­ses Lied, all in all: *WÜRG*. Aber da ich arme­ni­sche Bei­trä­ge im all­ge­mei­nen auf den Tod nicht aus­ste­hen kann und die aser­bai­dscha­ni­schen bis­her alle ok fand, obwohl ich das nicht will (die Herr­schaf­ten sol­len erst­mal ler­nen, wie man sich benimmt, bevor sie sich zum ESC wagen), ist das wohl erklär­bar.

  38. Dave Ben­ton stand halt so mit auf Büh­ne, aber der Fokus rich­te­te sich bei die­ser Num­mer ja auf Tanel Padar. Zumal die­ser schreck­lichs­te aller Sie­ger­ti­tel ja auch nur eine Ver­le­gen­heits­lö­sung war, weil sich gleich drei der bes­ten Bei­trä­ge aller Zei­ten (SI, GR, ES) gegen­sei­tig die Stim­men weg­nah­men. Und damals gab’s noch kei­ne Semis – heu­te wür­den Ben­ton & Padar die Qua­li­fi­ka­ti­on nicht über­le­ben. Das­sel­be gilt auch für für Frau Rom­bley.

  39. Dan­ke! Da nimmt mir jemand die Wor­te aus dem Mund. Ein wei­te­res Gegen­bei­spiel ist Edsi­lia Rom­bley (NL 1998 ). Die­se Ras­sis­mus­kar­te wur­de schon bei Andy Abra­ham gespielt und war 2008 eben­so Unsinn wie heu­te.

  40. Ich habe den (schon andern­orts geäu­ßer­ten) Ein­druck, dass nur noch die Jury über die Fina­lis­ten ent­schei­det. Dabei ach­tet man auf eine musi­ka­li­sche (natür­lich nur west­li­che) Balan­ce, die aber aber nicht so stark sein soll, den zwei­ten Sieg Deutsch­lands zu gefähr­den. Die Tür­kei und Arme­ni­en müss­ten sicher wei­ter­ge­kom­men sein, eigent­lich selbst bei 50/50-Vote. Sie hat­ten die ein­zi­gen ernst­zu­neh­men­den Pop­songs im gest­ri­gen Feld, die sich Nicht-Fans antun wür­den. Denen gefiel es natür­lich weni­ger, schon klar. Der Jury in die Hän­de gespielt haben auch die tech­ni­schen Pan­nen. Immer­hin ein Tri­umph für den NDR: Ein Fina­le mit den alt­ba­cke­nen Num­mern aus der Schweiz und Öster­reich, die kein Mensch im Leben frei­wil­lig kau­fen wüde, und ohne pro­fes­sio­nel­le Musi­ker aus der Tür­kei und Arme­ni­en. Der Osten ist besiegt, Lovely Lena hat die Gerech­tig­keit wie­der­her­ge­stellt. Wirk­lich authen­tisch aber war ges­tern die Show mit allem drum und dran. Vom viel­sei­ti­gen Pau­se­nact aus Kali­for­ni­en, über die moti­vier­ten Anmo­de­ra­tio­nen bis­hin zum inno­va­ti­ven Büh­nen- und Gra­fik­de­sign. Das ist, wie der ESC von den öffent­lich Recht­li­chen wahr­ge­nom­men und behan­delt wird, näm­lich seit Jah­ren. Gut, dass man sich nicht ver­stellt hat.

  41. Das Dia­spo­ra Voting für die Tür­kei hat gott­sei­dank die­ses Jahr nicht funk­tio­niert, weil im 1. SF eben nicht sovie­le Län­der mit tür­ki­schen Gast­ar­bei­tern stimm­be­rech­tigt waren. Zu Nor­we­gen: zu einem flot­ten Lied passt auch immer eine flot­te Stim­me, die von Stel­la war ziem­lich mau. Azer­bai­dschan und Ungarn waren trotz guter Lie­der stimm­lich ent­täu­schend Und die Schweiz, Island, und auch Litau­en waren vom Votrag her sehr stim­mig und über­zeu­gend, des­we­gen zu Recht im Fina­le. Mein per­sön­li­ches High­light: Fin­land Mei­ne Top 5 im Fina­le Fin­land , Öster­reich, Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich

  42. Dave Ben­ton stand halt so mit auf Büh­ne, aber der Fokus rich­te­te sich bei die­ser Num­mer ja auf Tanel Padar.’ – ent­schie­de­ner Wider­spruch. Schau Dir die Num­mer noch­mal an (falls Du das über Dich bringst 😉 ). Und noch­mal Wider­spruch: Wenn Edsi­lia ‘Hemel en Aar­de’ heu­te in einer Qua­li­fi­ka­ti­on so brin­gen wür­de wie damals in Bir­ming­ham, wäre sie inner­halb jed­we­der denk­ba­ren Kon­stel­la­ti­on min­des­tens in der Top 5. Und ansons­ten soll­ten wir erst­mal das Ergeb­nis des Semis abwar­ten und schau­en, von wem Stel­la wie vie­le Punk­te bekom­men hat. Dann kön­nen wir wei­te­res schluss­fol­gern – oder auch nicht.

  43. Ach ja, früüü­her Ich geste­he: ich habe zwei Bekann­te, gut­aus­se­hend, stu­diert, welt­of­fen, tole­rant – und bei­de fin­den Litau­en toll! Auch bei Frank­reich krie­gen sie feuch­te Augen. ‘Wie frü­her!’, so deren Com­ment. Ja tat­säch­lich, es sind nicht immer nur wie wei­ter oben ange­deu­tet die Hete­ro-Omas, die vor solch alt­ba­cke­nen Songs in die Knie gehen. Nicht alle ‘von uns’ legen schein­bar Wert auf Pro­gres­siv-Camp und schril­le oder inno­va­ti­ve Songs. Es gibt da bei man­chen auch eine ganz dif­fu­se See­ehn­sucht nach der guten alten Grand Prix-Zeit. Strange…aber sei’s drum…

  44. Die Simp­sons Ach so, das heißt Simp­son-Para­dox? Wusst’ ich noch gar nicht…

  45. Ja. Wenn in der Gesamt­sum­me das Ergeb­nis plötz­lich anders aus­sieht als in jedem Ein­zel-Ele­ment (die Benen­nung stammt von 1951). Die Wiki­pe­dia-Sei­te dazu ist im Übri­gen sehr auf­schluss­reich – das ist ein The­ma, das öfter mal auf­taucht, zum Bei­spiel in der Medi­zin oder (das klas­si­sche Bei­spiel) beim The­ma Gleich­be­rech­ti­gung.

  46. Schwei­zer Titel ist ein Pla­gi­at! Der schwei­zer Titel ist eine Kopie von ‘Old Man River’ vom Album ‘Good morning’ aus dem Jahr 2007. Gebt bei Ama­zon ‘Old man river good morning’ ein. Dann kommt ihr zum Album und könnt euch den Track ‘Long way from home’ anhö­ren.

  47. man­ga war klar bes­ser !!! hat­ten man­ga noch einen sehr inspi­rier­ten türk-rock-song, der ein­deu­tig die tür­ki­sche musik wie­der­spie­gel­te, und einen sym­pa­thi­schen gran­dio­sen front­man gabs die­ses jahr nur bier­bäu­chi­ge tür­ken mit ner schlech­ten bon jovi-kopie. des­halb tür­kei raus

  48. Und? Und die Schlag­zeug-Ein­lei­tung von ‘Popu­lar’ ist bei Boney M geklaut (wahl­wei­se bei ‘Night­flight to Venus’ oder ‘Ras­pu­tin’). Und wei­ter? Recht­fer­tigt das ernst­haft zwei Posts, noch dazu für den Letz­ten des Fina­les? Die EBU hät­te da schon was gemacht, und ein biss­chen Zitie­ren gehört dazu. Not sure if troll…

  49. Aber sicher doch. ‘Die ein­zi­gen ernst­zu­neh­men­den Pop­songs’? Der ein­zi­ge ‘ernst­zu­neh­men­de Pop­song’ im ers­ten Semi kam aus Aser­bai­dschan – Arme­ni­en hat­te ein eben­so hirn­lo­ses wie blut­lee­res Stück Tanz­pop abge­lie­fert, dass genau so schon vor 20 Jah­ren als Club-Füll­ma­te­ri­al getaugt hät­te, ganz zu schwei­gen von den Bon Jovi für Arme vom Bos­po­rus, deren Song schon zur Zeit der New Wave of Bri­tish Hea­vy Metal alt­mo­disch gewirkt hät­te. Was an den bei­den ‘pro­fes­sio­nel­ler’ war als an der Schweiz oder Öster­reich, ent­zieht sich mir ein wenig. Soso, der Osten ist besiegt. Des­we­gen gewinnt Aser­bai­dschan, des­we­gen kommt die­se Grüt­ze aus der Ukrai­ne auf Platz 4, des­we­gen schafft Geor­gi­en die Top 10 – und umge­kehrt wird Deutsch­land Zehn­ter (mit tat­kräf­ti­ger Unter­stüt­zung auch aus Ost­eu­ro­pa), Öster­reich Acht­zehn­ter und die Schweiz Letz­ter. Das Fina­le hat den Post, auf den ich da ant­wor­te, als die ver­schwö­re­ri­sche Grüt­ze ent­larvt, die er immer schon war. Und zum Abschluss: Was soll die­ser letz­te Absatz uns bit­te sagen? Ich begrei­fe abso­lut nicht, was das soll – ich weiß nicht mal, ob es ein ernst­ge­mein­tes Lob oder (aus mei­ner Sicht eher wahr­schein­lich) Sar­kas­mus sein soll. Falls Letz­te­res der Fall ist, darf ich mich mal kurz eines Inter­net-Stan­dard­aus­drucks bedie­nen: You fail at fai­ling. No, that’s not a dou­ble nega­ti­ve.

  50. Ääääh… Edsi­lia kam 1998 auf Platz 4, und das im ers­ten Jahr des gene­rel­len Tele­vo­tings. Mit einem Lied in einer der erfolg­lo­ses­ten Song-Con­test-Spra­chen aller Zei­ten, Nie­der­län­disch. Gut, bei ihrem zwei­ten Auf­tritt ist sie unter­ge­gan­gen, aber das waren auch die dun­kels­ten Zei­ten der Nach­bar­schafts- und Dia­spor­a­hil­fe. Mit einem Knal­ler wie ‘Hemel en Aar­de’ wäre sie heut­zu­ta­ge auch gut dabei. Ach, und ‘Every­bo­dy’ war NICHT der schreck­lichs­te Sie­ger­ti­tel aller Zei­ten. ‘I Wan­na’? ‘Belie­ve’? ‘Rock’n’Roll Kids’? ‘Hal­le­lu­jah’? Da gab es eini­ge Kan­di­da­ten…

Oder was denkst Du?