ESC 1. Semi 2011: Halbzeit means Halbzeit

Logo des Eurovision Song Contest 2011 (Semi 1)
Das schwedische Jahr

Mehrere Überraschungen hielt das erste Semi bereit: ein dank des unheilvollen Eingreifens geschmacksgestörter Gerontenjurys hochgradig schockierendes Abstimmungsergebnis, versagende Stimmen sowie eine peinliche Tonpanne. Und das am Technologiestandort Deutschland! Am unerwartesten aber: eine hinreißend lockere, amüsante Moderation, trotz Stefan Raab (DE 2000) als einer der drei Gastgeber des Abends! Wer auch immer die Eröffnungsmoderation mit dem Running Gag „Looks don’t matter in Germany“ schrieb, gehört für den Grimme-Preis nominiert. Entgegen meiner schlimmsten Befürchtungen präsentierte sich Deutschland durch den unverkrampft-lockeren Schlagabtausch zwischen der großartigen Anke Engelke und einem angenehm eigenironischen Stefan Raab als souverän und unterhaltsam. Bravo!

Vermutlich hätte auch niemand sonst im deutschen Fernsehen dem Egomanen Raab so gut die Stirn bieten können wie die in einer Art Poncho verkleidete Anke Engelke, die bereits in Raabs Castingshows durch erfrischende Offenheit positiv auffiel und sich Respekt verschaffte. Schon gar nicht die mit witzigem Schulterlametta (PT 1985, anyone?) geschmückte Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers, die immerhin ihre Aufgabe als ARD-Quotenfrau ordentlich erfüllte, ohne weiter zu stören. Ganz im Gegensatz zum ProSieben1)Infolge der Kooperation zwischen ARD und ProSieben beim deutschen Vorentscheid übertrug der Privatsender dieses Semifinale live. Das zweite Semi, in dem die deutschen Zuschauer mitabstimmen durften, sowie das Finale kamen dann im Ersten.-Quotenmann Steven Gätjen, der sich als deutscher Kokommentator durch formatradiotaugliches, ahnungsloses Dampfgeplauder mit bis zu vier sachlichen Fehlern pro Satz für solche Aufgaben von nationaler Tragweite disqualifizierte. So unerträglich war sein selbstverliebtes Geschnatter, dass eine mitfühlende Seele im Sendezentrum gar mitten in der Show den Stecker zog, auf dass die Kommentare für längere Zeit ausfielen und übers Handy durchtelefoniert werden mussten. Dankenswerterweise blieb uns Gätjen wenigstens bei den beiden folgenden, in der ARD übertragenen Sendungen erspart.


Der Service für Eilige: alle 19 Titel im Schnelldurchlauf

Gleich zum Auftakt lieferte Magdalena „Tool“ Tul mit ‚Jestem‘ das erste von vielen noch folgenden Beispielen dafür, dass eine so gigantische Halle wie die Düsseldorf-Arena mit ihren 38.000 Zuschauern selbst den Besten die Stimme nehmen kann. Beim polnischen Finale noch hinreißend intonierend, krähte sich die in einem entsetzlichen weißen Stangentanzoutfit kostümierte Sängerin erschreckend unsicher durch ihren Song. So degenerierte die vormals strahlend selbstsichere Sirene zu einer weiteren Namenlosen in der Armee der osteuropäischen Sangesflittchen. Ähnlich erging es der lebenserfahrenen Albanerin Aurela Gaçe. Wobei: der divenhafte Auftritt, das angestrengte Schreien und die – ungeschickterweise durch Körperglitter auch noch betonte – dick hervortretende, jede Sekunde zu platzen drohende Halsschlagader: ich möchte fast wetten, dass sich hier in Wahrheit Sertab Erener (TR 2003) unter falschem Namen auf die Grand-Prix-Bühne zurück schlich!


„I sell my Song and the Aircon flows“? Aurela redet wirr

Als eine der Favoritinnen (und meine Siegerin der Herzen) ging die knuffige Senegalesin Stella Mwangi ins Rennen, scheiterte jedoch am als Todesslot bekannten Startplatz 2 und an den diabolischen Jurys. Zwar wirkte die in Goldfolie mit tuffigem Arschspoiler für ihre neue Heimat Norwegen startende Sängerin nicht all zu stimmsicher. Aber das spielt bei solchen supereingängigen, fröhlichen Gute-Laune-Songs wie ihrem dezent afrikanisierten Sommerhit ‚Haba haba‘, zu dem ein jeder noch nicht vollständig vergreiste Mensch selbst automatisch lautstark mitsingt und -schwingt, üblicherweise keine Rolle und wurde auch größtenteils durch ihren Chor aufgefangen. Eine wunderhübsch simple Choreografie mit viel Armgewedel sowie viel Flitter ergänzten und unterstützten ihre ansteckenden Vibes, die in der Publikumswertung für einen neunten Rang reichten. Ihr der Jury geschuldetes Ausscheiden erfüllt mich, ähnlich wie das Kuunkuskaajatgate des Vorjahres, mit Unverständnis, Bitterkeit und Zorn und lässt mich ein weiteres Mal mit voller Überzeugung zu dem Schluss kommen: Jurys sind Wichser™!


Und wieder erweist sich: Deutsche können einfach nicht richtig klatschen! (NO)

Zu welch grausamen Taten die Geronten von der Manipulationsfront noch fähig sind, bewiesen sie im Gegenzug durch das Durchwinken der beiden langweiligsten, altertümlichsten Eurovisionsballaden des Abends, jeweils gegen den erklärten Zuschauerwillen. Ob die optische schweizerische Lena-Kopie Anna Rossinelli, die in einem furchtbaren Kostüm aus der Golden-Girls-Kollektion für den Cocktailabend in der Schattigen Pinie zu lieblichen Ukulelenklängen ihr einschläferndes ‚In Love for a While‘ vortrug und dabei mehr „Na na na“s verprasste als Marianne Rosenberg (DVE 1975, 1980, 1982) in ihrer gesamten Schlagerlaufbahn, oder die offenbar aus einem litauischen Pflegeheim für mental Gestörte entlaufene Evelina Sašenko, die zur disneyesken Grauensballade ‚C’est ma Vie‘ (ausgesprochen: „Tse-he ma-ha wie-hie“) unter dem fadenscheinigen Vorwand, ihren schmerzbringenden Liedtext in Gebärdensprache übersetzen zu wollen, dezent ihre prachtvollen Mammae streichelte: die Juroren fanden’s toll. Sie krönten die beim Publikum mit Rang #11 knapp durchgefallene Sašenko gar zu ihrer unumschränkten Königin. Und straften damit die bislang ehernen ersten beiden Eurovisionsregeln Lügen, die da lauten:

  1. Du sollst nicht langweilen. Wer langweilt, wird mit dem letzten Platz bestraft.
  2. Harmlosigkeit ist die kleine Schwester der Langeweile (siehe hierzu Regel #1).


„Hallo Marsianer, ihr könnt jetzt landen. Die Erdlinge sind eingeschläfert.“ (Bei 1:40 Min.) 

Und als wollten sie es absichtlich drauf anlegen, warfen die Jurys auch gleich noch ein drittes, bislang unumstößliches Eurovisionsgesetz über den Haufen: nämlich das der automatischen Qualifikation der Little Big Five (AM, AZ, GR, RU, TR), die es bislang alleine schon aufgrund der starken Diaspora immer ins Finale schafften, und wenn sie einen Besen auf die Bühne gestellt hätten. Hätte auch diesmal geklappt, wenn es nach dem Willen der Zuschauer gegangen wäre. Doch die Jurys kanteten sowohl den armenischen als auch den türkischen Beitrag raus. In diesen Fällen nicht ganz zu Unrecht übrigens: der quirligen kleinen Emmy Bejanyan versagte inmitten ihres fabelhaften Vengaboys-Gedächtnisklopfers ‚Boom Boom‘ die ohnehin kaum vorhandene Stimme vollends, so dass nur noch ein schrilles Quieken zu vernehmen war. Da konnten auch die vier butchen griechischen Backgroundboys, die Hälfte von ihnen aus Giorgos Alkaios‚ (GR 2010) Harem, nichts mehr ausrichten. Yüksek Sadakat versuchten ausgerechnet, mit einer in eine Pappmaché-Weltkugel eingesperrten Schlangenfrau von der Lahmarschigkeit ihrer Elektrorocknummer ‚Live it up‘ abzulenken. Dazu trugen sie mit kiloweise Goldglitterapplikationen aufgepimpte Bühnenklamotten, welche die Türken aussehen ließen wie einen Trupp verirrter Achtzigerjahre-Tunten beim samstäglichen Besäufnis im Chez Nous. Ein authentisches Rockeroutfit schreibt nun mal schlichte Jeans und T-Shirts vor!


Ist denn die Käfighennenhaltung in der Türkei noch erlaubt?

Bleibt die Frage, wie diese Entscheidung den Juroren bekam. Denn die armenische Emmy gestaltete ja nicht nur ihre grandiose Choreografie mit einem gigantischen, mit ihrem Namen glitzerbestickten Boxhandschuh und als Boxer verkleideten Tänzern, die mit dem visuellen armenischen Markenzeichen, den elastischen Hosenbändern, diesmal einen Boxring formten, thematisch passend. Wie ihr Vorschauvideo – wohl nicht ohne Hintergedanken – zeigte, ist sie auch persönlich eng mit dem armenischen Boxer Arthur Abraham befreundet. Wenn dieser nun, eventuell gemeinsam mit den auch nicht unbedingt zartbesaitet wirkenden türkischen Jungs, den ein oder anderen Juroren persönlich aufgesucht und mit einem schlagkräftigen ‚Boom Boom‘ seine Meinung zu deren Punktewertung vor Augen geführt hätte – ich fände das, auch im Hinblick auf das norwegische Haba-haba-Gate, nur angemessen! 👿


Fabelhafte Performance, schlimmer Gesang: das Boxerluder Emmy

Für schwere Seekrankheit sorgte bei mir die Serbin Nina (bürgerlich: Danica Radojčić), die versuchte, die Zuschauer mittels bunter, sich rasend schnell drehender Farbkreise und -tunnel auf der LED-Wand hinter ihr zu hypnotisieren und so von ihrer peppigen, dennoch irgendwie öden Sechzigerjahre-Retropopnummer ‚Caroban‘ abzulenken. Vollends übel wurde mir dann aber bei dem nach ihr auftretenden Alex Sparrow (bürgerlich: Alexey Vorobyov, was sich wohl tatsächlich mit Alex Sperling übersetzt). Boah, war der Typ schmierig! Sein permanentes Gezwinker in die Kamera und die nicht enden wollende persönliche Ansprache des Publikums durch die russische Singdrossel verstärkten nur den durch die ganzen technischen Gadgets wie beleuchtete Schuhsohlen und Grease-Lederjacken mit LED-Rückenschildern (hätte eigentlich nur noch Olivia Newton-John [UK 1974] als Duettpartnerin gefehlt!) erzeugten Eindruck der demonstrativen Großkotzigkeit. Jetzt verstehe ich, wie sich gut aussehende Frauen fühlen müssen, die in der Disco permanent von ekligen Typen mit ostentativ zur Schau gestelltem Selbstbewusstsein angegraben werden. Widerlich.


Signora Rossi sucht das Glück

Das war aber nichts im Vergleich zu der Schmierenkomödie, die das zweitplatzierte aserbaidschanische Zwangspärchen Ell & Nikki auf die Bretter legte. Die thematisch nahe liegenden Harold-und-Maude-Witze oder Schlagerzitate aus Peter Maffays ‚Und es war Sommer‘ möge bitte jeder selbst gedanklich hier einfügen. ‚Running scared‘ (in der Agathe-Bauer-Version: „I’m running upstairs tonight“) war grauenhafte Grütze von beinahe dänischen Ausmaßen, von Elle und den schwedischen Chorsängerinnen (Shirley’s Angels aus dem Melodifestivalen) überzeugend performt und von Nikki nicht weniger überzeugend lippensynchron gemimt. Ihre Hauptfunktion bestand darin, sich von Elle vor Zuschauern anfassen zu lassen, vermutlich gegen Geld. Dass dann auch noch ein visueller Golden Shower den musikalischen Höhepunkt dieses heterosexuellen Lustspiels markierte, toppte alles. Ich musste während der Wertungspause schnell duschen gehen, so beschmutzt fühlte ich mich.


Er war Sechzehn, und sie Einunddreißig: Elnette & Nicki

„Ist das eine Zielscheibe?“: dank des Eurovisionsconnaisseures Georgios Poursanidis weiß ich nun auch endlich, was es mit den komischen giftgrünen Linien auf dem Rock der georgischen Leadsängerin auf sich hatte. Das HipHop-Punkrock-Elektrogemisch ‚One more Day‘, von der vor dem Contest noch schnell umbesetzten Band Eldrine (die ursprüngliche Sängerin erwies sich als stimmlich unpässlich und wurde, natürlich, durch eine Sopho ersetzt) mit zünftigem Strobo-Gewitter überzeugend vorgetragen, traf wohl bei Fans des Genres auf die 12. Wie auch, wenngleich in einem ganz anderen Genre, Paradise Oskar. Alter Finne, der Oskar mit dem Hemd aus der Tonne hatte es aber echt drauf! Welpenblick, aber ein Grinsen wie ein alter Flirtprofi; ein sehr clever auf der hauchdünnen Linie zwischen augenzwinkernder Nicole-Parodie (DE 1982) und ernsthaftem Tom-Dice-Singer-Songwriter-Schlonz (BE 2010) entlang balancierendes Rettet-die-Erde-Liedchen mit der mitsingfreundlichen Leadzeile ‚Da da dam‘. Und der hoch effektive Bühnenhintergrund mit unserer guten alten Mutter Erde, die noch nie so gut aussah wie in diesen drei Minuten. Selbst als Guilty Pleasure war das einfach nur „awwwww“!


Eine 11 auf der Haldor-Lægreid-Skala: Glenda Vella (MT)

„Awwwww“ ist auch ein passendes Stichwort für den Malteser Glen Vella, wenn auch mit einem etwas mitleidigeren Unterton. Ja, damals, beim CSD 1996, da wäre diese Nummer sicher hervorragend angekommen: ein enthusiastisches schwules Discobunny, umtanzt von zwei hysterisch hüpfenden Flughuschen von Air Malta, mit einem astreinen Out-and-proud-Song zum Maschinenstampfbeat von Lous ‚Let’s get happy and let’s be gay‘. Super! Blöd für den bekennenden Grand-Prix-Fan, für den mit seiner Teilnahme ein Lebenstraum in Erfüllung ging und der nach Bloggerberichten während der Probenwoche auf allen Partys immer der Letzte war, dass er mit seinem ‚One Life‘ halt fünfzehn Jahre zu spät kam. An dieser Stelle Hut ab vor Peter Urban, dem besten deutschen Eurovisionskommentator. Ever. Sein verzweifelt nach Luft ringendes Röcheln, als ihm seine Anmerkungen zu Daria Kinzers Darbietung im Halse stecken blieben, ließ mich noch lange laut weiterlachen. Denn treffender kann man den kroatischen Beitrag nicht zusammenfassen: es war ein fetter Propfen Eurovisionsschleim, den die Aschaffenburger Musicaldarstellerin und Schlagersängerin mit ‚Celebrate‘ ablieferte: uninspirierte Kinderdisco mit einem völlig zugekifften „Magier“ vom Studentenschnelldienst, dem wohl auf jedem Kindergeburtstag die Mohrenköpfe an den dämlichen Zauberzylinder flögen. Nur die von Hand gehaltene Umkleidekabine für das erste von gleich zwei Trickkleidern Darias, die hätte ich auch gerne. Fürs Freibad, mit einem der griechischen Tänzer als Halter.


Catwalk? √ Vorschriftsmäßige Rückung? √  Doppeltes Trickkleid?  √  Punkte? 😛 (HR)

Und wir bleiben in der ESC-Disco und fragen uns entsetzt: Gott, wer hat die Wölfin denn so zurechtgemacht? Mit einer Katastrophendauerwelle, die ihre Pferdevisage unschön betonte; in einem entsetzlichen blassblauen Seidenimitatfummel, der dasselbe mit ihren Storchenbeinen tat; sah die ungarische Eurovisionshoffung Kati Wolf aus wie ein Transvestit, der die junge Céline (CH 1988) parodiert. Hören die europäischen Zuschauer deswegen über die entsetzlich schiefen Töne von ‚What about my Dreams?‘ hinweg, die einem fast die Plomben zogen? Weil sie glaubten, es sei eine Dragqueen, die hier, ahem, singt? Vom seifigen Backgroundchor, der den Schluss vermasselte und den halbgaren Tänzern mit ihren LED-beleuchteten Eskimokostümen will ich erst gar nicht anfangen. Der Song ist gut – der beste Retrodiscoknaller seit ‚Barbra Streisand‘ – aber diese Performance killte das. Für mich jedenfalls, aber da scheine ich alleine zu stehen. Übrigens erhebe ich hiermit Anspruch auf Titelschutz für die Bezeichnung „Die sozialistischen Village People™“ in allen Varianten. Na gut, ich gebe zu, das lag bei der portugiesischen Agit-Pop-Truppe Homens de Luta, die singend zum Kampf gegen den europäischen Währungsfond und seine das Land erstickenden Auflagen aufriefen, so nahe, da kamen womöglich sogar Hohlbirnen wie Steven Gätjen von alleine drauf. Oder seine Gagschreiber. Der Song? O Gott, ich bin froh, das wir’s überstanden haben. Bitte nicht noch mal daran erinnern.


Von dem Armeebärchen würd ich mich auch agitieren lassen! (PT)

Bleiben, ganz am Schluss, die von der letzten Position aus startenden und das Semi zu meiner vollständigen Überraschung souverän gewinnenden zürnenden Griechengötter Loukas Yiorkas + Stereo Mike. Denn im Vorfeld glaubte ich, die Hellenen hätten die zäh folkloristische Nummer mit den unisono als „überflüssig“ kritisierten Rapeinlagen extra gesetzt, um auf Biegen und Brechen hängen zu bleiben. Doch weit gefehlt: ‚Watch my Dance‘ überzeugte als flammende, kraftvolle Anklage der um ihre Zukunft betrogenen griechischen Jugend, die gerade die Zeche für den ungebremsten Wachstumsglauben Europas zahlt. Dementsprechend inbrünstig schmetterte Loukas (erwähnte ich es bereits? Der womöglich bestaussehendste Griechengott ever), so als gehe es um Leben und Tod. Die existenzielle Bedrohung der Ägaisbewohner, hier wurde sie spürbar. Und so machten auch plötzlich die Rapeinlagen wieder Sinn: als kurze Erholungspausen, um von der Wucht des Songs nicht erschlagen zu werden!


Welch ein Land! Was für Männer!

ESC 1. Semifinale 2011

Eurovision Song Contest 2011 - Erstes Semifinale. Dienstag, 10. Mai 2010, aus der Düsseldorf-Arena in Düsseldorf, Deutschland. 19 Teilnehmer, Moderation: Anke Engelke, Judtih Raakers und Stefan Raab.
#LandInterpretSongtitelPunkte
gesamt
PlatzPunkte
Televoting
Platz
01PLMagdalena TulJestem0181902517
02NOStella MwangiHaba Haba0301705609
03ABAurela GaçeFeel the Passion0471404214
04AMEmmyBoom Boom0541207507
05TRYüksek SadakatLive it up0471305410
06RSNinaCaroban0670804213
07RUAlexey VorobyovGet you0640909304
08CHAnna RossinelliIn Love for a While0551004512
09GEEldrineOne more Day0740609005
10FIParadise OskarDa da dam1030311103
11MTGlen VellaOne Life0541102418
12SMSenitStand by0341600819
13HRDaria KinzerCelebrate0411503216
14ISSjonni's FriendsComing Home1000407906
15HUKati WolfWhat about my Dreams?0720707308
16PTHomens da LutaLuta é Alegria0221803915
17LTEvelina SašenkoC'est ma Vie0810505211
18AZEll & NikkiRunning scared1220212402
19GRLoukas Yiorkas + Stereo MikeWatch my Dance1330115401

Fußnote(n)   [ + ]

1. Infolge der Kooperation zwischen ARD und ProSieben beim deutschen Vorentscheid übertrug der Privatsender dieses Semifinale live. Das zweite Semi, in dem die deutschen Zuschauer mitabstimmen durften, sowie das Finale kamen dann im Ersten.

12 Gedanken zu “ESC 1. Semi 2011: Halbzeit means Halbzeit

  1. Ich bin jetzt auch sehr gespannt auf das zweite Semi. Mittlerweile glaube ich auch an ein Weiterkommen Bulgariens, was ich bisher für eher unwahrscheinlich hielt.

  2. zu hoffen wär’s ja Aber wenn alles so läuft wie immer, fliegt natürlich mein Fave Gulgarien raus und mein größter Hassbeitrag (Makedonien) kommt weiter.

  3. ihr braucht nicht grübeln … … was das jetzt wieder heißen soll. ‚Gulgarien‘ ist einfach ein Tippfehler.

  4. Da ergänzen wir uns ja großartig. Ich kann mit Bulgarien nichts anfangen und finde Mazedonien toll (sprich: in meinen Top 10). 😆

  5. Zypern, Dana, mach mich nicht schwach. Am Ende fliegen noch Eric und Frau Rockefeller und die rumänischen Savage Garden sind weiter.

  6. ESC Semi Surprise. Auf AKOE wird schon spekuliert, ob die Sensation – das Scheitern Schwedens und Estlands – nicht doch eintreffen könnte. Mich würde es freuen – insbesondere wenn es auch noch Irland treffen würde. Zypern sollte unbedingt ins Finale – der Meinung war ich schon lange vor den Ergebnissen des ersten Semis. Wenn die Jury einen Sinn haben soll, dann um diese anspruchsvollen Beiträge zu unterstützen. Warum es Dana ins Finale schaffen sollte (abgesehen von irrelevanten nostalgischen Gründen) sehe und höre ich nicht. Ist doch einer der schwächsten Beiträge des Jahrganges. Das erste Semi ist abgearbeitet und eigentlich verwundert mich nur noch das Scheitern der Türkei. Ich schiebe das mal auf die irritierende Schlangenfrau, eine andere Erklärung gibt es für mich nicht.

  7. Alternative Erklärung für das Scheitern der Türkei Naja – Lieder dieses Strickmusters sind schon öfter im Halbfinale hängen geblieben. Die kamen zwar nicht aus der Türkei, aber in Kombination mit dem Fehlen fast aller türkischen Diaspora-Länder in diesem Semi (Deutschland, Niederlande, Belgien, Frankreich…) könnte das den Ausschlag gegeben haben. Wobei ich ziemlich sicher bin, dass die Türkei jetzt nicht gerade Neunzehnter geworden ist. Das dürfte ziemlich knapp gewesen sein.

  8. Es ist doch sehr merkwürdig. Schaut man das Halbfinale noch einmal in Ruhe mit dem Wissen, dass der jeweilige Act gescheitert ist oder sich qualifizieren konnte, fallen einem die Unzulänglichkeiten oder Qualitäten des Auftritts gleich viel schneller im Auge. So nach dem Motto: Das hätte mir doch am Dienstag schon auffallen müssen! Jedenfalls ging es mir gerade so. Hier also noch einmal eine Rückschau von mir. 01. Polen Da braucht man eigentlich nicht viel zu zu sagen, der Auftritt war leider vorne und hinten nichts und musste einfach untergehen. 02. Norwegen Stella strahlt zwar viel Lebens- und Tanzfreude aus, aber zu harmlos und zu unauthentisch. Außerdem leidet der Auftritt neben dem mittelmäßigen Gesang auch unter einem schlimmen Bühnenbild. Solche Formen und Farben erinnern mich eher an einern Grafikkartentest. Ein Strandpanorama mit sich wiegenden Palmen wäre es doch gewesen oder zumindest eindeutig afrikanische Ornamente. 03. Albanien Wie ich schon sagte zu aggressiv, bei der hervortretenden Halsschlagader bekam man sogar richtig Angst. Was mich aber am meisten gestört hat war der Wechsel auf albanisch zwischendrin. Man erwartet an dieser Stelle eine Steigerung, aber die albanische Sprache hat für mich eher wieder Kraft herausgenommen und den Fluss des Liedes gestört. 04. Armenien Zwar eingängig, aber nichtsdestotrotz trashig, suboptimal gesungen (damit schon der 3. des Abends, die Zuschauer müssen sich gewundert haben, ob ganz Europa mittlerweile das Singen verlernt hat) und mit irritierenden Rhythmuswechseln. Trotz sympathischer Interpretin. 05. Türkei Für einen Rocksong wirklich erstaunlich kraftlos (oder auch brav) gesungen. Würde mich nicht wundern, wenn die auch beim reinen Televoting die Top Ten knapp verpasst hätten. 06. Serbien Wirklich der erste Beitrag des Abends, der frisch und professionell wirkte. Zudem kam Nina supercharmant herüber. Ich mochte das Lied vorher nicht wirklich, aber jetzt ist auch bei mir der Funke übergesprungen. 07. Russland Gutaussehender Sänger, gut produziert, nettes Salto-Gimmick, dank Red One einigermaßen zeitgenössisch klingend. Würde mich aber wundern, wenn die Russen ganz oben mitgespielt hätten. Ich konnte den Eindruck nicht loswerden, dass dem Auftritt irgendwas gefehlt hat. Das wird kein Sieg für Russland. 08. Schweiz Da hat dann wieder alles gestimmt. Nach den eher verzweifelten Versuchen der letzten Jahre wunderbar unaufgeregt. 09. Georgien Als ich damals geäußert habe, dass das Lied Potential hat, hatte die Gruppe noch die Sängerin mit der dreckigeren Stimme. Aber jetzt passte doch irgendwie gar nichts. Um eine Bekannte zu zitieren: ‚Das Gesamtkonzept ist ein bisschen wie Rammstein featuring Sophia Thomala im Gesang.‘ Dazu die fragwürdige Garderobe. Ich verstehe das Weiterkommen immer noch nicht. Lag es vielleicht an den Gröhleinlagen des Gitarristen, die dann doch irgendwie authentisch herüber kamen? Oder haben sie von den Rockfans profitiert, die von der etwas saftlosen Türkei enttäuscht waren? Ich weiß es wirklich nicht. 10. Finnland Da kann man eigentlich nur sagen: Alles richtig gemacht. Mir hat sich jetzt sogar in der letzten Strophe die unterschwellig eingewobene Ironie des Liedes erschlossen. Well done, Axel! 11. Malta Würde ich eigentlich statt Georgien ins Finale schicken. Und ich kenne jetzt auch das Geheimnis der Sonnebrillen! In Wahrheit sind das nämlich 3-D-Brillen für den Bühnenhintergrund! 12. San Marino Das Lied ist sehr schön, animiert aber leider wirklich nicht zum Anrufen. 13. Kroatien Zwei Kleidertricks … wenn das keine Verzweiflung ist, dann weiß ich es nicht. Selbst das ‚Magier‘-Gimmick wurde ad absurdum geführt, da jetzt Pyrotechnik den finalen Kleiderwechsel verdeckt hat und nicht mehr der Glitter aus dem Zylinder. Schwach. 14. Island Da habe ich schon alles zu gesagt. Man wippt automatisch mit, hat ein alchendes und – dank der HIntergrundgeschichte – auch ein weinendes Auge. Emotional. 15. Ungarn Vom Gesang her wirklich schwach, aber scheinbar hat das starke Lied – das ich imme rnoch nicht recht mag – getragen. Noch einmal kommt sie mit solch einer Leistung aber sicher nicht durch. 16. Portugal Wenn Paradise Oscar die diesjährige Nicole ist, dann sind die Homens da Luta der diesjährige Kojo. 17. Litauen Hat mit Sicherheit von den Portugiesen vor ihr profitiert und war auch balladenmäßig de facto konkurrenzlos in diesem Semi. Wenn man sich auf den Song einlässt kann man ihn auch wirklich ‚einfach schön‘ finden, denn singen kann sie ja. Aber des Sexismus des ESC ist nicht zu übersehen. Singt ein Mann für Litauen eine Musicalballade, scheitert er im Semi (Jeronimas Milius), singt es eine propere Frau, kommt sie weiter. Na gut, das Lied war auch ein bißchen gefälliger. Aber dennoch … 18. Aserbaidschan Mein Tipp: Die haben dieses Halbfinale gewonnen. Ich sehe sie immer noch unter den Favoriten. Die Chemie stimmt wesentlich besser als zwischen den Dänen letztes Jahr und die sind schon ganz oben gelandet. Und der von vielen gerügte Altersunterschied macht das Lied auch erst richtig glaubwürdig. Gerade wegen dem Altersunterschied und der unkonventionellen Form (die Frau ist die Ältere) haben die beiden Angst, ob ihre Liebe diese Widrigkeiten aushält. Für mich ein absolut stimmiges Konzept. 19. Griechenland Für die einen ein kruder Stilmix, für die anderen (wie zum Beispiel mich) ein modernes griechisches Epos. Gesungen von einem jungen Gott und wunderbar unterstrichen von den gigantischen Säulen im Hintergrund. Den Interval Act fand ich aber eher beschämend. Man möge mir die folgenden Worte verzeihen: Wir richten den ESC aus und was passiert? Die ‚deutsche Herrenrasse‘ lässt in der Pause ‚Neger‘ für sich trommeln. Ungeschickter geht es wohl nicht!

  9. Apologize Ich möchte mich noch einmal für meine zu provokante Äußerung am Ende des obigen Beitrags entschuldigen. Aber bei unserer Historie ist so eine Assoziation ja wirklich nicht unbedingt weit hergeholt. Zumal auch der Prinz ESC Blog im Gespräch mit Paradise Oscar die Sitzplätze im Green Room mit Käfigen vergleicht (Einsperren fremder Völker anyone?).

  10. Ist das Leben nicht wunderbar? Jetzt dürft ihr euch beide freuen UND ärgern – beide raus. Und ich fand, das zweite Semi hat, was die Qualifizierten angeht, deutlich weniger Überraschungen geboten als das erste (wäre auch schwer zu toppen gewesen…).

  11. Schweizer Titel ist ein Plagiat! Der schweizer Titel ist eine Kopie von ‚Old Man River‘ vom Album ‚Good morning‘ aus dem Jahr 2007. Gebt bei Amazon ‚Old man river good morning‘ ein. Dann kommt ihr zum Album und könnt euch den Track ‚Long way from home‘ anhören.

Oder was denkst Du?